Erster Folgebericht zu den "Aktuellen Eckpunkten für die Kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe"
| Vorlage: | 24154 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 25.01.2010 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Grünwettersbach, Grünwinkel, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Oberreut, Rintheim |
Beratungen
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 3. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 02.02.2010 32 2 öffentlich Dez. 3 Erster Folgebericht zu den "Aktuellen Eckpunkten für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe" Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 04.11.2009 5 zustimmende Kenntnisnahme Hauptausschuss 02.02.2010 2 Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - Kenntnis vom vorliegenden Folgebericht zur Umsetzung der „Aktuellen Eckpunkte für die kommu- nale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ und stimmt den Zielvorha- ben für die nächsten zwei Jahre bis Oktober 2011 zu. Die Umsetzung der verschie- denen Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit künftiger Haus- halte. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Mit dem vorliegenden ersten Folgebericht wird der Bitte des Gemeinderates ent- sprochen, über die Umsetzungsschritte der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe, Oktober 2007“ zu berichten. Aus- gehend von den Zielen und Handlungsfeldern des Gesamtberichtes werden die städtischen Weiterentwicklungsmaßnahmen von Seiten der Fachplanung und des Teams des Seniorenbüros in den vergangenen zwei Jahren skizziert. Aus der Vielzahl der beschriebenen Maßnahmen sind als zentrale Themen hervor- zuheben: Informationsaktionen zur Auseinandersetzung um die neuen Leitziele der Vorsor- ge, Prävention und Eigengestaltung. Dazu gehört der Start des neuen Arbeitsaus- schusses „Ältere Generation“. Einarbeitung von zwei neuen Mitarbeiterinnen für die Begleitung und Weiterent- wicklung der offenen Seniorenarbeit i. S. der neuen Leitziele der Vorsorge, Prä- vention und Eigengestaltung. Start des ersten Stadtteilprojektes in Grünwinkel zur Förderung von bürgerschaft- lichen Projekten von und für Ältere mit zwei Veranstaltungen und der Begleitung der daraus entstandenen neuen ehrenamtlichen Informations- und Anlaufstelle „Aktiv älter werden in Grünwinkel“ bei ihrem Aufbauprozess. Einsatz für die fachliche Auseinandersetzung zur sinnvollen Errichtung der Pfle- gestützpunkte in Baden-Württemberg und für die örtlichen Vereinbarungen zur Er- richtung des ersten Pflegestützpunktes bei dem Seniorenbüro in Karlsruhe. Einbringen von Anregungen zu neuen Pflegeheim- bzw. Seniorenzentrenplanun- gen in Grünwettersbach, Knielingen, Daxlanden, Neureut. Dieser Bericht will nicht nur eine Rückschau bieten, sondern auch die aktuellen Zielvorstellungen für die nächsten zwei Jahre skizzieren mit folgenden Schwerpunk- ten: Konkrete Konzeptionsentwicklung und Errichtung des Pflegestützpunktes in Karls- ruhe. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Weiterentwicklungsimpulse für die offene Seniorenarbeit im Rahmen der Beteiligung in den Stadtteilentwicklungsprozessen in Grünwinkel, Mühlburg und ggf. Rintheim, der Unterstützung von neuen Engagementprojekten in den Stadtteilen, des Aufbaus eines Kooperationsnetzwerkes in der offenen Seniorenarbeit, des Aufbaus von geeigneten Kooperationen für die Vision der „Bürgeraktions- zentren“. Ausbau der Informationsangebote für die Nutzung der besonderen Unterstüt- zungsangebote für Menschen mit besonderem Betreuungsaufwand, insbesondere Demenz. Einbringen jeweils aktuell angefragter fachlicher Anregungen für neue Projekte und Planungen. Bei all diesen Umsetzungsschritten ist zu betonen, dass sie ein Beitrag sind, der an- knüpft an das vielfältige Engagement der unterschiedlichen Träger und Mitstreiter in den vielfältigen Verbänden, Diensten, Projekten und Institutionen einschließlich der Kollegenschaft städtischer Ämter, die sich für die Belange der älteren Generation hier in Karlsruhe einsetzen. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - Kenntnis vom vorliegenden Folgebericht zur Umsetzung der „Aktuellen Eckpunkte für die kommu- nale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ und stimmt den Zielvorha- ben für die nächsten zwei Jahre bis Oktober 2011 zu. Die Umsetzung der verschie- denen Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit künftiger Haus- halte. Hauptamt - Sitzungsdienste - 22. Januar 2010
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Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 Erster Folgebericht Umsetzungsschritte: Oktober 2007 bis 2009 mit Zielvorhaben 2009 bis 2011 Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde | Seniorenbüro Aktuelle Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 3- Erster Folgebericht : AKTUELLE ECKPUNKTE FÜR DIE KOMMUNALE SOZIALPOLITIK FÜR DIE ÄLTERE GENERATION IN KARLSRUHE Inhalt Seite A Einleitung 4 B Umsetzungsschritte für die Leitziele der Eckpunkte: Förderung der thematischen Auseinandersetzung 1. Grundsätzliche Ziele 5 2. Maßnahmen 2007 - 2009 5 3. Zielvorhaben 8 C Weiterentwicklungsimpulse in den konkreten einzelnen Handlungsfeldern 1. Weiterentwicklungen für die Förderung der offenen Seniorenarbeit 10 1.1 Ausgangsziele 10 1.2 Maßnahmen 2007 - 2009 10 1.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 12 2. Förderung der ambulanten Unterstützung zu Hause 2.1 Ausgangsziele 14 2.2 Maßnahmen 2007 - 2009 14 2.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 15 3. Impulse für altersgerechtes Wohnen 3.1 Ausgangsziele 17 3.2 Maßnahmen 2007 - 2009 17 3.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 18 4. Entwicklungen in der stationären Pflege 4.1 Ausgangsziele 19 4.2 Maßnahmen 2007 - 2009 19 4.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 20 5. Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihrer Familien 5.1 Ausgangsziele 21 5.2 Maßnahmen 2007 - 2009 21 5.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 22 6. Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund 6.1 Ausgangsziele 23 6.2 Maßnahmen 2007 - 2009 23 6.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 23 7. Auseinandersetzung um die spezifische Unterstützung alt werdender Menschen mit Behinderung 7.1 Ausgangsziele 25 7.2 Maßnahmen 2007 - 2009 25 7.3 Zielvorhaben 25 8. Begleitung in der Sterbephase 8.1 Ausgangsziele 26 8.2 Maßnahmen 2007 - 2009 26 8.3 Zielvorhaben 2007 - 2011 26 9. Spezielle Information, Beratung der älteren Menschen 9.1 Ausgangsziele 27 9.2 Maßnahmen 2007 - 2009 27 9.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 28 D Zusammenfassung 29 Impressum: Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Seniorenbüro Kerstin Safian Stand: Oktober 2009 Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 4- A Einleitung Der Bericht „Aktuelle Eckpunkte für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Gene- ration in Karlsruhe“ ist nun seit zwei Jahren wichtige Grundlage für das städtische Engagement zusammen mit den vielfältigen Gestaltungspartnern für die Weiterent- wicklungen des Unterstützungssystems für die ältere Generation und ihre Familien. Er skizziert die Ausgangslagen und baut ein Gesamtbild für ein zukunftsorientiertes Handlungskonzept auf generellen langfristigen Leitzielperspektiven mit Zielformulie- rungen für die einzelnen Gestaltungsfelder auf. Am 25.09.2007 wurde dieser Bericht vom Gemeinderat positiv beschlossen mit der ergänzenden Bitte um einen regelmäßigen zweijährigen Bericht über die Umsetzung der Eckpunkte. Anknüpfend an die Zielformulierungen des Basisberichtes listet der hier nun vorlie- gende erste Folgebericht die konkreten städtischen Umsetzungsschritte und Erfah- rungen in den vergangenen zwei Jahren aus Sicht der städtischen Sozialplanung für Ältere auf. Als eine Art Startbericht skizziert er auch die nächsten konkreten Ziel- schwerpunkte für die kommenden zwei Jahre Oktober 2009 bis Oktober 2011. Dieser Folgebericht bezieht sich auf alle Gestaltungsfelder und zeigt die Aktionen, die Weiterentwicklungen für die generellen Leitziele und für die konkreten einzelnen Zielbereiche des Eckpunkteberichtes auf. Mit dieser breit angelegten Fassung möch- te dieser Bericht wieder einen Informationsüberblick über das vielfältige Gestaltungs- feld geben und zur laufenden Auseinandersetzung mit den zukunftsweisenden Ent- wicklungsschritten hier in der Stadt Karlsruhe beitragen. Dabei liegt der Hauptfokus auf den Handlungsansätzen der speziellen Sozial- planung für die ältere Generation von Seiten des Seniorenbüros, ergänzt um die Maßnahmen durch das Sozialamt und die Impulse anderer städtischer Ämter - ohne Anspruch auf vollständige Erfassung aller Initiativen von Seiten der Stadt. Das vielfältige Engagement der zahlreichen Träger, Dienste und Institutionen, der Verbände der freien Wohlfahrtspflege, der freien Träger, des Stadtseniorenrates und vielfältiger Initiativen aus der Bürgerschaft für die Weiterentwicklung ihrer Angebote und Dienste ist in diesem Bericht nicht erfasst. Hier ist allerdings zu betonen, dass städtische Impulse der fachlichen Anregungen, der finanziellen Unterstützung und der städtischen Dienstleistungen nur auf der Grundlage der guten Zusammenarbeit und dem großen Handlungspotenzial dieser Gestaltungspartner wirkungsvoll sein können. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 5- B Umsetzungsschritte für die Leitziele der Eckpunkte: Förde- rung der thematischen Auseinandersetzung 1. Grundsätzliche Ziele Anliegen des Grundlagenberichtes „Aktuelle Eckpunkte für eine kommunale Sozial- politik für die ältere Generation in Karlsruhe, 2007“ ist es, einen breiten Verständi- gungsprozess über die Leitziele einer zukunftsweisenden Seniorenunterstützung, ihre Sinnhaftigkeit und Umsetzungsstrategien anzuregen - dies als Grundhaltung und Grundbasis für die Weiterentwicklung in den vielfältigen konkreten Gestaltungsfel- dern, getragen von den zahlreichen Gestaltungspartnern. Im Fokus der traditionellen Seniorenarbeit und Altenhilfe stand schwerpunktmäßig die Fürsorge für hilfe- und pflegebedürftige, meist hochbetagte Menschen. Dieses Leitziel ist auch zukünftig eine zentrale Ausrichtung. Es treten jedoch die Leitbilder der gezielten Unterstützung der eigenen frühzeitigen Vorsorge und der Eigensorge bzw. Eigengestaltungsverantwortung als gleichwertige Grundprinzipien hinzu. Diese Leitziele implizieren die Förderung einer neuen, differenzierten und konstruktiven Sichtweise des Alterns und des Alters, der Akzeptanz der Eigenverantwortung und des Wissens um vielfältige Gestal- tungsmöglichkeiten nicht nur für finanzielle, sondern auch für gesundheitliche und soziale Vorsorge für sich und in den sozialen Netzen, des Ausbaus von präventiv wirksamen Angeboten und Impulsen, des alltagsunterstützenden Lernens als Grundprinzip auch im Alter, eines verstärkten, verbreiteten Blicks auf die Kompetenzen und Potenziale - trotz mancher Einschränkungen im Alter, eines generationsübergreifenden, alltagsunterstützenden sozialen Miteinanders mit Anregungen und fördernden Rahmenbedingungen gerade auch für Ältere. Im Gesamtbericht werden diese Zielerweiterungen mit den entsprechenden konkre- ten Leitzielen verdeutlicht. 2. Maßnahmen 2007 - 2009 Um die thematische Auseinandersetzung mit diesen erweiterten Leitzielen zu för- dern, wurden verschiedene Maßnahmen in Angriff genommen. Erörterungen des Eckpunkteberichtes insgesamt Der Bericht zu den Eckpunkten wurde in verschiedenen Gremien explizit vorgestellt und diskutiert: - Sozialausschuss - Gemeinderat - Pflegeausschuss - Stadtseniorenrat Mitglieder- versammlung - Jour fixe der Abteilungsleitung des Sozialamtes - Arbeitsgruppe „Demografischer Wandel“ unter Leitung des Amts für Stadtentwicklung - Arbeitskreis FDP „Aktives Alter“ - Vortrag von Herrn Betz bei 60 Plus SPD - Vortrag im Geriatri- schen Zentrum im Rahmen der Vortragsreihe - Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 6- Seit 05.03.2008 trifft sich die Unterarbeitsgruppe „Umsetzung der Eckpunkte“, ge- gründet mit Mitgliedern des Arbeitsausschusses „Ältere Generation“, 3- bis 4-mal pro Jahr zu einer kollegialen Beratung des Umsetzungsprozesses. Der Bericht wurde an verschiedenste Interessenten in der Stadt und aus anderen Städten übergeben. Damit konnte in komprimierter Form über die städtische Senio- renpolitik umfassend informiert werden. Insgesamt wirkte sich das Vorliegen einer schriftlichen Gesamtsicht der Ziele und Ansatzpunkte für den städtischen Einsatz für die ältere Generation auf der Basis ei- nes Gemeinderatsbeschlusses förderlich für eine klare Auftragslage und Aufga- benbearbeitung der Sozialplanung für Ältere aus. Die städtischen Grundpositionen konnten mit diesem „beschlossenen Hintergrund“ klarer und sicherer vertreten und begründet werden. Die Ziele geben Orientierung für das Handeln und dienen als Messlatte für Entwicklungsprozesse. Diese positive Wirkung eines Zielrahmens bleibt erhalten, auch wenn aktuelle Schwerpunktverschiebungen in der Aufgabenbearbei- tung immer wieder einzukalkulieren sind. Hervorhebung der neuen Zielorientierung Vielfältige Gesprächs- und Aktionsanlässe wurden genutzt, um die Blicke auf die Chancen und Möglichkeiten der frühzeitigen Vorsorge und Eigenverantwortung zu lenken, z. B.: Die Ansprache der Zielgruppe „55 plus“ wird immer wieder eingebracht und „rüt- telt auf“, Widerstand ist nicht selten. Bei näherer Betrachtung dieser „Provokati- on“ erfolgt jedoch immer häufiger Zustimmung, dass mit dieser Altersphase die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Veränderungen in Richtung Al- ter und konstruktive Möglichkeiten des Umgangs damit“ zunimmt und dass in dieser Altersphase ein konstruktiver Umgang mit Alterswirkungen aufgebaut wird. Die Potenziale und Eigenkompetenzen werden immer wieder angesprochen und hervorgehoben bei verschiedensten Gelegenheiten. Ältere werden gebeten, sich in Diskussionen und Entwicklungsprozesse einzubringen (s. insbesondere Wei- terentwicklung der offenen Seniorenarbeit). Diese Grundausrichtungen werden noch nicht auf breiter Basis mit Selbstver- ständlichkeit aufgenommen. Die Versorgungs- bzw. Unterstützungshaltungen bzw. Defizitausrichtung auf die Belastungen des Alters hin sind häufig noch vorrangig. Dennoch wächst sukzessive die neue Ausrichtung bei einer immer größeren Zahl von Gesprächspartnerinnen und -partnern. Mit Langfristwirkung ist dieses Leitziel einer konstruktiven frühzeitigen Auseinandersetzung mit dem Alter stetig weiterzu- verfolgen. Die Verbreitung dieser Grundhaltung braucht auch die positiven Erfahrungen im Rahmen von neuen konkreten Handlungsprojekten, wie sie insbesondere z. B. in den Aktionen zur Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit angestrebt werden. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 7- Gründung des Arbeitsausschusses „Ältere Generation“ Am 30.04.2008 wurde auf Antrag der SPD mit Zustimmung des Gemeinderates der Arbeitsausschuss „Ältere Generation“ als Diskussions- und Klärungsgremium im Vor- feld der Erörterungen des Sozialausschuss gegründet. Der bisherige Pflegeaus- schuss, geleitet von der Direktion der Sozial- und Jugendbehörde mit Vertretern aller relevanten Gestaltungspartner im Bereich Seniorenarbeit und Altenpflege, wurde um Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen erweitert. Auf der Grundlage eines neuen Arbeitskonzeptes werden jeweils in 4 Sitzungen pro Jahr aktuelle Themenbereiche und Fragen aus dem Feld „Sozialpolitik für die ältere Generation“ eingehend disku- tiert. Bisherige Themenschwerpunkte: 30.04.2008 Erste konstituierende Sitzung des Arbeitsausschusses „Ältere Ge- neration“ mit Arbeitskonzept u. intensiver Vorstellungsrunde 02.07.2008 Entwicklungstrends stationäre Pflege Gemeinschaftliches Wohnen Grünwinkel 17.09.2008 Fallsteuerung „Erste Schritte zur Umsetzung“ Einzelthemen 12.12.2008 Neues Landesheimgesetz Beispiele für Weiterentwicklung im Heimbereich 18.03.2009 Präsentation Seniorenbüro Information und Beratung Erste Stichworte zur „Pflegestützpunkt-Errichtung“ 25.06.2009 Diskussion um Ziele und Aufgaben des Pflegestützpunktes Fallsteuerung: Konkrete Umsetzung 23.09.2009 Aufbau des Pflegestützpunktes in Kooperation mit den Pflegekas- sen Dieser Arbeitsausschuss hat sich als wertvolles Kooperationsgremium für eine ge- meinsame Informationsbasis, für den differenzierten Erfahrungs- und Interes- senaustausch der Träger, Institutionen und Dienste der Seniorenarbeit und der Al- tenpflege untereinander und mit der Sozialverwaltung und Politikvertreterinnen und -vertretern etabliert. Die konkreten Weiterentwicklungen für die Unterstützung der älteren Generation können hier gemeinsam erörtert werden. Start einer städtischen Vortragsreihe zum Thema „differenzierte Alterssicht“ Zur Förderung einer differenzierten und konstruktiven Sichtweise des Alters und des Alterns wurde zusammen mit der Unterarbeitsgruppe „Umsetzung der Eckpunkte“ die Idee einer regelmäßigen jährlichen Vortragsveranstaltung im Stephansaal mit an- schließendem Gesprächsaustausch, organisiert vom Seniorenbüro entwickelt. Die erste Veranstaltung fand statt: 14.10.2008: Vortrag von Herrn Professor Dr. Eckart Hammer „Männer altern anders“ Diese Veranstaltung fand regen Zuspruch, insbesondere auch bei der Zielgruppe der Männer. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 8- Die Vortragsreihe zum Altersbild wird fortgesetzt: 15.10.2009: Vortrag von Frau Dr. Herrad Schenk: „Vorhang auf für die neuen Alten! Sie sind aktiver, jünger, gesünder, besser gebildet ...“ Insgesamt wächst die Auseinandersetzung in den öffentlichen Medien mit den The- menbereichen „Demografische Entwicklung, konstruktiver Umgang mit dem Alter, Vielfalt der Altersherausforderungen“ u. Ä. Dies bestärkt die Bereitschaft, sich früh- zeitig mit dem Altersthema differenziert und konstruktiv auseinanderzusetzen. Altersgerechte Ausgestaltung städtischer Dienstleistungen als Quer- schnittsaufgabe Das Thema „Konsequenzen aus der Zunahme der älteren Bevölkerung in Karlsruhe“ wird in wachsendem Maße verstärkt von verschiedenen Ämtern der Stadt aufgegrif- fen und in konkrete Projekte umgesetzt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind hier beispielhaft zu nennen: Amt für Stadtentwicklung: AG Demografischer Wandel; Aktivbüro: Werbung zur Gewinnung von Ehrenamtlichen zum Besuchsdienst in Heimen; Stadtteilentwicklungsprozess in Mühlburg und künftig auch Rintheim, bei denen auch das Thema „Alter“ verstärkt aufgegriffen werden soll; Gartenbauamt: Konzeption für „Erwachsenen-Bewegungsplätze“ mit erster Um- setzung in Oberreut und weiterer Planung evtl. in Daxlanden und Auswahl sowie Aufstellung neuer seniorengerechter Sitzbänke; Stadtplanungsamt: Unterstützung von Mehrgenerationen-Wohnprojekten in Dur- lach und Grünwinkel, evtl. auch in Oberreut: In Grünwinkel wurde eine intensive Planungswerkstatt für das Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit der Zielsetzung des gemeinschaftlichen Wohnens von Jung und Alt zusammen mit dem Stadtteil am 18. - 20. September 2009 durchgeführt sowie Unterstützung der neuen Seniorenzentren in Daxlanden und Knielingen; Karlsruher Verkehrsbetriebe: Enge Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat und dem Behindertenbeirat. 3. Zielvorhaben 2009 - 2011 Als Vorhaben für die nächsten zwei Jahre von Oktober 2009 bis Oktober 2011 ste- hen zur Förderung der generellen thematischen Auseinandersetzung mit den Leitzie- len und dem Eckpunktebericht an: Ergänzung des Gesamtberichtes „Aktuelle Eckpunkte für eine kommunale Sozi- alpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ um diesen Folgebericht. Weitere Verbreitung des Berichtes einschließlich Folgebericht bei Institutionen und Diensten in der Stadt. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 9- Bearbeitung der aktuell anstehenden Themen im Arbeitsausschuss „Ältere Gene- ration“: o 11.11.2009: Vertiefung des Themas „Errichtung Pflegestützpunkt“ und weitere aktuell anstehende Themen, o 2010 und 2011: jeweils 4 Sitzungen mit relevanten Themen wie: Personal- entwicklungen in der Pflege, Aufbau der Kooperationsstrukturen für ein Bera- tungsnetz, u. Ä. Da mittlerweile von verschiedensten Trägern das Angebot an interessanten Vor- trägen zum Thema „Konstruktives Altern“ ausgebaut wird, soll 2010 verstärkt die Abstimmung und Kooperation - evtl. für ein gemeinsames, sich gegenseitig un- terstützendes „Informationsnetz“ - gesucht werden. C Weiterentwicklungsimpulse in den konkreten einzelnen Handlungsfeldern 1. Weiterentwicklungen für die Förderung der offenen Seniorenarbeit 1.1 Ausgangsziele Dem Ausbau des Engagements des Seniorenbüros für die Unterstützung und Wei- terentwicklung der offenen Seniorenarbeit wurde in den Eckpunkten 2007 erste Prio- rität eingeräumt. Neben den vielfältigen bestehenden traditionellen Begegnungsan- geboten für Seniorinnen und Senioren ist die nachfolgende jüngere Generation ab 55 plus gezielt für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den zukünftigen Altersher- ausforderungen und für die Nutzung aller Möglichkeiten eines konstruktiven Alterns zu gewinnen. Die Chancen der Vorsorge, Prävention und Eigensorge durch lebens- langes Lernen, Gesundheitsvorsorge im weitesten Sinne und vor allen Dingen auch soziale Integration sind zu nutzen. Motivation, Anregungen und fördernde Rahmen- bedingungen für die Verstärkung der bürgerschaftlichen Solidarität, des bürgerschaft- lichen Engagements von und für Ältere und die Gesellschaft sind auszubauen. Dies beginnt damit, dass geeignete Partizipationsformen stadtweit wie stadtteilbezogen und projektbezogen zu entwickeln sind. Die Vision des Aufbaus von „generationsübergreifenden Bürgerbegegnungszentren“ bzw. „Bürgeraktionszentren“ wurde in den Eckpunkten 2007 formuliert als stadtteil- bezogene räumliche Kristallisationsorte, in denen sich die vielfältigen generations- übergreifenden Aktivitäts-, Bildungs- und Projektangebote einschließlich nieder- schwelliger, freiwilliger alltagsunterstützender Dienstleistungen von und für Ältere und Familien bündeln. Grundlage dieser Bürgeraktionszentren ist der Aufbau eines intensiven Kooperationsnetzes vielfältig Engagierter. Diese Vision der Bürgeraktions- zentren ist auf eine längerfristige Neuverankerung, nicht nur der Seniorenförderung, sondern insgesamt der bürgerschaftlichen, sozialen, alltagsunterstützenden Solidari- tät ausgerichtet. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 10- 1.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Für diesen vielfältigen Zielbereich „Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit“ erfolgten in den vergangenen zwei Jahren folgende Entwicklungsschritte von Seiten des Seniorenbüros: Neue erweiterte Stellenbesetzung: Auf der Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses zu den Eckpunkten konnte die bisherige überplanmäßige Vollzeitstelle in der offenen Seniorenarbeit in eine planmäßige Stelle des Seniorenbüros mit höherer Eingruppierung für den neuen Arbeitseinsatz einer Fachkraft zur „Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit“ umgewandelt werden. Für den bisherigen Arbeitseinsatz „Informationen über be- stehende Angebote, Begleitung der bestehenden Gruppen, Organisation der städtischen Seniorenveranstaltungen und längerfristig Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat“ wurde eine zusätzliche 50 %-Stelle eingerichtet. Diese Stellen wurden zum 01.11. bzw. 08.12.2008 neu besetzt. Zentraler Arbeitsschwerpunkt beider neuer Mitarbeiterinnen ist 2009 die intensive Einarbeitung in das breite, vielfältige Gestaltungsfeld der bestehenden Senioren- arbeit und in die Ziele und Methoden einer effektiven zukünftigen Seniorenarbeit sowie der Unterstützungsstrategien für das bürgerschaftliche Engagement von und für Ältere. Daneben wurden jedoch auch bereits konkrete Projekte gestartet: Intensivierung der bisherigen Informations- und Unterstützungsaufgaben für die Bevölkerung hinsichtlich der bestehenden Begegnungs- und Aktivitätsan- gebote einschließlich der Organisation der städtischen Seniorenveranstaltungen. Erfolgreiche Bewerbung zur Mitwirkung an dem Bundesmodell „Alter schafft Neues - Aktiv im Alter“ im November 2008 als eine der ersten 50 Kommunen mit Start in dem ausgewählten Stadtteil Grünwinkel in Kooperation mit dem Bürgerverein und dem Mehrgenerationenwohnprojekt „Im Albgrün“ unter dem Titel „Aktiv älter werden in Grünwinkel“. Zur Gewinnung der Mitwirkung der Bevölkerung wurden mittlerweile durchgeführt: o Auftaktveranstaltung für die Bevölkerung „Aktiv älter werden in Grünwinkel“ am 12.02.2009; o Folgeveranstaltung mit „Markt der Möglichkeiten“ und breiter „Ideenwerkstatt“ zu bestehenden und zukünftigen Projekten am 29.04.2009; o Initiierung und intensive Begleitung in der Aufbauphase der von der Bevölke- rung gewünschten Informations- und Anlaufstelle - von Freiwilligen selbst ge- führt. Diese Informations- und Anlaufstelle engagiert sich für einen verbesser- ten Informationsaustausch über bestehende Aktivitätsmöglichkeiten und neue Ideen und Wünsche, um sich im Ruhestand aktiv für sich, für andere und für den Stadtteil einzubringen. Längerfristig ist angedacht, dieses Startprojekt als ein wichtiges Angebot für die Bevölkerung in Grünwinkel evtl. in dem Gemein- schaftswohnprojekt zu verorten - dies ggf. im Sinne eines zukünftigen Bürger- aktionszentrums im Stadtteil. Diese längerfristige Vision kann jedoch nur ge- meinsam mit allen Beteiligten und noch weiteren zu gewinnenden Partnern sukzessive konkretisiert werden. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 11- In Ergänzung zu dem Stadtteilentwicklungsprozess in Mühlburg wurde die Seniorenumfrage 2005 spezifisch für diesen Stadtteil als Informationsmaterial für den Start ggf. ähnlicher Partizipations- und Projektaktionen in Mühlburg aus- gewertet. Als Masterplanprojekt wurde die Zielvision „Aufbau von Bürgerzentren“ dem Amt für Stadtentwicklung zugeordnet, das diese Thematik im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses in Mühlburg konkretisiert. Im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses in Mühlburg wurde neben an- deren Maßnahmen auch das Projekt „Bürgerhaus“ von Seiten der Bevölkerung eingebracht und eingehend diskutiert. Die weitere Konkretisierung und insbe- sondere finanzielle Absicherung für Miete und notwendigen Personaleinsatz für ein solches „Bürgerhaus“ ggf. im Tempel stehen aktuell an. Bei der laufenden Auseinandersetzung um die Konkretisierung der Vision „Bürgeraktionszentren in den Stadtteilen“ kristallisierten sich aus Sicht der Seniorenarbeit zunehmend die Notwendigkeiten für eine amtsinterne und eine ämterübergreifende verstärkte enge Kooperation heraus. Diese Vernetzungsan- forderung gilt auch im weiteren Schritt im Blick auf die bereits engagierten Trä- ger und weiteren Interessierten in den Stadtteilen. Diese Vision braucht nicht nur das gemeinschaftliche Engagement der Bürgerschaft, sondern auch auf der Ebene der „vielfältigen Träger die gemeinsamen konkreten inhaltlichen Zielbe- schreibungen und sinnvollen Aufbaustrategien für ein mit vielfältigen sozialen Projekten „lebendig gefülltes Haus““: Das Engagement für diese Vision ist aktuell auf die Entwicklung von Teilschrit- ten bzw. Teilprojekten konzentriert wie: o In Grünwinkel modellhaft erprobte stadtteilbezogene Informations- impulse zu „Aktiv älter werden“; o Unterstützung der freiwilligen Info- und Anlaufstelle in Grünwinkel ; o Unterstützung von stadtteilbezogenen gemeinschaftlichen Wohn- und Seniorenserviceprojekten für Ältere, in denen auch für soziale Gemein- schaft, Bewegung und Aktivitäten Räume und Konzepte entwickelt wer- den - Grünwinkel, Daxlanden, Knielingen. 1.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Als weitere Entwicklungsimpulse für die nächsten zwei Jahre von Seiten der Mitar- beiterinnen des Seniorenbüros sind vorgesehen: Teilnahme an einer berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahme im Fach- bereich „Angewandte Gerontologie“; Neuauflage der Broschüre „Aktiv im Alter“; Weiterentwicklung der Grünwinkel-Initiative über die Modellphase 2008 - 2009 hinaus; Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 12- Miteinbringen in den Stadtteilentwicklungsprozess; Voraussichtlich Mitwirkung an dem neuen Stadtteilentwicklungsprozess in Rintheim mit dem spezifischen Blick auf das Gestaltungsfeld „Alltagsunterstüt- zung der älteren Generation sowie bürgerschaftliches Engagement von Älteren für Ältere und den Stadtteil“. Im Blick auf die Gesamtstadt: Aufbau eines Kooperationsnetzes mit den Fachkräften und Engagierten in der offenen Seniorenarbeit, um die Vielfalt der Institutionen und Träger für Bildung, Aktivität, Prävention und soziale In- tegration im Alter sowie der Förderung ehrenamtlichen bürgerschaftlichen En- gagements Älterer für Ältere und die Gesellschaft verstärkt miteinander zu ver- netzen. Auch Mentoren und bürgerschaftlich Interessierte und Engagierte sind in dieses Kooperationsnetz einzubinden. Dieses Kooperationsnetz bietet die Chancen, den Erfahrungs- und Ideenaustausch und die Entwicklung gemein- samer zentraler Weiterentwicklungsimpulse förderlich für alle Engagierten zu vertiefen. 2. Förderung der ambulanten Unterstützung zu Hause 2.1 Ausgangsziele Zur Unterstützung der Grundsätze „ambulant vor stationär“ und „Absicherung von für die individuelle Bedarfssituation passgenauen Unterstützungskonzepten“ gibt es be- reits ein breites Spektrum von Unterstützungsangeboten, die das Verbleiben in der eigenen Wohnung trotz Hilfe- und Pflegebedürftigkeit erleichtern bzw. auch die An- gehörigen in ihren Pflegeleistungen ergänzen und entlasten. Als zentrale Zielthemen sind für diesen Bereich in den Eckpunkten formuliert: Konkretisierung der neuen Pflegeversicherungsreform-Vorschläge insbesondere in Bezug auf die Einrichtung von Pflegestützpunkten und Pflegeberatung; Stärkung der Rehabilitationschancen soweit wie möglich; Unterstützung des Pflegepotenzials der Familien - so weit wie möglich im Sinne eines solidarischen Unterstützungsnetzes einschließlich des Engagements von Nachbarschaft, sozialem Umfeld und Freiwilligen. 2.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Für das städtische Engagement in den vergangenen zwei Jahren rückten in diesem Bereich die Themen in den Vordergrund: Auseinandersetzung um die Umsetzung der Pflegestützpunkte und der Pfle- geberatung hier in Baden-Württemberg. Anerkennung neuer niederschwelliger Betreuungsdienste für Menschen mit besonderem Betreuungsaufwand gem. den neuen Regelungen nach § 45 SGB XI mit der Diskussion um sinnvolle Anerkennungskriterien. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 13- Mitwirkung an der Veranstaltungsreihe der Frauenbeauftragten und weiteren Kooperationspartnern „Im Blickpunkt: Ausländische Haushaltshilfen“ mit 6 Veranstaltungen, die die Thematik der „Ausländischen Haushaltshilfen“ unter verschiedenen Blickwinkeln näher beleuchten und Informationen und Diskussi- onsgelegenheiten für Interessierte bieten. Im Vordergrund dieses Gestaltungsfeldes der ambulanten Unterstützung stand die Thematik: „Pflegestützpunkt-Errichtung: Klärung der Modalitäten auf Landesebene und darauf aufbauend ab September 2009 auch auf örtlicher Ebene“. Auf Landes- ebene konnten von Seiten der Stadt Karlsruhe bei verschiedenen Anlässen die Pra- xiserfahrungen der Informations- und Beratungsarbeit des städtischen Seniorenbüros und der Seniorenfachberatung eingebracht werden. Mittlerweile steht die Kooperationsvereinbarung für das Zusammenwirken von ba- den-württembergischen Landesverbänden der Kranken- und Pflegekassen und kommunaler Landesverbände im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft „Pflege- stützpunkte e. V.“ fest. Darin ist geregelt, dass für Baden-Württemberg vorerst 50 Pflegestützpunkte - d. h. ein Pflegestützpunkt pro Kreis mit einem kalkulierten Res- sourceneinsatz von 80.000,00 € - als erster Schritt umgesetzt werden sollen. Seit Juni 2009 stehen die Rahmenanhaltspunkte für die Errichtung der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg fest. Für die konkrete inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung dieses ersten Pfle- gestützpunktes pro Kreis ist eine kreisspezifische, sinnvolle Konzeption zu entwi- ckeln, die die bestehenden Strukturen und Bedarfssituationen berücksichtigt. Von Seiten des jeweiligen Kreises ist die Bewerbung gegenüber dem Vorstand der LAG Pflegestützpunkte e. V. bis voraussichtlich Beginn 2010 einzubringen. In den ersten örtlichen Klärungsschritten wurde vereinbart, dass das Seniorenbüro der Stadt „Anknüpfungsinstanz“ für diesen ersten Pflegestützpunkt sein soll mit der Zielsetzung, dass die zentralen Informationsdienstleistungen für die gesamte Bürger- schaft intensiviert werden. Für die Zielsetzung der wohnortnahen Beratung sind Ko- operationslösungen mit der bestehenden Seniorenfachberatung und evtl. weiteren Beratungsdiensten anzustreben. 2.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Weiterhin wird die Thematik „Errichtung des Pflegestützpunktes und Koope- ration mit der Pflegeberatung in Karlsruhe“ deutlicher Schwerpunkt für die Förderung der ambulanten Unterstützung von Seiten der Sozialplanung bzw. des Seniorenbüros sein mit den Arbeitsschritten: o Konkretisierung der Karlsruher Konzeption für die sinnvolle Ausgestaltung des „zentralen Pflegestützpunktes“ mit den Regelungen und Absprachen für die realisierbaren konkreten Arbeitsziele, die Trägerschaft, die notwendigen Ko- operationsabsprachen sowie die personellen und sächlichen Ressourcen und Umsetzungsschritte. o Ausgestaltung des städtischen Abstimmungsprozesses und der Abstim- mungsverhandlungen mit den zuständigen Pflege- und Krankenkassen. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 14- o Einbringen dieser abgestimmten Konzeption als Karlsruher Bewerbung bei der LAG „Pflegestützpunkte e. V.“ Baden-Württemberg mit der Bitte um Zustim- mung und damit als Zusage für die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Bundesfördermittel für den Aufbau von Pflegestützpunkten. o Nach positivem Beschluss der LAG kann die konkrete Umsetzung gestartet werden. Dazu werden neben den weiteren arbeitsinhaltlichen Klärungsschrit- ten im Detail die zusätzliche Personalgewinnung und die Umsiedlung in neue größere Räume gehören. o Mit der konkreten Realisierung der Pflegestützpunktarbeit ist frühestens Mitte 2010 zu rechnen. o Über diese Konkretisierungs- und Umsetzungsschritte wird laufend im Ar- beitsausschuss „Ältere Generation“ berichtet. Dieses Thema war Schwer- punktthema in der Sitzung am 23.09.2009. Mit diesem „eventuellen“ Aufgabenzuwachs des Seniorenbüros „als Pflegestütz- punkt“ sind inhaltliche Weiterentwicklungen bei den zentralen Informations- dienstleistungen verbunden: o Die Informations- und Beratungsarbeit für Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ist in verstärkter Kooperation mit den Kranken- und Pflegekassen zu gestalten - im Blick auf die gemeinsame Verantwortung für diesen Pflegestützpunkt und im Blick auf die neu ausgestaltete Pflegeberatung durch die Pflegekassen. o Die allgemeine Informations- und Auskunftsarbeit ist zu verstärken, insbeson- dere im Blick auf die Unterstützung Demenzerkrankter und ihrer Familien und im Blick auf die Stabilisierungschancen für die häusliche Familienpflege. Dazu ist auch das Internet als neue wachsende Informationsplattform für die Bevöl- kerung zunehmend zu nutzen und entsprechend auszugestalten. o Da in Karlsruhe neben dem Seniorenbüro und der Seniorenfachberatung zahl- reiche weitere spezielle Beratungsdienste tätig sind und auch von vielfältigen Dienstleistern Informationen an Anfragende vermittelt werden, erscheint der Aufbau eines Beratungsnetzwerkes für eine effektive und effiziente Informa- tionsunterstützung der Bevölkerung notwendig und sinnvoll. Über die neuen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten des § 45 SGB XI und die konkreten niederschwelligen Betreuungsdienste für Menschen mit be- sonderem Betreuungsaufwand ist in der Bevölkerung 2010 verstärkt mit geeigne- ten Formen zu informieren. Die Veranstaltungsreihe „Im Blickpunkt: Ausländische Haushaltshilfen“ wird fortgesetzt mit 3 weiteren Veranstaltungen: 07.10.2009: „Eine Kultur des Pflegens entwickeln - Herausforderungen für unsere Gesellschaft“, Vortrag Dr. Stephanie Becker; 11.11.2009: Podiumsdiskussion: „Wege aus den Belastungen der illegalen Beschäftigung? “; Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 15- Februar 2010: Podiumsdiskussion: „Politische Weichenstellungen!?“. 3. Impulse für altersgerechtes Wohnen 3.1 Ausgangsziele Die Förderung altersgerechten Wohnens zielt auf Barrierefreiheit, aber auch auf so- ziale Integration und leichtere Absicherung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, um die selbständige Lebensführung in der gewohnten Umgebung und im Privathaushalt so- lange wie möglich zu erhalten. Weiterentwicklungsperspektiven beginnen bei der Su- che nach Ideen, erfolgreichen Strategien und Förderansätzen für ein alltagsunter- stützendes soziales Miteinander in „alternden Wohnsiedlungen“. Gemeinschaft vom ersten Schritt an streben auch die gemeinschaftlich geplanten z. T. altersgerechten, aber auch generationsübergreifenden Wohnprojekte im Neubaubereich an. In den speziellen Seniorenwohnanlagen ist Barrierefreiheit mittlerweile selbstverständlich. Ideen und Förderimpulse für nachbarschaftliches, alltagsunterstützendes Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner - auch bei zunehmender Hilfebedürftigkeit - sind eine jedoch noch differenziert auszugestaltende Zielsetzung. Gleiches gilt für die Entwicklung von bedarfsgerechter Unterstützung für an Demenz erkrankte Bewohne- rinnen und Bewohner in den Seniorenwohnanlagen mit Service. Gezielte städtische Impulse für neue spezielle Seniorenwohnanlagen mit Service für Seniorinnen und Senioren zielen nur noch auf einzelne stadtteilbezogene Bedarfssi- tuationen und in Richtung von Anlagen für Bezieherinnen und Bezieher mit niedrigem Einkommen, das geringfügig über der Höhe für den Wohnberechtigungsschein liegt. Von Seiten der Sozialplanung für Ältere bzw. dem Seniorenbüro begrenzen sich die Impulse in diesem Gestaltungsfeld auf fachliche Anregungen und Ideen bei Konzep- tionsentwicklungsprozessen und auf den Einsatz für einen vernetzten Informations- und Ideenaustausch. Ausschlaggebend ist hier das Interesse und Engagement der zuständigen Wohnungs- bzw. Bauträger sowie auch der Bewohnerinnen und Be- wohner selbst für diese Ziele. 3.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Eine Mitwirkung im Sinne der anlassbezogenen fachlichen Anregungen erfolg- te in den letzten zwei Jahren bei folgenden Projekten: o Mehrgenerationenwohnprojekt „Im Albgrün“ Grünwinkel; o Weitere Projektsuche von ZAG e. V.; o Objektsuche der Frauenprojektgruppe „SOFIA“, geleitet von der Ev. Landes- kirche Baden und der Ev. Kirche Karlsruhe; o Entwicklung der Neubauprojekte: Seniorenzentrum in Daxlanden und Knielin- gen mit einer Kombination von Wohnungsangebot, Informations-, Begeg- nungs- und Aktivitätsangebot sowie Pflegeheimbereich; o Diskussion um ein „Zentrum für Integriertes Wohnen“ in Oberreut für alle Ge- nerationen; Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 16- o Suche nach preisgünstiger Ausgestaltung des Betreuten Wohnens für Senio- ren i. V. m. dem konkreten Planungsprojekt der Ev. Stadtmission für ein neues Pflegeheim mit z. T. preisgünstigen Wohnungen kombiniert an Stelle des ehemaligen Wichernhauses in der Hardtstraße. Die konkreten Projekte des gemeinsamen altersgerechten Wohnens wurden mit dem Informationsangebot des Seniorenbüros für Interessierte aus der Bevöl- kerung laufend unterstützt. Weitergehende Aktivitäten wurden in diesem Gestaltungsfeld nicht umgesetzt - auch wenn diesem Zielbereich eine höhere Priorität in den Eckpunkten 2007 zugemessen wurde. 3.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Die Thematik „Förderung des alltagsunterstützenden sozialen Miteinanders“ wird vorerst mit generellen Impulsen für ein konstruktives Altersbild und in den Weiterentwicklungsschritten der offenen Seniorenarbeit, insbesondere der Mitwir- kung in den Stadtteilentwicklungsprozessen verfolgt (vgl. Abschnitt 2.). Die Information zu den speziellen Wohnanlagen wird durch die Neuauflage der Broschüre „Wohnanlagen mit Service in Karlsruhe“ wieder aktualisiert und um die mittlerweile neuen Angebote ergänzt. Diese Broschüre gibt eine differen- zierte Beschreibung der vielfältigen Angebote hier in Karlsruhe wieder. Diese Broschüre wird häufig von der älteren Bevölkerung und von Angehörigen nachge- fragt. 4. Entwicklungen in der stationären Pflege 4.1 Ausgangsziele Angesichts der hohen Zahl von Pflegeheimen mit einem großen Platzangebot hier in Karlsruhe ist lt. Eckpunkten 2007 ein Ausbau von Pflegeheimplätzen aus städtischer Sicht nur noch im Blick auf eine stadtteilbezogene Versorgung zu diskutieren - dies auch möglichst nur als Ersatzneubau für zu schließende Häuser. Qualitative Weiterentwicklungsziele stehen für die Heimpflege im Vordergrund und sind vielfältig: Verstärkte aktivierende und rehabilitative Pflege mit bewussterem Blick auf die noch verbliebenen Gestaltungsmöglichkeiten sowie die Ausrichtung auf indi- viduelle Wohnorientierung und Gruppenpflege. Auch die weitere Personalqualifizie- rung für den Umgang mit Demenzerkrankung bis hin zu intensiven besonderen Be- treuungs- und Begleitungsformen für schwerstpflegebedürftige, bettlägerige Men- schen in ihrer letzten Lebensphase sind wichtige Ausrichtungspunkte für die konzep- tionelle Weiterentwicklung der Heimpflege. Die Öffnung der Heime, z. B. durch am- bulante und stationäre Kooperationen und das gezielte Zusammenwirken mit Ange- hörigen und bürgerschaftlich Engagierten, kann vielfältige Chancen der generellen Imageverbesserung der stationären Pflege und des sozialen Miteinanders bieten. Es zeichnet sich bereits ab, dass längerfristig wieder eine intensive Auseinandersetzung Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 17- der Heime für Lösungen gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der Pflege erforderlich wird. 4.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Diese komplexen qualitativen Zielbereiche in der stationären Pflege werden von den Trägern, Heimleitungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einschließlich Helferinnen und Helfern sowie der Bewohnerschaft und ihrer Angehörigen weitgehend gestaltet und auch verantwortet. Von städtischer Seite konnten nur begrenzt folgende Informa- tions- und Anregungsimpulse eingebracht werden: Breite differenzierte Information und Diskussion der Thematik „stationäre Pflege in Karlsruhe“ im Arbeitsausschuss „Ältere Generation“ in 3 Sitzun- gen. Beteiligung am Wettbewerb für das Neubauprojekt „Senioren- kompetenzzentrum Knielingen“. Ergänzende Anregungen bei der Einrichtung des Wohnbereichs „EMMAUS“ im Altenhilfezentrum Nordost für Schwerstpflegebedürftige. Beiträge im Planungsverfahren für das neue Seniorenzentrum in Daxlanden mit Wohnungen, Begegnungs-, Informations-, Aktivitätsangebot und Pflegebe- reich als stadtteilbezogenes Zentrum. Da dieses Zentrum in Daxlanden als Er- satzneubau für das Pflegeheim St. Bernhard in Grünwinkel errichtet wird und we- sentliche qualitative Weiterentwicklungen sowie eine Stadtteilversorgung verfolgt, konnte für diese neuen Pflegeplätze die Zusage der Landesförderung der Investi- tionskosten und komplementär dazu der städtischen Förderung erreicht werden: Als komplementäre städtische Förderung sind im Doppelhaushalt 777.600,00 € ab 2010 eingeplant. Weitere investive Fördermaßnahmen von Seiten der Stadt laufen bzw. sind im Haushalt 2009/2010 bzw. 2011 als Verpflichtungsermächtigung eingeplant für: o Generalsanierung Parkschlößle aktuell noch laufend: 300.000,00 €, o Ersatzneubau Luisenheim: 964.623,00 €, o Ersatzneubau Benckiserstift: 712.486,00 €. Im Rahmen der Leistungsgewährung der „Hilfe zur Pflege“ nach SGB XII wurde die Beratungs- und Steuerungsdienstleistung im Sozialamt ausgebaut mit dem Ziel, Familien mit Bedarf an finanzieller Unterstützung im Rahmen der Hilfe zur Pflege nach SGB XII bereits im Vorfeld der Heimunterbringung persönlich zu beraten, die ambulanten Möglichkeiten zu besprechen und bei notwendiger Heimunterbringung auf preisgünstige Unterbringungsmöglichkeiten zu verweisen. Diese neue „Heimberatung“ wurde intensiv im Arbeitsausschuss „Ältere Genera- tion“ in 3 Sitzungen mit allen Vertreterinnen und Vertretern beraten. Heime und ambulante Pflegedienste sowie Beratungsstellen wurden über das neue Verfah- ren eingehend informiert. Am 21.11.2009 wird das Thema im Sozialausschuss beraten. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 18- 4.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Die neuen Stadtteilzentren in Daxlanden und Knielingen werden - soweit erwünscht - bei der konkreten Umsetzung, insbesondere des Bereichs für In- formation, Begegnung und Aktivität, mit Fachanregungen begleitet und in die Diskussionen zu den Weiterentwicklungen der offenen Seniorenarbeit einbezo- gen. Mittlerweile hat sich das Landesnetzwerk und darauf aufbauend das Regional- netzwerk BELA III gegründet. In diesen Netzwerken schließen sich interessierte Heime zusammen zur kollegialen Beratung und für gemeinsame fachliche Wei- terentwicklungsimpulse im Zielbereich: „Verstärktes bürgerschaftliches Enga- gement in Heimen“. Der weitere Ausbau dieses Netzwerkes um zusätzliche Heime in Karlsruhe und der Region wird mit einer Impulsveranstaltung 2010 unterstützt. Über die Weiterentwicklungen im stationären Pflegebereich wird im Ar- beitsausschuss „Ältere Generation“ immer wieder auch in den folgenden Jahren berichtet werden. 5. Spezifische Unterstützung von Demenzerkrankten und ihrer Familien 5.1 Ausgangsziele Angesichts der Zunahme der Erkrankten und angesichts der hohen Belastungen der von dieser Erkrankung Betroffenen und ihrer Familien ist den Unter- stützungsangeboten für diese Menschen eine hohe Priorität einzuräumen. Es besteht bereits ein relativ breit gefächertes Angebot unterschiedlicher Dienste mit speziellen Kompetenzen im Umgang mit Demenzerkrankten hier in Karlsruhe. Wichtige Ansatz- punkte für die Weiterentwicklungen sind zu sehen in einer verstärkten Vernetzung der vielfältigen Unterstützungsangebote, der weiteren Verbreitung von alltagsunterstützendem Wissen über die Krankheit und den konstruktiven Umgang mit den Erkrankten, der Suche nach Wegen zur psychosozialen Unterstützung der Angehörigen, der Förderung sozialer Unterstützungsnetze im Umfeld der betroffenen Familien, einem höheren Bekanntheitsgrad der verbesserten finanziellen Absicherung bei einem besonderen Betreuungsbedarf durch das neue SGB XI, dem Ausbau des Angebotes und der Nutzung niederschwelliger Betreuungs- dienste, die eine preisgünstige, sinnvolle Entlastung und Unterstützung der Fami- lien bieten. 5.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Hinsichtlich des Aufbaus eines Netzwerks aller Anbieter in diesem Bereich konnten Anregungen aus dem Erfahrungsschatz des „geronto-psychiatrischen Verbundes“ in Mannheim andiskutiert werden. Aufgrund begrenzter Personalka- pazität wurde der Aufbau eines ähnlichen Verbundes hier in Karlsruhe vorerst zu- rückgestellt. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 19- Über die Ausweitung der Leistungen nach § 45 SGB XI wurde im Rahmen von Einzelanfragen und im Rahmen einer internen Fortbildungsveranstaltung der So- zial- und Jugendbehörde näher informiert. Die Anfragen auf Anerkennung neuer niederschwelliger Betreuungsdienste haben beim Seniorenbüro zugenommen. Die Anerkennungskriterien mussten dif- ferenzierter festgelegt werden. Die Liste der niederschwelligen Betreuungs- dienste ist um neue Dienste zu erweitern. 5.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Die Umsetzung des verstärkten Personaleinsatzes zur Betreuung von an Demenz erkrankten Heimbewohner und Heimbewohnerinnen wird Thema in einer der nächsten Sitzungen 2010 im Arbeitsausschuss „Ältere Generation“ sein. Ausbau des Informationsangebot zu den speziellen Unterstützungsmöglich- keiten und -angeboten für die Betroffenen und die Familien. 6. Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund 6.1 Ausgangsziele Die Zahl der älteren hilfe- und pflegebedürftigen Menschen mit Migrations- hintergrund ist noch gering, wenn sich auch langsam eine steigende Nachfrage- tendenz nach Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit zeigt. Längerfristig sollte sich das Unterstützungssystem auch auf diese Zielgruppe und ihre spezifi- schen Bedürfnisse einstellen. Sprachbarrieren und kulturspezifische Barrieren erfor- dern eine differenzierte Suche nach passenden Unterstützungskonzepten und si- cherlich die enge Zusammenarbeit mit „in der Kultur der Zielgruppe verankerten Ver- bindungs-/Vermittlungspartnern“. 6.2 Maßnahmen 2007 - 2009 In den „Karlsruher Leitlinien zur Integration“ wurden die besonderen Aspekte für die Zielgruppe der älteren Menschen mit engagierten Diensten und Einrich- tungsvertreterinnen und -vertretern sowie des Seniorenbüros bearbeitet. Ein Runder Tisch zur Umsetzung dieser Leitlinien wurde bereits gegründet. Das Engagement des Vereins Edukatives Ethno-Zentrum e. V. für einen häus- lichen Betreuungsdienst für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf, begleitet von freiwilligen Helferinnen, die auf die spezielle Integrationsthematik eingehen können, besteht seit 2008. Damit sich dieser Dienst weiterhin stabilisie- ren und ausweiten kann, wurde er in der Beantragung der Landesförderung nach § 45 c SGB XI unterstützt. Dies schließt auch einen städtischen Beitrag in Höhe von 1.260,00 €/Jahr aus freien Mitteln der Altenhilfe ein. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 20- Als zweite Initiative des Edukativen Ethno-Zentrums e. V. ist die Mitwirkung an dem Pflegebegleiterprojekt im Rahmen des Bundesprojektes speziell für die Begleitung von pflegenden Angehörigen in Migrationsfamilien geplant. Eh- renamtlich, freiwillig tätige Menschen sind für die persönliche Begleitung und Un- terstützung von pflegenden Angehörigen zu gewinnen, in qualifizierten Semina- ren zu schulen und für diese interessante Aufgabe vorzubereiten. Zur finanziellen Absicherung dieser Projektbegleitung und Qualifizierungsmaßnahmen wurde der Antrag auf Förderung dieses Projektes nach § 45 d SGB XI von Seiten der Stadt unterstützt und um die finanzielle Mitförderung in Höhe von 1.250,00 € pro Jahr aus Mitteln der Altenhilfe ergänzt. 6.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Der Runde Tisch zur Umsetzung der „Karlsruher Leitlinien zur Integration“ im Blick auf die älteren Menschen mit Migrationshintergrund mit interessier- ten Diensten und Einrichtungen wird nach Absprache mit den Beteiligten fortge- setzt. Die Initiativen des Edukativen Ethno-Zentrums e. V. werden fachlich begleitet und unterstützt. 7. Auseinandersetzung um die spezifische Unterstützung alt werdender Men- schen mit Behinderung 7.1 Ausgangsziele Die Auseinandersetzungen um die Unterstützung der langsam wachsenden Zahl von älter werdenden Menschen mit lebenslanger Behinderung rücken als Thema bei den Engagierten und Trägern der Behindertenhilfe zunehmend in den Vordergrund. Wichtige Fragen beziehen sich auf die individuell passenden Unterstützungskonzepte, das Zusammenwirken der Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Altenhil- fe, die Finanzierungsmöglichkeiten neuer Unterstützungsangebote der Tages- strukturierung und der Betreuung für älter werdende Menschen mit Behinderung. 7.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Für erste Klärungsschritte entwickelte bereits eine spezielle Arbeitsgruppe im Be- reich der Behindertenhilfe Lösungsvorstellungen, über die im Rahmen der Diskussi- on der Eingliederungshilfe immer wieder auch berichtet wird. Von Seiten der Seniorenarbeit und Altenhilfe erfolgte hier noch kein wesentlicher Be- arbeitungsbeitrag. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 21- 7.3 Zielvorhaben Die Kooperation zwischen Seniorenbüro und Engagierten in der Behindertenhilfe wird sicherlich zukünftig an Bedeutung zunehmen. 8. Begleitung in der Sterbephase 8.1 Ausgangsziele Eine würdevolle Abschiedsphase gehört zum Leben für die Sterbenden, für die An- gehörigen und auch für die soziale Gemeinschaft insgesamt. Auch hier Unterstüt- zungsmöglichkeiten zu suchen und zu etablieren, ist wichtiger Zielbereich der „Eck- punkte für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation“. 8.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Die Auseinandersetzung um die Bedeutung und Wirkung von Patienten- verfügungen wurde auf Bundesebene ständig weitergeführt, die Infor- mationsarbeit der städtischen Stellen und der engagierten Partner wird hier ständig angepasst. Von Seiten der Bevölkerung zeigt sich eine relativ hohe Nachfrage nach Informationen zu diesem Bereich. Betreuungsbehörde, Hospiz- dienste, Seniorenbüro sowie andere Engagierte kommen diesen Nachfragen mit Informationsmaterial, Beratungsgesprächen und Formulierungsanregungen nach. Der intensive Einsatz des Fördervereins für das Hospiz Arista e. V. in Ettlingen konnte von Seiten der Stadt Karlsruhe 2008 mit Spendenmitteln und ab 2009 mit einem städtischen Zuschuss in Höhe von 2.000,00 €, der im Doppelhaushalt eingestellt ist, unterstützt werden. Von Seiten des Friedhofs- und Bestattungsamtes der Stadt Karlsruhe wird das Angebot an vielfältigen Informations- und Begleitangeboten für die Angehörigen ständig weiter entwickelt und ausgebaut. 8.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Im Rahmen der Ausweitung der zentralen Informationsdienstleistung als Ziel der Pflegestützpunktarbeit ist auch der Themenkomplex „Regelungen zur Vor- sorge, Betreuung bis hin zur Patientenverfügung“ ein wachsendes Thema für die Bevölkerung. Die Hospizarbeit ambulant und stationär ist weiterhin zu unterstützen. 9. Spezielle Information, Beratung der älteren Menschen 9.1 Ausgangsziele Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ist nicht selten mit krisenhaften Situationen bei Krank- heitseinbrüchen und starken emotionalen Belastungen verbunden. Häufig müssen Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 22- viele verschiedene Erfordernisse und Wünsche gleichzeitig berücksichtigt werden. Angesichts der Vielfalt der Unterstützungsangebote und deren Konditionen ist es eine hohe Herausforderung, sich einen Überblick zu verschaffen und sich ein pas- sendes „Unterstützungspaket“ zusammenzustellen. Hier helfen aufbereitete Informa- tionen in Form von Broschüren und Seniorenwegweiser. Persönliche Auskunfts- partner und -partnerinnen vermitteln problembezogen die notwendigen Informationen über die relevanten Angebote. In intensiven Beratungsgesprächen mit den Betroffe- nen und ihren Angehörigen sind eine emotionale Entspannung und eine differenzier- te Problemklärung möglich. Die Entscheidungen für die neue Lebensalltagsgestal- tung mit Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit sind mit dieser Informations- und Beratungsunterstützung auf die individuelle Bedarfssituation jeweils ausgerich- tet, im Blick auf Alternativen gut abgewogen und sind damit eine wesentlich fundier- tere Basis als vorschnelle Krisenentscheidungen. Die konkreten Unterstützungsleis- tungen können nach diesem fundierten Klärungsprozess eine wesentlich größere Wirkung entfalten. Dieses Gestaltungsfeld der Entscheidungsunterstützung ist ständig weiter zu entwi- ckeln im Sinne der Förderung der Eigensorge und der Selbsthilfe der Familien und des sozialen Umfeldes. Dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist mit vielen kreati- ven Ideen immer wieder neu zu entsprechen. Dazu gehört auch der Einsatz für kon- struktive Altersbilder in der Bevölkerung selbst. 9.2 Maßnahmen 2007 - 2009 Für den städtischen Internet-Seniorenwegweiser auf der Homepage der Stadt Karlsruhe wurde eine differenzierte Darstellungssystematik erarbeitet und nun mittlerweile nahezu komplett mit den aktuellen Daten der vielfältigen Angebote von Aktivität, Begegnung bis hin zur stationären Pflege ausgestattet. Am 25.09.2008 konnte das Seniorenbüro zahlreiche Gäste zu seiner Feier an- lässlich des 10-jährigen Bestehens begrüßen. Das Beratungsangebot des Sozialamtes für hilfe- und pflegebedürftige Men- schen mit geringem Einkommen wurde weiter ausgebaut i. S. der „Aktivie- rung“ und der „Heimberatung“. Damit wurde ein möglichst langes Verbleiben in der Häuslichkeit und eine individuell passende Heimunterbringung - auch im Blick auf die finanziellen Begrenzungen der Familien und der SGB XII- Gewährung - angestrebt. Der Einsatz der Beratungskräfte des Seniorenbüros und der freien Träger dieser Seniorenfachberatungskräfte wurde mit insgesamt 7.022 Beratungskon- takten im Jahr 2007 und 7.226 Beratungskontakten im Jahr 2008 intensiv weiter verfolgt. Ab 2009 musste die Reduzierung des Einsatzes im Team der Senioren- fachberaterinnen um ein halbes Stellenvolumen „verkraftet“ werden. 9.3 Zielvorhaben 2009 - 2011 Am 10.10.2009 wird der neue Internet-Seniorenwegweiser der Öffentlichkeit und der Presse vorgestellt. Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 23- Im Rahmen der Pflegestützpunkt-Konzeption soll die Thematik „Vernetzung“ auch für das Gestaltungsfeld „Information und Beratung durch vielfältigste spezielle und ergänzende Dienste“ in einer speziellen Kooperationsarbeits- gruppe aufgegriffen werden. D Zusammenfassung Eine abschließende Gesamtsicht der Umsetzungsschritte für die Ziele der „Aktuellen Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ in den Jahren 2007 bis 2009 ist mit folgenden Tendenzen zusammenzufassen: In all den vielfältigen Gestaltungsfeldern wurde an den 2007 jeweils längerfristig formulierten Zielen mit einer Vielzahl von Maßnahmen gearbeitet. Es wurden bzw. konnten nicht alle Zielvorstellungen mit gleicher Intensität ver- folgt werden. Neue aktuelle Themen haben sich z. T. in den Vordergrund ge- schoben wie z. B. die Diskussion um die Errichtung von Pflegestützpunkten. Die 2007 noch angestrebte Prioritätensetzung wurde für die Bereiche „Förderung altersgerechten Wohnens“ und „Unterstützung Demenzerkrankter und ihrer Fami- lien“ nicht umgesetzt. Nichtsdestotrotz fanden in diesen Bereichen auch Weiter- entwicklungsschritte von Seiten der Träger und vieler engagierter Personen statt. Diese Zielbereiche können erst längerfristig in Angriff genommen werden. Die Arbeitsschwerpunkte für die Sitzungsthemen im Arbeitsausschuss „Ältere Generation“ sowie auch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Errichtung der Pflegestützpunkte“ waren intensiver als erwartet. Der Aufbau der gezielten Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit ist mit großem Engagement und wichtigen personellen und inhaltlichen Impulsen ge- startet. Die Realisierung der Bürgerbegegnungs-/Bürgeraktionszentren benötigt Zeit und Einsatz für einen längerfristigen komplexen Entwicklungsprozess, in dem viele Beteiligte zur gemeinsamen inhaltlichen Konkretisierung und zur Kooperation bei den vielfältigen Umsetzungsschritten erst zu gewinnen sind. Für die angestrebte Eigengestaltung der Bevölkerung selber sind kreative Partizipations- und Motiva- tionsimpulse zu entwickeln und zu erproben. All dies kann nur sukzessive wach- sen. Neben dieser Vision für die Zukunft sind auch die bestehenden Initiativen in der offenen Seniorenarbeit weiterhin als wertvolle Angebote zu respektieren, zu be- gleiten und fachlich zu unterstützen. Insgesamt ist der gesamte Gestaltungsbereich „Förderung des Engagements für und mit der älteren Generation“ von folgenden positiven zukunftsweisenden Ten- denzen geprägt: Erster Folgebericht Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Oktober 2009 - 24- Der Einsatzbereitschaft, den Handlungskompetenzen und der Kreativität aller vielfältigen Gestaltungspartner, dem sich ausweitenden Kreis von Menschen, Institutionen und Diensten, die sich mit dem Thema verstärkt auseinandersetzen, einem wachsenden Gestaltungsbewusstsein für die demografischen Entwick- lungen und ihre Herausforderungen, einer immer stärkeren Verknüpfung mit konkreten, konstruktiven, neuen span- nenden Handlungsideen und konkreten Handlungsprojekten. Der konstruktive wachsende Einsatz für das Alter wird sich fortsetzen und weiter ausdifferenzieren, allein schon dadurch, dass die jüngeren Altersjahrgänge ihre Belange immer stärker in „eigene Hände nehmen“. Die in den Eckpunkten angestrebten Ziele sind kontinuierlich mit den beschriebenen konkreten Umsetzungsschritten in den Jahren 2009 bis 2011 weiterzuverfolgen. Die Arbeitsschwerpunkte werden in den kommenden zwei Jahren auf folgenden Themen liegen: Weitere Verbreitung der Eckpunkte mit diesem Folgebericht, Konzeptionsentwicklung und Errichtung des Pflegestützpunktes in Karlsruhe und damit Weiterentwicklung der zentralen Informationsdienstleistungen, Weiterentwicklungsimpulse im Rahmen der Stadtteilarbeit in Grünwinkel, Mühlburg und ggf. Rintheim, Aufbau eines Kooperationsnetzwerkes in der offenen Seniorenarbeit, Aufbau von geeigneten Kooperationen für die Vision der „Bürgeraktions- zentren“, Ausbau der Informationsangebote und -impulse für die Nutzung der besonde- ren Unterstützungsangebote für Menschen mit besonderem Betreuungsauf- wand, insbesondere Demenz, Einbringen fachlicher Anregungen in allen Gestaltungsfeldern. Über die Realisierung dieser Ziele und die ggf. aktuell neu aufzunehmenden Her- ausforderungen wird in zwei Jahren wieder berichtet.