Antrag GRÜNE: Veggie-Tag in Karlsruhe

Vorlage: 24854
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.05.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 18.05.2010

    TOP: 11

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Veggie-Tag
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 20. April 2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 11. Plenarsitzung Gemeinderat 18.05.2010 385 11 öffentlich Veggie-Tag in Karlsruhe 1. Karlsruhe erklärt im Rahmen der städtischen Klimaschutzkampagne einen Wochentag zum „Veggie-Tag“. 2. Am „Veggie-Tag“ sollen in städtischen Kantinen, an Schulen und Kitas ausschließlich vegetarische Gerichte angeboten werden. 3. Der „Veggie-Tag“ wird außerdem durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, Artikel in der StadtZeitung sowie durch eine eigene Website im Internet bekannt gemacht und beworben. Auf dieser Seite können sich auch weitere Einrichtungen wie Gaststätten, Betriebskantinen, Mensen und kirchliche Institutionen eintragen lassen, die sich dem „Veggie-Tag“ anschließen. 4. Das Umweltamt erarbeitet in Kooperation mit dem Agenda-Büro konkrete Vorschläge zur Umsetzung des „Veggie-Tags“ in Karlsruhe. Vorschläge für die städtische Kantine werden mit dem Personalrat abgestimmt. 5. Den städtischen Gesellschaften wird empfohlen, ebenso zu verfahren. Dem Thema Ernährung kommt nicht nur für die Gesundheit des Menschen und für den Tierschutz, sondern auch für Umwelt- und Klimaschutz eine bedeutende Rolle zu. Die Herstellung tierischer Produkte ist deutlich ressourcenintensiver als die Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Laut einer Studie der UNO/FAO aus dem Jahr 2006 1 werden geschätzte 18 % des Klimawandels durch Tierhaltung verursacht. Dabei sind vor allem die Gase Methan, Kohlendioxid und Stickstoffoxid relevant, die zu einem großen Teil als Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Tierhaltung anfallen. Hinzu kommen andere negative Effekte, wie der enorme Wasserverbrauch in der Tierhaltung. Laut UNESCO erfordert die Produktion von 1 kg Rindfleisch knapp 16.000 Liter Wasser (IHE der UNESCO, 2008 2 ). Um dem Thema „Reduzierung des Fleischkonsums“ eine breitere Öffentlichkeit zu geben und die Menschen zum Mitmachen zu motivieren, haben bereits einige Städte weltweit einen Wochentag zum „Veggie-Tag“ erklärt. Vorreiter war die belgische Stadt Gent, zwischenzeitlich haben sich u. a. Kapstadt, Sao Paulo sowie in Deutschland Bremen und Schwerin der Kampagne angeschlossen. In Bremen wird beispielsweise immer donnerstags in städtischen Schulen, Kitas und Kantinen auf Fleisch verzichtet; stattdessen werden ausschließlich vegetarische Gerichte angeboten. Eine Website (www.veggiday.de) soll Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich zum Schutz des Klimas und zur Förderung der eigenen Gesundheit vegetarisch zu ernähren. Auch Restaurants, Betriebskantinen und Mensen werden in die Kampagne einbezogen. Unter Einbeziehung der Erfahrungen in anderen Städten weltweit sollte der „Veggie-Tag“ auch in Karlsruhe als öffentlichkeitswirksames Projekt im Rahmen der städtischen Klimaschutzkampagne umgesetzt werden. Weitere Informationen zu der Kampagne finden sich unter www.donnerstag-veggietag.de. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Dr. Dorothea Polle-Holl Alexander Geiger Johannes Honné Hauptamt - Sitzungsdienste - 7. Mai 2010 1 www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM, Kap. 3.4 2 http://www.waterfootprint.org/?page=files/home

  • TOP 11
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 20.04.2010 eingegangen: 20.04.2010 Gremium: 11. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.05.2010 385 11 öffentlich Dez 5 Veggie-Tag in Karlsruhe - Kurzfassung - Im September plant das Amt für Umwelt und Arbeitsschutz im Rahmen der Klima- schutzkampagne Aktivitäten zur „klimafreundlichen“ Ernährung und wird dabei das Thema „Veggie-Tag“ aufgreifen. Darüber hinaus stehen allerdings keine Mittel und Ressourcen für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. In der Rathauskantine und an den Schulen werden täglich vegetarische Gerichte an- geboten. Weitere Möglichkeiten das Angebot zugunsten vegetarischer Ernährung zu verändern werden von den zuständigen Stellen nicht gesehen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Karlsruhe erklärt im Rahmen der städtischen Klimaschutzkampagne einen Wochentag zum Veggie-Tag. Die Verwaltung will das Thema im Rahmen der Klimaschutzkampagne unter dem Begriff „klimafreundliche Ernährung“ aufgreifen. Damit soll im Hinblick auf den Kli- maschutz eine Sensibilisierung und das eigene kritische Hinterfragen von Ver- brauchsgewohnheiten angeregt werden. Die „klimafreundliche“ Ernährung beinhaltet nicht nur den Aspekt „vegetarisch“, der die Klimarelevanz nicht alleine abdecken kann, sondern auch „biologischer Anbau“, „saisonale und regionale Produkte.“ Damit stellt man das Anliegen auf eine breite inhaltliche Grundlage, in der sich größere Bevölkerungsschichten wieder finden kön- nen. Zum Abschluss der laufenden Klimaschutz-Kampagne zum Klima-Vertrag wird der Umwelt- und Arbeitschutz am 18.09.2010 ein klimafreundliches Fest veranstalten. Dort wird die „klimafreundliche Ernährung“ in Form eines „Veggie-Tages“ das be- stimmende Thema sein. 2. Am „Veggie-Tag“ sollen in städtischen Kantinen, an Schulen und Kitas ausschließlich vegetarische Gerichte angeboten werden. In der Rathauskantine wird z. B. jeden Tag ein vegetarisches Menü und ein Salatbuf- fet angeboten. Auch in Zukunft sollen attraktive vegetarische Mahlzeiten auf dem Speiseplan bleiben. Die Auftragsvergabe der Lieferung von Mittagessen an Schulen erfolgt über eine öffentliche Ausschreibung. Die Forderungen des Leistungsverzeichnisses orientieren sich dabei an den Vorgaben der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Qualitätsstandards. Den Empfehlungen entsprechend können Schulen bzw. Schülerinnen und Schüler täglich zwischen Vollkost und einem vegeta- rischen Gericht wählen. Die Entscheidung für dieses Vorgehen ist das Ergebnis von fachlich begleiteten Dis- kussionen mit den Akteuren der Schulverpflegung in mehreren Workshops. In Ge- sprächen mit Schülerinnen und Schülern, Vertretern der Schule und der Eltern sowie den fachlichen Beiträgen einer Diplom-Oecotrophologin wurden Anspruch und Wirk- lichkeit der Schulverpflegung einander gegenüber gestellt und für alle Seiten vertret- bare Lösungen erarbeitet. Kantinenbetreiber und Schul- und Sportamt sehen nach den genannten Erkenntnissen keine Möglichkeit einen wöchentlichen Veggie-Tag umzusetzen, da erhebliche Akzeptanzprobleme befürchtet werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 3. Der „Veggie-Tag“ wird außerdem durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, Artikel in der StadtZeitung sowie durch eine eigene Website im Internet be- kannt gemacht und beworben. Auf dieser Seite können sich auch weitere Einrichtungen wie Gaststätten, Betriebskantinen, Mensen und kirchliche In- stitutionen eintragen lassen, die sich dem „Veggie-Tag“ anschließen. Für die Organisation und Durchführung weiterer öffentlichkeitswirksamer Aktionen fehlen die erforderlichen Ressourcen. 4. Das Umweltamt erarbeitet in Kooperation mit dem Agenda-Büro konkrete Vorschläge zur Umsetzung des „Veggie-Tags“ in Karlsruhe. Vorschläge für die städtische Kantine werden mit dem Personalrat abgestimmt. Siehe Punkt 2. 5. Den städtischen Gesellschaften wird empfohlen, ebenso zu verfahren. Die Verwaltung informiert die städtischen Gesellschaften zum Thema. Die Entschei- dung sollte den Gesellschaften überlassen werden.