Anlage Zweiter Sachstandsbericht Leitprojekte - Karlsruhe Masterplan 2015
| Vorlage: | 24466 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 08.03.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Südstadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt |
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Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung 2. Sachstandsbericht Leitprojekte Karlsruhe Masterplan 2015 Stand: Dezember 2009 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung – Karlsruhe Masterplan 2015 – Projektleitung: Dr. Wiegelmann-Uhlig Christian Fulda Bearbeitung: Steffen Miles Innovationsteam „Karlsruhe Masterplan 2015“ sowie leitprojektverantwortliche Dienststellen und Gesellschaften Gestaltung: Samya Amar, Hauptamt Bildquellen: Stadt Karlsruhe – Bildstelle, Gartenbauamt, Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH, Sozial- und Jugendbehörde, Stadt- jugendausschuss e. V. Karlsruhe, Stadtplanungsamt, Stadtwerke Karlsruhe, TechnologieRegion Karlsruhe, Wirtschaftsförderung; Karlsruher Institut für Technologie, ONUK | Bernhard Schmitt, Pesch und Partner, transurban / PLANzeit Stand: Dezember 2009 Seite 5 6 7 13 14 23 27 35 49 56 67 72 86 93 107 112 Inhalt KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 3 Vorwort 1. Einleitung 2. Priorisierung der Leitprojekte 3. Handlungsfelder und Leitprojekte – Sachstand 3.1 Hochschulen / Wissenschaft / Forschung / Innovative Technologien 3.2 Image und Stadtjubiläum 2015 3.3 Kultur 3.4 Miteinander 3.5 Regionale / Überregionale Kooperation 3.6 Sport, Freizeit und Gesundheit 3.7 Stadt am Rhein 3.8 Stadtbild / Städtebau 3.9 Umwelt 3.10 Verkehr und Mobilität 3.11 Wirtschaft und Arbeit 3.12 Zukunftssicherung Innenstadt Vor drei Jahren hat der Karlsruher Gemeinderat den „Karlsruhe Masterplan 2015“ beschlossen. Die Leitprojekte befi nden sich in der Umsetzungsphase und einige haben bereits einen fortgeschrittenen Projektstand erreicht. Der vorlie- gende Sachstandsbericht gibt einen Überblick über den Stand der Leitprojekte des „Karlsruhe Masterplan 2015“. Der „Karlsruhe Masterplan 2015“ hat zum Ziel, Perspektiven aufzuzeigen, wie sich Karlsruhe bis zum Jahr 2015 – seinem 300. Stadtgeburtstag –, aber auch darüber hinaus entwickeln kann. Gleichzeitig ist das Jubiläumsjahr 2015 selbst ein Leitprojekt des „Karlsruhe Masterplan 2015“. Mit der Einrichtung der Ge- meinderätlichen Kommission „Stadtjubiläum 2015“ im Sommer 2008, die sich aus Vertretern des Gemeinderats und der Verwaltung zusammensetzt, wurde der Startschuss für die Planungen des Jubiläumsjahres gegeben. Die Federführung für das Leitprojekt „300 Jahre Karlsruhe – Stadtjubiläum 2015“ hat die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH übernommen. Ein Grobkonzept für das Jubiläumsjahr wurde mittlerweile erarbeitet und in den entsprechenden Gremien beraten. In einem ersten Forum „Stadtjubiläum 2015“ im Januar 2010 haben Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen das weitere Vorgehen für eine Bürgerbeteiligung beraten: Zum einen können in einem Ideenwettbewerb die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Vor- schläge für das Jubiläumsjahr einbringen. Zum anderen können sich die Stadtteile mit eigenen Beiträgen an den Feierlichkeiten im Jahr 2015 beteiligen. Aufgrund der aktuellen städtischen Finanzsituation können nicht alle Leitprojekte mit der gleichen Inten- sität vorangetrieben werden. Deshalb hat die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ eine Priorisierung der Leitprojekte vorgenommen (siehe Kap. 2). Die Priorisierung ist Richtschnur des Handelns, wenn es künftig im Gemeinderat darum geht, Investitionsentscheidungen abzuwägen und Prioritäten zu setzen. Nach Möglichkeit werden zur Finanzierung der Leitprojekte entsprechende Förderprogramme vom Land, Bund und von der Europäischen Union genutzt. In die einzelnen Umsetzungsschritte und Meilensteine der Leitprojekte des „Karlsruhe Masterplan 2015“ ist die interessierte Bürgerschaft wo immer möglich in unterschiedlichsten Beteiligungsformen eingebunden. Je nach Bearbeitungsstand werden die Leitprojekte auch in den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats und seinen Ausschüssen beraten. Auch wenn nicht alles Wünschenswerte fi nanziell sofort machbar ist, bin ich zuversichtlich, dass die wich- tigsten Meilensteine und Großvorhaben – wie zum Beispiel die Kombilösung, die Neugestaltung des Zoo- logischen Stadtgartens oder der Kreativpark „Alter Schlachthof“ etc. – in den nächsten Jahren bis 2015 die entscheidenden Realisierungsfortschritte für ein Karlsruhe der Zukunft aufzeigen. Heinz Fenrich Oberbürgermeister KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 5 Vorwort KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | EINLEITUNG 6 In den Jahren 2005 und 2006 waren Bürgerschaft, Politik, Verwaltung, verschiedene Institutionen, Ver- eine und Verbände auf vielfältige Weise an dem Ent- wicklungsprozess des „Karlsruhe Masterplan 2015“ beteiligt. Unter anderem boten eine Passantenbe- fragung, eine Internetumfrage, Interviews oder eine Zukunfts- und eine Bürgerkonferenz der Bevölke- rung die Möglichkeit, ihre Ideen, Anregungen und Vorstellungen vom Karlsruhe der Zukunft in den „Karlsruhe Masterplan 2015“ einzubringen. Nachdem im Frühjahr 2008 der erste Sachstandsbe- richt zu den Leitprojekten erschienen ist, wurden die Projekte zusammen mit der interessierten Bürger- schaft sowie der Fachöffentlichkeit und den Instituti- onen fortentwickelt und in den politischen Gremien diskutiert. Die Beteiligung erfolgte beispielsweise in Bürgerforen, Projektgruppen, Vortragsveranstal- tungen, Befragungen oder Workshops. Der zweite Sachstandsbericht zeigt nun den aktuellen Stand der Projekte. Der Aufbau orientiert sich am ersten Sachstandsbericht, enthält aber auch einige Neue- rungen. Die Reihenfolge der Leitprojekte innerhalb der Handlungsfelder wurde anhand der allgemei- nen Priorisierung (siehe Kap. 2) neu geordnet. Die einzelnen Projektblätter wurden um die Felder „Be- ratungsfolge in den Gremien“, „Veranstaltungen/ Beteiligung“ und „weitere Informationen“ ergänzt. Damit soll ein noch umfassenderer Einblick in die Umsetzung der Leitprojekte geboten werden. Nach den Leitprojekten sind in jedem Handlungsfeld un- ter dem Punkt „weitere Aktivitäten im Handlungs- feld“ Projekte oder Veranstaltungen dargestellt, die sich keinem Leitprojekt zuordnen lassen, gleichwohl aber zum Erreichen der im jeweiligen Handlungsfeld verankerten Ziele beitragen. 1. Einleitung Karlsruher Innenstadt mit Schloss, Foto: Roland Fränkle KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | PRIORISIERUNG DER LEITPROJEKTE 7 Die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ hat die Leitprojekte des „Karlsruhe Master- plan 2015“ priorisiert: Zum einen im Hinblick auf ihre allgemeine Umsetzungspriorität (Tabelle 1) und zum anderen im Hinblick auf ihre Bedeutung für das 300-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2015 (Tabelle 2). Die Kommissionsmitglieder haben die Leitprojekte in die Kategorien „sehr wichtig“, „wichtig“, „weni- ger wichtig“ und „unwichtig“ eingeordnet. Allgemeine Priorisierung Tabelle 1 zeigt die Bewertung der Leitprojekte im Hinblick auf ihre Wichtigkeit für die Zukunft der Stadt und Stadtentwicklung im Allgemeinen. In der Kategorie „sehr wichtig“ wurden dreizehn Leitprojekte positioniert. Auf den vorderen Rang- plätzen wurden einerseits große städtebauliche Pro- jekte wie beispielsweise die Konversion des „Alten Schlachthofs“ zum Kreativpark, die „Kombilösung“ und der „Landschaftspark Rhein“ platziert sowie an- dererseits soziale Vorhaben, wie beispielsweise das Thema „Bildung und Betreuung“, die „Vorbereitung der besseren Integration von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in den Arbeitsprozess“ oder die „Integration von Migrantinnen und Migranten“. Als „wichtig“ wurden 26 Leitprojekte angesehen. In dieser Kategorie sind Leitprojekte aus fast allen Handlungsfeldern zu fi nden. Als Beispiele seien die „Visionären Bauprojekte“, der „Lichtplan“, die „Stu- dentenstadt“ sowie die „Kinder- und Jugend-Kultur“ genannt. Nur vier Projekte wurden als „weniger wichtig“ und zwei als „unwichtig“ angesehen. Insgesamt betrach- tet ist die Priorisierung somit eine Bestätigung des „Karlsruhe Masterplan 2015“ und der darin enthal- tenen Projekte. Bei den zwei in der Kategorie „un- wichtig“ platzierten Leitprojekten handelt es sich um den „Wiederaufbau der Kuppel des Naturkun- demuseums als Planetarium“ und die „Einrichtung einer Zweigstelle der St. Petersburger Eremitage“. Priorisierung im Hinblick auf das Stadtjubiläum 2015 Tabelle 2 zeigt die Bewertung der Leitprojekte des „Karlsruhe Masterplan 2015“ im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2015. Dabei wurden folgende städte- baulichen Projekte auf den vordersten Plätzen posi- tioniert (Kategorie „sehr wichtig“): die „Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten“, der „Landschaftspark Rhein“, der Kreativpark „Alter Schlachthof“, der „Zoologische Stadtgarten“, die „Kombilösung“, die „Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone“, der „Rheinauen- erlebnispark“ und der „Lichtplan“. Diese Projekte spielen im Konzept für das Stadtjubiläum eine tra- gende Rolle. Acht weitere Projekte wurden in die Kategorie „wichtig“ eingestuft. Dazu gehören die Leitprojekte „Städtepartner in Europa“, „Visionäre Bauprojekte“, „Fächergrundriss“, „Fußballstadion“, „Attraktive Stadteingänge“, „MIT RECHT. KARLSRUHE“, „Neu- ordnung der Karlsruher Museumslandschaft“ sowie „Kinder- und Jugend-Kultur“. Auch diese Projekte werden bei den Planungen zum Jubiläumsjahr be- rücksichtigt. Alle weiteren Projekte wurden in der Priorisierung für das Stadtjubiläum 2015 als „weniger wichtig“ bzw. „unwichtig“ eingestuft. Dennoch sind sie insgesamt für die weitere Entwicklung der Stadt Karlsruhe von großer Bedeutung, wie aus Tabelle 1 hervorgeht. 2. Priorisierung der Leitprojekte KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | PRIORISIERUNG DER LEITPROJEKTE 8 Leitprojekt „Alter Schlachthof“ Bildung und Betreuung Kombilösung Landschaftspark Rhein – „PAMINA-Rheinpark“ Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone Vorbereitung der besseren Integration von Schul- abgängerinnen und Schulabgängern in den Arbeitsprozess Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten Konzept für die gezielte Integration von Migrantinnen und Migranten TEN / Magistrale für Europa Rheinauenerlebnispark Schönster Zoologischer Stadtgarten Süddeutschlands Nachhaltige Integration von Obdachlosen in den Wohnungsmarkt und in die Gesellschaft Verkehrsverbindung über den Rhein Karlsruhe, ein Geothermiezentrum Visionäre Bauprojekte (Bauausstellung, Generationenwohnen) Fahrradstadt Karlsruhe Lichtplan Städtepartner in Europa Studentenstadt Karlsruhe Wohnen in der City Fußballstadion Ausbau der Verbindung Karlsruhe Baden-Airpark Kinder- und Jugend-Kultur Handlungsfeld Stadtbild/Städtebau Miteinander Zukunftssicherung Innenstadt Stadt am Rhein Zukunftssicherung Innenstadt Miteinander Zukunftssicherung Innenstadt Miteinander Verkehr und Mobilität Stadt am Rhein Sport, Freizeit und Gesundheit Miteinander Verkehr und Mobilität Umwelt Stadtbild / Städtebau Verkehr und Mobilität Stadtbild / Städtebau Regionale / Über- regionale Kooperation Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Zukunftssicherung Innenstadt Sport, Freizeit und Gesundheit Verkehr und Mobilität Kultur Kategorie sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig Tabelle 1: Allgemeine Priorisierung der Leitprojekte durch die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | PRIORISIERUNG DER LEITPROJEKTE 9 Leitprojekt Zukunft Mobilität Auf- und Ausbau von Netzwerken zwischen Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft,... Neuordnung der Karlsruher Museumslandschaft Ökologische Vernetzung der Grünfl ächen und Inseln Forschungsauftrag für eine funktionierende Nahversorgung Überregionale Zusammenarbeit am Oberrhein – Metropolregion Oberrhein Bürgerzentren als Orte des Miteinanders Attraktive Stadteingänge Stärkung der Vereinsstrukturen im Bereich Sport Plätzekonzept Höfekonzept Internationales Netzwerk Karlsruhe InnovationsForum und Zukunftswerkstatt Karlsruhe Science Center MIT RECHT. KARLSRUHE Fächergrundriss Bewegungsräume in allen Stadtteilen Gesundheitspark Tägliche Bewegungszeit Innovationspreis Wiederaufbau der Kuppel des Naturkundemuseums als Planetarium Einrichtung einer Zweigstelle der St. Petersburger Eremitage Handlungsfeld Verkehr und Mobilität Wirtschaft und Arbeit Kultur Umwelt Wirtschaft und Arbeit Regionale / Über- regionale Kooperation Miteinander Stadtbild / Städtebau Sport, Freizeit und Gesundheit Stadtbild / Städtebau Zukunftssicherung Innenstadt Wirtschaft und Arbeit Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Kultur Zukunftssicherung Innenstadt Sport, Freizeit und Gesundheit Sport, Freizeit und Gesundheit Sport, Freizeit und Gesundheit Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Kultur Kultur Kategorie wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig unwichtig unwichtig 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | PRIORISIERUNG DER LEITPROJEKTE 10 Leitprojekt Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten Landschaftspark Rhein – „PAMINA-Rheinpark“ „Alter Schlachthof“ Schönster Zoologischer Stadtgarten Süddeutschlands Kombilösung Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone Rheinauenerlebnispark Lichtplan Städtepartner in Europa Visionäre Bauprojekte (Bauausstellung, Generationenwohnen) Fächergrundriss Fußballstadion Attraktive Stadteingänge MIT RECHT. KARLSRUHE Neuordnung der Karlsruher Museumslandschaft Kinder- und Jugend-Kultur Fahrradstadt Karlsruhe Plätzekonzept InnovationsForum und Zukunftswerkstatt Karlsruhe Verkehrsverbindung über den Rhein Zukunft Mobilität Höfekonzept Handlungsfeld Zukunftssicherung Innenstadt Stadt am Rhein Stadtbild / Städtebau Sport, Freizeit und Gesundheit Zukunftssicherung Innenstadt Zukunftssicherung Innenstadt Stadt am Rhein Stadtbild / Städtebau Regionale / Über- regionale Kooperation Stadtbild / Städtebau Zukunftssicherung Innenstadt Sport, Freizeit und Gesundheit Stadtbild / Städtebau Kultur Kultur Kultur Verkehr und Mobilität Stadtbild / Städtebau Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Verkehr und Mobilität Verkehr und Mobilität Zukunftssicherung Innenstadt Kategorie sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig sehr wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig Tabelle 2: Priorisierung der Leitprojekte durch die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ im Hinblick auf das Stadtjubiläum 2015 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Leitprojekt Studentenstadt Karlsruhe Konzept für die gezielte Integration von Migrantinnen und Migranten Bildung und Betreuung TEN / Magistrale für Europa Ökologische Vernetzung der Grünfl ächen und Inseln Ausbau der Verbindung Karlsruhe Baden-Airpark Science Center Vorbereitung der besseren Integration von Schul- abgängerinnen und Schulabgängern in den Arbeitsprozess Bewegungsräume in allen Stadtteilen Karlsruhe, ein Geothermiezentrum Nachhaltige Integration von Obdachlosen in den Wohnungsmarkt und in die Gesellschaft Innovationspreis Auf- und Ausbau von Netzwerken zwischen Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft,... Bürgerzentren als Orte des Miteinanders Stärkung der Vereinsstrukturen im Bereich Sport Tägliche Bewegungszeit Wohnen in der City Forschungsauftrag für eine funktionierende Nahversorgung Gesundheitspark Handlungsfeld Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Miteinander Miteinander Verkehr und Mobilität Umwelt Verkehr und Mobilität Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Miteinander Sport, Freizeit und Gesundheit Umwelt Miteinander Hochschulen / Wissen- schaft / Forschung /... Wirtschaft und Arbeit Miteinander Sport, Freizeit und Gesundheit Sport, Freizeit und Gesundheit Zukunftssicherung Innenstadt Wirtschaft und Arbeit Sport, Freizeit und Gesundheit Kategorie weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig weniger wichtig unwichtig unwichtig 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 11 Überregionale Zusammenarbeit am Oberrhein – Metropolregion Oberrhein Internationales Netzwerk Karlsruhe Wiederaufbau der Kuppel des Naturkundemuseums als Planetarium Einrichtung einer Zweigstelle der St. Petersburger Eremitage Regionale / Über- regionale Kooperation Wirtschaft und Arbeit Kultur Kultur unwichtig unwichtig unwichtig unwichtig 42 43 44 45 13 Regionale & Überregionale Kooperation Umwelt Image & Stadtjubiläum 2015 Sport, Freizeit & Gesundheit Verkehr & Mobilität Kultur Stadt am Rhein Wirtschaft & Arbeit Miteinander Stadtbild & Städtebau Zukunftssicherung Innenstadt Hochschulen, Wissenschaft, Forschung, Innovative Technologien 3. Handlungsfelder und Leitprojekte – Sachstand KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 14 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN 3.1 Hochschulen / Wissenschaft / Forschung / Innovative Technologien Karlsruhe 2015. Wir denken weiter. ZIEL Schaffung eines studentenfreundlichen Umfelds, um Karlsruhe als Studienort attraktiver zu machen und damit Karlsruhe für den Wettbewerb unter den na- tionalen und internationalen Hochschulstandorten „zu rüsten“. Einrichtung eines runden Tisches zur Verbesserung des studentischen Umfelds und zur Positionierung der Stadt als Standort für Hochschu- len und Wissenschaft. Weiteres Ziel: Erarbeitung ei- ner Gesamtkonzeption „Studentenstadt Karlsruhe“ und rasche Umsetzung der weiteren Teilprojekte. PROJEKTLEITUNG Stadtmarketing Karlsruhe GmbH BETEILIGTE Wirtschaftsförderung, Kulturamt, Hauptamt, Bür- gerservice und Sicherheit, KVV, LA, Stadtplanungs- amt, Volkswohnung, Hochschulen, Studentenwerk, Studierendenvertretungen der Hochschulen, IHK, TRK, ZAK BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Wohnraumkampagne für Studierende: 10.06.2008 Gemeinderat Erstwohnsitzkampagne kontra Zweitwohnungs- steuer: 18.11.2008 Gemeinderat Vorstellung eines Grobkonzepts zur Studenten- stadt Karlsruhe: 16.12.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Erstwohnsitzkampagne – mobiles Anmeldebüro in der Mensa am Adenauerring: 31.10.2007, 01. – 31.10.2008, 01. – 31.10.2009 Studentenstadt Karlsruhe Lenkungskreis Studentenstadt: 28.04.2009, 08.07.2009, 27.10.2009, 24.03.2010 Arbeitsgruppen zu den vier Modulen „Wohnen“, „Hochschule in der Stadt“, „Studentische Kultur“ und „Potenziale, Alumni, Existenzgründer“: Mai und Juni 2009 „Karlsruhe klingt“: Studierende der Hochschule für Musik spielen an verschiedenen Plätzen der Innenstadt: 04.07.2009 Erstwohnsitzkampagne – Fahrradübergabe: 13.06.2008, 27.11.2008, 30.06.2009, 25.11.2009 AKTUELLER STAND 2008 Seit dem Wintersemester 2007/2008 wird eine auf Studierende zugeschnittene Erstwohnsitzkampagne durchgeführt. Studierende, die sich mit dem Erst- wohnsitz in Karlsruhe anmelden, erhalten ein „Be- grüßungspaket“. Dieses enthält ein Studi-Ticket des KVV, 5 x 10 € - Einkaufsgutscheine für den Karlsru- her Einzelhandel, ein Buch über Karlsruhe und ein Gewinnlos für das Studi-Bike „Draisler“. Bis Ende 2008 wurden bereits über 7.600 „Ummelder“ ver- zeichnet. Es wird geschätzt, dass die Einwohnerzahl sich durch die Kampagne um ca. 3.500 erhöht hat. Die TechnologieRegion, die IHK und die Hochschu- len haben im Oktober 2008 das Projekt KarriereRe- gion gestartet. Mit den drei Handlungsfeldern Karri- erePortal, KarriereLounge und KarriereGipfel werden Studierende gezielt angesprochen, um ihnen die At- traktivität der Region als Arbeits- und Lebensraum zu vermitteln. – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN 15 Eine weitere Internetplattform für Studierende und Firmen ist www.my-kareer.de. Hier übernehmen Un- ternehmen für Studierende beispielsweise die Studi- engebühren. Im Gegenzug übernehmen die Studie- renden in Form eines Praktikums eine Tätigkeit im Unternehmen oder erarbeiten eine Bachelor-Thesis. Beschluss eines Grobkonzepts zur „Studentenstadt Karlsruhe“ im Gemeinderat am 16. Dezember 2008. 2009 Das Projekt wird von einem Lenkungskreis gesteu- ert, der 2009 dreimal getagt hat. Im Rahmen des Projekts wurde das Thema Studen- tenstadt erweitert mit dem Ziel, Karlsruhe auch als „Wissenschaftsstadt“ zu etablieren. Die Projekte wurden in vier Modulen entwickelt: 1. „Wohnen“, 2. „Hochschule in der Stadt“, 3. „Studentische Kultur“ sowie 4. „Potentiale, Alumni, Existenzgründer“. Durch den Lenkungskreis des Projekts aus Vertre- tern der Studentenschaft, der Hochschulen, der Stadt und dem Stadtmarketing wurden zahlreiche Projektideen generiert und erste Maßnahmen für die nahe Zukunft konkretisiert. Beispielhaft seien genannt: Ausgewählte Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation, d.h. die Begleitung konkreter Wohnheimprojekte, die modellhafte Durchfüh- rung innovativer Maßnahmen zur Wohnraum- schaffung und die Durchführung geeigneter Kampagnen zur Bereitstellung von Wohnraum für Studierende. Stärkere Beteiligung von Studierenden und Hoch- schulen beim weiteren Ausbau der Verkehrswege, insbesondere der Radwegenetze. Nutzung der interkulturellen Potentiale der Hoch- schulen. Entwicklung eines Wissenschaftsfestivals. Im Rahmen der Studentenstadt hat das Stadtmar- keting neben Fokusgruppen-Befragungen zu Beginn des Jahres 2009 auch eine umfangreiche Umfrage unter 800 Studierenden aller Hochschulen durch- geführt und damit eine gute empirische Grundlage für alle Maßnahmen erhalten. Die Umfrage wurde mit einem GPS-Tracking von 100 Studierenden un- termauert. Bei dieser Methode konnte die Raum- nutzung von Studierenden im Stadtraum abgebildet werden. Es wurde nachgewiesen, dass die gesamte Karlsruher Innenstadt von Studierenden intensiv ge- nutzt wird. Gemeinsam mit dem Studentenwerk initiierte der Paritätische Sozialdienst der Stadt ein Projekt, bei dem Studierende mit älteren oder hilfsbedürftigen Menschen eine Wohnpartnerschaft eingehen. Für gewisse Hilfs- und Unterstützungsleistungen erhal- ten die Studierenden günstigen Wohnraum. Um ausländische Studierende noch besser zu in- tegrieren, startete das KIT mit verschiedenen Part- nern ab Sommer 2009 mehrere Projekte. Bei der Integration in den Lebensraum Stadt arbeitet das Akademische Auslandsamt am KIT-Campus Süd bei- spielsweise mit der Stadt zusammen. Paten sollen ausländischen Studierenden gerade zu Beginn des Studiums für einige Wochen eine Wohnmöglichkeit anbieten, als Ansprechpartner zur Verfügung ste- hen und die Studierenden zu Festtagen einladen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert die Projekte mit 80.000 Euro. Am 1. September 2009 eröffnete ein neues Studen- tenwohnheim in der Nancystraße mit 238 Zimmern. Damit stehen derzeit in den Wohnheimen des Studen- tenwerks und privater Träger insgesamt rund 4.500 Plätze zur Verfügung. Aktuell wird mit einem Fehl- bedarf von ca. 1.000 Wohnheimplätzen gerechnet. Neben den genannten Projekten wurden auch in 2009 viele bekannte Veranstaltungen der Hoch- schulen in der Stadt veranstaltet, wie z.B. KIT im Rathaus, PH im Rathaus, Tage der offenen Tür der Hochschulen, Ausstellungen, musikalische Veran- staltungen und viele mehr. AUSBLICK Die vom Lenkungskreis beschlossenen Maßnahmen werden in 2010 weiter konkretisiert und umgesetzt. Die Erstwohnsitzkampagne wird in ihrer erfolg- reichen Form weitergeführt. Der Lenkungskreis wird als zentrales Koordinie- rungsgremium für das Projekt fortgeführt. WEITERE INFORMATIONEN www.erstwohnsitz-ka.de www.stadtmarketing-karlsruhe.de 1. 2. 3. 4. KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN 16 ZIEL Dialog zwischen Wirtschaft und Forschung auf Basis von Zukunftstechnologien und Innovationen, Auf- und Ausbau von Branchennetzwerken (Clustern). Präsentation der Trends in den Schlüsseltechnolo- gien und Zukunftsstrategien in Zukunftswerkstatt und Living-Lab (Testfeld für neueste wissenschaft- liche Erkenntnisse und Produkte), um den Wett- bewerbsvorsprung als „Innovative Region of Ex- cellence“ zu sichern. Insbesondere die Living-Labs dienen zur Erhöhung der Identifi kation der Karlsru- her Bevölkerung und der Region mit Wissenschaft und innovativen Technologien. PROJEKTLEITUNG Wirtschaftsförderung InnovationsForum und Zukunftswerkstatt Karlsruhe BETEILIGTE Stadtmarketing GmbH, KMK, EURegKA, KIT, Cy- berForum, Hochschulen, IHK, Firmen, Fraunhofer, KEIM, Steinbeis, Schulen, Bürgerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Spitzenclusterwettbewerb der Bundesregierung (Sachstandsbericht zur Bewerbung durch den Cy- berForum e.V. Karlsruhe; Beitritt der Stadt Karlsru- he zur Genossenschaft iRegion eG): 09.07.2008 nö. Ausschuss für Wirtschaftsförde- rung, 15.07.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Internationale CLOE-Cluster-Konferenz: 27.02.2008 IHK Karlsruhe 1. Trendkongress net economy: 21.11.2008 Neue Messe Karlsruhe Eröffnung des Ambient Assistant Living Forschungslabors (Living-Lab): – – – – Forschung am Karlsruher Institut für Technologie, Foto: KIT 17 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN 25.05.2009 Forschungszentrum Informatik Auftaktveranstaltung „Smarter Cities“ mit IBM und städt. Geschäfts- und Dienststellen: 01.10.2009 Rathaus Karlsruhe Dt.-frz. PAMINA Zukunftswerkstatt zum Thema „Energie der Zukunft: Innovationspotential und Best Practice aus der dt.-frz. Grenzregion PAMI- NA“: 12.11.2009 KIT, Campus Nord 2. Trendkongress net economy: u.a. Workshop „Living-Labs – Innovationsbeschleuniger für Cluster” mit Partnern aus Karlsruhe, Stockholm und Leiden / Holland: 20.11.2009 Neue Messe Karlsruhe Regionaltag im Rahmen des „Creativity World Forums 2009“: 03.12.2009 Ludwigsburg AKTUELLER STAND 2008 Zukunftswerkstatt und Living-Lab (Testfeld für neu- este wissenschaftliche Erkenntnisse und Produkte): Erstellung einer Konzeption für die regionale Stand- ortentwicklung und Vermarktung im Trend der Ent- wicklung der hier ansässigen Schlüsseltechnologien und Zukunftsstrategien von Unternehmen. Die Bür- gerschaft soll als Business2Consumer-Markt in die- sen Prozess eingebunden werden. Ausbau regionaler Netzwerke aufgrund der Erar- beitung von Handlungsempfehlungen mit Partnern aus dem Ausland und der in der TechnologieRegi- on Karlsruhe Handelnden aus Politik, Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft in 2008. Internationale CLOE-Clusterkonferenz ( = Clusters linked over Europe) am 27. Februar 2008 mit 200 Teilnehmern aus 24 Nationen. Dieses Projekt ver- netzt 15 europäische Regionen miteinander. Auf der Konferenz wurden Handlungsstrategien mit interna- tionalen Experten und Multiplikatoren aus dem Aus- land und der Europäischen Kommission diskutiert. Aus der Mitte des CyberForums e.V. ist das Konzept der iRegion Karlsruhe als eingetragene Genossen- schaft entstanden. Dem Konsortium gehören Unter- nehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Verbände an. Hauptziel der iRegion Karlsruhe eG: ergänzende Unterstützung der Tätigkeiten und Angebote des CyberForums e.V., Aufbau und Aus- bau wirtschaftlicher Kooperationen und des Cluster- managements, die Vernetzung sowie die innovative und wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und privatrechtlichen Organisationen in der IT-Branche, Ansiedlung von Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe, Aufbau und Koordination der Living-Labs sowie das Marketing für die iRegion und deren Internationali- sierung. Am 21. November 2008 fand in Karlsruhe der er- ste Trendkongress net economy statt. Themen des Kongresses waren beispielsweise die künftige Ent- wicklung des Internets, Benutzerfreundlichkeit oder Datensicherheit. Teilnahme der iRegion am Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Thema „iRegion Karlsruhe – creating the Net economy“ (= Innovationen für das Internet der Zukunft). Unter 38 eingereichten Beiträgen konnte sich die iRegion unter den besten zwölf Bewerbern positionieren. Baden-württembergischer Clusterwettbewerb: Das von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe initiier- te „Automotive Engineering Network Südwest“ (= Netzwerk zur schnellen Umsetzung von Innovati- onen im Automobilbau) und das vom Forschungs- zentrum koordinierte Nanotechnologie-Netzwerk „nanoValley.eu“ (Zusammenarbeit zwischen der Metropolregion Rhein-Neckar, Straßburg und der TechnologieRegion Karlsruhe) gehörten zu den zwölf Preisträgern. 2009 Das im Jahr 2006 von der Wirtschaftsförderung ge- gründete „EnergieForum Karlsruhe“ stellte am 29. Januar 2009 seine Arbeit vor. Die Initiative, die aus rund 200 Experten unterschiedlicher Fachrichtungen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zahlreichen wirtschaftlichen Unternehmen besteht, soll zu einem Energie-Cluster weiterentwickelt wer- den. Hierzu haben die Wirtschaftsförderung Karls- ruhe und das Fraunhofer ICT eine gemeinsame Ver- einbarung unterzeichnet, mit der beide Seiten ihre Kräfte bündeln. Wesentliches Element ist die künf- tige wissenschaftliche Begleitung des ICT zur Erstel- – – – – 18 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN lung eines Handlungsleitfadens zur Fortentwicklung des EnergieForums. Ziel ist es, Energie noch effi zi- enter zu nutzen und sie ohne Verluste zu speichern. Auch die Nutzung der Geothermie soll weiter entwi- ckelt werden (siehe Leitprojekt „Geothermie“). 18. März 2009: Das EnergieForum Karlsruhe kon- stituierte unter Federführung der Wirtschaftsför- derung den ersten Expertentisch Energie, der sich aus Unternehmen des Netzwerks zusammensetzt. Zielsetzung des Tisches ist es, Investoren, Projekt- entwickler, Bauträger und Bauherren gewerblicher Immobilienprojekte ganzheitlich zu Fragen einer ef- fi zienten energetischen Ausrüstung von Gebäuden und Produktionsanlagen zu beraten und Individual- lösungen als Generalanbieter zu liefern. Der Tisch betreut das Neubauvorhaben zur Erstellung einer Werkhalle mit 6.000 m³ umbauten Raums eines Reinigungsunternehmens, das Photovoltaik, Wind- energie und ein Blockheizkraftwerk nutzen möchte. Die Auftaktveranstaltung für das EU-Projekt IT2Rhi- ne fand am 5. Mai 2009 statt. Es handelt sich dabei um ein trinationales deutsch-französisch-schwei- zerisches Netzwerk mit insgesamt 15 Institutionen und IT-Netzwerken am Oberrhein. Die am Ober- rhein liegenden IT-Zentren von internationaler Be- deutung wollen in Zukunft gemeinsam ihre Stellung am Markt ausbauen. Inzwischen ist der IT-Cluster Bern diesem Konsortium als Associated Partner bei- getreten. Am 9. Juni 2009 organisierte das EnergieForum Karlsruhe seine erste Hot-Spot-Tour Energie. Im Mit- telpunkt des Interesses standen die Kompetenzen Karlsruhes im Bereich der Nutzung von Sonnen- energie. Die Stadtwerke Karlsruhe sowie die Firma BadenSolar GmbH & C0. KG informierten hierzu die rd. 40 Teilnehmer auf dem Sonnendach der Stadt- werke über neuartige Dünnschicht-Röhren-Solar- module und deren Einsatz auf dem Dach und an der Fassade. Beim Neubau der Volksbank informierte fc.ingenieure Karlsruhe über das Energiesystem des Hauses bestehend aus Anlagen der Solarenergie und der oberfl ächennahen Geothermie. Zehn Karlsruher Firmen bilden zusammen mit dem städtischen Umweltamt und den Stadtwerken Karls- ruhe ein „Energieeffi zienz-Netzwerk“. Ziel ist es, bei den Produktionsprozessen Energie und somit auch Betriebskosten einzusparen. Das auf vier Jahre an- gelegte Projekt wird vom Bundesumweltministeri- um bezuschusst. Am 29. Juli 2009 konstituierte sich ein Netzwerk- und Lenkungskreis auf Einladung von Oberbürger- meister Heinz Fenrich zum Thema „Kreativität“ aus Kultur, Hochschuleinrichtungen, KIT, CyberForum, IHK, KMK und Wirtschaftsförderung. In einer Auftaktveranstaltung „Smarter Cities“ mit IBM und städtischen Geschäfts- und Dienststellen präsentierte IBM am 1. Oktober 2009 im Rathaus Karlsruhe sein Konzept für intelligentere Infrastruk- turen über Vernetzung und Informationstechno- logie im Rahmen der Kampagne „Smarter Planet – Smarter Cities“. Der operative Ansatz für neue An- wendungen in den Bereichen Infrastruktur/Verkehr, Energie und Dienstleistungen/Stadtservices wird auch unter Hinzunahme von Innovationstreibern aus dem KIT und dem iRegion-Cluster um das Cy- berForum weiterverfolgt. Seit Oktober 2009 ist der Informationstechnologie- Cluster Varna/Bulgarien Mitglied in dem von Karls- ruhe organisierten Netzwerk CLOE-Clusters linked over Europe. Am 12. November 2009 fand auf dem Campus Nord des KIT die Zukunftswerkstatt zum Thema „Energie der Zukunft: Innovationspotential und Be- standsaufnahmen für deutsch-französische Koope- rationen“ mit insgesamt mehr als 100 Teilnehmern aus Deutschland und Frankreich statt. Der 2. Trendkongress net economy 2009 (interna- tionaler Workshop) wurde am 20. November 2009 in der Messe Karlsruhe veranstaltet. Führende Wis- senschaftler und innovative IT-Anbieter diskutierten aktuelle Trends der Informations- und Kommunika- tionstechnologie, Chancen und Risiken für die Ge- sellschaft sowie eine schnelle und erfolgreiche An- wendung dieser Technologien durch die Wirtschaft. Beschränkte sich 2008 das Einzugsgebiet noch auf Süddeutschland, hat der Kongress 2009 bereits ein nationales Publikum angesprochen. Ziel ist es, euro- paweit als führender Standort wahrgenommen zu werden. 19 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN Beim Regionaltag im Rahmen des „Creativity World Forums 2009“ am 3. Dezember 2009 in Ludwigs- burg betrieb die TechnologieRegion internationales Standortmarketing bei dieser zentralen Veranstal- tung des internationalen Netzwerks „Districts of Creativity“, dem 12 Regionen aus der ganzen Welt angehören, wie zum Beispiel Québec, Shanghai oder Schottland. Januar 2010: Im Spitzenclusterwettbewerb der Bun- desregierung gehört das CyberForum aus Karlsruhe gemeinsam mit Teilnehmern aus Darmstadt, Kai- serslautern, Saarbrücken und Walldorf zu den Ge- winnern. Ziel des Wettbewerbs war es, leistungsfä- hige Cluster aus Wissenschaft und Wirtschaft dabei zu unterstützen, sich international zu positionieren. Das iRegion-Konsortium um das CyberForum wid- met sich Software-Innovationen für das digitale Un- ternehmen und will neue Geschäftsmodelle ermög- lichen. AUSBLICK Im Innovationsforum werden die Innovations- und Clusternetzwerke, die Serviceleistungen für Unter- nehmen und damit die Wettbewerbsvorteile am Standort weiter ausgebaut und insbesondere die In- ternationalisierung hin zu einem europäischen und internationalen Spitzencluster vorangebracht. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/Wirtschaft www.clusterforum.eu www.cyberforum.de www.energieforum-karlsruhe.de www.ae-network.de www.nanovalley.eu www.trendkongress.com www.technologieregion-karlsruhe.de 20 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN Mitmachausstellung Experimenta in der Nancyhalle Foto: Monika Müller-Gmelin ZIEL Ein Science Center als interaktiver Erlebnisort macht Wissenschaft für Besucher aller Altersgruppen er- fahrbar und ermöglicht einen gesellschaftlichen Dis- kurs zu wissenschaftlichen Zukunftsfragen. PROJEKTLEITUNG Kulturamt BETEILIGTE Dezernat 2, Dezernat 3, Stabsstelle Projektcontrol- ling, EURegKA, Universität und Karlsruher Hoch- schulen, ZKM, FZK, Schülerakademie, Fraunhofer, Stadtwerke BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Kenntnisnahme der Machbarkeitsstudie zur Neuordnung der Museumslandschaft: 20.02.2008 nö. Kulturausschuss 04.03.2008 nö. Hauptausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG 3. Experimenta + : 14.11. – 20.12.2008 Nancy-Halle Ausstellungszug „Expedition Zukunft“ der Max-Planck-Gesellschaft: 02. – 04.07.2009 Durlach, Bahnhof „Schau-LKW“ der Fraunhofer-Gesellschaft: 07. – 08.07.2009 Karlsruhe, Schlossvorplatz Binnenfrachtschiff „MS Wissenschaft“: 21. – 23.07.2009 Karlsruhe, Hafen AKTUELLER STAND 2008 Teil der Machbarkeitsstudie zum Leitprojekt „Neu- ordnung der Museumslandschaft“ des „Karlsruhe Masterplan 2015“ (Schwerpunkt Experimenta und „Energie“ als Karlsruher Spezialthema), die im Fe- bruar 2008 veröffentlicht wurde. 2009 Vom 2. bis 4. Juli 2009 gastierte der Ausstellungs- zug „Expedition Zukunft“ (Science Express) der Max- Planck-Gesellschaft München im Durlacher Bahn- hof. In dem multimedial ausgebauten Eisenbahnzug kann Forschung und Technologie angefasst und be- staunt werden. 4.100 Besucherinnen und Besucher besichtigten an drei Tagen den Science Express. Vom 7. bis 8. Juli 2009 konnte vor dem Karlsruher Schloss ein Schau-LKW der Fraunhofer-Gesellschaft besichtigt werden. Gezeigt wurden verschiedene Entwicklungen aus der aktuellen Forschungsarbeit. Das Binnenfrachtschiff „MS Wissenschaft“ machte vom 21. bis 23. Juli 2009 Station im Karlsruher Ha- fen. Auf 600 m² konnten Besucher an zahlreichen Ausstellungsstücken ausprobieren und erleben, wie deutsche Forschung die Bereiche Wohnen/Haushalt, Mobilität, Arbeit / Schule, Gesundheit und Freizeit in Zukunft beeinfl ussen wird. AUSBLICK Die Einrichtung eines Science Centers wird derzeit nicht weiterverfolgt. WEITERE INFORMATIONEN – – – Science Center – – – – – 21 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN ZIEL Karlsruhe und die TechnologieRegion Karlsruhe durch eine medienwirksame Vergabe des Preises als attraktiven Wissenschafts-, Innovations- und Wirt- schaftsstandort national und international positio- nieren und stärken. Bindung und Ansiedlung von Fach- und Führungskräften sowie innovativer Unter- nehmen fördern. PROJEKTLEITUNG EURegKA BETEILIGTE Dezernat 1, Dezernat 4, Wirtschaftsförderung, PIA, TechnologieRegion Karlsruhe, IHK, KIT und weitere Wissenschaftseinrichtungen, Innovationsnetzwerke, Unternehmen, KMK, Stadtmarketing, Medien mit Medienpartnerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2009 Weiterentwicklung der Konzeption des Innovations- preises der TechnologieRegion Karlsruhe. Darin wer- den die Profi lierung des Preises, die Besetzung der Jury, die Ausschreibungskriterien und das Budget vorgeschlagen. Aufbau einer Geschäftsstelle. AUSBLICK Erstmalige Vergabe des Preises in 2010. Im Wei- teren jährliche Auslobung. Kontinuierlicher Ausbau der medialen Präsenz. WEITERE INFORMATIONEN www.innovationspreis10.de (im Aufbau) Innovationspreis 22 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | HOCHSCHULEN / WISSENSCHAFT / FORSCHUNG / INNOVATIVE TECHNOLOGIEN Karlsruher Institut für Technologie, Foto: KIT Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Forschung, Lehre, Innovation – Nachdem der baden-württembergische Landtag Anfang Juli 2009 das Gesetz für das Karlsruher Institut für Technolo- gie verabschiedet hat, wurde mit Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung am 30. Juli 2009 der Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) besiegelt. Dieser Zu- sammenschluss einer universitären und außeruni- versitären Forschungseinrichtung ist in Deutschland einmalig und bringt das KIT in die Spitzengruppe der internationalen Forschungseinrichtungen. Mit rund 18.500 Studierenden, ca. 8.000 Beschäftigten und einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro hat das KIT eine herausragende Stellung in Karlsruhe, der Region, in Deutschland und auch international. Ein Schwerpunkt ist der Bereich Energieforschung, in dem das KIT eine führende Rolle in Europa ein- nehmen will. Um diesen Wettbewerbsvorteil auch für den Wirtschaftsstandort Karlsruhe nutzen zu können, wurden in den vergangenen Jahren zahl- reiche Netzwerke (Cluster) ins Leben gerufen. Wirt- schaft, Hochschulen und Forschungseinrichtungen bringen ihr Fachwissen in den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, wie zum Beispiel in der Infor- mations- und Kommunikationstechnologie sowie den Bereichen Automotive, Nanotechnologie oder Energie. Die Technologiefabrik Karlsruhe besteht seit 25 Jahren: 97 % der bisher über 260 betreuten Exis- tenzgründer haben erfolgreich den Schritt in die Selbständigkeit geschafft. Auch weiterhin wird sie Existenzgründern beratend bei der Entwicklung eines Unternehmens zur Seite stehen und somit in- novativen Geschäftsideen den nötigen Raum bieten. Dies ist ein Beitrag, gut ausgebildete Fachkräfte in der Region zu halten. In der Präsentationsreihe „Hochschulen im Rat- haus“ stellen sich die Institute oder Abteilungen der Hochschulen in regelmäßigen Abständen im Bürger- saal des Rathauses vor. Die Veranstaltungen richten sich an Lehrende und Studierende, vor allem aber an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Schülerinnen und Schüler der Stadt. Im Jahr 2009 waren das KIT – Zentrum NanoMikro und die Pädagogische Hoch- schule, Abteilung Chemie, im Rathaus zu Gast. Vom 10. August bis 4. September 2009 bot das KIT für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren die sieb- te „Karlsruher Kinder-Uni“ an. In acht Vorlesungen tauchten 4.000 Schülerinnen und Schüler in die Welt der Naturwissenschaft und Technik ein, 200 forschten in den Workshops mit. 23 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | IMAGE UND STADTJUBILÄUM 2015 3.2 Image und Stadtjubiläum 2015 Karlsruhe 2015. Wir zeigen, was in uns steckt. ZIEL Ein bunter Fächer von Ereignissen und Veranstal- tungen, einem 300. Stadtgeburtstag würdig, prägt Karlsruhe im Jahr 2015 und bleibt allen Menschen lange in Erinnerung. Das gesamte Jahr 2015 wird in der Stadt gefeiert werden, viele Institutionen präsentieren sich und ihre Beiträge in einem brei- ten Jubiläumsprogramm. Das Stadtjubiläum soll das Profi l und das Image der Stadt Karlsruhe mit seinen wesentlichen Themenfeldern überregional kommu- nizieren. Damit versteht sich das Stadtjubiläum als Entwicklungsinstrument für die Stadt. PROJEKTLEITUNG Stadtmarketing Karlsruhe GmbH BETEILIGTE Alle städtischen Ämter/Gesellschaften mit Bezug zu dem Stadtjubiläum, insb. das Leitprojektteam „Stadtjubiläum 2015“ (AfSta, Tourismus/KMK, KA, PIA, StPlA und SuS). Weitere Beteiligte: GBA, HA, KASIG, KSBG, KVVH, MA, Ortsverw., StADurl, SJB, SwK, Wifö, Zoo, Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Bürgerschaft, In- stitutionen/Unternehmen in Karlsruhe und Region, Landeseinrichtungen mit Liegenschaften/Gebäuden, IHK, Handwerkskammer, Regionalverbände, TRK, Vereine, Interessensgemeinschaften, Partnerstädte, sonst. Partner nat./intern. u.a. BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Erste Vorstellungen für das Stadtjubiläum 2015: 15.01.2008 Gemeinderat Einrichtung Gemeinderätliche Kommission „Stadt- jubiläum 2015“: 29.04.2008 Hauptausschuss Sitzungen Gemeinderätliche Kommission „Stadt- jubiläum 2015“: 23.06.2008, 28.01.2009, 19.03.2009, 12.11.2009 Sitzungen Leitprojektteam „Stadtjubiläum 2015“: 13.01.2009, 11.03.2009, 26.06.2009, 13.10.2009 VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Gründung des „Fördervereins Karlsruher Stadt- geschichte“ (Unterstützung des Instituts für Stadtgeschichte, z.B. bei einer neuen Chronik zum Stadtjubiläum): Juni 2007 Stadtgeburtstag: „Treffpunkt Süden – Eine Entdeckung wert!“: 20. – 22.06.2008 Karlsruhe, Innenstadt und Südstadt Workshops zu den Themenfeldern des Stadtju- biläums: 16.09.2009 (IT), 22.09.2009 (Sport), 24.09.2009 (Mobilität), 19.01.2010 (Energie) Forum „Stadtjubiläum 2015“: 28.01.2010 AKTUELLER STAND 2008 Stadtgeburtstag in der Innenstadt bis zum Haupt- bahnhof unter dem Motto „Treffpunkt Süden – Eine Entdeckung wert!“. Darstellung des Stadtraums mit besonderem Charakter, Flair und Charme als un- verzichtbares „Stück“ Urbanität des Oberzentrums Karlsruhe. Zudem herausragendes Beispiel für Inte- gration und gelebtes Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Erste Sitzung der Gemeinderätlichen Kommission 300 Jahre Karlsruhe – Stadtjubiläum 2015 – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | IMAGE UND STADTJUBILÄUM 2015 24 „Stadtjubiläum 2015“ im Juni 2008. Die Kommissi- on begleitet die Umsetzung des Leitprojekts „300 Jahre Karlsruhe – Stadtjubiläum 2015“. Sie hat zu- nächst die Leitprojekte des „Karlsruhe Masterplan 2015“ priorisiert (siehe Kap. 2). 2009 Die Stadtmarketing GmbH hat ein Grobkonzept für das Stadtjubiläum 2015 erarbeitet, welches mit der Gemeinderätlichen Kommission „Stadtjubiläum 2015“ abgestimmt wurde. Es gelten die folgenden acht Grundsätze für das Stadtjubiläum: Das Stadtjubiläum wird von den Bürgern getragen und hat von Anfang an klare und transparente Beteiligungsstrukturen für alle Bürger. Es versteht sich als Fest der Bürger und bezieht seine Authen- tizität aus der Beteiligung möglichst vieler lokaler Initiativen, Vereine, Stadtteile und Personen. Der Stadtgeburtstag bündelt die kulturellen, wis- senschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen und motiviert sie, in diesem Jahr besondere Akti- onen umzusetzen. Er bietet für diese Veranstal- tungen eine Marketingplattform. Das Stadtjubiläum soll das Profi l und das Image der Stadt Karlsruhe mit seinen wesentlichen The- menfeldern „Technologie“, „Kunst und Kultur“, „Demokratie und Recht“ sowie „Lebensqualität“ überregional kommunizieren. Damit versteht sich das Stadtjubiläum als Entwicklungsinstrument für die Stadt. Es orientiert sich nicht primär an ver- gleichbaren Veranstaltungen, sondern bezieht seine Kraft aus seiner Einmaligkeit. Das Stadtjubiläum soll an mindestens einem he- rausragenden, überregional bedeutsamen Projekt fi xiert werden. Das Stadtjubiläum soll sinnlich wahrnehmbar sein und Angebote für breite Zielgruppen enthalten. Das Stadtjubiläum ist Teil eines Prozesses, der auch über das Jahr 2015 hinaus reicht. Nachhal- tigkeit wird angestrebt. Das Stadtjubiläum soll Aufbruchsstimmung in die Zukunft verbreiten. Die Jahre 2010 bis 2015 bauen eine Spannung für das Stadtjubiläum auf; Projekte der Stadt, die Stadtgeburtstage 2011 und 2013 sowie Meilen- steine städtischer Großprojekte weisen auf das Stadtjubiläum 2015 hin. Für das Stadtjubiläum wird frühzeitig ein ange- messener Finanzierungsrahmen bereitgestellt. Dieser Rahmen wird den Zielgruppen zugeordnet. Damit wird Planungssicherheit geschaffen. Ab Herbst 2009 führt die Stadtmarketing GmbH zu den vier Themenbereichen Workshops mit Fachex- perten zur Ideengenerierung durch. AUSBLICK Die Beteiligung der Bürgerschaft wird Anfang 2010 in einem Forum „Stadtjubiläum 2015“ mit Vertre- tern aus allen gesellschaftlichen Bereichen beraten. Die Bürgerinnen und Bürger können sich an einem Ideenwettbewerb für das Stadtjubiläum beteiligen. Um die Öffentlichkeit über die Fortschritte insbe- sondere der wichtigsten baulichen Leitprojekte der Stadtentwicklung zu informieren, ist ab 2010 eine Kommunikationskampagne vorgesehen. Diese soll mittelfristig auf das Jubiläumsjahr hinführen (siehe Leitprojekt „Kommunikationsprozess Karlsruhe Ma- sterplan 2015“). Weitere Stadtgeburtstage fi nden in 2011 (Themen- schwerpunkt Mobilität) und 2013 statt. Um das vorhandene Know-how herausragender Karlsruher Akteure einzubinden, wird ab 2010 ein Kuratorium für das Stadtjubiläum einberufen. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/stadt/stadtmarketing/ strategische_themen/stadtjubilaeum_2015.de 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Stadtgeburtstag, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | IMAGE UND STADTJUBILÄUM 2015 25 Kommunikationsprozess „Karlsruhe Masterplan 2015“ ZIEL Kontinuierliche Information der Bürgerinnen und Bürger über die Leitprojekte des „Karlsruhe Master- plan 2015“, deren Stand, Fortschritt und Entwick- lung; Fortführung des begonnenen Dialogs. PROJEKTLEITUNG Amt für Stadtentwicklung BETEILIGTE Innovationsteam, Stadtmarketing, Wifö, PIA (in der Einzelumsetzung je nach Projekt weitere Projektbe- teiligte – Ämter/Gesellschaften) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ (Kommunikation 2015): 12.11.2009 VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG 1. Sachstandsbericht zum „Karlsruhe Masterplan 2015“ und Veröffentlichung des Berichts im Inter- net: Frühjahr 2008 AKTUELLER STAND In der Umsetzungsphase betreiben die Projektver- antwortlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu ihren jeweiligen Leitprojekten und sorgen – soweit sinnvoll und möglich – für eine angemessene Betei- ligung der Öffentlichkeit. Die einzelnen Leitprojekte werden je nach Umset- zungsstand auch in den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats und seinen Ausschüssen behandelt. 2008 Im April wurde dem Hauptausschuss der erste Sach- standsbericht zum „Karlsruhe Masterplan 2015“ vorgelegt. Er stellt einen wesentlichen Baustein des Kommunikationsprozesses dar. Des Weiteren wur- den die einzelnen Projektstände mit Stand vom Fe- bruar 2008 im Internet veröffentlicht. 2009 Erarbeitung des zweiten Sachstandsberichts zu den Leitprojekten des „Karlsruhe Masterplan 2015“. AUSBLICK Ab 2010 soll eine projektübergreifend gestaltete Kommunikation Bürger in Stadt und Region sowie auswärtige Besucher der Stadt über die baulichen und inhaltlichen Fortschritte der wichtigsten Leit- projekte auf dem Weg bis in das Jubiläumsjahr 2015 informieren. Bei den wichtigsten Leitprojekten handelt es sich derzeit insbesondere um den Zoo- logischen Stadtgarten, den Landschaftspark Rhein, den Kreativpark „Alter Schlachthof“, den Lichtplan, das Höfekonzept, die Stadtausstellung sowie die Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten. Klare Botschaften sollen den Be- trachter begeistern und auf dem Weg in ein Karls- ruhe der Zukunft mitnehmen. Diese Kommunikati- onskampagne führt bereits auf das Stadtjubiläum 2015 hin und soll auch dieses bewerben. Ende 2009 erfolgte eine beschränkte Ausschreibung, in der 16 Werbeagenturen aufgefordert wurden, konzeptio- nelle Vorschläge für eine Kampagne einzureichen. Nach einer Vorauswahl durch Verwaltungsvertreter und externe Fachleute wählt die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ in einer Sitzung am 4. März 2010 eine Konzeption für die Kampa- gne aus. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/rathaus/masterplan_2015 – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | IMAGE UND STADTJUBILÄUM 2015 26 Stadtgeburtstag, Foto: Monika Müller-Gmelin Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Das Stadtjubiläum 2015 soll genutzt werden, um die Qualitäten und Stärken der Stadt, die jüngst unterschiedliche Studien und Städterankings bestä- tigt haben (siehe Handlungsfeld „Wirtschaft und Arbeit“), auch überregional zu vermitteln (siehe Leitprojekt „300 Jahre Karlsruhe – Stadtjubiläum 2015“). Die Stadt führte 2009 eine Umfrage zum The- ma „Kultur und Stadtimage“ durch. Die Befragten wurden dabei gebeten, über ihr Kultur- und Freizeit- verhalten, über verschiedene kulturelle Angebote in Karlsruhe sowie über das Image der Stadt verschie- dene Fragen zu beantworten. Im Sommer 2010 lie- gen die Ergebnisse vor. Für die Internetseite www.karlsruhe.de wird ein neues Layout entwickelt. Es soll vermehrt Gäste der Stadt und Vertreter der Wirtschaft ansprechen. Eine größere Emotionalität und ein stärker werbender Charakter unterstreichen diese Vorgaben bei gleich- zeitig klarer Autorenschaft der Stadt Karlsruhe. Aus über 30 Vorschlägen wurde ein Layout ausgewählt. Die Umsetzung erfolgt zeitnah. 27 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 3.3 Kultur Karlsruhe 2015. Wir geben den Takt vor. ZIEL Mit einem jährlich durchzuführenden Kinder-Kultur- tag und weiteren innovativen Projekten aus allen re- levanten Bereichen neue Akzente in der kulturellen Jugendbildung setzen. Dabei werden Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern noch deutlicher als bisher eingebunden. PROJEKTLEITUNG Kulturamt / Kulturbüro und Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe (im jährlichen Wechsel) BETEILIGTE KiX: Unter Federführung des Kulturbüros sind über 40 Einrichtungen beteiligt: Staatstheater, Sandkornthe- ater, Werkraum Karlsruhe, Landesmuseum, Natur- kundemuseum, Staatliche Kunsthalle, SWR, BNN, Konservatorium, SJB – Abt. Kindertageseinrich- tungen + Kinderbüro, Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Städtische Galerie, Jugendkunstschule, Literarische Gesellschaft, KIT, Jubez, Stadtjugendausschuss mit MoBi, Soundtruck, Jugendhaus Durlach, Zirkus Maccaroni, ZKM, Tollhaus, HfM, Mal- und Musik- schulen, Filmboard, Landesmedienzentrum, freie Künstlerinnen und Künstler, weitere KinderCircusFestival: Unter Federführung des Stadtjugendausschusses e. V. Karlsruhe mit Tollhaus und freien Künstlerinnen und Künstler BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN KiX – Das Kulturfestival der Kinder und Ju- Kinder- und Jugend-Kultur gendlichen: 10.09.2008 nö. Kulturausschuss (Konzeptvorstellung), 16.02.2009 nö. Kulturaus- schuss (Programmvorstellung), 19.10.2009 nö. Kulturausschuss (Ergebnis 1. KiX) VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG KinderCircusFestival: 13. – 17.05.2008 Ostauepark KiX – Das Kulturfestival der Kinder und Jugend- lichen: 25. – 29.05.2009 Kreativpark „Alter Schlachthof“ AKTUELLER STAND 2008 Vereinbarung zwischen Kulturamt und Stadtjugend- ausschuss e. V., die Kinderkulturtage als gemein- sames Projekt mit allen wichtigen künstlerischen und kulturpädagogischen Partnern der Stadt zu ent- wickeln. Vom 13. bis 17. Mai 2008 fand das erste KinderCir- cusFestival im Ostauepark statt. 2009 Das Kulturfestival der Kinder und Jugendlichen (KiX) fand vom 25. bis 29. Mai 2009 unter dem Motto „Gerechtigkeit“ im Kreativpark auf dem Areal des Alten Schlachthofs statt. Das Festival wurde täg- lich von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren als kulturelles Fe- rienprogramm angeboten (Frühbetreuung möglich; Bildungsgutschein Karlsruher Pass ermöglicht freien Zugang; besonderes Angebot für behinderte Kin- – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 28 der). Die Kinder konnten in dieser Zeit verschiedene Workshops, Aufführungen, Mitmachstationen oder Schnuppernachmittage besuchen. Resonanz: An den freien Angeboten (Weltspieltag und Theate- raufführungen) nahmen 1.200 Kinder und an den Workshops täglich 180 Kinder teil. Für das Programm „Schule und Kultur“ stellt die Stadt im Schuljahr 2009 / 2010 rund 80.000 Euro für verschiedene Projekte zur Verfügung. AUSBLICK Das KiX fi ndet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem KinderCircusFestival Maccaroni statt. Es ist u.a. Bestandteil eines in der Erarbeitung be- fi ndlichen Konzepts zur Kinder- und Jugendkultur. Beim KiX soll jeweils ein anderes Thema ins Zentrum gerückt werden. Es wird angestrebt, andere künst- lerische und kulturpädagogische Elemente um das zentrale Thema anzusiedeln. Das vierte KinderCircusFestival fi ndet vom 22. bis 25. Mai 2010 im Ostauepark statt. WEITERE INFORMATIONEN – – – Eröffnung des Kulturfestivals der Kinder und Jugendlichen KiX, Foto: ONUK | Bernhard Schmitt KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 29 ZIEL Neuordnung der vorhandenen unterschiedlichen Ansätze der in die Jahre gekommenen Museen in Karlsruhe, Aufgreifen neuer Themen/Inhalte, Bün- delung und aktuelle didaktische Behandlung. PROJEKTLEITUNG Kulturamt BETEILIGTE EURegKA, Stadtplanungsamt, HGW, Stadtkämme- rei, Gartenbauamt, LA, Wirtschaftsförderung, ZKM, HfG, Uni, Fraunhofer, KIT, Stadtwerke KA, Schüler- akademie BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Empfehlung zur Erstellung einer Machbarkeits- studie: 07.02.2007 nö. Kulturausschuss Kenntnisnahme der Machbarkeitsstudie 20.02.2008 nö. Kulturausschuss 04.03.2008 nö. Hauptausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2008 Die Machbarkeitsstudie (Lab.KA) wurde dem Ge- meinderat vorgestellt. 2009 Im Rahmen des Europäischen Stadtbriefs wird das Konzept eines „Stadtmuseums der Zukunft“ erarbei- tet (siehe Leitprojekt „MIT RECHT. KARLSRUHE“). Die Nancyhalle wird seit Beginn des Jahres unter Fe- derführung des Kulturbüros erfolgreich mit Veran- staltungen der großen Karlsruher Kulturinstitutionen (z. B. Staatstheater, HfG) bespielt. Das weitere Vor- gehen hängt von politischen Entscheidungen ab. AUSBLICK Ziel ist es, ein zentrales, attraktives Museum als Ort der Kommunikation mit Platz für gesellschaftliche Diskussionen zu schaffen. Die Umsetzung ist abhän- gig von den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung beim „Stadtmuseum der Zukunft“ und von politischen Entscheidungen. WEITERE INFORMATIONEN – – – Neuordnung der Karlsruher Museumslandschaft Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais, Foto: Monika Müller-Gmelin – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 30 ZIEL Die in Deutschland unverwechselbaren Stärken Karlsruhes als Stadt des Rechts werden dauerhaft kommuniziert. So wird die Wertigkeit der Stadt nach innen vermittelt sowie nach außen national und in- ternational gestärkt. Die Umsetzung des Projekts leistet einen wichtigen Beitrag zur europäischen Wertediskussion. MIT RECHT. KARLSRUHE PROJEKTLEITUNG Kulturamt BETEILIGTE Hauptamt, städtische Kulturinstitute, Bundesverfas- sungsgericht, Bundesgerichtshof, Universität, ZKM, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Hochschule für Gestaltung, Partner für Kongress, Partnerstädte Bundesverfassungsgericht, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 31 BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Mit Recht. Karlsruhe – Sachstandsbericht (Karlsru- her Verfassungsgespräche, Karlsruher Gespräche des ZAK, Straße der Demokratie, ...): 21.11.2008 nö. Kulturausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2007 Ein erster Kongress mit weiterem kulturellem Rah- menprogramm hat in 2007 stattgefunden. 2008 Die „Straße der Demokratie“ ist ein Gemein- schaftsprojekt der Städte am Oberrhein unter Fe- derführung der Städte Karlsruhe und Offenburg. Die inhaltliche Ausrichtung orientiert sich an der Rechtstradition im deutschen Südwesten im „Vor- märz“. Die Erinnerung an die Demokratiegeschichte soll damit wach gehalten werden. Eine Zweitauf- lage des Reiseführers „Straße der Demokratie“ mit weiteren Städten in Rheinland-Pfalz und Baden- Württemberg ist in Vorbereitung. Um die „Straße“ auch touristisch zu vermarkten, wurde eine Firma beauftragt, unter Federführung von Kulturamt und KMK ein Tourismuskonzept (Busreisen, Internet- und Messeauftritte, ...) zu erarbeiten, das derzeit in der Umsetzungsphase ist. 2009 Im März wurde der Internetauftritt zur „Straße der Demokratie“ freigeschaltet (www.strasse-der- demokratie.eu). Neben Informationen zur Demo- kratie- und Revolutionsgeschichte im Südwesten werden die beteiligten Städte näher vorgestellt. Ein entsprechender Flyer steht ebenfalls zur Verfügung. Die Straße der Demokratie war auch ein Schwer- punktthema der zentralen Veranstaltung des Landes Baden-Württemberg anlässlich 60 Jahre Grundge- setz am 9. Mai 2009 in Karlsruhe, die gemeinsam mit dem Europatag auf dem Markplatz stattfand. Die Stadt Karlsruhe wurde im Mai 2009 in Berlin als „Ort der Vielfalt“ geehrt. Diese Auszeichnung ver- leiht die Bundesregierung an Kommunen, die sich im Kampf gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeind- lichkeit und Gewalt engagieren. Die „Karlsruher Ver- fassungsgespräche“ von Stadt und BVG, die Initia- tive „Europäischer Stadtbrief“ oder die „Straße der Demokratie“ sind nur einige Beispiele, die das vielfäl- tige Engagement der Stadt für das gesellschaftliche Miteinander, Recht und Demokratie zeigen. Auch mit der Veranstaltung „Karlsruhe zeigt Flagge gegen Rechts“ hat die Stadt unter großer Beteiligung un- terschiedlicher Gruppen im Jahr 2008 ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Karlsruhe wurde im Wissenschaftsjahr 2009 – For- schungsexpedition Deutschland zum Treffpunkt der Wissenschaft mit dem Thema „Herausforderung De- mokratie“ ernannt. Verschiedene Veranstaltungen zu diesem Thema boten den Bürgerinnen und Bür- gern die Möglichkeit, sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen: unter anderem eine Ausstellung namens „Wahlheimat“, eine Expertendebatte in der Nancy- halle oder Veranstaltungen zu „60 Jahre Grundge- setz“. AUSBLICK Gespräche zur nationalen Ausweitung des Stadt- briefs waren erfolgreich, der Europäische Stadtbrief ist ein wichtiges Projekt im Rahmen der Kulturhaupt- stadt Ruhr 2010. Zwölf Städte (die ehemaligen Be- werberstädte) beteiligen sich 2010 an einem Staffel- lauf, d.h. der Stadtbrief geht symbolisch von Stadt zu Stadt. Die jeweiligen Städte fügen eine Urkunde mit einer Kurzbeschreibung des jeweiligen Projekts in eine von Karlsruhe gestaltete Stadtbriefkassette. Themen der Städte sind beispielsweise Kinderkultur, Integration, Transformationsprozesse etc. In Karlsru- he werden die Themen „Stadtmuseum der Zukunft“ und „Zukunft der Stadtgestaltung“ (StPlA) behan- delt. Da das Projekt ein vorbildliches Städtenetzwerk ist und mit der Kulturhauptstadt 2010 verknüpft ist, ist ein großes mediales Interesse für den Stadtbrief zu erwarten. Außerdem werden die Europäischen Kulturtage Bu- dapest/Pécs in Essen durch Plakate und Programm- hefte vorgestellt. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/kultur/kulturprojekte/ mitrechtkarlsruhe www.strasse-der-demokratie.eu – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 32 ZIEL Kultur im Rahmen von naturwissenschaftlicher Bil- dung und Erlebniswelt. PROJEKTLEITUNG Kulturamt BETEILIGTE Stadtplanungsamt, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie Finanzministerium des Landes Baden-Württemberg, Landesbetrieb Vermö- gen und Bau Baden-Württemberg BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – Wiederaufbau der Kuppel des Naturkundemuseums als Planetarium AKTUELLER STAND 2008 Mai 2008: Das Land Baden-Württemberg beabsich- tigt, ab 2009 schrittweise Sanierungsmaßnahmen am Naturkundemuseum durchzuführen. 2009 In Hagsfeld soll für zehn Millionen Euro der Neubau eines Magazins für die Badische Landesbibliothek entstehen. Der derzeit von der Landesbibliothek be- legte Westfl ügel des Naturkundemuseums könnte dann bis 2012 geräumt und anschließend mit des- sen Sanierung begonnen werden. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage beim Land Baden-Württemberg sowie bei der Stadt Karlsruhe ist der nicht dringend erforderliche Wiederaufbau der Kuppel in den nächsten Jahren nicht vorgese- Naturkundemuseum, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 33 hen. Zudem wurde das Projekt bei der Priorisierung durch die Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubi- läum 2015“ (siehe Kap. 2) als unwichtig bewertet. Vorrang hat die Erweiterung des Naturkundemuse- ums im Westfl ügel des Gebäudes. AUSBLICK Im Jahr 2015 hat das Naturkundemuseum im West- fl ügel Platz für Sonderausstellungen. WEITERE INFORMATIONEN – – – ZIEL Karlsruhe als internationale Museumsmetropole; den hohen Qualitätsstandard und die Angebotsviel- falt sichern und ausbauen; bestehende Museums- landschaft attraktiv ergänzen. PROJEKTLEITUNG Kulturamt BETEILIGTE Bürgermeister, Amtsleitung und Sonderbeauftragte, Fachberater nach Absprache, ggf. Partner in Russ- land (Eremitage) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – Einrichtung einer Zweigstelle der St. Petersburger Eremitage AKTUELLER STAND Da das Leitprojekt bei der Priorisierung durch die Ge- meinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ als unwichtig bewertet wurde (siehe Kap. 2), wird das Leitprojekt derzeit nicht weiterverfolgt. KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | KULTUR 34 Ein Markenzeichen von Karlsruhe ist sein breitge- fächertes Kulturangebot. Mit Blick auf das Stadtjubi- läum 2015 gilt es, dieses hohe Niveau zu halten und weitere Highlights zu setzen. Der 2. Kulturwirtschaftsbericht „Kultur und Wirt- schaft in Stadt und Region“ zeigt, dass die Kultur auch als wachsender Wirtschaftssektor anzusehen ist: 3,8 % der umsatzsteuerpfl ichtigen Unternehmen, 2,0 % der sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten sind in der Kulturwirtschaft tätig, ihr Umsatzanteil liegt bei 0,5 %. Die Konversion des Alten Schlachthofs in einen Kreativpark soll unter anderem Abgängerinnen und Abgängern der Karlsruher Hochschulen sowie jungen Kreativschaffenden die Möglichkeit bieten, in Karlsruhe im kreativen Bereich eine Existenz zu gründen. Die TechnologieRegion Karlsruhe stellt die Kultur als Imagefaktor stärker in den Vordergrund. Die Zu- sammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur wird weiter intensiviert. Ein Konzept zur Förderung der Kreativwirtschaft in Karlsruhe wurde erstellt und im Rahmen des Creativity World Forums am 3. Dezem- ber 2009 öffentlich präsentiert. Teil des Konzeptes ist u.a. die Einrichtung einer Kreativfabrik in Form eines Gründerzentrums, das junge Kreative auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützt. Mit der Neuorganisation des städtischen Kul- turamtes im Jahre 2008 wurde das Kulturbüro als zentrale Förder- und Beratungsstelle für die instituti- onellen und freien Kulturakteure in der Stadt sowie für Veranstaltungen in Kooperation mit den Kultur- institutionen in der Stadt geschaffen. Zum 25. Mal fand 2009 in der Günther-Klotz- Anlage „Das Fest“ statt. An den drei Tagen kamen ca. 350.000 Besucher auf das Festival-Gelände. Die nach Umfragen beliebteste Veranstaltung in Karls- ruhe mit nationaler Ausstrahlung wurde Ende 2009/ Anfang 2010 konzeptionell neu aufgestellt. Träger sind nunmehr die Karlsruher Messe- und Kongress- GmbH, der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe und private Unternehmen. Ferner wurde ein Förderver- ein gegründet, um das beispielhafte Engagement der Bevölkerung für die Rettung des „Festes“ auf- zunehmen. Die Stadt führte 2009 eine Umfrage zum The- ma „Kultur und Stadtimage“ durch. Die Befragten wurden dabei gebeten, über ihr Kultur- und Freizeit- verhalten, über verschiedene kulturelle Angebote in Karlsruhe sowie über das Image der Stadt verschie- dene Fragen zu beantworten. Im Sommer 2010 lie- gen die Ergebnisse vor. Ausstellung im ZKM, Foto: Monika Müller-Gmelin Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 35 3.4 Miteinander Karlsruhe 2015. Bei uns haben alle eine Chance. ZIEL Bedarfsgerechtes und qualifi ziertes Angebot für Kin- der in Tageseinrichtungen und Tagespfl ege mit ein- heitlichen Gebühren. PROJEKTLEITUNG Sozial- und Jugendbehörde BETEILIGTE SPC, GW, HBA, LA, GBA, StPlA , AfSta, Büro für Inte- gration, Freie Träger, Elternvertretungen, Leitungen von Tageseinrichtungen, Tagespfl ege, Ausländerbei- rat, Behindertenbeirat, Unternehmensvertretung, PH, Fachschulen für Sozialpädagogik, Stiftungen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Richtlinie der Stadt zur Förderung von KiTas und Kinderkrippen freier Träger sowie BetriebsKiTas/ -krippen: 07.05.2008 Jugendhilfeausschuss, 10.06.2008 Gemeinderat Neufassung der Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förderung von Kindertagesstätten und Kin- derkrippen: 17.06.2009 Jugendhilfeausschuss, 23.06.2009 Gemeinderat Grundsätze der Stadt Karlsruhe über die Gewäh- rung von Zuschüssen zum Bau und Umbau von KiTas und Kinderkrippen: 07.05.2008 Jugendhilfeausschuss 10.06.2008 Gemeinderat 27.11.2008 Jugendhilfeausschuss 16.12.2008 Gemeinderat Jugendhilfeplanung: Ausbau der Angebote für Bildung und Betreuung Teilprojekt A: Tageseinrichtungen und Tagespfl ege Vorschulkinder in Tageseinrichtungen: 24.09.2008 Jugendhilfeausschuss 21.10.2008 Gemeinderat Konzept zur Erkundung und Unterstützung von Unternehmen bei der Einrichtung von betrieb- lichen Kindergärten und Kindertageseinrich- tungen: 19.05.2009 Gemeinderat Kindertagesstätte Obere Setz (Neubau), Europä- ische Schule (Neubau KiTa), Schulkindergarten Albschule/KiTa (Neubau): 24.10.2008 nö. Bau- ausschuss, 04.11.2008 nö. Hauptausschuss Vergabe der Trägerschaft an drei neue Einrich- tungen und Vergabe der Trägerschaft „Heilpäda- gogischer Fachdienst“: 17.06.2009 Jugendhilfeausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2008 Der Gemeinderat hat am 13. Dezember 2005 die Umsetzung des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) beschlossen. Seither wird ein bedarfsge- rechtes, qualitatives Angebot für Kinder unter drei Jahren schrittweise ausgebaut. 2008 lag die Versor- gungsquote der unter 3-Jährigen bei 24 %. Mit der Novellierung des SGB VIII durch das „Kinder- förderungsgesetz (KiFöG)“ wird es ab August 2013 einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in Tageseinrichtungen und Tagespfl ege ab dem 1. – – – – – – 36 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER Lebensjahr geben. Für Kinder unter einem Jahr sol- len weiterhin bedarfsgerecht Plätze entsprechend den jetzigen Kriterien des TAG (objektivrechtliche Verpfl ichtung) vorhanden sein. Der Gemeinderat beschloss deshalb 2008 in den nächsten fünf Jahren einen jährlichen Ausbau von rund 280 Plätzen. Ab 2006/2007: Einrichtung eines ämterübergreifen- den Jour fi xe „KiTa-Projekte“ durch zuständigen Bür- germeister zur Umsetzung eines bedarfsgerechten Angebots an Kindertageseinrichtungen (50 Pla- nungsprojekte und Standorte in Bearbeitung). Betei- ligung von Unternehmen wie Siemens, Michelin, der PSD-Bank mit der „Stiftung Aufwind“, VBK u. a. am Ausbauprogramm. Anfang 2008 wurde beispiels- weise ein Vertrag über die Errichtung einer neuen Kindertagesstätte unter Beteiligung von EnBW und VBK (Eröffnung 2009) unterzeichnet. Die Firmen er- werben durch einen Investitionszuschuss oder die Bereitstellung von Grundstücken Belegrechte für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ausschreibung neuer Einrichtungen unter den freien Trägern der Jugendhilfe unter Vorgabe qualitativer Kriterien im Hinblick auf innovative Bildungskon- zepte; Vergabe durch Jugendhilfeausschuss. Schritt- weise Umsetzung des vom Jugendhilfeausschuss beschlossenen Konzepts zur Integration behinderter Kinder. Drei neue integrative Einrichtungen sind in Planung bzw. im Bau. Erarbeitung eines Rahmenkonzepts für den wei- teren stadtteilspezifi schen Aus- und Umbau gemäß Auftrag des Jugendhilfeausschusses. Parallel dazu haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass bis 2013 für jedes dritte Kind im Alter von 0 – 3 Jahren ein Platz geschaffen werden soll. Um die Be- darfsquote von 35 % in Karlsruhe zu erreichen, wer- den rd. 1.000 weitere Plätze für diese Altersgruppe bis 2013 benötigt. Mit der Finanzierung neuer Projekte im Rahmen des Doppelhaushalts 2009/2010 wird wohn- und arbeitsnah eine Infrastruktur für in Karlsruhe woh- nende oder arbeitende Eltern ausgebaut. Gleichzei- tig werden ca. 250 neue Personalstellen für Fach- kräfte geschaffen. Einbindung eines fortzuschreibenden, zukunftsori- entierten und bedarfsgerechten Gesamtkonzepts „Bildung und Betreuung“ in eine Organisationsun- tersuchung im KiTa-Bereich. Der Gemeinderat stimmte am 10. Juni 2008 den geänderten Richtlinien der Stadt Karlsru- he für die Förderung von Kindertageseinrich- tungen und Kinderkrippen freier Träger sowie Be- triebskindertagesstätten/-krippen zu. 2009 Das Kinderförderungsgesetz (KiFöG) trat in Kraft, mit dem ab Mitte 2013 der Rechtsanspruch für Kin- der ab einem Jahr und darunter eingeführt wird. Ab dem Frühjahr 2009 gibt es einheitliche Anmelde- und Vergabestichtage für Plätze zum neuen Kinder- gartenjahr in Kindertageseinrichtungen (KiTa), da- mit Eltern frühzeitig Klarheit über die Aufnahme von Kindern in einer KiTa erhalten. An diesem Verfahren beteiligen sich neben dem städtischen Träger, den Betreuung in einer Kindertagesstätte, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 37 beiden konfessionellen Trägern und der AWO auch andere freie Träger. Der Gemeinderat stimmte am 23. Juni 2009 der Neufassung der Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förderung von Kindertagesstätten und Kinder- krippen zu. Diese musste aufgrund der Einführung bzw. Änderung gesetzlicher Grundlagen neu gefasst werden. Bis 2009 wurden sechs KiTa’s unter Beteiligung von Unternehmen eingerichtet. In der Umsetzungspha- se befi nden sich weitere fünf KiTa’s mit Unterneh- mensbeteiligungen bzw. Betriebskindertagesstätten (Mittel im Doppelhaushalt 2009/2010). Im Auftrag des Pfl egekinderdienstes qualifi ziert die Volkshochschule elf Teilnehmerinnen und Teilneh- mer für die Tagespfl ege von Kindern. Neben den Kindertageseinrichtungen ist die Kindertagespfl ege ein wichtiges Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Die Nachfrage nach Tagesmüttern und -vätern ist nach wie vor groß. Die Stadt wird eine Organisationsuntersuchung für Kindergärten in Auftrag geben. Mit ihr sollen Fragen der Qualitätsverbesserung und trägerübergreifende Qualitätsstandards geklärt sowie untersucht wer- den, ob und wie die Organisation in Einrichtungen optimiert und ein einheitliches Anmeldeverfahren für alle Träger eingeführt werden kann. Im Rahmen des Ausbaus werden bis Ende 2010 wei- tere KiTa‘s mit rund 500 neuen Plätzen für Kinder unter drei Jahren in Betrieb gehen. AUSBLICK Bedarfsgerechtes, qualifi ziertes Angebot für Kinder von 2 Monaten bis 14 Jahre. Bis 2015 werden Plät- ze, die einer Bedarfsquote von 40 % entsprechen, für unter 3-Jährige umgesetzt. Zentrale integrative Einrichtungen in jedem Stadtteil. Innovative Bil- dungskonzepte und Bildungseinrichtungen, die die Förderung und Teilhabe aller Kinder ermöglichen. Mit der Ausbauliste für den Haushalt 2011/2012 wird die Zahl der Plätze in Kindertageseinrichtungen für Kinder unter 3 Jahren stadtteilbezogen weiter ausgebaut. Mit jährlichen Ausbauschritten (ca. 280 Plätze/Jahr) wird die Kapazität von 1.195 Plätzen Ende 2007 auf mindestens 2.595 Plätze im Jahr 2013 erhöht. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/fb4/personengruppen/kinder KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 38 ZIEL Bedarfsgerechte und qualifi zierte öffentliche Betreu- ungsangebote für Kinder und Jugendliche von 6-14 Jahren an Schulen. PROJEKTLEITUNG Schul- und Sportamt BETEILIGTE SJB, StJA, Kons, Juks, GW, GEB, geschäftsführende Schulleiter, SSA, Schulleitungen, PH, Beirat für Men- schen mit Behinderungen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Ausbau des Hortangebotes 2008: 07.05.2008 Jugendhilfeausschuss 27.05.2008 nö. Personalausschuss 10.06.2008 Gemeinderat Bildung und Betreuung Teilprojekt B: Schulen Ausbau des Hortangebotes 2009/2010: 27.11.2008 Jugendhilfeausschuss (Empfehlung) 13.01.2009 nö. Personalausschuss (Empfehlung) 27.01.2009 Gemeinderat 04.03.2009 Gemeinderat Nachmittagsbetreuung und Mittagessen an Schulen/Aufstockung des Schulhilfefonds für Mittagessen: 21.04.2009 Gemeinderat Schülerhort Nordstadt (Erweiterung und Sanie- rung), Goethe-Gymnasium (Neubau für Ganzta- geseinrichtung mit Unterrichtsräumen), Fichte- Gymnasium (Erweiterung Brückenbau), Schulen im Beiertheimer Feld (Naturwissenschaftliche Räume im Winkelbau 2. OG / Sanierung): 24.10.2008 nö. Bauausschuss 04.11.2008 nö. Hauptausschuss Nebenius-Realschule (Ausbau zur offenen Ganz- tagsschule zum laufenden Schuljahr 2009/2010 Ergänzende Betreuung von Schülerinnen und Schülern, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe – – – – – für die Klassenstufen 5 und 6): 04.03.2009 Schulbeirat, 17.11.2009 Gemeindrat Aufstellung eines Bebauungsplans „Flächen für Kirche und Bildung an der Rhode-Island-Allee“ (Erweiterung Schülerhort): 10.03.2009 Gemeinderat Neue Schule Südstadt-Ost: 10.03.2009 Gemeinderat Angebot eines warmen Mittagessens in Betreu- ungsgruppen bis 14:00 Uhr an Gartenschule und GHS Daxlanden: 09.11.2009 Schulbeirat GHS Grötzingen (Einrichtung einer Ganztags- grundschule): 09.11.2009 Schulbeirat, 17.11.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Elternforum Nordstadt: 22.04.2008 Planungsworkshop Nordstadt: 22.06.2008 Informationstag Ganztagsschule in Zusammen- arbeit mit dem Staatlichen Schulamt: 13.03.2009, Europahalle Zukunftswerkstatt Karlsruhe: Ganztagsschule 2015 – Herausforderungen, Visionen, Umset- zungen: 10. – 11.07.2009 Karlsruhe, Europahalle Bundeskongress des Ganztagsschulverbandes GGT e.V. – Ganztagsschule – Motor der Schulre- form – mit Unterstützung der PH und der Stadt Karlsruhe: 11. – 13.11.2009, PH Karlsruhe, Campus Moltkestraße AKTUELLER STAND 2008 Initiation einer Arbeitsgruppe mit städtischen Insti- tutionen für den Schulkindbereich mit dem Ziel, bis zum ersten Halbjahr 2008 eine Konzeption für die Vernetzung und den Ausbau der Betreuungsange- bote zu erarbeiten. Vorstellung der Ergebnisse in den städtischen Gremien (Schulbeirat und Jugend- hilfeausschuss) vorgesehen. Vorschlag an Gemeinderat: Erprobung von Vernet- zungsmöglichkeiten in einem Stadtteil. Aufgrund der besonders vielfältigen vorhandenen Strukturen und des entsprechenden Bedarfs wurde hierfür die Nordstadt ausgewählt. Im Frühjahr 2008 erfolgte eine Bestandsaufnahme sowie ein Workshop der beteiligten Institutionen, ein Elternforum und ein KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 39 – – – – – – – – – Planungsworkshop unter Beteiligung der Bürger- schaft. Seit der Beschlussfassung des „Karlsruhe Masterplan 2015“ am 23. Januar 2007 wurden an folgenden Schulen Ganztageseinrichtungen geschaffen: Grundschulen: Weinbrenner-Grundschule, Hans-Thoma-Grundschule (www.htsk.de), Werner-von-Siemens-Grundschule. Grund- und Hauptschulen: Südend-Grund- und Hauptschule (www.suedendschule.de). Realschulen: Nebenius-Realschule. Gymnasien: Kant-Gymnasium (www.kantgymnasium.de), Max-Planck-Gymnasium (www.mpg-ka.de), Humboldt-Gymnasium (www.humboldt-gymnasium-karlsruhe.de), Gymnasium Neureut (www.gyneu.ka.bw.schule.de), Lessing-Gymnasium (www.lessing-gymnasium-karlsruhe.de), Fichte-Gymnasium (www.fi chte-gymnasium.de), Goethe-Gymnasium (www.goethe-gymnasium-karlsruhe.de). Einrichtung eines ganztägigen, bilingualen fran- zösischen Grundschulzugs an der Werner-von-Sie- mens-Schule (neue pädagogische Ansätze), zum Schuljahr 2009/2010. Erprobung jahrgangsge- mischter Klassen in den Klassenstufen 3 und 4 an der Schloss-Schule. Der Gemeinderat beschloss am 10. Juni 2008 den Ausbau des Hortangebots im Umfang von rund 260 Plätzen zum Schuljahr 2008/2009. 2009 Der Gemeinderat beschloss am 27. Januar 2009 den Ausbau des Hortangebots für Schulkinder im Umfang von rund 265 Plätzen zum Schuljahr 2009/2010. Bis 2010 stehen damit 2.090 Hortplätze zur Verfügung. – – – – – – – – – – – – Im Doppelhaushalt 2009/2010 werden jeweils 240.000 Euro für die Nachmittagsbetreuung und die Versorgung der Schüler mit Mittagessen für fünf Schulen, die keine Ganztagsschule sind, bereitge- stellt. An zehn Schulen wurde bei den Eltern der Kinder in Betreuungsgruppen der Bedarf eines warmen Mit- tagessens erfragt. Der Mindestbedarf von 20 Kin- dern besteht an Gartenschule und GHS Daxlanden. Dort soll zum 1. Januar 2010 ein Mittagessen in Be- treuungsgruppen bis 14 Uhr angeboten werden. Des Weiteren stehen im Schulhilfefonds für die Jah- re 2009/2010 jeweils 150.000 Euro zur Verfügung, um Kindern aus sozial benachteiligten Familien ein warmes Mittagessen in Schulen und Horten zu er- möglichen. Im Rahmen eines gemeinsam von Staatlichem Schulamt und Schul- und Sportamt organisierten Informationstages zum Thema Ganztagsschule hat- ten am Ausbau ihrer Schule interessierte Schulleiter Karlsruher Schulen Gelegenheit, sich über Voraus- setzungen, Vorgehen und bestehende Unterstüt- zungssysteme zu informieren. Vertiefen und erste Ansätze für ein Konzept zum Ausbau ihrer Schule zur Ganztagsschule konnten diese Schulleitungen im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Ganztagsschule 2015“ erarbeiten, an der 120 Teilnehmer aus dem Bereich Schule teilnahmen. Die Veranstaltung wurde von der Pädagogischen Hochschule, der Stadt und dem Staatlichen Schulamt organisiert. Diskutiert wurde über die Weiterentwicklung der Ganztags- schule und wie die Ideen und Visionen umgesetzt werden können. Mit Unterstützung der Stadt fand in Karlsruhe der Bundeskongress des Ganztagsschulverbandes GGT e.V. statt. 26 praktizierende Ganztagsschulen in Karlsruhe und Umgebung öffneten im Rahmen des Kongresses die Tore für Besuchergruppen. Die Teil- nehmer konnten sich in der direkten Begegnung ein eigenes Bild von der Praxis vor Ort machen, Fragen stellen und Anregungen mitnehmen. Darüber hi- naus konnten Erfahrungen, Ideen und Impulse für KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 40 die Weiterentwicklung der Ganztagsschule in Prak- tikergesprächen, Workshops und Arbeitskreisen er- arbeitet und gesammelt werden. Karlsruhe hat aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes eine Bildungspauschale in Höhe von 13,7 Millionen Euro erhalten. Mit dem Betrag werden 31 städtische Maßnahmen und vier Maßnahmen von privaten Trägern realisiert. Bei den Maßnahmen handelt es sich überwiegend um energetische Ge- bäudesanierungen. Ein wichtiger Baustein im Gesamtbildungskonzept des Landes Baden-Württemberg zum Ausbau ganz- tägiger Betreuungsangebote ist das Jugendbeglei- ter-Programm. Seit Februar 2006 stellt das Land im Rahmen dieses Programms Fördergelder zur Verfü- gung, um Kooperationen mit ehrenamtlichen, au- ßerschulischen Lernpartnern zu entwickeln und zu erproben. Die Stadt Karlsruhe stockt den Förderbe- trag des Landes noch einmal um 50 % auf. Inzwi- schen nehmen 31 allgemein bildende Schulen in Karlsruhe an dem Programm teil. Ganztägige Angebote an Schulen werden auch über Kooperationsmittel ausgebaut. Für den Bereich Sport stehen pro Jahr 100.000 Euro zur Verfügung. Die Schulen beantragen für einzelne Kooperationspro- jekte mit Sportvereinen entsprechende Mittel. Eine Jury entscheidet über die Vergabe. Die Angebote reichen von der Vermittlung einzelner Sportarten über Integrationsprojekte bis zur Gewaltprävention durch Bewegungserfahrung. AUSBLICK 1. Bedarfsgerechter Ausbau der Betreuungsange- bote an Schulen. Bis zu 1/3 Ganztagsplätze an all- gemein bildenden Schulen. 2. Gebührenfreiheit in der Ergänzenden Betreuung. 3. Schulgebäude sind saniert. 4. Verbindliche Standards der DGE für alle Lieferanten. 5. Neue Bildungskonzepte werden von der Stadt Karlsruhe unterstützt. WEITERE INFORMATIONEN – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 41 ZIEL Mangelnde Qualifi kationen weisen auf einen Ergän- zungsbedarf zur schulischen Ausbildung hin. Karlsru- he führt alle Akteure in diesem Feld zusammen und lässt ein Konzept für ein ergänzendes Bildungs- und Qualifi zierungsprogramm zur zukünftigen Übernah- me möglichst aller Haupt- und Sonderschulabgän- gerinnen und -abgänger erarbeiten. PROJEKTLEITUNG Stadtjugendausschuss e.V. BETEILIGTE Wifö, AFB, SJB - JAL - SoDi, ARGE, SSA, SuS, IHK, HWK, Gesamtelternbeirat (GEB), PH, Verein für Ju- gendhilfe, Kreishandwerkerschaft, andere BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Fachtag in der Nordstadt unter Beteiligung der Schulämter, Landkreis, IHK: 09.04.2008 Girls’ and Boys’ Day: 24.04.2008, 23.04.2009 Berufsinformation im Handwerk für Schülerinnen und Schüler: 11.03.2009 „Fit für den Job? – Bildungsübergänge verant- wortungsvoll gestalten“: 25.11.2009 AKTUELLER STAND 2008 Start eines Projekts zum Schuljahr 2007/2008 zur nachhaltigen Berufsorientierung und Entwicklung der Berufskompetenz in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Im ersten Baustein (Entwicklung von Sozialkompetenz) haben 100 Karlsruher Schü- ler/innen aus 9 Schulen teilgenommen. Im zweiten Baustein (praktische Projekte zur Berufsorientierung) von Januar bis Juli 2008 wurden 25 Projekte ange- boten. Vorbereitung der besseren Integration von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in den Arbeitsprozess Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler, Foto: Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 42 Schwerpunkt für 2008 in Zusammenarbeit mit inter- disziplinären Gremien: Übergang von Schule – Be- ruf im Netzwerk mit der Wirtschaft. Die Fachgruppe „Netzwerk Übergang Schule – Beruf“ bereitet für das Jahr 2008 einen Fachtag Jugendarbeit – Schule – Wirtschaft („Verantwortung übernehmen, Über- gänge gestalten“) vor. Zu diesem Fachtag soll eine Sammlung aller Angebote der örtlichen Träger im Bereich „Übergang Schule – Beruf“ vorliegen. Als Vorreiter für das gesamte Land Baden-Württem- berg hat die IHK Karlsruhe das Projekt „Wirtschaft macht Schule“ gestartet. Bis Ende 2009 soll jede Schule im Einzugesgebiet der TechnologieRegion einen Partner aus der Wirtschaft an seiner Seite haben, um die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben zu stärken und den Schülern die Berufs- orientierung zu erleichtern (Stand Juni 2009: 100 Kooperationen). 2009 In Karlsruhe gibt es eine Vielzahl von Akteuren, die ein ergänzendes Bildungs- und Qualifi zierungspro- gramm für Schulabgängerinnen und Schulabgänger anbieten. Daher wurde zunächst eine Bestandsauf- nahme der vielfältigen Aktivitäten in diesem Bereich durchgeführt. Ziel ist es, die bestehenden Angebote zu vernetzen. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft bietet ein „MINToring“-Projekt an. MINT steht für Mathe- matik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Karlsruher Studierende geben dabei Schülerinnen und Schülern aus Karlsruhe und der Region Einblicke in die genannten Studienfächer, um sie dafür zu be- geistern bzw. ihnen diese näher zu bringen. Die Fakultät für Physik der Universität hat im Juli 2009 ein Physiklabor für Schüler eingerichtet. Das Angebot richtet sich insbesondere an Physikkurse und einzelne besonders interessierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Besuchstag und Be- suchsdauer können individuell vereinbart werden. Ziel ist es, das Interesse für ein ingenieur- oder na- turwissenschaftliches Studium zu wecken. Am 25. November 2009 fand im Jubez die Veran- staltung „Fit für den Job? Bildungsübergänge ver- antwortungsvoll gestalten“ statt. Die gemeinsame Veranstaltung des Jugendzentrums Karlsruhe, des Stadtjugendausschusses, des Landkreises Karlsruhe, der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe, der HWK und der IHK setzte sich mit der Situation des Ausbil- dungsmarkts in Zeiten der Finanz- und Wirtschafts- krise auseinander. AUSBLICK In 2010 geht es im Wesentlichen darum 1) das Bisherige fortzusetzen bzw. die Förderung über 2010 hinaus abzusichern und 2) die umfangreichen Maßnahmen und vielfältigen Träger noch besser zu vernetzen und in einem ge- meinsamen Gesamtkonzept zu bündeln. Im Frühjahr 2010 ist ein Workshop mit allen betei- ligten Akteuren zur Entwicklung eines gemeinsamen, abgestimmten Vorgehens geplant. Dabei sollen er- ste gemeinsame Konzepte entworfen werden, die im Laufe des Jahres modifi ziert und zur Beschlussrei- fe geführt werden sollen. Die Entwicklung eines ab- gestimmten Gesamtkonzeptes läuft im Hintergrund neben der Fortführung der Einzelveranstaltungen wie sie in 2009 bereits durchgeführt wurden. Für die bessere Kommunikation mit den Adressaten zum Thema „Übergang Schule – Beruf“ wird eine An- lauf- und Kontaktstelle am Kronenplatz geschaffen. Die vom Land geförderten Programme „Individuelle Lernbegleiter“ und „Jugendbegleiter“ sollen in Ab- stimmung mit dem Kultusministerium weiterentwi- ckelt werden. Hier werden die Stadt, der Landkreis und das Staatliche Schulamt Hand in Hand vorge- hen. Die Integration des Projektes „BEO“ in die Konzept- entwicklung der Werkrealschule wird geprüft. Weitere Veranstaltungen in 2010: Girls‘ und Boys’ Day, Werkstattcamp (HWK), Aktionen im Rahmen des Programms „Wirtschaft macht Schule“ (HWK und IHK), dezentrale und zentrale Veranstaltungen zum Thema „Übergang Schule-Beruf“ (STJA) und „Mitmachen Ehrensache“ (6. Dezember 2010). WEITERE INFORMATIONEN www.jaka-ka.de www.girls-day.de KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 43 ZIEL Chancengleichheit und Teilhabe von Zuwande- rinnen und Zuwanderern in allen Bereichen des ge- sellschaftlichen Lebens. PROJEKTLEITUNG Sozial- und Jugendbehörde, Büro für Integration BETEILIGTE Alle städtischen Ämter und Dienststellen (AfSta – Aktivbüro, POA, Schul- und Sportamt), politische Gremien, alle im Bereich Migration tätigen Orga- nisationen und Institutionen, Bürgervereine/Sport- und Kulturvereine BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN „Karlsruher Leitlinien zur Integration von Zu- wanderinnen und Zuwanderern“: 13.02.2008 Ausländerbeirat, 23.09.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Elf Präsentations- und Diskussionsabende in den Stadtteilen zum Entwurf der „Karlsuher Leitlinien zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwan- derern“: in 2007, u.a. in der Ost- und Südstadt, Oberreut, Durlach und Mühlburg Beschluss des Forums Ehrenamt zur Durchfüh- rung des kommunalen Entwicklungsbausteins „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements“: 10.01.2007 Durchführung einer Fachveranstaltung zum The- ma „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaft- lichen Engagements“: 14.05.2007 Durchführung einer Befragung unter den gemein- nützigen und ehrenamtlichen Organisationen über deren Aktivitäten und Unterstützungsbedarf in Bezug auf deren Integrationsleistungen, Be- richterstattung im Forum Ehrenamt: 27.02.2008 Durchführung des Workshops für gemeinnützige Konzept für die gezielte Integration von Migrantinnen und Migranten – auch bei Stadtteilfesten und Veranstaltungen Fest der Völkerverständigung, Foto: Roland Fränkle – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 44 und ehrenamtliche Organisationen zum Thema interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements: 06.03.2009 Fortbildungsangebote für Bürgermentoren und Lesepaten zum Thema interkulturelle Kompetenz: in 2009 AKTUELLER STAND 2007 Sitzung Ausländerbeirat am 19. Oktober 2007: Dar- stellung Sachstand und Präsentation zweiter Ent- wurf der „Karlsruher Leitlinien zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern“. Am 12. Dezem- ber 2007: Kurzbericht zu diesen Leitlinien. 2008 Sachstandsbericht im Ausländerbeirat am 13. Febru- ar 2008. Vorberatung der „Karlsruher Leitlinien zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern“ und Erläuterung Zwischenstand in der Sitzung des Ausländerbeirats am 18. Juni 2008. Verabschiedung im Gemeinderat am 23. September 2008. 2009 An der Veranstaltung des Aktivbüros „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements“ am 6. März 2009 nahmen rund 80 Personen teil. Dabei zeigte sich, dass bereits vergleichsweise viele Funk- tionsträger in Vereinen einen Migrationshintergrund haben, an erster Stelle in Kulturvereinen, aber auch in Vereinen mit Umweltthemen, Migrantenvereinen und kirchlichen Vereinen. Trotzdem sind die Ange- bote zur Integration von Menschen mit Migrations- hintergrund vergleichsweise gering. Die Ursachen sollten vertieft hinterfragt werden. Außerdem wurde vorgeschlagen, die Frage der Teil- nahme von Migrantenvereinen an Stadtteilveranstal- tungen ergänzend in einem Kooperationsgespräch mit den Bürgervereinen anzusprechen. AUSBLICK Umsetzung der Leitlinien in den Folgejahren, insbe- sondere auch Einbezug der Bürgerschaft in die ein- zelnen Aktivitäten der Stadtteile, auch bei Stadtteil- festen. Förderung der Teilhabe von Zuwanderinnen und Zuwanderern am kommunalen Geschehen, För- derung der Chancengleichheit durch Sprach- und Bildungsangebote. Ab 2010 werden im Rahmen des Fortbildungsprogramms des Aktivbüros für Eh- renamtliche Kurse zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz angeboten. WEITERE INFORMATIONEN – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 45 Nachhaltige Integration von Obdachlosen in den Wohnungsmarkt und in die Gesellschaft ZIEL Aufl ösung der unbetreuten Obdachlosenunterkünf- te, Schaffung von dezentralem Wohnraum, Pfl ege eines aktivierenden Angebots. PROJEKTLEITUNG Sozial- und Jugendbehörde, Fachstelle für Woh- nungssicherung BETEILIGTE HGW, VoWo, private Eigentümer bzw. Vermieter, freie/gewerbliche Träger wie Sozpädal, AWO, Cari- tasverband, Diakonisches Werk, Heimstiftung Karls- ruhe, Verein für Jugendhilfe, Ohlebusch Karlsruhe GmbH BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe `97 – Sechster Sachstandsbericht 2009: 15.07.2009 nö. Sozialausschuss 29.09.2009 Gemeinderat Sozialpension Augustiner: 15.07.2009 nö. Sozialausschuss Scheffelstraße 37: 15.07.2009 nö. Sozialausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2008 Von 2003 bis 2008: Umwandlung von insgesamt 105 Plätzen in betreute Wohnformen bzw. Aufl ö- sung der unbetreuten Unterkünfte. Die Fachstelle für Wohnungssicherung hat 2008 zahlreiche neue Vermieter als Partner für das Pro- gramm Wohnraumakquise durch Kooperation ge- wonnen und damit 164 ehemals obdachlose Men- schen dezentral mit Wohnungen versorgt. Mit den Häusern in der Scheffelstraße und in der Gartenstra- ße bestehen noch zwei unbetreute Obdachlosenun- terkünfte mit insgesamt 47 Plätzen. Zur Sicherstellung der nachhaltigen Integration wer- den ehemals Wohnungslose auch noch in den neu bezogenen Wohnungen nachbetreut. 2009 Das Sozial- und Jugenddezernat legte dem Gemein- derat den sechsten Sachstandsbericht zum Gesamt- konzept „Wohnungslosenhilfe `97“ vor. Ende 2008 gab es 296 obdachlosenrechtlich untergebrachte Personen in Karlsruhe. Die bisherigen Durchgangszimmer im Haus der Scheffelstraße wurden zu Einzelzimmern umgebaut. Ab April 2010 werden hier mehrfach beeinträchtig- te langjährig wohnungslose Frauen durch den Ver- ein Sozpädal e.V. betreut. Im Jahr 2009 wurden über die Wohnraumakquise 132 Menschen mit Wohnraum versorgt. Die Miet- zahlung wird im ersten Jahr über die Leistungsge- währung innerhalb der Fachstelle Wohnungssiche- rung sichergestellt. Erstmals wurde eine Arbeitsgelegenheit speziell für Wohnungslose gestartet, die den Menschen zu neu- er Arbeit und Wohnraum verhelfen soll. AUSBLICK Im Jahr 2010 wird die vollständige Betreuung der Unterkunft in der Gartenstraße sichergestellt. Damit ist Ende 2010 das Leitprojekt realisiert. Die nachhaltige Sicherung des Erreichten wird nur möglich sein, wenn auch ab 2011 die Organisati- onsform der Jobcenter sicherstellt, dass niemand wegen Sanktionen wohnungslos wird und auf die speziellen Bedürfnisse der wohnungslosen Men- schen in der Umsetzung des Sozialgesetzbuches II (SGB II) innerhalb der Fachstelle Wohnungssiche- rung eingegangen werden kann. WEITERE INFORMATIONEN – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 46 ZIEL Bis 2015 sollen – „unter Berücksichtigung stadtteil- spezifi scher Bedürfnisse“ – Bürgerzentren (BZ) in Karlsruhe realisiert werden; dabei ist die inhaltliche Einbindung von Angeboten u.a. zum Thema Ernäh- rung und Bewegung vorgesehen. PROJEKTLEITUNG Sozial- und Jugendbehörde BETEILIGTE Dezernat 2, Dezernat 3, Dezernat 6, AfSta (Konzep- tion des Modellvorhabens), SJB (Kinderbüro, Senio- renbüro, Sozialplanung, Büro für Integration), StJA, SuS, UA, StPla, HGW, Liga der Wohlfahrtsverbände, Vertreter des Forums Ehrenamt, Bürgervereine, In- stitutionen, Initiativen etc. vor Ort in den Stadttei- len, Krankenkassen, Landratsamt (Gesundheitsamt), Ernährungsberatungsstellen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Bürgerzentrum Mühlburg: 18.12.2009 Sanierungsbeirat Mühlburg 31.03.2010 Sozialausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Projektgruppe „Bürgerzentrum Mühlburg“: 03.04.2008, 10.07.2008, 18.09.2008, 04.12.2008, 19.03.2009, 22.04.2009, 23.07.2009, 24.09.2009, 15.10.2009 AKTUELLER STAND 2007 Der Karlsruher Stadtteil Mühlburg wurde in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenom- men. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist ein umfassender Bürgerbeteiligungsprozess. Für die Bürgerinnen und Bürger ist unter anderem die Einrichtung eines Bürgerzentrums wichtig. Bürgerzentren als Orte des Miteinanders Bürgerzentrum „Südwerk“ in der Südstadt, Foto: Roland Fränkle – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 47 2008 Innerhalb des Arbeitskreises „soziales und kulturelles Miteinander“ beschäftigt sich die Projektgruppe „Bürgerzentrum Mühlburg“ mit dem Thema Bürger- zentrum. Im Oktober besichtigte die Gruppe mehre- re Bürgerzentren im Raum Stuttgart. Des Weiteren wurden verschiedene Standorte für ein Bürgerzen- trum in Mühlburg vorgeschlagen. 2009 Das Stadtplanungsamt prüfte und bewertete neun potenzielle Standorte in einer Standortuntersu- chung hinsichtlich ihrer Eignung aus städtebaulicher Sicht. Neben dem Post-Areal am Entenfang 1 sind auch die Optionen Am Lindenplatz, Bau II der ehe- maligen Seldeneck’schen Brauerei sowie Lameyplatz zu prüfen. Die entsprechenden Gespräche zwischen Eigentümer, Investoren und Stadt werden geführt. Als Start soll ein erstes Bürgerzentrum bereits mit bürgerschaftlichen Aktivitäten entwickelt und neue Kooperationen erprobt werden. Für eine solche Lö- sung hat die Sozial- und Jugendbehörde im Okto- ber 2009 einen Förderantrag im Rahmen des Pro- gramms „Modellvorhaben Soziale Stadt“ gestellt. Im Rahmen des Förderprogramms könnten 60 % der Gesamtkosten als Finanzhilfe übernommen werden. AUSBLICK Betrieb eines ersten Bürgerzentrums in Mühlburg ab April 2010. Standortsuche und Konzeption für ein langfristig tragfähiges Bürgerzentrum in Mühlburg. Evaluierung und Bedarfsanalyse für weitere Bürger- zentren. In einigen Stadtteilen bestehen bereits Bürgerzen- tren oder Bürgertreffpunkte, wie zum Beispiel das Bürgerzentrum Südwerk in der Südstadt, das Stadt- teilbüro in der Oststadt, die Begegnungsstätte Waldstadt, das Kulturhaus Mikado und das Hardt- waldzentrum in der Nordstadt, das Haus der Familie in der Innenstadt-Ost, das Mehrgenerationenhaus Brunhilde-Baur-Haus in Neureut etc. Diese werden sukzessive in das Netz der Bürgerzentren einbezo- gen. WEITERE INFORMATIONEN – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | MITEINANDER 48 Der Neubau und die Modernisierung von Kin- dertagesstätten, Horten und Schulgebäuden bilden einen Investitionsschwerpunkt im städtischen Haus- halt für die Jahre 2009 und 2010. Dabei wird auch der Ausbau der Barrierefreiheit an Karlsruher Schulen kontinuierlich vorangetrieben. Im Jahr 2009 wurde im Lessing-Gymnasium komplette und in der Hans- Thoma-Schule teilweise Barrierefreiheit hergestellt. Einen zusätzlichen Schub bekommen die Investiti- onen im Bereich Bildung und Betreuung durch die Konjunkturprogramme des Bundes und des Landes. Neben den baulichen Maßnahmen wird auch das Angebot an Plätzen in Kindertagesstätten und Hor- ten weiter ausgebaut (siehe auch Leitprojekt „Bil- dung und Betreuung“). Sowohl durch private Investoren als auch durch die Stadt entstehen Mehrgenerationenwohnpro- jekte. Vom 18. bis 20. September 2009 fand eine Planungswerkstatt zum Mehrgenerationenwohnen „Am Albgrün“ statt, um Ideen für die Umsetzung des Projekts zu entwickeln (siehe auch Leitprojekt „Visionäre Bauprojekte“). Neben diesem Projekt in Grünwinkel wurden beispielsweise im Gritzner-Zen- trum in Durlach eine Kindertagesstätte, Studenten- wohnungen und Wohnungen für ältere Mitbürge- rinnen und Mitbürger in einem Gebäudekomplex integriert. Die Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich in unterschiedlichen Formen an Stadtteilentwicklungs- prozessen. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens „Soziale Stadt Mühlburg“ spürten beispielsweise 130 Grundschüler bei Stadtteilstreifzügen Missstände in ihrem Wohnumfeld auf und entwickelten kinder- freundliche Lösungen. Für die intensive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Stadtteilentwick- lungsprozessen und Spielplatzplanungen wurde die Stadt Karlsruhe im Jahr 2008 vom Land Baden- Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft Baden- Württembergischer Bausparkassen mit einem Preis im Rahmen der Initiative „Wohnen im Kinderland Baden-Württemberg“ ausgezeichnet. Das „Netzwerk Behindertenhilfe“ ist ein regio- nales Bündnis von Vereinen, Organisationen sowie dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe, das die Inte- gration von Menschen mit Behinderungen fördert. Nach dem Motto „Mittendrin statt außen vor“ will es behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch die Teilhabe an Freizeit, Sport und Kultur in das Leben in der Gemeinschaft einbeziehen. Eine neue Internetseite des Netzwerks gibt seit August 2009 einen Überblick über Möglichkeiten von Ak- tivitäten in Freizeit, Sport und Kultur für Menschen mit und ohne Behinderungen (www.karlsruhe.de/ mittendrin). Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Soziales Miteinander, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 49 3.5 Regionale / Überregionale Kooperation Karlsruhe 2015. Wir überwinden Grenzen. Städtepartner in Europa ZIEL Bereits bestehende Städtepartnerschaften werden thematisch neu ausgerichtet und für inhaltliche Ko- operationen ausgebaut. PROJEKTLEITUNG Hauptamt BETEILIGTE Wifö, EURegKA, BuS, SJB, StJA, KultA, StPlA, die Karlsruher Partnerstädte Nancy, Nottingham, Halle, Krasnodar, Temeswar sowie projektbezogen deren Partnerstädte, Freundeskreise, Institutionen und Vereine BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Projektpartnerschaft mit der kroatischen Stadt Rijeka: 19.02.2008 Gemeinderat Projektpartnerschaften mit einer türkischen Stadt und Rijeka: 04.11.2008 nö. Hauptausschuss Projektpartnerschaften – insbesondere mit einer türkischen Stadt (Sachstandsbericht): 14.07.2009 nö. Hauptausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG 40 Jahre Städtepartnerschaft mit Nottingham: 05. – 10.05.2009 Nottingham-Tage in Karlsruhe 14. – 17.10.2009 Karlsruhe-Tage in Nottingham Europafest auf dem Marktplatz: 10.05.2008, 09.05.2009 Präsentation der Partnerstadt Krasnodar auf der offerta: 24.10. – 01.11.2009 AKTUELLER STAND 2007 7. bis 9. Oktober 2007: Städtepartnerschaftstage „Gemeinsam erkennen und vernetzen“ mit je drei bis sieben Fachleuten aus jeder Partnerstadt in Karls- ruhe. Schwerpunkt der Veranstaltung: Jugendarbeit und Gewaltprävention sowie allgemeine Vernet- zungsmöglichkeiten der Partnerstädte, u.a. auch im Rahmen der Aktivitäten „Europäischer Stadtbrief“. 2008 Halle Präsentation einiger Partnerstädte Halles auf dem Weihnachtsmarkt Halle; Ausrichtung eines fi n- nischen Weihnachtsmarkts in Zusammenarbeit mit der fi nnischen Partnerstadt Oulu. Krasnodar Einladung an künftige Jugendgruppenleiter aus al- len Partnerstädten von Karlsruhe und Krasnodar nach Dubrava/Russische Föderation. Temeswar Am 21. Oktober 2008 startete die „Digitale Liaison“ zwischen Temeswar und Karlsruhe. Eine Kommuni- kationsplattform im Internet verbindet die Europä- ische Schule in Karlsruhe und das Nikolaus Lenau Lyzeum in Temeswar. Karlsruhe Im Juni 2008 trafen sich die Museumsleiter aus Karls- ruhe, Nancy, Nottingham, Halle, Temeswar, Lüttich und Lublin (Partnerstädte von Nancy) in Karlsruhe. Im Rahmen einer im Jahr 2007 unterzeichneten Zu- satzvereinbarung fand in Karlsruhe ein Fortbildungs- programm für Schreiner aus Krasnodar (6. bis 29. – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 50 November 2008) und ein Fortbildungsprogramm für Fachleute aus dem Bereich ÖPNV aus Krasnodar (18. bis 21. Oktober 2008) statt. Der Hauptausschuss beschloss am 4. November 2008 zum einen, Kontakt zu einer türkischen Stadt aufzunehmen. Ziel soll eine projektbezogene Part- nerschaft sein. Zum anderen sollen mit der kroa- tischen Stadt Rijeka gemeinsame Projekte vereinbart werden. 2009 Nancy 3. bis 5. Juni 2009: Folgetreffen der 1. Städtepart- nerschaftstagung mit den Städtepartnerschaftsbe- auftragten aus den Partnerstädten von Karlsruhe und Nancy. Schwerpunkt des Treffens war die Sen- sibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für Europa anlässlich des 40. Jubiläums der Verleihung des Eu- ropapreises an die Städte Karlsruhe und Nancy. Halle Delegationsreise nach Halle anlässlich 20 Jahre Mau- erfall (28. bis 30. Oktober 2009); Einladung an Jugendliche aus den Partnerstädten zur Kinderstadt „Halle an Salle“ 2010. Nottingham Mit mehreren Veranstaltungen vom 5. bis 10. Mai Stand der Städtepartner auf dem Weihnachtsmarkt, Foto: Roland Fränkle KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 51 2009 („Nottingham-Tage“) feierte Karlsruhe wäh- rend der Europawoche das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Nottingham. Unterzeich- nung einer Zusatzvereinbarung zum Städtepartner- schaftsvertrag – Vereinbarung über die wirtschaft- liche Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten Karlsruhe und Nottingham. Vom 14. bis 17. Oktober 2009 fanden die „Karlsru- he-Tage“ in Nottingham statt. Neben einem Festakt fanden auch Wirtschafts- und Kulturgespräche über künftige Kooperationsprojekte statt. Unterzeich- nung einer Zusatzvereinbarung zum Städtepartner- schaftvertrag – Vereinbarung über die Zusammenar- beit der Partnerstädte Karlsruhe und Nottingham im kulturellen Bereich. Temeswar Unterzeichnung eines Städtepartnerschaftvertrags zwischen Nottingham und Temeswar – Vernetzung der Partnerstädte Karlsruhes. Teilnahme einer Mannschaft aus Karlsruhe an einem Internationalen Fußballturnier in Temeswar – Teil- nahme der Temeswarer Partnerstädte Szeged, Novi Sad und Karlsruhe (31. Juli bis 2. August 2009). Feier „20 Jahre Freiheit“ mit Vertretern aus Karlsru- he und den anderen Partnerstädten Temeswars. Deutsche Woche in Rumänien: Kulturelle Beiträge aus Karlsruhe in Temeswar. Krasnodar Am 24. September 2009 startete die „Digitale Liai- son“ zwischen Krasnodar und Karlsruhe. Eine Kom- munikationsplattform im Internet verbindet die Eu- ropäische Schule Karlsruhe mit dem Gymnasium Nr. 23 in Krasnodar. Teilnahme von Delegationen aus Karlsruhe und Not- tingham am Stadtgeburtstag in Krasnodar (24. bis 18. September 2009). Karlsruhe Internationaler Kindergipfel unter Beteiligung von Partnerstädten der Stadt Karlsruhe und ggf. deren Partnerstädte – Treffen von Jugendvertretern aus Karlsruhe und den Partnerstädten. Europafest auf dem Marktplatz: gemeinsamer Stand der Freundeskreise aller Partnerstädte – Vernetzung der Freundeskreise untereinander. Beim Praktikantenprojekt wurden Studierende aus den Partnerstädten als Praktikanten bei der Stadt- verwaltung Karlsruhe beschäftigt (3. bis 28. August 2009). Erstmals Teilnahme einer Studentin aus Rijeka. Mehrere Begegnungen erfüllten die 2007 unter- zeichnete Zusatzvereinbarung mit Krasnodar mit Le- ben: Zusammenarbeit in den Bereichen Öffentliche Betriebe (Arbeitsbesuch von Fachleuten aus Krasno- dar bei den Stadtwerken; Fachdelegation aus den Bereichen Stadtwerke und ÖPNV aus Karlsruhe in Krasnodar) sowie im medizinischen Bereich (medi- zinisches Fachpersonal aus Krasnodar zu mehreren Fortbildungsmaßnahmen in Karlsruhe). Verstärkte Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Be- reich (23. Oktober 2009: Wirtschaftstag Russland in Karlsruhe; 24. Oktober bis 1. November 2009 Prä- sentation Krasnodars auf der offerta). Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung zur Städ- tepartnerschaft Karlsruhe - Krasnodar: Konkretisie- rung im Bereich Schulen. Treffen der Leiter der Jugendorchester aus Notting- ham, Halle und Karlsruhe anlässlich des Jahreskon- zerts des Jugendorchesters Karlsruhe (21. bis 22. November 2009). AUSBLICK Geplante Teilnahme von Jugendlichen an der Kin- derstadt „Halle an Salle“ in der Partnerstadt Halle in 2010. Praktikantenprojekt 2010: es ist vorgesehen, dass auch Studierende aus Padua und Lublin – Partner- städte von Nancy – an dem Projekt in Karlsruhe teilnehmen; evtl. Teilnahme von Studierenden aus Karlsruher Partnerstädten an dem Projekt in Nancy. Gemeinsamer Auftritt der Jugendorchester aus Karls- ruhe, Nottingham und Halle in Karlsruhe geplant. WEITERE INFORMATIONEN – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 52 Überregionale Zusammenarbeit am Oberrhein – Metropolregion Oberrhein ZIEL Schaffung der Trinationalen Metropolregion Ober- rhein, Kooperation mit der Metropolregion Rhein- Neckar. Wirtschaftskraft und Innovationsstärken am Oberrhein bündeln; Synergien in Bereichen Arbeit, Forschung, Bildung, Kultur, Umwelt, Verkehr u. a. nutzen; Förderung Tourismus; Identifi kation und Außenwahrnehmung der Region erhöhen. PROJEKTLEITUNG EURegKA BETEILIGTE Dezernat 1, Wirtschaftsförderung, Kulturamt, Land Baden-Württemberg, Région Alsace, Städtenetz Oberrhein, TechnologieRegion Karlsruhe, Regional- verbände und IHKn am Oberrhein, Unis, ZV Regio PAMINA, Verb. Region Rhein-Neckar, Metropolregi- on Rhein-Neckar GmbH, diverse Netzwerke in den Teilräumen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN 11. Dreiländerkongress in Straßburg: 11.01.2008 Vertreter aus Baden-Württemberg, Rheinland- Pfalz, dem Elsass und der Nordschweiz Gesellschafterversammlung der Technologie- Region Karlsruhe: 29.02.2008, 25.06.2009, 04.12.2009 Vorstand der TechnologieRegion Karlsruhe: 02.04.2009, 27.07.2009 VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Trinationale Metropolregion Oberrhein Kamingespräch „Trinationale Metropolregi- on Oberrhein“, Région Alsace, Straßburg: 02.03.2009 Präsentation der Trinationalen Metropolregion Oberrhein in der Landesvertretung Baden- Württemberg in Brüssel: 30.03.2009 Kommission „Kultur – Jugend – Ausbildung“ des Oberrheinrates: 04.05.2009 Universität Karlsruhe Plenarsitzungen des Oberrheinrates: 19.06.2009 Liestal (CH), 27.11.2009 Basel Clusterforum Oberrhein, Illkirch bei Straßburg: 15.09.2009 Europa Netzwerktreffen 2009 in der Trinatio- nalen Metropolregion Oberrhein, Staatsministeri- um Baden-Württemberg, Rathaus Karlsruhe: 14.12.2009 Aufbaustab „Trinationale Metropolregion Oberrhein“ (Sitzungen 2009): 20.03. Kehl, 05.05. Straßburg, 21.07 Kehl, 29.09. Karlsruhe, 22.10. Straßburg, 14.12. Karlsruhe Städtenetz Oberrhein (Sitzungen 2009): 30.01. Baden Baden, 18.03. Offenburg, 30.04. Straßburg, 08.07., 15.09. Offenburg, 12.11. Freiburg, 10.12. Straßburg Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung: 23.06.2008 Gemeinsame Ausschusssitzung Regionalverband Mittlerer Oberrhein/Verband Region Rhein- Neckar: 25.03.2009 Gemeinsame Geschäftsführungsrunde Techno- logieRegion Karlsruhe/Metropolregion Rhein- Neckar: – – – – – – – – – – – – – – Metropolregion Oberrhein, Grafi k: Dietmar Kup KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 53 – – – – – – 01.07.2008, 02.12.2008, 07.04.2009, 21.10.2009 AKTUELLER STAND Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) 2008 Erarbeitung eines strategischen Grundlagenpapiers und Konzepts für die weitere Entwicklung am Ober- rhein hin zu einer TMO mit den Partnern am Ober- rhein durch die Stadt Karlsruhe als federführendes Mitglied der badischen Städte am Oberrhein. Das Konzept war Grundlage für den 11. Dreiländerkon- gress am Oberrhein (11. Januar 2008 in Straßburg), der das Startsignal für die Positionierung und Aner- kennung des Oberrheins als TMO gab. 2009 Gemeinsame Stellungnahme der TMO zum EU-Grün- buch „Territoriale Kohäsion“ mit anschließender Prä- sentation in Brüssel (30. März 2009). Am 5. Mai 2009 fand die Auftaktveranstaltung für das INTERREG-Projekt IT2Rhine statt. Es handelt sich dabei um ein trinationales deutsch-französisch- schweizerisches Netzwerk mit insgesamt 15 Part- nern von Einrichtungen der Wirtschaftsförderung und regionalen IT-Netzwerken am Oberrhein. Beteiligung der Stadt Karlsruhe über die KMK und der TechnologieRegion Karlsruhe am INTERREG-Pro- jekt „Tourismus in der TMO“. Beteiligung der TechnologieRegion Karlsruhe am INTERREG-Projekt „BioValley“. Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar 2008 Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwi- schen der Metropolregion Rhein-Neckar und der TechnologieRegion Karlsruhe sowie dem Verband Region Rhein-Neckar und dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein am 23. Juni 2008. Mit dem Ziel, diesen gemeinsamen Wirtschafts- und Forschungs- raum in seiner Entwicklung zu stärken und die re- gionale Zusammenarbeit weiter zu fördern, wollen die beiden Regionen partnerschaftlich miteinander kooperieren, ihre Stärken bündeln und gemein- schaftlich im Wettbewerb der Regionen auftreten. Die Partner vereinbarten am Jahresende eine wei- tere Vertiefung der Zusammenarbeit. 2009 Die TechnologieRegion Karlsruhe und die Metropol- region Rhein-Neckar sind wichtige Initiatoren des überregionalen Netzwerks nanoValley.eu. Dieses hat sich beim Landesclusterwettbewerb Baden-Württ- emberg durchgesetzt und wird für die kommenden drei Jahre mit europäischen EFRE-Mitteln gefördert. Die Geschäftsstelle wird beim KIT angesiedelt. Gemeinsam mit dem ADAC wurde eine Freizeitkarte für die Gesamtregion Nordbaden/Vorderpfalz ent- wickelt und publiziert. AUSBLICK Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) Eine handlungsfähige „Europäische Metropolregi- on“. Karlsruhe ist in der Metropolregion wichtiger Akteur und übernimmt durch die Führungsrolle im Städtenetz eine Motorenfunktion für die weitere Entwicklung. Durch die Marketingwirkung als „Me- tropolregion“ sowie seine Gateway-Funktionen pro- fi tiert Karlsruhe als Wirtschaftsraum. In 2010: Ausgestaltung der Säule „Politik“ mit Vertretung des Städtenetzes, Einrichtung einer jährlichen „TMO-Vollversamm- lung“, Schaffung einer Koordinationsstelle der TMO für die Säule Politik, Intensivierung des Lobbyings gegenüber der EU (Regionalpolitik 2014 - 2020), Einrichtung einer TMO-Homepage, Bestätigung der TMO anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Deutsch-Französisch-Schweize- rischen Regierungskommission im Herbst 2010 (Überarbeitung des Basler Übereinkommens von 2001). Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar Die Metropolregion Rhein-Neckar und die Technolo- gieRegion Karlsruhe kooperieren in zahlreichen Pro- KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 54 jekten und festigen ihre Position als Spitzenregion im Bereich Wirtschaft und Wissenschaft im interna- tionalen Wettbewerb, besonders bei der Fach- und Führungskräftegewinnung. Gegenseitige Anerkennung der bestehenden Hand- werkerparkausweise. Die TechnologieRegion Karlsruhe ist Partner im Projekt CODE 24 „Transversale Rotterdam-Genua“ (siehe Leitprojekt „Transeuropäisches Verkehrs- netz“). Lead-Partner ist der Verband Region Rhein- Neckar. Unter dem Dach der TechnologieRegion Karlsruhe arbeiten Stadt Karlsruhe, Regionalverband Mittlerer Oberrhein und IHK zusammen, um die zu den euro- päischen TEN-Projekten zählende Schienenschnell- verbindung rasch auszubauen. Von besonderem In- teresse ist dabei für die Region Karlsruhe die rasche Realisierung des „Rastatter Tunnels“. WEITERE INFORMATIONEN www.oberrheinkonferenz.org www.technologieregion-karlsruhe.de KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | REGIONALE / ÜBERREGIONALE KOOPERATION 55 Das Jahr 2009 war in Karlsruhe und der Tech- nologieRegion Karlsruhe von einem intensiven re- gionalen und überregionalen Engagement geprägt. Vor dem Hintergrund der immer stärkeren wirt- schaftlichen und politischen Internationalisierungs- prozesse ist die Stadt gefordert, ihre Interessen auch durch geeignete regionale und überregionale Bündnisse gegenüber Land, Bund und Europäischer Union schlagkräftig zu vertreten. Besonders im Be- reich von Infrastrukturvorhaben, wie dem „Rastatter Tunnel“, und Messen, wie beispielsweise im Zuge der Kooperationsvereinbarung mit Katalonien, aber auch der „Regional Governance“ wurden von Karls- ruhe aus gemeinsam mit den Partnern auf verschie- denen Ebenen Initiativen angestoßen. Diese tragen erheblich zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Region und damit der Stadt Karlsruhe im inter- nationalen Wettbewerb bei. Der Landkreis Südliche Weinstraße ist zwischen- zeitlich Mitglied in der TechnologieRegion Karlsruhe. Damit ist nun nahezu die gesamte Südpfalz Mitglied in der TechnologieRegion Karlsruhe. Die engen Ver- bindungen zur Metropolregion Rhein-Neckar erfah- ren dadurch eine weitere Stärkung. Für die Wirtschaft wird die gemeinsame regi- onale Aufstellung immer wichtiger. Nicht zuletzt deshalb hat die IHK Karlsruhe den Verein „WIR - TechnologieRegion Karlsruhe“ gegründet. Mit den Vereinsbeiträgen sollen besonders die Marketing- maßnahmen der TechnologieRegion Karlsruhe fi - nanziell unterstützt werden. Mit dem Handwerkerparkausweis der Techno- logieRegion Karlsruhe wurde ein wichtiger Beitrag zum Bürokratieabbau in der Region auf den Weg gebracht. Künftig erhalten Handwerksbetriebe auf eine einmalige Beantragung hin eine Sonderparker- laubnis für nahezu die gesamte TechnologieRegion Karlsruhe. Mit einer Vereinbarung zur interkommunalen Er- stattung der Kosten der Kinderbetreuung entlastet die TechnologieRegion Karlsruhe Kindergärten und -tageseinrichtungen von erheblichem Verwaltungs- aufwand und fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit der Regelung wird die Arbeit der Kin- dergärten spürbar von Bürokratie entlastet und eine Konzentration auf deren Kernaufgaben ermöglicht. Im Jahr 2009 zählte der Regionaltag „Medien- Reich“ 30.000 Besucher. In seiner siebten Aufl age hat der Regionaltag damit die zentrale Rolle in der Vermittlung der Bedeutung „der Region“ für die Menschen in der Region übernommen. Die Schaffung der Trinationalen Metropolregion Oberrhein mit den Säulen Politik, Wirtschaft, Wis- senschaft und Zivilgesellschaft schreitet sowohl auf institutioneller Ebene als auch auf Projektebene vo- ran. Über das „Städtenetz Oberrhein“ werden die Kräfte der metropolitanen Kerne als Zentren von Wachstum und Innovation am Oberrhein gebündelt sowie die nötige Balance zwischen staatlicher und kommunaler Ebene in der Säule „Politik“ der Trinati- onalen Metropolregion Oberrhein sichergestellt. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld TechnologieRegion Karlsruhe mit Verkehrswegen Foto: TechnologieRegion Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 56 3.6 Sport, Freizeit und Gesundheit Karlsruhe 2015. Wir haben Spaß am Leben. Schönster Zoologischer Stadtgarten Süddeutschlands ZIEL Ausbau der Tierpräsentation gemäß der tierschutz- rechtlichen Vorgaben für eine artgerechte Tierhal- tung und Etablierung als Bildungseinrichtung für Arterhaltung, Biodiverisität und Nachhaltigkeit, Be- wahrung denkmalgeschützter Qualitäten, Erhalt des Erlebnisraums Parklandschaft sowie behutsame In- tegration von Bauwerken. PROJEKTLEITUNG Zoologischer Garten BETEILIGTE HGW, GBA, StPlA, BOA, ZJD, SPC, Planungsbüros, Baufi rmen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Zoo Karlsruhe, Lebensraum Wasser Bauabschnitt 2 und 3: 05.12.2007 nö. Bauausschuss, 11.12.2007 Gemeinderat Weiterentwicklung des Zoologischen Stadtgar- tens (Grundmaßnahmen): 06.05.2008 Gemeinderat 1. Teil des Ausbauplans (Tullabad, Umbau zum Exotenhaus): 24.10.2008 nö. Bauausschuss 04.11.2008 nö. Hauptausschuss Erweiterung der Zoopädagogik: 16.12.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Eröffnung des Lebensraums Wasser: 06.08.2009 AKTUELLER STAND 2008 Februar 2008: Beginn des Baus der Anlage für See- löwen; Errichtung eines neuen Geheges für Schnee- leoparden am nordöstlichen Fuß des Lauterbergs. Einschränkungen für Besucher im Baubereich. – – – – – Zoologischer Stadtgarten, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 57 Frühjahr 2008: Übergabe des Tullabads an den Zoo; sodann Erstellung detaillierter Planungen zur Um- nutzung, wobei ein Teil der Räumlichkeiten schon vorab als Zooschule genutzt werden kann. Aktuelle Informationen über alle Bauprojekte an ver- schiedenen Standorten im Zoologischen Stadtgar- ten. Führungen für Besucher und viele Aktivitäten für Kinder und Schulen begleiten die Bauprojekte. 2009 Der Lebensraum Wasser mit den neuen Gehegen für die Seelöwen, Seehunde und Pinguine wird am 6. August 2009 eröffnet. Nachdem der erste Bauab- schnitt des Lebensraums Wasser (Eisbärengehege) im Jahr 2000 fertig gestellt worden war, kann nun eine neue Felsenlandschaft mit Uferzonen und Was- serfl ächen (Bauabschnitte 2 und 3) von den Seelö- wen, Seehunden und Pinguinen bewohnt werden. AUSBLICK 2009 bis 2010 Schaffung einer attraktiven Landschaft um den Lau- terberg (Lebensraum Bergwelt Himalaya für Schnee- leoparden und Kleine Pandas; Gehege für Nasen- bären); Erneuerung der Huftierstallungen und der Flamingo-Freianlage. In den Folgejahren: Weiterer Ausbau des Lauterbergs (Lebensraum Bergwelt Himalaya für Wildschafe; Großvoliere für Ibisvögel) und Erneuerung der Huftierstallungen; Erneuerung des Spielplatzes und des Streichelzoos; Umgestaltung des „Tullabads“ in ein Exotenhaus mit Gastronomie und Zoopädagogik. Erneuerung des Trampeltier- und Kropfgazellenge- heges sowie des Löwen- und des Flusspferdegehe- ges. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/zoo KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 58 ZIEL Umbau des Wildparkstadions in ein reines Fußball- stadion für ca. 35.000 Zuschauer. PROJEKTLEITUNG Karlsruher Fächer GmbH & Co, Stadtentwicklungs-KG BETEILIGTE Dezernate 1-6, ZJD, StK, StPlA, BOA, GBA, TBA, SuS, GW, BuS, PIA, UA, LA, AfA, Brand-Dir., KSC, DFL, Land Baden-Württemberg, Projektsteuerer, GU/Gü, Fangruppierungen, Fachingenieure, Steuerberater, Polizei BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Um-/Neubau Wildparkstadion und alternative Standorte: 30.01.2007 nö. Wildparkkommission 06.02.2007 nö. Hauptausschuss 27.02.2007 Gemeinderat 11.09.2007 nö. Wildparkkommission 16.10.2007 nö. Wildparkkommission 12.11.2007 nö. Hauptausschuss 13.11.2007 Gemeinderat 08.04.2008 nö. Wildparkkommission 24.04.2008 nö. Wildparkkommission 02.07.2008 nö. Wildparkkommission 08.07.2008 nö. Hauptausschuss 15.07.2008 Gemeinderat 10.10.2008 nö. Wildparkkommission 14.10.2008 nö. Hauptausschuss 21.10.2008 Gemeinderat 10.02.2009 nö. Wildparkkommission 31.03.2009 nö. Hauptausschuss 07.04.2009 nö. Hauptausschuss 21.04.2009 Gemeinderat 28.04.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2007 Februar 2007: Vorstellung und Diskussion des Un- tersuchungsergebnisses zum Wildparkstadion im Gemeinderat. Zuvor: intensive Voruntersuchungen über verschiedene Möglichkeiten der Anpassung des Wildparkstadions an aktuelle und zukunftsfä- Fußballstadion hige Sicherheitsstandards und Nutzeransprüche. November 2007: Grundsatzentscheidung über ei- nen weitgehenden Neubau des Stadions an der heutigen Stelle durch den Gemeinderat. Sodann: detaillierte Verhandlungen mit dem KSC über die Ausgestaltung der Partnerschaft zu Bau und Betrieb des Stadions; Ergebnis: Die Karlsruher Fächer GmbH & Co Stadtentwicklungs-KG (KFG) soll als Tochter- gesellschaft der Stadt das Stadion übernehmen und mit Hilfe von Zuschüssen aus dem Haushalt der Stadt Karlsruhe und des Landes Baden-Württemberg dieses in eine moderne Fußballarena umbauen. 2008 Im Laufe der Verhandlungen zwischen Stadt und KSC im Frühjahr 2008 zeichnete sich eine Kosten- steigerung von 58 Mio. Euro auf 71 Mio. Euro beim Wildpark-Umbau ab. Der jährliche Zuschuss der Stadt würde von 1,6 Mio. Euro auf 4,6 Mio. Euro steigen. Diskussion eines Neubaus an einem ande- ren Standort. Im Juli 2008 beauftragte der Oberbürgermeister das weltweit renommierte Planungsbüro „Albert Speer & Partner“, die Standorte „Gleisbauhof“, „Untere Hub“ und „Wildpark“ für einen Stadionneubau zu untersuchen. Im Oktober wurde folgendes Ergebnis vorgelegt: Wildpark-Neubau: 108 Mio. Euro, Neubau Untere Hub: 165,6 Mio. Euro, Neubau Gleisdreieck: 216,8 Mio. Euro. Um die drei Standorte vergleichen zu können, wur- den die Bestandteile des Wildpark-Umbaus opti- miert (40.000 Sitzplätze, Anzahl der Parkplätze, Ver- kehrsinfrastruktur und Sicherheit). Der Gemeinderat beschloss deshalb am 21. Oktober 2008 folgenden 3-Stufen-Plan: 1. Weiterentwicklung des Wildpark-Umbaus Es wird geprüft, zu welchen Konditionen die ge- nannten Optimierungen realisiert werden können. 2. Investorengestützte Lösung Sollte 1. nicht zustande kommen, unterstützt die Stadt eine investorengestützte Lösung durch eine Mitfi nanzierung von 50 Mio. Euro. 3. Nur Sanierungsmaßnahmen Sollten 1. und 2. nicht zum Zuge kommen, führt die Stadt nur die Sanierungsmaßnahmen aufgrund der Verpfl ichtungen aus dem Pachtvertrag im Wildpark durch. – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 59 2009 Am 10. Februar 2009 stellte das Planungsbüro Al- bert Speer der Wildparkkommission seine opti- mierten Pläne für einen Neubau des Stadions am Wildparkstandort vor. Oberbürgermeister Heinz Fenrich lud am 11. März 2009 Vertreter aus der heimischen Wirtschaft, des KSC’s und der Gemeinderatsfraktionen zu einem „Runden Tisch“ ein. Besprochen wurde die mög- liche Beteiligung der Wirtschaft an den Mehrkosten für den Stadionneubau im Wildpark. Am 24. März 2009 stellte das Hamburger Immobili- enunternehmen Newport Pläne für ein neues Stadi- on am Standort „Gleisdreieck“ vor. Der Gemeinderat bat am 21. April 2009 die Firma Newport um weitere Zahlen für die am Standort „Gleisdreieck“ erforderlichen Infrastrukturmaßnah- men wie Verkehr, Stellplätze, Grundstückserwerb einschließlich der notwendigen Verlagerungen. Gleichzeitig wurde die Stadtverwaltung beauftragt, Zahlen für die am Standort „Wildpark“ erforder- lichen Infrastrukturmaßnahmen zu berechnen. In einer Übersicht sollen folgende Punkte über die bei- den Standorte gegenübergestellt werden: die Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen, die Gesamtinvestitionen sowie die jährlichen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt. Am 8. September 2009 erklärte die Firma Newport, die Planungen für ein neues Stadion am Gleisdreieck „auf Eis zu legen“. Da sich die fi nanziellen Rahmenbedingungen des städtischen Haushalts geändert haben und die Fir- ma Newport noch keine verlässlichen Zahlen zum Stadion an der Autobahn (Standort „Gleisdreieck“) vorgelegt hat, präsentierte der Oberbürgermeister Ende September 2009 eine angepasste Wildpark- Stadionvariante des Büros Albert Speer mit rund 25.500 Sitzplätzen und etwa 9.500 Stehplätzen. Die Kosten für diese Variante würden knapp 82 Mio. Euro betragen. AUSBLICK – – – WEITERE INFORMATIONEN – – – – – – KSC-Fans, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 60 ZIEL Basis für Sport schaffen, damit Vereine sich entfalten können. Ausbau der Kooperation mit und zwischen Sportvereinen bis 2015. Durch Fortschreibung kom- munaler Sportförderung werden bis 2015 die Rah- menbedingungen verbessert, im Sport selbst aktiv zu werden und hochrangige Sportereignisse erleben zu können. Durch einen anpassungsfähigen Sport- entwicklungsplan entsteht ein vielfältiges Sportan- gebot. Beratungs- und Informationszentrum zur Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen. Weiterentwicklung des Ehrenamts durch Anerken- nungskultur bis 2015. Breites Angebotsspektrum sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport. Un- terhalt der Sportinfrastruktur. PROJEKTLEITUNG Schul- und Sportamt BETEILIGTE KSBG, KMK, GBA, StPlA, Stadtmarketing, Sport- selbstverwaltung, Vereine, Politik, Sportinstitut Uni Karlsruhe, externe Beratungsdienste, z. B. Steuerbe- rater Stärkung der Vereinsstrukturen im Bereich Sport BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Fortschreibung der Sportförderungsrichtlinien der Stadt Karlsruhe zum 01.01.2009: 15.10.2008 nö. Sportausschuss 16.12.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2006/2007 Zusammenführung und Auswertung wichtiger Daten und Fakten aus der „AG Zukunft der Sportvereine“ (ein Großverein, ein mittlerer Verein, ein Ortsverein). Von Verein zu Verein wurden unterschiedlichste Pro- blemfelder zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben- felder deutlich. 2008 Einbindung sämtlicher Vereine in den Sportentwick- lungsprozess mit einer Umfrage. Deren Ergebnisse bilden die Grundlage für den zukünftigen Hand- lungsrahmen und die Fortschreibung der Sportför- derungsrichtlinien. Der Gemeinderat stimmte am 16. Dezember 2008 der Fortschreibung der Sportförderrichtlinien zu. 2009 Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2009/2010 hat der Gemeinderat eine spürbare Erhöhung der Sportförderungsmittel beschlossen (Betriebskosten- und Übungsleiterzuschüsse). Die Auszahlungsmoda- litäten wurden in der Sportausschusssitzung am 14. Oktober 2009 behandelt. Im Hinblick auf die Haus- haltskonsolidierung wurde eine hierzu erforderliche Fortschreibung der Sportförderungsrichtlinien für 2010 zunächst zurückgestellt. AUSBLICK Fortschreibung der Sportförderungsrichtlinien (Sportforen; Fortschreibungen 2012 und 2015). WEITERE INFORMATIONEN – – – Fußballspiel, Foto: Monika Müller-Gmelin – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 61 ZIEL Bewegung braucht Raum. Diesen stellt die Stadt bis 2015 in ausreichendem Umfang für Spaziergän- ger, Walker, Jogger, Radfahrer, Inline-Skater, Bewe- gungsspiele u.v.a.m. zur Verfügung, um so die Qua- lität der Bewegungsmöglichkeiten zu verbessern. PROJEKTLEITUNG Amt für Stadtentwicklung BETEILIGTE SuS, GBA, StPlA, TBA, LA, StJA, Bürgervereine, Sportkreis Karlsruhe, Karlsruher Bürger mittels Um- fragen BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss zum Be- bauungsplan „Waldseilpark Turmberg“: 23.06.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Jugendkonferenz in Mühlburg – Bewegungsräu- me aus Sicht der Jugendlichen: 24.01.2008 Befragung der Bürgervereine zu den Frei-/Grün- fl ächen: Mai 2008 Beteiligung zur Spielplatzplanung „Hinter den Scheunen“ in Neureut: 07.11.2008 Vorstellung der Vorentwürfe 12.03.2009 Vorstellung Entwurf 18.06.2009 Einweihung Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungs- planverfahren „Beiertheimer Feld II“: 03.12.2008 Beteiligung zur Spielplatzplanung im Mühlburger Feld zwischen Weinbrennerstraße und Sophienstraße: 01.04.2009, 17.12.2009 Beteiligung zur Spielplatzplanung Vorderstraße in Daxlanden: 03.04.2009, 07.05.2009 Einweihung des Radwegs von Knielingen an den Rhein: 12.05.2009 Schüler der dritten Klassen der Hans-Thoma- Schule bewerten verschiedene Plätze in der Innenstadt nach Attraktivität und Bespielbarkeit: 23. – 26.06.2009 Öffentliche Auslegung Bebauungsplanentwurf „Waldseilpark Turmberg“: 20.07. – 21.08.2009 Bewegungsräume in allen Stadtteilen AKTUELLER STAND 2008 Am 21. April 2008 wurde der „Fitnessparcours für Erwachsene“ in Oberreut als Pilotprojekt einge- weiht. Zusammenstellung vorhandener Unterlagen und Analysen für die Bestandsaufnahme aller Grün- und Freifl ächen, des Freizeit-/Sportverhaltens sowie der Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger zu den Grün- und Freifl ächen in und um Karlsruhe. Befra- gung der Bürgervereine im Mai 2008. Modellhafte Erprobung des Planungsinstruments Spielleitplanung im Sanierungsgebiet Mühlburg (Bund-Länder-Programm Soziale Stadt) mit dem Ziel, kinder- und jugendgerechte Spiel- und Bewegungs- räume zu sichern und weiterzuentwickeln. Im Konversionsgebiet Neureut sind in den ver- gangenen Jahren 7,6 ha neue Bewegungsräume (Spiel- und Grünfl ächen) entstanden. 2009 Nach der Auswertung der in 2008 erhobenen Da- ten, sind im Doppelhaushalt 2009/2010 zahlreiche Maßnahmen vorgesehen: Für die Sanierung und den Neubau von Kinder- spielplätzen sind jährlich 700.000 Euro einge- plant. Ein bis zwei weitere Fitnessparcours sollen ebenfalls mit diesem Geld fi nanziert werden. Im Konversionsgebiet Karlsruhe Südost (östliche Südstadt) entstehen bis 2015 insgesamt rund 9,5 ha neue Spiel- und Grünfl ächen, die nach der Herstellung durch den Maßnahmenträger als öf- fentliche Flächen an die Stadt übergeben werden. Der Nord-Süd-Grünzug, der erste Bauabschnitt bei der LBBW und zwei Hektar im Osten bei der Stuttgarter Straße sind bereits fertig gestellt. Eingeplant ist der erste Teil der neuen Wegever- bindung durch das Gartengelände im Beierthei- mer Feld. Bis 2010 werden im Konversionsgebiet Knielingen 4,7 ha neue Spiel- und Grünfl ächen angelegt. – – – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 62 Fitnessparcours in Karlsruhe-Oberreut, Foto: Roland Fränkle Das Gartenbauamt beteiligte am 3. April 2009 und 7. Mai 2009 Kinder, Jugendliche und Anwohner an der Planung zur Neugestaltung des Kinderspiel- platzes an der Vorderstraße in Daxlanden. Die Maß- nahme wurde am 2. Dezember 2009 fertig gestellt. Eine Beteiligung zur Spielplatzplanung im Mühl- burger Feld zwischen Weinbrennerstraße und So- phienstraße haben das Gartenbauamt und das Kin- derbüro gemeinsam am 1. April 2009 im Rahmen des Programms Soziale Stadt mit einer Ideensamm- lung mit Kindern, Familien, Anwohnern und Seni- oren gestartet. Auf Basis der Ideensammlung wurde eine Planung erstellt und am 17. Dezember 2009 vorgestellt. Der Spielplatz „Hinter den Scheunen“ in Neureut wurde am 18. Juni 2009 seiner Bestimmung über- geben. Die Geländemodellierung und Wegeführung im Stadtteilpark Jägerhausseen in der Waldstadt wurde im Sommer 2009 abgeschlossen. Der Jugendtreffplatz im Grünzug Schmallen in Ober- reut wurde im Mai 2009 mit Trainingsgeräten für Jugendliche und Erwachsene ergänzt. Ein Dreierreck und ein Barren stehen ab sofort für die Stärkung des Oberkörpers zur Verfügung. Der Radweg von Knielingen zum Rhein wurde am 12. Mai 2009 mit einer geführten Radtour mit Bür- germeister Obert eingeweiht (Radwege siehe auch Leitprojekt „Fahrradstadt Karlsruhe“). Der Sport- und Schwimmclub (SSC) Karlsruhe plant den Bau einer Mehrgenerationenanlage, die einen Kleinkinderspielplatz, einen Niedrigseilparcours für Jugendliche sowie spezielle Spiel- und Turngeräte für die ältere Generation beinhalten soll. Vom 23. bis 26. Juni 2009 nahmen die dritten Klas- sen der Hans-Thoma-Schule an dem Projekt „bespiel- bare Stadt“ teil. Die Kinder bewerteten verschiedene Plätze in der Innenstadt nach Bespielbarkeit und Attraktivität mit Schulnoten und machten Verbes- serungsvorschläge. Die Ergebnisse wurden an das Kinderbüro weitergegeben. Der Bau des Radwegs durch das Rheinhafengelände/ Gewann Schlehert wird in 2009/2010 fortgesetzt. Der Druckauftrag für die Neuaufl age der Wander- und Freizeitkarte Karlsruhe wurde im November 2009 erteilt. AUSBLICK Ende 2010: Stadtteilbezogene Stärken-Schwächen- Analyse und Ableitung des jeweiligen Handlungs- bedarfs, wie Aufwertung, Neuanlage, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit. Der 2. Bauabschnitt im Ostauepark soll in den Jah- ren 2010 bis 2013 realisiert werden (siehe Leitpro- jekt „Ökologische Vernetzung der Grünfl ächen und Inseln“). Der Landschaftspark Rhein inklusive der Radwege- verbindungen soll bis 2015 entstehen (siehe Leitpro- jekt „Landschaftspark Rhein“). WEITERE INFORMATIONEN – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 63 ZIEL Umfassende Gesundheitsversorgung am und beim Klinikum. PROJEKTLEITUNG Städtisches Klinikum Karlsruhe gGmbH BETEILIGTE – – – BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND Die aktuelle Planung geht dahin, die Leistungen ei- ner umfassenden Gesundheitsversorgung – soweit möglich – auf dem Campus des Klinikums selbst ab- zubilden. Parallel ist eine zügige bauliche Sanierung des Klinikums vordringlich. Hierfür fi ndet derzeit die Feinplanung statt. AUSBLICK Projektentscheidungen in der ersten Jahreshälfte 2010. WEITERE INFORMATIONEN – – – Gesundheitspark Städtisches Klinikum Karlsruhe, Foto: Roland Fränkle KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 64 ZIEL Nachhaltige generationenübergreifende Förderung der Bewegungskultur – dabei u. a. Heranführung von Kindern in Kindergärten und Tagesstätten an spielerisches Bewegungstraining. Kooperation mit Vereinen im Bereich der gesundheitsorientierten Be- wegung in Kindertagesstätten und Kindergärten. PROJEKTLEITUNG Schul- und Sportamt BETEILIGTE SJB, StJA, GBA, StPlA, Vereine, Verbände, Kran- kenkassen, Kindergartenträger, Staatliche Liegen- schaftsverwaltung, Sponsoren, Bürgerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG 1. Karlsruher Kinderolympiade: 28.05.2008 Karlsruhe, Europahalle 2. Karlsruher Kindergartenolympiade: 14.05.2009 Karlsruhe, Europahalle Kinderturnkongress: 26. – 28.03.2009 Karlsruhe, Campus der Univer- sität AKTUELLER STAND 2007 In Zusammenarbeit mit dem Turngau Karlsruhe Ent- wicklung einer Fortbildung „Bewegungswelt Karls- ruher Kindergarten“ für Erzieher/innen in Karlsruher Kindergärten oder Kindertagesstätten. Ziel ist es, die nachhaltige Bewegung in Karlsruher Kindergär- ten bzw. im gesamten Kindergartenalltag zu för- dern. Umsetzungsmöglichkeiten für verschiedene Tägliche Bewegungszeit Kinderolympiade, Foto: Roland Fränkle – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 65 pädagogische Konzepte der Einrichtungen werden berücksichtigt. Erster Termin der Zusatzqualifi kation war am 13. Oktober 2007. 2008 Information aller Kindergärten und deren Träger über die fi nanzielle Unterstützung einer Kooperati- on zwischen Sportverein und Kindergarten. Mit dem Förderantrag verpfl ichten sich Kindergar- ten und Sportverein zu mindestens einer Bewe- gungseinheit von 40 – 50 Minuten pro Woche. Bis jetzt sind 36 von insgesamt 157 Kindergärten in Karlsruhe eine Kooperation mit einem Sportverein eingegangen. In Karlsruhe sind bisher 14 Schulen mit dem Titel „Grundschule mit sport- und bewegungserziehe- rischem Schwerpunkt“ zertifi ziert. Dabei handelt es sich um ein vom Land und der AOK gefördertes Projekt, um jedem Grundschüler wöchentlich min- destens 200 Minuten kindergerechte körperliche Ertüchtigung zu garantieren. 2009 Karlsruhe beteiligt sich als eine von fünf Kommunen im Land mit dem Stadtteil Mühlburg an dem Pilot- projekt „Gesund aufwachsen in Baden-Württem- berg“, in dessen Verlauf ein kommunales Netzwerk für Ernährung und Bewegung entstehen soll. Ziel ist es, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen im Stadtteil Mühlburg zu verbessern und Strukturen für mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Vom 26. bis 28. März 2009 fand auf dem Campus der Universität Karlsruhe unter dem Motto „Kinder bewegen, besser essen – SynEnergien nutzen“ der Kinderturnkongress statt. Bereits zum dritten Mal wurde die Zusatzqualifi ka- tion „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ für Erziehrinnen und Erzieher angeboten (siehe unter 2007). An dieser Weiterbildung haben in den ver- gangenen Jahren 45 Erzieherinnen und Erzieher teil- genommen. www.karlsruhe.de/fb4/personengruppen/kinder/ bewegungswelt.de Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse und der KSC sind eine Gesundheitspartnerschaft eingegan- gen, um Schulstress, Übergewicht und Bewegungs- mangel bei Kindern entgegenzuwirken. Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis vierzehn Jahren können beispielsweise an Fußballcamps teilnehmen. Das viertägige Camp fand im Wildpark oder bei Part- nervereinen statt. Im Kindergartenjahr 2008/2009 beteiligten sich 44 Kindergärten an der Kooperation Kindergarten – Sportverein. Ca. 20 Kindergärten/-kitas nutzen inzwischen Sporthallen für zusätzliche Bewegungs- stunden. AUSBLICK Familiensportabzeichen XxL – Karlsruher Familien machen 2010 das Deutsche Sportabzeichen. Mit der Aktion sollen möglichst viele Familien über die Dau- er eines halben Jahres zum gemeinsamen Ablegen des Deutschen Sportabzeichens animiert werden. Finaltag: 18. Juli 2010, Beiertheimer Stadion. 3. Karlsruher Kindergartenolympiade am 20. Mai 2010 in Karlsruhe, Europahalle. Eine eintägige Fortbildungsveranstaltung für Erzie- her/innen gemeinsam mit dem Karlsruher Turngau: Bewegungsangebote für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahre. Angebote für Erwachsene sowie in den Bereichen Schule/Verein und Kindergarten/Verein sind entwi- ckelt. Eine fl ächendeckende Förderung ist erreicht. Breites Spektrum stadtweiter generationenübergrei- fender Angebote in Hallen und Grünanlagen. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/sport KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | SPORT, FREIZEIT UND GESUNDHEIT 66 Im März 2008 wurde das „Europabad“ eröffnet. Das neue Freizeitbad bietet 1.330 m² Wasserfl äche innen und weitere 260 m² außen. Hinzu kommen unter anderem ein Erlebnisbecken, ein Wellnessbe- reich mit Dampfbad und verschiedene Rutschen. Vom 16. bis 20. Juni 2008 war Karlsruhe Gast- geber der „Special Olympics National Games“ für geistig- und körperbehinderte Sportlerinnen und Sportler. 3.700 Teilnehmer und 1.200 freiwillige Hel- fer waren bei den 6. Sommerspielen in Deutschland dabei. In der Europahalle wurde 2009 zum 25. Mal das internationale Leichtathletik Hallenmeeting abge- halten. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Baden-Marathon, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADT AM RHEIN 67 3.7 Stadt am Rhein Karlsruhe 2015. Bei uns sind die Dinge am Fluss. ZIEL Als wesentliches Element des Landschaftsparks Rhein erhält das Karlsruher Rheinufer eine durch- gehende Wegeverbindung von der südlichen bis zur nördlichen Gemarkungsgrenze. Die optionale Brücke über die Rheinhafeneinfahrt wird das „Tor“ zur Stadt. Um das Hofgut Maxau entsteht ein Land- schaftspark mit erlebbarer Landwirtschaft. Eine fa- milienorientierte Gastronomie, ein Mehrgenerati- onenpielareal und die Rheinufer-Terrasse sowie ein Rheinmuseum (Knielinger Museum) ergänzen das Angebot und laden zum Verweilen ein. Ein neues, naturverträgliches und benutzerorientiertes Wege- system ist bis 2015 angelegt. Am Westufer des Knielinger Sees entsteht eine Beobachtungsstati- on. Besucherlenkende Maßnahmen garantieren die Schonung des Naturschutzgebietes Knielinger See / Burgau (Natura – 2000 – Gebiet). Karlsruhe wird mit dem Landschaftspark Rhein seine Rolle als nördliches Tor zum PAMINA-Rheinpark, der die Aue- landschaften der Südpfalz, des Mittleren Oberrheins und des Nordelsass verbindet und ein Natur- und Kulturerlebnis auf einer Gesamtfl äche von ca. 350 Quadratkilometern bietet, beachtlich stärken. PROJEKTLEITUNG Gartenbauamt BETEILIGTE TBA, StPlA, LA, UA, HGW, Rheinhäfen, AfA, Stora Enso, Wasser- und Schifffahrtsamt, MBC Karlsruhe e. V., Pächter Hofgut Maxau, DB/VBK (Haltepunkt Maxau), Naturschutzbehörden, Reg.-Präs., Natur- schutzverbände u. a., Bürgervereine, Bürgerschaft Landschaftspark Rhein – „PAMINA-Rheinpark“ BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Landschaftspark Rhein (Hofgut Maxau und Radwegabschnitte von Mühlburg zum Rhein): 07.10.2008 nö. Planungsausschuss (Vorstel- lung der Pläne), 12.12.2008 nö. Bauausschuss (Vorstellung der Pläne), 17.02.2009 nö. Haupt- ausschuss Öffentliche Beteiligung an Planung Landschafts- park Rhein: 27.01.2009 Gemeinderat Grünprojekt 2015 – Landschaftspark Rhein: 24.03.2009 nö. Planungsausschuss 21.04.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Arbeitsgruppe Landschaftspark Rhein: 20.02.2008, 23.07.2008, 10.03.2009 Workshop Landschaftspark Rhein: 03.02.2009 Radweg Knielingen fertig gestellt: 12.05.2009 Einweihung mit Premierenfahrt Informationsveranstaltung für die Vorsitzenden der Karlsruher Bürgervereine: 25.06.2009 Stadtbauforum: 22.10.2009 Landschaftspark Rhein 2015 AKTUELLER STAND 2006/2007 Erarbeitung von grundsätzlichen Rahmenbedin- gungen und Zielvorgaben für die Weiterentwick- lung des Parkkonzeptes innerhalb der AG Land- schaftspark Rhein, in der alle tangierten externen und städtischen Dienststellen sowie Vereine und Interessengruppen Mitglied sind. Dazu gehört auch die begrenzte Einbindung des Knielinger Sees und – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADT AM RHEIN 68 der angrenzenden Auen in das Hochwassergesche- hen entlang des Rheins. Die Arbeitsergebnisse fl ossen in die Konzeption für die BUGA-Bewerbung 2015 ein. Mit den Dienststel- len des Naturschutzes wurden die Randbedingungen für die Durchführung von Gartenschauaktivitäten in der Rheinaue grundsätzlich abgestimmt. Die deut- sche Bundesgartenschaugesellschaft gab am 15. November 2007 bekannt, dass der Zuschlag für die BUGA 2015 an die Havelregion geht. In 2007: Fertigstellung des 1. Bauabschnitts der Grünverbindung Knielingen/Rhein. Ausbaubeginn des Abschnitts von der Alb bis zum ehemaligen Na- tohafen am Rhein. Probelauf des Restaurationsbe- triebs im Hofgut Maxau. Im Rahmen des B-Plan-Ver- fahrens „Erweiterung Rheinhafendampfkraftwerk“ Abstimmung der Einbindung des Vorhabens in den Landschaftspark. 2008 In 2008 wurden die Pläne für den Landschaftspark Rhein weiter konkretisiert. 2009 Um eine mögliche fi nanzielle Förderung für den Land- schaftspark Rhein vom Land Baden-Württemberg zu erreichen, beschloss der Gemeinderat am 21. April 2009 eine Bewerbung um eine Grünprojekt-Förde- rung einzureichen. Die Grünprojekte sind neben den Landesgartenschauen ebenfalls Bestandteil des För- derprogramms „Natur in Stadt und Land“. Der Ministerrat wählte am 15. Dezember 2009 Mühlacker für die Grünprojekt-Förderung im Jahr 2015 aus. Im Doppelhaushalt 2009/2010 wurden Gelder für die Bausteine Mehrgenerationenspielareal und Auf- enthaltsterrasse sowie für den Bau von zwei Rad- wegeabschnitten von Mühlburg zum Rhein bereit- gestellt. In Planung befi nden sich zur Zeit das Spielareal und der Aufenthaltsbereich am Rheindamm, der östliche Abschnitt des Fuß- und Radwegs von Mühlburg zum Rhein sowie der Abgang vom Rheindamm zum ehemaligen Natohafen. Für das Gastronomiegebäu- de ist ein Nutzungs- und Sanierungskonzept in Bear- beitung. Der Radwegabschnitt Bellwiesen steht kurz vor der Ausführung. Die Fuß- und Radwegeverbindung von Knielingen an den Rhein wurde fertiggestellt und am 12. Mai 2009 mit einer Radtour eingeweiht. Die Abstimmungen mit der DB-AG für den Ausbau eines Aussichtsplatzes am Haltepunkt Maxau sowie mit dem MBC (Motorboot-Club) Karlsruhe e. V. über die Aufwertung des Yachthafenareals haben begon- nen. Die Voruntersuchungen für die FFH- und Arten- schutzverträglichkeit sind abgeschlossen, der An- trag wurde noch 2009 beim RP gestellt. Mit der Vorstellung des Projektstandes bei den Vorsitzenden der Karlsruher Bürgervereine und im Stadtbauforum wurde eine kontinuierliche projekt- begleitende Öffentlichkeitsarbeit eingeleitet. AUSBLICK Durchgehende Rheinpromenade und Landschafts- park mit landschaftsbezogenen Naherholungsange- boten in Verbindung mit einer erlebbaren Landwirt- schaft. Gute Anbindungen in die Rheinaue aus den Stadtteilen Knielingen, Mühlburg und Daxlanden . WEITERE INFORMATIONEN – – – Modell Landschaftspark Rhein – Rheinuferterrasse und Mehrgenerationenspielareal, Grafi k: Gartenbauamt KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADT AM RHEIN 69 ZIEL Steigerung der Attraktivität rheinnaher Einrich- tungen um „Karlsruhe an den Rhein zu holen“. Mit dem Rheinauenerlebnispark präsentiert Karlsruhe 2015 eine lebendige Auenlandschaft mit Baum- wipfelpfad, Lehrpfad und Spiel- und Lernstationen. Nicht nur als Erholungsgebiet, sondern auch als Er- gänzung des Bildungsauftrags des Naturschutzzen- trums spielt die neu gestaltete Auenlandschaft eine wichtige Rolle. Es unterstützt die Ziele zur Naturbil- dung und Naturerfahrung. PROJEKTLEITUNG Gartenbauamt/Naturschutzzentrum BETEILIGTE TBA, LA, StPlA, UA, Bäderbetriebe, HGW, RP (Hoch- wasserschutz, IRP), Naturschutzbehörden, Wasser- sportvereine, Naturschutzverbände, Bürgervereine, Bürgerschaft Rheinauenerlebnispark BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Bürgerinformation für die Wassersportvereine Rappenwört des Regierungspräsidiums Karlsruhe zum Thema „Hochwasserrückhalteraum Bellen- kopf/Rappenwört“: April 2008 Bürgerinformation des Regierungspräsidiums Karlsruhe zum Thema „Hochwasserrückhalte- raum Bellenkopf/Rappenwört“: 09.10.2008 Naturschutzzentrum Karlsruhe Rappenwört, „Kletteraktion in die luftigen Wipfel der Au- waldbäume“ im Rahmen des Tages der offenen Tür (Themen „PAMINA-Rheinpark“, „Lebendige Rheinauen“): 13.05.2009 Informationsgespräch mit Vertretern der Was- sersportvereine zur zukünftigen Erschließung im Sinne des Besucherlenkungskonzeptes sowie der Freifl ächengestaltung im Bereich der Vereins- heime: 02.10.2009 – – – – Naturschutzzentrum - Experimentierfeld Wasserlandschaft, Foto: Hans-Volker Müller KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADT AM RHEIN 70 AKTUELLER STAND 2007 Einweihung des Experimentierfelds Hochwasser- schutz beim Naturschutzzentrum Karlsruhe. Erster Baustein des ökologisch orientierten Teils des Auenerlebnisparks. Anhand eines naturnah ausge- formten Flusslaufs sowie eines regulierten Flussab- schnitts mit Retentionsräumen können experimen- tell die Auswirkungen von Hochwasserereignissen und die unterschiedlichen Abfl ussverhalten erfahren werden. 2008 – 2009 Abstimmung wesentlicher Rahmenbedingungen für die Sicherung und die Entwicklung des Naher- holungsraums Rappenwört mit den Planungsbe- hörden des Landes Baden-Württemberg im Vorfeld des anlaufenden Planfeststellungsverfahrens für den Hochwasserretentionsraum Bellenkopf/Rappenwört (Integriertes Rheinprogramm – IRP). Hierzu gehören die Sicherung der Zugänglichkeit des Naturschutz- zentrums, des Rheinstrandbads und der Wasser- sportvereine im Einstaufall des Polders. AUSBLICK Die Realisierung des Leitprojekts wird wesentlich von der Umsetzung der Planungen des Polders (IRP) bestimmt. Die Verwirklichung wesentlicher Projekt- bausteine bis 2015 ist nur bei rechtzeitiger Realisie- rung der IRP-Baumaßnahmen im Umfeld erreich- bar. Ab 2015 greift das Besucherlenkungskonzept. Die Wege in besonders schutzbedürftigen Bereichen des Rappenwörter Altrheinbogens sind entlastet. Ein benutzerorientiertes hochwasserbeeinfl usstes Wegesystem ist entstanden. Die Restauration im Rheinstrandbad ist saniert. Am Südrand des Bades besteht in Verbindung mit Infostationen zum Hoch- wasserschutz, der Rheinschifffahrt und Spielange- boten ein ganzjähriger Zugang an den Rhein. In 2010 ist mit der Eröffnung des Planfeststellungs- verfahrens zum Bau des Polders zu rechnen. Auf Grundlage der in 2010 absehbaren zeitlichen Ab- läufe wird eine Prüfung und ggf. Anpassung dieser Zielsetzungen vorzunehmen sein. WEITERE INFORMATIONEN Teile des Leitprojekts sind in der Veröffentlichung des Regierungspräsidiums Freiburg „Erholungskonzept Rheinauen“ (2008) enthalten und beschrieben: www.rp-freiburg.de/servlet/PB/menu/1252194/ index.html KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADT AM RHEIN 71 Am 30. April 2009 wurde das „Hafen-Kontor Karlsruhe“ offi ziell eröffnet. Das ehemalige Werks- gebäude des Nestlé-Konzerns wurde für zehn Milli- onen Euro saniert bzw. umgebaut. Alle Räume sind an Firmen vermietet. Das Hafen-Kultur-Fest lockte vom 26. bis 28. Juni 2009 wiederum zehntausende Besucher an. Das neue Fahrgastschiff „Karlsruhe“ hat im De- zember 2009 seinen Vorgänger abgelöst. Es ist län- ger, breiter und komfortabler und bietet bis zu 600 Fahrgästen Platz. Eröffnungsfahrt der neuen MS Karlsruhe wird am 27. März 2010 sein. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Rheinhafen Karlsruhe, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe 3.8 Stadtbild / Städtebau Karlsruhe 2015. Bei uns wirkt ein gestaltender Geist. ZIEL Umnutzung des brachfallenden Schlacht- und Vieh- hofareals in ein zukunftsfähiges Cluster für Kultur und Gewerbe (Kreativpark); Ansiedlung von kultur- nahem, innovativem Gewerbe mit zukunftsorien- tierten Arbeitsplätzen. PROJEKTLEITUNG Karlsruher Fächer GmbH & Co Stadtentwicklungs- KG (KFG) BETEILIGTE Dezernat 1, Dezernat 2, Dezernat 4, Dezernat 6, StPlA, TBA, GBA, KA, StK/SPC, Wifö, UA, BuS, Brand- Dir., ZJD, LA, AfA, Grundstücksbewertungsstelle, SWK, VBK, bestehende und zukünftige Nutzer, In- vestoren, Denkmalschutz, Bürgerverein Oststadt, Tollhaus, Substage, Jazzclub, Architekten, Fachinge- nieure, Regierungspräsidium Karlsruhe Alter Schlachthof KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 72 Alter Schlachthof, Foto: Monika Müller-Gmelin BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Festlegung Stadtumbaugebiet „Alter Schlacht- hof“: 01.08.2006 Planungsausschuss 11.12.2007 Gemeinderat Bebauungsplan „Schlachthof-Viehhof“, Karlsruhe-Oststadt: 08.07.2004 Planungsausschuss (Aufstellungsbeschluss) 23.06.2006 Planungsausschuss (Ergebnis Planungswerkstatt) 01.09.2007 Planungsausschuss (Bebauungsplanvorentwurf) 13.02.2007 Planungsausschuss (Bebauungsplanvorentwurf) 24.07.2007 Planungsausschuss (Gestaltungshandbuch) 19.02.2008 Gemeinderat (Änderung der Stellplatzablösezone) 11.03.2008 Gemeinderat (Anfrage zu Altlasten) 06.05.2008 Gemeinderat (Auslegungsbeschluss) 11.07.2008 Bauausschuss (Vergabe der Tiefbauarbeiten) 29.09.2009 Gemeinderat (Satzungsbeschluss) Straßenbahn Süd-Ost/Schlachthof, Planänderungen: 29.11.2001 nö. Planungsausschuss 27.06.2002 nö. Planungsausschuss 24.03.2009 nö. Planungsausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG „UND#2“ (Plattform zur Präsentation von Kunstinitiativen): 15.02. – 14.03.2007 Temporäre Galerie in der Fleischmarkthalle mit Ausstellungen, Konzerten, Theater, Lesungen: seit Herbst 2007 Tag der offenen Türen im Kreativpark Alter Schlachthof: 10.05.2009 AKTUELLER STAND 2006 Erstellung eines Rahmenplans für die städtebauliche Neuordnung und die Aufgabe des Schlachtbetriebs mit Aussagen zur gewünschten städtebaulichen Struktur, der Ausgestaltung der öffentlichen Räume sowie zur Nutzung der denkmalgeschützten Gebäu- de. KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 73 – – – – – – 2007 Auf Grundlage des Rahmenplans Erarbeitung eines Bebauungsplanentwurfs, der die gewünschte Mi- schung von Kulturzentren, Kultur- und Kreativschaf- fenden sowie kreativem, kulturnahem und hoch- wertigem Gewerbe nicht nur bauplanungsrechtlich sichern, sondern auch infrastrukturell ermöglichen soll. Herbst 2007: Vorstellung des Bebauungsplanvor- entwurfs und Diskussion desselben mit Bürgerschaft und Trägern öffentlicher Belange. Zudem seit 2007: Vermietung bereits frei gewor- dener und in einen denkmalgerechten nutzbaren Zustand versetzter Gebäudeabschnitte mit ausrei- chender infrastruktureller Versorgung an neue Nut- zer aus dem gewünschten Segment der „creative industries“. Zusätzlich temporäre Nutzung leer ste- hender Gebäude. Durch die „Inbesitznahme“ von Räumen im Kon- versionsgebiet werden nicht nur die zukünftigen Nutzer mit der besonderen Qualität des Ortes und den dortigen Möglichkeiten vertraut, sondern auch die Bürger nehmen diesen bis vor kurzem sehr in- trovertierten Stadtbaustein als unfertigen, belebten, spannenden, experimentierfreudigen, kreativen und atmosphärisch einzigartigen Ort wahr. 2008 Auslage des überarbeiteten Bebauungsplanent- wurfs in der ersten Jahreshälfte 2008. Bearbeitung der eingegangenen Anregungen ab Sommer 2008. Seitdem beginnende Neuerschließung des Viehhofs und von Teilen des Schlachthofs in infrastruktureller und verkehrlicher Hinsicht. Seit Frühjahr 2008 wird das Tollhaus für geplante 3,5 Mio. Euro umgebaut (Neuorganisation Foyers, Anbau Zelthaus, Sanierung Dach). Am 15. Juli 2008 hat der Gemeinderat den Weg für den Umzug des Musikclubs Substage (heute am Ettlinger Tor) auf das Schlachthofgelände frei gemacht. Die ehema- lige Schlachthalle wird zur neuen Veranstaltungs- stätte umgebaut. 2009 Der Gemeinderat beschloss, im Doppelhaushalt KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 74 2009/2010 weitere Investitionszuschüsse für das Tollhaus (plus 720.000 Euro) und das Substage (plus 412.000 Euro) bereitzustellen. Der Fortgang beider Baustellen wird dadurch gewährleistet. Am 10. Mai 2009 fand auf dem ehemaligen Schlacht- hofgelände ein Tag der offenen Türen statt. Die Öf- fentlichkeit hatte die Möglichkeit, Institutionen, Be- triebe und Ateliers auf dem Gelände zu besichtigen. Bis jetzt haben sich bereits folgende Institutionen auf dem Areal angesiedelt: Eine-Welt-Theater, Tollhaus, Karlsruher Jazzclub, Rock-Bar „Alte Hackerei“, mood lounge und das Menschenrechtszentrum. Auch kreatives Gewerbe hat sich angesiedelt: Künstler, Restauratoren, Kunst- handwerker, Instrumentenbauer und Firmen aus der Film- und Medienbranche im Filmhaus. Das Kinderkulturfestival KiX fand Ende Mai 2009 erstmals auf dem Schlachthofareal statt (siehe Leit- projekt „Kinder- und Jugend-Kultur“). Am 29. September 2009 beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan „Schlachthof/Viehhof“ als Sat- zung. Er wurde am 30. Oktober 2009 rechtskräftig. AUSBLICK Sanierung und Umnutzung zentraler Gebäude in den kommenden Jahren bis 2015. 2010 wird der Musikclub Substage vom Ettlinger Tor auf das Areal ziehen. Die frühere Schweinemarkt- halle soll zu einem Existenzgründerzentrum für Kre- ative umgebaut werden. Ein Raum-in-Raum-System von Seefrachtcontainern soll vielfältige und netz- werkunterstützende Arbeitsplätze bieten. Weitgehender Abschluss der verkehrlichen und infra- strukturellen Neuordnung des Konversionsgebietes in 2011. In 2011 Bauarbeiten für die Straßenbahn Südost und damit einhergehend Umgestaltung der Schlachthausstraße. Vollständige Umwandlung des Quartiers in ein Cluster für Kultur und Gewerbe mit neustrukturierter Erschließung und den Bedürfnis- sen der gewünschten Nutzer angepasstem Gebäu- dezustand eingebunden in die Oststadt und den umgebenden Ostauepark bis 2015. WEITERE INFORMATIONEN – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 75 ZIEL Internationale Bauausstellung: Visionäre Baupro- jekte als Pilotvorhaben für Energie, Bautechnologie und neue Nutzungsanforderungen für Wohnen und Gewerbe- und Kommunalbauten werden präsen- tiert. Einen Schwerpunkt wird die Familienorientie- rung und generationenübergreifendes Wohnen im experimentellen Wohnungsbau bilden. Internatio- naler Austausch fi ndet über Wettbewerbe und im Begleitprogramm der Bauausstellung statt, insbe- sondere mit den Partnerstädten. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE LA, SJB, HGW, GW, GBA, VoWo, Architektenkam- mer, Werkbund, BDA, SRL, KIT u. a., Investoren, künftige Nutzerinnen und Nutzer (Projektgruppe „Mehrgenerationenwohnen Am Albgrün“) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Bauausstellung: 15.07.2008 Gemeinderat, 12.11.2009 nö. Gemeinderätliche Kommission „Stadtjubiläum 2015“ Mehrgenerationenwohnprojekt Grünwinkel: 21.04.2005 nö. Planungsausschuss 10.06.2008 Gemeinderat 21.01.2009 nö. Planungsausschuss 14.12.2009 nö. Planungsausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Bauausstellung regelmäßige Treffen Arbeitsgruppe Bauausstel- lung (AG) seit April 2008 Workshop mit AG, externen Experten und Vertretern der Fraktionen: 05.12.2008 Workshop mit AG und KIT: 01.07.2009 Rückkoppelung Workshop mit AG und Vertretern der Fraktionen: 24.09.2009 Eintägiges Symposium „Die Stadt neu sehen“: 26.11.2009 Stadtbauforum: 11.12.2008 Stadterneuerung durch Transformation 18.03.2009 Bauausstellung: Instrument und Mythos Visionäre Bauprojekte (Bauausstellung, Generationenwohnen) Mehrgenerationenwohnprojekt „Am Albgrün“ in Grünwinkel Auftaktveranstaltung: November 2007 seither: laufende (monatliche) Projektgruppen- treffen und Informationsveranstaltungen Planungswerkstatt: 18. – 20.09.2009 Jury-Sitzung (Auswahl eines Entwurfs als Grund- lage für weitere Planung): 25.11.2009 Jury-Sitzung AKTUELLER STAND Bauausstellung/Stadtausstellung 2007 13. Dezember 2007 Stadtbauforum zum Thema „In- ternationale Bauausstellung“ mit einem Vortrag von Professor Kunibert Wachten, Mitglied des Kuratori- ums der IBA 2013 in Hamburg; Auftakt für eine pro- jektbegleitende Reihe von Veranstaltungen und die Kooperation mit den Fachverbänden wie der Archi- tektenkammer und dem BDA zur Konzeptfi ndung. Planungsrechtliche Voraussetzungen zur Verwirkli- chung visionärer Bauprojekte – auch durch private Gesellschaften und Bauträger in Zusammenarbeit mit Investoren – wurden geschaffen: Konversions- bebauungspläne Karlsruhe-Südost, Nördlich des Blankenlocher Weges in Neureut und Sudetenstra- ße in Knielingen. Moderierende Begleitung durch Stadtplanung. Projekte in eigener, städtischer Verantwortung: u.a. eine Grund- und Hauptschule in Karlsruhe-Südost, die neue Hauptfeuerwache, für die zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt wurde. Durlacher Al- lee: „Alter Schlachthof“ und Ausbau des Standorts EnBW. 2008 Eine Arbeitsgruppe – moderiert vom Stadtplanungs- amt – setzte sich Anfang 2008 das Ziel, ein Konzept für eine Bauausstellung zum Stadtjubiläum 2015 zu erstellen. Vertreter der Architektenkammer, des Bunds Deutscher Architekten, der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, der Volks- wohnung, des Karlsruher Instituts für Technologie (Innovationsforum Wohnungsbau), GBA und StPlA näherten sich schrittweise dem Thema und konzent- rierten sich in der Endphase für ein erstes Konzept – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 76 auf die Zielrichtung Stadtreparatur und Stadtum- bau, dezentrale Präsentation von Beispielen, Allein- stellungsmerkmal für Karlsruhe in Konkurrenz mit anderen Bauausstellungen sowie Neuformulierung eines Stadtbriefs im Sinne des Karlsruher Privilegi- enbriefs von 1715. Eine „Defi zit-Analyse“ mit der Frage nach in naher Zukunft drängenden städte- baulichen Problemen in Karlsruhe wies auf einen großen Bestand an Bürobauten aus den 1960er und 1970er Jahren hin, deren Zukunftsfähigkeit nicht gegeben ist. Schon die aktuellen Anforderungen an die Energieversorgung und Nutzbarkeit sowie das Überangebot an Bürofl ächen lassen den Schluss zu, dass mittelfristig große Leerstände mitten in der Stadt zu erwarten sind. Hierzu fand am 5. Dezem- ber 2008 ein Workshop mit der AG Bauausstellung, externen Experten sowie Vertretern der Fraktionen statt. Am 11. Dezember 2008 wurden die Ideen mit der Öffentlichkeit im Rahmen eines Stadtbauforums diskutiert. 2009 Das Projekt Bauausstellung wurde nach einer einein- halbjährigen konzeptionellen Phase und Überprü- fung der Idee weiter diskutiert. Die Konkretisierung erfolgte unter dem Titel „Stadterneuerung durch Transformation: Chancen, Perspektiven für (Büro) Bauten der 60er und 70er Jahre“. Die in vielen Fäl- len vorhandene konstruktive Gebäudestruktur ließe wegen der fl exiblen Flächendisposition verschie- dene Nutzungen zu. Stadterneuerungsmaßnahmen im Umfeld könnten derartige Erneuerungsprozesse ergänzen. Intensive Recherchen und Gespräche mit Vertretern der Immobilienwirtschaft und der Eigen- tümer bestätigten diese Einschätzung. Dennoch konnten keine Objekte gefunden werden, die bis 2015 einer Transformation zu unterziehen gewesen wären. Der Hauptgrund dafür war in vielen Fällen die komplizierte Eigentümerstruktur der Objekte. Stadtbauforum mit dem Thema „Bauausstellung – Instrument und Mythos – Der richtige Weg für Karlsruhe?“ am 18. März 2009. Die Teilnehmer diskutierten über eine mögliche Ausrichtung einer Bauausstellung in Karlsruhe. Der Arbeitskreis, dem städtische Experten und externe Fachleute aus Ar- chitektur, Planung und Forschung angehören, hat die Anregungen aus dem Forum aufgenommen. Parallel dazu wurde die Architekturfakultät des KIT um eine kritische Stellungnahme zu dem bis- her vorliegenden Exposé gebeten. Hierzu fand am Planungswerkstatt zum Mehrgenerationenwohnen in Karlsruhe-Grünwinkel, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 77 1. Juli 2009 ein Workshop (Teilnehmer AG Bauaus- stellung und Innovationsforum Wohnungsbau KIT) statt. Daraus entwickelte sich eine neue Idee, das Thema Stadtbaukultur im Jubiläumsjahr 2015 zu präsentieren. Von der Idee einer Bauausstellung zur Idee einer Stadtausstellung: Die Teilnehmer des Workshops waren sich einig, dass eine Bauausstellung in das Konzept zum Stadtjubiläum 2015 integriert werden sollte. In den nächsten Jahren werden viele städte- baulich interessante Projekte realisiert werden. In diesem Zusammenhang wird eine zusätzliche Bau- ausstellung im herkömmlichen Sinn als problema- tisch angesehen. Deshalb wollen die Akteure unter dem Arbeitstitel „Stadtausstellung Karlsruhe 2015. Die Stadt neu sehen“ ein anderes Format als eine traditionelle Bauausstellung erarbeiten. Eine Stadt- ausstellung kann für Karlsruhe ein Alleinstellungs- merkmal sein. Eine Einreihung in die „IBA-Städte“ soll bewusst vermieden werden. Die Idee wurde am 24. September 2009 mit Vertretern der Fraktionen rückgekoppelt und fand am 12. November 2009 die Zustimmung der Gemeinderätlichen Kommission „Stadtjubiläum 2015“. Zur Konkretisierung der The- men hat das Innovationsforum Wohnungsbau (KIT) am 26. November 2009 ein eintägiges Symposium „Die Stadt neu sehen“ durchgeführt. Die Fraktionen waren bei einer abschließenden Diskussion auf dem Podium vertreten. Ein Exposé soll bis Mitte 2010 dem Gemeinderat vorgelegt werden. Mehrgenerationenwohnen 2007 Baugruppenprojekte unterschiedlichen Fortschritts, insbesondere auch Mehrgenerationenwohnen. Dazu zählt das Gemeinschaftsprojekt mit der Volks- wohnung in Grünwinkel (Moderationsprozess mit zweiter Veranstaltung im November 2007 auf den Weg gebracht). www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/baugruppen 2009 Das Durlacher Mehrgenerationenprojekt wurde er- öffnet. Im sogenannten „Gritzner Zentrum“ sind eine Kindertageseinrichtung, Studentenapparte- ments und Wohnungen für ältere Mitbürger unter- gebracht. Die Haushaltsmittel für die neue Hauptfeuerwache im Osten der Stadt wurden in den Doppelhaushalt 2009/2010 eingestellt. Im Jahr 2007 fand das erste Treffen zwischen interes- sierten Bürgern und Vertretern des Stadtplanungs- amtes statt, um das „Mehrgenerationenwohnen Am Albgrün“ auf den Weg zu bringen. Mittlerweile sind über 100 Personen an dem Projekt beteiligt. Mit einer Planungswerkstatt vom 18. bis 20. Sep- tember 2009 ging das Projekt in eine entscheidende Phase. Fünf Architektenteams erarbeiteten mit fünf Bewohner-Baugruppen, der Stadt, der Volkswoh- nung sowie weiteren Interessierten eine städtebau- liche Gesamtlösung. Eine Jury hat die fünf Entwürfe am 25. November 2009 beurteilt und eine Empfeh- lung für eine Weiterbearbeitung ausgesprochen. Die Ergebnisse fl ießen in einen Bebauungsplan ein, dessen Aufstellungsbeschluss für Januar 2010 ge- plant ist. Im Frühjahr 2010 soll der Bauantrag für den ersten Bauabschnitt eingereicht werden. Ins- gesamt sind ca. 100 neue Eigentums-, Genossen- schafts- und Mietwohnungen für Menschen aller Altersstufen vorgesehen. AUSBLICK Präsentation beispielhafter zukunftsweisender Bau- ten. Die Konversionsgebiete Neureut und Knielingen werden in den Teilgebieten realisiert sein, in denen innovative und experimentelle Wohnprojekte prä- sentiert werden sollen. In diesen Gebieten und im Bereich der Ludwig-Erhard-Allee/Durlacher Allee sind innovative Gewerbe- sowie Verwaltungs- und Kommunalbauten realisiert. Modellschule und neue Hauptfeuerwache in Karlsruhe-Südost (City-Park) sind in Betrieb. Die angelaufenen Baugruppenpro- jekte (Mehrgenerationenwohnen) sind bezogen. Aus Projektüberschneidungen (Alter Schlachthof, Museumslandschaft, Geothermie, Innenstadt) erge- ben sich für die Stadtausstellung weitere Präsentati- onsmöglichkeiten. Durch Ausstellungen der Partner- städte wird internationaler Austausch möglich. WEITERE INFORMATIONEN Projektgruppe „Mehrgenerationenwohnen Am Albgrün“: www.am-albgruen.de KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 78 ZIEL Energieeffi zienter Umgang mit Licht im öffentlichen Raum und gezielter Einsatz von Effektbeleuchtung; Herausstellen des unverwechselbaren Stadtcharak- ters durch Licht. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, GBA, StMa, BuS, Lichtplaner, Stadtwerke, Inve- storen, Bürgerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Lichtplan: 22.07.2008 Planungsausschuss 12.09.2008 Bauausschuss 23.09.2008 Gemeinderat 14.10.2008 Hauptausschuss 26.06.2009 Bauausschuss 14.12.2009 Planungsausschuss (Sachstandsbericht 2009) VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Ausstellung des Lichtplans: 17.06. – 27.07.2008 Karlsruhe, Rathaus 04.11. – 14.11.2008 Architekturschaufenster, Waldstraße Führung durch das nächtliche Karlsruhe: 12.11.2008 Architektursparziergang Vorstellung des Lichtplans: 10.04.2008 Luminale Frankfurt 20.04.2009 Bundestag Berlin, Petition zur Licht- verschmutzung, Grünen Fraktion 29.04.2009 KOMCOM Süd 2009 – Sonderforum Licht (Messe Karlsruhe) 03.11.2009 Senat Berlin, Lichtbeirat 05.11.2009 NABU-Fachtagung zum Thema Energieeffi ziente Stadtbeleuchtung AKTUELLER STAND 2007 Inhaltliche Konkretisierung eines möglichen Licht- plans. Bürgerbeteiligung fand statt. Lichtplan Ständehaus, Foto: Monika Müller-Gmelin – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 79 2008 Am 22. Juli 2008 stimmte der Planungsausschuss dem über zwei Jahre entwickelten Lichtplan zu. Das Grundlagenpapier enthält zahlreiche Maßnahmen, wie die Beleuchtung der Stadt, insbesondere die Il- lumination einzelner Gebäude, bis zum Jahr 2015 verbessert werden kann. In der Herren- und Ritterstraße wurde das Hervor- heben des Fächergrundrisses mittels Leuchtbändern getestet. Ausstellungen im Rathaus und im Architekturschau- fenster zeigten die Ziele und Inhalte des Lichtplans. Die Vorstellungen wurden durch eine öffentliche Führung durch das nächtliche Karlsruhe ergänzt. 2009 Umrüstung Quecksilberdampfl ampen Um die Energieanforderungen für die neuen Be- leuchtungsprojekte zu kompensieren, ist sukzes- sive der vorhandene Leuchtenbestand von Queck- silberdampf- in Natriumdampfl ampen umzurüsten. Hierfür wurden zusätzlich Mittel beim Projekt Stra- ßenbeleuchtung eingestellt. Bisher wurden in 2009 insgesamt 432 Leuchten mit 696 Lampen umgerü- stet bzw. ersetzt, was eingesparten Energiekosten von rund 10.000 Euro entspricht. Ständehaus Das Ständehaus wird durch Sponsoring der Stadt- werke Karlsruhe beleuchtet. Die beiden Seitenfl ügel werden fl ächig mit einer Gobo-Projektion ange- strahlt, die Lichtintensität wird von oben nach un- ten dezenter. Die Dachkante wird mit einem weiß- blauen LED-Band hervorgehoben. Die Rotunde wird mit weißem Licht beleuchtet. Dammerstock Anlässlich des Jubiläums in 2009 erhielt das markante Gebäude am nördlichen Eingang zur Dammerstock- siedlung eine den Entwurfsgedanken des Bauwerks akzentuierende Fassadenlichtgestaltung. Ziel ist es, das Gebäude als Einheit auch nachts sachlich mo- dern, dem Charakter der Siedlung entsprechend, zu präsentieren. Rechtzeitig zu den Jubiläumsfeierlich- keiten im September wurden eine Unterleuchtung des Terrassendaches der Gaststätte, die Anstrahlung des Dammerstocklogos auf dem Kamin der Nürn- berger Straße 3 sowie die Hinterleuchtung der Fen- ster des ehemaligen Waschhauses umgesetzt. Grünwinkel Der Lichtplan sieht eine Optimierung und Auf- wertung der Beleuchtung entlang der Alb vor. Die vorhandene Beleuchtung der Albkapelle ist in die Jahre gekommen. Aufgrund der hohen Blendung und der unwirtschaftlichen Leuchtmittel (Quecksil- berdampfl ampen) soll die vorhandene Beleuchtung der Kapelle entsprechend den Zielen des Lichtplans saniert und optimiert werden. Da die Kapelle im un- beleuchteten Naturraum des Albgrüns steht, soll die Lichtstromabgabe und der Gesamtstromverbrauch des Bestands durch die neuen Leuchten nicht über- schritten werden. Die Helligkeiten des nächtlichen Erscheinungsbildes wurden bewusst niedrig ausge- legt, da bei dunkeladaptiertem Auge bereits geringe Helligkeiten ausreichen, um ein Objekt zu beleuch- ten. Neben möglichst geringen Lichtmengen soll die Wahl des Lichtspektrums der Leuchten eine Störung bzw. Anziehung der nachtaktiven Tiere auf ein Mi- nimum reduzieren. Hierzu ist der Ersatz der drei Be- standsleuchten mit Strahlern in LED-Technologie und neutralweißer Lichtfarbe vorgesehen. Die Lampen erzeugen ausschließlich Licht im für den Menschen sichtbaren Bereich. Es wird kein UV-Licht emittiert, welches besonders auf Insekten anziehend wirkt. Das Beleuchtungskonzept wurde mit dem NABU abgestimmt. Mühlburg Es wurde ein Beleuchtungskonzept entwickelt, welches als „Lichtdach“ den Einkaufsbereich Rhein- straße Mühlburg optisch verbindet und damit auch den Stadteingang von Westen besonders hervor- hebt. Mittels Computersteuerung können verschie- dene Farben temporär dargestellt werden. Somit kann z.B. für Weihnachten, Ostern oder auch den Valentinstag eine ganz spezielle Stimmung erzeugt werden. An derselben Seilabhängung wird auch die Straßenbeleuchtung befestigt und so sehr unauffäl- lig und gezielt die Straßenfl äche funktional beleuch- tet. Das Projekt wurde im Rahmen des Beteiligungsver- fahrens Sanierungsgebiet Mühlburg abgestimmt KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 80 und befi ndet sich aktuell in der Ausführungspla- nung. Eine Bemusterung wurde im Januar 2010 durchgeführt und fand eine breite Zustimmung. Ziel ist, das Lichtdach Mühlburg bis Advent 2010 umzu- setzen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Wettbewerb „Kommunen im neuen Licht“ ausgeschrieben. Bis zu 10 Demonstrationsobjekte werden mit einer Fördersumme bis zur Höhe der tatsächlich entstehenden Ausgaben gefördert (max. 2 Mio. Euro pro Projekt). Das Projekt der neuen Be- leuchtung des „Lichtdaches“ in der Rheinstraße in Mühlburg eignet sich für eine Bewerbung. Hier wer- den LEDs in einem innovativen Ansatz im Rahmen der Gestaltungsbeleuchtung eingesetzt. Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, ist eine Um- planung der vorhandenen Allgemeinbeleuchtung in LED-Technik erforderlich. Hierzu wurde der beste- hende Auftrag des Büros Vogt & Partner entspre- chend erweitert. Das Ergebnis der Wettbewerbsjury wird im April 2010 vorliegen. Oststadt Ziel des Lichtplanes ist u. a. auch die Orientierung im nächtlichen Karlsruhe zu verbessern. Die Kirche St. Bernhard am Durlacher Tor bildet den Abschluss der Kaiserstraße im Osten. Sie ist eine wichtige Landmarke im Stadtgrundriss und wurde im Licht- plan mit der Prioritätsstufe 1 versehen. Um die Synergieeffekte im Zuge der Kirchensanierung zu nutzen, wurde eine Umsetzung des Lichtkonzeptes zum jetzigen Zeitpunkt als sinnvoll erachtet. Vor- gesehen ist eine fl ächige Anstrahlung des Turms mit Akzentuierung einzelner Elemente sowie eine gebäudenahe Anstrahlung des Kirchenschiffes mit Bodeneinbauleuchten. Somit wird auch der Bereich um die Kirche aufgehellt. Zur Erhöhung der Aufent- haltsqualität des Platzes werden die vorhandenen Natriumdampfl ampen (gelb) in den Straßenlaternen durch Halogenmetalldampfl ampen (warmweiß) er- setzt. Eine Beleuchtungsprobe erfolgte im Dezem- ber 2009, die Umsetzung ist für 2010 vorgesehen. Turmberg Die Stadt Karlsruhe hat beim Bundeswettbewerb „Energieeffi ziente Stadtbeleuchtung“ mit der Sanie- rung der Beleuchtung des Turmbergs in Durlach den Sonderpreis für die Sanierung einer Illumination ge- wonnen. 180 Kommunen hatten sich mit über 650 Konzepten beworben, insgesamt wurden 18 Preise verliehen. Ausschlaggebend für die Prämierung war u. a. auch die Einbindung in ein Gesamtkonzept (Lichtplan). Voraussetzung für die Bewerbung war, dass durch die Sanierung der Beleuchtung der En- ergieverbrauch um mindestens 50 % reduziert wird. Mit der Auszeichnung besteht nun die Möglichkeit, einen Zuschuss auf die förderfähigen Ausgaben aus dem BMU-Umweltinnovationsprogramm zu erhal- ten (ca. 40 % der förderfähigen Kosten). Über die konkrete Höhe der Förderung entscheidet der Bun- desminister erst nach Vorlage eines formellen An- trags. Dieser wurde Ende 2009 gestellt, das Projekt muss bis Mitte 2010 umgesetzt werden. AUSBLICK Ca. 80 % der vorgeschlagenen Maßnahmen sollen bis 2015 realisiert sein. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/projekte/ lichtplan KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 81 ZIEL Aufwertung der Stadteingänge, um die Attraktivi- tät der Stadt bereits bei ihrem Betreten – sei es per Auto, per Bahn, mit dem Rad oder zu Fuß – sichtbar werden zu lassen. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, BuS, Wifö, StMa, Stadtwerke, Lichtplaner, Bür- gerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Ideenwettbewerb Durlacher Allee (Durlacher Tor bis Autobahnanschluss): 29.09.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND Mühlburg Es wurde ein Beleuchtungskonzept entwickelt, welches als „Lichtdach“ den Einkaufsbereich Rhein- straße Mühlburg optisch verbindet und damit auch den Stadteingang von Westen besonders hervor- hebt. Mittels Computersteuerung können verschie- dene Farben temporär dargestellt werden. Somit kann z.B. für Weihnachten, Ostern oder auch den Valentinstag eine ganz spezielle Stimmung erzeugt werden. An derselben Seilabhängung wird auch die Straßenbeleuchtung befestigt und so sehr un- auffällig und gezielt die Straßenfl äche funktional beleuchtet. Das Projekt wurde im Rahmen des Be- teiligungsverfahrens Sanierungsgebiet Mühlburg abgestimmt und befi ndet sich aktuell in der Aus- führungsplanung. Eine Bemusterung ist für Januar 2010 geplant. Ziel ist, das Lichtdach Mühlburg bis Advent 2010 umzusetzen. Im Rahmen des Sanierungsgebietes Soziale Stadt Mühlburg wurde ein Planerworkshop zur Aufwer- tung der Bereiche Stadteingang Entenfang, Kleine Rheinstraße und Lameyplatz durchgeführt. Die Er- gebnisse für den Entenfang werden aktuell geprüft. Eine Umsetzung ist in Abhängigkeit der Maßnah- men der VBK und der weiteren Entwicklung der Post am Entenfang zu sehen. Durlacher Allee Die Durlacher Allee – beginnend am Durlacher Tor mit dem Bereich Messplatz bis zum Autobahnan- schluss – soll aufgewertet werden. Für diese wichtige Entwicklungsachse war im Jahr 2010 ein städtebau- licher Ideenwettbewerb vorgesehen. Der Gemein- derat hat sich in seiner Sitzung am 29. September 2009 jedoch mehrheitlich gegen die Durchführung dieses Wettebewerbs ausgesprochen. AUSBLICK Bis 2015 und darüber hinaus ist die Qualität der Stadteingänge geprüft – Mängel sind behoben und Potenziale ausgebaut. Die Stadteingänge sind auf- gewertet und werden bewusst wahrgenommen. Sie werden baulich, landschaftlich etc. so gestaltet, dass die hohe Attraktivität der Stadt sichtbar wird. WEITERE INFORMATIONEN www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta/ Stadtentwicklung/Stadtteilentwicklung/muehlburg/ Attraktive Stadteingänge – Modell Stadteingang Mühlburg, Grafi k: Pesch und Partner KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 82 ZIEL Sukzessive Umsetzung des Plätzekonzepts, Aufwer- tung/Neugestaltung der Innenstadtplätze, Auswei- tung auf Gesamtstadt angestrebt. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, GBA, BuS, Wifö, StMa, KASIG, Land B.-W., Lichtplaner, externe Büros, Bürgerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Plätzekonzept: 08.12.2006 Planungsausschuss 01.04.2008 Planungsausschuss 10.06.2008 Gemeinderat 21.01.2009 Planungsausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Die Drittklässler der Hans-Thoma-Schule nehmen die Plätze der Innenstadt in Augenschein und bewerten diese: Juni 2009 Vorstellung der Ergebnisse des Planungswettbe- werbs Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße im Stadtbauforum: 11.03.2010 AKTUELLER STAND Sukzessive Umsetzung des Plätzekonzepts von 2003 zur Aufwertung und Neugestaltung der Innenstadt- plätze 2007/2008 Plätze der 1. Priorität : Schlossplatz: Die aktuell durchgeführte Sanierung soll bis 2015 abgeschlossen sein. Verantwortlich für die Maßnahmen ist das Land Baden-Württemberg (siehe auch Leitprojekt „Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten“). Festplatz: Vorplanung durch das Landschaftsarchi- tekturbüro Agence Ter in Abstimmung mit der Stadt Karlsruhe in 2007 durchgeführt. Lidellplatz: Erarbeitung eines Konzepts (neue Ord- nung Kleider- und Glascontainer; neue Möblierung und Beleuchtung). In 2008: Abstimmung mit den technischen Ämtern und Vorstellung im Planungs- ausschuss. Realisierung frühestens in 2009/2010. Die für den Lidellplatz beantragten Mittel wurden nicht bewilligt. Richtlinie Marktplatz Der Planungsausschuss hat am 1. April 2008 der Richtlinie für künftige Veranstaltungen auf dem Marktplatz zugestimmt. Der Fischmarkt fi ndet letzt- mals 2009 statt. Zukünftig sind nur noch Brigande- Feschd, Aktionen der City-Partner, Blumen- und Christkindlesmarkt zulässig. Überregional bedeut- same Veranstaltungen können in Abstimmung mit dem Dez. 1 genehmigt werden. Infostände im klei- nen Rahmen ohne religiösen/weltanschaulichen oder gewerblichen Hintergrund sowie Infostände der politischen Parteien und Wählervereinigungen sind auf dem „Forum“ zugelassen. Städtewerbung und Info-Veranstaltungen auf der Kaiserstraße beim Lammbrunnen. Der Gemeinderat hat am 10. Juni 2008 der Richtlinie zugestimmt Plätze der 2. Priorität : Mühlburger Tor/Kaiserplatz, Europaplatz und Markt- platz, Berliner Platz, Durlacher Tor/Bernhardusplatz sowie Ettlinger-Tor-Platz. 2009 Stadt und VBK haben einen Ideenwettbewerb zur barrierefreien Neugestaltung des Bahnhofsvor- platzes ausgeschrieben. Im Februar 2009 entschied sich eine Jury für einen Entwurf, Details sind noch zu klären. Der Baubeginn wird voraussichtlich im Jahr 2010 feststehen. In 2009 Durchführung des Planungswettbewerbs Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße zur Neuge- staltung der durch die Kombilösung betroffenen Plätze (Mühlburger Tor, Kaiserplatz, Europaplatz, Marktplatz, Berliner Platz, Durlacher Tor). Ergeb- nisse liegen im März 2010 vor. Die Realisierung/ Umsetzung ist abhängig vom Zeitplan der Baustelle Untertunnelung Kaiserstraße. Plätze der 1. Priorität: Konzept zur Neugestaltung Friedrichsplatz im Be- reich Erbprinzenstraße (Fahrradstraße). Neugestal- tung bis nach Umsetzung Kombilösung (Marktplatz/ Kaiserstraße) zurückgestellt – Fläche wird als Aus- Plätzekonzept – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 83 weichfl äche für Nutzungen/Veranstaltungen am Marktplatz benötigt. AUSBLICK Für den Waldhornplatz liegt ein Konzept zur Auf- wertung vor. Dieses wird im Frühjahr 2010 dem Pla- nungsausschuss vorgestellt. Die Zustimmung voraus- gesetzt werden Mittel zur Umsetzung 2011/2012 beantragt. Die Innenstadtplätze sind bis 2015 bzw. bis 2020 aufgewertet. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/projekte/ wettbewerbe/kaiserstrasse Kirchplatz St. Stehpan, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 84 Im April 2007 wurde in Karlsruhe ein Gestal- tungsbeirat mit externen Fachleuten eingerichtet, um die städtebauliche Qualität von Neubauvorha- ben zu fördern. Seither hat das Gremium 13 mal ge- tagt und insgesamt 30 Projekte erörtert. Die Stadt investierte im Frühjahr 2008 insgesamt 3,2 Millionen Euro in die Gebäudetechnik und Infra- struktur der Stadthalle, des Konzerthauses und der Schwarzwaldhalle. Davon entfi elen 1,4 Millionen Euro auf die Sanierung des Dachs der Schwarzwald- halle, die als Meilenstein der Architekturgeschichte und Ingenieurbaukunst gilt. Im Dezember 2008 zog die Volksbank aus ihrem Gebäude am Marktplatz (Nordseite) in ein neues Gebäude an der Ludwig-Erhard-Allee. Das Gebäude am Marktplatz, das in den Nachkriegszeiten 1954 bis 1956 erbaut wurde, wird ab Januar 2010 ab- gerissen. Dort wird ab 2010 ein neues Büro- und Geschäftshaus entstehen, das die Architektur Wein- brenners aufgreift und neu interpretiert (siehe auch Leitprojekt „Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone“). Am 6. Dezember 2008 nahm der Karlsruher Ge- meinderat den 7. Sachstandsbericht „Wohnen und Bauen in der Stadt“ zustimmend zur Kenntnis. Da- mit sind die Stadt und die Volkswohnung GmbH be- auftragt, die kommunalen Handlungsmöglichkeiten zur Sicherung einer bedarfsgerechten Wohnungs- versorgung weiter zu konkretisieren. Hierzu wurde eine ständige Arbeitsgruppe Wohnungsmarktbe- obachtung eingerichtet, die Trends am Karlsruher Wohnungsmarkt verfolgt und bewertet. Darüber hinaus ist im Herbst 2010 eine „Zukunftskonferenz Wohnungsmarkt Karlsruhe“ mit externen Akteuren (Investoren, Bauträger, Wohnungsunternehmen, Verbände, Finanzierer, Wissenschaftler) geplant. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Karlsruher Marktplatz, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | STADTBILD / STÄDTEBAU 85 Um die Innenstadt nach Bau der Kombilösung städtebaulich aufzuwerten, wurde ein Ideenwett- bewerb ausgelobt. Er bezieht sich auf die Achsen Mühlburger Tor bis Durlacher Tor und Marktplatz bis Ettlinger Tor. Er wurde im Sommer 2009 ausge- schrieben mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des öffentlichen Raums der Karlsru- her City zu erhalten (siehe auch Leitprojekt „Kom- bilösung“). Ergebnisse liegen ab Mitte März 2010 vor. Mit dem Bebauungsplan „Kaiserstraße Süd zwi- schen Karl- und Ritterstraße“ soll für ein einheitliches Erscheinungsbild der Kaiserstraße zwischen Postga- lerie und Karstadt gesorgt werden. Die alte vordere Baufl ucht soll wieder hergestellt werden. Zulässig sind künftig viergeschossige Bauten auf der histo- rischen Baufl ucht und zwei Staffelgeschosse (siehe auch Leitprojekt „Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone“). Zusammen mit dem Landesamt für Denkmal- pfl ege möchte die Stadt eine Denkmaltopographie in zwei Bänden erstellen: Band 1 für die Innenstadt und die Stadtteile, Band 2 für die Ortsteile. Band 1 soll bis zum Stadtgeburtstag 2015 erscheinen. Die Denkmaltopographie ist ein ambitioniertes Teilpro- jekt der Vereinigung der Landesdenkmalpfl eger der Bundesrepublik Deutschland zur Erfassung und Dar- stellung aller Bau-, Boden- und Kleindenkmale in der Bundesrepublik Deutschland. In der Waldstraße 5 bis 9 stehen die ältesten Gebäude der Stadt, sie wurden um 1720 errichtet. Diese wurden im Auftrag des Eigentümers, der Ba- dischen Beamten Bank, saniert. Die Außenfassade der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz wird bis Ende 2010 ausgebessert und neu gestrichen. Das einstige Erbgroßherzogliche Palais, in dem seit 1950 der Bundesgerichtshof seinen Sitz hat, soll sein originalgetreues Aussehen wieder bekommen. Das Flachdach des Gebäudes wird durch ein histo- risch korrektes Mansarddach ersetzt. Das Dachge- schoss war 1947 ausgebrannt und 1947 mit einem Flachdach abgedeckt worden. Mehrgenerationenprojekte und Bürgerbeteili- gungsprozesse sind im Handlungsfeld „Miteinan- der“ bzw. im Leitprojekt „Visionäre Bauprojekte“ dargestellt. KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 86 ZIEL Etablierung von herausragenden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Bereich tiefer Geother- mie in Karlsruhe; Karlsruhe wird zu einem Treffpunkt der Geothermie-Fachwelt; Aufbau und Pfl ege eines Kompetenz-Netzwerks in Karlsruhe und damit Schaf- fung günstiger Wirtschaftsstandortbedingungen; mittel- bis langfristig Nutzung von tiefer Geothermie zur Stromerzeugung in der Region Karlsruhe und als kontinuierlicher Prozess verstärkte Nutzung der oberfl ächennahen Geothermie zur Raumwärmeer- zeugung. PROJEKTLEITUNG Stadtwerke/Stabsstelle Strategische Planung BETEILIGTE Dezernat 4, Stadtwerke, TechnologieRegion Karls- ruhe, GTZ Karlsruhe (Geothermie-Zentrum Karlsruhe e. V.), KIT (Karlsruher Institut für Technologie), Um- weltverbände, Bundesverband Geothermie, externe Wissenschaftsvertreter, externe Industrie- und For- schungspartner mit regionalen Aktivitäten im Raum Karlsruhe, Partner aus Industrie, Handwerk, Ingeni- eurbüros (teilweise Mitglieder im GTZ Karlsruhe) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Regionaltag „ENERGIEREICH“: Zwei Präsentati- onen der Aktivitäten des GTZ Karlsruhe im KIT und auf dem „Energieberg“ (Pavillon auf der De- ponie West): 28.09.2008 Geothermische Jahrestagung der Geother- mischen Vereinigung – Bundesverband Geother- mie e. V.: 11. – 13.11.2008 Karlsruhe, Neue Messe Begleitende Fachmesse GEOenergia: 12. – 13.11.2008 AKTUELLER STAND 2007 Mai 2007: Gründung des Geothermie-Zentrums Karlsruhe (GTZ Karlsruhe) – einzigartiges Kompe- tenznetzwerk im Bereich oberfl ächennaher und tiefer Geothermie in Deutschland. Seine Aufgaben: Weiterentwicklung der fachlichen Basis der Erdwär- menutzung, Zusammenführung von Forschungs-, Anwendungs- und Umsetzungsfragen tiefer und oberfl ächennaher Geothermie, Anregung von Ko- operationen. Das GTZ Karlsruhe steht für die fach- liche Kommunikation zwischen seinen Mitgliedern und qualifi zierten Nichtmitgliedern, interessierten Bürgern, Unternehmen, Landes-, Bundes- und nicht- öffentlichen Institutionen. 2008 Juli 2008: Eintrag des GTZ Karlsruhe in das Vereins- register; Bezeichnung seither: Geothermie-Zentrum Karlsruhe e. V. (GTZ Karlsruhe). November 2008: Geothermische Jahrestagung der Geothermischen Vereinigung – Bundesverband Geo- thermie e. V., in Karlsruhe. Die Jahrestagung soll künftig im Wechsel mit anderen Orten alle zwei Jah- re in Karlsruhe stattfi nden (2009: Bochum). Karlsruhe, ein Geothermiezentrum 3.9 Umwelt Karlsruhe 2015. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Kinder. – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 87 Konkrete Überlegungen zum Bau eines Geothermie- Kraftwerks liegen noch nicht vor. Die Nutzung ober- fl ächennaher Geothermie mittels Wärmepumpen gewinnt in Karlsruhe trotz bestehender Restrikti- onen wegen des Grundwasserschutzes zunehmende Bedeutung. Rege Nachfrage des Beratungs- und Vermittlungsangebots „Geothermie-Initiative“ und insbesondere des fi nanziellen Förderprogramms der Stadtwerke zur Anschaffung einer Wärmepumpen- anlage für das Eigenheim. 2008 wurden 37 Anla- gen mit einer thermischen Leistung von knapp 590 kW gefördert. Darüber hinaus sollen weitere Kon- zepte für die geothermische Beheizung von großen gewerblichen Bauobjekten verwirklicht werden. In drei großen gewerblichen Bauobjekten wird bereits die oberfl ächennahe Geothermie mittels großer Wärmepumpenanlagen genutzt (Stand: November 2009). 2009 90 Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Tech- nologie gründeten den Arbeitskreis Geothermie in- nerhalb des KIT-Zentrums Energie. Dabei sind neun Institute des Forschungszentrums und vier Institute der Universität beteiligt. Im Rahmen des Förderprogramms der Stadtwerke zur Anschaffung einer Wärmepumpenanlage für das Eigenheim wurden 2009 rund 40 bis 45 Anla- gen mit einer thermischen Leistung von rund 550 kW gefördert. Im November 2009 erhielt das KIT vom Land Ba- den-Württemberg den Zuschlag für das Landesfor- schungszentrum für Geothermie (LFZG). Das LFZG wird sich vor allem mit der tiefen Geothermie be- fassen und dabei auch die Kompetenzen weiterer Forschungsstandorte im Lande mit einbeziehen. Am Campus Nord und Süd des KIT sind insgesamt 13 Institute in die Geothermie-Forschung involviert. Hinzu kommen zwei Stiftungsprofessuren zur Tech- nischen Petrophysik sowie zur Tektonik und Struk- turgeologie. Als Anschubfi nanzierung stellen das Wissenschaftsministerium und das Umweltmini- sterium des Landes für die kommenden drei Jahre 900.000 Euro zur Verfügung. AUSBLICK Konkrete Projektziele: die weitere Etablierung von herausragenden Forschungs- und Entwicklungska- pazitäten sowie der Aufbau und die Pfl ege des GTZ Karlsruhe als Kompetenznetzwerk von Institutionen und Experten in Karlsruhe. Beitrag zur Schonung der Umwelt mit der Nutzung der tiefen Geothermie zur Stromerzeugung und der verstärkten Nutzung der oberfl ächennahen Geothermie zur Raumwärmeer- zeugung. Das Landesforschungszentrum für Geothermie ist mit seiner erfolgreichen Arbeit mindestens europa- weit eine „Topadresse“. Nationale und internationa- le Kongresse zum Thema Geothermie in Karlsruhe. Karlsruhe ist Zentrum der Geothermiebranche. Ein Geothermiekraftwerk ist in Betrieb. Nutzung ober- fl ächennaher Geothermie ist im Neubaubereich aus dem Nischendasein herausgetreten. 2010 läuft das neue Fünf-Jahres-Forschungspro- gramm der Helmholtz-Gemeinschaft an. Für die Geothermieforschung stehen insgesamt 3,8 Millio- nen Euro zur Verfügung, wovon über die Hälfte der Gelder nach Karlsruhe fl ießt. WEITERE INFORMATIONEN www.stadtwerke-karlsruhe.de (Regenerative Energien, Geothermie) www.der-geothermiekongress.de KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 88 ZIEL Erhalt und Entwicklung von Grundlagen für dauer- haft qualitativ hochwertiges urbanes Leben unter Beachtung des Naturschutzes. Optimierung ge- samtökologischer Wirkung durch Vernetzung des Innen- mit dem Außenbereich. Grünsystem stützt Fächergrundriss, unterstreicht klare Grenzen in jün- geren Quartieren des zentralen Stadtgebiets. Durch- gängige Grünverbindung von Durlach bis Rhein. Kleinere Freifl ächen zur Ergänzung des Grünsy- stems. Verbesserung Klimaschutz, Erlebnisqualität und Erreichbarkeit. Aufwertung Freizeitattraktivität im stadtnahen Außenbereich. Ökologisch wirksame Erholungs- und Spielanlagen mit Angeboten für Jung und Alt. PROJEKTLEITUNG Gartenbauamt BETEILIGTE StPlA, UA, TBA, LA, VBK, SJB, VoWo, Stadtamt Dur- lach, betroffene OVen, DBImm, aurelis, DB AG, Bür- gerschaft, Bürgervereine, BÜGA, NABU BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Eröffnung der Radwegverbindung Knielingen- Rhein (Baustein im Leitprojekt „Landschaftspark Rhein“): 12.05.2009 AKTUELLER STAND 2007 Großzügige Retentionsfl ächen in den Freifl ächen im Konversionsgebiet Knielingen. Erste Baumpfl an- zungen im Herbst 2007 – Fortsetzung je nach bau- Ökologische Vernetzung der Grünfl ächen und Inseln Renaturierung der Alb, Foto: Monika Müller-Gmelin – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 89 licher Erschließung in den Folgejahren. Vernetzungselemente im zukünftigen Siedlungs- grün der Konversionsfl ächen Neureut und Knielin- gen wurden auf Basis der Bebauungs- und Grünord- nungspläne zum Teil umgesetzt. 2008 Im Frühjahr 2008 wurden baumgeprägte Grünzü- ge und öffentliche Freifl ächen mit zwei Spielplätzen in Neureut zu 2/3 fertig gestellt. Der Abschluss ist abhängig von der weiteren baulichen Erschließung der Wohngebietsquartiere schrittweise bis 2015 zu erwarten. Wichtiger Schritt für die Entwicklung des Ostaue- parks: geplanter Erwerb von Grundstücken der DB AG. Derzeitige Planungen sehen einen Baubeginn für den 2. Bauabschnitt in 2010 vor. Verdichtung des Grünfl ächennetzes durch Entwick- lung kleinerer Grünfl ächen und Grünzüge. In Durlach ist der erste Bauabschnitt der Grünanlage Weiherhof abgeschlossen, der zweite Abschnitt wird planerisch vorbereitet. Mit den Vorbereitungen zur Aufstellung des Bebauungsplans Beiertheimer Feld sowie den Entwurfsarbeiten zur Umgestaltung des Weinbren- nerplatzes wurde die Entwicklung und verbesserte Erschließung des Grünzugs zwischen Weststadt und Albgrün (Günther-Klotz-Anlage) auf den Weg ge- bracht. 2009 Im Stadtpark Südost wurden weitere Teile im 1. und 2. Bauabschnitt fertig gestellt. Die Verknüpfung der nördlichen Stadtteile zum Rhein über eine Grün- und Wegeverbindung von Knielingen wurde hergestellt. Ein Biotopverbundkonzept für Karlsruhe wurde 2009 als Fachplanung erstellt (UA). Folgende naturschutz- rechtliche Schutzgebietsausweisungen dienen auch den Zielen dieses Leitprojekts: Naturschutzgebiet „Alter Flugplatz“ (Zustim- mung Gemeinderat am 19. Mai 2009) und Landschaftsschutzgebiet „Turmberg-Augusten- berg“ (Zustimmung Gemeinderat am 20. Okto- ber 2009). AUSBLICK Ostauepark und Stadtpark Südost erlangen tra- gende Funktionen in zentralen und östlichen Stadt- quartieren. Im Stadtpark Südost erfolgen weitere Realisierungs- schritte im 2. Bauabschnitt (2010: Wasserbecken) sowie ab 2011 Freianlagen an der geplanten Schule. Im Doppelhaushalt 2009/2010 sind 480 Tsd. Euro für den Bau des Ostaueparks eingestellt. Nach Ver- lagerung der Kleingärten soll mit den Arbeiten be- gonnen werden. Der Ausbau der zentralen Parkteile mit See, Abenteuerspielplatz etc. ist erst nach dem Ablauf der Pachtverträge mit dort ansässigen Firmen nach 2017 möglich. Tragende Grünstrukturen in den Konversionsfl ächen Neureut und Knielingen werden schrittweise weiter entwickelt. Die Wegeverbindung Weinbrennerplatz – Junker- und Ruh-Weg im Beiertheimer Feld wird aufgewer- tet. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/fb7/gruenfl aechen/gruensystem. de – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 90 Der vorhandene Leuchtenbestand – 40.000 Leuchten mit 50.000 Lampen – wird sukzessive von Quecksilberdampfl ampen in Natriumdampfl am- pen umgerüstet. Hierfür wurden zusätzlich Mittel beim Projekt Straßenbeleuchtung eingestellt. Bisher wurden in 2009 insgesamt 432 Leuchten mit 696 Lampen umgerüstet bzw. ersetzt, was eingesparten Energiekosten von rund 10.000 Euro entspricht. Die Stadtwerke bezuschussen seit 2004 Kunden, die einen erdgasbetriebenen Neuwagen kaufen oder ein maximal drei Jahre altes Fahrzeug umrüsten mit 500 Euro. Seit 2004 wurden Zuschüsse in Höhe von 200.000 Euro ausbezahlt. Die Stadtwerke starteten im April 2008 die In- itiative „energie2010 – Wärme mit Zukunft“. Drei Jahre lang wird verstärkt über das Thema „Erfüllung der neuen Wärmegesetze“ informiert und es wer- den 1 Mio. Euro Fördermittel für Wärmepumpen, Mini-BHKWs, Erdgas-Brennwertheizungen und ther- mische Solaranlagen bereitgestellt. Die Fernwärme- versorgung in Karlsruhe soll verdichtet und das Netz erweitert sowie eine kompetente Beratung ange- boten werden. Im Bereich der Raumwärme liegen noch enorme Einsparpotenziale. Das Umweltministerium Baden-Württemberg und die Stadt Karlsruhe haben am 9. Juni 2008 ge- meinsam den landesweiten Klimaschutzkongress in der Messe Karlsruhe veranstaltet. Umweltministerin Tanja Gönner und OB Heinz Fenrich konnten dazu rund 220 Teilnehmer begrüßen. Eine umfangreiche Tagungsdokumentation liegt vor. Vom 15. bis 19. September 2008 fand in Karls- ruhe der Deutsche Naturschutztag statt. Als Gastge- ber dieses größten deutschen Naturschutz-Fachkon- gresses hat die Stadt Karlsruhe unter Federführung des Umwelt- und Arbeitsschutzes ein umfangreiches Begleitprogramm aufgelegt, das in der Öffentlich- keit große Beachtung gefunden hat. Mit den zwischen 2005 und 2008 entstandenen Solarparks I und II wird ein enormer Beitrag zu Nut- zung regenerativer Energien geleistet. Die Stadtwer- ke Karlsruhe realisieren bereits einen dritten Solar- park auf den Dächern verschiedener öffentlicher Gebäude. An den Photovoltaikanlagen können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Kapital beteili- gen. Geplant ist eine regionale Ausrichtung; auch andere Gemeinden oder Energieversorger der Regi- on können sich beteiligen. Die Einführung der Umweltzone in der Innen- stadt zum Januar 2009 soll einen Beitrag dazu lei- sten, die Feinstaubbelastung in der Innenstadt zu reduzieren. Um die Nutzung regenerativer Energien zu fördern und den Energieverbrauch durch Optimierungspro- zesse, beispielsweise bei Gebäudesanierungen, wei- ter zu reduzieren, wurde 2009 die Karlsruher Energie- Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Energieberg am Rheinhafen Karlsruhe, Foto: Stadtwerke Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 91 und Klimaschutzagentur gGmbH (KEK) gegründet. Sie wird auf den Gebieten Informationsvermittlung, Wissenstransfer, Weiterbildung, Verbreitung inno- vativer Energietechniken und Netzwerkbildung tätig sein. Gesellschafter sind zu jeweils 50 % die Stadt Karlsruhe und die Stadtwerke Karlsruhe. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen mit 4 Mio. Euro ausgestatteten städtischen Klimaschutz- fonds einzurichten. Er soll für verschiedene städ- tische Klimaschutzprojekte genutzt werden, wie z.B. für die Dämmung von Häusern. Eingesparte Ener- giekosten sollen in den Fonds zurückfl ießen. Im Mai 2009 haben elf Karlsruher Firmen zu- sammen mit dem städtischen Umweltamt und weiteren Partnern das „Energieeffi zienz-Netzwerk Karlsruhe (EEN-KA)“ gegründet. Ziel ist es, bei den Produktionsprozessen Energie und somit auch Be- triebskosten einzusparen. Das auf vier Jahre ange- legte Projekt wird von den Stadtwerken Karlsruhe bezuschusst und vom Bundesumweltministerium im Rahmen eines bundesweiten 30-Netzwerk-Projektes gefördert. Als weiteres Kooperationsprojekt mit der Wirt- schaft hat der Umwelt- und Arbeitsschutz eine ECO- fi t-Projektrunde initiiert. Das auf ein Jahr ausgelegte Beratungsprogramm wird durch das Umweltministe- rium Baden-Württemberg gefördert und soll die Re- alisierung umweltrelevanter Einsparpotenziale (z.B. Energie, Abfall, Wasser) erleichtern. Die Auftaktver- anstaltung mit den sechs beteiligten Unternehmen fand am 18. November 2009 im Rathaus statt. Am 15. Juli 2009 hat die Volkswohnung mit ih- rem Sanierungsprojekt „Rintheimer Feld“ bei einem Bundeswettbewerb den mit 100.000 Euro dotierten Goldpreis gewonnen. Im Jahr 2008 wurde im Rint- heimer Feld eine Bestandsanalyse für die 30 Wohn- häuser mit rund 1.000 Wohnungen aus den Baujah- ren 1954 bis 1974 vorgenommen. Alle unsanierten Gebäude sollen in den nächsten Jahren nach Dring- lichkeit energieeffi zient saniert und an das Nahwär- menetz angeschlossen werden. Im Rahmen der Teilnahme der Stadt Karlsruhe am European Energy Award hat der Gemeinderat am 20. Oktober 2009 das erste energiepolitische Arbeitsprogramm verabschiedet. Es enthält rund 100 Klimaschutzmaßnahmen städtischer Akteure für die Jahre 2009/2010. Der eea zeichnet Städte und Gemeinden aus, die besondere Anstrengungen in der kommunalen Energiepolitik unternehmen. Bei einem Zielerreichungsgrad von mehr als 50 % des vorgegebenen Punkterasters und der Bestätigung durch einen externen Gutachter erhält die Kommu- ne den European Energy Award. Nach Abschluss der umfassenden IST-Bewertung kommt Karlsruhe derzeit auf einen Wert von 64 %. Die gutachterliche Zertifi zierung steht allerdings noch aus und wird im Februar 2010 stattfi nden. Am 21. Oktober 2009 fi el der Startschuss für eine breit angelegte Klimaschutzkampagne der Stadt Karlsruhe. Ziel ist, den Klimaschutz in der Karlsruher Öffentlichkeit regelmäßig ins Bewusstsein zu rufen – bei Bürgerinnen und Bürgern, bei Unternehmen, bei Vereinen und Verbänden sowie bei weiteren In- stitutionen. Ein zentraler Baustein der auf mehrere Jahre angelegten Kampagne ist die Mitmach-Aktion des Umwelt- und Arbeitsschutzes „Ich mach Klima“. Im Mittelpunkt steht dabei der „Klimavertrag“. Hier können die Karlsruherinnen und Karlsruher aus 33 Alltagstipps einzelne Punkte auswählen und sich bereit erklären, diese ein Jahr lang zu praktizieren. Unter den Teilnehmern werden attraktive Preise ver- lost, die in Zusammenhang mit dem Klimaschutz stehen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 17. November 2009 der Erarbeitung von Energieleitli- nien für städtische Gebäude zugestimmt. Neubau- vorhaben der Stadt und ihrer Gesellschaften sollen künftig die gesetzlichen Standards der Energieein- sparverordnung (EnEV) unterschreiten und möglichst ein Niveau nach Passivhausstandard erreichen. Auch Maßnahmen im Gebäudebestand sollen, soweit technisch sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar, mit Passivhauskomponenten ausgeführt werden. Gemeinsam mit Vertretern aus dem Gemein- derat, der Verwaltung und externen Einrichtungen hat der Umwelt- und Arbeitsschutz ein neues Kli- maschutzkonzept erarbeitet. Kernbestandteil ist ein umfassender Handlungskatalog mit rund 80 KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | UMWELT 92 Maßnahmenfeldern. Mit fi nanzieller Unterstützung durch das Bundesumweltministerium konnten erst- mals eine auf die lokale Situation zugeschnittene CO2-Bilanzierung für das Stadtgebiet (Basisjahr 2007) und zwei Klimaschutzszenarien bis zum Jahr 2020 erstellt werden (Bearbeitung durch das IFEU- Institut Heidelberg). Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2009 über das Gesamt- konzept und die neuen Minderungsziele für den kommunalen Klimaschutz entschieden. Es ist vor- gesehen, in enger Verknüpfung mit dem Europe- an Energy Award künftig jährlich über umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen zu berichten. Ebenso wird das energiepolitische Arbeitsprogramm im zweijäh- rigen Turnus fortgeschrieben. Das Verfahren zur Ausweisung des Alten Flug- platzes – eines der bedeutendsten Biotope in der Stadt – als Naturschutzgebiet wurde vom Regie- rungspräsidium Karlsruhe mittlerweile eröffnet. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Dezem- ber 2009 dem Abgrenzungsvorschlag des RP zuge- stimmt. Weitere Energieeinspar- bzw. Klimaschutzpro- jekte in den Jahren 2008/2009 (unter anderem): Februar 2008: Das Studentenwerk Karlsruhe und die Initiative UniSolar Karlsruhe des Solar- und Umweltvereins Fridericiana nehmen eine gemein- sam fi nanzierte Fotovoltaikanlage in Betrieb. Der Verein „Sonnenhilfe“ erweitert seine Solaran- lage auf dem Dach der Hagsfelder Werkstätten um weitere Module. Die Mineralölraffi nerie Oberrhein (MiRO) speist ab 2010 Abwärme in das städtische Fernwärme- netz: über eine fünf Kilometer lange Pipeline wird heißes Wasser ins Heizkraftwerk West befördert und von dort die Wärme ins Fernwärmesystem eingespeist. Das Projekt hat ein Volumen von 30 Mio. Euro und wird mit fünf Millionen Euro vom Umweltbundesamt gefördert. Zudem wird eine neue Fernwärmeversorgung für die Konversionsgebiete in Knielingen und Neu- reut mit MiRO-Abwärme aufgebaut. Weitere Konzepte für die geothermische Behei- zung von großen gewerblichen Bauobjekten sollen verwirklicht werden. In drei großen gewerblichen Bauobjekten wird bereits die oberfl ächennahe Geothermie mittels großer Wärmepumpenanla- gen genutzt (Stand: November 2009). – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 93 3.10 Verkehr und Mobilität Karlsruhe 2015. Bei uns führen viele Wege zum Ziel. ZIEL Vollständige Realisierung der beiden TEN-Bahnach- sen (PP 17: Paris - Strasbourg - Stuttgart - Wien - Bratislava und PP 24: Lyon/Genua - Basel - Duisburg - Rotterdam - Antwerpen) mit Schnittpunkt in Karls- ruhe bis 2015. PROJEKTLEITUNG EURegKA BETEILIGTE Dezernat 1, ZJD, Wifö, PIA, AfSta, KMK, KVV, St- PlA, TechnologieRegion Karlsruhe, Spitzenrepräsen- tanten der Mitglieder, IHK, Mitglieder der Initiative, Hochschulinstitute, Consulting-Büros, Bahngesell- schaften, Mitglieder der Initiative, Dienstleister BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Magistrale für Europa: 21. – 22.01.2009 Hauptversammlung in Bratislava/Wien Entwicklungsperspektiven für die Wirtschaft durch die Hochgeschwindigkeitsbahn – Fachta- gung der Initiative „Magistrale für Europa“ und der Landeshauptstadt Stuttgart: 01.04.2009 Konstituierende Sitzung des Kommunikationsbei- rates „Stuttgart 21“: 16.09.2009 „Rastatter Tunnel – jetzt!“: Positionierung der Re- gion Mittlerer Oberrhein / Treffen der politischen Spitzen der Region, des Landes sowie Vertretern der Deutschen Bahn AG: 19.10.2009 AK Magistrale: 21.01.2009 Bratislava, 31.03.2009 Stuttgart, 30.06.2009 Strasbourg, 26.11.2009 Flughafen München AKTUELLER STAND Magistrale für Europa 2007 Seit Juni 2007: dreimal täglich TGV-Verbindung auf der Strecke Paris-Strasbourg-Karlsruhe-Stuttgart. Seit Dezember 2007: zusätzliche TGV-Verbindung von Paris nach München. Die deutsch-französische Verbindung wird überdurchschnittlich gut ange- nommen. Im Juli 2007: Unterzeichnung der Finanzierungsver- einbarung zu „Stuttgart-Ulm“ und „Stuttgart 21“ – Entscheidung zum Lückenschluss auf einer der wichtigsten Verbindungen im europäischen Hochge- schwindigkeitsnetz. Deutschland im Zentrum Euro- pas wird damit auch seiner Verantwortung gegenü- ber den europäischen Nachbarn gerecht, die bereits in hohem Maße in die Schiene investiert haben. Zweiter Jahresbericht 2006 – 2007: EU-Koordinator Péter Balázs zog eine positive Zwischenbilanz für die Initiative „Magistrale für Europa“, die durch die im November 2007 von der Europäischen Kommission vorgelegten Finanzierungsvorschläge für das tran- seuropäische Verkehrsnetz (TEN-V) für den Zeitraum 2007– 2013 untermauert wird. Geplante Förderung für die Magistrale im Abschnitt „Paris-Bratislava“: 438 Mio. Euro. Oktober 2007: erste Ausgabe des Newsletters „Magi- strale aktuell“ zur Intensivierung der Öffentlichkeits- Transeuropäisches Verkehrsnetz (TEN) / Magistrale für Europa – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 94 arbeit durch die Initiative „Magistrale für Europa“. Seit Beginn dieses Jahres wird die Geschäftsstelle von den französischen, deutschen, österreichischen, slowakischen und ungarischen Mitgliedern gemein- sam fi nanziert. 2008 Anfang 2008: Baubeginn für neue Schnellbahnbrü- cke in Kehl. Das Bauwerk soll die deutschen Züge an das Netz des französischen Schnellzugs TGV an- binden und mit der Ausbaustrecke die Fahrtzeiten der Schnellzüge zwischen Frankreich und Südwest- deutschland verringern. Oktober 2008: EU-Koordinator Péter Balázs über- gab den 3. Tätigkeitsbericht zur Magistrale an EU- Vizepräsident Tajani. 2009 Grenzüberschreitende Hauptversammlung der Initi- ative „Magistrale für Europa“ in den Städten Bra- tislava und Wien vom 21. bis 22. Januar 2009. Die Vertreter aus 33 Städten, Verbänden und Kammern sind sich einig, den Ausbau der Bahnachse „Paris- Bratislava/Budapest“ sowie die Maßnahmen zur Aufwertung der Bahnhöfe und ihr Umfeld weiter voranzutreiben. Am 2. April 2009 erfolgte die Unterzeichnung des Finanzierungsvertrages zu „Stuttgart 21“ und für die Neubaustrecke „Wendlingen-Ulm“ (Bundesver- kehrsministerium, Land B.-W. und Bahn AG). Die Fernverbindung zwischen Paris - Bratislava - Buda- pest wird durch diesen Bau weiter verbessert, das TEN gestärkt. Die Fahrtzeiten zu anderen Regionen, TGV-Ankunft im Hauptbahnhof Karlsruhe, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe PP 24 „Rotterdam-Genua“ Oktober 2009: Einreichung des INTERREG-Projektan- trags, Programm Nordwesteuropa (NWE), CODE24 („Corridor Development 24“). Lead Partner Verband Region Rhein Neckar, Projektpartner Technologie- Region Karlsruhe GbR (Bündelung der Aktivitäten der Stadt Karlsruhe, des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein sowie der IHK Karlsruhe). Projektvolumen 6,6 Mio. Euro, Laufzeit 2010 –2013. Am 9. Dezember 2009 wurde das CODE24-Projekt genehmigt. AUSBLICK Magistrale für Europa: 2. Februar 2010: Spatenstich für „Stuttgart 21“ Umsetzung Kommunikationskonzept „Züge für Europa / Magistrale für Europa“, Hauptversammlung der Initiative im Bayerischen Chemiedreieck (Herbst 2010). Rotterdam-Genua (CODE24): CODE24- Auftaktveranstaltung am 7. Mai 2010 (Mannheim). WEITERE INFORMATIONEN www.magistrale.org KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 95 – – – – beispielsweise zum Wirtschafts- und Forschungs- raum München, werden verringert. Das Projekt wird von der EU mit 215 Millionen Euro gefördert. Am 1. September 2009 wurde die Finanzierungsver- einbarung zur zweiten Phase der Hochgeschwindig- keitsstrecke LGV Est unterzeichnet. Realisierung des Magistrale-Teilstücks „Baudrecourt-Vendenheim“ bis 2016. Die 2007 in Betrieb genommene erfolgreiche Hochgeschwindigkeitsverbindung TGV Est zwischen Paris und Strasbourg wird ab 2016 nochmals um 30 Minuten schneller. Die Fahrzeit von Paris nach Stras- bourg wird Dank der neuen Strecke durch die Voge- sen dann nur noch 1 Stunde 50 Minuten betragen, nach Karlsruhe 2 Stunden 30 Minuten. Oktober 2009: EU-Koordinator Péter Balázs über- gab den 4. Tätigkeitsbericht zur Magistrale an EU- Vizepräsident Tajani. Übergabe der von der Initiative „Magistrale für Eu- ropa“ in Auftrag gegebenen Studie „Magistrale für Europa / Züge für Europa“ zur Optimierung des Fahrplanangebots sowie zur Förderung angebots- orientierter Investitionen. 20. Januar 2010: Oberbürgermeister Heinz Fenrich wird in Paris zum Vizepräsidenten der Association TGV Est-Européen gewählt. 29. Januar 2010: Dreimillionster Fahrgast im TGV/ ICE. KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 96 Verkehrsverbindung über den Rhein ZIEL Sicherung und Ausbau der regionalen Verkehrs- verbindungen mit der linken Rheinseite; Schaffung einer nachhaltigen, zukunftssichernden, wirtschaft- lichen Vernetzung Karlsruhes mit der Südpfalz und dem Elsass. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, ZJD, GBA, UA, BuS, LA, AVG, Planungsbüro, Regierungspräsidium Karlsruhe (Vertretung Bund als Baulastträger Straße) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Rheinbrücke (Straßenverbindung) 2. Rheinbrücke (Umweltverträglichkeitsstudie, Sanierung): 24.01.2006 Gemeinderat Information Raumordnungsverfahren 2. Rhein- brücke und zug. Umweltverträglichkeitsstudie: 13.02.2006 nö. gemeinderätliche Nordtangen- ten-Kommission Raumordnungsverfahren über den Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth (Stellungnahme der Stadt Karlsruhe): 21.02.2006 Gemeinderat Rheinbrücken (Information Rheinbrücke und Planungskosten Zweite Rheinbrücke): 20.06.2006 Gemeinderat Flächennutzungsplanänderung – MiRO-Erwei- terungsfl äche als regionaler Grünzug (Zufahrt Rheinbrücke aus Flächennutzungsplan und Regi- onalplan): 23.01.2007 Gemeinderat Reduzierung des MIV auf der Rheinbrücke bei Karlsruhe: 27.03.2007 Gemeinderat Entlastung der Rheinbrücke durch Stärkung des ÖPNV: 22.05.2007 Gemeinderat Besichtigung Rheinbrücke, Sachstandsbericht Regierungspräsidium, Zwischenbericht ptv-Gut- achten etc.: 23.07.2007 nö. gemeinderätliche Nordtangenten-Kommission Verkehrsentwicklung auf der Rheinbrücke Karlsruhe-Maxau: 16.10.2007 Gemeinderat Darstellung der „Situation Rheinbrücke“ in der StadtZeitung und in der städtischen Öffentlich- keitsarbeit: 13.11.2007 Gemeinderat Auswertung Dauerzählstelle Rheinbrücke, Vorstellung ptv-Gutachten, Sonderseite StadtZei- tung: 28.04.2008 nö. gemeinderätliche Nord- tangenten-Kommission Geschwindigkeitskontrollen zum Schutz und zur Erhaltung der Rheinbrücke: 10.06.2008 Gemein- derat B 10, Neubau 2. Rheinbrücke zwischen Karls- ruhe und Wörth, Stellungnahme der Stadt zum Vorentwurf des Regierungspräsidiums: 24.03.2009 nö. Planungsausschuss Positionierung der Stadt Karlsruhe zur 2. Rhein- brücke: 28.04.2009 Gemeinderat Schutz und Erhalt der Rheinbrücke: 29.09.2009 Gemeinderat Nordtangente Verbesserung der Verkehrserschließung im Karls- ruher Norden: 10.06.2008 Gemeinderat Haushaltsrede OB Fenrich mit Vorschlag, sich auf Teilabschnitte der Nordtangente zu konzentrie- ren: 20.01.2009 Gemeinderat Verbesserung der Verkehrserschließung im Karlsruher Norden, Förderung der Nordtangente Ost als kommunale Straße, zeitnahe Realisie- rung einer Südumfahrung Hagsfeld: 27.01.2009 Gemeinderat Südtangente Umwidmung der Südtangente zur B 10 / Umset- zung von Lärmschutzmaßnahmen entlang der Südtangente: 17.11.2009 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND Zweite Rheinbrücke (Straßenverbindung) 2006 – 2008 Die 2. Rheinbrücke und die Nordtangente sind als B 10 im „Bedarfsplan für Bundesfernstraßen“ (Bun- desverkehrswegeplan) als „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Planungen für eine zweite Straßenver- bindung über den Rhein im Raum Karlsruhe durch die Länder Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz haben begonnen. Auf rheinland-pfälzischer Seite wurde 2006 das Raumordnungsverfahren (inkl. Umweltverträglichkeitsstudie für den rhein- land-pfälzischen und baden-württembergischen Be- – – – – – – – – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 97 reich) und im August 2008 das Linienbestimmungs- verfahren abgeschlossen mit dem Ergebnis, dass die Nordvariante, ca. 1,5 km nördlich der bestehenden Brücke, vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als weiter zu verfolgende Li- nie bestätigt wurde. Auf Grundlage dieser Linie soll ein abgestimmter Vorentwurf erfolgen und nach erfolgter verwaltungsinterner Genehmigung durch den Bund das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Auf baden-württembergischer Seite wird der Vorentwurf und das Planfeststellungsverfahren vom Regierungspräsidium Karlsruhe durchgeführt. Mit dem Planfeststellungsverfahren wird das erfor- derliche Baurecht geschaffen. Durchführung einer Verkehrsuntersuchung im Auf- trag der Stadt Karlsruhe zur zweiten Rheinbrücke (MIV) durch das Planungsbüro ptv-AG. Dieses Gut- achten lieferte Daten zu den verkehrlichen Aus- wirkungen der zweiten Rheinbrücke auf die Stadt Karlsruhe. Dabei wurden Be- und Entlastungsef- fekte durch eine weitere Rheinbrücke, parallel zur bestehenden Brücke oder rund 1,5 Kilometer weiter nördlich – und zwar mit und ohne Nordtangente – untersucht. Ende April 2008 wurden die Ergebnisse der gemeinderätlichen Nordtangenten-Kommission vorgestellt. 2009 Zu Jahresbeginn beschloss der Gemeinderat, die der- zeitigen Planungen für den Mittelabschnitt „Hänge- bauch“ nicht weiter zu verfolgen. Für einzelne Teil- abschnitte sollen weitere Beratungen vorgenommen werden und ggf. alternative Finanzierungsmöglich- keiten geprüft werden. Die Stadtverwaltung hat die ptv-AG mit einem wei- teren Verkehrsgutachten beauftragt, welches den Verkehrswert der einzelnen Teilabschnitte – ohne durchgängige Nordtangente – untersucht. Das Ver- kehrsgutachten soll Anfang 2010 der gemeinderät- lichen Nordtangenten-Kommission vorgestellt wer- den. Weiterer Verfahrensablauf: Fertigstellung Vorentwurf einschl. landschafts- pfl egerischer Begleitplan durch das Regierungs- präsidium Karlsruhe und Genehmigung durch In- nenministerium/Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung voraussichtlich An- fang/Mitte 2010, mögliche Einleitung Planfeststellungsverfahren voraussichtlich 2010, Planfeststellungsbeschluss eventuell 2011, Baubeginn eventuell 2012 und Fertigstellung 2015. Danach könnte mit der Sanierung der alten Rheinbrücke begonnen werden. Stadtbahnverbindung 2008 Frühjahr 2008: Vertragsabschluss zwischen der AVG und den beteiligten Kommunen über die Stadtbahn- verbindung von Wörth nach Germersheim. Planfest- stellungsverfahren für die Elektrifi zierung der Stre- cke und Umweltverträglichkeitsstudie ist gelaufen. 2009 Mai 2009: Planfeststellungsbeschluss für Elektrifi zie- rung und Haltepunkte lag vor. Mit dem Bau wurde im September 2009 begonnen. Die umfangreichste Bauaktivität erfolgt während der fünfmonatigen Streckensperrung Juli bis Dezember 2010. Am 12. Dezember 2010 soll die Stadtbahn in Betrieb ge- hen. AUSBLICK Querungsmöglichkeit über den Rhein ist für ÖPNV und MIV verbessert. Eine zusätzliche Querung über den Rhein ist reali- siert. Entlastung und Sanierungsmöglichkeit der beste- henden MIV-Rheinbrücke. Verlagerung von Verkehrsanteilen des MIV auf ÖPNV. WEITERE INFORMATIONEN – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 98 ZIEL Umsetzung des beschlossenen 20-Punkte-Pro- gramms bis 2015: Steigerung des Radverkehrsan- teils bis 2015 von 16 % auf 23 %. Senkung der Unfallzahlen mit schwerverletzten Radfahrern um 25 % bis 2010. Karlsruhe wird bis 2015 „Fahrrad- stadt Nummer 1“ in Süddeutschland. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, BuS, GBA, UA, StMa, SJB, LA, MB, Pol.Präs., VBK, Radlerforum (mit ADFC und VCD) BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Radverkehrsführung in der Rheinstraße (Untersu- chungsergebnisse des Verkehrsversuchs): 23.06.2006 nö. Planungsausschuss (Zustimmung) 25.10.2006 nö. Planungsausschuss (Kenntnisnahme) 24.06.2008 Planungsausschuss (Zustimmung) Radroute Waldstadt - Innenstadt: 07.10.2008 Planungsausschuss (Kenntnisnahme) Radverkehrsführung in der Sophienstraße: 06.11.2008 Planungsausschuss (Zustimmung) Ringradroute, Teilstück Kanalweg / Theodor- Heuss-Allee: 02.08.2008 nö. Bauausschuss (Zustimmung) 21.01.2009 nö. Planungsausschuss Radroute Ettlingen - Hochschule Karlsruhe, Teilstück Kreuzung Karl-/Ebertstraße: 20.05.2009 nö. Planungsausschuss Wettbewerb „Fahrradfreundlichster Einzelhänd- ler in Karlsruhe“: 24.03.2009 nö. Gemeinderat Leihfahrradsystem „Call-a-bike“: 16.06.2009 nö. Planungsausschuss (Kenntnisnahme) 14.07.2009 nö. Hauptausschuss Radroutenplaner: 16.06.2009 nö. Planungsausschuss Radroute Neureut - Weststadt - Messe: 19.02.2009 Planungsausschuss (Zustimmung) Radverkehrsführung Mühlburger Tor: 30.04.2008 nö. Planungsausschuss (Zustimmung) VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Wettbewerb „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe“: Juli 2008 Radlerforum (seit Mitte der 90er Jahre ein- bis zweimal jährlich): 05.03.2009 Projektvorstellung und Tätigkeitsbericht Wettbewerb „Mit dem Rad zur Arbeit“ (Auftaktveranstaltung in Karlsruhe, Marktplatz): 01.06. – 31.08.2009 AKTUELLER STAND 2007 Seit Sommer 2007 stehen 350 Leihfahrradräder der DB-Rent in Karlsruhe zur Verfügung. 2008 Die Stadt Karlsruhe lobte zum ersten Mal den Wettbewerb „Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe“ aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, Unter- nehmen, Behörden und sonstige Einrichtungen zu motivieren, durch geeignete Maßnahmen das Rad- fahren ihrer Beschäftigten im alltäglichen Berufsver- kehr zu fördern. Der Gemeinderat in Hannover hat den gleichen Wettbewerb, ausdrücklich nach Karls- ruher Vorbild, im Jahr 2009 durchführen lassen. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe nahmen an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ von AOK und ADFC teil. Damit war die Stadtverwaltung der Arbeitgeber mit den mei- sten Teilnehmern in Baden-Württemberg und erhielt eine Auszeichnung. 2009 Im März 2009 erschien die 28. Ausgabe der „As- pekte der Stadtplanung“, diesmal mit dem Themen- schwerpunkt Radverkehr. Die Broschüre stellte ei- nen Zwischenbericht zum Leitprojekt „Fahrradstadt Karlsruhe“ dar. Für das überzeugende Radförderkonzept und dessen konsequente Umsetzung erhielt die Stadt Karlsruhe vom Bundesumweltministerium einen Preis. Dieser beinhaltet eine Image- und Informationskampagne unter dem Motto „Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken.“ mit Großplakaten, Kino- und Ra- diospots sowie Veranstaltungen, die für den Rad- und Fußverkehr werben. Fahrradstadt Karlsruhe – – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 99 In der Innenstadt wurden 120 neue Fahrradabstell- anlagen eingerichtet. Die Stadt Karlsruhe unterstützte zum vierten Mal den Wettbewerb „Mit dem Rad zur Arbeit“ von ADFC und AOK. Bei dieser Aktion ging es darum, dass im Aktionszeitraum vom 1. Juni bis 31. August 2009 möglichst viele Menschen mit dem Rad zur Arbeit radeln. Deutlich mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe als im Vorjahr nah- men daran teil. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit Bei der Erreichung der Ziele des 20-Punkte-Pro- gramms kommt der Öffentlichkeitsarbeit eine große Bedeutung zu: Vorstellung und Werbung für neue Radrouten, Änderungen in der Straßenverkehrsordnung erläutern, Thema „Rad fahren“ allgemein positiv bewerben, schnellstes Verkehrsmittel für kurze Wege in der Stadt, Rad fahren ist gesund und emissionsfrei, Förderung der Toleranz aller Verkehrsteilnehmer und an Schulen das Thema „Rad fahren“ fördern. Verschiedene Schwerpunktthemen wie „Sicherheit im Radverkehr“ oder „Cityrouten“ werden in einer Faltblattserie vorgestellt. Im städtischen Webauftritt werden alle Maßnahmen beschrieben. Einbindung aller mit der Thematik Radverkehr befassten Ämter in Veranstaltungen, wie z. B.: Messe „Fahrrad.Markt.Zukunft“ am 21. bis 22. März 2009, „Tag des Fahrrades“ am 8. Mai 2009 auf dem Marktplatz, gleichzeitig Auftaktveranstaltung für die bundesweite Radförderkampagne „Kopf an. Motor aus.“, „1. Karlsruher Radlerfrühstück“ als landesweite Auftaktveranstaltung für die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ am 18. Mai 2009 auf dem Markt- platz und Aktionstag „Mobil ohne Auto“ am 13. Juni 2009 auf dem Ludwigsplatz mit Verteilung von 100 Re- paraturgutscheinen für defekte Fahrräder („Auf- motzprämie“). Senkung der Unfallzahlen 2003 – 2008 Ein wichtiger Bestandteil des 20-Punkte-Programms ist die Senkung der Unfallzahlen mit Schwerverletz- ten Radfahrern um 25 % bis zum Jahr 2010. Dieses Ziel wird voraussichtlich nicht erreicht. Die Unfall- zahlen und die Zahl der Leicht- und Schwerverletz- ten Fahrradfahrer stagniert auf hohem Niveau. Eine Unfallhäufungsstelle mit Radfahrerbeteiligung liegt vor, sobald im vorangegangenen 3-Jahreszeit- raum mindestens 5 Fahrradunfälle registriert wur- den. 2006 bestanden 36 Unfallhäufungsstellen. An diesen Stellen ereigneten sich etwa 20 % aller Radunfälle. Im Jahr 2009 bestanden nur noch 15 Unfallhäufungsstellen, an denen sich etwa 10 % aller Radverkehrsunfälle ereigneten. Darunter befi n- den sich vier neue Unfallhäufungsstellen. Viele Unfalltypen lassen sich jedoch nicht durch punktuelle Umbaumaßnahmen beseitigen: So war bei etwa 20 % der Unfälle das Radfahren in Gegen- richtung die Ursache. Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen könnten etwa 25 % der Radunfälle vermieden werden, würde vom Kfz-Verkehr die zu- lässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten. Die „Aktion Licht“ wurde bereits mehrfach durchge- führt und wird fortgesetzt. Herbst 2007: Planung „Kühler Krug“ im Planungs- ausschuss. Das Ziel einer gleichberechtigten Berücksichtigung des Radverkehrs bei allen Straßenneu- und Stra- ßenumbaumaßnahmen wird bei den meisten Maß- nahmen erreicht. – – – – – – – – – – – Die Erbprinzentsraße ist Fahrradstraße, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 100 Umsetzung von mindestens 2 Stadtteilradrouten pro Jahr 2008 Komplett fertig gestellt wurden bereits folgende Routen: Cityroute - Nord, Cityroute - Süd, Waldstadt - Innenstadt. Durch die Führung des Radverkehrs Richtung We- sten über die parallelen Erschließungsfahrbahnen der Kaiserallee entsteht eine hervorragende Verbin- dung für den Radverkehr von der Innenstadt nach Mühlburg. Der Verkehrsversuch „Radverkehr in der Rheinstraße“ mit einem 1,5 Meter breiten „Ange- botsstreifen“ für den Radverkehr wird zur Dauerlö- sung, wodurch die Verbindung nach Mühlburg wei- ter verbessert wird. Mit dem Bau begonnen wurde auf folgenden Rou- ten: Knielingen - Weststadt - Innenstadt, Grötzingen - Durlach - Innenstadt, Neureut - Weststadt - Messe. 2009 In der Sophienstraße wurde 2009 eine Fahrradstraße in beiden Fahrtrichtungen eingerichtet. Die gesamte Fahrbahn ist ein Radweg, auf dem Kfz-Verkehr zuge- lassen wird. Autofahrer müssen ein mäßiges Tempo (max. 30 km/h) einhalten und sich an der Geschwin- digkeit der Radfahrer orientieren. Radfahrer dürfen auch nebeneinander fahren. So soll zum einen für alle Verkehrsteilnehmer eine erkennbare und be- greifbare Lösung geschaffen, zum anderen der Rad- verkehr die vorherrschende Verkehrsart werden. Am 12. Mai 2009 wurde der Radweg von Knielin- gen zum Rhein eingeweiht. In Planung befi nden sich folgende Routen: Büchig - Hagsfeld - Rintheim - Innenstadt, Ettlingen - Weiherfeld - Beiertheim - Südwest- stadt - Innenstadt - Hochschule Karlsruhe, Daxlanden - Mühlburg - Weststadt - Innenstadt. Einheitliche Wegweisung 2006 März 2006: Vorstellung eines umfassenden Weg- weisungskonzepts für den Radverkehr durch das Büro PGV aus Hannover im Planungsausschuss. Konzeptinhalt: Wegweisung parallel zur baulichen Errichtung aller Hauptrouten des Radverkehrs sowie touristisch wichtiger Radfernwege (z.B. Cityrouten Nord und Süd oder Stromberg-Enztal-Radfernweg mit einem einheitlichen Logo). Konsequente Verfolgung von Rechtsübertretungen 2006 Durch die Polizei wurden 1.563 Verkehrsverstöße von Radfahrern geahndet. Dies sind mehr als 3 mal so viele wie im Jahr 2005 (455 geahndete Verstöße). Insbesondere wurde das Benutzen des Radweges in falscher Richtung, dass Missachten des Rotlichtes an Kreuzungen und das Radeln ohne Licht geahndet. AUSBLICK Im Frühjahr 2010 startet die Stadtverwaltung eine Verkehrssicherheitskampagne, die sich an alle Ver- kehrsteilnehmer richtet. Im November 2010 fi ndet die vom Bundesverkehrs- ministerium initiierte 4. bundesweite Fahrradkom- munalkonferenz in Karlsruhe statt. Die Wegweisung aller rund 20 Hauptrouten wird voraussichtlich im Jahr 2010 fertig gestellt. Für das Jahr 2012 ist eine „Modal-Split-Erhebung“ vorgesehen. Dabei wird ermittelt, welche Verkehrs- mittel die Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet zur Fortbewegung wählen. Das „20-Punkte-Programm zur Förderung des Rad- verkehrs in Karlsruhe“ fl ießt in den Verkehrsentwick- lungsplan ein, der derzeit erarbeitet wird. Fortlaufende Analyse der Unfallhäufungsstellen mit Radfahrerbeteiligung. Im Jahr 2015 ist Karlsruhe Fahrradstadt Nr. 1 in Süd- deutschland. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/radverkehr – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 101 ZIEL Kunden- und nutzerfreundliche Anbindung des Flughafens Karlsruhe / Baden-Baden (FKB) an das Oberzentrum und das (inter)nationale Verkehrs- netz; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit für den Flughafen sowie die Landkreise und Kommunen der TechnologieRegion Karlsruhe. PROJEKTLEITUNG EURegKA BETEILIGTE Dezernat 1, Bund, Land Baden-Württemberg, RP KA, KVV, Regionalverband Mittlerer Oberrhein, Ba- den-Airpark-Beteiligungsgesellschaft mbH, Techno- logieRegion Karlsruhe, Landkreis Rastatt BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Gesellschafterversammlung der TechnologieRegi- on Karlsruhe: 25.06.2009 Vorstand der TechnologieRegion Karlsruhe: 02.04.2009, 18.09.2009, 12.11.2009 VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Projektgruppe „Nördliche SPNV-Erschließung Baden-Airpark“: 03.12.2008, 02.12.2009 AKTUELLER STAND Anschluss an die A5 2008 Die Bundesregierung signalisierte Zustimmung zum Vorhaben einer neuen Autobahnanschlussstelle zwi- schen Baden-Baden und Bühl als Anbindung an den Ausbau der Verbindung Karlsruhe Baden-Airpark Baden-Airpark, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 102 FKB. Projektträger: Landkreis Rastatt (Einbindung der Stadt Karlsruhe über die TechnologieRegion Karlsruhe). Umweltverträglichkeitsuntersuchung, Erstellung von Lärmgutachten und technischen Planungen. 2009 Ergänzende Untersuchungen zur Umweltverträglich- keitsuntersuchung, Erstellung von Lärmgutachten und technischen Planungen, Klärung naturschutz- fachlicher Fragestellungen. Anschluss an den schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr 2007 Dezember 2007: Reaktivierung der Arbeitsgruppe „ÖPNV-Anbindung Flughafen Karlsruhe/Baden-Ba- den (Baden-Airpark)“. Der Arbeitsgruppe gehören neben dem federführenden Landkreis Rastatt, die Stadt Rastatt, die Gemeinden Hügelsheim, Iffezheim und Rheinmünster, die AVG, der Flughafen Karlsru- he/Baden-Baden, der Zweckverband Söllingen, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie der Regionalverband Mittlerer Oberrhein an. Die Stadt Karlsruhe und die TechnologieRegion Karlsru- he sind ebenfalls Mitglied in der Arbeitsgruppe. 2009 Mitte des Jahres lagen zwei Varianten der Stadt Rastatt und eine Variante der Stadt Baden-Baden für eine Anbindung des Baden-Airparks vor. Die Bear- beitung der Standardisierten Bewertung für alle drei Varianten wurde an ein Gutachterbüro vergeben. Ausbau des Baden-Airports 2009 Für den Ausbau des Baden-Airports wurden im Jahr 2009 rund 57 Mio. Euro investiert. Ein Drittel der Ko- sten hat die Region getragen, zwei Drittel das Land. Die Start- und Landebahn ist modernisiert. Mit dem neu installierten Landesystem sind jetzt vollautoma- tische Landungen möglich, zudem ist der Flughafen „allwettertauglich“. AUSBLICK Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe und der Region durch schnelle Erreichbarkeit deutlich gesteigert. Anschluss an die A5 Einleitung des Planfestellungsverfahrens Ende 2010. Abschluss Planfestellungsverfahren in 2012/2013. Fertigstellung der direkten Zufahrt zur BAB 5 in 2016. Anschluss an den schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr Berechnung und Ergebnis der Standardisierten Be- wertung, Gespräche mit Bund und Land. ÖPNV-Anbindung KA/Baden-Airpark über Stadt- bahn. WEITERE INFORMATIONEN www.badenairpark.de KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 103 ZIEL Gesamtkonzept für künftige Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement; Lösung anstehender Verkehrsprobleme, Gewährlei- stung eines intelligenten Verkehrsfl usses; Optimierung der Verkehrsabläufe für alle Verkehrs- teilnehmer. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, UA, Projektgruppe Sozialverträglichkeit, VBK, BuS, Wifö, AfSta, AfA, BD, Planungsbüros, Interes- senverbände, Pol.-Präs., Land B.-W., RP BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Zwei wesentliche Projektbereiche: Erstellung eines „Verkehrsentwicklungsplans (VEP)“ sowie „Mobili- tätsmanagement und Verkehrsinfozentrale“ Verkehrsentwicklungsplan Auftragsvergabe: 01.04.2008 nö. Planungsausschuss Zustandsanalyse; Ziele und Szenarien: 21.10.2009 nö. Planungsausschuss Arbeitsgruppe Verkehrsentwicklungsplan: 26.06.2008, 10.09.2008, 09.12.2008, 22.04.2009, 10.06.2009, 23.09.2009 Mobiltätsmanagement 21.06.2005 Bauausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Verkehrsentwicklungsplan Im VEP werden Genderaspekte durchgängig in alle Phasen der Untersuchung integriert, sowohl in die Untersuchungen zum Bestand als auch in die Szena- rien, Handlungskonzepte und Maßnahmen. Stadtbauforum: 10.07.2008 Forum Verkehrsentwicklungsplan (Gremium für geladene Karlsruher Interessenverbände und Institutionen): 18.07.2008, 27.03.2009, 09.07.2009 Mobilitätsmanagement Pressekonferenz mit IM-B.-W. zur Einführung des Programmsystems Baustellen- und Ereignisma- nagement: 13.11.2006 AKTUELLER STAND Verkehrsentwicklungsplan 2007 Formulierung von maßgeblichen Inhalten, Min- destanforderungen und Vertragsbedingungen durch die Stadtverwaltung. Auswahlverfahren zur möglichen Beauftragung eines externen Büros zur Erstellung des VEP Karlsruhe. 2008 Nach Beschlussfassung im Planungsausschuss im April 2008: umfassende Analyse des Bestands durch die Büros StetePlanung und Habermehl+Follmann. Am 18. Juli 2008 fand das erste „Forum Verkehrsent- wicklungsplan“ unter Beteiligung von Politik und Interessenverbänden (IHK, ADAC, KVV, NABU, VCD etc.) statt. 2009 Die Büros haben die Auswirkungen der verschie- Zukunft Mobilität – – – – – – – Der Verkehrsentwicklungsplan befasst sich mit allen Verkehrsarten, Foto: ONUK KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 104 denen Verkehrsarten (fl ießender motorisierter Indivi- dualverkehr, ruhender Kfz-Verkehr, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) auf das Stadtgebiet Karlsruhe unter- sucht. Die Ergebnisse wurden beim zweiten Forum VEP am 27. März 2009 vorgestellt und mit den Teil- nehmenden diskutiert. Danach hat das Büro einen Ergebnisbericht zur Zu- standsanalyse erstellt, in den auch gesetzliche Vor- gaben, Richtlinienwerte und städtische Beschlüsse mit eingefl ossen sind. Er bildet die Grundlage für die Formulierung von Entwicklungszielen, die Bil- dung von Szenarien sowie die Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts. Am 9. Juli 2009 wurden die entwickelten Ziele und vorgesehenen Szenarien mit dem Forum VEP rückgekoppelt. Am 21. Oktober 2009 wurden der Bericht zur Zu- standsanalyse sowie die Ziele und Szenarien dem Planungsausschuss vorgestellt. Der Abschlussbericht zum VEP ist für Ende 2011 vor- gesehen. www.karlsruhe.de/bauen/verkehr/verkehrsentwick- lung Mobilitätsmanagement Aufgrund der aktiven Mitarbeit der Stadt Karlsruhe am Landesprogramm MOBIN (Mobilitätsinformati- onsnetzwerk) und am Forschungsprojekt Do-it des BMWi verfügt Karlsruhe über eine überdurchschnitt- liche Vielfalt an Verkehrsdaten in Menge und Quali- tät zur Beschreibung der aktuellen Verkehrslage (z. B. Level of Service; Parkhausbelegung; usw.) auf den städtischen Hauptstraßen. Die Sensorik (Schleifen, Traffi c eyes) wurde weiter verdichtet. Der geplante Internetauftritt (Verkehr in Karlsruhe) steht unmittelbar bevor. Folgende Ver- kehrsinformationen stehen in Echtzeit zur Verfü- gung: Verkehrslage im Straßenvorhaltenetz in Karlsruhe, aktuelle Belegung von Parkhäusern, Baustellen im Straßenvorhaltenetz in Karlsruhe, Darstellung von bewirtschafteten Parkierungs- möglichkeiten im öffentlichen Raum (Parkschein- automaten); P+R-Plätze; Behinderten-Parkplätze; Bewohnerparken; T-30-Zonen; verkehrsberuhigte Bereiche; FG-Zonen; Fahrrad-Parker, Darstellung des regionalen Verkehrsgeschehens durch Verlinkung des städt. Internetauftritts mit den Verkehrsseiten der Länder B.-W. und Rhein- land-Pfalz (Verkehrslage, Baustelleninfo, Bildinfor- mationen (WebCam – bisher nur aus Rheinland- Pfalz), weitere Fachschalen in Vorbereitung und Weiterleitung der Daten an DDG (Navi-Systeme, TMC-Pro). Strategie-Gespräch mit den Ländern Baden-Württ- emberg und Rheinland-Pfalz am 14. Dezember 2009. Ziel: Ausbau des Systems zum aktiven Ver- kehrsmanagement-System: Stufe 1 im Verkehrsraum A65/B9/B10 (Ziel: 2015) Stufe 2 Erweiterung auf A5/A8/L605/B10 auf der Basis straßenseitiger Info-Tafeln und Ver- kehrsfunk. Schrittweiser Ausbau des Systems zum aktiven Ver- kehrsmanagement bis 2015. www.mobin.de www.daten.karlsruhe.de/Service/Parken AUSBLICK Die Umsetzung des Leitprojekts Zukunft Mobilität erfüllt 2020 die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölke- rung. WEITERE INFORMATIONEN – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 105 Um die Vielfalt der Verkehrsangebote in Karlsru- he zu vernetzen, wird die Multimodalität gefördert: Seit 2007 stehen in Karlsruhe 350 Mietfahrräder zur Verfügung (Call a Bike) und 2.100 Personen nutzen das Angebot. Den Umstieg vom Fahrrad zum ÖPNV vereinfachen Fahrradabstellanlagen, z.B. sind in 2007 in der Fahrradstation im Hauptbahnhof 440 Stellplätze geschaffen worden. Insgesamt stehen in Karlsruhe ca. 1.000 Abstellmöglichkeiten an Hal- testellen zur Verfügung, das Angebot wird konti- nuierlich erweitert. Auch für ÖPNV-Kunden, die mit dem Auto zur Haltestelle fahren, gibt es in Karlsruhe ca. 800 Park-and-Ride-Stellplätze. Und für die Bür- gerinnen und Bürger ohne eigenes Auto stehen ca. 200 CarSharing-Fahrzeuge an 80 Stationen. Karlsru- he ist damit die Stadt mit der höchsten Zahl an Car- Sharing-Fahrzeugen pro Einwohner in Deutschland. Das sichere Miteinander aller Menschen im Ver- kehrsgeschehen zeigt sich auch in den Unfällen: 2008 ist die Anzahl der Verkehrsunfälle in Karlsruhe erneut gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (VBK) in- vestieren weiter in ihr Schienennetz. Im Jahr 2008 wurden für vier Millionen Euro die Gleise in der Kai- serstraße zwischen Marktplatz und Europaplatz er- neuert. Im östlichen Abschnitt der Kaiserstraße wur- de im August 2009 die vor zwei Jahren begonnene Grundsanierung des Fahrweges durch die Karlsruher Fußgängerzone und im Bereich vor der Universität Karlsruhe fortgesetzt. Die 2,5 Millionen Euro kosten- de und von der Europäischen Union mit 300.000 Euro geförderte Fahrwegerneuerung erstreckte sich auf den insgesamt 650 Meter langen Bereich zwi- schen dem Marktplatz und dem Kronenplatz sowie jenen zwischen der Englerstraße und dem Durlacher Tor. Damit soll der Verschleiß an den Bahnen abneh- men sowie die Sicherheit und der Fahrkomfort ver- bessert werden. Bei der Gleiserneuerung wurde auf vorgefertigte Betonteile mit bereits eingelassenen Schienen gesetzt. Die Bauzeit konnte durch dieses Verfahren wesentlich verkürzt werden. Mit Blick auf die Kombilösung hat dieses Verfahren zusätzlich den Vorteil, dass die Bauteile nach ihrem Ausbau aus der Kaiserstraße (voraussichtlich 2020) an anderer Stelle wieder verwendet werden können. Der erhöhte Bereich an der Haltestelle Herren- straße wurde 2008 von zwölf auf 40 Meter verlän- gert und damit das Ein- und Aussteigen weiter ver- einfacht. Vom 13. bis 15. Februar 2008 fand in Karlsruhe erstmals die IT-Trans (Informationstechnik im ÖPNV) statt. Die Fachmesse mit 85 Ausstellern aus 20 Na- tionen greift Themen wie elektronische Tickets, Chipkarten, Multimediaangebote und Sicherheitslö- sungen im öffentlichen Nahverkehr auf. An der Kon- ferenz nahmen 400 Delegierte teil. Vom 24. bis 26. Februar 2010 fi ndet die zweite IT-Trans in Karlsruhe statt. Die VBK haben im Anschluss an ein europaweites Ausschreibungsverfahren acht Zwei-Systemfahr- zeuge einer neuen Generation im Wert von 34,4 Millionen Euro bei der Firma Bombardier Transporta- tion geordert. Die hochmodernen und komfortablen Zwei-System-Stadtbahnwagen werden voraussicht- lich ab August 2011 geliefert. Seit 1. Januar 2009 erhalten Fahrgäste auf den Straßenbahn- und Buslinien der VBK oder in einer S-Bahnlinie bei deren Durchfahrt durch die Innen- stadt, die mehr als 20 Minuten später als vorgese- hen ihr Ziel innerhalb von Karlsruhe erreichen, eine Entschädigung in Höhe von fünf Euro. Die so ge- nannte Mobilitätsgarantie gilt nur, wenn die VBK für die Verspätung verantwortlich sind. Wird der letzte Anschluss mit Bahn oder Bus verpasst, werden Taxi- kosten bis zu einer Höhe von 25 Euro erstattet. Erstmalig werden im Netz der VBK im Linien- verkehr mit dem Fahrplanwechsel ab Sonntag, 13. Dezember 2009, Linienbusse mit Fahrradträger ein- gesetzt. Für eine erste Testphase wurde die Busli- nie 24 (Bergwald/Hohenwettersbach – Zündhütle – Durlach Turmberg) ausgewählt. Dadurch, dass ein Fahrzeug gelegentlich die Linie wechselt, wird zeit- weise auch die Buslinie 26 (Durlach Turmberg - Gei- gersberg) bedient. Die Anzahl der Fahrgäste des KVV betrug 2008 rund 173 Millionen, was ein Wachstum um 1,8 % bedeutet. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | VERKEHR UND MOBILITÄT 106 Fahrscheine kann der Kunde mit Hilfe moderner Übertragungstechnik über das Handy kaufen. Für seine Kunden macht der KVV darüber hinaus immer wieder attraktive Angebote, wie zum Beispiel mit der „KombiCard“, bei der Lebenspartner eines Kom- biCard-Inhabers eine Partnerkarte deutlich preisre- duziert erwerben können. Mit der am 29. Mai 2009 eingeführten „SommerCard 15“ konnten die Kun- den für 15 Euro zehn Tage lang rund um die Uhr Bahnen und Busse im gesamten Netz nutzen. Wer im Gebiet des KVV den Wohnort wechselt oder in das Verbundgebiet zieht, erhält seit Septem- ber 2009 bei nahezu allen Gemeinden und Städten ein spezielles Kennenlern-Angebot für den ÖPNV. Mit der so genannten Neubürgerkarte, die mit dem Starterpaket der Bürgerämter ausgegeben wird, können die Bürger eine Woche lang die Leistungen des KVV testen. Die Fahrkarte ermöglicht ab dem Tag der Entwertung die einwöchige Nutzung aller Bahnen und Busse im KVV-Netz. Wer sich nach der Schnupperwoche für eine Jahreskarte entscheidet, fährt zusätzlich einen Monat gratis, bevor das KVV- Abonnement beginnt. Haushaltsbefragungen zum Verkehrsgeschehen von 1982, 1992 und 2002 zeigen einen Anstieg des Anteils an Wegen, die mit dem ÖPNV zurückgelegt werden: von 13 % über 16 % auf 18 % in Karlsru- he. In den gleichen Jahren wurden mit dem Fahrrad 13 %, 17 % und 16 % der Wege bewältigt. Für das Jahr 2012 ist eine erneute Befragung geplant. Um das Verkehrsgeschehen in Karlsruhe um- weltschonend und konfl iktfrei zu gestalten, sind mit dem Lärmaktionsplan und dem Luftreinhalteplan verschiedene Maßnahmen begonnen worden: Lärmaktionsplan Die nationale Umsetzung der EU-Umgebungslärm- richtlinie ist mit § 47 d BlmSchG erfolgt. Danach haben zuständige Behörden Lärmaktionspläne auf- zustellen, mit denen Lärmprobleme und Lärmaus- wirkungen zu regeln sind. Ein Ziel des Lärmaktions- plans ist auch, ruhige Gebiete gegen die Zunahme des Lärms zu schützen. Im Rahmen der Aufstellung ist die Öffentlichkeit nicht nur zu hören, sondern ihr rechtzeitig und effektiv die Möglichkeit der Mitwir- kung zu geben. Der Lärmaktionsplan wurde in ver- schiedenen Veranstaltungen öffentlich zur Diskussi- on gestellt. Die Stadt Karlsruhe hat mit dem ersten Schritt ein Maßnahmenpaket erstellt, das zunächst höchst- und hochbelastete Bereiche berücksichtigt und spürbare Entlastungen bringen soll. Dazu gehören Maßnah- men zur Verhinderung der Schallausbreitung, der Entstehung und Maßnahmen an Gebäuden. Allgemein sollen Lärmaktionspläne in fünfjährigen Intervallen überprüft und fortgeschrieben werden. Der Gemeinderat hat eine vorzeitige Weiterentwick- lung bereits in zweieinhalb Jahren beschlossen. Luftreinhalteplan Das Regierungspräsidium Karlsruhe steht in der Pfl icht, einen Luftreinhalteplan für die Städte Mann- heim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim und Mühla- cker zu erstellen, um die Einhaltung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid ab dem Jahr 2010 sowohl an den straßennahen Messorten als auch fl ächendeckend sicherzustellen. Kernstück des Luftreinhalteplans mit seinen Teilplä- nen für die einzelnen Städte ist der jeweilige Maß- nahmenteil. ÖPNV – Bahnhofsvorplatz, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | WIRTSCHAFT UND ARBEIT 107 Siehe Leitprojekt InnovationsForum und Zukunftswerkstatt Karlsruhe. Aufbau und Ausbau von Netzwerken zwischen Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft, innovativen Technologien und Schulen 3.11 Wirtschaft und Arbeit Karlsruhe 2015. Wir schaffen Perspektiven. ZIEL Möglichkeiten aufzeigen für eine funktionierende, privatwirtschaftlich organisierte Nahversorgung im Stadtgebiet. PROJEKTLEITUNG Wirtschaftsförderung BETEILIGTE AfSta, StPlA, Bürgerschaft, Bürgervereine, Einzel- handelsverbände, IHK, ... BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Vorstellung des Gutachtens „Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007“: 08.04.2008 Gemeinderat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Vorstellung des Gutachtens „Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007“ beim Bürger- stammtisch: 04.06.2008 Bürgerverein Südstadt 17.06.2008 Bürgerverein Nordwestadt AKTUELLER STAND 2007 – 2009 Mit dem Bericht „Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007“ hat das Amt für Stadtentwicklung eine Analyse der Nahversorgung in Karlsruhe vorge- legt und damit den Forschungsauftrag abgeschlos- sen. Auf Basis des Einzelhandelsgutachtens 2007, der Bürgerumfrage zum Thema Einkaufen und Nahversorgung sowie des Karlsruher webbasierten Forschungsauftrag für eine funktionierende Nahversorgung – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | WIRTSCHAFT UND ARBEIT 108 Informationssystems zur Nahversorgung macht die Studie detaillierte Aussagen über den Ist-Zustand und die Zufriedenheit in jedem Stadtteil und zeigt gleichzeitig auf, in welchen Bereichen Handlungs- bedarf besteht. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es in Karlsruhe in den meisten Stadtteilen ge- lungen ist, Erreichbarkeiten abzusichern und eine Konzentration der Lebensmittelmärkte an den Ver- kehrsachsen zu verhindern. Im nächsten Schritt: Diskussion der Ergebnisse mit den Bürgervereinen und darauf aufbauend in den kommenden Jahren: Weiterarbeit an der Sicherung und dem Ausbau einer funktionierenden Nahversor- gung. In drei Stadtteilen sind größere Nahversorgunszen- tren angedacht. Auch durch den Erhalt von kleineren Märkten in der Nordstadt, Durlach und Beiertheim konnten Versorgungslücken verhindert werden. AUSBLICK Funktionierende, zukunftsfähige Versorgung des Stadtgebiets ist gesichert. WEITERE INFORMATIONEN www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta/Stadt entwicklung/Afsta-StEntw-StEntw-Nahversorgung 2007.php Wochenmarkt, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | WIRTSCHAFT UND ARBEIT 109 ZIEL Persönliche Standortbindung von Unternehmen und Gewinnung von internationalen Botschaftern aus der Karlsruher Industrie, Forschung, Wissenschaft und Verwaltung für Karlsruhe und die (Technologie-) Region zum Ausbau eines Wettbewerbsvorsprungs zur Ansiedlung von ausländischen Unternehmen/In- vestitionen. PROJEKTLEITUNG Wirtschaftsförderung BETEILIGTE HA, EURegKA, TRK, KMK, StMa, IHK, KIT, ZKM BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND Ausbau der bei der Wirtschaftsförderung existie- renden grenzüberschreitenden Netzwerke Mittel- und Osteuropa sowie Indien, Entwicklung gemein- samer Aktivitäten mit hinzukommenden Partnern. Im Sinne eines Pilotvorhabens konzentriert sich das Projekt derzeit insbesondere auf die deutsch- indische Kooperation. Um die Chancen des Wachstumsmarktes Indien zu nutzen, haben Wirtschaftsförderung, KMK und das International Department des KIT gemeinsam eine Auslandsvertretung in der indischen Stadt Mumbai (früher Bombay) etabliert. Schwerpunkt der Zusam- menarbeit sind die Wirtschafsbereiche Energie, In- formationstechnologie, Nanotechnologie und Auto- motive. 2008 Entwicklung einer Gesamtkonzeption mit Finanzie- rungsplan zur dann möglichen Umsetzung geplant. Vom 23. bis 25. April 2008 fand die Messe Resale mit der Netzwerkveranstaltung Indien statt. Der indische Repräsentant der Wifö und KMK hielt einen Fachvortrag über den Wirtschafts- und IT- Standort Karlsruhe beim Verband SITA, einem re- gionalen Fachverband im IT-Sektor im indischen Bundesstaat Gujarat. Die SITA-Mitgliedsfi rmen sind zum größten Teil KMUs (Softwarefi rmen, Hardware- fi rmen, Fachhändler etc.). Der Fachverband ist mitt- lerweile Mitglied im indischen Part des Indo-German Network Karlsruhe und an einer Zusammenarbeit mit Karlsruhe interessiert. 2009 Im Februar 2009 nahmen indische Softwareunter- nehmen, die über den Fachverband SITA und den Karlsruher Repräsentanten in Indien auf Karlsruhe aufmerksam gemacht wurden, als Aussteller an der Learntec teil. Bei einem begleitenden Workshop veranstaltet von Wifö und KMK tauschten sich die indischen Unternehmen mit Vertretern der Karls- hochschule, des Schulamts, der KMK, dem Schulde- zernenten, der Universität und der Firma dm droge- rie markt GmbH hinsichtlich IT, E-learning und B2B aus. Im März 2009 trafen sich beim deutsch-indischen Netzwerktreffen für den Informations- und Kommu- nikations-Technologie-Bereich im International De- partment des Karlsruher Institutes für Technologie rund 40 deutsche und indische Netzwerker. Dabei stand der persönliche Austausch im Vordergrund. Eine Karlsruher Softwarefi rma, die auch zwei Part- ner in indischen Städten hat, stieß bei den indischen Gästen auf großes Interesse. Internationales Netzwerk Karlsruhe Deutsch-Indisches Netzwerktreffen, Foto: Wirtschaftsförderung KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | WIRTSCHAFT UND ARBEIT 110 Weitere Aktivitäten waren Fachvorträge zum Wirt- schafts- und Energiestandort Karlsruhe vor Ver- tretern von GESIA (IT-Fachverband im indischen Bundesstaat Gujarat) und GEDA (Gujarat Energy Development Agency) im August sowie bei der Kammer in Vadodara/Indien (Energiestadt im Bun- desstaat Gujarat) im Dezember 2009. Ziel war es, Teilnehmer bzw. Aussteller für die WTT-Expo 2010 (Messe für industrielle Wärme- und Kältetechnik) zu gewinnen und Unternehmen über das Netzwerk En- ergieForum Karlsruhe zu informieren. Die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK) hat mit Katalonien (Spanien) einen Kooperationsver- trag abgeschlossen. Die spanische Region wird sich an Fachmessen und -kongressen der KMK beteiligen und möchte katalonische Unternehmen, Hochschu- len und Forschungseinrichtungen dabei unterstüt- zen, mit baden-württembergischen Unternehmen zu kooperieren. Auch für die TechnologieRegion Karls- ruhe und die hier ansässigen Unternehmen ist die wirtschaftsstarke und hochtechnologisierte Region von großem Interesse. Daher soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. Im Rahmen der Reise einer Wirtschaftsdelegation fanden am 15. Oktober 2009 in Nottingham Präsen- tationen zu den Netzwerken CyberForum (IT, Neue Medien) und EnergieForum Karlsruhe statt. AUSBLICK Im Januar 2010 ist ein Netzwerktreffen des Indo- German Networks Karlsruhe in Mumbai geplant. Internationale Positionierung von Karlsruhe über Multiplikatoren und Persönlichkeiten wird insbeson- dere im Netzwerk Indien bereits erreicht und über Projekte und Veranstaltungen erweitert. WEITERE INFORMATIONEN – – – Messe Karlsruhe, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | WIRTSCHAFT UND ARBEIT 111 Eine ganze Reihe von Umfragen, Studien und Rankings im Jahr 2008 belegen, dass Karlsruhe mit Zuversicht in die Zukunft blicken kann. Die Ergebnisse im Überblick: Karlsruhe gehört zu den sechs innovativsten Standorten in Deutschland und hat eines der hoffnungsvollsten Hightech-Cluster in Zentraleu- ropa (Matthias Horx, Zukunftsforscher). Der Anteil der Beschäftigten im Hightech-Sektor liegt bei 7,6 %, was den dritten Rang in Deutsch- land bedeutet (Bundesverband Informationswirt- schaft, Telekommunikation und neue Medien - BITKOM). Eine hohe Lebensqualität, attraktive Zukunfts- perspektiven, beste unternehmerische Entwick- lungsmöglichkeiten: Karlsruhe belegt unter 50 großen Städten in der Bundesrepublik punkt- gleich mit Frankfurt Platz drei (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - INSM). Dem Städtetest lagen insgesamt 105 Indikatoren in den Katego- rien Arbeitsmarkt, Wohlstand, Standortqualität, Wirtschaftsstruktur, Sozialstruktur und Finanzen zugrunde. Bei der Bewertung der Wachstumschancen er- reicht Karlsruhe den sechsten Rang unter 30 großen Städten in Deutschland (Hamburger Welt- wirtschaftsinstitut - HWWI). Das Augenmerk lag dabei auf Faktoren wie wirtschaftliche Dynamik, Bildung und Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit. Eine Befragung von 2.000 Unter- nehmen in ganz Deutschland, in der es um All- tagserfahrungen mit Behörden ging, aber auch um die Bewertung der Infrastruktur etwa im Verkehrs- oder auch Bildungsbereich. 71 % der Unternehmen bestätigen der Stadt eine generelle Wirtschaftsfreundlichkeit. Auch Unternehmen spielen an der Spitze mit. Im Januar 2008 wurden vier mittelständische Unter- nehmen der TechnologieRegion Karlsruhe mit dem Gütesiegel „Top Job“ ausgezeichnet. Sie gehören zu den besten Arbeitgebern im Mittelstand und zeich- nen sich durch ein herausragendes Personalma- nagement aus. Das Kongresszentrum Karlsruhe gehört zu den zehn besten Kongresszentren Deutschlands. 25.000 Veranstaltungsplaner beteiligten sich an der Bewer- tung. Die Vereinigung Deutscher Veranstaltungsor- ganisationen führte die Bewertung durch. Am 31. Oktober 2008 feierte die Neue Messe Karlsruhe ihr fünfjähriges Bestehen. In dieser Zeit fanden 251 Messen, 825 Kongresse sowie 680 wei- tere Veranstaltungen in der Messe Karlsruhe statt. Insgesamt konnte sich die Messe Karlsruhe mit ih- ren Veranstaltungen gut in der Messelandschaft Deutschland positionieren. Auch Karlsruhe und die Region profi tieren von einem guten Messegeschäft, beispielsweise in der Gastronomie- und Hotelbran- che. Mit der Gründung eines „Convention Bureaus“ soll die Stadt Karlsruhe und die Region als nationaler und internationaler Standort für Tagungen, Kon- gresse und Events noch besser vermarktet werden. IHK, Hochschulen und TechnologieRegion bieten Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden die Möglichkeit, sich über die Hochschulen und deren Studienrichtungen bzw. über Unternehmen der Re- gion und deren Berufsfelder zu informieren. Ziel ist es, zum einen Schüler zu einem Studium zu motivie- ren, zum anderen das enorme Potenzial an gut aus- gebildeten Fachkräften nach dem Studium an einer Karlsruher Hochschule in der Region zu halten. Hier einige Beispiele: „Wirtschaft macht Schule“: Mit dem Projekt der BWIHK sollen bis Ende 2009 alle Schulen in der Region mit einem Partner aus der Wirtschaft koo- perieren. Den Betrieben soll somit die Suche nach qualifi zierten Auszubildenden und den Schülern die Berufswahl erleichtert werden. Im Oktober 2008 gründete die Universität ein Center für Innovation und Entreprenuership (CIE) am KIT. Das enorme Potenzial an neuen Unter- nehmensgründern am KIT – 18.500 Studieren- de, 8.000 Beschäftigte, 15.000 Alumni – soll in Zukunft besser ausgenutzt werden. Das CIE ist eine erste Anlaufstelle und bietet unter anderem folgende Leistungen an: Beratung von der ersten Idee bis zur Konzeption, Marktpotenzialeinschät- zung, Suche von Mitgründern, Hilfe bei Förder- programmen usw. KarrierePortal, KarriereLounge, KarriereGipfel (nä- here Erläuterungen siehe Leitprojekt „Studenten- stadt Karlsruhe“). Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 112 3.12 Zukunftssicherung Innenstadt Karlsruhe 2015. Bei uns pulsiert das Leben. ZIEL Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für den ÖPNV durch den Stadtbahntunnel in der City. Schaffung ei- ner schienenfreien Fußgängerzone ohne Nutzungs- konfl ikte zwischen ÖPNV und Fußgängern. Neu- belebung der Kaiserstraße und der angrenzenden Straßenzüge. Sicherung der Leistungsfähigkeit des ÖPNV auch in der Zukunft durch die neue Stra- ßenbahntrasse in der Kriegsstraße. Fortsetzung der eingeleiteten Südentwicklung der Innenstadt durch Umbau der Kriegsstraße. Straßentunnel in der Kriegsstraße entlastet die Knotenpunkte und reduziert Lärm- und Abgasbela- stung. PROJEKTLEITUNG KASIG mbH BETEILIGTE VBK, TBA, Stadtwerke, LA, StPlA, GBA, AfSta, Wifö, BuS, ZJD, Planungsbüros, Gutachter, Baufi rmen, für Einzelmaßnahmen während Bau ggf. Einzelhandel im Baustellenbereich BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Aufsichtsrat 21.02.2008, 11.06.2008, 08.10.2008, 19.11.2008, 17.12.2008, 12.02.2009, 23.04.2009, 09.06.2009, 22.10.2009, 11.12.2009 Gemeinderat 19.07.2005 Aufstellungs- und Auslegungsbe- schluss für den Bebauungsplan Kriegsstraße und Einleitung des Planfeststellungsverfahrens Kombilösung Stadtbahntunnel 22.11.2005 Finanzierung Kombilösung (Anfrage) 25.07.2006 Kosten, Genehmigung Kombilösung (Anfrage) 27.02.2007 Kombilösung, Zukunft Innenstadt (Anfragen) 16.10.2007 Kostenrahmen Kombilösung (Anfrage) 19.02.2008 Kostenentwicklung Kombilösung (Anfrage) 11.03.2008 Satzungsbeschluss B-Plan Kriegs- straße 23.09.2008 Kosten der Kombilösung (Anfrage) 21.10.2008 Beschluss zur Umsetzungsreihenfol- ge der Kombilösung („Stadtbahntunnel zuerst“) 10.03.2009 Finanzierung Kombilösung (Anfrage u. Antrag) 22.10.2009 Risikoabschätzung Kombilösung (Antrag) 17.11.2009 Ablehnungsbeschluss zum Bürger- begehren 24.11.2009 Ablehnungsbeschluss zum Bürger- entscheid Hauptausschuss 14.10.2008 nö. Umsetzungsreihenfolge Kombi- lösung Planungsausschuss 09.09.2008 nö. Ideenwettbewerb „Gestaltung öffentlicher Raum“ 21.01.2009 nö. Ideenwettbewerb „Gestaltung öffentlicher Raum“ Projektteam 30.01.2008, 23.04.2008, 16.07.2008, – – – – – – – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 113 10.09.2008, 19.01.2009, 11.05.2009, 17.09.2009 VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Forum Kombilösung 12.03.2008, 07.05.2008, 17.09.2008, 04.02.2009, 22.06.2009, 21.10.2009 Informationsveranstaltungen für Anwohner 10.07.2008, 09.09.2008, 12.09.2008, 10.10.2008, 16.10.2008, 20.11.2008, 28.11.2008, 24.03.2009, 09.04.2009, 30.09.2009 Informationsveranstaltungen für Geschäftsleute 22.01.2008, 10.11.2008, 06.10.2009, 30.11.2009 Informationsveranstaltungen bei Bürgervereinen 22.02.2008 Südstadt-Bürgergesellschaft 23.04.2008 Bürgerverein Oststadt 29.07.2009 Interessengemeinschaft Oberreut Veranstaltungen und Informationsstände Auf zahlreichen Veranstaltungen wird über den Bau der Kombilösung informiert, wie zum Beispiel in öffentlichen Foren oder Fachkreisen. Hinzu kommen Informationsstände (Info-Zelt) bei Ver- anstaltungen, wie zum Beispiel bei den Stadtge- burtstagen, der Offerta oder DAS FEST. AKTUELLER STAND Neben der vertiefenden technischen Planung zur Erstellung der Ausschreibungsunterlagen, Verstär- kung der Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel ein Informationszelt beim Stadtgeburtstag oder auf der Verbrauchermesse „Offerta“. Zusätzliche Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen sowie direkte Gespräche mit betroffenen Anliegern werden durchgeführt. 2008 11. März 2008: Satzungsbeschluss für Bebauungs- plan „Kriegsstraße Mitte, Straßenbahn in der Kriegs- straße mit Straßenbahntunnel“. 12. März 2008: Gründung des „Forum Kombilö- sung“. Hier sind die wichtigsten gesellschaftlichen Institutionen und Gruppen in der Stadt, wie zum Beispiel IHK, ADAC und VCD, Seniorenbeirat und Fahrgastbeirat, der City-Initiative oder der Bürger- vereine, in das Projekt miteinbezogen und können ihre Ideen und Anregungen einbringen. 21. Oktober 2008: Beschluss des Gemeinderats zur Umsetzungsreihenfolge. Zuerst soll der Stadt- bahntunnel realisiert werden und anschließend die Kriegsstraße mit Autotunnel. 8. Dezember 2008: Aufnahme der Kombilösung in das GVFG-Bundesprogramm. 15. Dezember 2008: Zuwendungsbescheid des Landes zum GVFG-Antrag. 15. Dezember 2008: Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat den Planfeststellungsbeschluss für den Stadtbahntunnel Kaiserstraße mit Südabzweig erlassen. – – – – – – – Modell Kombilösung – Haltestelle Ettlinger Tor, Grafi k: Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 114 17. Dezember 2008: Vorstellung einer aktualisierten Kostenberechnung im Aufsichtsrat der KASIG. Da- nach belaufen sich die voraussichtlichen Kosten für die Kombilösung auf rund 588 Mio. Euro. Die KASIG hat davon ca. 173 Mio. Euro zu tragen. 23. Dezember 2008: Finanzierungsvereinbarung zwischen Land und Stadt zur Realisierung der Kom- bilösung. 2009 21. Januar 2009: Der Planungsausschuss stimmte der Auslobung eines Ideenwettbewerbs zur städte- baulichen Aufwertung der Innenstadt nach dem Bau der Kombilösung zu. Er bezieht sich auf die Achsen Mühlburger Tor bis Durlacher Tor und Marktplatz bis Ettlinger Tor. Er wurde im Frühjahr 2009 ausge- schrieben mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des öffentlichen Raums der Karlsru- her City zu erhalten. Ende Februar 2009 wurde mit vorbereitenden Maß- nahmen für den Bau der Kombilösung am Berliner Platz und am Ettlinger Tor begonnen. Im Zusam- menhang mit dem dreiwöchigen Schienenwechsel in der Kaiserstraße im August 2009 wurden weitere Vorarbeiten am Berliner Platz und bei der Haltestelle Kronenplatz durchgeführt. Nach der Präqualifi kation sind fünf Konsortien für die Ausführung der Rohbauarbeiten für den Stadt- bahntunnel geeignet. Am 19. Juni 2009 wurden die Ausschreibungsunterlagen an die Unternehmen versandt. Die Angebotsabgabe erfolgte am 27. Ok- tober 2009. Am 23. Juli 2009 war Spatenstich für den Informa- tionspavillon am Ettlinger Tor, der im Frühjahr 2010 eröffnet wird. In diesem Pavillon erhält die Öffent- lichkeit während der 10-jährigen Bauzeit der Kom- bilösung alle Informationen rund um die Kombilö- sung. Der Pavillon bietet Platz für Veranstaltungen, Gastronomie und zwei Aussichtsplattformen, von denen der Blick auf die Baumaßnahmen rund um das Ettlinger Tor herum möglich ist. Des Weiteren wurden bis zum Baubeginn 20 Info-Stelen an den geplanten Baustellen in der Innenstadt aufgestellt. Sie informieren die Bürgerinnen und Bürger über die Baumaßnahmen an den jeweiligen Standorten. Im Oktober und November 2009 wurden die gewer- betreibenden Anlieger über das Unterstützungsma- nagement während der Bauphase informiert, das aus folgenden vier Bestandteilen besteht: Entschä- digungsmanagement, Anliegerbetreuung, Baustel- lenmarketing und Baustellenlogistik. Die Initiative „Stoppt das Millionengrab“ wollte ei- nen erneuten Bürgerentscheid über den Bau der Kombilösung erreichen. Um einen erneuten Bürger- entscheid herbeizuführen, sind gemäß der Gemein- deordnung Baden-Württemberg bei einer Stadt in der Größenordnung von Karlsruhe 20.000 Unter- schriften von Karlsruher Bürgerinnen und Bürger für ein Bürgerbegehren erforderlich. Über die Zulässig- keit eines Bürgerbegehrens entscheidet der Gemein- derat. Am 23. Oktober 2009 übergaben Mitglieder der Initiative dem Oberbürgermeister ca. 30.000 Un- terschriften, von denen nach der Überprüfung durch die Stadtverwaltung ca. 22.000 Unterschriften als gültig anerkannt wurden. Am 17. November 2009 beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit, dass das Bürgerbegehren für einen erneuten Bür- gerentscheid nicht zulässig ist. Ein weiterer Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheids wurde am 24. November 2009 vom Gemeinderat ebenfalls mit großer Mehrheit abgelehnt. Mit Übergang in das Verhandlungsverfahren am 20. November 2009 sollten bei den ausgeschriebenen Rohbauarbeiten für den Stadtbahntunnel mit den Bietern weitere Optimierungsmöglichkeiten in tech- nischer und wirtschaftlicher Hinsicht erzielt wer- den. AUSBLICK Vergabebeschluss für die Rohbauarbeiten zum Stadtbahntunnel durch den Aufsichtsrat der KASIG voraussichtlich im Februar 2010. Spatenstich am 21. Januar 2010 als „offi zieller“ Bau- beginn für die Rohbauarbeiten zum Stadtbahntun- nel. Fertigstellung der Gesamtmaßnahme Kombilösung voraussichtlich bis zum Jahr 2019. WEITERE INFORMATIONEN www.diekombiloesung.de www.kasig.info KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 115 ZIEL Aufwertung der Fußgängerzone durch zeitgemäße, angenehme Gestaltung; Einbezug der Geschäftsin- haber verstärken. PROJEKTLEITUNG Wirtschaftsförderung BETEILIGTE StPlA, VBK/KASIG, StMa, GBA, TBA, AfA, BuS, Wifö, CiK, Einzelhandel, IHK, HWK, Haus und Grund, Bür- gerschaft, ggf. Bürgervereine BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Bebauungsplan „Marktplatz Nordseite“ (Kaiser- karree): 11.12.2007 Gemeinderat (Aufstellungsbeschluss) 08.04.2008 Gemeinderat (Auslegungsbeschluss) 10.03.2009 Gemeinderat (Satzungsbeschluss) Bebauungsplan „Kaiserstraße Süd zwischen Karl- und Ritterstraße“: 16.06.2009 Planungsaus- schuss (Aufstellungsbeschluss) Neugestaltung und Aufweitung der zentralen Fußgängerzone Planungswettbewerb Kaiserstraße und Karl-Fried- rich-Straße: 21.01.2009 Planungsausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Infoveranstaltung zum Bebauungsplan „Markt- platz Nordseite“: 20.02.2008 Öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Marktplatz Nordseite“ („Kaiserkarree“; neue Fassung): 03.11. – 02.12.2008 Vorstellung der Ergebnisse des Planungswettbe- werbs Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße im Stadtbauforum: 11.03.2010 AKTUELLER STAND bis 2007 Attraktivitätssteigerung der Innenstadt durch An- siedlung des Einkaufszentrums Ettlinger Tor und der Post Galerie. Aufwertung der Kaiserstraße durch neue Beleuch- tung und neues Mobiliar sowie vielfältige städte- bauliche Aufwertungen. Ritterstraße, Foto: Monika Müller-Gmelin – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 116 In den Folgejahren: Erstellung eines aufbauenden Maßnahmenkonzepts durch die Arbeitsgruppe In- nenstadt, im Kern bestehend aus Wirtschaftsförde- rung, Stadtplanung, Stadtentwicklung und Stadt- marketing. 2009 Im Dezember 2008 zog die Volksbank aus ihrem Gebäude am Marktplatz (Nordseite) in ein neues Gebäude an der Ludwig-Erhard-Allee. Das Gebäude am Marktplatz, das in den Nachkriegszeiten 1954 bis 1956 erbaut wurde, wird ab Januar 2010 ab- gerissen. Dort wird bis 2011 ein neues Büro- und Geschäftshaus entstehen, das die Architektur Wein- brenners aufgreift und neu interpretiert. 21.01.2009: Der Planungsausschuss stimmte der Auslobung eines Ideenwettbewerbs zur städte- baulichen Aufwertung der Innenstadt nach Bau der Kombilösung zu. Er bezieht sich auf die Achsen Mühlburger Tor bis Durlacher Tor und Marktplatz bis Ettlinger Tor. Er wurde im Sommer 2009 ausge- schrieben mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des öffentlichen Raums der Karls- ruher City zu erhalten. Ergebnisse liegen im März 2010 vor. Der Planungsausschuss beschloss am 16. Juni 2009 die Aufstellung des Bebauungsplans „Kaiserstra- ße Süd zwischen Karl- und Ritterstraße“. Er soll für ein einheitliches Erscheinungsbild der Kaiserstraße zwischen Postgalerie und Karstadt sorgen. Die alte vordere Baufl ucht soll wieder hergestellt werden. Zulässig sind künftig viergeschossige Bauten auf der historischen Baufl ucht und zwei Staffelgeschosse. Bis Mitte November 2009 wurde die Erbprinzenstra- ße zwischen Ritter- und Herrenstraße fußgänger- freundlicher gestaltet und stadtgestalterisch aufge- wertet. Hirschhof und Einfahrt Karlshof mit Aufpfl asterung Douglasstraße sind im Bau (siehe Leitprojekt „Höfe- konzept“). Verschiedene Pfl asterarbeiten in der Kaiserstraße zur besseren Begehbarkeit. AUSBLICK Straßenbahnfreie Fußgängerzone mit hoher Aufent- haltsqualität. Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten mit hohem Erleb- niswert. Aufwertung der 1b- und 1c-Lagen . In 2010 niveaugleicher Ausbau der Herrenstraße zwischen Zentralhof bis Zirkel und Waldstraße zwi- schen Passagehof bis Hans-Thoma-Straße. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/projekte/ wettbewerbe/kaiserstrasse KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 117 ZIEL Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten, Öffnung der City zum Schlossplatz; innerer Zirkel wird Bindeglied zur City, Schlossgar- ten, Botanischem Garten und Fasanengarten. PROJEKTLEITUNG Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württem- berg, Amt Karlsruhe BETEILIGTE Dezernat 1, Dezernat 6, StPlA, TBA, GBA, Finanzmi- nisterium Baden-Württemberg BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN – – – VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND 2008/2009 Die Sanierungsmaßnahmen laufen bereits seit dem Jahr 2006. Der Plattenbelag direkt vor dem Schloss Aufwertung des Schlosses mit Schlossplatz und Schlossgarten wurde bis zum Frühjahr 2008 ersetzt. Der Unterbau wurde so befestigt, dass der Platz auch befahrbar ist. Des Weiteren wurden elektrische Leitungen ge- legt, um den Schlossplatz entsprechend bespielen zu können. 2009/2010 Die Tiefgarage „Schlossplatz“ erhält einen Fahrstuhl und wird somit behindertengerecht ausgestattet. AUSBLICK Die Mittelparterre (2010/2011), die östlichen und westlichen Seitenparterre sowie der Schlossvor- platz (2011/2012) werden saniert. Das Land Baden- Württemberg investiert insgesamt rund 5 Mio. Euro für diese Maßnahmen. Schloss und Schlossplatz sind bis 2015 aufgewertet und deutlicher als bisher mit der „City“ verbunden. Schloss und Schlossplatz werden als Teil der Innenstadt wahrgenommen. Für den Schlossgarten ist die Erstellung eines Parkpfl e- gewerks beauftragt, Fertigstellung 2010. WEITERE INFORMATIONEN – – – Schlossplatz, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 118 ZIEL 1. Vielfältige Nutzungsmischung, 2. Sicherung der vorhandenen Wohnnutzung in der Innenstadt, 3. Förderung deren baulicher Aufwertung, 4. Kriminalitätsprävention durch ausgewogene soziale Netze und Kontrolle im Stadtzentrum und 5. Erhöhung der Aufenthaltsqualität. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE Wifö, AfSta, GBA, TBA, StMa, City-Monitoring: Er- hebung durch externes Büro, Nymphengarten und andere Plätze: Land Baden-Württemberg (Eigentü- mer), Bürgerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet City-West Abschlussbericht 2008: 06.05.2008 Gemeinderat 07.11.2008 Sanierungsbeirat 22.07.2009 Planungsausschuss 13.11.2009 Sanierungsbeirat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Abschlussveranstaltung City-West: 24.06.2008 AKTUELLER STAND Sanierung Innenstadt-West 2006 Abschluss der offi ziellen Beteiligung (Workshops/ Bürgerversammlungen). Einrichtung eines runden Tisches „lokal sozial“ zur Verstetigung des sozialen Netzwerkes im Stadtteil. Im öffentlichen Raum wurden bisher folgende Maß- nahmen umgesetzt: Umgestaltung des Schulhofes der Leopoldschu- le und Umgestaltung der Sophienstraße zwischen Karl- und Hirschstraße. 2008 Aufwertung der Hirschstraße zwischen Kriegs- und Sophienstraße. 2009 Aufwertung/Neuordnung Gehweg und Stellplätze zwischen Leopold- und Reinhold-Frank-Straße. Anstelle einer Aufwertung der Unterführung Kriegs- straße im Zuge der Hirschstraße ist derzeit die Schaf- fung einer ebenerdigen Überquerung angedacht. www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/sanierung/ innenwest www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta/Stadt entwicklung/Stadtteilentwicklung/InnenWest/Index. htm Wohnen in der City Ausgangssituation im Waldhof, Foto: transurban/PLANzeitIdeen zur Umwandlung in Wohnraum im Rahmen der Bürger- beteiligung City-West, Foto: transurban/PLANzeit – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 119 Sanierung City-West 2006 Seit Herbst 2006 Durchführung von Beteiligungen zu Waldhof, Erbprinzenhof, südlicher Herrenhof, Passagehof, Hirsch- und Karlshof sowie zur west- lichen Kaiserstraße. Vorstellung der Ergebnisse im Herbst 2007 während des Waldhoffests. Hier auch Veröffentlichung der Planungen des Büros „Netz- werk für Planung und Kommunikation“. 28.11.2007: Erörterung der Ergebnisse und Pla- nungen im Sanierungsbeirat. 24.06.2008: Abschlussveranstaltung City-West. Für einige Höfe sind die Aufwertungsvorschläge in- zwischen in konkrete Planungen eingefl ossen (siehe Höfekonzept). Für 2010 sind folgende Maßnahmen im öffentlichen Raum vorgesehen: Abschluss der städt. Überlegungen zu einem ein- heitlichen Corporate-Design für die (öffentlichen) Hofzugänge mit den (privaten) Angrenzern; mög- lichst Realisierung im laufenden Jahr. www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/sanierung/ citywest www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta/Stadt entwicklung/Stadtteilentwicklung/CityWest/Index. htm Öffentliche Flächen Insbesondere im Rahmen des breit angelegten Mot- tos „Zukunftssicherung Innenstadt“ und letztlich auch zur Steigerung der Wohnqualität und -attrakti- vität wurden eine Vielzahl von öffentlichen Flächen aufgewertet: Kirche St. Stephan mit Kinderspielplatz, Spring- brunnen und Außenbewirtung, Installation von neuen Lichtstelen in der Kaiser- straße, um die Kirche St. Stephan und weiteren städtebaulich wichtigen Bereichen, Ausbau der Fahrrad-Routen durch die Innen- stadt, Ausweisung von Teilen der Erbprinzenstraße als Fahrradstraße, Umbau der Lammstraße zwischen Erbprinzen- straße und Hebelstraße, Verbreiterung des Gehweges entlang der Karl- Friedrich-Straße Aufwertung des Zirkels, Fußgängerfreundlicher Ausbau der Hebelstraße, Aufbau von neuem Mobiliar (Sitzbänke in der Kaiserstraße, Abfallbehälter etc.) und Umbau der Erbprinzenstraße zwischen Herren- und Ritterstraße. www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/city2015 Regelmäßige Auswertung von Rückmeldungen und Umfragen zur Wohnattraktivität. Die Anzahl der Wohnungen im Innenstadtbereich wird jährlich im Programm „City-Monitoring“ erfasst. AUSBLICK Die Innenstadt ist 2015 attraktives Wohngebiet für viele Bevölkerungsgruppen. Das Wohnungsangebot ist für verschiedene Nutzer- gruppen attraktiv und marktfähig. WEITERE INFORMATIONEN – – – – – – – – – – – – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 120 ZIEL Aufwertung der Lieferhöfe entlang der Kaiserstra- ße zu attraktiven Einkaufs- und Gastronomielagen, Steigerung des Grüns und der Aufenthaltsqualität. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE TBA, GBA, AfA, AfSta, BuS, LA, Lichtplaner, Stadt- werke, Private, externe Büros, Bürger, Geschäftsleu- te, Anlieger BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet City-West 06.05.2008 Gemeinderat (Abschlussbericht) 07.11.2008 Sanierungsbeirat 22.07.2009 Planungsausschuss 13.11.2009 Sanierungsbeirat VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG Workshopreihe im Sanierungsgebiet City-West: 2006 – 2007 zahlreiche Einzelgespräche und kleinere Abstim- mungsrunden mit Eigentümern und Anliegern: 2006 – 2009 Abstimmung des Bauablaufs im Passagehof mit Eigentümern und Anliegern: 13.07.2009 AKTUELLER STAND 2007 Herbst 2006 bis Sommer 2007: erste und zweite Staffel der Workshop-Reihe zur Aufwertung der ehemaligen Lieferhöfe (Wald-, Passagehof, westliche Kaiserstraße, Hirsch-, Karls-, Herren- und Erbprinzen- hof) im Rahmen des Sanierungsgebiets City-West. Aufnahme zahlreicher Ideen und Anregungen, Prü- fung verschiedener Varianten mit den Fachämtern und zwischenzeitlich Erörterung in vielen Einzelge- Höfekonzept – Modell Hirschhof, Grafi k: Stadtplanungsamt – – – KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 121 sprächen mit Eigentümern und Händlern. Erneute Diskussion der Ergebnisse mit den Beteiligten im jeweiligen „Rückkoppelungstermin“. Anstoß einzelner Maßnahmen, u. a. die Lösung des Müllproblems im Waldhof oder die Neugestaltung mit neuer Beleuchtung der Durchfahrt bei der „Kur- bel“. 2008 Im Mai lag der Abschlussbericht über die Bürgerbe- teiligung im Sanierungsgebiet City-West vor. Auf- bauend auf den Ergebnissen der Workshop-Reihe hat der gemeinderätliche Sanierungsbeirat folgende Priorisierung von Maßnahmen bestätigt: 1. Waldhof und Hirschhof; 2. Passagehof und west- liche Kaiserstraße; 3. Erbprinzenhof und Herrenhof. Der Gemeinderat nahm den Bericht zustimmend zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die Pla- nungen zu konkretisieren. Erarbeitung einer Konzeption zur Fassaden- und Eingangsgestaltung (CI-Konzept) für alle Höfe sowie Einbindung in das Lichtkonzept. Aufwertung/Neugestaltung des Waldhofs (weiter- gehende Einfl ussnahme auf die Entwicklung der Müllsituation, Schaffung von Sitzgelegenheiten, Begrünung). Ein Umlegungsverfahren zum Erwerb privater Restgrundstücke ist abgeschlossen. 2009 Im Rahmen der Initiative „Mittendrin ist Leben. Starke Zentren für Baden-Württemberg“ erhielt Karlsruhe für den beispielhaften Planungsprozess bei der künftigen Nutzung und Gestaltung ehemals trister Lieferhöfe entlang der Kaiserstraße einen Preis. Die Umgestaltung des Hirschhofs, des Eingangsbe- reichs in den Karlshof und des Querungsbereichs in der Douglasstraße hat begonnen. Abschluss der Ar- beiten voraussichtlich im Frühjahr 2010. AUSBLICK Voraussichtlich 2010: Nach Begrünung der Brandwand, farblicher Fassa- denaufwertung und Lösung der Abstellproblematik privater Mülltonnen Fertigstellung der niveauglei- chen Gestaltung im Waldhof. Ausstattung der Einfahrten in den Waldhof mit den neu entwickelten CI-Elementen, ebenso für den Durchgang Kaiserstraße in den Passagehof. Im Anschluss daran: CI-Element-Einbau in die Ein- fahrten in den Hirschhof und Douglasstraße/Karls- hof. Die nächsten hierfür vorgesehenen Durchgänge sind Akademiestraße/Passagehof und Kaiserstraße/ Waldhof. Aufwertung im zentralen Passagehof. Der Hof wird neu gestaltet und während der Nachtstunden ge- schlossen; anschließend Umgestaltung des nörd- lichen Passagehofes mit Verbindung zur Waldstra- ße. Neugestaltung Herrenhof ist derzeit nicht aktuell, die des Erbprinzenhofs ist abhängig vom geplanten Neubau der Drogerie Roth an der Herrenstraße. WEITERE INFORMATIONEN www.karlsruhe.de/bauen/bauenplanen/sanierung/ citywest www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta/Stadt entwicklung/Stadtteilentwicklung/CityWest/Index. htm KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 122 ZIEL Hervorhebung des Fächergrundrisses als Alleinstel- lungsmerkmal des historischen Stadtkerns, Einbezug in weitere städtebauliche Entwicklungen; Karlsruhe als Fächerstadt bereits bei Ankunft im Bahnhof er- lebbar machen. PROJEKTLEITUNG Stadtplanungsamt BETEILIGTE BuS, TBA, Stadtwerke, Lichtplaner, Investoren, Bür- gerschaft BERATUNGSFOLGE IN DEN GREMIEN Lichtplan – Sachstand 2009: 14.12.2009 Planungsausschuss VERANSTALTUNGEN / BETEILIGUNG – – – AKTUELLER STAND Betonung der neun Fächerstrahlen im Abschnitt zwischen dem Schloss und der Kaiserstraße. 2008 Im Rahmen der Umsetzung des Lichtplans wurde in der Herren- und Ritterstraße das Hervorheben der Fächerstruktur mittels Leuchtbändern getestet. Der Verein Sonnenfächer e. V. hat ein überarbeitetes Konzept vorgelegt. 2009 Der bisher existierende Fächerstrahl in der Mitte der Waldstraße wurde auf die südliche Waldstraße zwischen Amalien- und Sophienstraße ausgedehnt. Dort können 300 gelbe Majolikafl iesen, die von den Spendern individuell gestaltet werden, verlegt werden. Insgesamt liegen dann 800 Kacheln in der Waldstraße. Lichtplan Die Rahmenbedingungen in den einzelnen Strahlen- straßen sind sehr unterschiedlich und nicht in allen Bereichen ist eine Lösung im Boden umsetzbar (z.B. Entwässerung, Verkehrsbelastung etc.). Der Licht- plan schlägt ein „Strahlenelement“ mit Seilabspan- nung und einer kettenbildende Lichtpunktreihe vor. Aktuell sind neue Leuchtstelen zur Hervorhebung des Fächergrundrisses in der Prüfung. Hierzu sind weitere Detailplanungen erforderlich. Vier Lichtge- staltungsbüros wurden zur Angebotsabgabe aufge- fordert. Die Umsetzung eines ersten Testabschnitts erfolgt 2010. AUSBLICK Optische Hervorhebung des Fächergrundrisses be- vorzugt mit Licht und im Bodenbelag bis 2015 er- reicht. Karlsruhe hat Bekanntheitsgrad als Fächerstadt ge- steigert. WEITERE INFORMATIONEN – – – Fächergrundriss – Fächergrundriss – Lichtlinie in der Lammstraße, Foto: Monika Müller-Gmelin KARLSRUHE MASTERPLAN 2015 | ZUKUNFTSSICHERUNG INNENSTADT 123 Karlsruhe ist das Zentrum am mittleren Oberrhein und die attraktive Einkaufsstadt mit hoher Lebens- qualität. Mit der Eröffnung des Ettlinger-Tor-Ein- kaufszentrums hat die Karlsruher Innenstadt weiter an Attraktivität gewonnen. Fußgängerzählungen belegen, dass sich das Fußgängeraufkommen an Wochenenden von 2003 bis 2005 von 210.000 im Schnitt auf zwischen 320.000 und 348.000 Fußgän- ger erhöht hat. Der Spatenstich für die Kombilösung wird im Januar 2010 erfolgen. Mit der Realisierung der Kombilösung wird die Fußgängerzone bis 2020 schienenfrei, eine völlig neue Aufenthaltsqualität entsteht. Ein entsprechender Ideenwettbewerb für die Neugestaltung der Karlsruher City wurde bereits im Sommer 2009 ausgeschrieben (siehe Leitprojekt „Kombilösung“). Die Veränderungen in der Innenstadt werden durch regelmäßig durchgeführte Fußgängerzäh- lungen und ein innovatives City-Monitoring zur Beobachtung und Analyse der Entwicklungen in Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie do- kumentiert. Weitere Aktivitäten im Handlungsfeld Einkaufscenter Ettlinger Tor, Foto: Bildstelle der Stadt Karlsruhe Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Karlsruhe Masterplan 2015 Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Tel.: 0721/133-1200 Christian Fulda Tel.: 0721/133-1860 Steffen Miles Tel.: 0721/133-1861 Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Fax: 0721/133-1209 Masterplan2015@karlsruhe.de www.karlsruhe.de