Einrichtung einer Notübernachtungsstelle "Noku" für junge Erwachsene

Vorlage: 24109
Art: Beschlussvorlage
Datum: 18.01.2010
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 26.01.2010

    TOP: 6

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Noku
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 7. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 26.01.2010 239 6 öffentlich Dez. 3 Einrichtung einer Notübernachtungsstelle „Noku“ für junge Erwachsene Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 04.11.2009 2 Zustimmung Gemeinderat 26.01.2010 6 Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt von der Vorlage Kenntnis und stimmt - auf Empfehlung des Sozialausschusses - der Schaffung einer Notübernachtungsstelle für junge Erwach- sene ab 01.01.2010 und zur Finanzierung der Projektphase einer überplanmäßigen Aufwendung im Haushaltsjahr 2010 in Höhe von 62.124,00 € zu. Die Deckung der Aufwendungen erfolgt aus überplanmäßigen Einnahmen im Be- reich des Soziallastenausgleichs. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 62.124,00 € 62.124,00 € Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Produkt: 1.50031.10.07 (Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Neben den jungen Erwachsenen, die obdachlosenrechtlich untergebracht sind, er- hält noch eine weitere Gruppe von ca. 80 jungen Menschen Leistungen zur Grundsi- cherung für Arbeitssuchende von der Fachstelle Wohnungssicherung. Sie leben oh- ne feste Unterkunft bei Bekannten oder auf der Straße. Viele von ihnen verlassen fluchtartig die Herkunftsfamilie oder werden vor die Türe gesetzt. Andere werden aus Therapie- oder Jugendhilfeeinrichtungen entlassen bzw. von ihrem Vermieter ge- kündigt. Ein großer Teil der jungen Erwachsenen wird von der Anlaufstelle IGLU (Heimstif- tung Karlsruhe) regelmäßig betreut. Um postalische Erreichbarkeit zu gewährleisten, hat die Anlaufstelle ca. 70 Postmeldeadressen eingerichtet. Bei vielen Jugendlichen besteht ein akuter Bedarf für eine Krisenübernachtungsstel- le. Sowohl die Angebote der Jugendhilfe als auch die „klassischen“ Angebote der Wohnungslosenhilfe werden in der Regel abgelehnt und sind auch nicht für die Un- terbringung dieser Zielgruppe geeignet. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Anlaufstelle IGLU gehen davon aus, dass nach Klärung der Problemlage ein Drittel der Jugendlichen wieder ins Elternhaus zurückkehren kann; ein weiteres Drittel benötigt eine eigene Wohnung, ist aber mit den Problemen der Anmietung und Finanzierung überfordert. Die dritte Gruppe hat einen größeren Unterstützungsbedarf. Für sie sind die passenden Wohnformen, wie z. B. Betreutes Wohnen für wohnungslose junge Erwachsene, zu vermitteln. Die Fachstelle Wohnungssicherung will daher im ersten Halbjahr 2010 gemeinsam mit der Anlaufstelle IGLU in Trägerschaft der Heimstiftung Karlsruhe ein Pilotprojekt starten und für wohnungslose junge Erwachsene in Krisensituationen eine Notüber- nachtungsstelle „Noku“ gründen. Im Gegensatz zum Betreuten Wohnen für wohnungslose junge Erwachsene geht es hierbei nicht um eine langfristige Stabilisierung und langfristige Sicherung des neuen Wohnraumes, sondern um Hilfe in einer akuten Notlage. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Im gleichen Haus, in dem sich die Anlaufstelle IGLU befindet, wurde von der Heim- stiftung eine Wohnung angemietet, in der das Projekt gestartet werden kann. Durch die Anbindung sowohl räumlich als auch von der Betreuung an die Anlaufstelle IGLU ist eine Ausschreibung dieses Pilotprojektes nicht möglich. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist eine Geschlechtermischung nicht möglich. Angedacht ist, zu- nächst eine Pilotgruppe für junge männliche Erwachsene zu bilden. Der gleiche Be- darf besteht langfristig gesehen jedoch auch für junge Frauen mit Wohnproblemen. Rahmenbedingungen für die „Noku“ Angebot Die „Noku“ ist ein kurzfristig belegbares Wohnangebot für männliche Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren. Sie befindet sich im Erdgeschoss der Adlerstraße 20 und ist eng mit der Anlaufstelle IGLU, die sich im gleichen Haus im ersten Oberge- schoss befindet, verflochten. Voraussetzung für die Aufnahme ist akute Wohnungs- losigkeit und der vorherige Wohnsitz in Karlsruhe. Ziel Vorrangiges Ziel ist, die jungen Erwachsenen darin zu unterstützen, ihre Wohnsitua- tion zu klären und zu verhindern, dass sie sich in der Wohnungslosen- oder Stra- ßenszene beheimaten. Neben der Weitervermittlung der Jugendlichen an bestehende Angebote werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der „Noku“ auch selbst Wohnungen akquirieren. Aufenthaltsdauer Der Aufenthalt ist auf maximal 2 Monate befristet. Diese Zeitdauer ist zur Abklärung der Notsituation notwendig. Damit kann nach Einschätzung aus der bisherigen Bera- tungsarbeit der Anlaufstelle IGLU oft eine Rückkehr in den elterlichen Haushalt er- reicht werden. Neben dem längerfristigen Aufhalten soll in der „Noku“ aber auch eine kurzfristige Notunterbringung möglich sein. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Platzzahl Die Platzzahl ist aufgrund der räumlichen Beschränkung auf 4 Plätze und 1 Not- schlafmöglichkeit für maximal 3 Tage begrenzt. Betreuungszeit Von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr übernimmt die Anlaufstelle IGLU die Erstversorgung, von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr ist der Sozialarbeiter/die Sozialarbeiterin der „Noku“ anwesend. Die „Noku“ wird sowohl in das Rufbereitschaftssystem der Gesamtein- richtung mit einbezogen als auch in die Nachtbestreifung der Heimstiftung. Zugang Der Zugang erfolgt über Vermittlung durch die Fachstelle Wohnungssicherung, die Polizei oder über die Anlaufstelle IGLU. Personal Die „Noku“ wird mit einem Stellenanteil von 75 % Sozialarbeit betreut. Kostenkalkulation Personalkosten Vollkraft 0,75 SozArb/Päd. EG 9 37.875,00 € 0,08 Bestreifung/Nacht 4.040,00 € 0,02 Rufbereitschaft 1.010,00 € 42.925,00 € Personalnebenkosten 2 % 859,00 € Personalkosten je Vollkraft insgesamt 43.784,00 € Miete inkl. Mietnebenkosten mtl. 1.103,00 € 13.236,00 € Sachkosten (Wirtsch.- u. Verw. Bedarf, IT) 5.104,00 € Sachkosten insgesamt 18.340,00 € Gesamtkosten 62.124,00 € Projektphase Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr befristet, die Auswertung der begleitenden Eva- luation entscheidet über die Fortsetzung. Nach 2, 6 und 10 Monaten erfolgen Auswertungsgespräche mit Beteiligung der Lei- tungen des Sozial- und des Jugendamtes sowie der Fachstelle Wohnungssicherung. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat: Der Gemeinderat nimmt von der Vorlage Kenntnis und stimmt - auf Empfehlung des Sozialausschusses - der Schaffung einer Notübernachtungsstelle für junge Erwach- sene ab 01.01.2010 und zur Finanzierung der Projektphase einer überplanmäßigen Aufwendung im Haushaltsjahr 2010 in Höhe von 62.124,00 € zu. Die Deckung der Aufwendungen erfolgt aus überplanmäßigen Einnahmen im Bereich des Soziallas- tenausgleichs. Hauptamt - Sitzungsdienste - 15. Januar 2010