Antrag GRÜNE: Modellversuch "Tandems in Führungspositionen"

Vorlage: 23217
Art: Beschlussvorlage
Datum: 21.09.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 29.09.2009

    TOP: 15

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Tandems
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Anne Segor (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) Stadträtin Dr. Ute Leidig (GRÜNE) Stadträtin Tanja Kluth (GRÜNE) Stadtrat Alexander Geiger (GRÜNE) Stadtrat Manfred Schubnell (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 29. Juli 2009 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 2. Plenarsitzung Gemeinderat 29.09.2009 76 16 öffentlich Modellversuch - Tandems in Führungspositionen Die Stadt Karlsruhe hat die Gleichstellung und Wertschätzung von Frauen in der Verwaltung und in der Öffentlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben. Eine der wichtigs- ten Maßnahmen ist in diesem Zusammenhang die Erhöhung des Frauenanteils in der Stadtverwaltung; vor allem aber die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspo- sitionen. Gerade in diesem Bereich besteht nach wie vor trotz einiger erfreulicher Entwicklun- gen erheblicher Nachholbedarf. Deshalb stellt die Grüne Gemeinderatsfraktion folgenden Antrag an die Stadtverwal- tung: 1. Start und Auswertung eines Modellversuchs: - Geeignete Führungspositionen sowie Aufstiegspositionen für den gehobenen und höheren Bereich werden mit geteilter Führungsverantwortung als Tandems ausgeschrieben - nach drei Jahren wird der Modellversuch evaluiert - das Ergebnis wird dem Personalausschuss und Gemeinderat zur Kenntnis ge- geben 2. Außerdem wird die Stadtverwaltung gebeten zu berichten, in welchem Umfang das Ziel, 90% aller Stellen im gehobenen und höheren Dienst in Teilzeit auszu- schreiben, umgesetzt wurde, bzw. wie viele Aufstiegspositionen in gehobenen und höheren Dienst in Teilzeit besetzt wurden (Männer und Frauen). Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Frauen nicht nur in Absichtserklärungen, sondern konkret gleichzustellen, erfordert neben anderen Maßnahmen, wie Kinderbetreuungseinrichtungen, vor allem ein aus- reichendes Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen. Hier ist die Stadt Karlsruhe mit ihrer Selbstverpflichtung, 90% der Stellen grundsätzlich in Teilzeit vergeben zu wollen, auf einem gutem Weg. Zusätzlich sollte ein weiteres wichtiges Instrument als Modellversuch, zur Anwen- dung kommen: Besonders durch die Möglichkeit, Führungspositionen und Aufstiegspositionen teilbar auszuschreiben und an so genannte „Tandems“ zu vergeben, werden Karrierechan- cen für Frauen, die aus familiären Gründen auf Teilzeitpositionen angewiesen sind, nicht von vornherein unmöglich gemacht. Aber auch Männer, die Familienarbeit ver- antwortlich leisten wollen, werden mit einem solchen Angebot ermutigt. Die Zusammenstellung von solchen Führungs–Tandems kann mit einem höheren organisatorischen Aufwand des POA verbunden sein. Gerechtfertigt ist dieser Auf- wand auf jeden Fall, um die Zielsetzung der Stadt, Vereinbarkeit von Familie und Be- ruf zu erfüllen. Er sollte aber auch im Sinne einer langfristigen Personalentwicklungsstrategie akzep- tiert werden. Da im Normalfall Frauen berufliche Pausen für Familienarbeit auf sich nehmen, geht es bei dem vorgeschlagenen Modellversuch auch darum, die Kompe- tenz und Qualifikation von gut ausgebildeten Frauen für die Stadt Karlsruhe zu ge- winnen und zu erhalten. Um die angestrebte Entwicklung nachprüfbar in Gang zu setzen, müssen in die jähr- lich zwischen Dienststellen und POA stattfinden Zielvereinbarungsgespräche ver- bindlich aufgenommen werden, wie und welchem Umfang Frauenquote und Teilbar- keit von Stellen umgesetzt wurden und welche konkrete Planungen für die Einrich- tung von Führungs–Tandems vorgenommen wurden. Sachverhalt / Begründung: Seite 3 __________________________________________________________________________________________ Eine Evaluierung und Berichterstattung in Personalausschuss und Gemeinderat ist zur Beurteilung und weiteren Optimierung der vorgeschlagenen Maßnahme drin- gend erforderlich. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Anne Segor Dr. Dorothea Polle-Holl Dr. Ute Leidig Tanja Kluth Alexander Geiger Manfred Schubnell Hauptamt - Sitzungsdienste - 18. September 2009

  • TOP 16
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 29.07.2009 eingegangen: 31.07.2009 Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 29.09.2009 76 16 öffentlich Dez. 2 Modellversuch "Tandems in Führungspositionen" - Kurzfassung - 1. Es wird vorgeschlagen, den angeregten Modellversuch unter folgenden Prämis- sen durchzuführen:  Die Führungs- oder Aufstiegspositionen im gehobenen oder höheren Dienst müssen für den Modellversuch geeignet sein  Dieser Modellversuch sollte wissenschaftlich durch ein externes Institut be- gleitet werden. Mittel stehen dafür im Doppelhaushalt 2009/2010 nicht zur Verfügung. Die Kosten für die externe Begleitung (ca. 30.000 bis 40.000 Eu- ro) wären im nächsten Doppelhaushalt einzustellen.  Der Personalausschuss wird über den Beginn des Modellversuchs informiert. Nach drei Jahren wird der Modellversuch evaluiert. Über das Ergebnis der Evaluation wird im Personalausschuss berichtet. 2. Im laufenden Jahr erfolgten bisher 56 Stellenausschreibungen für Positionen im gehobenen und höheren Dienst. Bei 88 % der Fälle erfolgte eine Ausschreibung in Teilzeit. Bei neun Stellen war die Besetzungsmöglichkeit in Teilzeit als Tandem aus- drücklich aufgenommen worden. Neun dieser ausgeschriebenen Stellen wurden in Teilzeit besetzt, einige der Auswahlverfahren sind allerdings noch nicht abgeschlos- sen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 30.000 bis 40.000 Euro Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Eine Projektgruppe unter der Federführung der Frauenbeauftragten und mit Beteili- gung von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Dienststellen (darunter auch mehrere Amtsleitungen) und der Gesamtpersonalvertretung hat sich im Jahr 2008 mit dem Thema „Frauen in Führungspositionen und Teilzeit“ auseinanderge- setzt. Die Arbeitsgruppe schlug ein Maßnahmenbündel vor zur Erhöhung des Anteils von Frauen und von Teilzeitbeschäftigten in Führungspositionen. Dieser Bericht wurde in der Sitzung des Personalausschusses am 30.09.2008 vorgestellt und nach Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Bei der anschließenden Tagung für Frauen und Männer am 24.11.2008, die unter dem Motto stand „Führung 2015- Auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Füh- rungskultur“ wurde unter anderem auch das Thema der Teilung von Führungspositi- onen intensiv diskutiert. Die dort gebildeten Gesprächskreise haben sich über das Für und Wider intensiv ausgetauscht. Zu dem Antrag wird wie folgt Stellung genommen: 1. Modellversuch - Tandems in Führungspositionen Im gehobenen und höheren Dienst bei der Stadtverwaltung gibt es neben Führungs- karrieren auch ausreichend Möglichkeiten für Fachkarrieren. Es handelt sich hier bspw. um Stellen in der qualifizierten Sachbearbeitung (Spezialistentätigkeiten), Fachberatung oder in der Projektleitung. Die Wertigkeit dieser Stellen ergibt sich nicht aus der Leitungsspanne, sondern aus der Qualität der Tätigkeiten. Mehrere dieser Stellen mit Fachkarriere sind mit Teilzeitkräften im Tandem besetzt. Die Er- fahrungen mit Tandembesetzungen auf diesen Stellen sind durchweg gut. Bei den Führungspositionen sind in den vergangenen Jahren zwei Stellen im Tan- dem besetzt worden. Es handelt sich hier um die Leitung der Führerscheinstelle beim Amt f. Bürgerservice und Sicherheit und die Teamleitung Personalentwicklung beim Personal- und Organisationsamt. Bei letzterer Funktion wurde auf Wunsch ei- ner der betroffenen Führungskräfte die Tandemführung zum 31.12.2008 beendet. Der beantragte Modellversuch wird unter folgenden Voraussetzungen seitens der Verwaltung befürwortet:  Die für den Modellversuch in Frage kommenden Führungspositionen im ge- hobenen oder höheren Dienst müssen dafür geeignet sein.  Der in Artikel 33 Abs. 2 Grundgesetz genannte Grundsatz der Bestenauslese muss beachtet werden.  Die Ausweitung von Tandembesetzungen bei Führungspositionen in der Zu- kunft hängt wesentlich vom Erfolg dieses Modellversuchs ab. Der Modellver- such sollte deshalb wissenschaftlich durch ein externes Institut begleitet wer- den. Im Doppelhaushalt 2009/2010 stehen dafür keine Mittel zur Verfügung. Die Kosten für die externe Begleitung werden auf ca. 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt und wären im nächsten Doppelhaushalt einzustellen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3  Die wissenschaftliche Ausarbeitung sollte neben der inhaltlichen Begleitung des Modellversuchs auch Empfehlungen beinhalten, welche Rahmenbedin- gungen notwendig sind für eine weitere Verbreiterung von Tandembesetzun- gen auf Führungspositionen und mit welchen Kosten (zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen) dies verbunden wäre.  Die Verwaltung berichtet dem Personalausschuss über den Beginn des Mo- dellversuchs. Nach drei Jahren sollte der Modellversuch evaluiert werden. In die Evaluation können dann auch die bisherigen Erfahrungen mit den beiden bisherigen Tandembesetzungen einfließen. Über das Ergebnis der Evaluation wird danach wieder im Personalausschuss berichtet. 2. Ausschreibung von Stellen im gehobenen und höheren Dienst Der Frauenförderplan der Stadt Karlsruhe enthält folgende Formulierung: „Bei frei- werdenden und neu zu besetzenden Stellen wird generell geprüft, ob die Stelle auch in Teilzeitform angeboten werden kann. Ist eine Stelle teilbar, wird dies in der Stel- lenanzeige konkret angegeben.“ Die Projektgruppe „Frauen in Führungspositionen und Teilzeit“ sprach sich in ihrem Projektbericht für eine noch stärkere Öffnung der Stellenausschreibung in Teilzeit aus und unterbreitete dazu folgenden Vorschlag: Vollzeitstellen, insbesondere Aufstiegspositionen werden grundsätzlich expli- zit für die Besetzung in Vollzeit und Teilzeit ausgeschrieben. Begründete Aus- nahmen werden mit dem Personal- und Organisationsamt unter Einbeziehung der Frauenbeauftragten abgestimmt. Als Ziel für die Ebene der gesamten Stadtverwaltung wurde von der Projektgruppe vorgeschlagen: Bei Stellenausschreibungen für Aufstiegspositionen des gehobenen Dienstes sowie für den höheren Dienst sollen maximal 10 % der Stellen als Aus- nahmestellen nicht (auch) in Teilzeit ausgeschrieben werden. Im laufenden Jahr erfolgten bisher 56 Stellenausschreibungen für Positionen im ge- hobenen und höheren Dienst. Eine Stelle (Leitung eines Hortes) wurde ausschließ- lich in Vollzeit ausgeschrieben; dies war zur Sicherstellung der Kontinuität in der Ein- richtung gegenüber den Kindern und Eltern notwendig, weil dort ausschließlich Teil- zeitkräfte beschäftigt sind. Bei weiteren 6 Stellenanzeigen wurden keine Angaben zu Voll- oder Teilzeit gemacht, bei diesen Stellen wurde überwiegend eine Vollzeitbe- setzung angestrebt, Teilzeitbewerbungen waren aber möglich und führten in einem Fall zu einer Teilzeitbesetzung. D.h. bis dato erfolgten im Jahr 2009 in 88 % der zu besetzenden Stellen im gehobenen und höheren Dienst eine Ausschreibung in Teil- zeit. Bei neun Stellen war die Besetzungsmöglichkeit in Teilzeit als Tandem aus- drücklich aufgenommen worden. Neun der ausgeschriebenen Stellen wurden in Teilzeit besetzt, einige Auswahlverfahren sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Bei den Stellen mit ausdrücklichem Tandemangebot konnte keine als Tandem besetzt werden.