Antrag GLG: Keine Genkartoffeln auf gemeindeeigenen Flächen
| Vorlage: | 24774 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 28.04.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen |
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Extrahierter Text
ANTRAG GLG-Fraktion vom 14.04.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: Ortschaftsrat Grötzingen 05.05.2010 72 8 öffentlich Keine Genkartoffeln auf gemeindeeigenen Flächen Die EU Kommission hat Anfang März 2010 die Zulassung für den Anbau der Gen- tech-Kartoffel „Amflora“ der Firma BASF erteilt. Die gentechnisch veränderte Kar- toffel soll zu industriellen Zwecken (Gewinnung der Stärke Amylopektin) ange- baut werden. Bei der Stärkegewinnung anfallende Nebenerzeugnisse dürfen als Futtermittel eingesetzt werden. Eine Verunreinigung von Lebensmitteln bis 0,9% wurde erlaubt. Die Zusicherung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass Amflora für Mensch, Tier und Umwelt sicher sei, wird von mehreren Seiten in Frage ge- stellt und aufgrund nachfolgend aufgelisteter, stichwortartig dargestellter Punkte scharf kritisiert: 2004 erklärt die EFSA: Gen-Pflanzen mit gesundheitsgefährdenden Antibiotika- Resistenz-Genen werden nicht mehr zum Anbau zugelassen! Und dennoch jetzt: Das Markergen der Amflora (nptII) bewirkt eine Resistenz gegen Antibiotika, welche von der WHO als besonders wichtige antibakterielle Substanzen eingestuft werden und somit als wichtig für die Human- und Tierme- dizin. Verunreinigung von Lebensmitteln ist vorprogrammiert (und bis 0,9% er- laubt!): Vermischung der Genkartoffel mit Lebensmittelkartoffeln bei Pflanzguter- zeugung, Ernte, Lagerung, Transport, Verbleib im Boden oder Verarbeitung mög- lich. Dasselbe gilt für die hergestellte Stärke. Nach Skandalen in den USA hat die EU beschlossen keine Gen-Pflanzen nur als Futtermittel zugelassen werden sollen, wenn die gleiche Pflanze als Nahrungs- mittel genutzt wird! Und dennoch: die Genkartoffel darf jetzt als Futtermittel verwendet werden! Unbekannt sind die Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Pflanze, wenn ihre normalen Stoffwechselvorgänge verändert werden. Keiner weiß, ob Giftstoffe entstehen, keiner kennt die Auswirkungen auf die damit gefütterten Tiere. Die vorgelegten Fütterungsstudien sind unzureichend. Gentechnikfreie Alternativen sind vorhanden! Aufgrund dieser Aussagen beantragen wir: Der Ortschaftsrat fordert die Stadt Karlsruhe und den Karlsruher Gemeinderat auf, das Ausbringen von gentechnisch veränderten Kartoffeln auf gemeindeeige- nen Flächen zu verbieten und an die Landwirte zu appellieren, das auf den ande- ren Flächen auch nicht zu tun.