Antrag KAL: Aufsuchende medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Karlsruhe

Vorlage: 23409
Art: Beschlussvorlage
Datum: 12.10.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 20.10.2009

    TOP: 17

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • KAL-med.Versorgung Wohnungsloser
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadträtin Margot Döring (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 22. September 2009 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 3. Plenarsitzung Gemeinderat 20.10.2009 122 17 öffentlich Aufsuchende medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Karlsruhe Die Stadt initiiert eine aufsuchende ambulante medizinische Versorgung für wohnungslose Menschen in Karlsruhe. Die Modalitäten werden mit den Krankenkassen und den niedergelassenen Ärzten geklärt. Wohnungslose Menschen nehmen selten von selbst medizinische Versorgung in Anspruch. Ihr Gesundheitszustand ist in der Regel nicht gut, ihre Lebensumstände tragen nicht dazu bei, gesundheitliche Schäden abzuwenden bzw. zu heilen. Neben körperlichen Erkrankungen tragen auch psychische Erkrankungen zur schlechten Gesamtsituation bei. Bedingt durch ihre Lebensweise scheuen sich viele, die auf der Straße leben, in eine Arztpraxis zu gehen. Gelegentliche Aufenthalte in Krankenhäusern wegen akuter Gesundheitsgefahren verbessern ihre Situation nur vorübergehend. Ein großer Teil dieses Personenkreises hält sich immer wieder an den gleichen Plätzen auf - zum Beispiel auch in der TÜR. Hier gibt es Anknüpfungspunkte für die medizinische Versorgung. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Margot Döring Hauptamt - Sitzungsdienste - 9. Oktober 2009 Sachverhalt / Begründung:

  • TOP_17
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 22.09.2009 eingegangen: 22.09.2009 Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 20.10.2009 122 17 öffentlich Dez. 3 Aufsuchende medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Karlsruhe - Kurzfassung - In Karlsruhe besteht ein Bedarf für aufsuchende ambulante medizinische Versor- gung Wohnungsloser. Die Kosten für solche Maßnahmen werden in anderen Bun- desländern im Schwerpunkt von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigun- gen getragen. Ob in Karlsruhe ein solcher Dienst finanzierbar ist, ist derzeit nicht absehbar. Es wird vorgeschlagen, das Thema im Sozialausschuss zu beraten. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die gesundheitliche Situation wohnungsloser Menschen ist zum Teil sehr schlecht. Viele Wohnungslose scheuen den Weg zum Arzt, obwohl sie krank sind. Gründe hierfür sind zum einen finanzielle Hürden (Praxisgebühr und Zuzahlungsregelun- gen). Zum anderen verhindern negative Erfahrungen, Abweisungen und fehlende Krankheitseinsicht den Arztbesuch. Es ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe oft schwierig, Arztpraxen zu finden, in denen Wohnungslose behandelt werden können. Auch geschieht es immer wieder, dass Wohnungslose nach Behandlung sehr früh aus dem Krankenhaus entlassen werden, ohne dass die weitere medizinische Versorgung oder Pflege geklärt wäre. Aus diesen Gründen kooperieren einige Einrichtungen mit Ärzten und begleiten auch Betroffene zum Arzt. So gibt es zum Beispiel im Anker und im Tagestreff TÜR eine Sprechstunde vor Ort. Einige Träger helfen auch über Spendenmittel mit bei der Fi- nanzierung der Praxisgebühr und der Zuzahlung der Medikamente. Dennoch werden damit lange nicht alle Betroffenen ausreichend medizinisch versorgt. Da eine vorbehaltlose und vorurteilsfreie Bereitschaft zur Versorgung dieser Men- schen durch das medizinische Regelsystem nicht gewährleistet ist, wäre eine aufsu- chende ambulante medizinische Versorgung wünschenswert. Solche Einrichtungen existieren vor allem in größeren Städten wie Berlin, Frankfurt und Köln. Es gibt aber auch Angebote in kleineren Städten wie Mainz. Die Finanzierung des Autos und des Personals erfolgt in diesen Städten überwie- gend über die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen. Von den Kommunen werden lediglich geringe Anteile getragen, in manchen Fällen erfolgt die Finanzierung auch ergänzend über Spendenaktionen von Trägern. In Karlsruhe würde ein Bedarf einer aufsuchenden medizinischen Versorgung für maximal zwei Tage in der Woche bestehen. Eine Bereitschaft der Krankenkassen zur Finanzierung ist nicht zu erwarten. Städtische Mittel hierfür stehen nicht zur Ver- fügung. Es wird vorgeschlagen, die weitere Vorgehensweise im Sozialausschuss zu beraten.