Jahresbericht des Aktivbüros 2008

Vorlage: 22909
Art: Beschlussvorlage
Datum: 06.07.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Grünwinkel, Nordstadt, Oststadt

Beratungen

  • Hauptausschuss

    Datum: 14.07.2009

    TOP: 2

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Jahresbericht Aktivbüro 2008
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 38. Sitzung Hauptausschuss Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 14. Juli 2009 405/HA 2 öffentlich Dez. 2 Jahresbericht des Aktivbüros 2008 Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 14.07.09 2 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Das Amt für Stadtentwicklung legt den Bericht des Aktivbüros für das Jahr 2008 vor. Im Berichtszeitraum konnten bei der Meile des Engagements, beim Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche und beim Lesepatenprogramm weitere Teilnahmesteigerungen verzeichnet werden. Als neue Schwerpunkte wurden die Anerkennung des unternehmerischen bürger- schaftlichen Engagements sowie die interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engage- ments als Beitrag zur Umsetzung der Karlsruher Leitlinien zur Integration von Zuwanderin- nen und Zuwanderern aufgegriffen. Um das Engagement junger Menschen weiter zu fördern, übernahm das Aktivbüro das jes-Programm (Jugend engagiert sich) der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der vorliegende Bericht beschreibt die Maßnahmen des Jahres 2008 und gibt einen Aus- blick auf die weitergehenden Planungen.  Die Teilnehmerzahl an der Meile des Engagements musste im Jahr 2008 aus Kapazi- tätsgründen auf 160 begrenzt werden. Neu war das Aktionsprogramm, das mehrere Organisationen hauptsächlich für Kinder und Senioren gestalteten.  Die Teilnahme am Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche erreichte mit fast 700 Anmeldungen einen neuen Rekordstand. Es umfasste insgesamt 25 Kurse in den Berei- chen Kommunikation und Führung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising sowie Finanzen und Recht.  Für das Lesepatenprogramm an Kindertagesstätten, Grund- und Hauptschulen und För- derschulen konnten weitere 90 Ehrenamtliche und 38 Einrichtungen gewonnen werden.  Im Jahr 2008 wurden neun Unternehmen für ihr herausragendes gemeinnütziges Enga- gement zertifiziert.  In Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration und dem Internationalen Begegnungs- zentrum wurde auf Beschluss des Forums Ehrenamt und mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg das Projekt “Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Enga- gements” gestartet.  Die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH reduzierte das Förderprogramm “jes - Jugend engagiert sich” im Jahr 2008 auf 50 % Zuschusshöhe und beendete es zum  31. Dezember 2008. Das Aktivbüro führt es mit eigenen Mitteln weiter. Ministerpräsident Günter Oettinger zertifizierte am 5. Dezember 2008 die Stadt Karlsruhe als jes-Standort. Seit dem Jahr 2004 wurden in Karlsruhe 19 jes-Projekte (Jugend engagiert sich) durch- geführt.  Die Beratungs- und Vermittlungszahl freiwillig Engagierter pendelte sich auf ca. 600 Per- sonen jährlich ein. Die Veröffentlichung der Angebote in der Online-Freiwilligenagentur hat sich bewährt.  Das Forum Ehrenamt trat 2008 zweimal zusammen und befasste sich u. a. mit dem Thema “Jugendengagement auf der Grundlage der Sinus-Milieustudie”, mit dem Kon- zept zur interkulturellen Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements, mit der Über- nahme des jes-Programms und mit den Zertifizierungsrichtlinien für unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement.  Auf Grund der hohen Nachfrage wurden auch 2008 weitere 17 Bürgermentorinnen und Bürgermentoren ausgebildet. Davon hatten zwei Migrationshintergrund. Im Berichtszeit- raum waren 59 Bürgermentorinnen und Bürgermentoren aktiv.  In der Rubrik “ich habe Zeit für andere” der StadtZeitung stellten acht Engagierte ihre ehrenamtliche Tätigkeit vor.  Das Aktivbüro unterstützt ehrenamtlich Engagierte bei Bewerbungen für Wettbewerbe. Drei Vorschläge des Aktivbüros wurden bei lokalen Wettbewerben prämiert, fünf beim Landeswettbewerb “Echt gut! Ehrenamt in Baden-Württemberg” nominiert.  Am 1. September 2007 beschloss der Bundesrat das “Neue Gesetz zur weiteren Stär- kung des bürgerschaftlichen Engagements“. Das Gesetz ist kein eigenständiges Regel- werk sondern ändert einzelne Paragrafen und Artikel anderer Gesetze. In Zusammen- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 arbeit mit dem Finanzamt Karlsruhe-Stadt erstellte das Aktivbüro eine Broschüre, in der die Neuerungen verständlich dargestellt wurden.  In Zusammenarbeit mit dem Presse- und Informationsamt, dem Hardtwaldzentrum und dem Südwestrundfunk Karlsruhe organisierte das Aktivbüro zum 19. April in der Nord- stadt einen Beitrag für den Aktionstag, der im Rahmen der ARD-Themenwoche vom 20. bis 26. April unter dem Motto “Mehr Zeit zu leben - Generationen gestalten die Zukunft gemeinsam” stattfand. Zentraler Bestandteil war ein Podiumsgespräch, an dem Ober- bürgermeister Heinz Fenrich und Vertreter von Einrichtungen aus der Nordstadt teil- nahmen.  Am vierten Südwestdeutschen Fundraising Forum nahmen etwa ein Viertel der Teilneh- mer aus Karlsruhe und der näheren Umgebung teil. Die Kooperationsveranstaltung zwi- schen der Evangelischen Landeskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie, der Fundraising Akademie und dem Aktivbüro richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Fundraiser. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt vom Jahresbericht 2008 des Aktivbüros des Amts für Stadtentwicklung zustimmend Kenntnis. Hauptamt - Sitzungsdienste 3. Juli 2009

  • Jahresbericht Aktivbüro 2008
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Aktivbüro Jahresbericht 2008 des Amts für Stadtentwicklung Karlsruhe JAHRESBERICHT 2008 2 Impressum Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung Zähringerstr. 61, 76133 Karlsruhe Postanschrift: 76124 Karlsruhe Bereich: Aktivbüro Rosemarie Strobel-Heck Telefon: 0721 133-1212 Telefax: 0721 133-1279 Bearbeitung: Rosemarie Strobel-Heck Fotos: Anand Ehring, Carina Lang, Dieter Schwarz Grafi k und Layout: Stefanie Groß, Marlis Arz E-Mail: aktivbuero@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung Aufl age: 250 Mai 2009 JAHRESBERICHT 2008 3 Inhalt Seite 1 Einleitung 5 2 Meile des Engagements 5 3 Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche 6 4 Lesepatenschaften an Kindertagesstätten, Grundschulen und Förderschulen 6 5 Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements 7 6 Jugend engagiert sich - jes-Programm der Landesstiftung 8 7 Unterstützung des unternehmerischen bürgerschaftlichen Engagements (Corporate Citizenship) 8 8 Entwicklung des Beratungs- und Vermittlungsangebots 10 9 Forum Ehrenamt 12 10 Mentorenausbildung 12 11 Interviewserie „Ich habe Zeit für andere“ in der StadtZeitung 12 12 4. Südwestdeutsches Fundraising-Forum 13 13 Auszeichnungen und Nominierungen für ehrenamtliches Engagement 13 14 Broschüre zum Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements 14 15 Aktionstag der ARD-Themenwoche am 19. April 14 16 Ausblick 2009/2010 14 Anlage 1: Veranstaltungen 2008 im Überblick 16 Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche 16 Veranstaltungen für Lesepaten 17 Anlage 2: Pressespiegel 18 JAHRESBERICHT 2008 4 JAHRESBERICHT 2008 5 1. Einleitung Im Jahr 2008 stieg in den folgenden drei Arbeitsberei- chen des Aktivbüros die Nachfrage im Vergleich zu den Vorjahren weiter an: • Die Meile des Engagements war mit 160 Teilnehmern, einem 13-stündigen Bühnenprogramm und einem neuen Aktionsprogramm die bisher größte Präsentati- onsveranstaltung für Nonprofi t-Organisationen in der Karlsruher Innenstadt (siehe Ziff. 2). • Die Teilnahme am Fortbildungsprogramm für Ehren- amtliche übertraf mit 679 Anmeldungen den Rekord- stand des Vorjahres nochmals um 17 %. Die Seminar- palette wurde um fünf Kurse erweitert (siehe Ziff. 3). • Die Zahl der ehrenamtlichen Lesepatinnen und Lesepa- ten an Kindertagesstätten, Grund- und Hauptschulen sowie an Förderschulen stieg von ca. 180 auf ca. 270 Personen. Es interessierten sich außerdem 38 weitere Einrichtungen für das Lesepatenprogramm. Bisher beteiligten sich 46 Kindertagesstätten und Schulen (siehe Ziff. 4). Als neue Schwerpunkte wurden in das Arbeitsprogramm aufgenommen: • die Anerkennung von unternehmerischem bürger- schaftlichem Engagement (siehe Ziff. 6), • das Projekt „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaft- lichen Engagements“ (siehe Ziff. 7) und • die Übernahme des jes-Programms (Jugend engagiert sich) von der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH (siehe Ziff. 8). Fortgeführt wurden folgende Aufgaben: • Freiwilligenberatung- und -vermittlung (siehe Ziff. 6), • das Forum Ehrenamt als Beteiligungsgremium Ehren- amtlicher bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in Karlsruhe (siehe Ziff. 12), • die Ausbildung von Bürgermentorinnen und -mento- ren (siehe Ziff. 10), • die Interviewserie „Ich habe Zeit für andere“ mit frei- willig Engagierten in der StadtZeitung (siehe Ziff. 11), • Die Kooperation zum Südwestdeutschen Fundraising- Forum (siehe Ziff. 5) und • die Unterstützung Ehrenamtlicher bei der Beteiligung an Wettbewerben bzw. im Vorschlagswesen für die öf- fentliche Anerkennung engagierter Bürgerinnen und Bürger (siehe Ziff. 13). Einmalige Aufgaben aus aktuellen Anlässen waren • die Erstellung einer Informationsbroschüre zum Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engage- ments (siehe Ziff. 14) und • die Teilnahme am Aktionstag zur ARD-Themenwoche am 19. April zum Thema „Mehr Zeit zu leben - Ge- nerationen gestalten die Zukunft gemeinsam“ (siehe Ziff. 15). 2. Meile des Engagements An der fünften Meile des Engagements am Samstag, 5. Juli präsentierten sich 160 Vereine, Initiativen, gemein- nützige Organisationen und gemeinnützig engagierte Unternehmen mit Informationsständen am Marktplatz, am Kirchplatz St. Stephan und in den umliegenden Stra- ßen. Karnevalsgesellschaften, Schulen, Musik- und Tanz- vereine, Sportvereine u. a. gestalteten auf zwei Bühnen ein insgesamt 13-stündiges Musik-, Tanz-, Sport- und Theaterprogramm. Die Anmeldungen überstiegen die Platzkapazität, so dass erstmals die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss- te und nicht alle Interessenten teilnehmen konnten. Erst- malig boten Wohlfahrtsverbände, Rettungsdienste und Vereine elf Mit-Mach-Aktivitäten vor allem für Kinder an, die zu einem Aktionsprogramm zu sammengefasst wurden. Eine Besonderheit war auch die Fahrt mit einer Jahresbericht 2008 JAHRESBERICHT 2008 6 antiken Straßenbahn durch die Innenstadt, die die Inter- essengemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe (IGS) in Kooperation mit der Ver- kehrsbetriebe Karlsruhe GmbH organisiert hatte. Seit 2005 können sich gemeinnützig engagierte Unter- nehmen an der Meile des Engagements beteiligen. Im Jahr 2008 nahmen acht Unternehmen gemeinsam mit ihrem ehrenamtlichen Partner oder mit einem eigenen Informationsstand bzw. mit einem Beitrag zum Bühnen- programm teil. Zur Meile des Engagements erschien eine Broschüre und eine Sonderseite in der StadtZeitung, in der die Teilneh- mer, die Bühnen- und Aktionsprogramme veröffentlicht wurden. Die Veranstaltung ging aus der Schlussveranstaltung der Karawane Bürgerland am 21. Juli 2002 in der Hoch- schule für Gestaltung hervor, die anlässlich des 50. Ge- burtstags des Landes Baden-Württemberg in 50 Städten durchgeführt wurde. Mitglieder des Flugsportvereins 1910 Karlsruhe e. V. informie- ren über die Kunst des Segelfl iegens. 3. Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche Das Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche war im Jahr 2008 in die Ausbildungsgänge Kommunikation und Führung mit fünf Modulen, Presse- und Öffentlichkeits- arbeit mit sechs Modulen, Finanzen und Recht mit drei Modulen und Fundraising mit vier Modulen gegliedert (siehe Anlage 1, Veranstaltungsübersicht). Auf Grund der hohen Nachfrage wurden die Seminare Wirtschaftli- che Vereinsführung, Tipps zur Gestaltung von Flyern und Plakaten, Konfl iktmanagement sowie Öffentlichkeitsar- beit und Kampagnen mit einfachsten Mitteln jeweils ein zweites Mal durchgeführt. Zusätzlich wurde ein Seminar für Schriftführer, der Kurs Verhandlungsführung und ein Aufbauseminar Pressearbeit in das Programm aufge- nommen. Im Jahr 2008 wurden 21 ganztägige und 4 Kurzseminare angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fünf Kurse mehr angeboten. Am Fortbildungsprogramm nahmen 507 Personen teil - 84 mehr als im Vorjahr. Auf Grund des höheren Kursangebots konnte die Absagequote von 44 % auf 31 % gesenkt werden. Es mussten nur noch 156 Absagen erteilt werden. Wie in den Vorjahren waren die Kurse kurz nach Erscheinen des Fortbildungs- programms ausgebucht. Die Kursbeiträge der Teilnehmer blieben mit 15,00 Euro pro Tagesveranstaltung und 5,00 Euro pro Kurzseminar stabil. Die Kostenbeiträge waren ermäßigt, wenn die Ausbildungsgänge vollständig gebucht wurden. Wie bis- her, war die Anmeldung nicht an Personen gebunden. Das heißt, die Seminarplätze konnten innerhalb der Or- ganisation an beliebige Mitglieder weitergeben werden. Dieses System hat sich sowohl für die Vereine wie auch im Hinblick auf die organisatorische Abwicklung voll und ganz bewährt. Außerhalb des Fortbildungsprogramms für Ehrenamtli- che organisierte das Aktivbüro für die Schülerinnen und Schüler des Helmholtzgymnasiums, die die dortige Schü- lerzeitung gestalten, am 8. Juli 2008 ein eigenes Seminar zum Thema Fundraising. Die Schülergruppe hatte sich an das Aktivbüro gewandt, um Unterstützung für die Spon- sorenakquise für die Schülerzeitung zu gewinnen. 4. Lesepatenschaften an Kindertages- stätten, Grundschulen und Förder- schulen Die anlässlich des Gemeinderatsbeschlusses im Jahr 2003 initiierten Lesepatenschaften an Kindertagesstätten, Grund-, Haupt- und Förderschulen haben sich etabliert. Ziel des Programms ist es, die Lese- und Sprachfähigkeit von Kindern durch Vorlesen frühzeitig zu fördern und sie dadurch zum eigenständigen Lesen zu motivieren. Die Aufgabe des Aktivbüros ist die Akquise, die Vermittlung und die Qualifi zierung der ehrenamtlichen Lesepatinnen und Lesepaten. Im Januar 2008 befragte das Aktivbüro die Karlsruher Schulen und Kindertagesstätten, um zu erfassen, an wel- chen Einrichtungen Lesepatenschaften bereits bestehen JAHRESBERICHT 2008 7 und um den weiteren Bedarf festzustellen. Es wurden insgesamt 242 Einrichtungen angeschrieben, an denen sich 104 beteiligten. An 46 Einrichtungen waren bereits Lesepaten aktiv, 38 weitere meldeten Bedarf an. Die übrigen 20 boten Vorlesestunden durch hauptamtliches Personal an. Insgesamt wurden 117 Ehrenamtliche be- nötigt, die durch einen Presseaufruf gewonnen werden konnten. Zum Jahresende waren ca. 270 Lesepatinnen und -paten in Karlsruher Einrichtungen aktiv. Die Zusammenarbeit mit den Abteilungen Allgemeine Kultur und Stadtbibliothek des Kulturamts wurde be- züglich des Qualifi zierungsprogramms und der Planung einer Anerkennungsveranstaltung im Jahr 2009 für die Lesepatinnen und -paten fortgesetzt. Es fanden drei Schulungen zur Auswahl geeigneter Bücher und zur Stimmbildung statt. Eine neue Kooperation entstand mit dem Kinderbüro und dem Bündnis für Familie, insbesondere um das Qualifi zierungsprogramm zu erweitern. Die Kooperation mit der Stiftung Lesen mit Sitz in Köln wurde ebenfalls fortgeführt. Sie stellt kostenlos Materialien für Lesepa- ten, wie z. B. den Leitfaden „Vorlesen kinderleicht“, zur Verfügung. Es wurden außerdem fünf Treffen der Lesepatinnen und -paten zum Erfahrungsaustausch unter der Begleitung einer Bürgermentorin angeboten. Als Dank für ihr eh- renamtliches Engagement fand am 3. Dezember eine kleine Jahresabschlussfeier statt. Lesepaten nehmen an einer Führung durch das Museum Litera- tur am Oberrhein im Prinz-Max-Palais teil. 5. Interkulturelle Öffnung des bürger- schaftlichen Engagements Auf Beschluss des Forums Ehrenamt im Jahr 2007 ent- wickelte das Aktivbüro ein Konzept zur interkulturellen Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements in Koope- ration mit dem Büro für Integration und dem Internatio- nalen Begegnungszentrum sowie mit Unterstützung der Fachberatung des StädteNetzWerks bürgerschaftliches Engagement Baden-Württemberg. Die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH fördert die Maßnahme mit 1.500 Euro als kommunalen Entwicklungsbaustein. Das Konzept ist ein Beitrag zur Umsetzung der Karlsruher Leitlinien zur Integration von Zuwanderinnen und Zu- wanderern. Im Jahr 2007 wurden die Nonprofi t-Organisationen in Karlsruhe und Umgebung nach ihren bisherigen Akti- vitäten zur Integration von Menschen mit Migrations- hintergrund sowie nach ihrem Unterstützungsbedarf zur Durchführung integrativer Maßnahmen befragt. Die Vereine wünschten sich hauptsächlich die Veröffentli- chung ihres Engagements, Austauschmöglichkeiten mit anderen Vereinigungen sowie Projektunterstützung. Auf diesem Hintergrund wurde ein Workshop mit dem Titel „Bürger einer Stadt - interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engagements“ vorbereitet, um Kon- takte zwischen Vereinen, Initiativen und gemeinnützigen Organisationen herzustellen, den Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu entwickeln. Fünf Vereine und Initiativen aus den Bereichen Kultur, Sport, Zuwanderung, Frauen und Umwelt stellten sich zur Verfügung, um ihre Erfahrungen zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Vereins- aktivitäten vorzustellen. Im Vordergrund standen die Fragen: Wie gelingt es, dass Menschen mit Migrati- onshintergrund einer Vereinigung beitreten und aktiv mitarbeiten? Wie kann das gegenseitige Verständnis gefördert und die Kommunikation verbessert werden? Wie können Hemmnisse überwunden werden? Welche Unterstützung ist notwendig? Als Impulsgeberinnen für den Workshop am 6. März 2009 sagte Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des Zentrums für Angewandte Kulturwissen- schaft und Studium Generale an der Universität Karls- ruhe zum Thema „Multikulturalität - Interkulturalität? Probleme und Perspektiven der multikulturellen Gesell- schaft“ zu. Nina Bratkoff M. A., Geschäftsführerin von World Experts - Global Business Consulting, Karlsruhe, konnte zum Thema „Kulturübergreifende Kompetenz in Vereinen - Anregungen für zukünftige fruchtbare Zusammenarbeit“ gewonnen werden. JAHRESBERICHT 2008 8 6. Jugend engagiert sich - jes-Programm der Landesstiftung Die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH been- dete die Förderung der jes-Projekte (Jugend engagiert sich) zum 31. Dezember 2007. Interessierte Kommunen konnten auf Antrag für das Jahr 2008 noch Zuschüsse in Höhe von 50 % der Aufwendungen erhalten. Die Lan- desstiftung gewährte in diesem Rahmen für vier Karlsru- her jes-Projekte Zuschüsse in Gesamthöhe von 2558,75 Euro. Die Komplementärmittel übernahm das Aktivbüro aus seinem Budget. Das Programm basiert auf einem Konzept des Paritäti- schen Bildungswerks Baden-Württemberg. Es hat zum Ziel, junge Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren zu einem freiwilligen Engagement zu motivieren. Zur Planung und Umsetzung ihrer Projektideen erhalten sie kompetente Begleitung durch ausgebildete Bürger- mentoren. Für ihre Aufwendungen werden Projektmittel bereitgestellt. Ein Projekt soll mindestens 40 Stunden umfassen. Im Jahr 2008 fanden folgende jes-Projekte statt: • Flucht, Vertreibung und die neue Heimat Karlsruhe - ein Zeitzeugenprojekt mit Studierenden der Päda- gogischen Hochschule Karlsruhe unter Begleitung der Bürgermentorin Renate Braun-Schmitz; • Senioren im Internet - Schüler der Förderschule Kim- melmannschule brachten Senioren den Umgang mit dem Internet und PC bei. Die Besonderheit hier war, dass Schüler, die selbst Förderbedarf haben, zum „Lehrer“ werden. Das Projekt fand bereits zum zwei- ten Mal statt. Das Projekt begleitete der Bürgermentor Dieter Schwarz; • Neue Medien - Schülerinnen und Schüler des Goethe- Gymnasiums brachten älteren Menschen den Umgang mit Internet und PC unter Begleitung des Bürgermen- tors Oskar J. Braun bei; • Wegschauen NEIN, Hilfe rufen lernen - Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule entwickelten auf der Grundlage einer Schulung Strategien, sich gegen Angriffe in positiver Weise zu wehren. Hintergrund war ein Pressebericht über die Misshandlung eines Behinderten in der Straßenbahn, dem trotz seiner Hilferufe niemand half. Die Bürgermentorin war Ute Gsöls-Puhl. Ab 2009 führt das Aktivbüro das jes-Programm in eige- ner Regie weiter und stellt hierfür Mittel in Höhe von bis zu 2.000 Euro jährlich zur Verfügung. Bei höherem Kos- tenbedarf müssen Sponsoren akquiriert werden. 19 jes-Projekte wurden seit dem Jahr 2004 in Karlsruhe durchgeführt. Ministerpräsident Günter Oettinger zer- tifi zierte am 5. Dezember 2008 die Stadt Karlsruhe als jes-Standort. Schüler der Kimmelmannschule bringen Senioren den Umgang mit dem Internet und dem PC bei. 7. Unterstützung des unternehmeri- schen bürgerschaftlichen Engage- ments (Corporate Citizenship) Auf der Grundlage eines Gesprächs mit Vertreterinnen und Vertretern von gemeinnützig engagierten Unterneh- men und Unternehmensverbänden am 15. November 2007 zur Frage, wie das unternehmerische bürgerschaft- liche Engagement in Karlsruhe unterstützt werden kann, wurden analog zu den Richtlinien zur Anerkennung des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern Richtlinien zur Zertifi zierung von bürgerschaftlich engagierten Unternehmen entwickelt. Die Maßnahme hat das Ziel, Unternehmen für ihr gemeinnütziges Engagement öf- fentlich anzuerkennen und andere zu einem eigenen Engagement zu motivieren. Das Zertifi kat mit Wappen und Stadtsignet wird an Un- ternehmen und Unternehmensverbände verliehen, die für gemeinnützige Zwecke eine betriebliche Infrastruktur bereitstellen, logistische oder fachliche Unterstützung gewähren oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z. B. zur unentgeltlichen Mitarbeit in gemeinnützigen Ein- richtungen einsetzen. Unterstützung, die ausschließlich in Form von Geld- bzw. Sachspenden erfolgt, wird nicht zertifi ziert. Am 17. September 2008 fand die erste Zertifi zierungs- veranstaltung statt. Folgende Unternehmen und Unter- nehmensverbände wurden zertifi ziert: JAHRESBERICHT 2008 9 • Badischer Genossenschaftsverband e. V. für sein gemeinnütziges Engagement bei der Renovierung und Gestaltung des Waldheims des Caritasverbands Karls- ruhe e. V., • burger Inneneinrichtung GmbH für die Verteilung von Kalendern an Kunden gegen eine Spende für die Karlsruher Kinderklinik, für die Bereitstellung ihrer Geschäftsräume für Ausstellungen von Architekturstu- denten und für Möbelspenden an öffentliche Einrich- tungen und Vereine, • EnBW Energie Baden-Württemberg AG für ihr gemeinnütziges Engagement im Ausbildungsprojekt „Soziales Lernen“ in Kooperation mit der Arbeiter- wohlfahrt, bei der Programmierung einer Homepage für die Oberreuter Lesemäuse und für die Unterstüt- zung der Special Olympics National Summer Games 2008 durch Auszubildende, • Kreishandwerkerschaft Karlsruhe für die jährliche Durchführung des „Tags der Berufsinformation des Handwerks“ für Schülerinnen und Schüler seit dem Jahr 1989, für die Durchführung von Informations- veranstaltungen über die berufl ichen Chancen im Handwerk für Studierende an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe im Jahr 2003 und 2004 und für die Unterstützung der Stiftung Hänsel & Gretel bei der Einführung des Projekts „Notinsel“, • Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA für ihr Engagement zur Unterstützung des Fördervereins für krebskranke Kinder e. V. im Jahr 2008, für die EDV-Schulungen für Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule Grünwinkel in den Jahren 2007 und 2008, für die Unterstützung des Kinder- hauses Gummibärchen in Karlsruhe-Grünwinkel, für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Grünwinkel e. V. im Rahmen der Frühjahrsputzeten, für das Projekt „Kennenlernen zweier Welten“ in Zusammenarbeit mit der Schule für Körperbehinderte Karlsbad-Langensteinbach seit dem Jahr 1996 und für die Unterstützung der Firma Arbeit für Menschen mit Behinderungen (AfB) im Jahr 2008, • PSD Bank Karlsruhe-Neustadt eG für die Gründung der Stiftung Aufwind im Jahr 2003, für die Unterstüt- zung des Projekts „Gemeinsam Aktiv“ sowie für die Realisierung der Kindertagesstätte Aufwind in Zusam- menarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Stadt e. V. und der Stadt Karlsruhe, • Spar- und Kreditbank eG für die Unterstützung der Nebenius Realschule mit einer Multimedia-Technik, • Sparkasse Karlsruhe für die Errichtung ihrer Jugend- stiftung und ihrer Kulturstiftung sowie für die Initiie- rung und Dotierung einer Umweltstiftung, • Wirtschaftsjunioren Karlsruhe für ihr Engagement für junge Menschen und Familien insbesondere bei der Ausbildungsmesse Fun for Technik, beim Schülerwett- bewerb Wirtschaftswissen im Wettbewerb (WWW), für Bewerbungstrainings an Problemschulen, für das Training junger Existenzgründer BCheck und für die Auszeichnung familienfreundlicher Unternehmen durch den BFamiliy Award. Die Zertifi zierungen wurde unerwartet gut angenom- men. Einige Unternehmen hängen die Urkunden im Ladengeschäft auf. JAHRESBERICHT 2008 10 8. Entwicklung des Beratungs- und Ver- mittlungsangebots Das Aktivbüro vermittelt ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an Nonprofi t-Organisationen wie beispielsweise Wohlfahrtsverbände, Museen, Schulen, Kindertages- stätten, Vereine und Selbsthilfegruppen. Diese veröffent- lichen ihre Angebote an freiwilligen Tätigkeiten in der Online-Freiwilligenagentur. Durch persönliche Beratung kamen ca. 73 % der Ver- mittlungen zustande, die übrigen durch die Online-Frei- willigenagentur. 67 % der Interessenten waren weiblich, 33 % männlich. Es engagierten sich 4 % mehr Männer als im Vorjahr. Rund 11 % der Vermittelten hatten Mig- rationshintergrund. 30 % der Freiwilligen wurden durch Veröffentlichungen in der Presse, 17 % durch persönliche Empfehlungen und jeweils 13 % durch den Hinweis einer Fachstelle bzw. durch das Internet auf das Aktivbüro aufmerksam. 11 % kamen zufällig am Aktivbüro vorbei. 10 % lasen die Informationsbroschüre „Mach mit! Wege zum bür- gerschaftlichen Engagement“. 6 % der Interessenten hatten den Vermittlungsdienst schon früher in Anspruch genommen. Etwa ein Fünftel der Interessenten an einer ehrenamt- lichen Tätigkeit war arbeitsuchend. Auch wandten sich häufi g Seniorinnen und Senioren auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit zur Aufbesserung ihrer Rente an das Aktivbüro, die jedoch durch eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht möglich ist. Wie im Jahr 2007 war das Interesse an einer freiwilli- gen Tätigkeit im Bereich „Kinder und Jugendliche“ am größten und wuchs sogar um 3 %. An zweiter Stelle stand mit einer Zunahme von 4 % nach wie vor der Be- reich „Ältere Menschen“. Eine um 6 % deutlich höhere Engagementbereitschaft als im Vorjahr war im Bereich „Kranke, Behinderte, Menschen in Not“ zu verzeichnen, der vom vierten auf den dritten Rang stieg. Ein um 4 % höheres Interesse zeigten auch die Engagierten im Tä- tigkeitsfeld „Kultur/Bildung“, das nun an vierter Stelle (Vorjahr: Rang 6) steht. Rückläufi g war die Engagement- bereitschaft hingegen in den Bereichen „International, Migranten“ um 4 %, „Natur, Umwelt, Tiere“ um 2 %, „Büro, Verwaltung, EDV“ um 2 %, „Handwerk, Kreativ, Hauswirtschaft“ um 2 % und „Sport“ um 1 %. Das Aktivbüro unterstützte darüber hinaus folgende Ak- tivitäten, für die ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht wurden: • die Special Olympic National Games, • den 45. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ des Landesmusikrats Baden-Württemberg e. V. vom 7. bis 9. März, • den Aktionstag „Menschen mit Behinderungen“ der Sozial- und Jugendbehörde am 2. Mai, • das Europafest des Amtes für Stadtentwicklung am 9. Mai, • das Fest der Begegnung am 6. Juli im Pfl egeheim Anna-Walch-Haus, • die Baucamps des Internationalen Bauordens. 108 325 528 596 626 581 618 0 100 200 300 400 500 600 700 2002200320042005200620072008 Entwicklung des Vermittlungs- und Beratungsangebots Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Aktivbüro JAHRESBERICHT 2008 11 Nutzer der Freiwilligenvermittlung nach Altersgruppen 43% 14% 27% 16% 16% 14% 48% 22% 0% 10% 20% 30% 40% 50% über 18 bis 30über 30 bis 45über 45 bis 6565 und älter Altersgruppen 2007 2008 Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Aktivbüro 0510152025 Sport Öffentlichkeitsarbeit, Projekte, Veranstaltungen Handwerk / Kreativ / Hauswirtschaft Büro, Verwaltung, EDV Natur, Umwelt, Tiere International, Migranten Kultur, Bildung Kranke, Behinderte, Menschen in Not Ältere Menschen Kinder, Jugendliche Prozent 2008 2007 Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Aktivbüro Interesse an freiwilligen Tätigkeiten nach Engagementsbereichen JAHRESBERICHT 2008 12 9. Forum Ehrenamt In seiner zehnten Sitzung am 27. Februar 2008 befasste sich das Forum Ehrenamt mit dem Thema „Jugenden- gagement auf der Grundlage der Sinus-Milieustudie“. Hierzu referierte Dr. Silke Kleinhückelkotten, ECO- LOG-Institut Hannover. Hans-Dieter Herbst, Stadtju- gendausschuss e. V. Karlsruhe, stellte den Karlsruher Jugendwettbewerb „Mensch, gut gemacht!“ vor. Das Forum Ehrenamt beschloss die Umsetzung des Konzepts Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Engage- ments auf der Grundlage des Befragungsergebnisses hierzu unter den Nonprofi t-Organisationen in Karlsruhe (siehe Ziff. 6) und befürwortete die Jahresplanung 2008 des Aktivbüros. In seiner elften Sitzung am 12. November 2008 be- fürwortete das Forum Ehrenamt die Übernahme des jes-Programms (Jugend engagiert sich) von der Lan- desstiftung Baden-Württemberg gGmbH (siehe Ziff. 8) sowie die Zertifi zierungsrichtlinien für unternehme- risches bürgerschaftliches Engagement (siehe Ziff. 7). Die Vorlage zur Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement in der Gemeinderatssitzung vom 23. Sep- tember 2008 wurde vorgestellt und über den Stand des Projekts „Interkulturelle Öffnung des Bürgerschaftlichen Engagements“ informiert. 10. Mentorenausbildung Die Ausbildung zum Bürgermentoren basiert wie das jes- Programm ebenfalls auf einem Konzept des Paritätischen Bildungswerk Baden-Württemberg. Es richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, die z. B. jes-Projekte begleiten, ihre Erfahrungen im Ehrenamt an andere weitergeben, Projekte initiieren oder sich für ihr bisheriges Engagement z. B. als Projektleitung weiterqualifi zieren möchten. Der Kurs umfasst ca. 30 Stunden. Er beinhaltet u. a. die The- men Motivation zum bürgerschaftlichen Engagement, Kommunikation, Netzwerkbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement. Die Landesstiftung fördert die Kurse mit jeweils 1.500 Euro. Im Jahr 2008 wurden 17 Bürgermentorinnen und -men- toren ausgebildet, darunter zwei mit Migrationshinter- grund. Die Zertifi zierung fand im Rahmen der Meile des Engagements am 5. Juli 2008 auf der Bühne am Marktplatz statt. In den Jahren 2002 bis 2005 absolvierten 69 Engagier- te in vier Mentorenkursen die Ausbildung, von denen 2008 noch 42 aktiv waren. Die Gründe, die Tätigkeit zu beenden, waren gesundheitliche bzw. altersbedingte Einschränkungen und berufl iche bzw. persönliche Ver- änderungen. Die Ausbildung führt ein Tandem mit einem haupt- und einem ehrenamtlichen Mentorentrainer durch. Dr. Jean- Louis Zambujo ist Dipl. Psychologe, Doktor der Human- biologie und französischer Staatsbürger. Ursula Rossbach ist Mitbegründerin des Sonntagscafés im Internationa- len Begegnungszentrum, Initiatorin des Arbeitskreises „Aktives Alter“ und Mitglied im Forum Ehrenamt. Frau Rossbach legte 2008 ihre langjährige Tätigkeit als Men- torentrainerin nieder. Als Nachfolgerinnen absolvierten die Bürgermentorinnen Gabriele Becker und Elvira Jung die Ausbildung zum Mentorentrainer des Paritätischen Bildungswerk Baden-Württemberg. Frau Becker ist In- itiatorin der Selbsthilfegruppe Blickpunkt, Mitglied im Forum Ehrenamt sowie im Behindertenbeirat und führte mehrere jes-Projekte durch. Frau Jung ist u. a. ehrenamt- liche Leiterin der öffentlichen Bücherei der evangelischen Luthergemeinde in der Oststadt. Sie engagiert sich beim Arbeitskreis Familie und Handicap des Bündnisses für Familie und in einem Karlsruher Sportverein. 11. Interviewserie „Ich habe Zeit für an- dere“ in der StadtZeitung Die Interviewserie „Ich habe Zeit für Andere“ in der StadtZeitung stellt Freiwillige aus verschiedenen Engage- mentfeldern wie z. B. „Kultur“, „Sport“, „Umwelt und Natur“, „Soziales“ vor. Ziel ist es, Beispiele für ehrenamt- liche Tätigkeiten zu veröffentlichen und damit Bürgerin- nen und Bürger zu einem Engagement zu motivieren. Für die Engagierten bedeuten die Veröffentlichungen im Mitteilungsorgan der Stadt Karlsruhe eine öffentliche Anerkennung. Die Organisationen, bei denen die Inter- viewten aktiv sind, gewannen auf diesem Weg freiwillige Helferinnen und Helfer. JAHRESBERICHT 2008 13 Veröffentlichungen: Januar 2008 Projekt „Findelkind“/ Babyklappe unter Trägerschaft der Hardstiftung und des Diakonischen Werks der evangelischen Kirchenbezirke im Landkreis: Neuem Leben eine Zukunft geben. März 2008 Fußball-AG der Alb-Schule Karlsruhe trainiert für die Special Olympics National Games: Flankenläufe für das große Spiel. Mai 2008 Seniorenorchester Karlsruhe e. V.: Mit Musik Freude schenken. Juli 2008 Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e. V.: Doppelter Austausch der Kulturen (siehe Anlage 2, Pressespiegel). Juli 2008 Lesepatin an der Pestalozzischule: Lesen als Vergnü- gen. September 2008 Anglerverein Karlsruhe e. V.: Einsatz für Natur und Umwelt. November 2008 Lebensretter beim Arbeiter-Samariter-Bund Karlsruhe: Jeden Tag kann alles passieren. November 2008 Internationaler Frauenclub Karlsruhe e. V. - Pfennigba- sar: Stets die Menschen im Blick. 12. 4. Südwestdeutsches Fundraising- Forum Seit dem Jahr 2005 besteht mit der Evangelischen Lan- deskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie und der Fundraising Akademie eine Kooperation zur Durchführung des Südwestdeut- schen Fundraisingforums für haupt- und ehrenamtliche Fundraiser. Die Veranstaltung beinhaltete ein ganztägiges Kompakt- seminar zur Einführung in das Fundraising sowie Vor- träge zur erfolgreichen Einbindung Ehrenamtlicher bei Fundraising-Aktivitäten, zum Aufbau von Fundraising an Schulen, Spenderbindung u. v. m. An der vierten Veranstaltung am 16. Juni 2008 in Bad Herrenalb nahmen 135 Teilnehmer aus Baden-Württem- berg teil. Davon kam etwa ein Viertel aus Karlsruhe und dem nahen Umkreis. 13. Auszeichnungen und Nominierungen für ehrenamtliches Engagement Das Aktivbüro informierte in der Presse, im Internet und individuell über aktuelle Wettbewerbe, die sich an bürgerschaftlich Engagierte richteten. Es schlug geeig- nete Initiativen vor, unterstützte die Interessenten bei der Erstellung der Bewerbungen und leitete diese an die Initiatoren weiter. Beim Landeswettbewerb „Echt gut – Ehrenamt in Ba- den-Württemberg“ wurden sechs Karlsruher Aktivitäten als Preisträger nominiert. • Emilia Schmackow gründete eine integrative Thea- tergruppe. Die Aufführungen erfolgen in deutscher, englischer und russischer Sprache. • Dr. Martin Hoffmann gründete in Karlsruhe und in seinem Geburtsort Oederan Museen für Menschen- rechte. • Erdal Aslan betreut Migrantinnen und Migranten und engagiert sich in der Nachbarschaftshilfe. • Beim Projekt „Azubis helfen Schülern ohne Lehrver- trag“: unterstützten Jugendliche 20 Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Erhard-Handelsschule, die keine Lehrstelle gefunden hatten. Sie entwickelten ein Werbekonzept, um Firmen zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu gewinnen. • Beim jes-Projekt „Barrierefreie Internetseite“ erstellten 2007 zwölf Schülerinnen und Schüler des Bismarck- und Heisenberg-Gymnasiums für die Selbsthilfegrup- pe „Blickpunkt für Blinde, Sehbehinderte und deren Freunde“ eine barrierefreie Internetseite, welche die Belange der sehbehinderten Menschen berücksichtigt und ihnen den Zugang zu Informationen erleichtert. • jes-Projekt „Senioren im Internet“ (siehe Ziff. 7). Bei lokalen Wettbewerben wurden prämiert: • jes-Projekt „Barrierefreie Internetseite“ beim Wettbe- werb „Mensch, gut gemacht!“ des Stadtjugendaus- schusses e. V. Karlsruhe, • die Studenteninitiative für Kinder e. V. – Ortsgruppe Karlsruhe – mit dem Kinderfreundlichkeitspreis des Karls ruher Bündnisses für Familie und JAHRESBERICHT 2008 14 • die Hausaufgabenbetreuung des Internationalen Bun- des mit dem Kinderfreundlichkeitspreis. Fünf Bürgerinnen und Bürger erhielten das Zertifi kat der Stadt Karlsruhe für herausragendes ehrenamtliches Engagement: • Frau Marie Goumenis u. a. für ihr Engagement für ihre Mitgliedschaft im Ausländerbeirat seit 1987 und im Forum Ehrenamt seit 2002, • Herr Karl Dienemann für sein vielfältiges Engagement in der Turngemeinde Aue 1895 e. V. über 24 Jahre, • Herr Claus Schwartz für seine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Durlacher Harmonikavereinigung 1931/52 e. V. von 1960 bis 1999, • Herr Günter Pfl ug u. a. für sein Engagement seit ca. 40 Jahren beim Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure (VDEI), bei der Briefmarkensammler-Gemeinschaft Karlsruhe und im Verein der Freunde der Hochschule Karlsruhe, Technik und Wirtschaft und • Herr Paul Schwingen u. a. für seine 40-jährige Tätigkeit als Hauptkassier beim Bürgerverein Grünwinkel e. V. Folgende Personen wurden auf Vorschlag des Aktivbüros an das Hauptamt für ihre politischen, wirtschaftlich-so- zialen und geistigen Leistungen sowie für besondere Verdienste, z. B. auch aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet: • Martha Hofmann für ihr ehrenamtliches Engagement beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), • Ruth Buchenau für ihr ehrenamtliches Engagement in der Krankenhaushilfe im Städtischen Klinikum Karls- ruhe und • Angelika von Loeper für ihr ehrenamtliches Engage- ment in der Flüchtlingsarbeit. 14. Broschüre zum Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen En- gagements Am 1. September 2007 beschloss der Bundesrat das „Neue Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftli- chen Engagements. Das Gesetz beinhaltet Verbesserun- gen für gemeinnützige Körperschaften und Stiftungen, wie die Erhöhung der Übungsleiterpauschale, den erleichterten Spendennachweis, steuerfreie Einkünfte für Ehrenamtliche u. a. Das Gesetz ist kein eigenstän- diges Regelwerk sondern ändert einzelne Paragrafen und Artikel anderer Gesetze und ist dadurch schwer verständlich. In Zusammenarbeit mit dem Finanzamt Karlsruhe-Stadt fasste das Aktivbüro die Neuerungen in lesbarer Form zusammen und erstellte eine 13-seitige Broschüre, die an die Karlsruher Nonprofi t-Organisationen versandt und als Download im Internet zur Verfügung gestellt wurde. Anfragen nach der Broschüre kamen auch von anderen Kommunen und Ministerien. 15. Aktionstag der ARD-Themenwoche am 19. April In Zusammenarbeit mit dem Presse- und Informations- amt, dem Hardtwaldzentrum und dem Südwestrundfunk Karlsruhe organisierte das Aktivbüro zum 19. April in der Nordstadt einen Beitrag zum Aktionstag im Rahmen der ARD-Themenwoche vom 20. bis 26. April unter dem Motto „Mehr Zeit zu leben - Generationen gestalten die Zukunft gemeinsam“. 13 Einrichtungen präsentierten ihre Projekte für neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, wie z. B. Wohnpartnerschaften zwi- schen Senioren und Studenten, Mehrgenerationenwoh- nen oder Lesepatenschaften für ein Kinderhaus. Zentraler Bestandteil der Veranstaltung war ein Podiums- gespräch zu diesem Thema, an dem Oberbürgermeister Heinz Fenrich, die Leiterin des Hardtwaldtzentrums, ein Vertreter der Volkswohnung GmbH, zwei Bürgermen- torinnen, ein jes-Teilnehmer und eine Vertreterin einer kirchlichen Einrichtung teilnahmen. Der SWR berichtete live in seinen Programmen. Karlsruhe beteiligte sich als eine von 80 Städten bundesweit am Auftakt zur The- menwoche, die auch der Deutsche Städtetag unterstützt hatte. 16. Ausblick 2009/2010 • Die sechste Meile des Engagements ist am 17. Juli 2010 vorgesehen. • Das Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche 2009 wird durch weitere Angebote insbesondere in den Be- reichen Kommunikation und Führung sowie Finanzen und Recht erweitert. JAHRESBERICHT 2008 15 • Für Lesepatinnen und Lesepaten erscheint ein eige- nes Fortbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, dem Kinderbüro und dem Bündnis für Familie, das vor allem auf pädagogische Themen ausgerichtet ist. • Am 14. Januar 2009 ist eine Dankeschön-Veranstal- tung für die ehrenamtlichen Lesepatinnen und Lese- paten vorgesehen. • Im Rahmen des kommunalen Entwicklungsbausteins „Interkulturelle Öffnung des bürgerschaftlichen Enga- gements“ ist am 6. März 2009 ein Workshop für Non- profi t-Organisationen vorgesehen, um Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Migrationshinter- grund zu entwickeln. • Die Zertifi zierung von engagierten Unternehmen wird etabliert. • Auf Grund der steigenden Nachfrage nach der Ausbil- dung zum Bürgermentoren fi ndet auch im Jahr 2009 ein Kurs statt. • Das Aktivbüro übernimmt für das Jahr 2009 die Ko- ordination des Oststadtforums um festzustellen, ob hieraus ein Bürgerzentrum im Sinne des Masterplans entwickelt werden kann. JAHRESBERICHT 2008 16 Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche Ausbildungsgang Kommunikation und Führung Sa., 21. Juni Rhetorik Sa., 19. Juli Grundkurs Moderation Sa., 18. Oktober Projekte, Aktionen und Veranstaltungen planen und durchführen Sa., 8. November Vereinsrecht, Haftungsrecht, Vertragsrecht Sa., 29. November Konfl iktmanagement Ausbildungsgang Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sa., 1. März Pressearbeit Mi., 12. März Presse im Gespräch Sa., 26. April Tipps zur Gestaltung von Flyern und Plakaten Sa., 5. Juni Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen mit einfachsten Mitteln Sa., 11. Oktober Die eigene Homepage erstellen Mo., 3. November Radioworkshop Ausbildungsgang Finanzen und Recht Mo., 21. April Besuch im Finanzamt Mi., 7. Mai Steuerrecht für Vereine Sa., 13. September Wirtschaftliche Vereinsführung Ausbildungsgang Fundraising Sa., 5. April Werkzeuge zum Spendensammeln Sa., 31. Mai Event(le)management Sa., 28. Juni Spendenbrief schreiben Indiviuelle Termine Fundraising-Werkstatt Zusatzangebote So., 22. Juni Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen mit einfachsten Mitteln Anlage 1: Veranstaltungen 2008 im Überblick JAHRESBERICHT 2008 17 Sa., 13. September Tipps zur Gestaltung von Flyern und Plakaten Sa., 27. September Wirtschaftliche Vereinsführung Sa., 27. September Seminar für Schriftführer Sa., 11. Oktober Verhandlungsführung Sa., 18. Oktober Aufbauseminar Pressearbeit Sa., 24. November Konfl iktmanagement Veranstaltungen für Lesepaten Mi., 05. März Lesepaten-Forum Mo., 10. März Einführung in die Gestaltung von Vorlesesituationen und altersgerechte Buchauswahl für Grundschulkinder in Kooperation mit dem Kulturamt, Stadtbibliothek Mo., 07. April Einführung in die Gestaltung von Vorlesesituationen und altersgerechte Buchauswahl für Kindergartenkinder in Kooperation mit dem Kulturamt, Stadtbibliothek Mi., 07. Mai Lesepaten-Forum Mi., 02. Juli Lesepaten-Forum Mi., 01. Oktober Führung durch das Museum Literatur am Oberrhein Mi., 15. Oktober Stimmbildung für Lesepatinnen und Lesepaten in Kooperation mit dem Kulturamt, Allgemeine Kultur Mi., 03. Dezember Jahresabschluss-Treffen Sonstige Veranstaltungen Sa., 19. April Aktionstag der ARD-Themenwoche zum Thema „Mehr Zeit zu leben - Generationen gestalten die Zukunft gemeinsam“ in Kooperation mit dem Presse- und Informationsamt und dem Südwestrundfunk. Mo., 16. Juni 4. Südwestdeutsches Fundraising-Forum in Kooperation mit der Evangelischen Landeskirche in Baden, dem Diakonischen Werk Baden, der Evangelischen Akademie und der Fundraising Akademie Di., 8. Juli Fundraising für Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums JAHRESBERICHT 2008 18 Badische Neueste Nachrichten, 21. April 2008 Anlage 2: Pressespiegel JAHRESBERICHT 2008 19 StadtZeitung, 4. Juli 2008 JAHRESBERICHT 2008 20 Badische Neueste Nachrichten, 7. Juli 2008 JAHRESBERICHT 2008 21 JAHRESBERICHT 2008 22 Badische Neueste Nachrichten, 24. September 2008 JAHRESBERICHT 2008 23 StadtZeitung, 21. November 2008 JAHRESBERICHT 2008 24