Sanierungsgebiet Rintheim/Maßnahmenkatalog: Antrag auf Aufnahme in das Bund-/Länder-Programm "Soziale Stadt"
| Vorlage: | 23402 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 25.03.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Hagsfeld, Innenstadt-West, Oststadt, Rintheim |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 20.10.2009 113 12 öffentlich Dez. 6 Sanierungsgebiet Rintheim/Maßnahmenkatalog; Antrag auf Aufnahme in das Bund-/ Länderprogramm "Soziale Stadt" Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 13.11.2007 5 Zustimmung Gemeinderat 23.09.2008 5 Zustimmung Planungsausschuss 22.07.2009 3 Zustimmung Hauptausschuss 13.10.2009 7 Gemeinderat 20.10.2009 12 Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt von den Vorbereitenden Untersuchungen mit der Empfehlung für zwei Sanierungsgebiete in Rintheim sowie von den vorgesehenen Maßnahmen- und Finanzierungsübersichten Kenntnis und stimmt auf dieser Grundlage der Antrag- stellung o auf Aufnahme in das Bund-/Länder-Programm „Soziale Stadt“ (SSP), o auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm (LSP) zu. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) bis zu max. 10.630.000 Euro bis zu max. 6.380.000 Euro voraussichtlich ca. 4.250.000 Euro bei durchschn. AfA über 40 Jahre incl. Verzin- sung ca. 202.000 €/p.a. Haushaltsmittel stehen derzeit nur für vorbereitende Maßnahmen und die VU zur Verfügung in Höhe von 112.500 Euro, Finanzposition: 4.5610000.700.018 Ergänzende Erläuterungen: Eine Priorisierung der Maßnahmen erfolgt nach jeweiliger Programmauf- nahme und im Rahmen der Haushaltsberatungen. Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: teilw. Bürgertreff Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Volkswohnung Ergänzende Erläuterungen Seite 2 In seiner Sitzung am 23.09.2008 hat der Gemeinderat den Beginn der vorbereitenden Un- tersuchungen gemäß § 141 BauGB für das projektierte Sanierungsgebiet Rintheim be- schlossen. Die bisher vermuteten städtebaulichen und sozialstrukturellen Missstände im Gebiet werden in den beigefügten Vorbereitenden Untersuchungen bestätigt. Insbesondere die darin ent- haltenen Struktur- und Gestaltungspläne, die Maßnahmenübersichten/Flächenbilanzen so- wie die Maßnahmen- und Finanzierungsübersichten leiten sich aus den bisher durchgeführ- ten vielfältigen Veranstaltungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung sowie verwaltungsinterner wie auch erster Abstimmungen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe ab: Erste Stadtteilkonferenz Rintheim 02.04.2009 Stadtteilspaziergang 03.04.2009 Erste Zukunftswerkstatt „Soziales und kulturelles Miteinander“ 24./25.04.2009 Zweite Zukunftswerkstatt „Öffentl. Raum und Freiraum“ 08./09.05.2009 Dritte Zukunftswerkstatt „Städtebau, Handel und Verkehr“ 15./16.05.2009 Maßnahmen- und Finanzierungsübersichten Durch die - entgegen bisheriger Handhabung - weitgehend vorgezogene Bürgerbeteiligung konnten Wünsche und Anregungen der Quartiersbewohner frühzeitig in die Planung und den Maßnahmenkatalog einfließen; insoweit sind die in den Maßnahmen- und Finanzie- rungsübersichten enthaltenen Handlungsfelder und Einzelmaßnahmen bereits als weitge- hend durchdacht anzusehen. Die einzelnen Maßnahmen im öffentlichen Raum sind bisher lediglich thematisiert; eine ge- nauere Ausformung wird erst im Verlauf der weiteren Planung erwartet; hierfür wurden daher zunächst Pauschalen von 150 Euro/m² (förderfähig) zugrunde gelegt; ein darüber liegender Aufwand ginge zu Lasten der Stadt und kann vor dem Hintergrund knapper Haushaltsmittel und der derzeit diskutierten städtischen Standards nicht dargestellt werden. Die zugrunde gelegten 150 €/ m² sind deshalb zwingend einzuhalten. Eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange hat zwischenzeitlich stattgefunden; die ent- sprechenden Stellungnahmen hierzu sind ebenfalls in den vorliegenden Vorbereitenden Un- tersuchungen enthalten. Bei dem in der Maßnahmen- und Finanzierungsübersicht für ein „Soziale-Stadt-Gebiet“ ein- gestellten Betrag von 3 Millionen Euro handelt es sich um Modernisierungszuschüsse für alle privaten Eigentümer im Rintheimer Feld. Die Volkswohnung mit dem größten Woh- nungsbestand im Gebiet wird hiervon in höherem Maße Gebrauch machen - einzelne Ge- werke sind bereits stadtseits erörtert. Die im Gestaltungsplan dargestellten Maßnahmen einer (möglichen) Nachverdichtung im Rintheimer Feld und eine Neuausformung der Bebauung am Hirtenweg sind noch zu vertie- fen; für die Integration eines unter Finanzierungsvorbehalt stehenden Bürgertreffs im Erdge- schoss eines für Wohnen genutzten Gebäudes sind die Standorte Staudenplatz bzw. Forst- straße im Zuge des weiteren Sanierungsverfahrens zu prüfen. Im Rahmen der Antragstellung wird die Stadt eine sog. „Eigenfinanzierungserklärung“ abzu- geben haben, nach welcher sie sich bereit erklärt, im Falle einer geringeren Förderung die Realisierung der dargestellten Maßnahmen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Eine Priori- sierung erfolgt in jedem Falle erst nach Programmaufnahme. Wahl des Sanierungsprogramms Die sozialen Handlungserfordernisse aufgrund Bewohnerstruktur und Struktur der Wohnfor- men liegen prioritär in Rintheimer Feld (weit überdurchschnittlicher Anteil sozial benachteilig- ter Bevölkerungsgruppen, insbesondere auch Alleinerziehende mit Kindern, hoher Bevölke- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 rungsanteil mit Migrationshintergrund). In Alt-Rintheim besteht durch zuziehende Bevölke- rung ebenfalls Handlungsbedarf für soziale Fortentwicklungen; diese Handlungserfordernis- se sind im Vergleich zur Situation im Rintheimer Feld deutlich nachgeordnet. Die festgestellten städtebaulichen und freiraumplanerischen Defizite sind vorrangig in Alt- Rintheim anzutreffen (Straßen, Grünzüge, Spielplatzstandorte), während im Rintheimer Feld nur untergeordnet öffentliche Flächen tangiert sind (die große Mehrzahl der Flächen mit Handlungserfordernis betrifft den halb-öffentlichen Raum und befindet sich im Eigentum der Volkswohnung). Um auf die unterschiedliche Ausgangssituation im städtebaulichen und sozialräumlichen Kontext über entsprechende differenzierte Sanierungsverfahren adäquat einzugehen wird vorgeschlagen, für den Teilbereich des Rintheimer Feldes einen Antrag für das Programm Soziale Stadt (SSP) zu stellen, da sich hier städtebauliche und soziale Handlungserfordernisse massiv überlagern. für den Teilbereich Alt-Rintheim soll ein Antrag für das Landessanierungsprogramm (LSP) gestellt werden, da hier die städtebaulichen Handlungserfordernisse deutlich über- wiegen. Abgrenzung des Sanierungsgebietes Das Untersuchungsgebiet der vorbereitenden Untersuchungen ist in der Zuordnung zu den beiden o. g. Sanierungsprogrammen wie folgt aufzuteilen: in den Programmbereich „Soziale Stadt“ (Rintheimer Feld; vorrangig Wohnungsbaube- stände und Freiflächen der Volkswohnung, aber auch private Immobilien rund um den Staudenplatz, den Schul- und Kirchenstandort und den Nahversorgungsbereich am Hir- tenweg) die zweite Reihe entlang des nördlichen Randes des Hirtenweges soll herausgenommen werden, da hier kein nachhaltiger Sanierungsbedarf festgestellt werden kann in den Programmbereich „Landessanierungsprogramm“ (Ortslage von Alt-Rintheim und die damit in Kontext stehenden öffentlichen Räume - unter Einbeziehung der Mannhei- mer Straße) der Programmbereich für das Landessanierungsprogramm soll räumlich am Süd- und Ostrand von Alt-Rintheim erweitert werden (Grünzug zwischen TSV Rintheim und Wein- weg). Gleiches gilt für einen Teilbereich östlich der Dreschhalle (Möglichkeit der Erweite- rung des für Alt-Rintheim wichtigen Kinderspielplatzstandortes und das Umfeld der Dreschhalle). Antragstellung und weiteres Verfahren Die Antragstellung auf Aufnahme in das Bund-/Länder-Programm „Soziale Stadt“ ist von der Verwaltung bis spätestens 15.10.2009 beim Regierungspräsidium einzureichen; auf Grund dieser zwingenden zeitlichen Fixpunkte ist die vorliegende Maßnahmen- und Finanzierungs- übersicht am 13.10.2009 im Hauptausschuss zu erörtern. Die Antragstellung soll dann vor- behaltlich der hierauf folgenden Sitzung des Gemeinderates (20.10.2009) erfolgen. Das Re- gierungspräsidium Karlsruhe hat sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklärt. Die Antragstellung auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm ist bis spätestens 30.10.2009 einzureichen. Auch hierzu wird der Gemeinderat in seiner Sitzung am 20.10.2009 entscheiden. Auf der Grundlage der Maßnahmenkataloge sollen bereits im Oktober 2009 erste Veranstal- tungen im Rahmen des weiteren Beteiligungsprozesses für beide Gebiete stattfinden. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat - nach Vorberatung im Hauptausschuss - Der Gemeinderat nimmt von den Vorbereitenden Untersuchungen mit der Empfehlung für zwei Sanierungsgebiete in Rintheim sowie von den vorgesehenen Maßnahmen- und Finan- zierungsübersichten Kenntnis und stimmt auf dieser Grundlage der Antragstellung - auf Aufnahme in das Bund-/Länder-Programm „Soziale Stadt“ (SSP), - auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm (LSP) zu. Hauptamt - Sitzungsdienste - 9. Oktober 2009
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Stadt KarlsruheAmt für Stadtentwicklung | Stadtplanungsamt Vorbereitende Untersuchungen Karlsruhe – Rintheim September 2009 Impressum Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Ansprechpartner: Herr Wolz 0721 – 133 1832 Amt für Stadtentwicklung Ansprechpartnerin: Frau Kasper-Snouci 0721 – 133 1223 Stadtteilteam Rintheim Kontakt: Netzwerk für Planung und Kommunikation Bürogemeinschaft Sippel.Buff Ostendstraße 106. 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 . fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 1 INHALT Seite 1. Vorbemerkung 2 2. Rahmenbedingungen 3 2.1 Lage und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 3 2.2 Geschichtliche und städtebauliche Entwicklung 5 2.3 Siedlungsstrukturelle Lage 6 3. Bestandsanalyse 7 3.1 Bevölkerungsstruktur 7 3.2 Vorhandene Eigentumsverhältnisse 9 3.3 Nutzungen 11 3.4 Bebauungsstruktur, Gebäudezustand, Bodenrichtwerte 12 3.5 Verkehr 17 3.6 Freiflächen und öffentliche Räume 21 3.7 Soziale Infrastruktur 25 3.8 Nahversorgung 28 3.9 Gewerbe und Gastronomie 29 3.10 Planungsabsichten Volkswohnung 30 4. Ergebnisse aus Umfragen 31 4.1 Umfrage zur Nachverdichtung in Alt-Rintheim 31 4.2 Umfrage der Volkswohnung im Mieterbestand im Rinth. Feld 32 4.3 Umfrage des Amts für Stadtentwicklung 33 4.4 Befragung der Träger Öffentlicher Belange (siehe auch Anlage C) 49 4.5 Schlüsselpersonengespräche 49 5. Ergebnisse aus dem vorgelagerten Beteiligungsprozess 51 5.1 Auftaktveranstaltung 52 5.2 Stadtteilspaziergang 52 5.3 Zukunftswerkstätten 57 5.4 Von der Bürgerinnen und Bürgern benannte Mängel und Missstände 58 5.5 Image des Stadtteils aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger 62 5.5 Von den Bürgerinnen und Bürgern benannte Sanierungsziele 63 6. Zusammenfassung aller Mängel, Missstände und Handlungsbedarfe 68 6.1 Sozialstrukturelle Missstände 68 6.2 Städtebauliche und freiraumplanerische Missstände 76 6.3 Funktionale Missstände 88 6.4 Fazit der planerischen Analyse der Mängel und Missstände 89 7. Grundsätzliche Sanierungsziele 90 8. Vorschlag zur Wahl des Sanierungsprogramms 93 und zur Abgrenzung der Sanierungsgebiete 9. Vorschläge für Maßnahmen im Rahmen des Sanierungsprozesses 95 8.1 Maßnahmen im SSP-Gebiet Rintheimer Feld 95 8.2 Maßnahmen im LSP-Gebiet Alt-Rintheim 100 10. Hinweise zur Sanierungsdurchführung 102 10.1 Hinweise zur Sozialplanung 102 10.2 Empfehlungen zur Verfahrenswahl und förmlichen Festlegung 104 11. Kosten- und Finanzierungsübersicht 105 Anhang A: Tabellen 108 Anhang B: Stellungnahmen der Träger Öffentlicher Belange 115 Anhang C: Plananlagen 121 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 2 1. Vorbemerkung Die Stadt Karlsruhe hat im Jahr 2001 mit dem Rahmenkonzept zur Stadtteilentwicklung beschlossen, in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf Stadtteilentwicklungs- prozesse durchzuführen. Seither wurden mehrere Stadtteile – unter anderem die Süd- stadt, die Innenstadt-West und die Oststadt – mit begleitenden Bürgerbeteiligungsver- fahren im Rahmen verschiedener Sanierungsprogramme (SSP, LSP, SEP) aufgewertet. Im Folgenden ist es beabsichtigt, das Gebiet des Rintheimer Feldes und den südlichen Teil Alt-Rintheims als Sanierungsgebiet auszuweisen. Der Gemeinderat hat in seiner Sit- zung vom 23. September 2008 hierfür die Einleitung der Vorbereitenden Untersuchun- gen gemäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen, die bereits eine erste Phase der Bürgerbeteiligung beinhalten sollten. Auf der Basis einer Grobanalyse wurde im Rahmen der Sanierungsvorbereitung zunächst eine Diskussionsgrundlage erstellt, welche in der nun vorliegenden Vorbereitenden Un- tersuchung vertiefend bearbeitet und ergänzt wurde. Die Vorbereitenden Untersuchung sind Beurteilungsgrundlage und Voraussetzung für die Antragstellung zur Aufnahme in ein Sanierungsprogramm. Ziel der Vorbereitenden Untersuchungen ist die Darstellung der bestehenden städtebau- lichen und sozialen Situation im Untersuchungsgebiet sowie die Benennung der wesent- lichen Mängel und Missstände. Grundlage sind die gewonnenen Erkenntnisse über Mängel und Missstände aus der städtebaulichen Analyse und die Befragungsergebnisse aus den städtischen Umfragen und der Befragung der Volkswohnung AG (städtische Wohnungsbaugesellschaft) sowie die Ergebnisse der Beteiligung der Bürgerschaft. Innerhalb der Vorbereitenden Untersuchungen werden Sanierungsziele definiert und Maßnahmen beschrieben, die im Zuge der Sanierungsdurchführung zur Aufwertung des Stadtteils Rintheim in städtebaulicher, freiraumplanerischer und sozialer Sicht führen sol- len. Die Stadt Karlsruhe orientiert sich in der Ausweisung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf an einer Prioritätenliste, die durch ein regelmäßiges Stadtteilmonito- ringsystem ermittelt wird. Innerhalb dieser Liste weist das Rintheimer Feld unter Berück- sichtigung bereits geförderter Gebiete sowohl in sozialer als auch in städtebaulicher Hin- sicht höchste Priorität bezüglich des zukünftigen Planungs- und Entwicklungsbedarfs auf. Für Alt-Rintheim wird der Handlungsbedarf auf städtebaulicher Ebene ebenfalls mit höchster Priorität geführt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 3 2. Rahmenbedingungen 2.1 Lage und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes Das Untersuchungsgebiet liegt im Stadtteil Rintheim, der sich ca. 3,5 km östlich der Karlsruher Innenstadt befindet und an die Stadtteile Oststadt und Hagsfeld angrenzt. Nördlich des Untersuchungsgebiets finden sich vorzugsweise Einfamilienhäuser der unmittelbaren Nachkriegszeit. Südwestlich liegt ein Wohngebiet mit Zei- lenbauten aus den 60er-Jahren, welches bereits der Karlsruher Oststadt zuzuordnen ist. Nordwestlich schließt der Hauptfriedhof an das Gebiet an und im Norden liegt der Technologiepark Karls- ruhe. Lageplan Stadtplanausschnitt Luftbild Luftbild Quelle: Geodaten Auskunft, Stadt Karlsruhe 2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 4 Das Untersuchungsgebiet umfasst etwa ein Fünftel Rintheims und wird im Uhrzeigersinn von folgenden Straßen begrenzt: - Haid-und-Neu-Straße - Hirtenweg (zuzüglich angrenzende Grundstücke) - Jagdstraße - Rintheimer Hauptstraße (zuzüglich angrenzende Grundstücke) - Koyweg - Grünzug Rintheimer Hauptstraße - Ostring Damit schließt das Untersuchungsgebiet die südliche Fläche Alt-Rintheims, das Rinthei- mer Feld sowie die angrenzenden Gärtnereien am Ostring mit ein. Nicht in das Untersuchungsgebiet aufgenommen wurden das nördlich angrenzende Wohngebiet Rintheims und die Zeilen jenseits des Ostrings in der Oststadt, da das Quar- tier nördlich des Hirtenwegs eine stabile soziale Situation und keine offensichtlichen städtebaulichen Mängel aufweist und die Zeilenbauten jenseits des Ostrings bereits einen starken sozialen wie städtebaulichen Kontext zur Oststadt besitzen. Abgrenzung des Untersuchungsgebiets Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 5 2.2 Geschichtliche und städtebauliche Entwicklung Das Dorf Rintheim wurde bereits 1110 n. Ch. erstmals urkundlich erwähnt. Als Straßen- dorf entstand Rintheim zunächst entlang der Rintheimer Hauptstraße. Nach 1850 wurde Rintheim straßenweise in einer Blockstruktur nach Osten erweitert, zunächst entlang der Ernststraße (bis 1920). Anschließend folgte die Bebauung nördlich des Friedhofs. Auf dem Plan von 1943 erkennt man die noch unbebaute Mannheimer Straße. Sie erschloss das Wohngebiet nördlich des Friedhofs, welches in der Folge auf die heutige Größe er- weitert wurde. Diese Erweiterung war 1968 weitestgehend abgeschlossen, nur die Kin- dergärten und die Kirche folgten später. Das Rintheimer Feld wurde in zwei Bauab- schnitten errichtet. In den Jahren 1953 bis 1956 entstanden entlang der Heilbronner Straße sowie südlich der Haid-und-Neu-Straße und dem Hirtenweg insgesamt 22 vier- bis fünfstöckige Zeilenbauten sowie drei achtstöckige Punkthochhäuser. Zu dieser Zeit standen im Rintheimer Feld auch schon Teile des Staudenplatzes, die Martinskirche und ein Schulgebäude. Weitere Schulbauten und Kindergärten folgten. Ab 1972 wurde das Rintheimer Feld in einer zweiten Bauphase durch insgesamt zehn neun- bis siebzehnge- schossige, braun-weiße Hochhäuser entlang der Forststraße und der Mannheimer Straße ergänzt. Eingemeindet wurde Rintheim im Jahre 1907. 1887 1908 1915 1943 1968 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 6 2.3 Siedlungsstrukturelle Lage Der Stadtteil Rintheim teilt sich heute siedlungsstrukturell in drei Teilquartiere: -Das Rintheimer Feld, geprägt durch die großsiedlungsartige und mit den Punkt- hochhäusern visuell hochgeschossige Baustruktur, welches durch den Verlauf der Haid-und-Neu-Straße, des Ostrings und der Mannheimer Straße einen stark insel- artigen Charakter aufweist. -Der Bereich der alten Siedlungslage von Rintheim („Alt-Rintheim“), welcher mit seiner in den Blockrändern sehr dichten Baustruktur und seinen teils noch groß- zügigen nach innen in die Blockinnenräume orientierten Gartenstrukturen einen sehr introvertierten Siedlungscharakter besitzt. -Und den Bereich nördlich des Hirtenwegs, in welchem die dichte Blockrandbe- bauung überwechselt zu einem offenen, gartenstadtartigen Siedlungscharakter. Zum Stadtteil Rintheim zugehörig ist zudem das ausgedehnte südwestlich liegende Ge- werbegebiet, welches zwar auf die Gesamtstadt ausgerichtet ist, jedoch im Rahmen der Einzelhandelsversorgung, aber auch in Bezug auf das dort vorhandene Arbeitsplatzan- gebot für den Stadtteil Rintheim eine Rolle spielt. Vom nordöstlich angrenzenden Tech- nologiepark (TPK), der eine überregionale Bedeutung besitzt, profitiert der Stadtteil in seinem Image und Profil derzeit kaum. In seiner Gesamtheit ist der Stadtteil Rintheim heute bezüglich seiner Lage im gesamt- städtischen Kontext als relativ isoliert zu bezeichnen. Er wird mit der Haid-und-Neu- Straße im Nordwesten und dem Ostring im Südwesten durch größere Straßentrassen und im Osten durch markante Bahntrassen (Güterbahntrasse und Rheintaltrasse) be- grenzt. Der Hauptfriedhof und die größeren gewerblichen Flächen nördlich der Durla- cher Allee grenzen das Gebiet zum Nordwesten hin ab. In der Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger wird der Stadtteil als wenig bekannt (vgl. Ergebnisse der ersten Phase der Bürgerbeteiligung) und als von Stadtverwaltung und Gemeinderat vernachlässigt bezeichnet. Insbesondere durch die Außenwirkung des Rintheimer Felds wird der Stadtteil als mit einem schlechten Gesamtimage behaftet wahrgenommen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 7 3. Bestandsanalyse 3.1 Bevölkerungsstruktur Im Untersuchungsgebiet leben insgesamt 4.115 Bewohnerinnen und Bewohner mit Hauptwohnsitz, davon 1.774 im zu Alt-Rintheim gehörigen Teil des Untersuchungsge- bietes und 2.341 im Rintheimer Feld (vgl. Tabelle 1). Außerdem leben 187 Personen mit Nebenwohnsitz in Rintheim – davon deutlich mehr im Teil Alt-Rintheims als im Rinthei- mer Feld. Damit ist der Anteil an Personen mit Nebenwohnsitz in Rintheim mit 4,3 % vergleichsweise gering (Stadt Karlsruhe: 7,4 %), was unter anderem der geringen Be- deutung des Stadtteils als Wohnort für Studierende geschuldet ist. Tabelle 1: Wohnberechtigte im Sanierungsgebiet Rintheim 2008 nach dem Wohnungssta- tus Stadtviertel Wohnberechtigte davon mit insgesamt Hauptwohnung Nebenwohnung Anzahl % Anzahl % Sanierungsgebiet - Alt- Rintheim 1.9101.774 92,9% 136 7,1% San. gebiet - Rintheimer Feld 2.3922.341 97,9% 51 2,1% Sanierungsgebiet Rintheim 4.3024.115 95,7% 187 4,3% Stadt Karlsruhe 301.643 279.372 92,6% 22.271 7,4% Quelle: Amt für Stadtentwicklung Die Haushaltsstruktur in Rintheim entspricht etwa der gesamtstädtischen Haushaltsstruk- tur. Auffallend ist jedoch der in Rintheim mit 7,7 % überdurchschnittlich hohe Anteil an Alleinerziehenden (Stadt Karlsruhe 4,5 %). Im Rintheimer Feld liegt der Anteil mit 9,9 % annähernd doppelt so hoch wie im städtischen Durchschnitt. 3.1.1 Altersstruktur An der Altersstruktur fällt insbesondere auf, dass im Rintheimer Feld die Kinder und Ju- gendlichen unter 18 Jahren (18,3 %) und noch deutlicher die Senioren ab 65 Jahren (27,1 %) im Vergleich zur Gesamtstadt überrepräsentiert sind, während die mittleren Al- tersgruppen zwischen 18 und 30 Jahren sowie zwischen 30 und 65 Jahren unterdurch- schnittlich vertreten sind (vgl. Tabelle 2). Tabelle 2: Altersstruktur der Wohnbevölkerung (Stand 31.12.2008) 0 bis < 18 J. 18 bis <30 J. 30 bis < 65 J. 65 J. u. älter San. gebiet Alt-Rintheim 16,6 % 21,9 % 47,7 % 13,8 % San. gebiet Rintheimer Feld 18,3 % 14,1 % 40,5 % 27,1 % San. gebiet Rintheim 17,5 % 17,5 % 43,6 % 21,4 % Stadt Karlsruhe 15,3 % 17,6 % 47,5 % 19,7 % Quelle: Amt für Stadtentwicklung Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 8 In Alt-Rintheim sind die Seniorinnen und Senioren hingegen im Vergleich mit der Ge- samtstadt deutlich unterdurchschnittlich (13,8 %), die Kinder- und Jugendlichen (16,6 %) leicht überdurchschnittlich vertreten. Auffällig ist auch der erhöhte Anteil der jungen Erwachsenen (18- bis 30-Jährige). 3.1.2 Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Wohnbevölkerung lässt sich nur auf Ebene der Stadtteile und Stadtviertel und damit nicht exakt für das Untersuchungsgebiet darstellen. Die Einwohnerzahl Rintheims hat gegenüber 1960 um etwa 1.000 Personen abgenom- men. Auch in den letzten zehn Jahren von 1998 (5.660 Einwohnerinnen und Einwoh- ner) bis 2008 (5.587 Einwohnerinnen und Einwohner) sind leichte Verluste zu verzeich- nen. Verantwortlich für die Verluste ist vor allem die Entwicklung im Rintheimer Feld: Während dort im Jahr 1998 2.596 Einwohnerinnen und Einwohner lebten, waren es 2008 nur noch 2.341(-255 Personen), was vorwiegend durch die getätigten Abrisse von Bausubstanz im Bereich der Forststraße bedingt war. Die Entwicklung in Alt-Rintheim verlief dagegen positiver: Das gesamte Stadtviertel hat in den letzten zehn Jahren 182 Einwohnerinnen und Einwohner hinzugewonnen – bedingt durch die Nachverdichtung in 2. Reihe in Alt-Rintheim und primär aufgrund von Zuzügen aus anderen Karlsruher Stadtteilen. Auch das Rintheimer Feld verzeichnete in den letzten zehn Jahren insgesamt leichte Binnenwanderungsgewinne, die die Außenwanderungsverluste sowie das Gebur- tendefizit jedoch bei weitem nicht ausgleichen konnten. Zu der detaillierten soziostrukturellen Ausgangssituation und den daraus resultierenden Handlungserfordernissen vgl. Kapitel 6.1. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 9 3.2 Vorhandene Eigentumsverhältnisse Eigentümer Quelle: Geodaten Auskunft, Stadt Karlsruhe 2009 In Alt-Rintheim befinden sich mit Ausnahme der öffentlichen Räume, der Schule am Weinweg, der Dreschhalle und deren Vorfeldes und der Flächen des TSV Rintheim alle Parzellen im Privateigentum. Charakteristisch für Alt-Rintheim ist dabei die sehr kleintei- lig differenzierte Parzellenstruktur innerhalb der Blockrandbebauung mit schmalen, je- doch tiefen Flurstückszuschnitten. Entlang des Ostrings liegen drei Parzellen im Besitz der Stadt Karlsruhe, von denen eine gewerblich genutzt wird. Auf dem südlichen Flurstück an der Kreuzung Ostring / Mann- heimer Straße wurde jüngst ein Bolzplatz errichtet. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 10 Größter Privateigentümer innerhalb des Untersuchungsgebietes ist die Volkswohnung AG (städtische Tochtergesellschaft), in deren Besitz sich mit insgesamt 981 Wohnungen die weitaus größten Teile des Rintheimer Feldes befinden. Hiervon ausgenommen sind im Rintheimer Feld zum einen die gewerblich genutzten Gebäude am Staudenplatz, die sich teils in Privatbesitz, teils in Landesbesitz befinden. Zum anderen befindet sich das Heinz-Schuchmann-Haus im Besitz der Karl Friedrich-, Leopold- und Sophienstiftung und zwei Zeilenbauten an der Heilbronnerstraße im Pri- vatbesitz bzw. im Besitz der Eisenbahn-Wohnungsbaugesellschaft. Charakteristisch für das Rintheimer Feld ist zudem, dass sich auch die Erschließungsflä- chen und Freiflächen zwischen der Zeilenbebauung bzw. zwischen den Punkthochhäu- sern nicht in städtischem, sondern im Besitz der Volkswohnung befinden. Eigentümerkarte Teilbereich Rintheimer Feld Stand Januar 2008 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 11 3.3 Nutzungen Vorherrschende Nutzung im Untersuchungsgebiet ist die Wohnnutzung, welche sich im Rintheimer Feld nahezu ausschließlich auf den Geschosswohnungsbau und das Wohnen im Mietverhältnis bezieht, während in Alt-Rintheim das Wohnen im Eigentum eine grö- ßere Bedeutung besitzt. Die Umfragedaten des Amts für Stadtentwicklung zeigen, dass 74 % der Befragten zur Miete wohnen . Im Rintheimer Feld beträgt der Anteil der Miete- rinnen und Mieter knapp 90 %. In Alt-Rintheim überwiegen zwar auch die Mieterinnen und Mieter, jedoch sind die Eigentümerinnen und Eigentümer mit 46% überdurch- schnittlich stark vertreten. Die öffentlichen Nutzungen konzentrieren sich im Rintheimer Feld mit dem Schulstand- ort der Heinrich-Köhler-Schule und dem Kirchenstandort St. Martin auf den südlichen Teilbereich südlich der Forststraße, daneben existiert am Staudenplatz mit dem Heinz- Schuchmann-Haus eine größere soziale Einrichtung. Nutzungsstruktur (Erdgeschossnutzung) Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 12 3.4 Bebauungsstruktur, Gebäudezustand, Bodenrichtwerte 3.4.1 Bebauungsstruktur Rintheimer Feld Bei der Bebauung im Rintheimer Feld handelt es sich fast ausschließlich um Wohnge- bäude. Eine Ausnahme bildet das im Zentrum der Siedlung gelegene Ladenzentrum. Dieses besteht aus zwei eingeschossigen, in Nord-Süd-Ausrichtung angeordneten La- denzeilen, in deren Mitte ein kleiner Quartiersplatz (Staudenplatz) liegt. Städtebauliche Grundstruktur - Gebäudestruktur In seiner Gebäudetypologie unterteilt sich das Rintheimer Feld - aufgrund seiner Entste- hung in zwei Bauabschnitten - in den nördlichen Teil mit den Beständen der 50er-Jahre, vorwiegend in Nord-Süd-Ausrichtung angeordneten Zeilenbauten, und den südlichen Teil mit den 70er-Jahre-Punkthochhäusern. Während sich die Bebauung der 50er Jahre in insgesamt 22 vier- bis fünfgeschossige Zeilenbauten und drei achtgeschossige Punktbauten aufteilt und damit eine relativ ho- mogene Höhenentwicklung aufweist, existieren in der Bebauung der 70er Jahre entlang der Forststraße und der Mannheimer Straße insgesamt zehn Punkthochhäuser mit einer Geschoßzahl von neun bis siebzehn Geschossen und in der Folge für das Rintheimer Feld selbst in der Fernwirkung gebietsprägend wirken. Insgesamt vier Zeilenbauten an der Forststraße wurden bereits vor vier Jahren abgerissen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 13 Die beiden Bauabschnitte weisen in ihrer Baustruktur in sich einen weitgehend homo- genen Charakter auf. Insbesondere im südlichen Teil des Rintheimer Feldes, also in den Beständen der 1970er- Jahre, ähneln sich die Gebäude durch die einheitlich rot- und sandsteinfarbenen Fassaden. Einzige Ausnahme bildet das Hochhaus Forststraße 7, das im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen eine neue Fassade erhalten hat. Gebäude im südlichen Teil des Rintheimer Feldes Gebäude im nördlichen Teil des Rinheimer Feldes Auch der nördliche Siedlungsbereich war ursprünglich weitgehend einheitlich gestaltet. Dieses wurde durch unterschiedliche Modernisierungsmaßnahmen, darunter auch auf- fällig farbige Balkonanbauten, in den vergangenen Jahren etwas modifiziert. Allerdings sind die ursprünglichen Putzfassaden in Sand- und Erdtönen bei allen Gebäuden noch zu finden. Die ursprüngliche Bausubstanz der Gebäude im Rintheimer Feld weist altersbedingt De- fizite auf, hier insbesondere in den älteren Beständen die schlechte Wärmedämmung der Fassaden und Fenster. Auch der Zustand der Treppenhäuser und Hauseingänge kann in einigen Gebäuden als modernisierungsbedürftig beschrieben werden. Vor diesem Hintergrund hat die Volkswohnung bereits in den vergangenen Jahren in zehn ihrer Gebäude umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen, darun- ter die Dämmung von Fassaden und den Anbau größerer Balkone. Struktur des Wohnungsbestands im Rintheimer Feld (aus Bericht F+B 2009): Im Wohnungsbestand der Volkswohnung befinden sich derzeit 981 Wohnungen in ins- gesamt 30 Wohngebäuden mit überwiegend kleineren Wohnungen. So sind lediglich rund 8% des Wohnungsbestands mit 4 Zimmern ausgestattet, wobei die Bestände der 1970er-Jahre mit einem Anteil von 13% an Vier-Zimmer-Wohnungen einen leicht höhe- ren Anteil an größeren Wohneinheiten aufweisen. Auffällig ist zudem, dass in beiden Teilbereichen des Rintheimer Felds eine Mehrzahl der Gebäude einseitige Wohnungs- größen (Zeilenbauten nördlich der Heilbronner Straße nahezu durchgängig Zweizim- merwohnungen, Hochhäuser häufig ausschließlich 3- und 4-Zimmer-Wohnungen) auf- weist, was in der Folge zu einer gewissen Monostruktur in der Bewohnerschaft bezogen auf die einzelnen Hauseinheiten und einem mangelnden Angebotsquerschnitt in den Wohnungsgrößen führt. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung liegt im Rintheimer Feld bei 70,0qm bei einem durchschnittlichen Mieterbesatz von 2,11 Personen / Wohnung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 14 3.4.2 Bebauungsstruktur Alt-Rintheim In seiner Baustruktur unterscheidet sich Alt-Rintheim deutlich vom Rintheimer Feld. In Alt-Rintheim findet sich als Gebietsprägung fast durchgehend eine geschlossene Block- randbebauung mit historisch gewachsener Baustruktur und ein- bis zweigeschossigen Gebäuden aller Baualtersklassen. Sie umfasst Gebäude aus der Zeit um die Jahrhun- dertwende bis 1920 sowie eingefügten Ersatzbauten aus allen nachfolgenden Zeitab- schnitten. In der visuellen Wirkung ergibt sich so trotz der nahezu durchgängigen Block- randbebauung zum einen ein sehr heterogenes städtebauliches Bild. Zum anderen wirkt die Bebauung aufgrund der linearen Straßenzüge auch als durchgängige räumliche stei- nerne Raumkante. Insbesondere entlang der Rintheimer Hauptstraße wurde teils traditionell, teils erst in der jüngeren Vergangenheit eine Bebauung in zweiter Reihe vollzogen, welche von der Rintheimer Hauptstraße über Hof- bzw. Tiefgaragenzufahrten erschlossen wird. Nach- verdichtungstendenzen in zweiter Reihe sind zunehmend auch entlang der übrigen Straßenzüge in Alt-Rintheim festzustellen (vgl. auch Befragung zum Thema der Nach- verdichtung im Kapitel 4.1). Gebietsprägend sind die tiefen Grundstücke besonders westlich der Ernststraße zwi- schen Forst- und Huttenstraße mit großzügig begrünten rückwärtigen Bereichen. Die ortsbildprägenden Altbauten in Alt-Rintheim stellen sich meist als ein- bis zweige- schossige Gebäude mit Sockel, öfters mit Sandsteinfassaden und Toren sowie rot-braun gedeckten, traufständigen Satteldächern und Gauben dar. Gebäude in Alt-Rintheim Gebäude in Alt-Rintheim Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 15 Innerhalb der Abgrenzung des Untersuchungsgebiets existieren nach Mitteilung des Lan- desdenkmalamtes Baden-Württemberg (Stand31.07.2009) drei denkmalgeschützte Gebäude: Ernststr. 6 Wohnhaus mit Jugendstilfachwerk, um 1910. Mannheimer Str. 1 St. Martinskirche, 1957-1959, nach Plänen von Oberbaurat Hans Rolli vom Erzbischöflichen Bauamt in Heidelberg, Fensterverglasung von Otto Stolzer Rintheimer Hauptstraße 79 Evangelische Kirche „Zum Guten Hirten“, 1871 errichtet, im 2. Weltkrieg zerstört, 1954 wieder aufgebaut, (P) Folgende Gebäude werden aus Sicht des Landesdenkmalamtes (Bau- und Kunstdenkmalpflege) als ortsbildprägend und erhaltenswert eingestuft: Ernststraße: Gebäude Nr. 3, 5, 7, 9, 11, 14, 16, 19, 21, 22, 29, 30, 31, 31 40, 57a, 61, 63, 70, 72, 73, 75, 77, 88, 90, 101 Rintheimer Hauptstraße: Gebäude Nr. 5, 8, 23, 38, 40, 40a, 46, 60, 96, 98, Kirche Zum Guten Hirten und rückliegendes Gemeindehaus Hirtenweg: Gebäude Nr. 34, 40, 6, Dreschhalle Huttenstraße: Gebäude Nr. 23, 29, 32, 34 Forststraße: Gebäude Nr. 66 Weinweg: Gebäude Nr. 1, 2 3.4.3 Gebäudezustand Im Hinblick auf den Gebäudezustand liegen von Seiten der Volkswohnung für das Rintheimer Feld über den Bericht des Büros F+B (2009) und die Bewerbung zur Teilnah- me am Bundeswettbewerb „Energetische Sanierung von Großsiedlungen“ Informatio- nen und daraus abgeleitet ein detailliertes Handlungskonzept vor, auf welches im Rah- men der Vorbereitenden Untersuchungen verwiesen wird. Für den Bereich von Alt-Rintheim wurde eine Einschätzung des Gebäudezustands nach äußerer Inaugenscheinnahme in insgesamt fünf Kategorien erarbeitet. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 16 Gebäudezustand Rintheimer Feld: Innerhalb des Rintheimer Felds stehen im Bestand der Volkswohnung noch 16 Zeilen- bauten und Punkthochhäuser für eine Modernisierung an, wovon zwei Zeilenbauten derzeit im Zuge eines Forschungsprojektes modernisiert werden. 11 Wohngebäude sind bereits modernisiert, drei weitere Gebäude sind teilsaniert. Wesentliche Defizite und Modernisierungserfordernisse liegen entsprechend des Baualters der Wohngebäude in der Wärmdämmung der Fassaden und Bauteile. Darüber hinaus existieren Defizite im Bereich der Treppenanlagen und Zugangssituationen der Geschosswohnungsbauten. Der Volkswohnung liegen intern für alle Gebäude detaillierte Erhebungen des Moderni- sierungsbedarfes vor, auf denen sich ein Handlungskonzept gründet, welches in den nächsten Jahren kontinuierlich umgesetzt werden soll. Eine Darlegung dieses Konzeptes ist Teil der ausführlichen Bewerbungsunterlagen zur Teilnahme am Bundeswettbewerb „Energetische Sanierung von Großsiedlungen“ (Volkswohnung, Mai 2009). Innerhalb der Bewerbungsunterlagen und des Handlungskonzeptes wird der Gebäudebestand der Volkswohnung in sechs Kategorien (von unsanierten Gebäudetypen aus den Jahren 1954/56 bis hin zu jüngst vollsanierten Gebäudetypen) differenziert. Ebenso wird ein konkreter Modernisierungsplan aufgelegt, welcher in Zeitstufen bis zum Jahr 2017 ge- gliedert wurde und eine grundsätzliche Richtschnur für den Sanierungsfortschritt gibt. Auf die entsprechenden Bewerbungsunterlagen mit der detaillierten Darlegung des Be- stands und des Handlungskonzeptes wird verwiesen. Gebäudezustand Alt-Rintheim: Im Zuge der äußeren Inaugenscheinnahme der Ortslage von Alt-Rintheim wurden au- ßerhalb des Rintheimer Felds innerhalb des Untersuchungsgebietes insgesamt 418 Ge- bäude erhoben und in einer Skala von fünf Kategorien eingestuft (Stufe1 = ohne Män- gel, Stufe 2 = geringe Mängel, Stufe 3 = teilweise erhebliche Mängel, Stufe 4 = erhebli- che Mängel, Stufe 5 = substanzielle Mängel). Im Ergebnis sind 14% der Wohngebäude der Stufe 1 zuzuordnen, rund 42% der Wohngebäude entsprechend der Stufe 2 und rund 35% der Wohngebäude besitzen teilweise erhebliche Mängel und sind der Stufe 3 zuzuordnen. Rund 7% der Wohnge- bäude weisen erhebliche Mängel der Stufe 4 auf und 2% der Wohngebäude besitzen substanzielle Mängel, wobei hier festzuhalten ist, dass dies vorrangig Gebäudeteile oder ältere rückwärtige Gebäude sind. In der Gesamtsicht ist damit die Bausubstanz in Alt- Rintheim als durchschnittlich bzw. wenig auffällig zu bezeichnen. 3.4.4 Bodenrichtwerte Laut Bodenrichtwertkarte der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2008 liegen die Bodenpreise für das Rintheimer Feld (Typus Mehrfamilienhaus, Vollgeschosse:5, GFZ 1,0) bei 300,00 €/qm. Für Alt-Rintheim wird ein Wert von 320,00 €/qm (Allgemeines Wohngebiet / Dorfgebiet, GFZ 0,7) angegeben. Im Vergleich hierzu liegen die Bodenpreise im Bereich Rintheim-Nord (nördlich Hirtenweg, außerhalb Untersuchungsbereich) nur unwesentlich höher bei 330,00 €/qm, das zur Oststadt zählende Quartier jenseits des Ostrings weist einen Bodenrichtwert von 350 €/qm auf. Insgesamt existieren damit nur geringfügige Differenzierungen in den Bodenrichtwerten. Die gärtnerisch genutzten Freiflächen öst- lich von Alt-Rintheim werden mit 8,40 €/qm angegeben. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 17 3.5 Verkehr 3.5.1 Motorisierter Individualverkehr Die direkt nördlich des Rintheimer Feldes verlaufende L560 (in diesem Abschnitt Haid- und-Neu-Straße) sowie der nahe Ostring gewährleisten eine gute innerörtliche Erreich- barkeit des Untersuchungsgebiets, wirken jedoch auch als räumlich trennende Ver- kehrsachsen. Zudem besteht mit der nahe gelegenen Anschlussstelle Karlsruhe-Durlach eine Anbindung an die Autobahn A5 und somit eine gute überörtliche Erreichbarkeit des Wohngebiets. Verkehrsbelastung Das größte Verkehrsaufkommen im Untersuchungsgebiet weist daher auch die Haid- und-Neu-Straße mit 9.079 bzw. 9.083 Kfz täglich (richtungsbezogen) und der Ostring mit 7.940 bzw. 8.430 Kfz täglich auf. Intern wird das Untersuchungsgebiet vorrangig durch die Mannheimer Straße und den Hirtenweg erschlossen. Das Verkehrsaufkommen beträgt in der Mannheimer Straße bis zu 2.200 bzw. 2.350 Kfz täglich (richtungsbezogen) und am Hirtenweg 2.051 bzw. 2.409 Kfz täglich. Das Rintheimer Feld wird quartiersintern durch den Ringschluss der Heilbronner Straße und der Forststraße erschlossen, an die Quartiersgaragen des Rintheimer Felds ando- cken. Alt-Rintheim besitzt über die Rintheimer Hauptstraße und die Ernststraße zwei li- neare Erschließungsachsen in N-S-Richtung. Die weitgehend hierarchielose Netzstruktur wird über die Forststraße, die Huttenstraße und den Weinweg als O-W-Achsen ergänzt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 18 3.5.2 Öffentlicher Nahverkehr Der Stadtteil Rintheim ist gut an das ÖPNV-Netz von Karlsruhe angebunden. Drei Halte- stellen der Straßenbahnlinie 5 stehen an der Mannheimer Straße an der Schnittstelle zwischen dem Rintheimer Feld und Alt-Rintheim zur Verfügung. Die Endhaltestelle der Linie 5 trägt den Namen des Stadtteils. Im Nordwesten des Gebiets existiert an der Haid-und-Neu-Straße eine Haltestelle der Straßenbahnlinie 4; Haltestellen der Buslinie 123 sowie der Stadtbahnlinie 2 sowie des Nightliners. Alle Linien haben eine gute Taktung. ÖPNV 3.5.3 Rad- und Fußwegenetz Radwegeverbindungen existieren vom Rintheimer Feld aus an der Haid-und-Neu-Straße sowie über einen Brückenschlag am Ostring in Richtung Oststadt / Innenstadt. Vom Brü- ckenschlag am Ostring aus existiert keine ausgeschilderte Radwegeverbindung durch das Rintheimer Feld nach Alt-Rintheim. Auch eine Weiterführung der Radwegeverbin- dung von der Kreuzung Ostring / Mannheimer Straße aus über die Mannheimer Straße nach Norden ist nur bedingt gegeben. Trotz der Widmung des Straßenraums der Mann- heimer Straße als Tempo 30-Zone sind hier die Bedingungen für einen gefahrlosen Rad- verkehr eingeschränkt. Die im Stadtteil existierenden Grünzüge (Pfarrer-Junker-Weg und Grünzug TSV Rintheim / Weinweg) stellen wichtige informelle Radwegeverbindungen dar, welche von der Brücke Ostring aus zum Hinterwiesenweg am Ostrand von Alt- Rintheim führen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 19 Fußwegverbindungen existieren im Rintheimer Feld in Form eines netzartigen Wegesys- tems, welches insbesondere den Südabschnitt intensiv durchwegt, jedoch in der Orien- tierung im Kontext mit der umgebenden sehr gleichartigen städtebaulichen Struktur schwierig ist. Die Fußwegeverbindungen im Rintheimer Feld setzen sich nur einge- schränkt weiter nördlich der Heilbronner Straße in Richtung Hirtenweg / Endhaltestelle der Linie 5 fort. Hier zeugen Trampelpfade von einer Nutzung der Freiflächen als Fuß- wegeverbindungen. Mit Ausnahme einer Verbindung zwischen der Ernststraße und dem Grünzug zwischen TSV Rintheim und Weinweg existieren in Alt-Rintheim außerhalb der Straßenräume kei- ne Wegeverbindungen außerhalb der öffentlichen Straßenräume. Innerhalb der Straßen- räume sind ausreichende Gehwegbreiten zwar grundsätzlich vorhanden, durch ein Par- ken der Anwohner halbseitig auf den Gehwegen sind diese jedoch häufig soweit einge- schränkt, dass angemessene Bewegungsräume für Fußgänger (insbesondere für Perso- nen mit Kinderwagen, Kindern und Rollstuhlfahrer etc.) nicht mehr vorhanden sind. Die Mannheimer Straße wirkt aufgrund des Schottergleises und der wenigen Que- rungsmöglichkeiten als deutliche Zäsur in den Fußwegeverbindungen, aber auch im Siedlungsbild und im emotionalen Verständnis zwischen dem Rintheimer Feld und Alt- Rintheim. 3.5.4 Ruhender Verkehr Die Volkswohnung als größter Vermieter im Untersuchungsgebiet stellt im Rintheimer Feld insgesamt 334 private Stellplätze zur Verfügung. 55 davon liegen in Einzelgaragen am Hirtenweg sowie nördlich der Heilbronner Straße. Weitere 178 Stellplätze befinden sich in den vier im Souterrain angesiedelten Parkgaragen südlich der Heilbronner Straße. Im südlichen Rintheimer Feld gibt es zwei größere Tiefgaragen mit insgesamt 279 Stell- plätzen, die sich ebenfalls im Besitz der Volkswohnung befinden. Eine weitere im Rintheimer Feld liegende Tiefgarage gehört nicht in den Bestand der Volkswohnung. Die von der Volkswohnung bereitgestellten Stellplätze sind gut ausgelastet, insgesamt sind derzeit nur wenig freie Kapazitäten vorhanden. Zahlreiche weitere Stellplätze stehen im öffentlichen Straßenraum des Rintheimer Feldes zur Verfügung, insbesondere in der Heilbronner Straße, der Mannheimer Straße, am Hir- tenweg sowie an den Rückseiten des Ladenzentrums am Staudenplatz. Diese oberirdi- schen Stellplätze im öffentlichen Raum sind zumindest temporär und insbesondere im Umfeld des Staudenplatzes teils sehr gut ausgelastet bzw. überlastet. In Alt-Rintheim sind die meisten Stellplätze ebenfalls im öffentlichen Raum zu finden. Private Stellplätze finden sich lediglich in den Hofinnenräumen und sind in der Gesamt- zahl nicht ausreichend, um den Stellplatzbedarf der Anwohnerschaft abzudecken. Aus diesem Grunde wurde eine Überprüfung der Auslastung der im öffentlichen Raum vor- handenen Parkierung vorgenommen. In nachfolgender Darstellung wird die Belegung um 11 Uhr vormittags und um 4 Uhr nachts dargestellt (in Prozent bezogen auf die legal vorhandenen Stellplätze). Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 20 In der Summe zeigen sich tagsüber hohe Auslastungen im Bereich des Schulstandortes am Weinweg aufgrund der zu- und abfahrenden Eltern. Probleme und Überlastungswir- kungen bestehen in Alt-Rintheim insbesondere in den Tagesrandzeiten und Nachtstun- den in der Ernststraße, der Rintheimer Hauptstraße und der Huttenstraße, da hier die Anwohnerschaft den öffentlichen Raum aufgrund des Mangels an privaten Stellplätzen auf den Privatgrundstücken intensiv beparkt. Parkerhebung in Alt-Rintheim Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 21 3.6 Freiflächen und öffentliche Räume 3.6.1 Öffentliche und halböffentliche Freiflächen Im Untersuchungsgebiet finden sich lediglich zwei größere öffentliche Grünzüge: Dies ist einerseits der Grünzug zwischen der Brücke Ostring und der Mannheimer Straße (Pfarrer-Junker-Weg), welcher eine wichtige Wegeverbindung zwischen Alt-Rintheim und dem in der Oststadt weiter verlaufenden Grünzug der Jakob-Malsch-Anlage in Rich- tung Stadtmitte / Jugendhaus darstellt. Der Grünzug besteht aus einer parallel zum Schulstandort und dem Kirchenstandort St. Martin verlaufenden Wegebeziehung und dem neuen Bolzplatz an der Kreuzung Mannheimer Straße / Ostring. Zum anderen existiert mit dem Grünzug zwischen dem TSV Rintheim und der Schule am Weinweg entlang des Südrands der Bebauung der Rintheimer Hauptstraße ein weiterer Grünzug, welcher die oben beschriebene Wegebeziehung ergänzt und in den zwei Kin- derspielplätze integriert sind. Er hat zudem eine Bedeutung für die Schule am Weinweg. Eine Zuwegung zu dem Grünzug zwischen TSV Rintheim und dem Weinweg besteht außerdem von der Ernststraße aus über einen platzartigen Antritt und eine quartiersin- terne Fußwegebeziehung. Die beiden Grünzüge setzen sich am Ostrand von Alt-Rintheim fort über die privat (klein-) gärtnerisch genutzten Flächen zwischen der Bahntrasse und dem Siedlungsrand von Alt-Rintheim. Diese für Alt-Rintheim bedeutenden Freiflächen werden durch den Hinterwiesenweg erschlossen, der an der Dreschhalle eine Verbindung zum Hirtenweg nach Westen und nach Osten zu den Freiflächen jenseits der Bahntrassen besitzt und auch nach Norden in Richtung Hagsfeld weiterführt. Innerhalb des Rintheimer Felds existieren größere, zusammenhängende und im Besitz der Volkswohnung befindliche halböffentliche Freiflächen; Flächen also, welche sich in Privatbesitz befinden, jedoch faktisch öffentlich zugänglich sind. Diese Freiflächen lie- gen in den Abstandsflächen der Zeilenbauten und Punkthochhäuser und weisen einen z.T. auch älteren, Wert gebenden eingestreuten Baumbestand auf. Mehrheitlich handelt es sich jedoch um Rasenflächen, freiraumplanerisch gestaltete Teilbereiche sind nicht vorhanden. Die halböffentlichen Abstandsflächen weisen insbesondere im Nordabstand mit Ausnahme von Teppichklopfstangen und einzelner Spielangebote auch keine Ange- bote auf, die die Freiflächen für die Bewohnerschaft nutzbar und interessant machen. Im Südabschnitt des Rintheimer Felds wandelt sich das Bild der Freiflächen. Hier existieren ein sehr kleinräumiges Mosaik aus Nutzungsstrukturen insbesondere im Kinderspielbe- reich und ein dichtes Wegenetz mit Hauszugängen und Tiefgaragenzugängen, welches die Freiflächen prägt. Eine größere zusammenhängende Brachfläche ist am Südrand des Rintheimer Felds durch den Abriss von vier Zeilenbauten entlang der Forststraße entstanden („Areal Forst- straße“). Ein Teil der Fläche dient momentan der Lagerung von Baumaterialien und ist daher umzäunt. Neubauprojekte sind seitens der Volkswohnung in Planung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 22 Öffentliche Grünflächen 3.6.2 Freiflächen für Kinder und Jugendliche In Alt-Rintheim gibt es drei öffentliche Spielplätze, zwei im Grünzug zwischen dem TSV Rintheim und dem Weinweg und ein Standort am Hirtenweg an der Dreschhalle. Die beiden Spielplätze im Grünzug TSV Rintheim zum Weinweg werden frequentiert, weisen jedoch Mängel in der zielgruppenspezifischen Ausstattung auf. Der Spielplatz an der Dreschhalle wurde erst jüngst gestaltet, ist nach Aussagen der Nutzer sehr gut durch die Anwohnerschaft frequentiert, jedoch räumlich und in seinen Kapazitäten sehr begrenzt. In jüngerer Zeit wurde im Rintheimer Feld im öffentlichen Raum des Staudenplatzes ein Spielgerät aufgestellt sowie ein Spielplatz beim Pfarrer-Junker-Weg eingerichtet. Im Rintheimer Feld sind die vorhandenen Spielangebote durchgängig im Besitz der Volkswohnung. Hier fällt insbesondere im Südabschnitt die große Anzahl an Spielgerä- ten auf, die räumlich stark verteilt sind. Meist handelt es sich um Kleinkind- Schaukelpferde und Sandkästen, welche zwar durch die Anwohner und auch Jugendli- che des Rintheimer Felds genutzt werden, jedoch in der Ausstattungsqualität und der zielgruppenspezifischen Ausrichtung als sehr durchschnittlich zu bewerten sind. Nach Bewertung der Anwohner existieren zwar grundsätzlich genug räumliche Angebote, der Qualitätsaspekt und die zielgruppenspezifische Ausstattung wie auch die Aufenthalts- qualität lässt aber ebenso wie die Verortung der Angebote im Gesamtkontext der Frei- räume zu wünschen übrig. Spielflächen mit einer größeren Anzahl an interessanten Spielgeräten (den Spielplatz als zentralen Anlaufpunkt) gibt es faktisch nicht. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 23 Für Jugendliche finden sich Sportflächen im Rintheimer Feld auf dem Schulgelände, zu- dem wurde jüngst ein Bolzplatz an der Kreuzung Mannheimer Straße / Ostring einge- richtet. Im Umfeld des TSV Rintheim existieren mehrere vereinsgebundene Sportfreiflä- chen. 3.6.3 Platzsituationen und Kommunikationsräume Der zentrale Platz und der einzige öffentliche Freiraum im Rintheimer Feld ist der Stau- denplatz. Der Staudenplatz spannt sich linear zwischen den angrenzenden Ladenzeilen auf und besitzt in jüngerer Zeit durch die Stadt Karlsruhe eingerichtete Sitz- und Spielge- legenheiten. In seinem Charakter wird er einerseits durch die angrenzenden Geschäfts- lagen geprägt, zum anderen öffnet sich der Staudenplatz ohne einen räumlichen Ab- schluss nach Norden zur Heilbronner Straße, hat aber auch Zugänge von Süden. Den- Hauptzugang von Süden stellt ein überbauter Tordurchgang durch einen Hochhaus- komplex dar, in dem ein Altenwohnheim untergebracht ist (Heinz-Schuchmann-Haus). Neben dem Staudenplatz ist im Rintheimer Feld nur noch der Vorbereich der Kirche St. Martin zu nennen, welcher sich zur Mannheimer Straße hin orientiert, durch den Kir- chenstandort und das Gemeindehaus flankiert wird und eingeschränkte Aufenthalts- möglichkeiten bietet. Nördlich des Hirtenwegs, an der Grenze zwischen Rintheimer Feld, Rintheim-Nord und Alt-Rintheim befindet sich die Ladenzeile am Hirtenweg. Gegenüber befindet sich die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 5 mit öffentlichen Flächen um das Kassenhäuschen. Die gesamte Platzsituation wird stark verkehrlich durch den Kreuzungsbereich Hirten- weg / Mannheimer Straße im Kontext zur Wendeschleife der Straßenbahn geprägt und besitzt kaum eine Bedeutung. Dies auch aufgrund der Größe, fehlender Raumkanten und für den Platzraum suboptimaler Nutzungszuordnungen (bspw. Wohngebäude / Zei- lenbau unmittelbar an der Endhaltestelle, Orientierung des östlichen Wohngebäudes am Hirtenweg auf die Endhaltestelle, ehemaliger Tankstellenstandort an der Mannheimer Straße). Die Vorfelder vor der Ladenzeile sind durch Wegeachsen und Rasenflächen so- wie lineare Hecken geprägt und erlauben derzeit keine angemessene gewerbliche Nut- zung der Geschäftsvorfelder. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 24 In Alt-Rintheim gibt es eine aufgrund der dichten Blockrandstrukturen sehr überschau- bare Zahl an öffentlichen Flächen, hierzu zählen xder Vorbereich der Kirche „Zum guten Hirten“, der sich zur Rintheimer Hauptstra- ße hin orientiert xder Platz an der Ecke Forststraße/Rintheimer Hauptstraße, der stark durch den Kreuzungsbereich der Straßen charakterisiert wird, jedoch in früheren Zeiten der Rathausstandort war und in seinem baulichen Umfeld noch Reste der dörflichen Prägung Alt-Rintheims besitzt xder Vorbereich der Dreschhalle an der Jagdstraße, welcher einen Baustein in der Wegebeziehung vom Hirtenweg in Richtung Hinterwiesenweg und der Querung der Bahntrassen darstellt xden Vorbereich der Schule am Weinweg, welche heute stark durch einen Straßen- charakter geprägt ist und die Funktion des Vorfelds und gleichzeitig des Über- gangs des Grünzugs zum weiterführenden Hinterwiesenweg kaum wahrnimmt xdie Vorfeldsituation an der Ecke Ernststraße/Rintheimer Hauptstraße, die als Antritt von Süden in das Quartier Alt-Rintheim anzusehen ist xsowie eine kleine Grünfläche auf einer Baulückenfläche an der Ernststraße, die dort den linearen Straßencharakter unterbricht und der Ausgangspunkt für eine Fußwegebeziehung von der Ernststraße in Richtung des Grünzugs TSV Rintheim / Schule am Weinweg darstellt. 3.6.4 Private Grünflächen Neben den dominierenden halböffentlichen (in Privatbesitz der Volkswohnung befindli- chen) Freiflächen existieren im Rintheimer Feld faktisch - mit Ausnahme der wenigen neu angelegten Mietergärten an einem aktuell sanierten Zeilenbau an der Heilbronner Straße und dem Pfarrgarten der Kirche St. Martin - keine privat genutzten Freiflächen bzw. Gartenzonen. Anders die Situation in Alt-Rintheim: Hier existieren in den Blockinnenräume aufgrund der Tiefe der Blockinnenräume teils noch größere, zusammenhängende, jedoch sehr dif- ferenziert parzellierte, private Freiflächen und Gartenzonen, die selbst bei einer Ergän- zungsbebauung in zweiter Reihe noch einen grünen Grundcharakter im Blockinnern be- gründen. Die privaten Gartenflächen in den Blockinnenräumen sind für die Öffentlich- keit weder durch innere Wegeführungen zugänglich und nutzbar noch aufgrund der dichten durchgehenden Blockrandstruktur von den Straßenräumen aus erfahrbar und erlebbar. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 25 3.7 Soziale Infrastruktur 3.7.1 Kindergärten In Rintheim befinden sich mehrere Kindergärten in kirchlicher oder privater Trägerschaft. Insgesamt existiert ein Betreuungsangebot mit ca. 30 Plätzen für Kinder unter 3 Jahren sowie ca. 200 Plätzen für Kinder von 3-7 Jahren xEvang. Kindergarten "Zum Guten Hirten" (Regelkindergarten, zwei Gruppen für 40 Kinder) Rintheimer Hauptstraße 67 (Alt-Rintheim) xKath. Kindergarten "St. Martin" Kapazität: 80-100 Kinder (Gruppe mit verlängerter zusammenhängender Öffnungszeit vormittags) Mannheimer Straße 3 (Rintheimer Feld) xKindergarten "Die Wilde 15" (Träger: Elterninitiative, Gruppe mit verlängerter zusammenhängender Öffnungszeit vormittags) Kapazität: 15 Kinder Mannheimer Straße 21 (Rintheimer Feld) Rintheim-Nord, (nicht im Untersuchungsgebiet): xFreier Kindergarten (Träger: Elterninitiative, Ganztageseinrichtung) Haid-und-Neu-Straße 137 (Rintheim-Nord, nicht im Untersuchungsgebiet) xWaldorf-Kindergarten (drei Gruppen mit verlängerter zusammenhängender Öffnungszeit vormittags und drei Spielgruppen für Kinder zwischen 1 1/2 und 3 Jahren) Mannheimer Straße 65 xSchulkindergarten für körperbehinderte Kinder Mannheimer Str. 67 3.7.2 Kindertagesstätten Es existieren keine Kindertagesstätten/ Ganztagessangebote in Rintheim/ im Untersu- chungsgebiet). Die nächstgelegene Einrichtung liegt an der Haid-und-Neu-Straße (Ost- stadt) xStädtische Kindertageseinrichtung mit Schülerhort Haid-und-Neu-Straße 56c (nicht im Untersuchungsgebiet) Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 26 3.7.3 Schulen Im Stadtteil gibt es vier Schulen, verteilt jeweils auf die Teilgebiete Alt-Rintheim und Rintheimer Feld, jeweils mit gemeinsamer Nutzung von Gebäuden und Außenanlagen. Am Weinweg befinden sich die Grundschule Rintheim (Einzugsgebiet Alt-Rintheim und Rintheim Nord) sowie die Schule für Sehbehinderte (überörtliches Einzugsgebiet) An der Forststraße liegen die Grund- und Hauptschule Heinrich-Köhler-Schule (Einzugs- gebiet Grundschule: Rintheimer Feld und Oststadt) sowie die Tulla-Realschule. Rintheimer Feld: xTulla-Realschule in der Forststraße Schülerzahl 2006: 445 Modellschule Jugendbegleiter-Programm xHeinrich-Köhler-Grundschule Schülerzahl 2006: 95 Einzugsgebiet: Rintheimer Feld und westl. Oststadt (nicht im Untersuchungsgebiet) xHeinrich-Köhler-Hauptschule, Grund- und Hauptschule in der Forststraße Schülerzahl 2006: 9 Alt-Rintheim: xGrundschule Rintheim im Weinweg Schülerzahl 2006: 105 Einzugsgebiet: Alt-Rintheim und Rintheim-Nord xSchule am Weinweg, Schule für Sehbehinderte Schülerzahl 2006: 111 ortsübergreifender Einzugsbereich, Ganztagesschule 3.7.4 Kinder-/ Jugendeinrichtungen und Betreuungsangebote Es existieren Schülerhorte und Betreuungsangebote in unterschiedlicher Trägerschaft im räumlichen Umfeld der Schulen im Rintheimer Feld: xStädt. Schülerhort Rintheim („Hort an der Schule“, Heinrich-Köhler-Schule) Träger Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe ca. 30 Kinder bis 12 Jahre, Mittagessen, bis 17.00 Uhr betreut Forststr. 4 Außenstelle: Hort im Rintheimer Feld (Mannheimer Str. 21) xHausaufgabenbetreuung Träger: Diakonisches Werk Karlsruhe 25-30 Kinder, Zusammenarbeit mit Heinrich-Köhler-Schule Forststr. 3 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 27 Hausaufgabenbetreuung: xForststr. 3, Diakonisches Werk Karlsruhe xKinderhort Mannheimer Str., Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe In Rintheim existiert kein Jugendtreff, die nächstgelegenen Angebote liegen in der Ost- stadt bzw. nördlich von Rintheim. Beide Einrichtungen werden von den Jugendlichen des Stadtteils nach Erkenntnissen der Schlüsselpersonengespräche (Gespräche mit sozia- len Einrichtungen) nur schlecht angenommen. xJugendtreff Oststadt (nicht im Untersuchungsgebiet) x„Combo Hip Hop Club“ (ehemals Jugendclub Rintheim) in der Haid-und-Neu- Straße 165, (nicht im Untersuchungsgebiet) 3.7.5 Kirchen Folgende Kirchengemeinden liegen innerhalb des Untersuchungsgebietes: xKatholische Kirchengemeinde St. Martin. Frauentreff, einen Altennachmittag und eine Krabbelgruppe für Eltern mit Klein- kindern Mannheimer Str. 1 (Rintheimer Feld) xEvangelische Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ Chor, Frauenvormittag Seniorenkreis, Krabbelgruppe, Hausaufgabenbetreuung. Rintheimer Haupstr. 79 (Alt-Rintheim) 3.7.6 Senioreneinrichtungen – Heinz-Schuchmann-Haus Im Rintheimer Feld liegt das Heinz-Schuchmann-Haus, welches als Altenwohnheim ins- gesamt 87 Appartements von 42 bis 56qm Größe anbietet und zugeordnete Gemein- schaftseinrichtungen besitzt. Über das Heinz-Schuchmann-Haus werden nur einge- schränkte Dienstleistungen über einen Vertrag mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband bis hin zur leichten Pflegebedürftigkeit angeboten, eine Vor-Ort-Präsenz eines Pflege- dienstes existiert nicht. Das Heinz-Schuchmann-Haus besitzt in seiner Angebotsstruktur einen eher introvertier- ten Charakter, nach außen wirksame Angebote wie auch eine positive, kommunikative und belebende Wirkung des Hauses auf den umliegenden Freiraum im Rintheimer Feld ist nicht zu konstatieren. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 28 3.7.7 Vereine Das Vereinsleben in Rintheim ist vorwiegend in Alt-Rintheim und Rintheim-Nord ange- siedelt. Die Bevölkerung des Rintheimer Feldes ist nach Erkenntnissen aus den Schlüssel- personengesprächen kaum in die laufenden Vereinsaktivitäten integriert. Es wird ein Schrumpfen der Mitgliederzahlen beklagt. Folgende Vereine sind im Untersuchungsgebiet ansässig und registriert: xBürgerverein Rintheim e.V. xFanfarenzug Rintheim 1974 e.V. xRintheimer Carnevals Club 1971 "Die Sandhasen" e.V. xRintheimer Carneval Verein 1978 e.V. xKleingartenverein Am Brüchle e.V. xKleingartenverein Kuhweide e.V. xKleingartenverein Tagweide e.V. xKleintierzuchtverein C 163 Rintheim xObst- und Gartenbauverein Karlsruhe Rintheim e.V. xSängerbund Rintheim xTSV Rintheim xVereinigter Chor 1877 e.V. Karlsruhe-Rintheim Im Rintheimer Feld hat derzeit kein Verein seinen Sitz. 3.8 Angebote der Nahversorgung Der Stadtteil Rintheim weist eine für die Stadt Karlsruhe zunächst extrem hohe Einzel- handels-Verkaufsflächenausstattung von 11,2qm VKF/EW auf, was jedoch begründet ist durch das auf Rintheimer Gemarkung liegende Sondergebiet, welches bis an die Durla- cher Allee reicht und insgesamt rund 60.000qm Verkaufsfläche aufweist. Hierin enthalten sind auch großflächige Einzelhandelsgebote für den täglichen wie auch aperiodischen Bedarf. Die Angebote reichen vom großflächigen Vollsortimenter bis hin zum überregional ausgerichteten Möbelhaus. Für die Versorgungssituation im Stadtteil Rintheim spielen insbesondere der REAL- Standort an der A5 und die südwestlich jenseits des Ostrings angrenzenden Discount- und Fachmarktstandorte eine Rolle. Diese Standorte können von den mobilen Bevölke- rungsteilen mit dem Fahrrad und mit dem Pkw gut erreicht werden und werden nach den Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung auch entsprechend frequentiert. Insofern ist der Stadtteil Rintheim, was großflächige Angebotsstrukturen betrifft über die an die Wohnlagen indirekt angrenzenden Standorte versorgt. Dies aber nur für mobile Bevölke- rungsgruppen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 29 Im Stadtteil selbst bieten die Angebote am Staudenplatz und am Hirtenweg die einzigen fußläufig erreichbaren Nahversorgungsmöglichkeiten. Der Staudenplatz stellt insbeson- dere mit dem kleinflächigen Nahkauf-Supermarkt und dem Schlecker-Drogeriemarkt ein Nahversorgungsangebot im Quartier dar, ist jedoch durch seine Lage stark auf die Be- wohnerschaft des Rintheimer Felds ausgerichtet. Gerade für ältere, weniger mobile Per- sonengruppen des Rintheimer Felds, die Wohnbevölkerung aus dem Heinz- Schuchmann-Haus sowie für Haushalte mit geringem Einkommen ist dieses Angebot wichtig. Der Standort Staudenplatz weist jedoch in seinem Ladenbesatz seit mehreren Jahren ein nachhaltiges „Ausbluten“ auf, was sich in Leerständen und einem veränderten Betriebs- besatz in den kleinstrukturierten Ladenlokalen bemerkbar macht. Der Einzelhandelsstandort am Hirtenweg funktioniert durch seine Lage im Kontext zu den angrenzenden Quartieren und der Lage an der Endhaltestelle sowie durch die Nähe zum Technologiepark gut, die vorhandenen Betriebe stellen einen Beitrag zur Nahver- sorgung dar, zwei Ladenlokale sind aber nur noch eingeschränkt oder gar nicht geöff- net. 3.9 Gewerbliche Strukturen und Gastronomie Im Rintheimer Feld existieren mit Ausnahme des Staudenplatzes und des Heinz- Schuchmann-Hauses keine gewerblichen, dienstleistungsbezogenen bzw. handelsorien- tierten Strukturen, hier dominiert eine durchgängige Wohnnutzung der Gebäude. Entlang des Ostrings liegen mehrere Gärtnereien und Gartenbaubetriebe, welche sehr unterschiedliche Nutzungsintensitäten aufweisen und vom einfachen Lagerplatz über den Verkauf bis hin zu einem Schaugarten reichen. In der Folge besitzen die Standorte in der visuellen Wirkung nach außen sehr unterschiedliche Qualitäten und tragen teil- weise wenig zu einer positiven Außenwirkung bei. Entlang des Hirtenwegs existieren am Ladenzentrum vorrangig kleinflächige Handelsbe- triebe. Entlang der Mannheimer Straße sowie entlang der Rintheimer Hauptstraße sind vereinzelte Gewerbetriebe aus einer traditionellen gemischten Nutzungsstruktur übrig geblieben. Insbesondere die beiden Standorte der Autohändler an der Wendeschleife und an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße / Weinweg treten zusammen mit einem größeren Verpackungsbetrieb an der Mannheimer Straße visuell eher negativ in Erschei- nung. Insgesamt gesehen dominiert jedoch auch in Alt-Rintheim die Wohnnutzung, von einer klassischen gemischt genutzten Dorflage kann hier nicht mehr gesprochen wer- den. Im gastronomischen Angebot ist der Stadtteil Rintheim relativ schlecht ausgestattet. Der Treffpunkt am Staudenplatz stellt im Rintheimer Feld das einzige Angebot dar, hinzu kommen in Alt-Rintheim die Gaststätte des TSV Rintheim und eine Gaststätte am Wein- weg sowie eine Pizzeria am Hirtenweg, das Stehcafé der Bäckerei am Ladenzentrum Hir- tenweg und schließlich jenseits des Hinterwiesenwegs im Bereich der Bahntrassen der Eisenbahn-Waggon am Standort des ehemaligen Bahnhofs. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 30 3.10 Planungsabsichten der Volkswohnung Eine Besonderheit des Gebietes besteht darin, dass sich große Bereiche des Rintheimer Felds im Eigentum des städtischen Wohnungsbauunternehmens Volkswohnung befin- den, welches eigene Planungsziele für Teile des Gebietes verfolgt. Die Koordination und Kooperation mit der Volkswohnung ist daher zwingend erforderlich und wesentlicher Bestandteil des Sanierungsprozesses. Geplant ist seitens der Volkswohnung eine Quartiersaufwertung, welche die Außenräu- me und die Gebäude umfasst. Etwa die Hälfte der Gebäude der Volkswohnung im Rintheimer Feld ist bereits energetisch saniert bzw. modernisiert, bei den übrigen steht dieses in den kommenden Jahren an. Die Quartiersaufwertung wird unter anderem eine umfassende energetische Sanierung beinhalten, auch im Rahmen des Förderprogramms „Energieeffiziente Stadt“, die Ausstattung von Altbauten mit Aufzügen und Balkonen, das Schließen der Brachfläche „Areal Forststraße“ sowie die Aufwertung des Wohnum- feldes. Grundlage für diese Untersuchung ist eine Umfrage sowie eine vertiefte Analyse des Rintheimer Feldes durch das Hamburger Büro Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH (F+B, Endbericht Februar 2009), die in einem integrier- ten Quartierentwicklungskonzept (2015) münden sollen. Ziel des Entwicklungskonzepts ist eine langfristig in wohnungswirtschaftlicher und stadtentwicklungspolitischer Hinsicht optimierte Quartiersentwicklung für den Bestand im Rintheimer Feld. Mit der Errichtung eines Nahwärmenetzes hat die Volkswohnung bereits im Frühjahr 2008 begonnen. Eine Fertigstellung der Maßnahmen im Rintheimer Feld ist bis zum Jahre 2017 geplant. Das Förderprogramm „Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie bezweckt die Förderung von energetischen Verbesserungen auf Quar- tiersebene (seit Ende 2007). Die Volkswohnung hat sich im Rahmen der Quartiersent- wicklung des Rintheimer Felds mit einem Forschungsprojekt beworben und wurde damit ins Förderprogramm aufgenommen. Das Forschungsprojekt der Volkswohnung besteht aus der Entwicklung eines „Integra- len Energiekonzeptes“ für das Gesamtquartier, mit dem ein Optimum von Energieein- sparung und Energieversorgung im Verhältnis zu den Investitionen für jedes Gebäude gefunden werden soll (Verringerung des Primärenergieeinsatzes um bis zu 80 %). Dafür werden bei drei Gebäuden unterschiedliche Arten der energetischen Modernisierung untersucht und diese am Ende in ihren Kosten und Effekten verglichen. Daneben nahm die Volkswohnung mit der Quartiersaufwertung Rintheims am Wett- bewerb „Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen“ des Bundes teil und wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Bei diesem Wettbewerb war der Themen- schwerpunkt die Aufwertung von Großwohnsiedlungen unter den Gesichtspunkten E- nergieeffizienz, Wohnungswirtschaft, Städtebau und Demografie. In diesem Rahmen will die Volkswohnung auch - wo möglich und sinnvoll - sowohl die Mieter als auch die Öffentlichkeit in einen dialogorientierten Planungsprozess einbinden und einen intensi- ven Kontakt zur Bewohnerschaft suchen. Ein erster wichtiger Meilenstein war hierbei die Eröffnung des Mieterbüros am Staudenplatz als Anlaufstelle zur Kontaktaufnahme Mitte dieses Jahres. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 31 4. Ergebnisse aus Umfragen Im Laufe des Jahres 2008 wurden in Rintheim unabhängig voneinander drei Umfragen aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. mit unterschiedlichen Intentionen durchgeführt. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen Schlüsselperso- nengespräche geführt. 4.1Umfrage zur Nachverdichtung in Alt-Rintheim Eine Umfrage im Jahr 2008 beschäftigte sich mit dem virulenten Problem der Nachver- dichtung in Alt-Rintheim und wurde vom Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe durch- geführt. Dazu wurden die Besitzer der Grundstücke in Alt-Rintheim angeschrieben und um eine Stellungnahme zu folgenden Fragen gebeten: Fragen je Grund- stück 1 Stimme* absolut je Grund- stück 1 Stimme* % je Eigentü- mer 1 Stimme** absolut*** je Eigentü- mer 1 Stimme** % 1. Ich lehne eine zusätzliche Be- bauung im Quartier ab 88ca. 53 %151 56 % 2. Ich habe nichts gegen eine maßvolle Bebauung 72 ca. 43 %119 44 % 2.1 Ich habe selbst kein Interes- se zu bauen 44 ca. 26 % 2.2 Ich möchte im rückwärtigen Grundstücksbereich bauen 19 ca. 11 % 2.2.1 Ich möchte hier selbst wohnen 20 ca. 12 % 2.2.2 Ich möchte hier Miet- wohnungen errichten 7 ca. 4 % *Die Daten sind hier grundstücksbezogen ermittelt, d.h. jedes Grundstück wird mit einer Stimme gewertet. Teilen sich mehrere Eigentümer ein Grundstück sind die Stimmen der Eigentümer nur anteilig gewertet. Ebenso fließt die Stimme eines Eigentümers mit mehreren Grundstücken auch mehrfach ein. **Hier wird die Stimme jedes Eigentümers gleich stark gewertet unabhängig von der Anzahl der Grundstücke in sei- nem Besitz. ***Von 448 angeschriebenen Eigentümern gingen 272 (61%) Antworten ein. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 32 Im Ergebnis konnte kein einheitliches Stimmungsbild gegenüber der Frage einer Nach- verdichtung innerhalb der Blockinnenräume der städtebaulichen Struktur von Alt- Rintheim abgeleitet werden. Das Thema der Nachverdichtung bleibt damit ein in der Bürgerschaft sehr umstrittenes Themenfeld und bedarf einer angestrebten planungs- rechtlichen Steuerung, einer kommunikativen und offenen, dialogischen Begleitung, um eine entsprechende Akzeptanz zu finden und weitere Spannungen innerhalb der Bür- gerschaft zu vermeiden. 4.2Umfrage der Volkswohnung im Mietbestand der Volkswohnung innerhalb des Rintheimer Felds Die zweite Umfrage wurde vom Hamburger Büro F+B im Auftrag der Volkswohnung im Mietbestand der Volkswohnung im Rintheimer Feld durchgeführt. Es wurden vor allem die Wohn- und Servicezufriedenheit der Mieter abgefragt, aber auch Fragen zu den so- zio-ökonomischen Strukturmerkmalen der heutigen Bewohner, zu Umzugsabsichten und Modernisierungswünschen gestellt. In die Umfrage konnte etwa ein Drittel aller Haushalte im Bestand der Volkswohnung im Rintheimer Feld einbezogen werden. Die Ergebnisse der Umfrage zusammen mit einer umfassenden Quartiersanalyse des Bü- ros F+B sollen die Basis des Quartiersentwicklungskonzepts der Volkswohnung bilden. Die Umfrageergebnisse sowie die Quartiersanalyse des Büros F+B liegen seit Februar 2009 vor. Einige zentrale Ergebnisse sind nachfolgend zusammengefasst (nachfolgend entnommen aus Studie F+B, 2009): xUmzugsabsichten: Laut Mieterbefragung planen 11% aller Haushalte einen Um- zug innerhalb der nächsten zwei Jahre, bei 7% der befragten Haushalte ist ein Umzug noch offen. Gründe für die Umzugswünsche sind größere Wohnungsein- heiten (Familien) bzw. kleinere Einheiten (ältere Personengruppen). xWohnzufriedenheit: 67% der befragten Mieter waren mit Ihrer Wohnung zufrie- den, im unmodernisierten Bestand lag die Quote bei 56%. xModernisierungswünsche: Als Modernisierungswunsch gaben im unmodernisier- ten Bestand 40% aller Mieter neue Fenster an, kritisiert wurde nachrangig die schlechte Wärmedämmung von Fassaden und Wohnungstüren. Kritikpunkte lagen ferner in Bezug auf das Wohngebäude im Zustand der Treppenhäuser im Hinblick auf Sauberkeit und Reinigungsstatus. xNachbarschaftliches Verhältnis: Insgesamt ist im Bestand der Volkswohnung ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu konstatieren, was sich insbesondere auf die Rentnerhaushalte mit einer längeren Wohnungsdauer im Quartier bezieht. Fa- milien mit Kindern beschreiben die Nachbarschaft eher als anonym und berichten von Streitigkeiten. Hierbei ist der Kontext der Generationengegensätze im Rintheimer Feld zu berücksichtigen, welcher durch den Bewohnerbesatz sehr stark ist und zu einem deutlichen Störungsempfinden insbesondere durch Kinderlärm auch in der Befragung führt. So fühlen sich rund 18% der Befragten durch Kinder- lärm gestört. Für soziale Problemlagen signifikante Störungsgründe wie Lärm aus- gehend von überlauten Streitereien, Aggressionen durch Nachbarn oder Probleme durch Alkohol- oder Drogenkonsum wurden nur nachrangig bewertet. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 33 xSicherheitsempfinden: Mangelndes Sicherheitsempfinden existiert laut den Befra- gungsergebnissen, stellt jedoch im Vergleich zu Quartieren ähnlicher Struktur kein vorrangiges Problem dar. In der Tendenz ist das mangelnde Sicherheitsempfinden eher im südlichen Teilgebiet des Rintheimer Feldes ein Thema, als im Teilgebiet nördlich der Heilbronner Straße. Tendenziell fühlen sich eher Haushalte mit Kin- dern und junge Familien mit Kindern unsicher als ältere Haushalte, die weniger in den Nachtstunden die Wohnungen verlassen. xAls Gründe für ein mangelndes Sicherheitsempfinden gaben rund 46% der sich unsicher bzw. eher unsicher fühlenden Haushalte an, sich durch Gruppen herum- lungernder Jugendlicher gestört zu fühlen. Im südlichen Teilgebiet lag der Anteil hier sogar bei 55%. Ein zu hoher Anteil an Fremden wurden im Weiteren von ca. 23%, Probleme mit Pöbeleien und Aggressivität von 20% und Probleme mit Be- trunkenen von rund 11% angegeben. Bei der Bewertung der Infrastruktureinrichtungen wird die Verkehrsanbindung durch den ÖPNV besonders positiv bewertet. Eher unzufrieden zeigen sich die Bewohner mit den Parkmöglichkeiten im Viertel, der Gastronomie, dem kulturellen Angebot und ins- besondere dem Angebot für Jugendliche. * 4.3 Umfrage des Amts für Stadtentwicklung Eine weitere Umfrage fand im September und Oktober 2008 im geplanten Sanierungs- gebiet statt. Die Interviews wurden vom Karlsruher Institut für Marktforschung im Auf- trag der Stadt Karlsruhe (Amt für Stadtentwicklung) durchgeführt. 4.3.1 Methodik Es wurden 250 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus dem projektier- ten Sanierungsgebiet Rintheim in persönlich mündlichen Interviews über einzelne Aspek- te des Stadtteils befragt. Die Befragung erfolgte nach Quotenvorgaben im Bezug auf Stadtviertel (Alt-Rintheim und Rintheimer Feld), Geschlecht, Altersstruktur und Staatsan- gehörigkeit (deutsch / ausländisch). Befragt wurden Bewohnerinnen und Bewohner ab 18 Jahren. Durch die Befragung konnten Informationen über die Einschätzung der Bewohnerinnen und Bewohner bezüglich der lokalen Lebens- und Wohnverhältnisse erlangt werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage vorgestellt. Da sich die Strukturen sowie die Umfrageergebnisse in den beiden Stadtvierteln teilweise stark un- terscheiden, werden die Ergebnisse jeweils vergleichend zueinander betrachtet. Bei ein- zelnen Fragen sind außerdem Vergleiche mit gesamtstädtischen Ergebnissen aus zurück- liegenden Bürgerumfragen möglich. * Quelle: Quartiersanalyse Rintheimer Feld, F+B, Hamburg Februar 2008 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 34 4.3.2 Bewertung der Wohnung und des Wohngebäudes Mit ihrer Wohnung sind 16 % der Befragten „weniger zufrieden“ oder sogar „unzu- frieden“; 84 % der Befragten äußern sich dagegen mindestens „zufrieden“. In der Bür- gerumfrage 2008 zeigten sich gesamtstädtisch 7,9 % der Befragten mit ihrer Wohnung weniger zufrieden oder unzufrieden. Die Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer sind mit ihrer Wohnsituation deutlich zu- friedener als die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes. Nur 3,6 % der Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer äußern sich „weniger zufrieden“ und keiner „unzufrieden“. Anders im Rintheimer Feld: Hier sind 21,7 % der Befragten weniger zu- frieden und 4,3 % unzufrieden, wie aus ABBILDUNG 1 abzulesen ist. Diejenigen, die weniger zufrieden oder unzufrieden sind (Gesamtgebiet: 16 %), nennen als Grund für ihre Unzufriedenheit vor allem die Aspekte Fenster und schlechte Isolierung, den allge- meinen Sanierungsbedarf / schlechten Zustand, Schimmel und Dreck in der Wohnung sowie eine mangelhafte Wasserversorgung. TABELLE 1 gibt die genannten Gründe wie- der. ABBILDUNG 2 zeigt den Modernisierungsstand der Wohnungen aus Sicht der Bewoh- ner. So werden 9,4 % der Wohnungen von den Befragten deutliche Mängel in der In- standhaltung zugeschrieben, 18,8 % weisen eine ältere Ausstattung auf und 31% wur- den bisher lediglich teilmodernisiert. Die Wohnungsmängel treten zwar im Rintheimer Feld deutlicher zu Tage, dennoch ist auch in Alt-Rintheim ein deutlicher Modernisie- rungsstau nicht zu übersehen. Auf die Frage, welcher Bereich der Wohnung vorrangig verbessert werden müsse, gaben 14,1 % der Befragten an, vor allem die Fenster (14,1 %) seien dringend sanierungsbe- dürftig sowie Wärmedämmung (8 %), Sanitäreinrichtungen (8 %) und das Heizsystem (6,4 %). Damit überwiegen deutlich die Wünsche nach einer energetischen Aufwertung der Wohnbereiche. Von anderen Befragten (14 %) wurde aber auch eine Vielzahl weite- rer Aspekte genannt, die aufgrund geringer Anteile nicht einzeln aufgeführt werden können. Dazu zählen unter anderem der Wunsch nach neueren Wasserleitungen sowie einer besseren Schallisolierung. In Alt-Rintheim wünschen sich die Bewohner vor allem eine verbesserte Wärmedämmung. Im Rintheimer Feld ist hingegen der Wunsch nach neuen Fenstern und nach Verbesserungen im Sanitärbereich am stärksten ausgeprägt. TABELLE 2 enthält die genannten Schwerpunkte des Sanierungsbedarfs. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 35 56,3% 44,8% 48,6% 3,6% 4,3% 25,4% 39,2% 40,2% 21,7% 13,6% 2,4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld sehr zufriedenzufriedenweniger zufrieden nicht zufrieden B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 1 Zufriedenheit mit der Wohnung Basis: 250 Befragte mit Antwort Tabelle 1 Gründe für die Unzufriedenheit mit der Wohnung 1) Warum sind Sie mit Ihrer Wohnung "weniger Gründe für die Unzufriedenheit zufrieden" oder "unzufrieden"? insge- samt Alt- Rintheim 2) Rintheimer Feld Anteile an den Befragten Fenster, Isolierung 22,5% 22,2% Allgemeiner Sanierungsbedarf, alter Zustand 20,0% 19,4% Schimmel/ Dreck 17,5%19,4% Wasserversorgung 15,0%16,7% Hellhörigkeit 7,5%8,3% Wohnungs- und Eingangstür 7,5%8,3% Fehlende Barrierefreiheit 7,5% 5,6% Schlechte Raumaufteilung 7,5%8,3% zu teuer 7,5% 2,8% Heizung 7,5%8,3% Nachbarschaft 5,0%5,6% Fahrstuhl 5,0%5,6% Sonstiges 10,0% 5,6% Keine Antwort 5,0% 5,6% Anzahl der Befragten insgesamt 40436 ____ 1) Es waren Mehrfachnennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. 2) Keine Auswertung möglich, da Zahlenbasis zu gering. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 36 31,0% 29,3% 8,3% 17,9% 12,7% 28,6% 28,2% 27,7% 33,0% 22,6% 14,3% 18,8% 9,4% 7,1% 11,3% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld hat heutigen Neubaustandardwurde umfassend modernisiert wurde teilmodernisiertwurde mit älterer Ausstattung instandgehalten hat Mängel in der Instandhaltung B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 2 Modernisierungsstand der Wohnungen B asis: 245 B efragte mit A ntwo rt Tabelle 2 Bereiche mit dringendem Sanierungsbedarf aus Sicht der Befragten Welcher Bereich Ihrer Wohnung oder Sanierungsbedarf Ihres Hauses müsste aus Ihrer Sicht Insgesamt Alt-Rintheim Rintheimer Feld vorrangig verbessert werden? Anteile an den Befragten Fenster 14,1%9,8%17,5% Bad/ Sanitäreinrichtungen 8,0%4,5%10,9% Wärmedämmung 8,0%15,2%2,2% Heizung 6,4%6,3%6,6% Eingangsbereich/ Treppenhaus 4,4%4,5%4,4% Balkone 2,8%1,8%3,6% Fußböden 2,0%2,7%1,5% Elektroinstallation 1,6%1,8%1,5% etwas anderes 14,1%10,7%16,8% nichts, alles ist ok 38,6%42,9% 35,0% Anzahl Befragter mit Antwort 249112137 Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Private Stellplätze am Haus Einen eigenen Stellplatz am Haus können 55 % der Befragten nutzen – deutlich mehr davon in Alt-Rintheim als im Rintheimer Feld, wie aus ABBILDUNG 3 hervorgeht. Knapp die Hälfte der Befragten mit eigenem Stellplatz verfügen über eine geschlossene Garage (48 %), 42 % über einen Pkw-Stellplatz im Freien und weitere 31 % über einen Tiefga- ragenstellplatz. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 37 In Alt-Rintheim besitzen die meisten eine geschlossene Garage (65 %). Im Rintheimer Feld werden hingegen größtenteils Tiefgaragenstellplätze (54 %) sowie Pkw-Stellplätze im Freien (49 %) genutzt, wie aus ABBILDUNG 4 hervorgeht. Während 80 % der Eigen- tümerinnen und Eigentümer eine private Parkmöglichkeit am Haus nutzen können – müssen Mieterinnen und Mieter häufig auf einen privaten Stellplatz verzichten und auf andere Parkmöglichkeiten ausweichen (55 %). 34,3% 53,8% 45% 55% 46,2% 65,7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld ke in privater S te llpla tz vorhande nprivater Stellplatz vorhanden B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 3 Vorhandensein eines privaten Stellplatzes am Haus Basis: 240 Befragte mit Antwort 41,7% 35,2% 49,2% 27,9% 31,1% 11,3% 54,1% 64,8% 47,7% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% InsgesamtAlt-RintheimRintheimer Feld Pkw-Stellplatz im FreienPkw-Stellplatz in geschlossener GaragePkw-Stellplatz in einer Tiefgarage B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Basis: 132 Befragte mit Stellplatz; M ehrfachnennungen mö glich, daher Summe grö ßer 100% Abb. 4 Art des Stellplatzes Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 38 Freiflächen am Haus Freiflächen am Haus, wie beispielsweise einen Hof oder einen Garten, können nur 58,8 % der Befragten für Erholungszwecke nutzen. ABBILDUNG 5 zeigt, dass dies in Alt-Rintheim (82,1 %) viel häufiger der Fall ist als im Rintheimer Feld (39,9 %). Haushal- te mit Kindern verfügen häufiger über Außenflächen für Erholungszwecke. Besonders häufig können jedoch Eigentümerinnen und Eigentümer davon profitieren (92 %) sowie Bewohnerinnen und Bewohner in Ein- und Zweifamilien- sowie Reihenhäuser (98 %). Diese Personenkreise überlappen sich in hohem Maße. Die Ergebnisse sind Anhangta- belle 1 zu entnehmen. Aus vielerlei Gründen können 41,2 % der Befragten keine private Außenfläche für Erholungszwecke nutzen: Vorhandene Freiflächen sind oft nicht für die private Nutzung geeignet (47,4 %), oder die Flächen sind zugebaut, zu klein oder gar nicht vorhanden (22,1 %). Bei 18,9 % der Befragten werden sie als Pkw-Stellplatz ge- nutzt, so dass sie für Erholungszwecke untauglich sind. TABELLE 3 zeigt die verschiede- nen Nutzungshindernisse. 58,8% 82,1% 39,9% 41,2% 17,9% 60,1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld Freifläche am Haus für Erholungszwecke nutzbar keine Außenanlagen am Haus für Erholungszwecke nutzbar Bewohnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 5 Nutzbarkeit von Außenanlagen am Haus (Hof, Garten o.ä.) für Abb. 5 Erholungszwecke B asis: 250 B efragte mit A ntwo rt Tabelle 3 Grund für die Nichtnutzbarkeit der vorhandenen Freiflächen 1) Gründe für die Nichtnutzbar- keit Insge- samt Alt- Rintheim Rintheimer Feld Wenn Sie keinen Hof, Garten oder private Außenanlage zur Erholung im Freien nutzen können, woran liegt das? Anteile an den Befragten nicht geeignet für die private Nutzung 47,4%21,1% 53,3% völlig zugebaut, zu klein oder nicht vorhanden 22,1%47,4% 15,8% als Pkw-Stellplatz genutzt 18,9%5,3% 22,4% nicht zur Nutzung der Hausbewohner zugelassen 6,3%10,5% 5,3% verwahrlost, vollgestellt 4,2%15,8% --- gewerblich genutzt 2,1%10,5% --- anderer Grund 6,3%10,5% 3,9% Anzahl Befragter mit Antwort 9519 76 ____ 1) Es waren Mehrfachnennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 39 4.3.3 Bewertung des unmittelbaren Wohnumfelds und des Stadtteils Die meisten Menschen leben gerne in Rintheim (86,9 %). Immerhin 13,1 % würden lie- ber wegziehen und damit einen anderen Wohnstandort bevorzugen. Die Bewohnerin- nen und Bewohner Alt-Rintheims fühlen sich stärker mit Rintheim verbunden (90,8 %) als die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes (83,8 %). ABBILDUNG 6 enthält die Ergebnisse. Es sind vor allem die Deutschen, die in Rintheim bleiben wollen: Während hier nur etwa 12 % lieber an einem anderen Ort wohnen würden, sind es bei Nichtdeutschen 18 %. In Bezug auf die Altersgruppen scheint Rintheim für die mittleren Jahrgänge besonders attraktiv zu sein: 91,7 % der 30- bis 45-Jährigen leben gerne in Rintheim. Die unter 30- Jährigen sehen dies etwas anders – 21,3 % von ihnen geben an, lieber wegziehen zu wollen. Alle Einzelergebnisse sind in Anhangtabelle 2 enthalten. 9,2% 16,2% 83,8% 90,8% 86,9% 13,1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld lebe gerne in Rintheimwürde lie be r we gzie he n B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 6 Verbundenheit mit Rintheim Basis: 245 Befragte mit Antwort Vorzüge Rintheims Was schätzen die Bürgerinnen und Bürger an ihrem Wohngebiet besonders? Insgesamt wurden von 93 % der Befragten etwa 480 positive Antworten auf diese Frage gegeben. Teilweise betreffen die Antworten dieselben Aspekte, teilweise äußerten die Befragten sehr unterschiedliche Ansichten. In TABELLE 4 sind die am häufigsten genannten Aspek- te aufgeführt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 40 Am meisten schätzen die Rintheimerinnen und Rintheimer an ihrem Gebiet die gute La- ge und die Nähe zur Stadt (36,4 %). Ebenfalls sehr häufig wurde die gute Verkehrsan- bindung genannt (30,4 %), die mit der Lage und der Nähe zur Stadt in Verbindung steht. Auch die Aspekte „viel Grün“ (28,4 %) und „Ruhe“ (25,2 %) wurden ver- gleichsweise häufig genannt und hängen unmittelbar mit der Lage des Wohngebiets zu- sammen. Es ist also festzuhalten, dass es nach Angaben der Bewohnerinnen und Be- wohner vor allem die Lage im Stadtgebiet ist, die das Wohngebiet qualifiziert. Weiterhin benennen die Befragten als Vorzüge des Gebietes die guten Einkaufsmöglichkeiten (16,8 %), das ländliche Umfeld und die dörfliche Struktur (14,4 %) sowie die sozialen Kontakte (11,6 %). Tabelle 4 Potentiale Rintheims 1) Was gefällt Ihnen in Rintheim Potentiale Rintheims besonders gut? Insgesamt Alt-Rintheim Rintheimer Feld Karlsruhe* Anteile an den Befragten Gute Lage, Zentralität 36,4%57,1%19,6% 39,6% Gute Verkehrsanbindung 30,4%27,7%32,6% 34,4% Viel Grün 28,4%30,4%26,8% 31,7% Ruhe 25,2%35,7%16,7% 32,3% Gute Einkaufsmöglichkeiten 16,8%11,6%21,0% 16,2% Ländliches Umfeld, dörfliche Struktur 14,4%20,5%9,4%7,9% Soziale Kontakte 11,6%13,4%10,1% 8,4% Kinderfreundlicher Stadtteil 8,4%8,0%8,7%6,8% Hoher Wohnwert, günstige Mieten 5,2%5,4%5,1% --- Viele Freizeitangebote 4,0%8,0%0,7%4,3% Wenig Verkehr 3,2%3,6%2,9% --- Alles 5,6%10,1%--- --- Nichts 2,0%3,6%--- --- Sonstiges 3,2%2,7%3,6%--- Keine Antwort 6,8%5,4%8,0% --- Anzahl Befragter mit Antwort 250112138 Anzahl positiver Nennungen 482251231 ___ * Bürgerumfrage 2006; eingeschränkte Vergleichbarkeit. 1) Es waren Mehrfachnennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Die Einschätzung zu den Vorteilen fällt innerhalb des Gebiets recht unterschiedlich aus: Während 57,1 % der Bewohnerinnen und Bewohner Alt-Rintheims die Vorteile des Stadtteils klar in der Lage und der Nähe zur Stadt sehen, beurteilen nur etwa 19,6 % der Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes diesen Punkt als besonders vorteilhaft. Als weiteren Vorteil schätzen die Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer die Ruhe (35,7%), das viele Grün (30,4 %) sowie die gute Verkehrsanbindung (27,7 %). Auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes schätzen die gute Ver- kehrsanbindung (32,6 %) und das Grün (26,8 %). Anders als die Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer erkennen die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes die guten Einkaufsmöglichkeiten (21 %) als klaren Vorteil. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 41 Nachteile Rintheims Auf die Frage, was den Bewohnerinnen und Bewohnern an Rintheim überhaupt nicht gefalle, machten insgesamt 71 % der Befragten Angaben. Die genannten Nachteile sind sehr vielfältig. In TABELLE 5 sind die zwölf am häufigsten genannten Nachteile Rintheims dargestellt: Es sind vor allem die dichte Bebauung und die Hochhäuser, die die Befragten beklagen (12,8 %). Auch die Lärmbelästigung, die häufig in Verbindung mit der Straßenbahn, hellhörigen Wohnungen oder lauten Jugendlichen genannt wurde, wird von 10,7 % der Befragten als Nachteil gesehen. Schlechte Einkaufsmöglichkeiten kritisieren 9,6 % der Befragten. Das Verhalten von Jugendlichen empfinden 8,8 % als Nachteil bzw. sie weisen auf feh- lende Jugendangebote hin. Ebenso viele Rintheimerinnen und Rintheimer (8,8 %) bean- standen die Verkehrssituation – hier insbesondere den „zu vielen, zu lauten und zu schnellen Verkehr“, aber auch fehlende Geschwindigkeits- oder Verkehrskontrollen, die unzureichende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, die Aufhebung der Einbahnstraßen und die zugeparkten Straßen und engen Gehwege. Obwohl die Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer von der Hochhausbebauung selbst gar nicht unmittelbar betroffen sind, bewerten 19,6 % von ihnen „die dichte Bebau- ung“ und „die Hochhäuser“ deutlich stärker als die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes (7,2 %). Dies mag vor allem mit dem in Alt-Rintheim kontrovers disku- tierten Thema der Nachverdichtung zusammenhängen. Die Bewohnerinnen und Be- wohner des Rintheimer Feldes scheinen sich mit der Hochhausbebauung arrangiert zu haben. Von den Nachverdichtungen in Alt-Rintheim sind sie nicht betroffen. Tabelle 5 Probleme Rintheims Probleme Rintheims Insgesamt Alt-Rintheim Rintheimer Feld Karlsruhe* Was gefällt Ihnen in Rintheim überhaupt nicht? Anteile an den Befragten Hochhäuser/ dichte Bebauung 12,8%19,6%7,2% --- Lärm 10,8%12,5%9,4% 11,3% Schlechte Einkaufsmöglichkeiten 9,6%14,3%5,8% 29,6% Verkehrssituation 8,8%17,9%1,4% 21,0% Jugendliche 8,8%0,9%15,2% --- Kriminalität/ Vandalismus 6,8%4,5%8,7% Soziales Umfeld 6,0%2,7%8,7% }9,6% Müll/ Dreck 6,0%3,6%8,0% 7,4% zu wenig Parkmöglichkeiten 5,2%8,9%2,2% 11,8% heruntergekommene Wohnverhältnisse 5,2%3,6%6,5% --- alte Straba 4,8%5,4%4,3% --- zu viele Ausländer 3,6%0,9%5,8% 3,4% alles in Ordnung 10,4%12,5%9,4% --- Sonstiges 13,6%19,6%8,7% --- Keine Antwort 19,2%17,9%20,3% --- Anzahl Befragte 250112138 Anzahl negativer Nennungen 255128127 ____ * Bürgerumfrage 2006; eingeschränkte Vergleichbarkeit. 1) Es waren Mehrfachnennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 42 Ähnlich sieht das Bild bezüglich der Verkehrssituation aus: Während knapp 17,9 % der Bewohnerschaft von Alt-Rintheim dies als Nachteil ihres Wohngebietes empfinden, nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes dies kaum negativ wahr (1,4 %). Umgekehrt fällt das Stimmungsbild hinsichtlich der Jugendlichen aus: Die Alt- Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer stören sich kaum an ihnen, während sich 15,2 % der Bewohner des Rintheimer Feldes ihnen gegenüber kritisch äußern. Auch die Aspekte „Kriminalität und Vandalismus“ sowie „Müll und Dreck“ werden von den Befragten des Rintheimer Feldes sehr viel deutlicher geäußert. Weniger problematisch sehen die Be- wohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes die Park- und Einkaufsmöglichkeiten – diese werden dagegen von den Alt-Rintheimern sehr viel häufiger bemängelt. (Un)Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld Am Wohnumfeld – also den Verhältnissen in der unmittelbaren Umgebung des Hauses – übt ein beachtlicher Anteil der Befragten Kritik. Insgesamt 22,9 % – also annähernd ein Viertel – der Bewohnerschaft Rintheims sind mit dem Wohnumfeld weniger zufrieden (17,3 %) oder nicht zufrieden (5,6 %). ABBILDUNG 7 zeigt die Ergebnisse. Die Bewohnerinnen und Bewohner Alt-Rintheims sind generell zufriedener als die des Rintheimer Feldes. Ebenfalls deutlich zufriedener sind die Eigentümerinnen und Eigen- tümer sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Ein-, Zwei- oder Reihenhäusern – wie Anhangtabelle 3 zu entnehmen ist. Diese Gruppen sind größtenteils identisch. Als Gründe für die Unzufriedenheit wurden weitgehend dieselben Aspekte genannt, wie sie bei der Frage nach den Nachteilen Rintheims genannt wurden – jedoch in einer an- deren Gewichtung: Durch das soziale Umfeld sehen sich 34,5 % beeinträchtigt, 30,9 % durch Lärm und weitere 23,6 % kritisieren den vielen Müll und Dreck im Gebiet. Eben- falls häufig nennen sie als Grund ihrer Unzufriedenheit die Jugendlichen sowie die As- pekte Kriminalität, Gewalt und Alkohol. Zwischen den beiden Teilen Rintheims fallen die Antworten wiederum sehr unterschiedlich aus – wie TABELLE 6 zeigt. Das soziale Um- feld wird von den Alt-Rintheimerinnen und Alt-Rintheimern viel häufiger als Grund für ihre Unzufriedenheit genannt (41,7 %) als von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Rintheimer Feldes (32,6 %). Den „vielen Müll und Dreck“ empfinden hingegen aus- schließlich die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes als Problem (30,2 %). Die Verkehrssituation wird beinahe ausschließlich von der Bewohnerschaft Alt- Rintheims kritisiert (16,7 %). Darüber hinaus werden als weitere Gründe für die Unzu- friedenheit mit dem Wohnumfeld von den Befragten des Rintheimer Feldes „zu viele Ausländer“ und „die Hochhäuser“ angeführt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 43 8,7% 59,4% 60,4% 58,7% 9,0% 1,8% 8,7% 28,8% 17,7% 23,9% 17,3% 5,6% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedennicht zufrieden B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 7 Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld B asis: 249 B efragte mit A ntwo rt Tabelle 6 Gründe für Unzufriedenheit mit dem Wohnumfeld 1) Warum sind Sie "weniger zufrieden" Gründe für Unzufriedenheit oder "nicht zufrieden" mit Ihrem Insgesamt Alt-Rintheim Rintheimer Feld Wohnumfeld? Anteile an den Befragten Soziales Umfeld 34,5%41,7%32,6% Lärm 30,9%25,0%32,6% Müll/ Dreck 23,6%--- 30,2% Jugendliche 14,5%8,3%16,3% Kriminalität/ Vandalismus 14,5%8,3%16,3% zu viele Ausländer 12,7%--- 16,3% Hochhäuser 5,5%--- 7,0% Verkehrssituation 5,5%16,7%2,3% Sonstiges 21,8%25,0%20,9% Anzahl Befragte mit Antwort 551243 ____ 1) Es waren Mehrfachnennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 Verbesserungswünsche im Wohnumfeld und im Stadtteil Bei der Frage nach Verbesserungen im Wohnumfeld nannten 23,2 % der Rintheimerin- nen und Rintheimer den Wunsch nach weniger Verkehrslärm. Mehr Pkw-Stellplätze wünschen sich 18,3 %. Für Verbesserungen im Bereich der Grünflächen und Straßen- bäume votieren 17,1 % der Befragten und 17,5 % sprechen sich für mehr Sitzgelegen- heiten aus. Darüber hinaus wurden mehr Angebote für Jugendliche angesprochen, mehr Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, mehr Sicherheit und Sauberkeit und ein ver- besserter Zustand der Straßen. Relativ häufig wurde auch der Wunsch nach Niederflur- wagen bei der Straßenbahn geäußert. In TABELLE 7 sind die Verbesserungswünsche zu- sammengefasst. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 44 In Alt-Rintheim werden vor allem Verbesserungen bezüglich Verkehrslärm und Grünflä- chen angemahnt. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes wünschen vorrangig mehr Sitzgelegenheiten, mehr Pkw-Stellplätze sowie mehr Kinderspielberei- che. Tabelle 7 Verbesserungswünsche zum Wohnumfeld 1) Welche Verbesserungen würden Sie sich in Verbesserungswünsche Ihrem Wohnumfeld am meisten wünschen? Insge- samt Alt- Rintheim Rintheimer Feld Anteile an den Befragten weniger Verkehrslärm 23,2%34,2%14,1% mehr Pkw-Stellplätze 18,3%17,1%19,3% mehr Sitzgelegenheiten 17,5%7,2%25,9% mehr Grünflächen, Straßenbäume 17,1%31,5%5,2% mehr Kinderspielbereiche 12,2%4,5%18,5% mehr Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten 10,6%3,6%16,3% Etwas anderes 24,4%22,5%25,9% darunter ... Jugendzentrum, mehr Angebote für Jugendliche 4,5%---8,1% ... Zustand der Straßen verbessern 4,1%4,5%3,7% ...mehr Sauberkeit 3,3%1,8%4,4% nichts, alles ist o.k. 19,5%18,0%20,7% Anzahl Befragter mit Antwort 246111135 ____ 1) Es waren zwei Nennungen möglich, daher ist die Summe größer 100%. Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 6/2009 4.3.4 Soziale Kontakte, Interesse und Engagement für den Stadtteil In Rintheim leben Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Schichten. Ent- sprechend unterschiedlich kommen in den Umfrageergebnissen ihre Interessen und Vor- stellungen zum Ausdruck. Das Zusammenleben im Stadtteil wird von 10,1 % der Rintheimer Bewohnerschaft als konfliktreich oder sehr konfliktreich bewertet – wie aus ABBILDUNG 8 hervorgeht. Zum Vergleich: In der Bürgerumfrage 2006 bewerteten ledig- lich 4,3 % der Karlsruherinnen und Karlsruher insgesamt das Zusammenleben in ihrem Stadtteil als konfliktreich oder sehr konfliktreich – also deutlich weniger als in Rintheim. Während die Einschätzung in Alt-Rintheim etwas positiver ausfällt, beurteilen im Rintheimer Feld 11,5 % der Befragten das Zusammenleben kritisch. Dies kann damit zusammenhängen, dass 29,2 % Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes angeben, keine Freunde und Bekannten im Stadtteil zu haben. Unter der Bewohnerschaft Alt-Rintheims sind es „nur“ 19,6 %. Die meisten der Befragten ha- ben einige wenige Freunde im Stadtteil. Die Anzahl der Kontakte innerhalb Rintheims ist bei Haushalten mit Kindern höher als bei Haushalten ohne Kinder. ABBILDUNG 9 zeigt die Ergebnisse. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 45 3,8% 54,7% 3,8%3,8% 46,8% 40,5% 44,3% 33,0% 39,2% 8,4% 9,2% 7,5% 0,9% 1,7% 2,3% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld sehr harmonischharmonischteils-teilsk onflik tre ichsehr konfliktreich B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 8 Zusammenleben im Stadtteil Basis: 237 Befragte mit Antwort 11,2% 8,0% 13,9% 20,5% 13,1% 43,8% 16,5% 51,8% 47,4% 29,2% 19,6% 24,9% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld fast alleetwa die Hälfteeinige wenigegar keine B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 9 Freunde und Bekannte im Stadtteil Basis: 249 Befragte mit Antwort Das Interesse am Rintheimer Geschehen ist vergleichsweise gering: Ein starkes Interesse zeigen 26 % der Befragten, 12,2 % haben hingegen überhaupt kein Interesse. Wie aus ABBILDUNG 10 hervorgeht, ist das Interesse in Alt-Rintheim zwar größer als bei den Be- wohnerinnen und Bewohnern des Rintheimer Feldes, aber liegt dennoch deutlich unter den städtischen Durchschnittswerten. Das Interesse steigt mit zunehmender Wohndauer in Rintheim an. Frauen und Deutsche kümmern sich tendenziell etwas stärker um das örtliche Geschehen als Männer oder Nichtdeutsche. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 46 Die mittlere Altersgruppe interessiert sich deutlich stärker für den Stadtteil als die unter 30- oder über 65-Jährigen. Besonders interessiert zeigen sich jedoch die Haushalte mit Kindern sowie die Haus- und Wohnungseigentümer. Die Ergebnisse der einzelnen Be- fragtengruppen sind in Anhangtabelle 4 dargestellt. 29,7% 39,6% 34,8% 23,0% 26,0% 37,0% 25,9% 23,4% 24,8% 16,3% 7,2% 12,2% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld starkte ils-te ilswenigüberhaupt nicht B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 10 Interesse am Stadtteilgeschehen B asis: 246 B efragte mit A ntwo rt 34,0% 45,2% 66,0% 54,8% 74,5% 25,5% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld JaNein B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 11 Mitwirkungsbereitschaft innerhalb der Bürgerbeteiligung Basis: 241 Befragte mit Antwort Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 47 An der künftigen Bürgerbeteiligung wollen 34 % der Befragten mitwirken. Die restli- chen 66 % lehnen eine Beteiligung ab. Unter den Alt-Rintheimerinnen und Alt- Rintheimern ist die Mitwirkungsbereitschaft höher ausgeprägt als unter den Bewohne- rinnen und Bewohnern des Rintheimer Feldes. Dies zeigt ABBILDUNG 11. Deutsche zei- gen sich eher zur Mitwirkung bereit (35,4 %) als Nichtdeutsche (25 %). Noch ungleicher fällt das Bild zwischen Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer aus: Während sich nur 26 % der Mieterinnen und Mieter beteiligen wollen, äußern 55,6 % der Eigentümerinnen und Eigentümer hierzu ihre Bereitschaft. Auch die Haushalte mit Kindern (42,3 %) sind eher an der Mitwirkung an der Bürgerbeteiligung interessiert als Haushalte ohne Kinder (30,6 %). Nach Haushaltstypen erweisen sich vor allem die Seniorenhaushalte als desinteressiert: Am Stadtteilentwicklungsprozess wollen sich nur 26,1 % von ihnen beteiligen. Anhangtabelle 5 enthält die Ergebnisse im Einzelnen. Zwischen dem Interesse am Rintheimer Geschehen und der Bereitschaft, selber aktiv bei der Verbesserung der Lebensverhältnisse mitzuwirken, ist ein (nahe liegender) Zusam- menhang feststellbar. Demnach können sich diejenigen, die ein verstärktes Interesse an dem Geschehen in Rintheim haben, eher vorstellen, aktiv im Rahmen einer Bürgerbetei- ligung mitzuwirken, als diejenigen, die kein Interesse an den Geschehnissen in Rintheim zeigen. 4.3.5 Wohnqualität insgesamt Die Einschätzung der Wohnqualität insgesamt fällt in Rintheim deutlich schlechter aus als im Durchschnitt aller Karlsruher Stadtteile. Alles in allem betrachtet, bewerten 54,5 % der Rintheimerinnen und Rintheimer die Wohnqualität ihres Stadtteils mit „gut“ (Karlsruhe 57,1 %) * . Die Note „sehr gut“ vergeben nur 6,9 % (Karlsruhe 20,6 %). Wei- tere 31,3 % (Karlsruhe 17,3 %) bewerten die Wohnqualität des Stadtteils als „befriedi- gend“ und 6,1 % (Karlsruhe 3,4 %) als „ausreichend“. ABBILDUNG 12 zeigt die Beur- teilung der Wohnqualität in Rintheim im Vergleich mit dem Karlsruher Durchschnitts- wert. * Werte in Klammern entstammen der Bürgerumfrage Wohnen 2008. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 48 57,1% 1,8% 20,6% 11,1% 6,9% 54,5% 45,2% 65,8% 17,3% 34,8% 27,0% 31,3% 3,4% 6,7% 5,4% 6,1% 1,6% 2,2% 1,2% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% InsgesamtAlt-RintheimRintheimer FeldKarlsruhe 1) sehr gutgutbefriedigendausreichendmangelhaft Note 2,4 Note 2,4 Note 2,5 Note 2,1 1) B ürgerumfrage Wo hnen 2008 B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 12 Beurteilung der Wohnqualität B asis: 246 B efragte mit A ntwo rt Die Bewohnerschaft Alt-Rintheims benotet die Wohnqualität besser (Note 2,4) als die Bewohnerinnen und Bewohner des Rintheimer Feldes (Note 2,5). Die Alt- Rintheimerinnen und Alt-Rintheimer vergeben häufiger die Note „gut“ (65,8 %), aber kaum „sehr gut“ (1,8 %). Mit „sehr gut“ benoten hingegen 11,1 % der Bewohnerin- nen und Bewohner des Rintheimer Feldes ihre Wohnqualität – dafür deutlich weniger mit „gut“ (45,2 %). Die Wertungen „befriedigend“, „ausreichend“ und „mangelhaft“ werden im Rintheimer Feld häufiger vergeben als in Alt-Rintheim. Die Einschätzung der Wohnqualität in Rintheim bleibt unter den gesamtstädtischen Ver- gleichswerten und nicht weniger als 20 % aller Befragten in Rintheim geben an, dass sich die Verhältnisse innerhalb der letzten drei Jahre verschlechtert hätten – nur 14,8 % sprechen von einer Verbesserung. Dies zeigt ABBILDUNG 13. Die meisten Befragten (50,4 %) halten die Situation für unverändert. Mieter beurteilen die Entwicklungen posi- tiver als Eigentümer und Nichtdeutsche besser als Deutsche (vgl. Anhangtabelle 6). Die Ergebnisse fallen in den beiden Teilen des Untersuchungsgebiets gleichgerichtet aus: Der Anteil der Befragten, die von Verschlechterungen der Wohnqualität sprechen, fällt jeweils höher aus als der Anteil, die Verbesserungen wahrnehmen. Allerdings können überdurchschnittlich viele Befragte in Alt-Rintheim (19,6 %) diese Frage nicht beantwor- ten. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 49 10,7% 51,8% 49,3% 18,1% 14,8% 50,4% 21,7% 20,0% 17,9% 19,6% 14,8% 10,9% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Insgesamt Alt-RintheimRintheimer Feld eher verbessertgleich gebliebeneher verschlechtertkeine Antwort B ewo hnerbefragung Rintheim 2008 Stadt Karlsruhe, A mt für Stadtentwicklung 6/2009 Abb. 13 Entwicklung der Wohnqualität innerhalb der letzten 3 Jahre Basis: 250 Befragte 4.3.6 Fazit Die Bewertung der Wohn- und Lebensverhältnisse in Rintheim durch die Bewohnerinnen und Bewohner zeigt zahlreiche Defizite und Mängel auf. Insbesondere in der Gegen- überstellung mit städtischen Durchschnittswerten fällt die Beurteilung vergleichsweise schlecht aus: Die Zufriedenheit mit Wohnung und Wohnumfeld ist deutlich niedriger und auch die Wohnqualität insgesamt wird in Rintheim schlechter bewertet. In der Beur- teilung des Zusammenlebens im Stadtteil durch die Befragten kommt erhebliches sozia- les Konfliktpotential zum Ausdruck, das in den übrigen Karlsruher Stadtteilen so nicht vorliegt. Die Umfrageergebnisse machen konkrete Problempunkte im Gebiet deutlich: In Alt- Rintheim betrifft dies vor allem städtebauliche Aspekte wie die dichte Bebauung, unzu- reichende Nahversorgung, Straßenverhältnisse, Verkehrssituation, aber auch das soziale Umfeld. Noch weitaus häufiger werden soziale Missstände im Rintheimer Feld genannt: Probleme mit Jugendlichen, Kriminalität, Vandalismus, Schmutz und Ruhestörungen sind die am häufigsten genannten Probleme. 4.4 Befragung der Träger Öffentlicher Belange (TÖB) Eine Befragung der Träger Öffentlicher Belange wurde im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung in Form der Stellungnah- men sind in der Anlage beigelegt und tabellarisch aufgearbeitet. 4.5 Schlüsselpersonengespräche Im Rahmen von Schlüsselpersonengesprächen wurden vertiefende Meinungen von Per- sonen eingeholt, welche als Mulitplikatoren in den Stadtteil wirken und über Ihre Arbeit ein differenziertes Meinungsbild in die Analyse der Vorbereitenden Untersuchungen einbringen können. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 50 Folgende Personen wurden befragt: -Pfarrer Lurk, evangelische Kirche „Zum Guten Hirten“ -Pfarrer Schmitt, katholische Kirche „St. Martin“ -Frau Willmann, Bürgerverein Rintheim e.V. -Herr Klose, Frau Litzler, Bürgerverein Rintheim e.V. -Schulleiter Bredl, Heinrich Köhler Grund und Hauptschule -Frau Albrecht – engagierte Bewohnerin -Herr Grüßinger, Jugendhaus Oststadt -Herr Weßbecher, Polizei Die Aussagen der beteiligten Personen wurden tabellarisch in Form eines Kurzprotokolls erfasst und in die verschiedenen Punkte der Bestandsanalyse eingebunden. Zusammen- fassen kann ausgehend von den Schlüsselpersonengesprächen festgehalten werden: -Rintheim braucht dringend soziale und kulturelle Angebote, die die Identität mit dem Stadtteil stärken und das Image des Stadtteils positiv prägen. Rintheim will als Stadtteil wahrgenommen werden. -Das Vereinsleben bzw. das ehrenamtliche Engagement braucht eine Aktivierung und Struktur. -Die Lokale Wirtschaft braucht neue Impulse, der Niedergang des Staudenplatzes muss aufgefangen werden. Die Rolle des Technologieparks für Rintheim könnte stärker erschlossen werden. -Die Trennung zwischen Alt Rintheim und Rintheimer Feld durch die Mannheimer Straße muss verringert werden (Übergänge schaffen); es müssen gemeinsame Anlaufstellen, gemeinsame Begegnungsorte für beide Bereiche geschaffen wer- den. -Migrantinnen und Migranten sind nur schwer bis gar nicht aktivierbar, die geziel- te Beteiligung von Migranteninnen und Migranten am Stadtteilentwicklungspro- zess wäre sehr wünschenswert. Besondere Strategien zur Aktivierung sind erfor- derlich. -Das Einbinden von Kindern und Jugendlichen in die Stadtteilentwicklung ist über geeignete Beteiligungsformen herzustellen. Wichtige Ansatzpunkte für die Soziale Stadt Rintheim bzw. die Stadtteilentwicklung sind: -Erreichen der Eltern und Anbinden in den Schulalltag z.B. durch Sprachkurse. -Stärken der Erziehungskompetenz der Eltern, insbesondere überforderter Mütter. -Stärken der Schüler in ihrer Persönlichkeit und im Sozialverhalten. -Stärken der Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Für Jugendliche ist ein akzeptierter Treffpunkt zu schaffen, mit den Funktionen: -Schaffung von Raum und Angebote (Beratung, Unterstützung bei Berufsfindung, Bewerbung etc. Training...). -Herstellen einer Verständigung zwischen den Generationen. -Förderung einer Akzeptanz für Jugendliche im Stadtteil. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 51 5. Ergebnisse aus dem vorgelagerten Beteiligungsprozess Die Bürgerschaft soll von Beginn an intensiv in den Sanierungsprozess eingebunden werden, um den Sanierungsprozess erfolgreich durchzuführen. Im Rahmen der Vorbe- reitenden Untersuchungen wurde bereits eine erste Phase der Beteiligung der Bürger- schaft umgesetzt, deren Ergebnisse ebenfalls in die vorliegenden Vorbereitenden Unter- suchungen eingeflossen sind. Für den Beteiligungsprozess sind insgesamt vier Phasen vorgesehen: Phase eins von März bis Juni 2009 beinhaltete die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchung. Ziel dieser Phase ist es, bereits im Zuge der Vorbereiten- den Untersuchungen die Bürgerschaft in der Frage der Analyse der Mängel und Miss- stände und in die Definition möglicher Sanierungsmaßnahmen einzubeziehen, um früh die Basis für eine Einbindung der Öffentlichkeit zu legen, eine Akzeptanz des Sanie- rungsverfahrens herzustellen und darüber zu informieren. In diese Phase integriert sind zudem Schlüsselpersonengespräche und erste Abstimmungsrunden mit der Volkswoh- nung als Haupteigentümer im Rintheimer Feld. In der Phase der Vorbereitenden Untersuchungen sind dabei folgende Veranstaltungen durchgeführt worden: - Auftaktveranstaltung am 02.04.2009 - Stadtteilspaziergang am 03.04.2009 - Zukunftswerkstatt 1 am 24./25.04.2009 - Zukunftswerkstatt 2 am 08./09.05.2009 - Zukunftswerkstatt 3 am 15./16.05.2009 Diezweite Phase von Juni 2009 bis Frühjahr 2010 beginnt mit der Fertigstellung der Vorbereitenden Untersuchung unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Bürgerbe- teiligung und der Beantragung der Aufnahme in das Sanierungsprogramm Soziale Stadt. Ab Herbst 2009 werden in einer Workshopreihe Starterprojekte konkretisiert. Ziel dieser Phase ist es, eine Kontinuität in der Beteiligung herzustellen und frühzeitig in die Pro- jekt- und Umsetzungsebene einzusteigen. Parallel dazu findet – zusammen mit der Er- öffnung eines Info- und Beratungsbüros der Volkswohnung - eine Initiierung der Vor- Ort-Präsenz in einem Stadtteilbüro sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Aktivierung und Netzwerkbildung statt. Die Eröffnung des Stadtteilbüros ist für den 06.10.2009 vorge- sehen. DiePhase drei von Anfang 2010 bis März 2011wird – sofern eine Aufnahme in das Sa- nierungsprogramm erfolgt - mit der ersten Stadtteilkonferenz, die gleichzeitig auch den Auftakt des Quartiersmanagements darstellt, beginnen. In dieser Phase soll im Weiteren die sozialräumliche und städtebauliche Quartiersentwicklung durch die Umsetzung der Starterprojekte und die Generierung weiterer Projekte vorangetrieben werden. In der vierten Phase wird schließlich eine Verstetigung des Sanierungsprozesses durch die zunehmende Etablierung der neu geschaffenen Strukturen angestrebt. Über diese Strukturen soll die Kommunikation im Stadtteil über das Stadtteilmanagement hinaus vor Ort getragen werden. Die vierte Phase wird durch eine zweite Stadtteilkonferenz mit einer Ergebnisdarstellung beendet, die weiterführende Stadtteilentwicklung wird über die Fachverwaltung planerisch weiterbegleitet und unterstützt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 52 5.1 Auftaktveranstaltung am 02.04.2009 Die Phase 1 des Beteiligungsprozesses begann mit einer Auftaktveranstaltung am 02.04.2009 im Gemeindesaal der katholischen St. Martins Gemeinde, direkt am Quar- tierseingang in der Mannheimer Straße. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde über die Ziele des Sanierungsprozesses informiert und es wurde ein Ausblick auf die im Jahr 2009 und 2010 geplanten Maßnahmen der Beteiligung der Bürgerschaft gegeben. Insgesamt rund 120 Bürgerinnen und Bürger konnten in der Auftaktveranstaltung zu- dem Informationen über die Ergebnisse der Bürgerbefragung des Amts für Stadtent- wicklung und die Haltung des Bürgervereins Rintheims erhalten. 5.2 Stadtteilspaziergang am 03.04.2009 Unmittelbar nach der Auftaktveranstaltung fand am 03.04.2009 ein Stadtteilspazier- gang durch das projektierte Sanierungsgebiet statt. Ziel des Stadtteilspaziergangs war es, einen ersten gemeinsamen Eindruck von der Situation vor Ort zu erhalten und erste Reaktionen und Eindrücke von den Teilnehmenden auf unterschiedliche räumliche, städ- tebauliche, freiraumplanerische und soziale Situationen innerhalb des Stadtteils zu erhal- ten. An dem zweistündigen Stadtteilspaziergang nahmen rund 50 Personen teil, die sich aus Anwohnerinnen und Anwohnern des Rintheimer Feldes und Alt-Rintheims wie auch aus Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern zusammensetzten. Auch Herr Bürgermeister Jäger nahm am Spaziergang teil und unterstrich die Wichtigkeit, die Dinge gemeinsam vor Ort anzusehen und die ein- zelnen Situationen im Stadtteil gemeinsam zu begehen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 53 Der Stadtteilspaziergang dauerte rund zwei Stunden und führte entlang der folgenden Route durch das Rintheimer Feld und Alt-Rintheim: Im Zuge des Stadtteilspaziergangs wurden insgesamt 15 Themenfelder an unterschied- lichen Stationen angesprochen und es wurden die jeweiligen Situationen aus stadträum- licher, städtebaulicher, freiraumplanerischer und sozialer Sicht andiskutiert. Station 1: Der Staudenplatz als zentraler Ort und Treffpunkt innerhalb des Rintheimer Felds Station 2: Große zusammenhängende Freiflächen nördlich des Staudenplatzes Station 3: Freiraum im Bereich der Punkthochhäuser – Tiefgaragen im Bereich Rintheimer Feld Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 54 Station 4: Frei- und Brachfläche an der Forststraße Station 5: Modernisiertes Punkthaus Volkswohnung Station 6: Der Ostring als Fuge zwischen dem Rintheimer Feld und der Oststadt Station 7: Grünzug Pfarrer Junker Weg - Schulstandort Station 8: Zukünftiger Standort Bolzplatz Station 9: TSV Rintheim – Auftakt und Straßenraum Ernststraße Station 10: Grünzug TSV- Schule am Weinweg Station 11: Rintheimer Hauptstraße Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 55 Station 12: Mannheimer Straße Station 13: Heilbronner Straße / Sanierter Zeilenbau Volkswohnung Station 14: Wendeschleife am Hirtenweg Station 15: Ladenzeile Hirtenweg Station 16: Dreschhalle Zum Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, auf zwei Luftbildern die Orte im Stadtteil mit Klebepunkten zu versehen, welche die stärksten Defizite aufweisen (rote Punkte) und diejenigen, wo aus Sicht der Teilnehmen- den bestehende Stärken und Potenziale für eine Aufwertung gesehen werden (grüne Punkte). Die wesentlichen Konfliktpunkte lagen demnach: -in der Situation des Staudenplatzes, welcher durchweg als unbefriedigend und we- nig zukunftweisend angesehen wurde (Ladenbesatz, äußeres Erscheinungsbild, „Downgrading-Effekt“, städtebauliches Umfeld, Parkierungs- und Müllsituation, Wegebeziehungen etc.) -in der Freiraumsituation an der Wendeschleife der Straßenbahn an der Kreuzung Mannheimer Straße / Hirtenweg. Auch hier wurde der Zustand durchweg als trostlos mit einer entsprechend negativen Außenwirkung auf das Image des Stadtteils darge- stellt -in der trennenden Wirkung der Mannheimer Straße, welche sowohl funktional- räumlich als trennende Zäsur angesehen wird, bei der jedoch auch vielfach eine „geistige“ Trennwirkung zwischen Alt-Rintheim und dem Rintheimer Feld konstatiert wurde -in den Straßenräumen Alt-Rintheims, insbesondere der Rintheimer Hauptstraße und der Ernststraße, welche als monoton, mit Parkierung belastet und trist angesprochen wurden -in der Freiraumsituation an der Dreschhalle, wo ein fehlendes Vorfeld, Defizite in den Nutzungsoptionen der Dreschhalle und die eingeschränkte räumliche Situation des gut frequentierten Spielplatzes angesprochen wurden -und in der Situation am Platz des alten Rathauses an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße / Forststraße, welcher als nachhaltig defizitär in der identitätsstiftenden Wirkung für Alt-Rintheim bewertet wurde. Wenngleich die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stadtteilspazierganges aus Alt-Rintheim stammten, so wurde dennoch auch im sozial- räumlichen Aspekt dargestellt, dass faktisch keine sozialen Strukturen bestehen, welche die beiden Quartiere des Rintheimer Felds und Alt-Rintheims miteinander verknüpfen. Aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben die Stadtteile „nebeneinander her“ und die Situation der räumlichen Zäsur entlang an der Mannheimer Straße ist aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Sinnbild auch für die sozialen Strukturen innerhalb des Stadtteils Rintheim Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 56 Die nachstehende Bewertung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibt ein räumliches Bild von den Schwerpunkten der Mängel und Konflikte ab: Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 57 5.3 Zukunftswerkstätten Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen wurden insgesamt drei je 1,5-tägige Zukunftswerkstätten zu folgenden Themen durchgeführt: - Themenfeld „Soziales und kulturelles Miteinander“ am 24./25.04.2009 - Themenfeld „Öffentlicher Raum und Freiraum“ am 08./09.05.2009 - Themenfeld „Städtebau, Handel und Verkehr“ am 15./16.05.2009 Die Methodik der Zukunftswerkstätten wurde gewählt, um einen bestmöglichen inhaltli- chen Input in die Vorbereitenden Untersuchungen zu erlangen. Die Zukunftswerkstätten gliederten sich dabei in einem Drei-Phasen-Modell wie folgt: -die Kritikphase (jeweils Freitagnachmittag) im Rahmen derer die Mängel und Probleme, die die Teilnehmenden in die Stadtteil- entwicklung einbringen möchten, benannt wurden. Neben den Mängeln werden auch Stärken abgefragt, auf die es aufzubauen gilt. -die Phantasie- und Utopiephase (jeweils Samstagvormittag) in deren Rahmen Ideen und Visionen für die künftige Entwicklung Rintheims entwickelt wurden und -die Verwirklichungs- und Praxisphase (jeweils Samstagnachmittag) in deren Rahmen aus dem Wunschhorizont der Vision umsetzbare Projekte und Maß- nahmen abgeleitet wurden. Aus den Zukunftswerkstätten ergab sich ein Meinungsbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu dem für die Vorbereitenden Untersuchungen notwendigen inhaltlichen Querschnitt. Das Meinungsbild kann im Zuge der Definition der Mängel und Konflikte wie auch der Handlungsziele / Projekte und Maßnahmen wie folgt in Kürze dargestellt werden. Die Protokolle der Zukunftswerkstätten sind im Internet unter www.karlsru- he.de/Stadtentwicklung abrufbar. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 58 5.4 Von den Bürgerinnen und Bürgern benannte Mängel und Missstände Im Zuge der Zukunftswerkstätten wurden die folgenden Mängel und Missstände benannt: Mängel im Sozialen und kulturellen Miteinander ʚGenerationenkonflikte, die sich z.B. im Umgang mit Jugendlichen zeigen. Hier wird beispielsweise ein beeinträchtigtes Sicherheitsempfinden vieler Erwachsener durch das als aggressiv empfundene Verhalten von Jugendlichen angeführt. Das unange- messene Verhalten der Jugendlichen wird auf schwierige familiäre Verhältnisse vor- rangig im Rintheimer Feld sowie auf das Fehlen von räumlichen und pädagogischen Angeboten zurückgeführt. ʚFehlende Integration auf mehreren Wahrnehmungsebenen, sowohl beim Zuzug Auswärtiger in den Stadtteil (z.B. im Zuge der Nachverdichtung in Alt-Rintheim und damit zusammenhängend Diskrepanzen zwischen den Erwartungen der Zuziehen- den an das Leben im Stadtteil und der Realität) wie auch bei der Integration von Migranten im gesamten Stadtteil. ʚMangelnde Kooperation zwischen den Schulen, hier insbesondere zwischen den bei- den Grundschulen. Dieser Umstand sowie die unterschiedlichen Einzugsgebiete der Schulen (zum einen Alt Rintheim, zum anderen das Rintheimer Feld) verstärken die wahrgenommene Trennung zwischen den Teilgebieten und führen zu einer frühzei- tigen „Sortierung“ schon bei den Schulkindern. ʚFehlen eines Orts der Begegnung (öffentlicher Raum, Platz als Identifikationspunkt). ʚFehlen „neutraler“, also nicht institutionell gebundener Raumangebote, aber auch das Fehlen von Räumen für Institutionen (Vereine, Sozialarbeit, Begegnungsstätten). ʚFehlende attraktive gastronomische Angebote (Ausgehmöglichkeiten, Freizeitwert). ʚRückgang des ehrenamtlichen Engagements z.B. in Vereinen, hier besonders auch das Problem der geringen Einbindung der Einwohnerinnen und Einwohner des Rintheimer Felds in die vorrangig in Alt-Rintheim verorteten Vereins- und Ehrenamts- angebote. ʚMängel in der sozialen Kompetenz im alltäglichen Miteinander, ablesbar z.B. in rücksichtslosem Verhalten (Raserei auf der Mannheimer Straße, Schleichverkehr, be- hinderndes Parken auf Gehwegen, Verschmutzung im öffentlichen Raum durch Hundekot und Abfälle). Dies wird auch auf Mängel in der „sozialen Gestaltung“ öf- fentlicher Räume zurückgeführt (mangelnde soziale Kontrolle, schlechtes, abgenutz- tes Erscheinungsbild, ungünstige bzw. fehlende klare Zonierung („alles öffentlich“), dadurch auch Mangel an gefühlter Verantwortlichkeit). ʚFehlen von niederschwelligen Bildungs- und Kulturangeboten zur Überwindung sprachlicher Barrieren und zur Integration von Zugezogenen und Migranten. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 59 Städtebauliche und freiraumplanerische Mängel und Konflikte im Teilbereich Rintheimer Feld: -Mängel in der Funktion und Gestaltung des Staudenplatzes, welcher seine Funktion als Quartiersmitte und Nahversorgungsstandort für das Rintheimer Feld und darüber hinaus nicht mehr adäquat erfüllt. Probleme im Ladenleerstand bzw. im Ladenbesatz, in der mangelhaften Situation der Bausubstanz, der Gestaltung der rückwärtigen An- lieferungs- und Parkierungszonen, des Südrands mit dem gestalterisch unbefriedigen- den Durchgang am Heinz-Schuchmann-Haus und des Nordrands mit dem Übergang zu Heilbronner Straße bzw. der angrenzenden ungenutzten Freifläche. Laut grund- sätzlichem Statement von Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sei der Stau- denplatz trotz der vor wenigen Jahren vollzogenen Sanierungsmaßnahmen im öffent- lichen Raum weiter abgeglitten. Aufgrund seiner abseitigen und introvertierten Lage im Rintheimer Feld sei der Staudenplatz zu wenig auf die umliegenden Quartiere ausgerichtet und damit in seiner Zukunftsfähigkeit als Handelsstandort stark einge- schränkt. -Grundsätzliche Mängel in der Orientierung und Wegeführung innerhalb des Rinthei- mer Felds: Fehlen eines klar ausgebildeten axialen Wegesystems (fehlende Wegehie- rarchie im Ausbau, Beleuchtung, Beschilderung). -Schwierigkeiten bzw. Lücken in der Wegeverbindung: Einerseits in der Nord-Süd- Achse (von der Brücke Ostring über die Forststraße, den Staudenplatz in Richtung Hir- tenweg / Endhaltestelle) und andererseits in der Ost-West-Achse (zwischen der Halte- stelle Hirtenweg an der Haid- und Neu-Straße und der Anbindung nach Alt-Rintheim an der Forststraße). -Defizite in der Situation der Brachfläche an der Forststraße nach Abbruch der Be- standsgebäude vor mehreren Jahren mit einer überaus negativen Außenwirkung. -Defizite in der Freiraumausstattung im Rintheimer Feld: Viele, jedoch jeweils mangel- haft und nicht den Zielgruppenansprüchen entsprechend ausgestatte Kinderspielmög- lichkeiten insbesondere im Bereich südlich der Heilbronner Straße. -Fehlende Möglichkeiten einer angemessenen Freiraumnutzung für die Bewohner- schaft des Heinz-Schuchmann-Hauses. -Fehlen eines zentralen Quartiersplatzes / Quartiersfreiraums. -Mängel in der Gestaltung des Freiraums / Platzraums vor der St. Martinskirche als wichtiger sozialer Kommunikationsort. -Trotz des hohen quantitativen Freiraumpotenzials Defizite in der Ausstattung und in- dividuellen Nutzungsmöglichkeit der weitläufigen halböffentlichren Freiräume im Rintheimer Feld insbesondere nördlich der Heilbronner Straße. -Probleme in der Müllentsorgung und den Erdgeschoss- / Eingangszonen insbesondere der Bebauung südlich der Heilbronner Straße. -Probleme in der Parkierung und unansehnliche Tiefgaragenzufahrten. -Probleme in den Tiefgaragen selbst (Pflege, Beleuchtung, Gestaltung). -Defizite in der städtebaulichen Außenwirkung des Rintheimer Felds (Hochhäuser, Fas- sadengestaltung, Farbgebung). -Nähe des Wohngebäudes zur Wendeschleife am Hirtenweg in Verbindung zur heuti- gen Gestaltungssituation an der Wendeschleife (Abfälle etc.) Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 60 Städtebauliche und freiraumplanerische Mängel und Konflikte im Teilbereich Alt-Rintheim -Probleme in den Straßenräumen Alt-Rintheims aufgrund der Verkehrs- und Parkie- rungssituation: Zu wenig Grün im Straßenraum, steinerne „Schluchten“ (insbesonde- re Ernststraße, Huttenstraße, Forststraße, Rintheimer Hauptstraße), fehlende Kommu- nikationsmöglichkeiten im Straßenraum, zu geringe Gehwegbreiten durch zuparken- de Fahrzeuge, Sicherheitsdefizite. -Mangelhafte Gestaltung der wenigen öffentlichen Freiflächen in Alt-Rintheim: -Fehlender Charakter des Kreuzungsbereichs Rintheimer Hauptstraße / Forststraße / Weinweg als identitätsstiftender Mittelpunkt (ehemaliger Rathausstandort). -Mängel in der Gestaltung des Freiraums / Platzraums vor der Kirche Zum Guten Hirten als wichtiger sozialer Kommunikationsort. -Defizite in der Ausgestaltung des namenlosen Freiraums zwischen TSV Rintheim und der Schule am Weinweg, Defizite auch im Hinblick auf die Rolle des Freiraums als Verbindungsachse für Sehbehinderte. -Defizite in der zielgruppenspezifischen Möblierung und Ausstattungsqualität der Kinderspielplätze in dem Grünzug zwischen TSV Rintheim und der Schule am Weinweg. -Defizite in der Vorfeldgestaltung und im Bereich des Straßenraums vor der Schule am Weinweg und im weiteren Verlauf in Richtung der Kreuzung Forststraße / Rintheimer Hauptstraße. -Mängel in der Gestaltung des Vorfelds der Dreschhalle als wichtiger Ort für die Rintheimer Vereine. -Quantitativer Entwicklungsbedarf für den gut frequentierten Spielplatz an der Dreschhalle als Spielplatzangebot für Alt-Rintheim. -Starker Druck auf die noch vorhandenen privaten Freiräume in den Blockinnenräumen durch anhaltende Nachverdichtungstendenzen, Vermissen eines klaren Regelungsin- strumentariums des Maßes des Nachverdichtung bzw. der Sicherung des durchgrün- ten Charakters in den Blockinnenräumen (B-Plan als Regelungsinstrument). -Gestalterische Defizite und funktionale Konflikte mit den gewerblichen Betrieben, hier explizit der Autohandel an der Mannheimer Straße im Bereich der Wendeschleife und der Autohandel am Kreuzungsbereich Rintheimer Hauptstraße / Weinweg. -Lärmbelastung des Quartiers durch die angrenzenden Bahntrassen, Abschotten des Quartiers nach Westen, Gestaltdefizite im Durchlass in der Verlängerung des Hirten- wegs / Bereich alter Bahnhof. -Probleme mit Schleichverkehren im Bereich des Hinterwiesenwegs auf der für Alt- Rintheim wichtigen Fuß- und Radwegeverbindung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 61 Städtebauliche und freiraumplanerische Mängel und Konflikte in den Straßen- räumen der Mannheimer Straße, des Hirtenwegs des Ostrings und der Haid- und Neu-Straße -Trennende Wirkung der Mannheimer Straße als zu starke Zäsur zwischen den Quar- tieren: Probleme in Querungsmöglichkeiten an den wichtigen Wegebeziehungen, zu breiter Querschnitt im Hinblick auf Ausweisung als Tempo 30-Zone, fehlender Rad- weg, zu wenig Grün im Straßenraum unter Berücksichtigung der Gesamtbreite, tren- nende visuelle Wirkung durch Schottergleis und daraus hervorgehende Lärmbelas- tung. -Mängel in der Gestaltung der Wendeschleife an der Mannheimer Straße / Hirtenweg: Desolate und lieblose Außenwirkung des Freiraums, sehr hoher Anteil an Verkehrsflä- chen (Kreuzungscharakter) auch im Rahmen der Planungen zur Erweiterung des Wendeschleifenradius, Nähe zu den angrenzenden Wohngebäuden, fehlende Gestal- tung der verbleibenden Freiflächen im Inneren der Wendeschleife. -Mängel in der Vorfeldgestaltung der gut funktionierenden Ladenzeile am Hirtenweg, fehlende Möglichkeiten der Bespielung des Vorfelds durch die Geschäfte. -Fehlende gestalterische und funktionale Kraft des gesamten Platzbereichs an der Wendeschleife als identitätsstiftender (und auch räumlicher) Mittelpunkt des Ge- samtsstadtteils Rintheim. -Trennende Wirkung des Ostrings als Zäsur zur Oststadt, einzige Querungsmöglichkeit im Bereich der Brücke an der Forststraße (hier fehlende Verteilerfunktion in das Rintheimer Feld hinein vgl. oben), fehlender Radweg auf Nordseite des Ostrings, Lärmbelastung ausgehend vom Ostring auf das Rintheimer Feld. -Trennende Wirkung der Gärtnereiflächen am Ostring als unzugängliche und nicht nutzbare Freiflächen, teils desolater Zustand der Betriebe mit entsprechend negativer Außenwirkung. -Lärmbelastung ausgehend von der Haid- und Neu- Straße auf das Rintheimer Feld, Defizite in der Querungsmöglichkeit im Haltestellenbereich Hirtenweg. -Fehlende Stadtteileingangsgestaltung an der Kreuzung Mannheimer Straße / Ostring, an der Ecke Haid- und-Neu-Straße / Ostring und am Auftakt des Hirtenweg im Bereich Haid- und Neustraße. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 62 Eintragung der Mängel und Defizite im Rahmen der Zukunftskonferenz 2 (Öffentlicher Raum und Freiraum in Rintheim): 5.5 Image des Stadtteils aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger Neben den sozialen und städtebaulich verortbaren Mängeln und Konflikten wurde im Rahmen der Zukunftswerkstätten auch das derzeitige Image des Stadtteils in der Außen- wirkung abgefragt. Deutlich wurde hierbei, -dass man sich innerhalb des Stadtteils einerseits seit längerer Zeit „überse- hen“ fühlt (Nennungen wie: „Rintheim ist für Karlsruhe das 5. Rad am Wagen, es hat letzte Priorität im Gemeinderat, Rintheim wird von Gemeinderat nicht mehr gese- hen, Rintheim, der vergessene Stadtteil“) -dass der Stadtteil ein grundsätzlich negatives Image besitzt, teils wird auch be- reits von einem Stigma gesprochen (Nennungen wie „ Es gibt viele Vorurteile über Rintheim (Alkohol, Arbeitslosigkeit, Gewalt...), die sich teilweise auch allmählich bes- tätigen, Alt-Rintheim geht ja noch, aber das Rintheimer Feld... , Rintheim wird in eine Schublade gesteckt, Rintheim ist besser als sein Ruf!“) -dass der Stadtteil über keinerlei Anziehungspunkte verfügt, die ihn in der ge- samtstädtischen Sichtweise interessant und besuchenswert machen (Nennungen wie „Straßenbahn ist der einzige Imageträger (Endhaltestelle Rintheim), Oft hört man: „Rintheim, da war ich ja noch nie“, Es gibt keine Anziehungspunkte in Rintheim, weshalb es sich lohnt nach Rintheim zu kommen, Rintheim ist in seiner Lage und Struktur nicht Fisch, nicht Fleisch “) -dass die Außenwirkung stark von der Situation im Rintheimer Feld dominiert wird (Nennungen wie: „Von außen nimmt man nur die Hochhäuser wahr, Alt- Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 63 Rintheim ist nicht sichtbar, nicht erlebbar für Außenstehende, Man kann eigentlich vom äußeren Erscheinungsbild nicht richtig stolz auf Rintheim sein“) -dass man aber im Gegensatz sich auch der Lagequalitäten bewusst ist (Nen- nungen wie „Rintheim, das Grün ist im Blick, Rintheim, die ruhige Insel“) -dass Kommunikations- und Informationsangebote fehlen, die einen Stärkeren Austausch Zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Institutionen und der Administration bieten könnten und darüber hinaus auch Identität stiften und die Iden- tifikation mit dem Stadtteil stärken könnten. 5.6 Von den Bürgerinnen und Bürger benannte Handlungs- und Maßnahmenfelder Ausgehend von der Analyse der Mängel und Konflikte und aufbauend auf einer vorge- lagerten Visionsphase wurden von Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die fol- genden Vorschläge für ein Sanierungsverfahren im Stadtteil Rintheim gegeben: Wesentliche Handlungs- und Maßnahmenfelder für das Themenfeld Kulturelles und Soziales Miteinander ʚSchaffen einer Stadtteilkultur im Sinne eines besseren Miteinanders im Allgemei- nen, verbunden mit einer positiv besetzten Identität des Stadtteils sowie einer Stär- kung und Ausweitung konkreter kultureller Angebote in allen Teilgebieten Rintheims. Hier z.B. Informationsangebote für Zugezogene („Begrüßungspakete“) aber auch bereits Ansässige („Anlaufstelle“), Verbesserung der stadtteilinternen Kommunikation (Informations- und Interaktionsangebote) wie auch in der Außen- wirkung (Stadtteilmarketing mit Image nach innen und außen, Vernetzung, Positio- nierung). Erster Anlass für identitätsstiftende gemeinsame kulturelle und soziale Angebote könnten die anstehenden Feierlichkeiten zum Stadtteiljubiläum 900 Jahre Rintheim (im Jahr 2010) darstellen mit starken Impulsen der Vernetzung zwischen den Teilge- bieten. Darauf aufbauend Verstetigung kontinuierlich integrativ wirkender Veranstal- tungen (Feste, temporäre Aktionen, Kulturangebote). ʚSchaffen und Stärken von interkulturellen Angeboten in neuen Netzwerken, die alle Teilgebiete zusammenführen und erreichen (Vereine, Schulen, soziale Einrich- tungen, Stadt Karlsruhe, Ehrenamt). ʚGezielte Stärkung der Vereinsarbeit (Bürgerverein, Sport- und Kulturvereine) durch stärkere Vernetzung, mehr Öffentlichkeitsarbeit, Raumangebote etc. ʚSchaffen eines Orts der Begegnung (Bürgertreff) mit attraktiven gut im Stadtteil vernetztem öffentlichen, soziokulturellen Angeboten, und Raumangeboten sowohl für Institutionen als auch für nicht institutionelle Initiativen („neutrale Räume“). Verbindung des Bürgertreffs mit öffentlichkeitswirksamen Angeboten (Anlaufstelle, Stadtteilbüro, Begegnungsstätte, interkulturelles Café, Betreuungseinrichtungen) und Raumangeboten für Jugendliche mit (punktueller) Betreuung (Jugendtreff). Das Bürgertreff sollte sowohl Räume als auch pädagogische Angebote umfassen (z.B. Turniere auf dem Bolzplatz, Kooperation mit Jugendtreff und Vereinen). ʚ„Privatisierung“ von halböffentlichen Flächen im Rintheimer Feld als Beitrag zur Stärkung der sozialen Kompetenz (Übernahme von Verantwortung durch Zu- ständigkeit) aber auch als Chance für niederschwellige Bildungsangebote für ver- Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 64 schiedene Ziel- und Altersgruppen (z.B. Projektidee Lehrgärten verknüpft mit inter- kulturellen Kochkursen). Diese Angebote können auch als Integrationsbeitrag (Sprachförderung, kultureller Austausch) in Kooperation mit Vereinen und Trägern (Stärkung der Vereinskultur) fungieren. ʚBessere „sozialverträgliche“ Gestaltung öffentlicher Räume sowohl unter äs- thetischen Gesichtspunkten als auch unter dem Sicherheitsaspekt (Spielplätze, Schul- wege, Haltestellen). Wesentliche Handlungs- und Maßnahmenfelder für die städtebaulich- freiraumplanerische Entwicklung des Teilbereichs Rintheimer Feld: -Entwicklung eines Quartiers- / Bürgertreffs für den Gesamtstadtteil. Als denkbare Standorte wurden der Bereich an der Wendeschleife (Kreuzung Mannheimer Straße / Hirtenweg) sowie der Ostrand der Brache Forststraße disku- tiert (Auffindbarkeit, Vermeiden einer introvertierten Lage, Suchen des räumli- chen Kontexts zur Mannheimer Straße und Nutzen von Synergien mit den an- grenzenden sozialen Einrichtungen). -Entwicklung eines zentralen, in Süd-Nord-Richtung verlaufenden quar- tiersinternen Freiraums im Rintheimer Feld, hier: -Gestaltung des Wegeverteilers an der Brücke Ostring mit entsprechend ein- deutiger Wegeführung. -Angebot eines zentralen Generationenplatzes zwischen dem anvisierten Quartierstreff an der Brache Forststraße und dem Altenwohnheim sowie im Kontext zu den Erdgeschosszonen der beiden angrenzenden Hochhäuser (ei- nes der Erdgeschosse wurde bereits für das Interims-Büro der Volkswohnung modernisiert und steht nach Eröffnung des Mieterbüros am Staudenplatz zur Verfügung, in einem zweiten befindet sich die Hausaufgabenbetreuung). -Aufwertung des Durchgangs Heinz-Schuchmann-Haus als Hauptwegeachse nach Norden. -Grundsätzlicher Konsens von Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Aufgabe der kleinteiligen Handelsstruktur am Staudenplatz, stattdessen Ent- wicklung des Platzes als Freiraum, möglicherweise auch besetzt mit einer er- gänzenden Wohnnutzung (hier durchaus differenziertes Meinungsbild!). -Weiterentwicklung des Freiraums nach Norden mit entsprechenden vernet- zenden Wegebeziehungen in Richtung Hirtenweg und Endhaltestelle. -Verbesserung der Wegebeziehungen in Ost-West-Richtung von der Haid- und Neu-Straße (Haltestellenstandort) in Richtung Huttenstraße / Forststraße in Alt-Rintheim. -Öffnen und Nutzen der Erdgeschosszonen der Hochhäuser im Rintheimer Feld mit entsprechender Außenwirkung und sozialer Kontrolle. -Gestaltung der Fassaden und des Gebäudebestands im Rintheimer Feld, insbesondere der Hochhäuser zur Verbesserung der Außenwirkung und Steige- rung der Wohnqualität. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 65 -Ordnung der Parkierung im öffentlichen Raum und Verbesserung der Tiefgaragenzufahrtssituationen. -Verbesserung des Kinderspielplatzangebotes (Weniger, dafür qualitätvoller) auch mit der Option einer Synergiewirkung zur Verbesserung der Spielplatzaus- stattung in Alt-Rintheim. -Stärkere funktionale Nutzung des Freiraums im Rintheimer Feld (Intensivie- rung und Ausbau des bereits teilweise umgesetzten Projekts der Mietergärten). -Konzept zur gestalterischen Verbesserung des Freiraums mit Ziel der Siche- rung des vorhandenen Baumbestandes. -Gestaltung des Freiraums / Platzraums vor der Kirche St. Martin als sozialer Kommunikationsort. -Weiterentwicklung des bereits in Bau befindlichen Bolzplatzes mit erwei- terten Angeboten für Jugendliche (Einbeziehung weiterer Gärtnereiflächen). Eintragung von Handlungsfeldern im Rahmen der Zukunftskonferenz 3 (Städtebau, Handel und Verkehr in Rintheim): Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 66 Wesentliche Handlungs- und Maßnahmenfelder für die städtebaulich- freiraumplanerische Entwicklung des Teilbereichs Alt-Rintheim -Gestaltung der Straßenräume in Alt-Rintheim durch Brechen der linearen Straßenräume und Begrünung des Straßenraums sowie durch Fassadenbegrü- nung und durch Öffnen von Fassaden (Einblicke in die Blockinnenräume). -Gestaltung der Platzsituationen in Alt-Rintheim -Platz Rintheimer Hauptstraße / Forststraße: Gestaltung des heutigen ver- kehrsfunktionalen Kreuzungsbereichs zu einem identitätsstiftenden Platz- raum („Dorfplatz“), Reminiszenz an altes Rathaus, Aufenthaltsqualität, Brun- nen. -Platzraum vor der Kirche Zum Guten Hirten: Gestaltung als sozialer Kommu- nikationsort unter Einbeziehung des Straßenraums als räumlicher Anker- punkt in der Abfolge der Rintheimer Hauptstraße. -Vorfeld Schule am Weinweg und Weinweg in Richtung Rintheimer Haupt- straße: Gestaltung des Vorfelds und des Straßenraums mit Ziel einer Minimie- rung der Verkehrsfläche unter Berücksichtigung des Aspekts der Schulwege- sicherheit. -Gestaltung des Um- und Vorfelds der Dreschhhalle zu einem multifunktional nutzbaren Ort mit Aufenthaltsqualität (betitelt als „Rintheimer Tivoli“). -Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Rintheimer Hauptstraße / Ernststraße / Vorfeld TSV zu einer platzartigen Situation in der Abfolge der jeweiligen Straßenräume (Brechen der Länge). -Aufwertung der Achse der Forststraße als zentrale verbindende Achse zwischen Alt-Rintheim und den sozialen Einrichtungen im Rintheimer Feld sowie dem anvisierten Quartierstreff an der Forststraße. -Weiterentwicklung des Freiraums zwischen TSV Rintheim und Schule am Weinweg vor dem Aspekt der Anforderungen der Schule am Weinweg (Seh- Behindertenausrichtung). -Zielgruppenspezifische Verbesserung der Möblierung der Kinderspiel- plätze im Freiraum zwischen TSV Rintheim und Schule am Weinweg. -Ausbau des Kinderspielplatzstandortes an der Dreschhalle als zentraler Spielplatzstandort unter Berücksichtigung der Nähe zur Bahntrasse (Sicherheits- aspekte). -Steuerung der Innenentwicklung in den Blockinnenräumen über einen in möglichst weitgehendem Konsens getragenen Bebauungsplan. -Prüfen einer Möglichkeit von Wegebeziehungen und allgemein nutzba- ren Freiraumangeboten innerhalb der Blockstruktur von Alt-Rintheim. -Verbesserung der Wegebeziehungen zu den umliegenden Freiräumen (östlicher Hirtenweg (betitelt als „Flaniermeile an der Dreschhalle“) und Fußweg von Ernststraße zum Grünzug TSV Rintheim). -Unterbinden der Durchfahrtsmöglichkeit am Hinterwiesenweg an einer geeigneten Stelle zur Vermeidung des Schleichverkehrs. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 67 Wesentliche Handlungs- und Maßnahmenfelder für die städtebaulich- freiraumplanerische Entwicklung der Straßenräume der Mannheimer Straße, des Hirtenwegs des Ostrings und der Haid- und-Neu-Straße -Abschwächung der trennenden Wirkung der Mannheimer Straße durch gestalterische Maßnahmen im Straßenraum, hier Rückbau des Straßenraums auf das Mindestmaß, Ordnen der Parkierung, weitere Begrünung des Straßenraums, Einbau eines Rasengleises, Verbesserung der Querungsmöglichkeiten und mögli- cherweise auch eines teilabschnittsweisen Verschwenkens des Straßenverlaufs. -Gestaltung einer freiraumplanerischen Stadtteileingangssituation an der Mannheimer Straße, am Ostring und am Hirtenweg. -Weiterentwicklung des Platzraums (betitelt als „Platz der Rintheimer Ein- heit“) an der Wendeschleife: Minimierung der Verkehrsflächen, freiraumplane- rische Gestaltung des Innenradius der Wendeschleife, Angebot an Aufenthalts- möglichkeiten, Info-Point für den Stadtteil, Ordnung der Container. -Weiterentwicklung des Nahversorgungszentrums am Hirtenweg durch Gestaltung des Freiraums im Umfeld der Wendeschleife, Gestaltung der Ge- schäftsvorfelder zur Nutzung des Freiraums durch die Geschäfte (bspw. Café), wennmöglich auch weitere bauliche Entwicklung der Ladenzeile in Richtung Hir- tenweg, Gestaltung des Vorfelds. -Weiterentwicklung der ehemaligen Tankstelle jenseits der Mannheimer Straße (Nutzen als Freiraum oder Schließen der Blockkante). -Angebot eines Fahrradweges an der Nordseite des Ostrings. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 68 6. Zusammenfassung aller Mängel, Missstände und Handlungsbedarfe im Untersuchungsgebiet Ausgehend von den Analysen im Zuge der Grobanalyse und der Vorbereitenden Unter- suchungen sowie aus dem Kontext der Befragungen (vgl. hierzu Kapitel 4) und der ers- ten Beteiligungsstufe der Öffentlichkeit heraus können zusammenfassend folgende Mängel und Missstände beschrieben werden: 6.1 Sozialstrukturelle Missstände 6.1.1 Hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund Der Ausländeranteil der Bewohnerinnen und Bewohner des Untersuchungsgebiets liegt mit 13,4 % etwas unter dem Karlsruher Durchschnitt von 14,2 %. Im Rintheimer Feld liegt der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer leicht erhöht bei 15,2 %. Unter den mehr als 40 verschiedenen Staatsbürgerschaften im Rintheimer Feld stammen 10,7 % aus der Türkei, 6,5 % aus Russland und 5,9 % aus Kroatien. Tabelle 3 gibt die Bevölkerung im Sanierungsgebiet nach dem persönlichen Migrationshintergrund wieder. Tabelle 3: Wohnbevölkerung im Sanierungsgebiet Rintheim 2008 nach dem Migrationshintergrund Anteil an der Wohnbevölkerung (in %) Stadtviertel Aus- länder Deutsche mit Migrations- hintergrund Deutsche ohne Migrations- hintergrund Personen mit Migrations- hintergrund insges. 0171 San.gebiet - Alt-Rintheim 11,07,881,2 18,8 0172 San.gebiet - Rintheimer Feld 15,225,059,8 40,2 Sanierungsgebiet Rintheim 13,417,669,0 31,0 Stadt Karlsruhe 14,29,875,9 23,7 Quelle: Amt für Stadtentwicklung Der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund liegt im gesamten Untersuchungs- gebiet mit 17,6 % deutlich über dem Karlsruher Durchschnitt von 9,8 %. Insbesondere das Rintheimer Feld weist mit einem Anteil Deutscher mit Migrationshintergrund von 25,0 % einen weit überdurchschnittlichen Migrantenanteil auf. Zusammen mit den Aus- länderinnen und Ausländern haben damit rund 40 % der Bewohnerinnen und Bewoh- ner des Rintheimer Feldes einen Migrationshintergrund. In der Mieterschaft der Volks- wohnung liegen dabei die Spitzenwerte im südlichen Teilabschnitt des Rintheimer Felds mit 41 % der Bewohnerinnen und Bewohnern mit einem Migrationshintergrund, wäh- rend im Teilgebiet Nord (50er Jahre Bebauung) aufgrund der älteren, länger im Rinthei- mer Feld etablierten Bewohnerschaft der Migrantenanteil bei nur 29 % liegt (vgl. F+B, 2009). Die Deutschen mit Migrationshintergrund im Rintheimer Feld setzen sich aus insgesamt mehr als 30 verschiedenen Herkunftsländern zusammen: Mit Abstand die größten An- teile entfallen auf Russland (15,4 %), auf Kasachstan (11,6 %) und Polen (8,2 %). Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 69 Von den 428 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren im Rintheimer Feld hat fast jede zweite einen Migrationshintergrund (46,5 %) – dies zeigt Tabelle 4. Ähnlich hohe Migrantenanteile weisen auch die Altersgruppen der 18- bis unter 30-Jährigen (48,3 %) und 30- bis unter 65 Jährigen (47,7 %) im Rintheimer Feld auf. Wohnbevölkerung insgesamt Ausländer Deutsche mit Migrationshin- tergr. Personen mit Migrati- onshin- tergrund insges. Tabelle 4: Wohnbevölkerung im Rintheimer Feld 2008 nach Altersgruppen und Migrationshin- tergrund Anzahl in Prozent (%) 0 bis unter 18 42811,235,3 46,5 18 bis unter 30 33122,426,0 48,3 30 bis unter 65 94820,027,6 47,7 65 und älter 6346,913,7 20,7 Insgesamt 2.34115,225,0 40,2 Quelle: Amt für Stadtentwicklung Aus der oben beschriebenen Höhe des Migrantenanteils ergeben sich nachhaltige Hand- lungserfordernisse zur Integration dieser Personengruppen in das Stadtteilleben und zur Förderung der Chancengleichheit in Bildung und Beruf. 6.1.2 Altersstruktur: Unterdurchschnittlicher Anteil der mittleren Alters- gruppen im Rintheimer Feld sowie überdurchschnittlicher Seniorenanteil Wie in Kapitel drei dargestellt, ist die Gruppe der Seniorinnen und Senioren sowie der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren im Rintheimer Feld überpräsentiert. Der über- durchschnittliche Seniorenanteil ist zum einen auf ein Altenwohnheim mit ca. 90 Woh- nungen zurück zu führen. Zum anderen existiert jedoch auch in der Bewohnerschaft der Volkswohnung ein relativ hoher Seniorenanteil – vor allem von Seniorinnen und Senio- ren zwischen 60 und 80 Jahren (vgl. F+B, 2009). Aus dieser Erkenntnis heraus besteht ein Handlungsbedarf hinsichtlich erweiterter Angebote an ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Integration dieser Altersgruppe in das Stadtteilleben und im Hinblick auf Angebote und Dienstleistungen bzw. auch einen engeren Kontext zu dem im Rinthei- mer Feld befindlichen Altenwohnheim mit entsprechenden Synergiewirkungen auf die Wohnqualität Auch aus dem hohen Anteil der Kinder und Jugendlichen ergeben sich Handlungserfor- dernisse insbesondere im Hinblick auf den erhöhten Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, hinsichtlich der Bildungschancen und der Integration in das Stadtteilleben, der Einbindung in Vereinsstrukturen und in Bezug auf die Freizeitgestal- tung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 70 Der leicht überdurchschnittliche Anteil an Kindern- und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie an den 18- bis 30-Jährigen in Alt-Rintheim, ist auf einen Generationswechsel zu- rückzuführen, der im Kontext zu der in den letzten Jahren verstärkten Innenentwicklung in den Blockinnenräumen zu sehen ist. Ein akuter Handlungsbedarf ergibt sich aus der Altersstruktur hier eher nicht. 6.1.3 Hoher Anteil sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten Der Anteil sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen ist insbesondere im Rintheimer Feld überdurchschnittlich hoch. Während im Alt-Rintheimer Teil des Untersuchungsge- biets der Arbeitslosenanteil an der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) mit 3,3 % unter dem städtischen Durchschnitt von 4,9 % liegt, weist das Rintheimer Feld mit 8,4 % den vierthöchsten Arbeitslosenanteil aller Karlsruher Stadtviertel auf (vgl. Tabelle 5). Tabelle 5: Arbeitslosigkeit (Stand 30.09.2008) Arbeitslose Arbeitslosenanteil* San. geb. Alt-Rintheim 41 3,3 % San. geb. Rintheimer Feld 116 8,4 % San. geb. Rintheim 157 6,2 % Stadt Karlsruhe 9.231 4,9 % * Arbeitslosenanteil an der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren. Quelle: Amt für Stadtentwicklung Tabelle 6 und Tabelle 7 geben Aufschluss über die Struktur und Betroffenheit der Ar- beitslosen: Über die Hälfte aller Arbeitslosen im Untersuchungsgebiet sind Frauen. Im Alt-Rintheimer Teil liegt der Anteil der Frauen an den Arbeitslosen mit 63,4 % deutlich höher als im Rintheimer Feld (53,4 %). Trotzdem ist die Betroffenheit im Rintheimer Feld höher (vgl. Tabelle 7): Bezogen auf die erwerbsfähigen Frauen im Rintheimer Feld neh- men die arbeitslosen Frauen dort einen Anteil von 9,7 % ein. Im gesamtstädtischen Ver- gleich liegt dieser Anteil bei 5 % und im Alt-Rintheimer Untersuchungsgebiet sogar nur bei 4,4 %. Knapp ein Fünftel (18,5 %) aller Arbeitslosen im Untersuchungsgebiet sind Ausländerin- nen und Ausländer (Karlsruhe 24,4 %) und knapp jeder dritte Arbeitslose ist von Lang- zeitarbeitslosigkeit betroffen. Der vergleichsweise geringe Arbeitslosenanteil unter Aus- länderinnen und Ausländern vor allem im Rintheimer Feld (18,1 %), lässt sich mit dem vergleichsweise umso höheren Arbeitslosenanteil der Deutschen – häufig Deutsche mit Migrationshintergrund – erklären. Tatsächlich ist die Betroffenheit der Deutschen von Arbeitslosigkeit im Rintheimer Feld bezogen auf die Gruppe der erwerbsfähigen Deut- schen im Rintheimer Feld mit 9,4 % besonders gravierend. Im gesamtstädtischen Ver- gleich liegt der Anteil bei nur 4,5 %. Der Anteil der Jugendlichen (unter 25-Jahre) unter den Arbeitslosen ist vergleichsweise gering. Ebenso die Anteile der 55-jährigen- und älteren Arbeitslosen. Handlungsbedarf zur beruflichen Wiedereingliederung und Qualifizierung zeigt sich daher vor allem in den mittleren Altersklassen der Bewohnerschaft des Rintheimer Feldes. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 71 Tabelle 6: Struktur der Arbeitslosen am 30.09.2008 (SGB III und SGB II) Stadtviertel unter den Arbeitslosen sind... Frauen Ausländerunter 25 J* 55 J. u. älter* Langzeitarbeitslose* in Prozent (%) San.geb. Alt-Rintheim 63,4 19,57,314,626,8 San.geb. Rintheimer Feld 53,4 18,16,011,231,0 Sanierungsgebiet Rintheim 56,1 18,56,412,129,9 Stadt Karlsruhe insgesamt 49,8 24,49,313,331,5 * Anteile beziehen sich auf Stadtviertel, nicht auf die genaue Abgrenzung des Unter- suchungsgebiets. Quelle: Amt für Stadtentwicklung Tabelle 7: Betroffenheit von Arbeitslosigkeit am 30.09.2008 (SGB III und SGB II) Stadtviertel Anteil an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe im erwerbsfähigen Alter (16- unter 65 J.) in Prozent (%) Frauen Männer Ausländer Deutsche San.geb. Alt-Rintheim 4,42,34,6 3,1 San.geb. Rintheimer Feld 9,78,48,0 9,4 Sanierungsgebiet Rintheim 6,95,66,6 6,2 Stadt Karlsruhe 5,04,86,8 4,5 Quelle: Amt für Stadtentwicklung Auf Leistungen nach dem SGB II * sind 482 Personen im Untersuchungsgebiet angewie- sen – davon 341 Erwerbsfähige. Das entspricht 11,7 % der Wohnbevölkerung (Karlsru- he 7,3 %). 13,6 % der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren beziehen SGB-II-Leistungen (Karlsruhe 7,8 %) (vgl. Tabelle 9). Während die Be- troffenheit bezüglich der SGB-II-Empfängerinnen und -Empfängern im Rintheimer Feld alarmierend ist, ist sie im Alt-Rintheimer Untersuchungsgebiet unterdurchschnittlich. Im Rintheimer Feld liegt der Anteil der SGB-II- Beziehenden an der Gruppe der Erwerbsfähi- gen bei 19,7 % - also mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie im städtischen Durchschnitt und mehr als dreieinhalb Mal so hoch wie im Alt-Rintheimer Teil. Tabelle 8 gibt einen Überblick über die SGB-II-Empfängerinnen und -Empfänger im Untersuchungsgebiet. Detailliertere Informationen zur Betroffenheit liefert Tabelle 9. * Sozialgesetzbuch Zweites Buch - Grundsicherung für Arbeitsuchende Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 72 Tabelle 8: SGB II-Empfänger (Stand 30.09.2008) SGB II- Empfänger Anteil an der Wohnbevölkerung Anteil an den Erwerbsfähigen San geb. Alt-Rintheim 965,4 %5,6 % San. geb. Rintheimer Feld 38616,5 %19,7 % San. geb. Rintheim 48211,7 %13,6 % Stadt Karlsruhe 20.3197,3 %7,8 % Quelle: Amt für Stadtentwicklung Im Rintheimer Feld sind 43,4 % aller Alleinerziehenden auf SGB-II-Leistungen angewie- sen – im städtischen Durchschnitt liegt der Anteil bei 31,2 %. Da auch der Anteil der Al- leinerziehenden im Rintheimer Feld überdurchschnittlich hoch ist (vgl. Kapitel 3.1) und viele Alleinerziehende außerdem mit sozialen Mehrfachbelastungen konfrontiert sind, ist ein hoher Handlungsbedarf im Zugehen auf diese Personengruppen zu konstatieren. Die Betroffenheit im Rintheimer Feld ist unter Deutschen und Ausländern etwa glei- chermaßen groß: 11,5 % der Deutschen und 12,1 % der Ausländerinnen und Auslän- der sind bezogen auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe auf SGB-II-Leistungen angewie- sen. Zum Vergleich: Im gesamtstädtischen Durchschnitt liegen die Anteile unter Deut- schen bei 4,3 % und 11,3 % bei den Ausländerinnen und Ausländern. Es sind im Ver- gleich also vor allem die Deutschen im Rintheimer Feld, die überdurchschnittlich stark von SGB-II-Leistungen betroffen sind. Eine Differenzierung in Deutsche mit Migrations- hintergrund lässt die SGB-II Statistik nicht zu. Tabelle 9: Betroffenheit von SGB II-Bezug (Stand 30.09.2008) und zwar Haus- halte insge samt Erwerbs- fähige (15-64 J.) Allein- erzie- hende Deut- sche Aus- länder Haushal- te mit Kindern Anteil der SGB II-Bezieher an der jeweiligen Bevölkerungs- gruppe in % San.geb. Alt-Rintheim 4,65,69,43,38,7 9,4 San.geb. Rintheimer Feld 15,119,743,411,512,1 27,2 San.geb. Rintheim 10,313,633,17,910,9 19,9 Stadt Karlsruhe 6,87,831,24,311,3 12,5 Quelle: Amt für Stadtentwicklung Im Untersuchungsgebiet beziehen insgesamt 234 Haushalte SGB-II-Leistungen. Etwa ein Fünftel der Haushalte entfällt auf Haushalte mit Kindern. Im Rintheimer Feld ist sogar mehr als jeder vierte Haushalt mit Kindern (27,2 %) auf SGB II-Leistungen angewiesen, im Alt-Rintheimer Teil des Untersuchungsgebiets ist es knapp jeder zehnte Haushalt. In Karlsruhe insgesamt liegt der Anteil bei 12,5 %. Die Daten zu den SGB-II-Empfängerinnen und -Empfängen zeigen, dass insbesondere im Rintheimer Feld ein Handlungsbedarf zur Unterstützung von Familien in finanziell ange- spannten Verhältnissen besteht. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 73 6.1.4 Mangelnde kulturelle und soziale Integration Zum Teil gering ausgeprägte Nachbarschaftsbeziehungen und die soziale und kulturelle Desintegration von benachteiligten Bevölkerungsschichten bewirken ein teilweise kon- fliktreiches Zusammenleben und mangelndes Quartiersinteresse. Dies zeigt sich sowohl bei den Umfrageergebnissen der Bewohnerbefragung als auch in der ersten Stufe der Bürgerbeteiligung. Bei der Bewohnerumfrage 2008 bewerteten 10,1 % der Rintheime- rinnen und der Rintheimer das Zusammenleben in ihrem Stadtteil als konfliktreich oder sehr konfliktreich. Zum Vergleich: Im Karlsruher Durchschnitt lag der Wert 2006 bei nur 4,3 % (vgl. hierzu auch Kapitel 4.3 Umfrageergebnisse). Auch das Interesse am Stadt- teilgeschehen fällt in Rintheim mit 63,0 % stark oder teilweise interessierter Bewohne- rinnen und Bewohner vergleichsweise gering aus (ggü. 74,6 % im Karlsruher Durch- schnitt 2006). In der ersten Phase der Bürgerbeteiligung waren kaum Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Rintheimer Feld für eine Teilnahme und Mitarbeit zu gewinnen. Ein zunehmen- der Rückgang ehemals intensiver Nachbarschaftskontakte sowie eine zunehmende Ano- nymität wurden auch von Seiten der Alt-Rintheimer konstatiert, was einerseits auf die ablaufende Innenentwicklung und die damit verbundenen Zuzüge zurückzuführen sein dürfte, andererseits aber auch auf einen grundsätzlichen Generationswechsel. Im Rintheimer Feld beschreiben insbesondere Familien mit Kindern die Anonymität im Stadtteil als überproportional hoch, während die älteren, im Quartier länger etablierten Personengruppen aufgrund der gewachsenen Sozialbeziehungen eher weniger Proble- me damit haben. Insgesamt besteht in der Frage der kulturellen und sozialen Integration ein Handlungs- bedarf, soziale Kontakte und Netzwerke über Quartiersgrenzen, Altersstrukturen und Kulturen hinaus zu entwickeln und hierfür Strukturen und dialogische Angebote zu schaffen. 6.1.5 Defizite in den Bereichen Ausbildung und Sprachkompetenz Ein hohes Konfliktpotential der Schülerinnen und Schüler (Aggressivität, Verhaltensauf- fälligkeit, Leistungsschwächen und schwierige familiäre Situationen) sowie Verständi- gungsschwierigkeiten mit den ausländischen sowie sozial- und materiell benachteiligten Eltern belasten zum Teil den Schulalltag der Heinrich-Köhler-Schule (Einzugsbereich: Rintheimer Feld und Teile der Oststadt). Der Übergang von der Grundschule auf ein Gymnasium ist gering, der Übergang auf die Hauptschule ist hingegen weit überdurch- schnittlich (vgl. Tabelle 10). Im Durchschnitt der letzten fünf Schuljahre wechselten 41,9 % auf die Hauptschule – gegenüber 23,2 % an allen Karlsruher Grundschulen. Auf die Realschule wechselten 25,6 % der Schülerinnen und Schüler. Das Gymnasium besuchen nur 30,8 % der Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die Grundschulausbildung der Heinrich-Köhler-Schule (Karlsruhe 51 %). Auch die Quote der Hauptschulabgänge- rinnen und -Abgängern ohne Abschlusszeugnis liegt an der Heinrich-Köhler-Schule mit 15,0 % im Durchschnitt der letzten fünf Schuljahre nahezu doppelt so hoch wie stadt- weit (8,3 %). Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 74 Tabelle 10: Übergänge aus der 4. Klassenstufe der Grundschule auf weiterführende Schulen Schule davon Übergänge auf weiterführende Schularten: Hauptschule Realschule Gymnasium Wiederholer und sonstige Ab- /Übergänge Schüler in Klassen- stufe 4 zusammen 1)% Heinrich-Köhler- Grund- und Hauptschule 2003/04-2007/08117 41,925,630,8 1,7 Grundschule Rintheim 2003/04-2007/08103 16,530,153,4 0,0 Stadt Karlsruhe 2003/04-2007/08 10.79623,225,251,0 0,7 1) Nach Abschluss der Aufnahmeprüfungen. Quelle: Schul- und Sportamt, Stadt Karlsruhe Der Ausländeranteil der Heinrich-Köhler-Grund- und Hauptschule liegt im Durchschnitt der letzten fünf Jahre mit 27,4 % deutlich über dem gesamtstädtischen Anteil von 19,8 %. Noch auffälliger ist der Anteil an Aussiedlerinnen und Aussiedlern: Er erreicht mit 11,2 % den zweithöchsten Wert aller Karlsruher Grund- und Hauptschulen. Folge sind Verständigungsschwierigkeiten an den Schulen mit den ausländischen- sowie sozial- und materiell benachteiligten Eltern. Dies erschwert eine frühzeitige gezielte Förderung der Kinder. Viele der Schulabgänger finden keine Lehrstelle. Handlungsbedarfe liegen hier in der möglichst frühzeitigen Vermittlung von Sprach- kompetenzen und der Unterstützung sozial benachteiligter Familien bei den Bildungs- chancen der Kinder und Jugendlichen. Anders stellt sich die Situation der Rintheimer Grundschule dar (Einzugsbereich: Alt- Rintheim): Es gibt keinerlei Probleme zu konstatieren. Der Ausländer- und Aussiedleran- teil ist unterdurchschnittlich und der Übergang von der Grundschule auf eine höherfüh- rende Schule vergleichsweise hoch. 6.1.6 Probleme im Bereich Jugendkriminalität und Hilfen zur Erziehung Der Anteil der Jugendgerichtshilfefälle für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren an al- len Wohnberechtigten dieser Altersgruppe liegt mit 12,7 % leicht über dem Karlsruher Durchschnitt von 10,4 %. Das Rintheimer Feld weist mit einem Anteil an Jugendge- richtshilfefällen von 15,9 % einen besonders hohen Wert auf. Ein ähnliches Bild zeigt der Anteil der Fälle von Hilfe zur Erziehung für Eltern von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Dieser liegt mit 6,4 % in Rintheim weit über dem städtischen Durchschnitt von 3,8 %. Das Rintheimer Feld weist mit 11,9 % sogar den höchsten Wert aller Karlsruher Stadtviertel auf. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 75 Beide Indikatoren verdeutlichen den Handlungsbedarf im Bereich der Kinder, Jugendli- chen und Familien insbesondere im Rintheimer Feld. 6.1.7 Mangel an sozialen Einrichtungen In Rintheim fehlt es an Begegnungs- und Aktionsstätten für Seniorinnen und Senioren, wo sich ältere Menschen in Projekte engagieren, Netzwerke bilden und ggf. bei einem offenen Mittagstisch austauschen können. Ebenso fehlt es an Kinder- und Schülerbetreuungsplätzen (z.B. Kindertagesstätte mit Ganztagsbetreuung). Zum vorhandenen Kinder- und Jugendhaus in der Oststadt haben die Jugendlichen des Stadtteils kaum Bezug. Besonders im Rintheimer Feld gibt es zu wenige Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche. Grundsätzlich fehlt es an einer Begegnungsstätte mit entsprechendem Raum- und Ver- anstaltungsangebot, von der eine identitätsstiftende Wirkung, als sozialer Treff- und Mittelpunkt des Stadtteils, ausgehen kann. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 76 6.2 Städtebauliche und freiraumplanerische Missstände 6.2.1 Konflikte in der fehlenden Verknüpfung der Quartiere Für den Stadtteil Rintheim fehlt ein identitätsstiftendes Gesamtkonzept, welches die Teilquartiere Alt-Rintheim und Rintheimer Feld räumlich, funktional, gestalterisch und emotional verbindet. So weisen die Stadtteile Alt-Rintheim und Rintheimer Feld weder funktionale noch städ- tebauliche Verbindungen auf. Es existiert kein übergeordnetes Wegekonzept, was sich besonders an den wenigen Fußwegeverbindungen zwischen Alt-Rintheim und Rinthei- mer Feld, über die Mannheimer Straße hinweg, zeigt. Die Mannheimer Straße, als Rück- grat der inneren Erschließung des Stadtteils, wirkt aufgrund ihres Verkehrsaufkommens, Straßenquerschnitts (offenes Schottergleisbett) und wenigen Querungshilfen, als tren- nendes Element zwischen den beiden Stadtteilen. Die Eingangssituationen in den Stadt- teil vermitteln keinen Wiedererkennungseffekt. Zudem besitzt Rintheim keinen zentralen Bereich, also keine funktionale und identi- tässtiftende städtebauliche Mitte. Weder der Staudenplatz im Rintheimer Feld, noch die Läden am Hirtenweg im Kontext der Platzsituation an der Wendeschleife können in der jetzigen Form diese Funktion erfüllen. 6.2.2 Defizite innerhalb der öffentlichen Straßenräume Mannheimer Straße Das offene Schottergleisbett in der Mannheimer Straße führt zu erhöhter Lärmbelastung und wirkt, aufgrund fehlender Querungshilfen, als Barriere für Fußgänger und als linea- re visuelle Zäsur zwischen den Quartieren. Für den Individualverkehr, aber auch für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Rad- fahrerinnen und Radfahrer existieren nur wenige Querungen. Die einzigen Querungs- möglichkeiten befinden sich auf Höhe Rintheimer Hauptstraße und Forststraße in den Haltstellenbereichen und nördlich an der Heilbronner Straße bzw. der Wendeschleife. Mannheimer Straße Mannheimer Straße Höhe Huttenstraße Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 77 Die Mannheimer Straße weist einen wenig prägnanten, räumlich kaum gefassten und letztlich überdimensionierten Charakter auf. Auf Alt-Rintheimer Seite wird dies durch die niedrige Randbebauung verursacht, auf der Seite des Rintheimer Felds durch die schlecht ausgebildeten Raumkante (teilweise zurückversetzte Gebäude wie im Bereich St.Martin, solitäre Punkthochhäuser und die nachfolgend aus der Straßenflucht heraus abgewinkelt platzierten Zeilenbaukörper im nördlichen Abschnitt). Zudem verfügt die Mannheimer Straße auf der Alt-Rintheimer Seite auch über keinen durchgängigen stra- ßenbegleitenden Baumbestand. Die beidseits des Gleiskörpers vorhandenen Fahrbahnen besitzen einen der vorhandenen Tempo 30-Zone nicht angemessenen, überbreiten Querschnitt. Aufgrund der Tempo 30- Regelung ist ein Fahrradweg nicht vorhanden. Die Zufahrtssituationen zu den Gebäuden und Tiefgaragen auf der Westseite sind teil- weise erheblich überdimensioniert. Handlungsbedarfe bestehen im Hinblick auf den Rückbau der Fahrbahnen auf ein Min- destmaß, die Einbindung des Straßenbahngleises, das Fortführen der Begrünung und die Verbesserung der Querungssituationen. Straßenräume in Alt-Rintheim Die Straßenräume in Alt-Rintheim (Ernststraße, Rintheimer Hauptstraße, Forststraße, Huttenstraße) stellen sich als enge, über die vorhandene Blockrandbebauung nahezu durchgängig von einer traufständigen Bebauung flankierte, steinerne Räume ohne Auf- enthaltsbereiche dar. Daraus ergeben sich Nachteile wie Aufheizung, Schallverstärkung und erhöhtes Sicherheitsrisiko für Fußgänger und Radfahrer. Der aufgrund des zu geringen Parkraumangebotes auf den privaten Parzellen verstärkte Parkierungsdruck und das häufige Parken auf den Gehwegen reduzieren die Nutzbarkeit und schränken auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Straßenraum weiter ein. Die Linearität und Länge der Straßenräume lassen die Straßen Alt-Rintheims aufgrund fehlender Gliederung und fehlender Begrünung als Schluchten erscheinen. Handlungs- bedarf besteht insbesondere in den Aspekten der Gliederung, der Verkehrsberuhigung und der optischen Aufwertung der Straßenräume. Ecke Ernststraße/Forststraße Ernststraße Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 78 Straßenräume im Rintheimer Feld Die beiden Haupterschließungsachsen im Rintheimer Feld (Heilbronner Straße und Forst- straße) weisen einerseits Defizite in den Oberflächenbelägen auf, zum anderen fehlen gestalterische Akzente im Hinblick auf besondere Situationen. Dies bspw. im Bereich des Staudenplatzes, wo die Heilbronner Straße den nördlichen Abschluss zur angrenzenden Freifläche bietet, jedoch nur als reiner Straßenraum fungiert. Dies bspw. auch im Bereich der Forststraße, welche in ihrer heutigen Gestaltung weder auf ihre wichtige Verbin- dungsfunktion von der Brücke am Ostring zu Mannheimer Straße noch auf ihre Vorfeld- funktion zum angrenzenden Schulstandort reagiert. Bei allen Straßenräumen im Rintheimer Feld sind die Tiefgaragen und Garagenzufahrt sehr breit und wirken in ihrer Erscheinung deutlich überdimensioniert. 6.2.3 Konflikte mit dem ruhenden Verkehr Die Parkplatzsituation ist insbesondere in Alt-Rintheim und in den Bereichen um öffentli- che Einrichtungen (Staudenplatz) angespannt. Parkerhebungen in Alt-Rintheim im öffentlichen Raum nachts um 4 Uhr zeigen, dass mit Auslastungen von teilweise bis zu 115 %, in Teilabschnitten der Rintheimer Hauptstraße die Straßenräume in Alt-Rintheim deutlich überlastet sind, und ein hoher Bedarf an zu- sätzlichen Stellplätzen besteht (vgl. Kapitel 3.5.4). Ernststraße Staudenplatz Im Rintheimer Feld ist der Parkdruck bezogen auf den öffentlichen Raum moderater. Dennoch können die Stellplätze im öffentlichen Raum den Bedarf insbesondere im Nordabschnitt des Rintheimer Felds nicht decken. Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden werden zahlreiche Fahrzeuge unzulässig auf Bürgersteigen geparkt. Eine verstärkte Reglementierung durch die Polizei findet derzeit nicht statt. Hervorzuheben ist die angespannte Parkierungssituation im Bereich des Staudenplatzes, welcher nicht un- mittelbar aus dem vorhandenen Nahversorgungsangebot, sondern eher aus dem Nutzen des Parkraums durch die umgebende Anliegerschaft resultiert. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 79 Die Tiefgaragen im Rintheimer Feld, mit ihren dunklen Zufahrten und Zugängen und die Sammelgaragen und Garagenhöfe, mit ihren aufwertungsbedürftigen Vorbereichen und den unübersichtlichen Treppenaufgängen sind visuell wenig ansprechend gestaltet und stellen Angsträume dar. Insgesamt besteht hinsichtlich des ruhenden Verkehrs ein nachhaltiger Handlungsbe- darf. Eine vollständige Beseitigung des Problems wird jedoch insbesondere in Alt- Rintheim aufgrund der vorhandenen Situation der Blockrandbebauung kaum möglich sein. Tiefgaragenzufahrt im Rintheimer Feld Sammelgaragen im Rintheimer Feld 6.2.4 Konflikte durch Lärmbelastungen ausgehend vom Straßen- und Schienenlärm Lärmbelastungen durch den motorisierten Individualverkehr ergeben sich vor allem ent- lang der stark befahrenen Haid-und-Neu-Straße (Nachtbelastung zwischen 55 und 60 dB(A)), dem Hirtenweg zwischen Haid-und-Neu- und Mannheimer Straße sowie der Mannheimer Straße selbst (für beide Straßen liegt die Nachtbelastung zwischen 50 und 55 dB(A)). Die Bahntrasse im Osten des Gebiets ist vermutlich der Hauptverursacher des Schienen- verkehrslärms in Rintheim. Hier liegen aber keine Messungen der Deutschen Bahn vor. Die Nachtbelastung durch Schienenverkehrslärm liegt in der Haid-und-Neu-Straße zwi- schen 55 und 60 dB(A) und in der Mannheimer Straße zwischen 50 und 55 dB(A), an der Wendeschleife in der Mannheimer Straße und der Kreuzung Ostring/Mannheimer Straße treten aufgrund von Kurvengeräuschen Lärmbelastungen bis zu 65 dB(A) auf. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 80 6.2.5 Defizite im Bereich von öffentlichen und halböffentlichen Freiräumen Halböffentliche Freiräume im Rintheimer Feld Das Rintheimer Feld weist eine grundsätzlich gute Versorgung mit Grünflächen auf, wel- che sich überwiegend in Besitz der Volkswohnung befinden, jedoch öffentlich zugäng- lich sind. Die das Rintheimer Feld bestimmenden halböffentlichen Grünflächen, erscheinen aber ungegliedert und sind funktional mit Ausnahme der definierten Spielbereiche nicht nutzbar und weitestgehend ungestaltet. Der Charakter der Freiflächen, insbesondere im Nord- und Westabschnitt des Rintheimer Felds kann als „Abstandsgrün“ umschrieben werden. Den Grünflächen fehlen funktional nutzbare Angebote, die heutige Gestaltung erscheint belanglos und unbefriedigend. Das Rintheimer Feld hat somit eine geringe Verweilqualität, was zufällige Kontakte und die spontane Kommunikation zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern erschwert. Die Wegestruktur ist insbesondere im südlichen Teilabschnitt unübersichtlich. Es fehlt ein hierarchisches Wegesystem mit Orientierung insbesondere in Süd-Nord-Richtung. Eben- so fehlt eine adäquate Verbindung vom Brückenschlag über den Ostring in das Rinthei- mer Feld hinein. Im Nordabschnitt mangelt es an wichtigen Wegesegmenten wie z.B. eine angemessene Verbindung vom Staudenplatz in Richtung Hirtenweg. Die unüber- sichtliche Wegestruktur, die wenig gestalteten, teilweise unübersichtlichen Grünflächen, die Hochhausarchitektur, die schlechter Beleuchtung und dunklen Tiefgarageneinfahrten sowie die Brachfläche an der Forststraße führen besonders nachts zu der Entstehung von Angsträumen. Brachfläche Areal Forststraße Wege im Rintheimer Feld Für Jugendliche mangelt es an Sportflächen und zielgruppenorientierten Aufenthaltsflä- chen. Aus diesem Grund werden Jugendliche von den Bewohnerinnen und Bewohnern oft als „herumlungernd“ empfunden und tragen zum Unsicherheitsgefühl in der Be- wohnerschaft bei. Inwieweit hier der neue Bolzplatzstandort an der Kreuzung Mann- heimer Straße / Ostring diesbezüglich Abhilfe schaffen wird, bleibt abzuwarten. Grund- sätzlich wäre mehr Aufenthaltsqualität des Bolzplatzstandortes sowie ein erweitertes Spielangebot für die Jugendlichen wünschenswert. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 81 Die zahlreichen Spielgeräte, die über das ganze Rintheimer Feld verteilt sind, schaffen keine qualitätvollen Spielbereiche. Einige Spielgeräte sind beschädigt und wenig anspre- chend gestaltet. Die oftmals fehlenden Sitzgelegenheiten bieten auch für betreuende El- tern wenig Aufenthaltsqualität. Häufig werden die Spielbereiche durch Jugendliche be- legt. Spielplatz Rintheimer Feld Spielgerät Rintheimer Feld Spielplatz Alt-Rintheim Spielplatz Alt-Rintheim Für die Zielgruppe der älteren Bewohnerschaft, die insbesondere aus dem Nordabschnitt Rintheims und aus dem Heinz-Schuchmann-Haus stammen, existieren kaum Angebote an Aufenthalts- und Verweilmöglichkeiten. Vorhandener Grünzug am Süd- und Ostrand von Alt-Rintheim Der vom Pfarrer-Junker-Weg über den Teilabschnitt zwischen TSV Rintheim und der Schule am Weinweg und weiter zum Hinterwiesenweg verlaufende Grünzug stellt für Rintheim eine wichtige Wegeverbindung und Achse für Erholungszwecke dar. Insbeson- dere der Grünzug zwischen TSV Rintheim und der Schule bedarf hierbei einer Aufwer- tung, was den barrierefreien Ausbau (für die Schülerinnen und Schüler der Schule am Weinweg), die Wegeausstattung und die zielgruppengerechte Ausstattung der Kinder- spielplätze betrifft. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 82 Die beiden Kinderspielplätze haben dabei zusammen mit dem Spielplatz an der Dresch- halle den Bedarf der gesamten Wohnbevölkerung von Alt-Rintheim zu decken, was eine entsprechende Gestalt- und Angebotsqualität voraussetzt, die nur in Teilen vorhanden ist. Der Hinterwiesenweg führt als Wegeverbindung durch die angrenzenden privaten Kleingartenflächen weiter nach Norden, wird jedoch auch als Schleichweg vom motori- sierten Individualverkehr genutzt, was den Freizeit- und Erholungswert stark einschränkt. Am Nordostrand des Untersuchungsgebietes mündet der Grünzug des Hinterwiesen- wegs auf die verlängerte Jagdstraße. Der hier vorhandene Kinderspielplatz wird sehr gut frequentiert, benötigt aber faktisch eine räumliche Erweiterung, um seiner Funktion als zentraler Spielplatzstandort gerecht zu werden. Freiflächensituation in Alt-Rintheim In Alt-Rintheim mangelt es aufgrund der dichten Blockrandbebauung grundsätzlich an öffentlichen Grün- und Freiflächen. Hier existieren mit Ausnahme einer räumlich sehr begrenzten Baulückenfreifläche an der Ernststraße keinerlei öffentliche Freiflächen. Die Blockinnenräume sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar. Durch die großzügigen privaten Blockinnenräume bestehen jedoch auch geringere Nutzungsan- sprüche, wenngleich durch die vollzogene Bebauung in zweiter Reihe sich für die Ge- bäude in erster Reihe kaum mehr private Freiflächen bieten. 6.2.6 Defizite im Bereich von Platzsituationen und Kommunikationsräumen Rintheimer Feld DerStaudenplatzim Rintheimer Feld war im Zuge der städtebaulichen Aufsiedlung des Rintheimer Felds als zentraler Quartiersmittelpunkt gedacht, kann aber aufgrund städte- baulicher und substanzieller Defizite seine Funktion als Quartierszentrum heute nicht mehr erfüllen. Die Gestaltung der Fassaden und die Qualität der privaten Möblierung, die Auslagen und Werbetafeln sind in einem entsprechend zu bemängelnden Zustand. Die Situation der privaten Müllentsorgung ist problematisch. Aus städtebaulicher Sicht fehlen eine ansprechende Anbindung nach Süden und ein entsprechender Abschluss nach Norden. Leerstände und die steigende Zahl an Mieterfluktuationen führen zu einem zunehmen- den Funktionsverlust des Staudenplatzes und setzen eine Abwärtsspirale in Gang, die auch durch eine ansprechende freiraumplanerische Gestaltung vor einigen Jahren defini- tiv nicht gestoppt werden konnte. Der heutige Zustand und die mangelnde Funktionser- füllung als zentraler Quartiersplatz ist als äußerst problematisch einzuschätzen und wirft die Fragestellung auf, ob hier eine erhaltende Sanierung ausreichend ist oder ob es einer grundlegenden städtebaulichen und freiraumplanerischen Neuordnung bedarf. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 83 Staudenplatz Rückseite Staudenplatz Der Platz am Vorfeld der Kirche St. Martin verfügt über eine Weitläufigkeit und eine Orientierung zur frequentierten Achse der Mannheimer Straße. Dem Vorfeld fehlen aber ansprechende Aufenthaltsmöglichkeiten und eine akzentuierte Gestaltung. Weitere platzartige Situationen existieren im Rintheimer Feld nicht, die Freiräume glie- dern sich eher wie beschrieben in ein amorphes Netz aus Freiraumsituation, die aber je- weils nicht die Kraft haben, identitätsstiftend zu wirken. Alt-Rintheim In Alt-Rintheim fehlt ein zentraler Quartiersplatz, die vorhandenen platzartigen Situatio- nen beziehen sich auf sehr kleinteilige Angebote: Der ehemals aufgrund des alten Rathausstandortes identitätsstiftende Platz an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße / Forststraße / Weinweg wird heute stark durch den Kreuzungs- und Straßencharakter bestimmt. Eine Aufenthaltsqualität ist hier ebenso wenig vorhanden wie eine Reminiszenz an den ehemaligen Dorfmittelpunkt. DerVorplatz der Kirche Zum Guten Hirten weist ebenfalls eine relativ belanglose Gestaltung auf, die Rintheimer Hauptstraße läuft heute an dem Platz vorbei, obgleich dieser einen wichtigen Ankerpunkt in der Straßenabfolge darstellt. Eine Einbeziehung des Straßenraums in die Platzfläche existiert nicht. Ecke Forststraße/Rintheimer Hauptstraße Ecke Forststraße/Rintheimer Hauptstraße Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 84 Ecke Ernststraße/Rintheimer Hauptstraße Dreschhalle Grünfläche südliche Ernststraße Kirche „Zum guten Hirten“ Der platzartige Charakter am südlichen Auftakt der alten Ortslage von Rintheim Ernststraße / Rintheimer Hauptstraße wirkt vernachlässigt und verfügt über keinen ablesbaren Charakter oder eine freiraumplanerische Geste. Diekleine Grünfläche an der Ernststraße, die zum Grünzug TSV-Rintheim führt, wirkt ebenfalls zufällig. Auch die Wegeverbindung von der Rintheimer Hauptstraße zum Grünzug ist gestalterisch unbefriedigend. Gleiches gilt für das Vorfeld der Schule am Weinweg und die Verbindung zwischen Hinterwiesenweg und Rintheimer Hauptstraße. Auch hier sind gestalterische Mängel und funktionale Konflikte mit den angrenzenden Betrieben (Parkierung) und der Andie- nung an die Schule feststellbar. DasVorfeld der Dreschhalle an der Jagdstraße weist ebenfalls gestalterische Mängel auf und wird der, für Vereine wichtigen Bedeutung des Platzes nicht gerecht. Auch die Jagdstraße weist in ihrer Gestaltung nicht die Funktion einer wichtigen Wegeverbindung von der Ortslage in den angrenzenden Freiraum auf. Die vorhandenen Plätze und platzartigen Situationen sind unisono aufwertungsbedürf- tig: Es fehlt ihnen durchgängig eine angemessene Aufenthaltsqualität, eine klare Funkti- onsbestimmung sowie eine für die alte Ortslage von Rintheim identitätsstiftende Wir- kung. Die Möblierung ist weitgehend zufällig und unstrukturiert. Funktional wie gestal- terisch entsprechen die wenigen Freiflächen eher Restflächen. Die Verkehrsflächen er- scheinen dagegen überdimensioniert. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 85 Trotz seiner Bedeutung am Schnittpunkt der Teilquartiere Rintheimer Feld, Alt-Rintheim und dem nördlichen Teilabschnitt Alt-Rintheims und seiner Funktion als Endhaltestelle kann auch der Platz an der Wendeschleife und das Ladenzentrum Hirtenweg kei- ne entsprechende gestalterische Wirkung erreichen. Dies wird sich auch im Rahmen der Vergrößerung des Wenderadius der Straßenbahn nicht nachhaltig ändern, da die Grundprobleme weiterhin existent sind: So wird der Platzbereich stark durch Verkehrs- flächen und die Trasse der Straßenbahn dominiert und zergliedert, die angrenzenden Randbebauung orientiert sich mit Ausnahme der Ladenzeile weder städtebaulich, gestal- terisch noch funktional zum Platz, der zu weitläufig ist, um als solcher wahrnehmbar zu sein. Grundsätzlich fehlt dem Platz eine prägnante freiraumplanerische Gestaltung außerhalb der reinen Verkehrsplanung und eine städtebauliche Ausrichtung zumindest eines Teils der Gebäude auf den Platz, verbunden mit einem entsprechenden funktionalen Ange- bot in der Erdgeschosszone. DerLadenzeile am Hirtenweg selbst fehlt eine angemessen gestaltete Vorzone, die der Bedeutung der Ladenzeile als Begegnungsort Rechnung trägt. Daneben mangelt es an einer Anbindung an die südlich gelegene Endhaltestelle. Ladenzeile am Hirtenweg Endhaltestelle 6.2.7 Defizite im Bereich von Eingangssituationen und der Außenwirkung Alle Eingangssituationen in den Stadtteil können als defizitär beschrieben werden: Am südlichen Ende der Mannheimer Straße ist die Eingangssituation in den Stadtteil aufgrund der fehlenden Raumbildung diffus und extrem durch die Verkehrsachsen und den überdimensionierten Kreuzungsbereich bestimmt. Es fehlt eine prägnante freiraum- planerische Gestaltung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 86 Kreuzung Ostring/Mannheimer Straße Ecke Haid-und-Neu-Straße/Hirtenweg Die Zugangssituation am Brückenkopf über den Ostring auf die Forststraße ist ebenfalls gestalterisch unbefriedigend: Die Orientierung für Fußgängerinnen und Fußgänger so- wie für Radfahrerinnen und Radfahrer ist unklar, eine Weiterführung der Wegeführung unbestimmt. Die Eingangssituation an der Kreuzung Haid-und-Neu-Straße / Ostring wird durch den Gärtnereistandort bestimmt. Im nördlichen Bereich erscheint dieser zumindest in Teilbe- reichen nach außen hin verwahrlost. Die Gärtnereien insgesamt wirken als trennendes Element zur Oststadt, da sie als abgesperrte Bereiche der Öffentlichkeit entzogen sind und durch ihre ungeordnete Umgrenzung mit Buschwerk auch kaum Sichtbeziehungen ermöglichen. Der Zugang nach Rintheim an der Kreuzung Haid-und-Neu-Straße/Hirtenwerg ist durch eine brachliegende Grünfläche gekennzeichnet. Die von der Brücke aus gut einsehbaren Gärtnereien am nördlichen Teil des Ostrings sind zum Teil nicht einladend gestaltet. Insgesamt besitzen die gewerblich genutzten Flächen eher eine trennende Wirkung zur angrenzenden Oststadt. Gärtnerei am Ostring Gärtnerei am Ostring Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 87 6.2.8 Missstände im Gebäudebestand ImRintheimer Feld entsteht durch das homogene Erscheinungsbild der Gebäude ge- paart mit den teilweise extremen Gebäudehöhen sowie der Gestaltung des Wohnum- felds der typische Eindruck einer Großsiedlung, der bei vielen Menschen mit negativen Assoziationen verbunden ist. Zum eher tristen Aussehen der Gebäude tragen auch die Fassadenflächen in Sand- und Erdtönen bei. Eine Orientierung innerhalb des Bestands wird durch die ähnliche Gestal- tung vieler Gebäude erschwert. Die Mängel im äußeren Erscheinungsbild betreffen im Hinblick auf die Hochhausstrukturen und die Zeilenbauten entlang der Haid-und-Neu- Straße auch die Fernwirkung des Stadtteils und dessen Außenwirkung. Im Bestand der Volkswohnung stehen derzeit noch 16 Zeilenbauten und Punkthochhäu- ser für eine Modernisierung an, für die von Seiten der Volkswohnung ein zeitlich gestuf- tes Handlungskonzept vorliegt. InAlt-Rintheim besitzen anhand der äußeren Inaugenscheinnahme rund 35% der Wohngebäude teilweise erhebliche Mängel, rund 7% der Wohngebäude weisen erheb- liche Mängel auf und 2% der Wohngebäude besitzen substanzielle Mängel, wobei hier festzuhalten ist, dass dies vorrangig Gebäudeteile oder ältere rückwärtige Gebäude sind (vgl. Kapitel 3.4.3.). Aussagen über die innere Bausubstanz und die Wohnraumausstat- tung liegen nicht vor. In den Schlüsselpersonengesprächen wurde jedoch dargestellt, dass im Bereich der älteren Bausubstanz durchaus noch eine Reihe von Gebäuden über fehlende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Ausstattung in den Heizsystemen (Ein- zelöfen, Kohlebefeuerung bzw. Elektronachtspeicheröfen) verfügt. Bei den gewerblich genutzten Gebäuden sind insbesondere die Substanzmängel im Bereich der Bebauung am Staudenplatz hervorzuheben. 6.2.9 Fehlende bzw. schlecht ausgebildete Raumkanten ImRintheimer Feld ist festzustellen, dass durch die Stellung der Zeilenbauten und der Punkthochhäuser insbesondere in Ausrichtung zu den umliegenden Straßenachsen notwendige Raumkanten fehlen. Dies gilt einerseits für die Mannheimer Straße auf der Westseite, zum anderen aber auch für den Hirtenweg auf der Nordseite und die Haid- und-Neu-Straße auf der Westseite des Rintheimer Felds. Insbesondere an der Endhaltestelle macht sich dieser Mangel besonders deutlich, da hier das Zeilengebäude an der Endhaltestelle (südliche Straßenseite des Hirtenwegs) keinen räumlichen Bezug zum Platz besitzt. Dem Zeilengebäude am Hirtenweg fehlt durch sei- ne bauliche Stellung im Platzbereich eine Raumkante. Entlang des Ostrings fehlt ebenfalls eine städtebauliche Raumkante, hier dominieren die wenig gegliederten Freiflächen entlang des Ostrings und zurückversetzte Bebauung ent- lang der Forststraße das städtebauliche Erscheinungsbild. Die Blockstruktur der Straßen begleitenden Bebauung in Alt-Rintheim ist an einigen Stellen nicht geschlossen und wird punktuell durch Garagensituationen oder gewerbli- che Nutzungen unterbrochen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 88 6.3 Funktionale Missstände 6.3.1 Defizite in der Nahversorgung – Situation am Staudenplatz Der Stadtteil Rintheim verfügt zwar durch die Gewerbestandorte zur Durlacher Allee hin über Nahversorgungsstandorte, welche für die mobilen Teile der Bevölkerung unkompli- ziert zu erreichen sind, für die weniger mobilen Teile der Bevölkerung, die auf Nahver- sorgung angewiesen sind, existiert nur ein untergeordnetes Angebot am Hirtenweg und am Staudenplatz. Während das Nahversorgungsangebot am Hirtenweg recht gut funk- tioniert und von seiner zentralen Lage im Stadtteil und der Nähe zum Technologiezent- rum profitiert, sind am Staudenplatz strukturelle Defizite zu konstatieren. So ist der Staudenplatz ursprünglich als Quartiersmittelpunkt für das Rintheimer Feld konzipiert gewesen, während im übrigen Stadtteil – auch in der alten Ortslage von Rintheim – noch ein ausreichendes kleinteiliges Nahversorgungsangebot zu verzeichnen war. Inzwischen hat sich die Lage stark verändert und der Staudenplatz muss für den Gesamtstadtteil die Funktion eines Nahversorgungsstandorts erfüllen, was aufgrund seiner sehr isolierten (Insel-)Lage im Rintheimer Feld kaum möglich ist. Die Insellage ist nicht nur räumlich zu begreifen, sondern aus den Rückmeldungen der Bürgerbeteiligung heraus auch emotional, da die Quartiere Alt-Rintheim und Rintheimer Feld insgesamt zu wenig Bezüge aufweisen. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren mit einem fortwährenden Downgrading verfestigt, was den Staudenplatz per se noch unattraktiver macht und zu einer Abwärts- spirale geführt hat, die selbst die Gestaltung der öffentlichen Räume nicht mehr aufhal- ten konnte. Vor dieser Ausgangssituation muss hinterfragt werden, ob der Staudenplatz als Nahversorgungsstandort eine Zukunftsfähigkeit besitzt oder ob nicht ein anderer Standort dieser Anforderung besser gerecht werden würde. 6.3.2 Störende gewerbliche Betriebe Innerhalb von Alt-Rintheim sind an der Wendeschleife an der Mannheimer Straße und im Kreuzungsbereich Rintheimer Hauptstraße / Weinweg zwei Autohandelsgeschäfte ansässig, welche in ihrer Wirkung auf die angrenzenden öffentlichen Freiflächen als vi- suell und funktional störend zu bezeichnen sind. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 89 6.4 Fazit der planerischen Analyse der Mängel und Missstände im Untersuchungsgebiet: Vorhandensein einer nachhaltigen Sanierungsnotwendigkeit Die Ergebnisse der Analyse der im Untersuchungsgebiet vorhandenen Mängel und Miss- stände bestätigen nachhaltig eine Sanierungsnotwendigkeit xim soziokulturellen Kontext über die dargestellte Situation in der Bewohnerstruk- tur des Rintheimer Felds, über die fehlende soziale Verknüpfung der Teilquartiere Rintheimer Feld und Alt-Rintheim untereinander sowie durch einen grundsätzli- chen Mangel an sozialen Angeboten im Stadtteil xim städtebaulich-freiraumplanerischen Kontext über die festgestellten Missstän- den in den Straßenräumen, den Frei- und Aufenthaltsflächen, den Platzsituatio- nen und dem privaten und halböffentlichen Wohnumfeld, in der festgestellten nachhaltigen städtebaulichen Trennwirkung der Quartiere untereinander sowie dem vorhandenen Modernisierungsbedarf im Gebäudebestand xsowie im funktionalen Kontext durch das zu befürchtende Wegbrechen der Nah- versorgung und die funktionalen Defizite am Staudenplatz Dabei beziehen sich die im Rahmen der Sanierungsziele zu definierenden Maßnahmen xauf den strukturellen Erhalt der Funktionsfähigkeit als innenstadtnaher Wohn- standort in einem integrierten Gesamtstadtteil Rintheim mit entsprechenden so- zialen Netzwerken xauf eine zu verbessernde städtebauliche und freiraumplanerische Qualität und Nutzbarkeit xund eine Verbesserung der Außenwirkung des Stadtteils. Auf Grundlage dieser Ergebnisse ist es grundsätzlich gerechtfertigt, die Sanie- rung nach dem Baugesetzbuch voranzutreiben und im Falle einer Förderung durchzuführen. Da sich jedoch die festgestellten Mängel und Konflikte in den einzelnen Teil- quartieren deutlich ausdifferenzieren, ist es sinnvoll, unterschiedliche Sanie- rungsverfahren anzustreben, welche adäquat auf die Struktur der festgestellten Handlungserfordernisse abzielen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 90 7.Grundsätzliche Sanierungsziele Ausgehend von der Darstellung der im Gesamtuntersuchungsgebiet festgestellten Män- gel und Konflikte können folgende grundlegenden Sanierungsziele für das Untersu- chungsgebiet der Vorbereitenden Untersuchungen dargestellt werden: 7.1 Ziele im sozialen und kulturellen Miteinander xAufbau einer Stadtteilkultur im Sinne eines besseren Miteinanders aller Gene- rationen und Ethnien. xNiederschwellige (Bildungs)-Angebote zur Überwindung sprachlicher Barrieren und zur Integration von Zugezogenen und Migrantinnen und Migranten. xSchaffen und Stärken von interkulturellen Angeboten in neuen Netzwerken, die den Gesamtstadtteil erreichen und zusammenführen. xStärken der Vereinsarbeit durch Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Schaf- fung entsprechender Raumangebote. xSchaffen eines Ortes der Begegnung mit soziokulturellen Angeboten für alle Generationen und Ethnien. xFördern junger Menschen im Stadtteil durch Räume, Beratung und Betreuung im Zusammenspiel aus Angeboten und Eigenverantwortung. 7.2 Ziele im Aspekt Wohnen xVerbesserung der Wohnungssubstanz zur Sicherung einer Attraktivtität für die Bewohnerschaft und als Beitrag zur sozialen Kompetenz der Bewohnerschaft im Sinne einer Eigenverantwortung. xAusrichtung von Wohnwertverbesserungen auf den vorhandenen Bedarf im Hinblick auf Lebensstile und die sich verändernde Altersstruktur. xVermeidung von Härten im Rahmen der Modernisierung, Halten der Bewoh- nerschaft im Quartier. xFinden eines angemessenen Maßes zur Ergänzung des vorhandenen Woh- nungsbestandes durch Ergänzungsbauten im Rintheimer Feld, kritische Prü- fung eines erweiterten Angebots an Wohnformen im Zuge der Ergänzungs- bebauung (Baugruppenmodelle, besondere Zielgruppen, Angebote des gene- rationenübergreifenden Wohnens etc.). xAktive und dialogisch ausgerichtete planungsrechtliche Steuerung der Innen- entwicklung in Alt-Rintheim begleitend zur Sanierungsmaßnahme. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 91 7.3 Ziele im Aspekt Freiraum und Öffentlicher Raum x„Privatisierung“ von halböffentlichen Flächen im Rintheimer Feld als Beitrag zur Stärkung der sozialen Kompetenz aller Rintheimerinnen und Rintheimer. xSozialverträgliche Gestaltung öffentlicher Räume sowohl unter gestalterischen Gesichtspunkten als auch unter dem Sicherheitsaspekt (Spielplätze, Schulwe- ge, Haltestellen). xAusbau eines zentralen, das Rintheimer Feld prägenden Grünzugs mit erwei- terten funktionalen Angeboten. xAufbau eine Hierarchie im Freiraum und im Wegenetz innerhalb des Rinthei- mer Felds. xVerbesserung der randlich zu Alt-Rintheim liegenden Freiräume als Teil der Er- holungsvorsorge (Spielplätze, Wegebeziehungen, Zuwegungen). xGestaltung der Achse Schule am Weinweg – Forststraße – Mannheimer Straße als zentrales verbindendes Achsenelement zwischen Alt-Rintheim und Rinthei- mer Feld (Schulstandorte). xGestaltung der identitätsstiftenden Platzsituationen in der alten Ortslage von Rintheim. 7.4 Ziele im Aspekt Verkehr und öffentliche Straßenräume xMinimierung der Trennwirkung der Mannheimer Straße, Aufbau von verbin- denden Freiraumelementen, Gestaltung der Übergangssituationen, Begrü- nung und Minimierung des Straßenraums xQualifizierung und Gestaltung der öffentlichen Straßenräume in Alt-Rintheim, Brechen der Linearität, Einbringen von Grün in die Straßenräume xQualifizierung und Gestaltung der öffentlichen Straßenräume im Rintheimer Feld, Einbinden der Zufahrtssituationen zu den Parkierungsanlagen, Ordnen der Parkierung Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 92 7.5 Ziele im Aspekt Handel und Gewerbe xDurchgängige Neuordnung der städtebaulichen Situation am Handelsstandort des Staudenplatzes, kritisches Prüfen einer Nachfolgenutzung (Handel?) in Abwägung zu alternativen, auch für die Bewohnerschaft von Alt-Rintheim att- raktiveren Standorten. xEntwicklung von attraktiven Geschäftsvorfeldern im Bereich der Ladenzeile am Hirtenweg. xPrüfen der Optionen einer Verlagerung einzelner gewerblicher Betriebe mit einer negativen Ausstrahlwirkung auf den umgebenden öffentlichen Raum. 7.6 Ziele im Aspekt Image und Identität xVerbesserung der Außenwirkung des Stadtteils im Rahmen der städtebauli- chen und freiraumplanerischen Entwicklung, aber auch im Rahmen offensiver Kommunikationsmaßnahmen. xVerbesserung der Identifikation mit dem Stadtteil durch gemeinsam getragene Feste und Angebote, aber auch durch eine gemeinsam getragene Planung und möglicherweise auch Umsetzung von Maßnahmen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 93 8.Vorschlag zur Wahl des Sanierungsprogramms und zur Abgrenzung der Sanierungsgebiete Im Fazit der planerischen Analyse und der Ergebnisse der 1. Phase der Bürgerbeteiligung ist wie oben ausgeführt grundsätzlich festzustellen, dass freiraumplanerische und städtebauliche Missstände sowohl im Rintheimer Feld als auch in Alt-Rintheim un- zweifelhaft in einer solchen Intensität vorhanden sind, dass sie ein Sanierungsverfahren rechtfertigen. In der Frage der Wahl des Sanierungsprogramms ist in der Zusammenfassung der Ausgangslage im sozialräumlichen Kontext festzustellen xdass die sozialen Handlungserfordernisse aufgrund der Bewohnerstruktur und der Struktur der Wohnformen prioritär im Rintheimer Feld liegen (weit überdurch- schnittlicher Anteil sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen, insbesondere auch Alleinerziehende mit Kindern, hoher Bevölkerungsanteil mit Migrationshin- tergrund) xdass nach den Aussagen aus der ersten Phase der Bürgerbeteiligung in Alt- Rintheim zwar durch soziale Fortentwicklungen durch zuziehende Bevölkerung Handlungsbedarfe bestehen, die eine aktive Integrationsnotwendigkeit in das ge- wachsene Quartier erforderlich machen. Diese Handlungserfordernisse sind jedoch im Vergleich zur Situation im Rintheimer Feld als deutlich nachgeordnet anzuse- hen. xdass sowohl im Rintheimer Feld wie auch in Alt-Rintheim räumlich wie strukturell keine angemessenen sozialen Angebotsstrukturen existieren. Gleichzeitig liegen die festgestellten städtebaulichen und freiraumplanerischen De- fizite in Alt-Rintheim vorrangig in der Struktur und Gestalt der vorhandenen öffentli- chen Räume (öffentliche Straßenräume, Grünzüge, Spielplatzstandorte), während im Rintheimer Feld nur untergeordnet öffentliche Flächen betroffen sind. Die große Mehr- zahl der Flächen mit Handlungserfordernis betreffen den halböffentlichen Raum und be- finden sich im Eigentum der Volkswohnung. Um auf die unterschiedlichen Ausgangssituationen im städtebaulichen und sozialräumli- chen Kontext über entsprechende differenzierte Sanierungsverfahren adäquat einzuge- hen, wird vorgeschlagen xfür den Teilbereich des Rintheimer Felds einen Antrag für das Programm Soziale Stadt (SSP) zu stellen, da sich hier im Rintheimer Feld die städtebaulichen und sozialen Handlungserfordernisse massiv überlagern. Im Rahmen der Sanie- rungsdurchführung ist jedoch der Kontext zwischen dem Rintheimer Feld und Alt- Rintheim vor dem Ziel einer gegenseitigen Befruchtung der Quartiere im Auge zu behalten. Dies gilt beispielsweise bei der Verortung ergänzender sozialer Einrich- tungen (bspw. Bürgertreff), bei denen Standorte gefunden werden müssen, wel- che auch für die Bürgerschaft von Alt-Rintheim eine funktional wie emotional ak- zeptable Lage besitzen. Darüber hinaus sind auch in der Entwicklung der sozialen Netzwerke im Rintheimer Feld die bestehenden Strukturen von Alt-Rintheim mit- einzubinden. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 94 xfür den Teilbereich Alt-Rintheim ist ein Antrag für das Landessanierungs- programm (LSP) zu stellen, da hier die städtebaulichen Handlungserfordernisse deutlich überwiegen und über das Landessanierungsprogramm die nachhaltigen Mängel insbesondere im öffentlichen Raum der alten Ortslage behoben werden können. Bei der Abgrenzung der Sanierungsgebiete wird in der Konsequenz vorgeschlagen, das Untersuchungsgebiet der Vorbereitenden Untersuchungen in der Zuordnung zu den beiden genannten Programmen aufzuteilen xin den Programmbereich „Soziale Stadt“, welcher sich auf das Rintheimer Feld be- zieht und vorrangig die Wohnungsbaubestände und Freiflächen der Volkswoh- nung, aber auch die privaten Immobilien rund um den Staudenplatz, den Schul- und Kirchenstandort und den Nahversorgungsbereich am Hirtenweg einbezieht. Eine Herausnahme wird für die zweite Reihe entlang des nördlichen Rands des Hir- tenwegs angeregt, da hier kein nachhaltiger Sanierungsbedarf festgestellt werden kann, xin den Programmbereich „Landessanierungsprogramms“, welcher sich auf die Ortslage von Alt-Rintheim und die damit im Kontext stehenden öffentlichen Räu- me – hier auch unter der Einbeziehung der Mannheimer Straße – bezieht. Zudem wird im Kontext zum Programmbereich des Landessanierungsprogramms vorgeschlagen, die Abgrenzung des Sanierungsgebietsteils Alt-Rintheim räumlich am Süd- und Ostrand von Alt-Rintheim zu erweitern und hierbei zum einen den Grünzug zwischen dem TSV Rintheim und den Weinweg mit aufzunehmen, um diesen für Alt-Rintheim, für die Schule am Weinweg und für die übergeordnete Wegverbindungen wichtigen Teilbereich mit der Abgrenzung des Sanierungsgebie- tes abzudecken. Zum anderen wird empfohlen, auch einen Teilbereich östlich der Dreschhalle mit in die Abgrenzung aufzunehmen, um hier die mögliche Erweiterung des für Alt- Rintheim wichtigen Kinderspielplatzstandortes und das Umfeld der Dreschhalle im Kontext zur Wegebeziehung des Hinterwiesenweges abzudecken. Größe der einzelnen Programmbereiche Der Programmbereich „Soziale Stadt“ – Rintheimer Feld – umfasst damit eine Fläche von rund 20,8 ha, der Programmbereich „Landessanierungsprogramm“ – Alt-Rintheim - um- fasst eine Fläche von 27,1 ha. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 95 9.Vorschläge für Maßnahmen im Rahmen des Sanierungs- prozesses Ausgehend von den festgestellten Mängeln und Konflikten und vor dem Hintergrund der dargelegten Sanierungsziele werden folgende Maßnahmen in Abstimmung mit den städtischen Fachämtern und der Volkswohnung als Haupteigentümer innerhalb des Rintheimer Felds für die Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Darstellung der Maßnahmen stellt einen Zielkatalog der angestrebten Sanierungsmaßnahme dar. Im Rahmen der Sanierungsdurchführung sind die einzelnen Maßnahmen auf ihre Umsetz- barkeit zu prüfen und gegebenenfalls auch fortzuschreiben. 9.1 Maßnahmen im SSP-Gebiet Rintheimer Feld Für die Maßnahme „Soziale Stadt“ Rintheimer Feld werden folgende Maßnahmen im Zuge des Sanierungsgebietes vorgeschlagen: 9.1.1 Handlungsfeld 1: Stärkung der sozialen und kulturellen Integration xEntwickeln eines Bürgertreffs mit soziokulturellen Angeboten als Begeg- nungsstätte mit einem Angebot an Räumen für Vereine und nicht-institutionelle Ak- tivitäten. Einbindung von Betreuungsangeboten und Funktion des Bürgertreffs als Anlaufstelle/ Stadtteilbüro. Mögliche Angebote, die mit einem Bürgertreff korres- pondieren könnten sein: Erziehungshilfe, Suchtberatung, Sprach- und Kulturförde- rung, Werkstattbetreuung für Jugendliche etc., Räume für Begegnung, Familienfes- te, Ehrenamtliches Engagement, Aufbau eines Netzwerkes zur ehrenamtlichen Ar- beit, verortet im Bürgertreff als Anlaufpunkt für alle Generationen und Ethnien, mögliche Einbindung der Funktion einer Stadtteilbücherei in Kooperation mit den Schulen. Der Bürgertreff soll dabei als Einrichtung über das eigentliche SSP-Sanierungsgebiet des Rintheimer Felds hinausstrahlen und als integratives Element auch die Bürger- schaft von Alt-Rintheim ansprechen und in die Angebotsstruktur einbinden. Der Standort des Bürgertreffs ist dabei noch nicht abschließend definiert. Alternativen bestehen einerseits in einem Standort an der Forststraße in räumlicher Nähe zum an- grenzenden Schulstandort und im Kontext der Forststraße als Fußwegverbindung nach Alt-Rintheim und andererseits am Staudenplatz als den zentralen Quartiersmit- telpunkt des Rintheimer Felds. Ebenso könnte noch ein Standort an der Wende- schleife in Betracht kommen. Der definitive Standort ist im Rahmen der Sanierungs- durchführung in Abstimmung mit der Volkswohnung und den Eigentümern am Staudenplatz weiter zu konkretisieren und zu definieren. xÖffnen und Nutzbarmachen der Erdgeschoßzonen der Punkthochhäuser im Rintheimer Feld zur funktionalen Belebung und sozialen Kontrolle der Erdgeschoß- zonen und als Beitrag zur Vernetzung mit dem Bürgertreff. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 96 xEntwickeln und Stärken sozialer Netzwerke (Vereine Institutionen, Ehren- amt) mit dem übergeordneten Ziel des Aufbaus eines Stadtteilbewusstseins durch gemeinsame und vernetzte Aktivitäten z.B. in der Zusammenarbeit von Schulen, Kirchen, Vereinen, städtischen Einrichtungen, Volkswohnung. Denkbar sind bspw. niederschwellige Bildungsangebote, Stadtteilaktivitäten, Feste, generationenübergreifende Betreuung (Jugendarbeit, und gegenseitige Unterstüt- zung (Einkaufshilfen, „Leihoma“), Sprachkurse, Conciergedienste, gemeinsame An- gebote der Schulen. Auch in diesem Punkt ist neben der Orientierung auf das Rintheimer Feld der Kontext zu den angrenzenden Quartieren (insbesondere Alt- Rintheim und angrenzende Teilbereiche der Oststadt) zu berücksichtigen. xStärken der lokalen Vereine durch aktive Einbindung in die Stadtteilarbeit zur Unterstützung einer vernetzenden Wirkung zwischen Alt-Rintheim und Rinthei- mer Feld, z.B. auch durch Raumangebote für ursprünglich aus Alt-Rintheim stam- mende Vereine in dem oben dargestellten Bürgertreff. xVerbesserung der Ganztagesbetreuungsangebote (Kindertagesstätten 0-7 Jahre sowie Schülerbetreuung bis 12 Jahre) in Kooperation mit den vorhandenen Einrichtungen. xAufbau einer Kooperation mit dem Heinz-Schuchmann-Haus oder anderer Dienstleister zur Verbesserung der Angebotsstruktur für die älteren Teile der Be- wohnerschaft des Rintheimer Felds (Pflegedienste). Mögliche Maßnahmen, welche im Rahmen des Programms „Stärken Vor Ort“ umge- setzt werden können: xProjekt MIR "Miteinander in Rintheim": Bewusstsein bilden – Identifikation fördern:Begrüßungspaket für Zugezogene kombiniert mit gezielten Angeboten zur Integration Zugezogener, Aufklärungskampagne „junge Wohnmöglichkeiten gegen Mithilfe“, Bespielen und Nutzen der EG-Räume (ZBV-Räume), „Abholende Sozialar- beit“ mit Mediationsangeboten. xTreffpunkt Jugend: Gestaltung des Jugendtreffs unter Beteiligung der Jugendli- chen- evtl. selbstverwaltet, aber mit professioneller Unterstützung, Aufbau von Bera- tungs- und Unterstützungsangeboten. xProjekt „Zurück zu den Wurzeln“: Anlage von Lehrgärten evtl. in Verbindung mit einer Neuordnung der Freiflächen zwischen den Zeilen im Rintheimer Feld (Mieter- gärten) gekoppelt mit interkulturellen Kursangeboten, Kooperation mit lokalen Ver- einen wie Obst- und Gartenbauverein. xNiederschwellige Bildungsangebote: für Jugendliche und Erwachsene, z.B." Mama lernt Deutsch". xAktivierende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, z.B. Mitternachts- port, aktives Bespielen neu konzipierter Freiräume wie der Bolzplatz. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 97 xProjekt Rintheim 2010: Erweiterung der Angebote zum Stadtteiljubiläum Unter- stützung der aktiven Protagonisten vor Ort: Imagekampagne für den Stadtteil aus dem Stadtteil heraus mit Bürgern/ Jugendlichen entwickeln,Kunstprojekte zum Stadtteiljubiläum. xImagekampagne und Identität: Informationspolitik: Transparenz schaffen, Infor- mationen weiterleiten (Schaukästen, Infopunkte, Internet...),Identitätsstiftende Stadtteilprojekte, z.B. Theaterprojekt, Stadtteilfest. xProjekt Concierge: Einführen eines Concierge-Dienstes in den Hochhäusern - An- laufstelle mit Ansprechperson und Hausmeisterfunktion. xEhrenamtsbörse:Aufbau eines Anreizsystems für dringend benötigte Ehrenamtli- che, Aktivierung aller Bevölkerungsgruppen und deren Know-how für den Stadtteil - Einbinden der Vereine.Stadtteilbezogener Kontext zu der bestehenden Ehrenamts- börse auf Gesamtstadtebene, Öffentlichkeitsarbeit. 9.1.2 Handlungsfeld 2: Aufwertung des Wohnungsbestands xModernisierung der Geschoßwohnungsbauten im Rintheimer Feld entspre- chend des Handlungskonzeptes der Volkswohnung unter Berücksichtung der energetischen Sanierung, aber auch unter Berücksichtigung einzelner, sich in der Bewohnerschaft abbildender Zielgruppen (bspw. verstärktes Angebot barrierefreier Wohnungen für Ältere, Neuerrichtung von Aufzügen aber auch Angebote größerer Wohneinheiten für Familien durch Zusammenlegung von kleineren Bestandswoh- nungseinheiten). xDurchmischen der Bewohnerschaft durch ein Angebot auch an höherwerti- gem Wohnraum z.B. über die Nutzung ungenutzter Dachflächen und Weiterent- wicklung zu Penthouse-Wohnungen mit entsprechendem Ausblick, aber auch durch ein auf das Nutzerklientel der Studierenden zugeschnittenes Angebot (Kontext Tech- nologiezentrum, ÖPNV-Anschluß in Richtung Hochschulen). xEinbinden neuer Wohnungsangebote im Rintheimer Feld im Sinne der In- nenentwicklung durch Entwicklung brach liegender Flächen (als Optionen bspw. im Bereich der Brachfläche Forststraße, möglicherweise auch im Kontext einer Nach- nutzung der heutigen Situation am Staudenplatz, im Bereich Hirtenweg durch Er- gänzungsbauten und durch Ergänzungsbauten auf der Freifläche am Staudenplatz nördlich der Heilbronner Straße). Kritisches Prüfen der Marktgängigkeit von Angebo- ten außerhalb des im Rintheimer Felds nahezu durchgängig vorhandenen Mietwoh- nungsbaus zur stärkeren Durchmischung von Wohnformen (bspw. Eigentumswoh- nungen, Realisierung alternativer Bauherrenmodelle, Angebot von generationen- übergreifendem Wohnen). Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 98 9.1.3 Handlungsfeld 3: Attraktivierung des öffentlichen Raums und halböffentlicher Grün- und Freiflächen xEntwickeln eines quartiersinternen Grünzugs in Nord-Süd-Richtung als zentra- ler, visuell ablesbarer und mit funktionalen Freiraumangeboten qualifizierter Frei- raum. xVerbesserung der Platzsituationen und Wegebeziehungen innerhalb des Rintheimer Felds zur Verbesserung der Orientierung (Hierarchisierung) und zur Qualitätssteigerung der Aufenthaltsqualität, Entwicklung einer hierarchischen Wege- struktur mit Orientierung in Nord-Süd- und West-Ost-Richtung und entsprechenden Anschlüssen an die umliegenden Quartiere und Infrastrukturen (Haltestellen etc.), Berücksichtigung der heute bereits vorhandenen informellen Wegeverbindungen und Umsetzung in Wegeangebote. xGestalten der öffentlichen und halböffentlichen Räume mit wiederkehrenden, prägnanten Elementen (übergeordnetes identitätsstiftendes Gestaltungskonzept), Stärkung von Blickbeziehungen und Knotenpunkten zur Verbesserung der Orientie- rung und zur quartiersinternen Adressbildung. xVerbesserung der Nutzung der halböffentlichen Freiflächen im Rintheimer Feld als privates Wohnumfeld, Weiterführen des begonnenen Angebots an den Zeilenbauten vorgelagerten und den Erdgeschossen zugeordneten individualisierten Mietergärten. Kritisches Prüfen der Nachfrage an weiteren Mietergärten zugeordnet zu den Obergeschossen. xAufwerten der Spielplatzausstattung im Rintheimer Feld, Verringerung der Anzahl an Einzelangeboten unter Straffung und Qualifizierung des Angebots und der zielgruppenspezifischen Möblierung auch im Kontext zu dem oben dargestellten zentralen quartiersinternen Grünzug. xVerbesserung der Müllentsorgungsangebote und freiraumplanerische Ges- taltung der Eingangszonen im Rintheimer Feld zur Qualifizierung der Außenwir- kung und Verbesserung der Eingangsbereiche der Geschosswohnungsbauten. xEntwickeln von definierten Platzsituationen in den Randzonen des Rinthei- mer Felds, hier bspw. Verbesserung des Vorfelds des Kirchplatzes St. Martin, Gestal- tung der Eingangssituation an der Brücke am Ostring, Gestaltung eines nachgenutz- ten Staudenplatzes (vgl. Handlungsfeld 5, Handel und Gewerbe), Gestaltung eines qualitativ gestalteten Freiraums im Kontext zum Bürgertreff, Gestaltung der Schul- vorfelder. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 99 9.1.4 Handlungsfeld 4: Verkehr und Straßenräume xAufwerten der Forststraße durch Gestaltung des Straßenraums im Vorfeld des Schulstandortes im Kontext zu einer Neubebauung der Brachfläche und einer mögli- chen Entwicklung eines Bürgertreffs an der Forststraße. xVerbesserung der Flächen für den ruhenden Verkehr durch Neuorganisation von Stellplatzanlagen (Aufgabe eines Teils der Garagenhöfe). 9.1.5 Handlungsfeld 5: Handel und Gewerbe xGrundlegende Neuordnung des Staudenplatzes als Reaktion auf die sich seit Jahren abzeichnende Standortschwäche aufgrund der nahezu einseitigen Orientie- rung des Klientels auf das umgebende Rintheimer Feld, der introvertierten Lage in Bezug auf den Gesamtstadtteil Rintheim und die strukturellen standörtlichen La- genachteile (Erschließung, Parkierung, Orientierung). Die konkrete Definition der Nachnutzungsoptionen einer in der Folgenutzung entstehenden „Neuen Mitte“ (bspw. Wohnnutzung, weiterführendes, aber räumlich konzentriertes Einzelhandels- angebot, Einbindung eines Bürgertreffs etc.) ist im Rahmen der Sanierungsdurchfüh- rung in Abstimmung mit den Einzeleigentümern im Umfeld des Staudenplatzes und der Volkswohnung zu konkretisieren. xAufwerten des Vorfelds der heute gut funktionierenden Ladenzeile am Hir- tenwegzur Nutzung durch die angrenzenden Einzelhandels- und Nahversorgungs- geschäfte und deren Standortstärkung durch Gestaltung der Vorfelder und Nutz- barmachung des Freiraums in Reaktion auf den derzeit in Umsetzung befindlichen Ausbau der Wendeschleife am Hirtenweg. 9.1.6 Handlungsfeld 6: Außenwirkung des Stadtteils, Stadtteilimage xAufbau von prägnanten Stadtteileingangssituationen zur Wiedererkennung und standörtlichen Akzentuierung durch freiraumplanerische und städtebauliche Gestaltung, hier an der Kreuzung Ostring / Mannheimer Straße, Kreuzung Haid- und Neu-Straße / Ostring und Haid- und Neu-Straße / Hirtenweg. xVerbesserung der Außenwirkung durch farbliche und materielle Gestaltung der Punkthochhäuser sowie der Zeilenbauten an der Haid- und Neu-Straße zur Attraktivierung der Außenwirkung für die Öffentlichkeit. xEntwickeln eines Beleuchtungskonzepts für den Stadtteil mit Akzentuierung prägnanter Orte. xDurchführen einer Imagekampagne, die über die Aktivitäten und die Bürger- schaft im Stadtteil getragen wird. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 100 9.2 Maßnahmen innerhalb im LSP-Gebiet Alt-Rintheim Für die LSP-Sanierungsmaßnahme Alt-Rintheim werden folgende Maßnahmen im Zuge des Sanierungsvorhabens vorgeschlagen: 9.2.1 Handlungsfeld 1: Wohnen und Wohnumfeld xModernisieren der Altbausubstanz in Alt-Rintheim zur Aufwertung der Wohnqualität. xFlankierend zur Sanierungsmaßnahme: Gezielte Steuerung der Nachverdich- tungsoptionen in den Blockinnenräumen von Alt-Rintheim zur Erhaltung des durchgrünten Grundcharakters bei einem gleichzeitigen Angebot der Innenentwick- lung im Rahmen einer auf Dialog, Kommunikation und Konsensfindung aufgebau- ten Bebauungsplanung. xPrüfen der Verlagerungsoptionen einzelner gewerblicher Betriebe in Alt- Rintheim zur Verbesserung der Außenwirkung auf wichtige räumliche Situationen im Öffentlichen Raum. 9.2.2 Handlungsfeld 2: Attraktivierung des öffentlichen Straßenraums und der öffentlichen Grün- und Freiflächen xAufwerten und Entwicklung von Platzsituationen innerhalb von Alt- Rintheimzur Entwicklung von Aufenthaltsorten im öffentlichen Raum und zur Ges- taltung von identitätsstiftenden Orten. xGestalten des Platzes am ehemaligen Rathaus (Kreuzung Rintheimer Hauptstra- ße / Forststraße) als für das Quartier Alt-Rintheim identitätsstiftender Ort unter Ein- beziehung des Kreuzungsbereichs und der angrenzenden Freiflächen mit dem Ziel einer ablesbaren Gestaltqualität im Schnittpunkt der Achsen Rintheimer Hauptstraße und Forststraße unter Entwicklung einer Aufenthaltsqualität. xGestalten der Platzsituation am Auftakt Ernststraße / Rintheimer Hauptstra- ße als Antritt in die beiden genannten Straßenzüge, aber auch als Antritt in den vom TSV-Rintheim in Richtung Schule am Weinweg führenden Grünzug. xGestalten des Kirchplatzes Zum Guten Hirten unter Einbindung des Straßen- raums der Alten Rintheimer Hauptstraße als visuell ablesbares, gestaltetes und mit Aufenthaltsqualität versehenes Freiraumelement im Verlauf der Alten Rintheimer Hauptstraße. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 101 xAufwerten des Innenraums der Wendeschleife an der Kreuzung Mannheimer Straße / Hirtenweg als zentraler Platzraum an der Endhaltestelle und als Bindeglied zwischen den Quartieren Rintheimer Feld, Alt-Rintheim und dem Bereich Rintheims nördlich des Hirtenwegs. Prägnante und identitätsstiftende Gestaltung des Innen- raums der Wendeschleife, Entwicklung von Aufenthaltsmöglichkeiten, Angebote an Informationen im Stadtteil. Prüfung möglicher erweiterter gastronomischer Angebo- te (Café?) oder auch einer Fläche für eine Marktnutzung im Zuge der Sanierungs- durchführung. xVerbesserung des Angebots an Kinderspielmöglichkeiten in Alt-Rintheim durch Verbesserung der Möblierung der beiden Kinderspielplatzstandorte im Grün- zug zwischen TSV Rintheim und der Schule am Weinweg und durch eine räumliche Erweiterung des Kinderspielplatzstandorts am Hirtenweg an der Dreschhalle. xAufwerten des Grünzugs zwischen TSV Rintheim und der Schule am Wein- weg für die Nutzung der Schule am Weinweg (sehbehindertengerechte Gestaltung). xVerbesserung der Zuwegungen zu den östlich von Alt-Rintheim liegenden Freiräumen durch Verbesserung der Gestaltung des Fußwegs zwischen Ernststraße, Rintheimer Hauptstraße und dem Grünzug zwischen TSV Rintheim und der Schule am Weinweg sowie durch Aufwertung des Teilabschnitts des Hirtenwegs zwischen Rintheimer Hauptstraße und Dreschhalle / Bahnübergängen. xVerlagern einzelner Gewerbebetriebe in Alt-Rintheim zur Verbesserung der Wirkung auf die angrenzenden, für den Stadtteil prägnanten öffentlichen Räume, hier in Orientierung auf den in Gänze weiterzuentwickelnden Platzraum an der Wendeschleife und in Orientierung auf den zu gestaltenden Platzraum an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße / Forststraße. 9.2.3 Handlungsfeld 3: Verkehr und Straßenräume xAufwerten des Straßenraums der Mannheimer Straße zur Minimierung der Trennwirkung zwischen den Quartieren Alt-Rintheim und Rintheimer Feld durch Mi- nimierung der Verkehrsflächen auf den Charakter einer Tempo 30-Zone, Verbesse- rung der Querungsmöglichkeiten, Einbau von Rasengleisen (Entflechtungsgesetz * - Maßnahmen), Angebote für Fahrradfahrende, freiraumplanerische Gestaltung der Übergangssituationen zwischen Alt-Rintheim und Rintheimer Feld und Prüfen der Optionen einer weiteren Begrünung des Straßenraums. xAufwerten der Straßenräume in Alt-Rintheim zur Verbesserung der Aufent- haltsqualität durch Unterbrechen der teils extrem linearen Straßenfluchten durch Aufpflasterungen im Bereich der Kreuzungssituationen, Begrünung des Straßen- raums, Fassadenbegrünung und wo möglich Öffnung der Torsituationen mit ent- sprechenden Blickbeziehungen in die Blockinnenräume, kritische Prüfung einer Ein- bahnregelung im Zuge der Sanierungsdurchführung. * Entflechtungsgesetz / bislang gefördert über Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 102 10 Hinweise zur Sanierungsdurchführung 10.1 Hinweise zur Sozialplanung Die im Maßnahmenkonzept enthaltenen Maßnahmen haben insbesondere im Bereich des SSP-Gebietes Rintheimer Feld über die geplanten, teils durchgreifenden Wohn- raummodernisierungen absehbar Auswirkungen auf die persönlichen Lebensumstände der im Gebiet wohnenden und arbeitenden Menschen. Aufgrund der Tatsache, dass im Teilgebiet Alt-Rintheim fast ausnahmslos Maßnahmen im öffentlichen Raum geplant sind, stellt sich dieser Aspekt hier nur untergeordnet dar. Entsprechend §180 BauGB ist die Stadt gehalten, Vorstellungen zu entwickeln und mit den Betroffenen zu erörtern. Nachteilige Auswirkungen sind möglichst zu vermeiden oder zu mildern, insbesondere beim Wohnungswechsel. Von der Sanierung besonders betroffen sind in der Regel: xFinanziell schwach gestellte Bewohner (Eigentümer und Nutzungsberechtigte) xAlte Menschen (hier besonders lange im Gebiet wohnende Rentner) xKinderreiche Familien Grundsätzlich hat die Stadt die Betroffenen darauf hinzuweisen, dass entsprechende Mittel zur Verfügung stehen und in Anspruch genommen werden können, eine ent- sprechende persönliche Beratung ist im Zuge der Sanierungsdurchführung zu gewähr- leisten. Dabei sind aufgrund der abzusehenden Härten besondere Gruppen wie z.B. ältere Be- wohnergruppen, Haushalte mit einem geringen Haushaltsbudget sowie die im Gebiet betroffenen Betriebe zu berücksichtigen. Die Betroffenen sind dabei unmittelbar zu beteiligen. Entsprechend §180 (2) BauGB sind die Ergebnisse der Erörterungen und Prüfungen so- wie die voraussichtlich in Betracht zu ziehenden Maßnahmen der Stadt und die Mög- lichkeiten der Umsetzung schriftlich als Sozialplan festzuhalten und ggf. fortzuschrei- ben. Mögliche Hilfestellungen nach BauGB sind: x das Angebot eines Härteausgleichs (z.B. Umzugskosten) x die Festlegung einer Mietpreisbindung x die Verlängerung von Miet- oder Pachtverhältnissen x die Unterstützung bei der Verlagerung von Betrieben Weitere unterstützende Maßnahmen können sein: xder Zwischenerwerb und Tausch von Grundstücken xdas Angebot eines Wohnraumersatzes im Umfeld des bisherigen Wohnstandortes unter Berücksichtigung der gewachsenen sozialen Bindungen xder Wiedereinzug in die Bestandswohnung nach Abschluss der Modernisierung xder Erhalt von Betrieben und das Angebot alternativer Betriebsflächen Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 103 Da im Bereich des SSP-Gebietes Rintheimer Feld der im Rahmen der Modernisierung vorrangig anzugehende Gebäudebestand sich weitestgehend in der Hand der Volks- wohnung befindet, gelten die oben dargestellten Grundsätze und Ziele des Sozialplans auch für die Volkswohnung, die als Träger des Wohnungsbestandes angehalten ist, Härten zu vermeiden und entsprechende Unterstützungen bspw. durch Umsetzungen innerhalb des Wohnungsbestands im Rintheimer Feld durch eine zielgerichtete Wohn- raumpolitik zu geben. Um nachteilige Auswirkungen zu vermeiden, werden die folgenden Grundsätze für den Sozialplan aufgestellt: xKein Betroffener soll aufgrund anstehender Modernisierungsmaßnahmen aus sei- nem persönlichen Umfeld und damit aus dem Sanierungsgebiet verdrängt werden. xDie insbesondere bei den älteren Teilen der Bewohnerschaft vorhandenen und teils über Jahre gewachsenen sozialen Bindungen an das Gebiet und innerhalb der Be- wohnerschaft sollen weitestgehend erhalten bleiben. xDas Mietpreisniveau für Wohnraum soll nur in angemessenem Umfang entspre- chend der Modernisierung angehoben werden, negative Auswirkungen sollen für die Betroffenen gemildert werden. xUmsetzungen von Bewohnern dürfen nur im Dialog auf Basis persönlicher Gesprä- che, in denen die zur Diskussion stehenden sozialen und wirtschaftlichen Aspekte geklärt werden können, durchgeführt werden. Dabei ist auf die besondere indivi- duelle Situation der Bewohner einzugehen. xFür erforderliche Umzüge und Umsetzungen im Gebiet sollen entsprechend Er- satzwohnungen im direkten räumlichen Umfeld zur Verfügung gestellt werden xEin Härteausgleich sollte im Konsens mit den Betroffenen erzielt werden. xDurch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit soll die Bewohnerschaft frühzeitig und umfassend informiert werden. Eine Transparenz der Planungen ist anzustreben. Die Bewohnerschaft ist aktiv an den Planungen zu beteiligen, um eine Identifikati- on und Akzeptanz der Maßnahmen zu gewährleisten. xEine soziale wie in der Altersstruktur ausgeglichene Bevölkerungsstruktur im Ge- biet ist anzustreben. xDurch eine sensible Innenentwicklung soll die Einwohnerzahl im Sanierungsgebiet gehalten bzw. leicht erhöht werden. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 104 10.2 Empfehlungen zur Verfahrenswahl und zur förmlichen Festlegung Vor einer Entscheidung über das künftige Sanierungsverfahren wird der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe die konkreten Verhältnisse anhand der Ergebnisse der Vorbereiten- den Untersuchungen betrachten und abwägen und in der Folge eine Entscheidung tref- fen, ob die besonderen bodenrechtlichen Vorschriften nach §§ 152 bis 156 BauGB er- forderlich sind. Liegen die Voraussetzungen zum Ausschluss der §§152 bis 156 BauGB vor, so ist die Stadt zur Anwendung des vereinfachten Verfahrens verpflichtet. Erschweren hinge- gen absehbar Bodenwertsteigerungen die Sanierung, so ist die Stadt zur Anwendung der oben genannten §§ 152 bis 156 BauGB im Zuge eines umfassenden Sanierungs- verfahrensverpflichtet, eine Wahlfreiheit besteht innerhalb der Verfahrenswahl nicht. Vor dem Hintergrund dieser notwendigen Entscheidung ist aus dem Blickwinkel der Vorbereitenden Untersuchungen zu konstatieren, dass sich im Bereich des für das Lan- dessanierungsprogramm vorgeschlagene Teilgebiets Alt-Rintheim die umzusetzenden Sanierungsmaßnahmen nur unwesentlich auf die Bodenpreisentwicklung auswirken dürften, da im Grundsatz die dargestellten Sanierungsziele und Maßnahmen das Ziel einer erhaltenden, die heutigen Funktionen als Wohnstandort sichernden Er- neuerungverfolgen: xSo sind nahezu ausnahmslos Maßnahmen im öffentlichen Raum vorgeschlagen, welche dazu dienen, die Funktionssicherheit des Stadtteils langfristig zu sichern. xEine Verbesserung der Entwicklungsstufe des Sanierungsgebietes ist vordergründig über die vorgesehenen Maßnahmen nicht absehbar. xAuch ist die Verbesserung des Erschließungszustandes als Voraussetzung einer In- tensivierung von Nutzungen nicht das Ziel der Sanierungsmaßnahme. xDie Sanierungsmaßnahme bedingt als solche keine Verbesserung oder Erhöhung von Art und Maß der baulichen Nutzung. xMaßnahmen der Bodenordnung sind nicht vorgesehen, auch ergeben sich durch die Sanierung keine ergänzenden oder weitergehenden Baulandangebote. Statt- dessen ist eher zu konstatieren, dass sich durch den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan zur Innenentwicklung möglicherweise Bodenwertveränderungen ergeben werden, da hierdurch abschließend Bauoptionen in zweiter Reihe im Be- reich der gewachsenen Blockstruktur von Alt-Rintheim geregelt werden. Auch für das Teilgebiet des Rintheimer Felds wird das Ziel einer erhaltenden, die heuti- ge Funktion als Wohnstandort sichernden Erneuerung verfolgt: Hier liegt der Schwerpunkt der Sanierungsmaßnahme in der vorgesehenen Aufwertung des Woh- nungsbestands der Volkswohnung und des privaten Wohnumfelds sowie in den flankie- renden sozialen Maßnahmen. Die Maßnahmen im öffentlichen Raum besitzen hier nur eine untergeordnete flankierende Bedeutung. Auch im Rintheimer Feld ist über die Sa- nierungsmaßnahme nicht mit nachhaltigen Bodenwertsteigerungen zu rechnen. Vor dem Hintergrund der geschilderten Ausgangssituation und den abzusehenden Fol- gewirkungen einer Sanierungsmaßnahme wird empfohlen, die Sanierungsmaßnahme imvereinfachten Verfahren durchzuführen (Ausschluss der §§ 152 - 156 a BauGB). Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 105 Nach 142 (3) BauGB hat die Stadt bei der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes in der Sanierungssatzung das Sanierungsgebiet zu bezeichnen. Zur Beschreibung des Sanierungsgebiets genügt die Darstellung der Gebietsgrenze in einer geeigneten amtli- chen Karte oder eine Grenzbeschreibung. Die rechtsverbindliche Sanierungssatzung ist dem Grundbuchamt zur Eintragung des Sanierungsvermerks mitzuteilen; hierbei sind die von der Sanierungssatzung betroffenen Grundstücke einzeln aufzuführen (§ 143 (2) BauGB). In der Bekanntmachung der Sanierungssatzung ist auf die besonderen sanierungsrechtli- chen Vorschriften der §§ 152 bis 156 BauGB hinzuweisen, sofern die Sanierung nicht im vereinfachten Verfahren (vgl. Empfehlung oben) durchgeführt wird. Durch die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets treten sanierungsrechtliche Vor- schriften in Kraft, die eine sichere Durchführung der Sanierung gewährleisten sollen. Diese Vorschriften sind insbesondere in dem § 144 (BauGB)- genehmigungspflichtige Vorhaben, Teilungen und Rechtsvorgänge – und dem § 145 (BauGB)- Genehmigung – enthalten. Darüber hinaus stehen der Stadt infolge der förmlichen Festlegung verschiedene rechtli- che Hilfsmittel zur Verfügung, um den geordneten Verlauf der Sanierung zu sichern. § 24 (3) BauGB: Vorkaufsrecht der Stadt § 88 BauGB: Enteignung aus zwingenden städtebaulichen Gründen Zusätzlich werden sanierungsrechtliche Vorschriften wirksam, die sich auf die Bemes- sung von Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen, Kaufpreise, Umlagen und Aus- gleichsbeträge beziehen (§ 152 ff BauGB) sofern das umfassende Verfahren zum Tragen kommen sollte. Unberührt hiervon besteht das Instrumentarium der verbindlichen Bauleitplanung nach Beschluss über die Aufstellung eines Bebauungsplanes (hier Bebauungsplan zur Innen- entwicklung im Gebietsteil Alt-Rintheim) für das Sanierungsgebiet sowie die Zulässigkeit von Vorhaben nach § 34 BauGB innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. 11. Kosten- und Finanzierungsübersicht Die beigelegten Kosten- und Finanzierungsübersichten - aufgeteilt in das vorgeschlage- ne SSP-Gebiet Rintheimer Feld und das LSP-Gebiet Alt-Rintheim - geben zusammen mit dem beigefügten Maßnahmenplan einen Überblick über die absehbaren Kosten der Sa- nierungsmaßnahme. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim Vorbereitende UntersuchungenSeite 106 Vorbereitende Untersuchungen Sanierungsgebiete Rintheim Kosten- und Finanzierungsübersichten Stand 02.09.09 KostenGesamtkostenZuschussEigenanteil Gebietsteil "S oziale Stadt" - Rintheimer Feld A1) Aufwertung Vorfeld Hirtenw eg 1.1 Gestaltung der Geschäftsvorfelder entlang der Ladenzeile Hirtenweg1.170 qm150175.500105.300 70.200 Summe A1 175.500 105.300 70.200 A2) Aufwertung Achse Forststraß e 2.1 Gestaltung Straßenraum Forststraße in der Fuge zwischen Schulstandort / Nachfolgebebauung VoWo und zukünftigem Bürgertreff2.950 qm150442.500265.500 177.000 2.2 Gestaltung Stadtteileingang / Auftaktsituation Fußgänger- und Radfahrerbrücke Ostring / Verteilersituation an Forststraße1.150 qm150172.500103.500 69.000 Summe A2 615.000 369.000 246.000 A3) N-S-Achse Rintheimer Feld + Bürgertreff 3.1 Gestaltung des Straßenraum-Übergangs im Bereich der Nord-Süd-Freiraum-Verbindung/-achse (Staudenplatz)620 qm15093.00055.800 37.200 3.2 Gestaltung öffentlicher Raum Staudenplatz im Zuge der Neuordnung Staudenplatz (Grüne Nord-Süd-Achse)1.030 qm150154.50092.700 61.800 3.3 Sozio-kultureller Bürgertreff mit Raumangebot für Vereine und Institutionen mit kleinteiligen Nahversorgungsangeboten300 qm2500750.000450.000 300.000 (Ansatz 300qm Nutzfläche, Standard Gemeindezentrum mittlerer Standard) Summe A3 997.500 598.500 399.000 A5) Private M odernisierungsm aßnahm en 5.1 Private Modernisierungsmaßnahmen3.000.000 1.800.000 1.200.000 Summe A1-34.788.000 2.872.800 1.915.200 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim Vorbereitende UntersuchungenSeite 107 Vorbereitende Untersuchungen Sanierungsgebiete Rintheim Kosten- und Finanzierungsübersichten Stand 02.09.09 KostenGesamtkostenZuschussEigenanteil Gebietsteil "Landessanierungsprogram m " Alt-Rintheim B1) Aufwertung Achse M annheimer Straß e als verbindendes Achsenelem ent 1.1 Umgestaltg. Mannheimer Straße Neuordng. Parkierg., Begrüng. Straßenraum, Radweg, Verbesserg. Beleuchtung (ohne Gleisflächen)16.000qm1502.400.0001.440.000 960.000 Verbesserung Querungsmöglichkeiten am Auftakt Ostring / TSV, Im Bereich Haltestelle Forststraße und im Bereich des Übergangs Heilbronner Straße / Huttenstraße, Ziel: gestalterisches Verknüpfen beider Quartiere Aufweiten der Gleisabstände für Niederflurbetrieb, Umbau des Schottergleises zu einem Rasengleis GVFG-Maßn. 1.3 Gestaltung des Innenraums und des Umfelds der Wendeschleife, künstlerische Gestaltung, Informationsangebot1.000 qm150150.00090.000 60.000 Platzgestaltung, Neugestaltung der Erschließungsachsen, Aufweitung Wendeschleifein Realisierg. Summe B1 2.550.000 1.530.000 1.020.000 B 2) Attraktivierung der öffentlichen Freiräu m e und Erholungsangebote am Süd- und Ostrand von Alt-Rintheim 2.1 Barrierefreier/-armer und behindertengerechter Ausbau Grünzug zwischen Schule Weinweg und TSV7.900 qm50395.000237.000 158.000 2.2 Neugestaltung / Verbesserung der Möblierung der Kinderspielplätze am Stich H.-Wittmann-Straße und am Weinweg2 Plätzepsch200.000120.000 80.000 2.3 Vorfeldgestaltung Straßenraum (Bereich Schule am Weinweg/Weiterführg. Hinterwiesenweg / Querung Grünzug TSV)1.550 qm150232.500139.500 93.000 2.4 Maßnahmen im Bereich Hinterwiesenweg (außerhalb Sanierungsgebiet; Kleinmaßnahme Aufpollerung) 2.5.1 Ausbau des Spielplatz Jagdstraße ("Erweiterung Dreiecksgrundstück") - Grunderwerb350 qm35003.5002.100 1.400 2.5.2 Ausbau des Spielplatz Endpunkt Jagdstraße ("Erweiterg. Dreiecksgrundstück") - Herstellung Spielplatz und Umfeldpsch150.00090.000 60.000 2.6 Gestaltung Vorfeld Dreschhalle als multifunktional nutzbarer Raum900 qm150135.00081.000 54.000 2.7 Ausbau der Dreschhalle (Schließung Front, Attraktivierung Innenraum)psch75.00045.000 30.000 2.8 Niveaugleicher Ausbau Jagdstr. zw. Kreuzung Ri.Hauptstraße+Dreschhalle als Auftakt zum angrenzenden Freiraum950 qm150142.50 085.500 57.000 Summe B2 1.333.500 800.100 533.400 B3) Aufwertg. Straßen/Plätze in Alt-Rintheim; Gliederg. Straßenraum , Erhöhg. Aufenthaltsqualität, Identifikationsorte 3.1 Niveaugleicher Ausb. Forststraße zw. Schule am Weinweg/Ri.Hauptstr./Mannheimer Str; achsiales Bindeglied zw. Alt-Rinth.+Ri.Feld3.000 qm150450.000270.000 180.000 3.2 Platzgestaltung ehem. Altes Rathaus (Kreuzungsbereich Alte Rintheimer Hauptstraße / Foststraße / Weinweg) 2.300 qm150345.000207.000 138.000 3.3 Straßenraumgestaltungen: Rintheimer Hauptstraße, Ernststraße, Huttenstraße, Hirtenweg, Jagdstraße4.090 qm150613.500368.100 245.400 (Aufwertg. Kreuzungsbereiche, Brechen linearer Straßenraum, Baumstandorte, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen etc.) 3.4 Vorfeldgestaltung Kirche Zum Guten Hirten (Einbeziehg. Vorfläche in den Straßenraum; nur Anteil Straße)450 qm15067.50040.500 27.000 3.5 Gestaltung des Auftakts / Antritt Kreuzungsbereich und Vorfeld Rintheimer Hauptstraße / Ernststraße / TSV Rintheim1.540 qm150231.000138.600 92.400 Summe B3 1.707.000 1.024.200 682.800 B4) Sonstige Städtebauliche M aßnahm en 4.1 Verlagerung störender gewerblicher Nutzungen (Kontext Platz an Wendeschleife) und Kreuzung R.-H-Str./Weinweg50.00030.000 20.000 4.2 Private Modernisierungsmaßnahmenpsch200.000120.000 80.000 Summe B4 250.000 150.000 100.000 Summe B1-45.840.500 3.504.300 2.336.200 Summe Teilgebiete SSP und LSP10.628.5006.377.1004.251.400 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 108 ANHANG A TABELLEN 1. Nutzbarkeit des privaten Außenbereichs 2. Verbundenheit mit Rintheim 3. Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld 4. Interesse am Stadtteilgeschehen 5. Beteiligungsbereitschaft 6. Veränderung der Wohnqualität in den letzten drei Jahren Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 109 Anhangtabelle 1 Nutzbarkeit des privaten Außenbereichs Können Sie einen Hof, einen Garten Nutzbarkeit Befragte oder die privaten Außenanlagen ja nein mit Antwort Ihres Hauses zur Erholung im Freien nutzen? Anteile an den Befrag- ten Insgesamt 58,8%41,2%250 Stadviertel Alt-Rintheim 82,1%17,9% 112 Rintheimer Feld 39,9%60,1% 138 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 60,0%40,0% 30 5 bis 10 Jahre 63,6%36,4% 22 10 bis 20 Jahre 47,5%52,5% 40 20 Jahre und länger 60,8%39,2% 158 Wohndauer in Rintheim unter 2 Jahre 64,7%35,3% 34 2 bis 5 Jahre 58,8%41,2% 34 5 bis 10 Jahre 50,0%50,0% 28 10 bis 20 Jahre 58,5%41,5% 53 20 Jahre und länger 59,4%40,6% 101 Geschlecht männlich 64,0%36,0% 114 weiblich 54,4%45,6% 136 Staatsangehörigkeit deutsch 57,9%42,1% 216 ausländisch 64,7%35,3% 34 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 52,1%47,9% 48 30 bis unter 45 Jahre 62,3%37,7% 61 45 bis unter 65 Jahre 67,1%32,9% 76 65 Jahre und älter 50,8%49,2% 65 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 55,7%44,3% 174 Haushalt mit Kinder(n) 65,8%34,2% 76 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 62,2%37,8% 37 Paare u. Mehrpers. HH (18 - unt. 65 J.) 50,0%50,0% 68 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 65,8%34,2% 76 Seniorenhaushalte über 65 J. 58,0%42,0% 69 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 97,8%2,2% 46 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 60,5%39,5% 124 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 33,8%66,3% 80 Wohnstatus Mieter 46,7%53,3% 184 Eigentümer 92,3%7,7% 65 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 50,0%50,0% 60 25 bis unter 55 m² 59,2%40,8% 120 55 bis unter 75 m² 61,1%38,9% 36 75 m² und mehr 69,6%30,4% 23 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 110 Anhangtabelle 2 Verbundenheit mit Rintheim Leben Sie gerne in Rintheim oder würden Verbundenheit Befragte Sie lieber wegziehen? Lebe gerne in würde lieber mit Antwort Rintheim wegziehen Anteile an den Befragten Insgesamt 86,9%13,1%245 Stadviertel Alt-Rintheim 90,8%9,2% 109 Rintheimer Feld 83,8%16,2% 136 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 82,8%17,2% 29 5 bis 10 Jahre 90,9%9,1% 22 10 bis 20 Jahre 84,2%15,8% 38 20 Jahre und länger 87,8%12,2% 156 Wohndauer in Rintheim unter 2 Jahre 93,9%6,1% 33 2 bis 5 Jahre 73,5%26,5% 34 5 bis 10 Jahre 92,6%7,4% 27 10 bis 20 Jahre 84,3%15,7% 51 20 Jahre und länger 89,0%11,0% 100 Geschlecht männlich 88,3%11,7% 111 weiblich 85,8%14,2% 134 Staatsangehörigkeit deutsch 87,7%12,3% 212 ausländisch 81,8%18,2% 33 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 78,7%21,3% 47 30 bis unter 45 Jahre 91,7%8,3% 60 45 bis unter 65 Jahre 88,0%12,0% 75 65 Jahre und älter 87,3%12,7% 63 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 86,5%13,5% 171 Haushalt mit Kinder(n) 87,8%12,2% 74 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 86,1%13,9% 36 Paare u. Mehrpers. Haushalte (18 - unt. 65 J.) 85,3%14,7% 68 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 87,8%12,2% 74 Seniorenhaushalte über 65 J. 88,1%11,9% 67 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 90,9%9,1% 44 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 85,2%14,8% 122 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 87,3%12,7% 79 Wohnstatus Mieter 86,2%13,8% 181 Eigentümer 90,5%9,5% 63 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 81,0%19,0% 58 25 bis unter 55 m² 88,1%11,9% 118 55 bis unter 75 m² 88,6%11,4% 35 75 m² und mehr 87,0%13,0% 23 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 111 Anhangtabelle 3 Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Zufriedenheit Befragte Wohnumfeld - also dem Verhältnis in der sehr zufriedenweniger nicht mit Antwort unmittelbaren Umgebung des Hauses? zufrieden zufrieden zufrieden Anteile an den Befragten Insgesamt 17,7%59,4%17,3%5,6%249 Stadviertel Alt-Rintheim 28,8%60,4%9,0% 1,8% 111 Rintheimer Feld 8,7%58,7%23,9% 8,7% 138 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 10,3%69,0%17,2% 3,4% 29 5 bis 10 Jahre 22,7%63,6%13,6% --- 22 10 bis 20 Jahre 17,5%70,0%10,0% 2,5% 40 20 Jahre und länger 18,4%54,4%19,6% 7,6% 158 Wohndauer in Rintheim unter 2 Jahre 21,2%66,7%12,1% --- 33 2 bis 5 Jahre 17,6%52,9%20,6% 8,8% 34 5 bis 10 Jahre 14,3%67,9%14,3% 3,6% 28 10 bis 20 Jahre 20,8%64,2%11,3% 3,8% 53 20 Jahre und länger 15,8%54,5%21,8% 7,9% 101 Geschlecht männlich 18,4%59,6%18,4% 3,5% 114 weiblich 17,0%59,3%16,3% 7,4% 135 Staatsangehörigkeit deutsch 17,6%57,9%18,5% 6,0% 216 ausländisch 18,2%69,7%9,1% 3,0% 33 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 14,9%68,1%10,6% 6,4% 47 30 bis unter 45 Jahre 18,0%59,0%18,0% 4,9% 61 45 bis unter 65 Jahre 23,7%53,9%15,8% 6,6% 76 65 Jahre und älter 12,3%60,0%23,1% 4,6% 65 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 18,5%59,0%17,9% 4,6% 173 Haushalt mit Kinder(n) 15,8%60,5%15,8% 7,9% 76 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 21,6%62,2%16,2% --- 37 Paare u. Mehrpers. HH (18 - unt. 65 J.) 17,9%58,2%16,4% 7,5% 67 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 15,8%60,5%15,8% 7,9% 76 Seniorenhaushalte über 65 J. 17,4%58,0%20,3% 4,3% 69 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 32,6%50,0%10,9% 6,5% 46 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 19,5%59,3%17,9% 3,3% 123 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 6,3%65,0%20,0% 8,8% 80 Wohnstatus Mieter 11,5%63,9%19,1% 5,5% 183 Eigentümer 35,4%47,7%12,3% 4,6% 65 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 6,7%65,0%21,7% 6,7% 60 25 bis unter 55 m² 21,0%56,3%15,1% 7,6% 119 55 bis unter 75 m² 25,0%52,8%22,2% --- 36 75 m² und mehr 21,7%56,5%17,4% 4,3% 23 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 112 Anhangtabelle 4 Interesse am Stadtteilgeschehen Wie starkt interessieren sie sich für das, Interesse Befragte was hier in Rintheim so alles geschieht? stark teils-teilswenig überhaupt mit Antwort nicht Anteile an den Befragten Insgesamt 26,0%37,0%24,8%12,2%246 Stadviertel Alt-Rintheim 29,7%39,6%23,4% 7,2% 111 Rintheimer Feld 23,0%34,8%25,9% 16,3% 135 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 10,3%37,9%37,9% 13,8% 29 5 bis 10 Jahre 23,8%61,9%9,5% 4,8% 21 10 bis 20 Jahre 20,5%41,0%25,6% 12,8% 39 20 Jahre und länger 30,6%32,5%24,2% 12,7% 157 Wohndauer in Rintheim unter 2 Jahre 12,5%43,8%28,1% 15,6% 32 2 bis 5 Jahre 14,7%26,5%41,2% 17,6% 34 5 bis 10 Jahre 22,2%48,1%22,2% 7,4% 27 10 bis 20 Jahre 28,8%42,3%19,2% 9,6% 52 20 Jahre und länger 33,7%32,7%21,8% 11,9% 101 Geschlecht männlich 24,1%39,3%23,2% 13,4% 112 weiblich 27,6%35,1%26,1% 11,2% 134 Staatsangehörigkeit deutsch 26,2%38,3%23,8% 11,7% 214 ausländisch 25,0%28,1%31,3% 15,6% 32 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 8,5%46,8%27,7% 17,0% 47 30 bis unter 45 Jahre 34,4%37,7%21,3% 6,6% 61 45 bis unter 65 Jahre 38,2%30,3%18,4% 13,2% 76 65 Jahre und älter 16,1%37,1%33,9% 12,9% 62 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 20,0%38,2%27,6% 14,1% 170 Haushalt mit Kinder(n) 39,5%34,2%18,4% 7,9% 76 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 5,4%35,1%40,5% 18,9% 37 Paare u. Mehrpers. HH (18 - unt. 65 J.) 25,4%40,3%19,4% 14,9% 67 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 39,5%34,2%18,4% 7,9% 76 Seniorenhaushalte über 65 J. 22,7%37,9%28,8% 10,6% 66 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 30,4%41,3%17,4% 10,9% 46 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 23,0%37,7%24,6% 14,8% 122 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 28,2%33,3%29,5% 9,0% 78 Wohnstatus Mieter 21,1%35,6%28,3% 15,0% 180 Eigentümer 40,0%41,5%15,4% 3,1% 65 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 30,0%40,0%20,0% 10,0% 60 25 bis unter 55 m² 25,2%40,3%20,2% 14,3% 119 55 bis unter 75 m² 14,7%26,5%44,1% 14,7% 34 75 m² und mehr 30,4%34,8%34,8% --- 23 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 113 Anhangtabelle 5 Beteiligungsbereitschaft Können Sie sich vorstellen, bei der Verbesserung Bereitschaft Befragte der Lebensverhältnisse in Rintheim mitzuarbeiten - ja nein mit Antwort z.B. in einem Bürgerarbeitskreis während der zweijährigen Bürgerbeteiligung? Anteile an den Befragten Insgesamt 34,0%66,0%241 Stadviertel Alt-Rintheim 45,2%54,8% 104 Rintheimer Feld 25,5%74,5% 137 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 17,9%82,1% 28 5 bis 10 Jahre 36,8%63,2% 19 10 bis 20 Jahre 27,5%72,5% 40 20 Jahre und länger 38,3%61,7% 154 Wohndauer in Rintheim unter 2 Jahre 13,8%86,2% 29 2 bis 5 Jahre 38,2%61,8% 34 5 bis 10 Jahre 22,2%77,8% 27 10 bis 20 Jahre 34,6%65,4% 52 20 Jahre und länger 41,4%58,6% 99 Geschlecht männlich 33,3%66,7% 111 weiblich 34,6%65,4% 130 Staatsangehörigkeit deutsch 35,4%64,6% 209 ausländisch 25,0%75,0% 32 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 33,3%66,7% 45 30 bis unter 45 Jahre 36,8%63,2% 57 45 bis unter 65 Jahre 44,0%56,0% 75 65 Jahre und älter 20,3%79,7% 64 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 30,6%69,4% 170 Haushalt mit Kinder(n) 42,3%57,7% 71 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 30,6%69,4% 36 Paare u. Mehrpers. HH (18 - unt. 65 J.) 35,4%64,6% 65 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 42,3%57,7% 71 Seniorenhaushalte über 65 J. 26,1%73,9% 69 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 52,3%47,7% 44 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 33,9%66,1% 118 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 24,1%75,9% 79 Wohnstatus Mieter 26,0%74,0% 177 Eigentümer 55,6%44,4% 63 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 36,8%63,2% 57 25 bis unter 55 m² 33,3%66,7% 117 55 bis unter 75 m² 34,3%65,7% 35 75 m² und mehr 36,4%63,6% 22 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 114 Anhangtabelle 6 Veränderung der Wohnqualität in den letzten drei Jahren Wenn Sie einmal die Entwicklung der letzten Wohnqualität Befragte drei Jahre betrachten: eher gleich eher keine mit Ant- wort Wie beurteilen Sie die Wohnqualität Rintheims ? verbessert geblieben verschlechtert Antwort Anteile an den Befragten Insgesamt 14,8%50,4%20,0%14,8%250 Stadviertel Alt-Rintheim 10,7%51,8%17,9% 19,6% 112 Rintheimer Feld 18,1%49,3%21,7% 10,9% 138 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 3,3%33,3%3,3% 60,0% 30 5 bis 10 Jahre 4,5%72,7%4,5% 18,2% 22 10 bis 20 Jahre 27,5%50,0%10,0% 12,5% 40 20 Jahre und länger 15,2%50,6%27,8% 6,3% 158 Wohndauer in Rintheim 2 bis 5 Jahre 8,8%64,7%14,7% 11,8% 34 5 bis 10 Jahre 7,1%85,7%3,6% 3,6% 28 10 bis 20 Jahre 26,4%47,2%26,4% --- 53 20 Jahre und länger 17,8%49,5%28,7% 4,0% 101 Geschlecht männlich 15,8%50,9%19,3% 14,0% 114 weiblich 14,0%50,0%20,6% 15,4% 136 Staatsangehörigkeit deutsch 14,4%50,9%20,4% 14,4% 216 ausländisch 17,6%47,1%17,6% 17,6% 34 Altersgruppen 18 bis unter 30 Jahre 8,3%47,9%10,4% 33,3% 48 30 bis unter 45 Jahre 14,8%52,5%14,8% 18,0% 61 45 bis unter 65 Jahre 13,2%48,7%31,6% 6,6% 76 65 Jahre und älter 21,5%52,3%18,5% 7,7% 65 Kinder im Haushalt Haushalt ohne Kinder(n) 14,9%50,6%19,0% 15,5% 174 Haushalt mit Kinder(n) 14,5%50,0%22,4% 13,2% 76 Haushaltstypen Singles (18 - unt. 65 J.) 13,5%45,9%10,8% 29,7% 37 Paare u. Mehrpers. HH (18 - unt. 65 J.) 10,3%47,1%25,0% 17,6% 68 Fam.und Alleinerz. m. Kindern unt.18 J. 14,5%50,0%22,4% 13,2% 76 Seniorenhaushalte über 65 J. 20,3%56,5%17,4% 5,8% 69 Wohnform Ein- oder Zweifamilienhaus/Reihenhaus 8,7%54,3%28,3% 8,7% 46 Mehrfamilienhaus bis zu fünf Etagen 18,5%41,9%18,5% 21,0% 124 Mehrfamilienhaus mit mehr als fünf Etagen 12,5%61,3%17,5% 8,8% 80 Wohnstatus Mieter 16,8%49,5%16,8% 16,8% 184 Eigentümer 9,2%52,3%29,2% 9,2% 65 Wohnfläche pro Kopf unter 25 m² 20,0%45,0%20,0% 15,0% 60 25 bis unter 55 m² 11,7%47,5%24,2% 16,7% 120 55 bis unter 75 m² 13,9%61,1%19,4% 5,6% 36 75 m² und mehr 21,7%56,5%8,7% 13,0% 23 ___ Bewohnerbefragung Rintheim 2008, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung 6/2009 Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 115 ANHANG B Eingegangene Stellungnahmen der Träger Öffentlicher Belange Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 116 Folge Stellungnahme gingen im Rahmen der Beteiligung der Träger Öffentlicher Belange zur Vorbereitenden Untersuchung ein: Träger / Datum Stellungnahme Hinweise 1 Stadtwerke Karlsruhe Schreiben vom 27.07.2009 Stromversorgung: Gegen das Sanierungsprogramm bestehen keine Einwände. Unsere vorhandenen Stromversor- gungsleitungen haben im Gebiet in der Regel ei- ne Tiefenlage von: -Niederspannungskabel: 0,60m -Mittelspannungskabel: 0,80m Die genaue Lage und Höhen der Versorgungslei- tungen bitten wir der Planauskunft der Stadtwer- ke Karlsruhe GmbH, Daxlander Straße 72 zu er- heben. Bei Erfordernis ist die genaue Höhenlage unserer Versorgungsleitungen durch Suchschlitze festzustellen Gas- und Wasserversorgung: Gegen das Sanierungsprogramm bestehen keine Einwände. Unsere vorhandenen Stromversor- gungsleitungen haben im Gebiet in der Regel ei- ne Überdeckung von: -Gasversorgungsleitungen: 0,9 bis 1,2m -Wasserversorgungsleitungen: 1,2 bis 1,5m Die genaue Lage und Höhen der Versorgungslei- tungen bitten wir der Planauskunft der Stadtwer- ke Karlsruhe GmbH, Daxlander Straße 72 zu er- heben. Bei Erfordernis ist die genaue Höhenlage unserer Versorgungsleitungen durch Suchschlitze festzustellen. Bei einer Neubebauung bzw. neuen Bepflanzung im Bereich unserer Trassen sind diese zu beach- ten und die Regelabstände einzuhalten. Öffentliche Straßenbeleuchtung: Seitens der öffentlichen Straßenbeleuchtung be- stehen grundsätzlich keine Einwände. Kommunikations- und Informationstechnik: Zur Kenntnis genommen Fernwärmeversorgung: Im Bereich der Kreuzung Haid-&-Neu-Straße / Hir- tenweg befinden sich Fernwärmeleitungen, die bei einer eventuellen Umgestaltung zu berück- sichtigen sind. Entsprechende Abstimmungen mit den Stadtwerken werden im Zuge der Sanierungsdurch- führung erfolgen. Entsprechende Abstimmungen mit den Stadtwerken werden im Zuge der Sanierungsdurch- führung erfolgen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 117 Da sich in dem Baugebiet Rintheimer Feld (Volks- wohnung) Wärmeversorgungsanlagen der KES / VoWo befinden, ist eine Abstimmung mit der VoWo zu empfehlen. Entsprechende Abstimmungen mit den Stadtwerken und der VoWo werden im Zuge der Sanierungsdurchführung erfol- gen. 2 Verkehrsbetriebe Karlsruhe Schreiben vom 07.08.2009 Ausbau Tramstrecke zwischen Tullastraße und Wendeschleife Rintheim Für den Einsatz von Niederflurfahrzeugen ist es erforderlich, den Gleismittenabstand auf diesem Streckenast zu erweitern und den Radius der Wendeschleife in Rintheim aufzuweiten. Hierzu wurde von der VBK ein Plangenehmigungsverfah- ren durchgeführt. Der Beschluss liegt vor. Die Pla- nung ist mit den städtischen Ämtern abgespro- chen. Die Entwurfspläne wurden Herrn Wolz vom Stadtplanungsamt im März 2009 zugestellt. Die unter Punkt 3.1 genannte Gleismittenerweite- rung und der Einbau von Rasen- statt Schotter- gleisen sind darin bereits berücksichtigt. Die Wendeschleife in Rintheim wird aufgrund des Schienenverschleißes derzeit umgebaut. Die er- forderliche Aufweitung wird bereits berücksich- tigt. Die Ausführungsplanung wurde mit den städtischen Ämtern abgestimmt. Die Bauzeit dau- ert vsl. Bis Ende Oktober 2009. Der Zeitpunkt der Durchführung der weiteren geplanten Maßnah- men hängt im wesentlichen von der Beschaffung neuer Fahrzeuge ab, die derzeit noch nicht ab- sehbar ist. Das Haltestellenkonzept zwischen Haltestellen Tullastraße und Ostring wird derzeit überprüft, u.a. aufgrund der Forderung der technischen Aufsichtsbehörde (TAB), nach Möglichkeit Halte- stellen an Gleisbögen zu vermeiden. Deshalb soll die Haltestelle „Ostring“ auf die Seite westlich des Ostrings verlegt werden. Ein endgültiger Beschluß liegt derzeit aber noch nicht vor. Neubau Tramstrecke zwischen Wendeschleife Rintheim und Hirtenweg Mittelfristig ist vorgesehen, die Tramstrecke vom derzeitigen Endpunkt in Rintheim durch den Hir- tenweg bis zur Wendeschleife der Haltestelle „Hirtenweg“ zu verlängern, um die für den Be- trieb wichtige Querverbindung im Straßenbahn- netz herzustellen. Der Zeitpunkt der Maßnahme steht noch nicht fest. Anmerkung Maßnahmenübersicht: Die VBK ist ggf. von den Punkten 2.3, 2.5 und 5.2 tangiert. Bei Punkt 3, insbesondere 3.1 und 3.2 ist die Einbeziehung der VBK unbedingt er- forderlich. Im Zuge der Maßnahmenüber- sicht für den Programmteil LSP Alt-Rintheim ist die Umgestal- tung der Mannheimer Straße vorgesehen. Hierbei ist die Er- weiterung des Gleismittelab- stands ausgenommen, da diese über GVFG-Mittel und nicht aus Sanierungsmitteln geför- dert wird. Die KuF nimmt ent- sprechend die Flächen der Gleismittenerweiterung aus und bezieht sich auf die reine Gestaltung des umliegenden Straßenraums. Gleiches gilt für die Gestaltung des neu entste- henden Innenraums der Wen- deschleife. Auch hier ist nur eine freiraumplanerische Quali- fizierung vorgesehen. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei den Angaben in der KuF noch um recht grobe Aufwandsabschätzungen han- delt, da für die Umgestaltung der Mannheimer Straße als sol- che noch keine Planungen vor- liegen. Im Rahmen der Sanierungs- durchführung werden die Ver- kehrsbetriebe an der Umset- zungsplanung beteiligt, wo Be- rührungspunkte vorliegen. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 118 3 Industrie- und Han- delskammer Karls- ruhe Schreiben vom 29.07.2009 Die IHK begrüßt die Absicht der Stadt Karlsru- he, im Stadtteil Rintheim ein Sanierungsgebiet auszuweisen. Die rege Beteiligung der Bürger an den Zukunftswerkstätten zeigt, dass es in dem Stadtteil städtebauliche Missstände gibt, an deren Beseitigung die Bewohner ein gro- ßes Interesse haben. Auch die im Untersu- chungsgebiet ansässigen IHK-Betriebe sind daran interessiert, dass ihre Existenz- und Entwicklungschancen durch geeignete Pla- nungsmaßnahmen gesichert werden und ihre Erreichbarkeit für den Geschäfts- und Kun- denverkehr durch passende Verkehrsmaß- nahmen gewahrt bleibt. In der II. Zukunftswerkstatt sind auch Proble- me in der Nahversorgung am Staudenplatz bzw. am Hirtenweg angesprochen worden. Die IHK schlägt vor, dass diese Problematik in einem eigenen Maßnahmenbündel verfolgt wird. Die Nahversorgungssituation am Staudenplatz bildet einen zentralen Punkt in der Darstel- lung der Mängel und Miss- stände im Teilbereich Rinthei- mer Feld. Die Nahversor- gungssituation wird in enger Abstimmung mit den vorhan- denen Eigentümern und Be- trieben im Rahmen der Sanie- rungsdurchführung im Kon- text zu einer Gesamtentwick- lung der im Rintheimer Feld zu entwickelnden Nord-Süd- Freiraumachse thematisiert werden. 4 Regierungspräsidium Karlsruhe Abteilung 2 Schreiben vom 31.07.2009 Bau- und Kunstdenkmalpflege: In der Grobanalyse zum Sanierungsgebiet sind die denkmalpflegerisch relevanten Aspekte wie etwa die geschichtliche und städtebauli- che Entwicklung, Fragen zur Baustruktur oder zu den Grünflächen hinreichend abgehandelt, so dass nähere Erläuterungen hierzu überflüs- sig erscheinen. Zu den formulierten Zielen bestehen keine grundsätzlichen Anregungen oder Bedenken. Im Rahmen der geplanten Maßnahmen, wie etwa der Aufwertung und vielleicht auch der Neuschaffung von Straßen und Plätzen, soll- ten jedoch die erhaltenswerten Strukturen be- rücksichtigt werden. Insbesondere eine Auflö- sung der charakteristischen Blockrandbebau- ung würde für kritisch erachtet werden. Die verstärkte Beachtung erhaltenswerter Elemen- te erscheint umso dringlicher, als dass ledig- lich drei Objekte innerhalb des Sanierungsge- bietes die Eigenschaften von Kulturdenkmalen aufweisen. Einige einst in Listen verzeichnete Gebäude gibt es nicht mehr (Hirtenweg 20, Rintheimer Hauptstraße 81 und 83), einige haben durch Überformungen ihre Denkmalei- genschaften verloren (Rintheimer Hauptstraße 5, Weinweg 1). Im Rahmen der Sanierungszie- le und der Sanierungsdurch- führung wird das Ziel verfolgt, die historischen und identi- tätsstiftenden Elemente insbe- sondere in der alten Ortslage von Rintheim zu erhalten bzw. auch wieder in Wert zu setzen (bspw. Neugestaltung des „Platzes am Alten Rathaus“ im Kreuzungsbereich Rinthei- mer Hauptstraße / Weinweg / Forststraße. Auch die Block- randbebauung soll nicht an- getastet werden. Insofern be- steht eine Übereinstimmung in den Zielsetzung. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 119 Dennoch besitzt das Untersuchungsgebiet mit dem Teilbereich Alt-Rintheim einen histori- schen Stadtbereich, in dem die seit dem aus- gehenden 19. Jahrhundert entstandenen städtischen Elemente noch deutlich von älte- ren, dörflich-ländlichen Elementen der Ver- gangenheit durchsetzt sind. Aus diesem Grund haben wir außer den Kulturdenkmalen auch die Objekte kartiert, die nach unserer Auffassung ortsbildprägend und damit erhal- tenswert sind. Sie besitzen zwar nicht die Ei- genschaften von Kulturdenkmalen, doch soll- ten sie als interessante Beispiele der Bau- und Ortsbaugeschichte im Sinne eines Erhalts Ein- gang in die Planungen finden. Obwohl innerhalb des Teilbereichs Rintheimer Feld keine derartigen Werte genannten wer- den, dürften die dortigen Strukturen – sollten sie weiterhin authentisch überliefert bleiben – in wenigen Jahrzehnten bereits historische Qualitäten erreichen. Grundsätzlich wird unter Bezug auf §1 Abs. 5 Nr. 4 und 5 BauGB angeregt, „(...) die Erhal- tung, Erneuerung und Fortentwicklung vor- handener Ortsteile sowie die Gestaltung des Orts- und Landschaftsbildes“ und „(...) die erhaltenswerten Ortsteile, Straßen und Plätze von geschichtlicher, künstlerischer oder städ- tebaulicher Bedeutung“ bei den Planungen entsprechend zu berücksichtigen. Die Sanie- rung sollte so gestaltet werden, dass die histo- risch gewachsene Struktur Rintheims erhalten bleibt. Archäologische Denkmalpflege Bei Erdarbeiten im Bereich alter Ortskerne können jederzeit archäologische Reste frühe- rer Siedlungsphasen, insbesondere des Mittel- alters und der frühen Neuzeit, angetroffen werden. Bei geplanten Tiefbauarbeiten in die- sen Bereichen ist somit im Vorfeld zu prüfen, ob vor der Bebauung ggf. eine archäologische Untersuchung notwendig ist. s.o. Im Rintheimer Feld sind im Rahmen der Sanierung einer- seits Modernisierungen der bestehenden Bausubstanz ge- plant, welche zur Anpassung der derzeitigen Wohnbausub- stanz an die heutigen Wohn- verhältnisse und unter energe- tischen Gesichtspunkten not- wendig sind. Zum anderen beziehen sich die Sanierungs- ziele auf die Freiraumgestal- tung, um für die Bewohner ein angemessenes und be- nutzbares Wohnumfeld zu schaffen. Trotz einiger beab- sichtigter Ergänzungs- und Ersatzbauten wird jedoch die städtebauliche Grunddisposi- tion beibehalten. s.o. Im Rahmen der Sanierungs- durchführung werden die Be- lange entsprechend berück- sichtigt. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 120 Die Archäologische Denkmalpflege im RP Karlsruhe ist daher rechtzeitig an entspre- chenden Verfahren zu beteiligen. Ansonsten wird auf §20 DschG hingewiesen, wonach in solchen Fällen die entsprechenden Funde bzw. Befunde dem RP Karlsruhe zu melden sind. Die Fundstelle ist bis zum Ablauf des vierten Werktags nach Anzeige in unver- ändertem Zustand zu halten., sofern nicht das RP oder die zuständige Denkmalschutzbehör- de mit einer Verkürzung der Frist einverstan- den ist. Auf die Bestimmungen des Denkmal- schutzgesetztes über Ordnungswidrigkeiten (§27 DschG) wird hingewiesen. Sollten seitens der archäologischen Denkmalpflege hinaus Bedenken oder Anregungen bestehen, wer- den diese separat nachgereicht. Es wird darum gebeten, die genannten Kulturdenkmale und die Hinweise zur Orts- baugeschichte und –gestalt sowie zur Archäo- logie nachrichtlich in die Planungen zu über- nehmen und gem. §136 (4) BauGB dem öf- fentlichen Erhaltungsinteresse bei der städte- baulichen Sanierungsmaßnahme Rechnung zu tragen. Um eine weitere Beteiligung und Überlassung eines Exemplars der Vorbereitenden Untersu- chungen wird gebeten. s.o. s.o. Die Anregungen werden bzw. sind bereits eingebunden. Der Bitte wird nachgekom- men. Sanierungsgebiet Karlsruhe - Rintheim - Vorbereitende Untersuchungen 121 ANHANG C PLANUNTERLAGEN Plan 1: Städtebauliche Grundstruktur – Gebäudestruktur Plan 2: Nutzungsstruktur (Erdgeschossnutzung) Plan 3: Öffentliche Grünflächen Plan 4: ÖPNV-Liniennetz Plan 5: Eigentumsstruktur Plan 6: Denkmaleigenschaften Plan 7: Gebäudezustand (private Bausubstanz) Plan 8: Gebäudetypen Rintheimer Feld VoWo* Plan 9: Mängel und Konflikte Plan 10: Struktur- und Gestaltungsplan Plan 11: Maßnahmenplan Rintheimer Feld, VoWo * Plan 12: Vorschlag zur Abgrenzung der Sanierungsgebiete Plan 13: Maßnahmenübersicht „Soziale Stadt“ Rintheimer Feld Plan 14: Geplante energetische Maßnahmen Rintheimer Feld / VoWo* Plan 15: Maßnahmenübersicht „Landessanierungsprogramm“ Alt-Rintheim Hauptfriedhof L 5 6 0 St. Martin Kirche Heinrich-Köhler-Schule L 5 6 0 L 5 6 0 t s c h s t r a ß e ß e o b - M a l s c h - A n l a g e O k e n s t r a ß e D u n a n t s t r a ß e M o m b e r t s t r a ß e S i e g r i s t s t r a ß e S t r i e d e r s t r a ß e Z a m e n h o f s t r a ß e R i n t h e i m e r S t r a ß e H e r m i n e - V i l l i n g e r - S t r a ß e Os t r i n g H e i l b r o n n e r S t r a ß e O s tr i n g H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e P f a r r e r - J un k e r - W e g H i r t e n w e g w e g F o r s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e F o r s t s t r a ß e H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e O s t r i n g A l b e r t - N M a n n h e i m e r S t r a ß e Postamt 32 Ev. Kirche Schule am Weinweg R u s c h g r a b e n R e g e m o r t g r a b e n Nachtweid R u s c h g r a b e n T i e f e n t a l g r a b e n H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e H E p p i n g e r S t r a ß e h - W i t t m a n n - St r a ß e F o r s t s t r a ß e H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E r n s t s t r a ß e B r e t t e n e r S t r a ß e H u t t e n s t r a ß e S u l z f e l d e r S t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e F r i edr i c h- R aab - S tr aß e P au l - B ös s - S tr a ß e F i n k e n s c h l a g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e H u t t e n s t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß H i r t e nw eg W e i n w e g I m K r a u t g a r t e n F i n k e n s c h l a g w e g K o y w e g H i n t e r w i e s e n w e g D r o s s e l s a n gw e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e Unterhalb dem Koyweg H i n t e r w i e s e n w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e J a g d s t r a ß e M o s b a c h e r S t r a ß e Hinterwiesen D r o s s e l s a n g w e g Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim H i n te r w i e s e n w e g H i n t e r w i e s e n w e g Oberrut Elfmorgenbruch E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e Hi n t e r w i e s e n w e g K l e i n g ä r t n e r w e g K l e i n g ä r t n e r w e g R i nthei mer H a u p t s t r a ß e E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e Sanierungsgebiet Rintheim Plan 6 Denkmaleigenschaften ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Legende Kulturdenkmal nach §2 DSchG Kulturdenkmal, Prüffall* Aus Sicht der Denkmalpflege erhaltenswerte Gebäude mit ortsbildprägendem Charakter * Bei den mit Prüffall gekennzeichneten Objekten kann die Denkmaleigenschaft erst nach einer eingehenden Prüfung endgültig festgestellt oder ausgeschlossen werden. Die Prüfung erfolgt, wenn am Objekt Veränderungen vorgenommen werden. Quelle: Auszug aus Liste der Kulturdenkmale Kartierung der Kulturdenkmale im Untersuchungsgebiet (Bau- und Kunstdenkmalpflege), Mitteilung RP Karlsruhe, Abteilung 2 Stand 31.07.2009 E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E E EE E E E E E P K K Hauptfriedhof L 5 6 0 St. Martin Kirche Heinrich-Köhler-Schule L 5 6 0 L 5 6 0 t s c h s t r a ß e ß e o b - M a l s c h - A n l a g e O k e n s t r a ß e D u n a n t s t r a ß e M o m b e r t s t r a ß e S i e g r i s t s t r a ß e S t r i e d e r s t r a ß e Z a m e n h o f s t r a ß e R i n t h e i m e r S t r a ß e H e r m i n e - V i l l i n g e r - S t r a ß e Os t r i n g H e i l b r o n n e r S t r a ß e O s tr i n g H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e P f a r r e r - J un k e r - W e g H i r t e n w e g w e g F o r s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e F o r s t s t r a ß e H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e O s t r i n g A l b e r t - N M a n n h e i m e r S t r a ß e Postamt 32 Ev. Kirche Schule am Weinweg R u s c h g r a b e n R e g e m o r t g r a b e n Nachtweid R u s c h g r a b e n T i e f e n t a l g r a b e n H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e H E p p i n g e r S t r a ß e h - W i t t m a n n - St r a ß e F o r s t s t r a ß e H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E r n s t s t r a ß e B r e t t e n e r S t r a ß e H u t t e n s t r a ß e S u l z f e l d e r S t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e F r i edr i c h- R aab - S tr aß e P au l - B ös s - S tr a ß e F i n k e n s c h l a g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e H u t t e n s t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß H i r t e nw eg W e i n w e g I m K r a u t g a r t e n F i n k e n s c h l a g w e g K o y w e g H i n t e r w i e s e n w e g D r o s s e l s a n gw e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e Unterhalb dem Koyweg H i n t e r w i e s e n w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e J a g d s t r a ß e M o s b a c h e r S t r a ß e Hinterwiesen D r o s s e l s a n g w e g Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim H i n te r w i e s e n w e g H i n t e r w i e s e n w e g Oberrut Elfmorgenbruch E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e Hi n t e r w i e s e n w e g K l e i n g ä r t n e r w e g K l e i n g ä r t n e r w e g R i nthei mer H a u p t s t r a ß e E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e N e u b a u N e u b a u N e u b a u N e u b a u N e u b a u Sanierungsgebiet Rintheim Plan 7 Gebäudezustand private Bausubstanz ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Legende Teilbereich Alt-Rintheim (Kategorisierung nach äußerer Inaugenscheinnahme 2009) ohne Mängel geringe Mängel teilweise erhebliche Mängel erhebliche Mängel substanzielle Mängel gestalterische Mängel im Fassadenbereich Teilbereich Rintheimer Feld (Übernahme aus Bericht F+B 2009) Gebäude unmodernisiert Gebäude modernisiert Gebäude derzeit in Modernisierung öffentliche Gebäude nachrichtlich: Plan 8 Gebäudetypen im Rintheimer Feld, Volkswohnung Aus „W ohnzufriedenheit für Jung und Alt – Rintheimer Feld“ | Volkswohnung Karlsruhe | Mai 2009 Volkswohnung Karlsruhe Hauptfriedhof L 5 6 0 6916114 12 St. Martin Kirche 6916114 00 Heinrich-Köhler-Schule L 5 6 0 L 5 6 0 r a ß e s c h - A n l a g e O k e n s t r a ß e a n t s t r a ß e M o m b e r t s t r a ß e g r i s t s t r a ß e S t r i e d e r s t r a ß e Z a m e n h o f s t r a ß e R i n t h e i m e r S t r a ß e H e r m i n e - V i l l i n g e r - S t r a ß e O s t r i n g H e i l b r o n n e r S t r a ß e O s t r in g H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e P f a r r e r - J u n k e r - W e g H i r t e n w e g g F o r s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e F o r s t s t r a ß e Staudenplatz H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e O s t r i n g A l b e r t - M a n n h e i m e r S t r a ß e Postamt 32 6916121 01 Ev. Kirche Schule am Weinweg 6916121 00 6916121 02 6916106 00 R u s c h g r a b e n R e g e m o r t g r a b e n Nacht weid R u s c h g r a b e n T i e f e n t a l g r a b e n H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e E p p i n g e r S t r a ß e c h - W i t t m a n n - S t r a ß e F o r s t s t r a ß e H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E r n s t s t r a ß e B r e t t e n e r S t r a ß e H u t t e n s t r a ß e S u l z f e l d e r S t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e F r i e d r i c h - Ra a b - S t r a ß e P a u l - B ö s s - S t r a ß e F i n k e n s c h l a g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e H u t t e n s t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a H i r t e n w e g W e i n w e g I m K r a u t g a r t e n F i n k e n s c h l a g w e g K o y w e g H i n t e r w i e s e n w e g D r o s s e l s a n g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e Unterhalb dem Koyweg H i n t e r w i e s e n w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß J a gds t r a ß e M o s b a c h e r S t r a ß e Hinterwiesen D r o s s e l s a n g w e g Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim H i n t e r w i e s e n w e g H i n t e r w i e s e n w e g Oberrut Elfmorgenbruch E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e H i n t er w i e s e nw eg K l e i n g ä r t n e r w e g K l e i n g ä r t n e r w e g Ri n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e ? P P P P P ? ? ? ? ? ? ? ? P P P P P P P P P P P ? G G ? G ? ? ? ? G P P Brache Forststraße Sanierungsgebiet Rintheim Plan 9 Mängel und Missstände ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung P G Defizite in der Gestaltung von identitätsstiftenden Platzräumen und Aufenthaltsbereichen ? Legende P P Mängel in der Vorfeldgestaltung wichtiger Einrichtungen und Institutionen Grundlegende Defizite in der altersgruppenspezi- fischen Ausrichtung von Kinderspielangeboten Konkrete Mängel in der Gestaltung, Ausstattung und räumlichen Quantität von Kinderspielangeboten Defizite in der Gestaltung und Möglichkeiten der funktionalen Nutzung von halböffentlichen Freiflächen Nachhaltig ablesbare Downgrading-Symptome mit Außenwirkung Defizite im Handelsumfeld im Bereich Staudenplatz Fehlende bzw. nicht ausreichend ablesbare Stadtteileingangssituation ? Defizite in der Orientierung von Wegebeziehungen Fehlende leitende, hierachische Wegestruktur Intensive Ausnutzung der Blockinnenräume mit teils vorhandenen Überlastungswirkungen Funktionale, städtebauliche oder freiraumplanerische Konflikte mit vorhandener gewerblicher Nutzung Fehlende städtebauliche Kante Brach liegende Fläche Funktionale und gestalterische Trennwirkung der Mannheimer Straße als Zäsur im Quartiersbezug Funktionale und gestalterische Trennwirkung der Fuge entlang des Ostrings Gestalterische schlecht ausgebildete bzw. fehlende Hauptwegeverbindung Den schulischen Erfordernissen nicht ausreichend ge- stalteter Freiraum zw. Schule am Weinweg und TSV Fehlende Radwegverbindung an der Nordseite des Ostrings Funktionale und gestalterische Mängel in den bestehenden Straßenzügen Gestalterische Mängel im Bereich von Garagenhöfen im Rintheimer Feld Gestalterische Mängel bzw. unzureichende Ordnung von Stellplätzen entlang des Straßenraums Defizite in den Tiefgaragensituationen (Angsträume) sowie gestalterische Defizite in den Zufahrtsbereichen Äußere Lärmbelastung des Stadtteils durch angren- zende Bahntrassen und Hauptverkehrsachsen Äußere Trennwirkung der Haid- und Neu-Straße Trennwirkung Bahntrasse im Freiraumbezug / Mängel in Überwegsituationen Gestalterische Aufwertung von Geschäftsvorfeldern und Nutzbarmachung für Aufenthalt Nachfolgebebauung VoWo Forststraße N N N N N Zum Guten Hirten St. Martin Heinrich-Köhler-Schule Grundschule Rintheim Schule am Weinweg 1.3 Wendeschleife Zentrum Hirtenweg TSV Rintheim Bolzplatz Püfung Standort Bürgertreff im Zuge der Sanierungs- durchführung Dreschhalle Heinz-Schuchmann-Haus K K K K S S S VoWo VoWo VoWo VoWo Legende Platzgestaltung innerhalb des Öffentlichen Raums (Schaffung von Orten mit Identifikationswirkung und Aufenthaltsqualität) Minderung der Trennwirkung der Mannheimer Straße (Rasengleis, Minimierung der Verkehrsflächen, Begrünung) Straßenraumgestaltung innerhalb des Öffentlichen Raums (Querschnittsänderung, Begrünung, Kreuzungsbereiche) Verbesserung der Querung der Mannheimer Straße an wichtigen Fußwegebeziehungen Gestaltung von öffentlichen Freiflächen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität Gestaltung und Weiterentwicklung von Spielplatzangeboten innerhalb des öffentlichen Freiraums S Gestaltung öffentliche Grünzüge und Verbesserung der funktionalen und zielgruppenspezifischen Nutzbarkeit Gestaltung öffentlicher Straßenräume als verbindende achsiale Beziehungen (Niveaugleicher Ausbau) Künstlerisches Markieren von Besonderen Orten - Adressbildung (an wichtigen Quartierseingängen, Platzsituationen) K K Gestaltung des Straßenraums und der begleitenden Raumkanten (bspw. Fassadenbegrünung, Öffnung zu Hofräumen, Baumstandorte) Neubauoption für Wohnbebauung, Ziel: Angebot ergänzender Wohnformen (bspw. für Ältere, Familien, generationenübergreifend) Brachfläche Forststraße, Staudenplatz, Hirtenweg) Integration eines Bürgertreffs in ein mit Wohnnutzung gemischtes Gebäude - Prüfung der Realisierungsmöglichkeit (Standort Forststraße / Staudenplatz) im Zuge der Sanierungsdurchführung Angebot weiterer Handelsflächen in einem Kopfbau ausgerichtet zur Wendschleife der Straßenbahn am Hirtenweg zur Attraktivierung des Ladenzentrums am Hirtenweg Gestalterische Aufwertung von Geschäftsvorfeldern und Nutzbarmachung für Aufenthalt N Konsensuale und dialogisch begleitete planerische Steuerung der Innenentwicklung Förderung der Ausrichtung und Außenwirkung sozialer Angebote auf den Freiraum (Bürgerzentrum, EG-Zonen Punkthochhäuser, Heinz-Schuchmann-Haus) Mögliche Maßnahmen der Volkswohnung im Rintheimer Feld: bspw. Modernisierung der Bausubstanz, Aufwertung der Freiräume und Freiraumangebote, Verbesserung der Wegebeziehungen etc. VoWo Vorhandene soziale, schulische und kirchliche Einrichtungen in Alt-Rintheim und dem Rintheimer Feld Handelsangebote für die Nahversorgung im Rintheimer Feld und in Alt-Rintheim V V Verlagerung von gewerblichen Betrieben zur Aufwertung der umgebenden öffentlichen Räume V Unterbinden von Schleichverkehren innerhalb des Freiraums östlich von Alt-Rintheim (Hinterwiesenweg) Option bauliche Entwicklung Option bauliche Entwicklung, Orientierung östlicher Kopfbau auf Platz an Wendeschleife N N N N N Sanierungsgebiet Rintheim Plan 10 Struktur- und Gestaltungsplan ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Plan 11 M aßnahm enplanung Rintheimer Feld, Volkswohnung Aus „W ohnzufriedenheit für Jung und Alt – Rintheimer Feld“ | Volkswohnung Karlsruhe | Mai 2009 Volkswohnung Karlsruhe Plan 11 M aßnahm enplanung Rintheimer Feld, Volkswohnung Aus „W ohnzufriedenheit für Jung und Alt – Rintheimer Feld“ | Volkswohnung Karlsruhe | Mai 2009 Hauptfriedhof L 560 St. Martin Kirche Heinrich-Köhler-Schule L 560 L560 sc hstraße b -Malsch-Anlage Okenstraße Dunantstraße Mombertstraße Siegriststraße Striederstraße Zamenhofstraße Rintheimer Straße Hermine-Villinger-Straße Ostring Heilbronner Straße Ostring Haid-und-Neu-Straße Pfarrer-Junker-Weg Hirtenweg Hi rtenweg Forststraße Heilbronner Straße Forststraße Haid-und-Neu-Straße Ostring Albert-Nes tl Mannheimer Straße Postamt 32 Ev. Kirche Schule am Weinweg Ruschgraben Regemortgraben Nachtweid Ruschgraben Tiefentalgraben Hirtenweg Mannheimer Straße Ernststraße Heilbronner Straße Ernststraße Hai d-u Eppinger Straße ttm ann-Straße Forststraße Hirtenweg Mannheimer Straße Rintheimer Hauptstraße Ernststraße Brettener Straße Huttenstraße Sulzfelder Straße Mannheimer Straße Ernststraße Friedrich-Raab-Straße Paul-Böss-Straße Finkenschlagweg Rintheimer Hauptstraße Huttenstraße Mannheimer Straße Hirtenweg Weinweg Im Krautgarten Finkenschlagweg Koyweg Hinterwiesenweg Drosselsangweg Rintheimer Hauptstraße Unterhalb dem Koyweg Hinterwiesenweg Rintheimer Hauptstraße Jagdstraße Mosbacher Straße Hinterwiesen Drosselsangweg Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim Hinterwiesenweg Hinterwiesenweg Oberrut Elfmorgenbruch Elfmorgenbruchstraße Hinterwiesenweg Kleingärtnerweg Kleingärtnerweg Rintheimer Hauptstraße E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e Stadtteil Rintheim Plan 12 Vorschlag zur Abgrenzung der Sanierungsgebiete SSP/LSP ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Legende Vorschlag zur Abgrenzung des SSP-Gebietes Rintheimer Feld Flächengröße ca. 20,8 ha Vorschlag zur räumlichen Ergänzung der Abgrenzung des Sanierungsgebietes Flächengröße ca. 1,1 ha Vorschlag zur räumlichen Rücknahme der Abgrenzung des Sanierungsgebietes Flächengröße ca. 0,3 ha SSP Rintheimer Feld LSP Alt-Rintheim Vorschlag zur Abgrenzung des LSP-Gebietes Alt-Rintheim Flächengröße ca. 26,0 ha Abgrenzung LSP / SSP entsprechend Grenze des planfestgestellten Ausbaus der Wendeschleife Hirtenweg Hauptfriedhof L 5 6 0 St. Martin Kirche Heinrich-Köhler-Schule L 5 6 0 L 5 6 0 D o l l m ä t s c h s t r a ß e F ü ß l i n s t r a ß e J a k o b - M a l s c h - A n l a g e O k e n s t r a ß e D u n a n t s t r a ß e M o m b e r t s t r a ß e S i e g r i s t s t r a ß e S t r i e d e r s t r a ß e Z a m e n h o f s t r a ß e R i n t h e i m e r S t r a ß e H e r m i n e - V i l l i n g e r - S t r a ß e O s t r i n g H e i l b r o n n e r S t r a ß e O s t r i ng H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e P f a r r e r - J u n k e r - We g H i r t e n w e g F o r s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e F o r s t s t r a ß e H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e O s t r i n g A l M a n n h e i m e r S t r a ß e Postamt 32 Ev. Kirche Schule am Weinweg R u s c h g r a b e n H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S tr a ß e E r n s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e E p p i n g e r S t r a Fo r s t s t r a ße H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E r n s t s t r aß e B r e t t e n e r S t r a ß e H u t t e n s t r a ß e S u l zf e l d e r S t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r aß e Fr i e d r i c h - R a a b - S t r a ß e P a u l - B ö s s - S t r a ße F i n k e n s c h l a g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e H u t t e n s t r a ß e M a n n h e i m e H i r t e n w e g W e i n w e g I mK r a u t g a r t e n F i n k e n s c h l a g we g K o y w e g H i n t e r w i e s e n w e g D r o s s e l s a n g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e Unterhalb dem Koyweg H i n t e r w i e s e n w e g R i n t h e i m e r H a u p t s J a g d st r a ß e M o s b a c h e rS t r a ße Hinterwiesen D r o s s e l s a n g w e g Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim H i n t e r w i e s e n w e g H i n t e r w i e s e n w e g Oberrut E l f m o r g en br u c hs t r a ß e H i n t e r w i e s e n w e g K l e i n g ä r t n e r w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E l f m o r H e i l b r o n n e r S t r a ß e Staudenplatz Legende Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Platzgestaltung) Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Freiflächengestaltung / Grünzüge) Sanierungsgebiete Rintheim Plan 13 Maßnahmenübersicht "Soziale Stadt" Rintheimer Feld ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Straßenraumgestaltung Forststraße ca. 2.950qm Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Straßenraumgestaltung) 1.1 2.1 2.2 3.3 Zuordnung zu Maßnahmenbündel (vgl. Kosten- und Finanzierungsübersicht) 1.6 3.2 VoWoVoWo VoWo VoWo VoWo VoWo VoWo VoWo Beabsichtige Maßnahmen der Volkswohnung innerhalb des Sanierungsverfahrens (bspw. Modernisierung Gebäudebestand, Qualifizierung Freiraumsituation, Ergänzungsbebauung, Neuordnung Garagenhöfe) Gestaltung der Geschäftsvorfelder Ladenzeile Hirtenweg ca. 1.170qm Gestaltung Staudenplatz, ca. 1.030qm und Vorfeld Staudenplatz / Heilbronner Straße im Kontext des N-S-Grünzug ca. 620qm Sozio-kultureller Bürgertreff Standort noch im Rahmen der Sanierungsdurchführung zu prüfen (Alternative Staudenplatz) Gestaltung Auftaktsituation Brücke Ostring ca. 1.150qm 1.1 Vorschlag zur Abgrenzung des Sanierungsgebiets SSP Rintheimer Feld 3.1 SSP Rintheimer Feld Plan 14 Geplante energetische M aßnahm en, Volkswohnung Aus „W ohnzufriedenheit für Jung und Alt – Rintheimer Feld“ | Volkswohnung Karlsruhe | Mai 2009 Volkswohnung Karlsruhe Hauptfriedhof L 5 6 0 St. Martin Kirche Heinrich-Köhler-Schule L 5 6 0 L 5 6 0 t r a ß e M o m b e r t s t r a ß e d e r s t r a ß e m e n h o f s t r a ß e R i n t h e i m e r S t r a ß e H e r m i n e - V i l l i n g e r - S t r a ß e O s t r i n g H e i l b r o n n e r S t r a ß e O s t r i ng H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e P f a r r e r - J u n k e r - We g H i r t e n w e g F o r s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e F o r s t s t r a ß e H a i d - u n d - N e u - S t r a ß e O s t r i n g A M a n n h e i m e r S t r a ß e Postamt 32 Ev. Kirche Schule am Weinweg R u s c h g r a b e n Nachtweid R u s c h g r a b e n H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S tr a ß e E r n s t s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e E r n s t s t r a ß e E p p i n g e r S t e Fo r s t s t r a ße H i r t e n w e g M a n n h e i m e r S t r a ß e R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E r n s t s t r aß e B r e t t e n e r S t r a ß e H u t t e n s t r a ß e S u l zf e l d e r S t r a ß e M a n n h e i m e r S t r a ß e E r n s t s t r aß e Fr i e d r i c h - R a a b - S t r a ß e P a u l - B ö s s - S t r a ße F i n k e n s c h l a g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e H u t t e n s t r a ß e M a n n h e i m H i r t e n w e g W e i n w e g I mK r a u t g a r t e n F i n k e n s c h l a g we g K o y w e g H i n t e r w i e s e n w e g r o s s e l s a n g w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e Unterhalb dem Koyweg H i n t e r w i e s e n w e g R i n t h e i me r H a u p t J a g d st r a ß e M o s b a c h e rS t r a ße Hinterwiesen D r o s s e l s a n g w e g Bei dem Elfmorgenbruch Fasselviehweid bei Rintheim H i n t e r w i e s e n w e g H i n t e r w i e s e n w e g Oberrut Elfmorgenbruch E l f m o r g en br u c hs t r a ß e H i n t e r w i e s e n w e g K l e i n g ä r t n e r w e g K l e i n g ä r t n e r w e g R i n t h e i m e r H a u p t s t r a ß e E l f m o r g e n b r u c h s t r a ß e H e i l b r o n n e r S t r a ß e Staudenplatz Aufwertung Spielplatzstandorte im Grünzug TSV Rintheim / Schule am Weinweg Gestaltung und Ausbau des Grünzugs Legende Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Platzgestaltung) Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Freiflächengestaltung / Grünzüge) Originalmaßstab 1:1.500 unmaßstäbliche Verkleinerung Straßenraumgestaltung Ernststraße / Huttenweg 540qm ca. 1.000qm ca. 7.900qm ca. 850qm Straßenraumgestaltung Rintheimer Hauptstraße / Huttenstraße ca. 700qm Vorfeldgestaltung Kirchplatz (Straßenanteil) ca. 450qm Ausbau Spielplatz Jagdstraße ca. 900qm Straßenraumgestaltung Rintheimer Hauptstraße / Hirtenweg ca. 1.030qm Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Straßenraumgestaltung) Maßnahmen im Öffentlichen Raum (Spielplätze) 2.1 2.2 2.2 2.5 2.6 2.3 2.4 2.1 1.1 3.5 3.3 3.3 3.3 3.4 3.3 3.3 Zuordnung zu Maßnahmenbündel (vgl. Kosten- und Finanzierungsübersicht) 1.6 Gestaltung Jagdstraße als Achse zum Freiraum ca. 950qm 2.8 Maßnahmen, die bereits über andere Fördermittel abgedeckt sind (GVFG) Grunderwerb ca. 360qm Gestaltung Vorfeld Dreschhalleca. 900qm und Aufwertung Dreschhalle Platzgestaltung Rintheimer Hauptstraße / Forststraße / altes Rathaus ca. 2.300qm 3.2 Straßenraumgestaltung Achse Forststraße ca. 2.600qm 3.1 Stärkung Fußwegebeziehung Hinterwiesenweg Straßengestaltung / Vorfeldgestaltung Weinweg / Koyweg ca. 1.550 qm Straßengestaltung Weinweg zwischen Schulstandort und Rintheimer Hauptstraße ca. 400 qm 3.1 Straßenraumgestaltung Antritt Ernststraße / Rintheimer Hauptstraßr ca. 1.540qm Straßenraumgestaltung Rintheimer Hauptstraße / Fußwegebeziehung Ernstraße / Grünzug ca. 150qm Straßenraumgestaltung Ernststraße / Hirtenweg ca. 720qm Sanierungsgebiete Rintheim Plan 15 Maßnahmenübersicht "Landessanierungsprogramm" Alt-Rintheim ARGE Rintheim Netzwerk für Planung und und Kommunikation, transurban, GRIPS Stand 02.09.2009 1.1 4.1 4.1 LSP Alt-Rintheim Vorschlag zur Abgrenzung des Sanierungsgebiets LSP Alt-Rintheim Abgrenzung LSP / SSP entsprechend Grenze des planfestgestellten Ausbaus der Wendeschleife Hirtenweg 1.1 1.1 1.2 Gestaltung Innenraum Wendeschleife ca. 1.000qm Umgestaltung Mannheimer Straße Minderung der Trennwirkung durch Gestaltung der Übergangssituationen Rasengleis ist GVFG-Maßnahme ca. 16.000qm 2.6