Anfrage StRn Zürn, StR Fostiropoulos (Die Linke): Schulsozialarbeit an Karlsruher Gymnasien

Vorlage: 24360
Art: Beschlussvorlage
Datum: 22.02.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 02.03.2010

    TOP: 34

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • LINKE-Schulsozialarbeit
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 29.01.2010 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 8. Plenarsitzung Gemeinderat 02.03.2010 296 33 öffentlich Schulsozialarbeit an Karlsruher Gymnasien 1. Ist der Stadtverwaltung das Schreiben vom Dezember 2010 zum Thema Einstieg in die Schulsozialpädagogik, unterzeichnet vom geschäftsführenden Schulleiter der 11 öffentlichen Gymnasien in Karlsruhe, bekannt? Darin wird für den Einstieg der Schulsozialarbeit in Gymnasien plädiert. 2. Wie steht die Stadtverwaltung zu den Argumenten, dass a) die Gymnasien immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen müssen? b) auch für die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien die häuslichen Strukturen in den letzten Jahren vielfältiger und oft komplizierter geworden sind (Patchworkfamilien usw.)? c) der Leistungsdruck durch Eltern wächst bis zur Überforderung der Kinder? d) der Kontakt von Gymnasien zur Sozial- und Jugendbehörde in den letzten Jahren ständig zunimmt? e) der hohe Klassenteiler eine ausreichende pädagogische Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch die Lehrkräfte nicht zulässt? f) die bisherigen Erfahrungen mit Schularbeit davon ausgehen lassen, dass auch an Gymnasien dadurch wesentliche Verbesserungen im sozialen Umgang und für einzelne Schülerinnen und Schüler erreicht werden können? g) die Kosten für die nachträgliche Behebung von psychischen und sozialen Schäden generell die aktuellen Kosten für Schulsozialarbeit übersteigen werden? 3. Wie steht die Stadtverwaltung angesichts dieser und weiterer Argumente im genannten Schreiben zum Einstieg in die Schulsoziarbeit an Karlsruher Gymnasien? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Der Erfolg der Schulsozialarbeit in den letzten Jahren ist unbestritten. Politisch falsch war die Begrenzung auf sog. „Brennpunkte“, bzw. „Brennpunktschulen“. Dies hat zum Teil diese Schulen diskriminiert. Zudem wurde geleugnet, dass zusätzliche soziale Betreuung aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen prinzipiell im heutigen Schulalltag erforderlich ist. Diese Auffassungen sind durch die Fakten längst überholt. Insofern halten wir das Anliegen vieler Karlsruher Gymnasien nach einem Einstieg in die Schulsozialarbeit für durchaus berechtigt. Nachhaltige „Lösungen“ und Verbesserungen werden sich unseres Erachtens erst durch ein ganz anderes Schulsystem ergeben, in dem keine frühe Selektion stattfindet, die Schülerinnen und Schüler unter ausreichender fachlicher und sozialer Betreuung möglichst lange gemeinsam unterrichtet werden. Bis das durchgesetzt ist, muss die erforderliche soziale Betreuung in den Schulen durch ausreichende Schulsozialarbeit erfolgen. unterzeichnet von: Sabine Zürn Niko Fostiropoulos Hauptamt - Sitzungsdienste - 19. Februar 2010 Sachverhalt/Begründung:

  • TOP 33
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 29.01.2010 eingegangen: 29.01.2010 Gremium: 8. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 02.03.2010 296 33 öffentlich Dez. 3 Schulsozialarbeit an Karlsruher Gymnasien 1. Ist der Stadtverwaltung das Schreiben vom Dezember 2010 zum Thema Einstieg in die Schulsozialpädagogik, unterzeichnet vom geschäftsführenden Schulleiter der 11 öffentlichen Gymnasien in Karlsruhe, bekannt? Der Stadtverwaltung ist das Schreiben zum Thema Einstieg in die Schulsozialpädago- gik, unterzeichnet vom geschäftsführenden Schulleiter, Herrn Oettinger, der 11 öffentli- chen Gymnasien in Karlsruhe, bekannt - ein Gespräch mit Herrn Oettinger hat bereits stattgefunden. 2. Wie steht die Stadtverwaltung zu den Argumenten, dass a) die Gymnasien immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen müssen? Wie schon in den letzten Jugendberichten der Bundesregierung beschrieben, haben sich die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche verändert und wirken sich auf die Schulen aus. Auch die Gymnasien müssen, wie alle anderen Schularten, mehr Erziehungsaufgaben übernehmen. b) auch für die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien die häuslichen Struktu- ren in den letzten Jahren vielfältiger und oft komplizierter geworden sind (Patchworkfamilien usw.)? Ebenso sind für die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien, wie auch für alle an- deren Schülerinnen und Schüler, die häuslichen Strukturen in den letzten Jahren vielfältiger und oft komplizierter geworden. Seite 2 c) der Leistungsdruck durch Eltern wächst bis zur Überforderung der Kinder? In vielen Familien nehmen Gefühle wie Orientierungslosigkeit und Überforderung zu. Dabei kann es zu einem Leistungsdruck durch die Eltern kommen, der sich auf die Kinder als Überforderung auswirkt. d) der Kontakt von Gymnasien zur Sozial- und Jugendbehörde in den letzten Jahren ständig zunimmt? Diese Situation hat seit Jahren zu einer kontinuierlich zunehmenden Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe geführt, die auch die Gymnasien betrifft. e) der hohe Klassenteiler eine ausreichende pädagogische Betreuung der Schü- ler/-innen durch die Lehrkräfte nicht zulässt? In dieser Situation kann sich ein hoher Klassenteiler nachteilig auswirken. f) die bisherigen Erfahrungen mit Schulsozialarbeit davon ausgehen lassen, dass auch an Gymnasien dadurch wesentliche Verbesserungen im sozialen Umgang und für einzelne Schülerinnen und Schüler erreicht werden können? Wie im Juni 2009 im Jugendhilfeausschuss vorgetragen, zeigen die Erfahrungen aus den bisherigen Einsatzfeldern, dass Schulsozialarbeit inzwischen eine notwen- dige, präventive Hilfe ist. Sie unterstützt mit ihren Zielen die Schulen bei der Integra- tion benachteiligter und schwieriger Kinder und Jugendlicher und hilft den Schulen, soziales Lernen zu ermöglichen. Das gilt für alle Schularten. g) die Kosten für die nachträgliche Behebung von psychischen und sozialen Schäden generell die aktuellen Kosten für Schulsozialarbeit übersteigen wer- den? Zu einer Gegenüberstellung der Kosten gibt es keine statistisch nachweisbaren Aussagen. Seite 3 3. Wie steht die Stadtverwaltung angesichts dieser und weiterer Argumente im ge- nannten Schreiben zum Einstieg in die Schulsoziarbeit an Karlsruher Gymnasi- en? Die Stadtverwaltung verweist auf den am 17.06.2009 im Jugendhilfeausschuss ge- troffenen Beschluss zum Gesamtkonzept zur Schulsozialarbeit an Karlsruher Schulen mit Stufenplan. Hier wird in Stufe 4 vorgeschlagen, den Bedarf und die Ausstattung der Gymnasien zu überprüfen. Dieser Prozess findet bereits statt.