Sanierung der ehemaligen chemischen Reinigung Roth auf dem Grundstück „An der Stadtmauer 10“ Vorstellung der Maßnahme und Information des Ortschaftsrates

Vorlage: 22890
Art: Beschlussvorlage
Datum: 06.07.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Ortschaftsrat Durlach

    Datum: 15.07.2009

    TOP: 3

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP3
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Stadtamt Durlach Gremium: Ortschaftsrat Durlach Termin: Vorlage Nr.: TOP: 15.07.2009 TOP 3 öffentlich Sanierung der ehemaligen chemischen Reinigung Roth auf dem Grundstück „An der Stadtmauer 10“ Vorstellung der Maßnahme und Information des Ortschaftsrates Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Ältestenrat Ausschuss für Planung, Bauwesen und Umwelt Kulturbeirat Antrag an den Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat soll über das geplante Verfahren sowie die Auswirkungen und zu erwartenden Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung des Geländes informiert werden. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch: Städtischen Haushalt Investitionspauschale Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das Grundstück des ehemaligenSchlachthauses von Durlach (An der Stadtmauer 10) wurde zwischen 1946 und 1973 als Standort für eine Chemische Reinigung genutzt. Der Einsatz von Chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) ist ab Mitte der 50er Jahre aktenkundig. 1979 wurde ein CKW-Schaden im Grundwasser entdeckt. Nach der Umsetzung verschiede- ner Sofortmaßnahmen wurde das Grundstück Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre in die systematische Altlastenbearbeitung aufgenommen. Im Zuge der technischen Untersuchungen wurden Boden-, Bodenluft- und Grundwasserun- tersuchungen durchgeführt. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand verläuft die vom Grundstück ausgehende CKW-Fahne in west- südwestlicher Richtung und weist eine Länge von über 100 m auf. Im Schadensze- ntrum wurden maximale CKW-Konzentrationen von 20.000 μg/l bis 60.000 μg/l nachgewie- sen. In der Bodenluft lagen die Gehalte maximal bei 1.700 mg/m³. Bodenuntersuchungen ergaben CKW-Konzentrationen von bis zu 3,8 g/kg. Aufgrund ökonomischer und finanzieller Vorteile (finanzieller Aufwand ca. 0,6 Mio. Euro (net- to), Dauer ca. 15 Monate) beschloss die Altlastenbewertungskommission 2006 das innovati- ve Sanierungsverfahren der „Dampf-Luft-Injektion“ auf dem Standort anzuwenden. Das Verfahren der Dampf-Luft-Injektion basiert auf dem Prinzip, die leichtflüchtigen Schad- stoffe durch Erwärmung aus dem Untergrund zu mobilisieren. Dies geschieht durch Injektion eines Dampf-Luft-Gemisches ins Grundwasser unterhalb des Schadenszentrums. Die Schadstoffe werden infolge der Erwärmung verdampft und mit dem Luftstrom ausgetra- gen. Die Entfernung der gasförmigen Schadstoffe aus der ungesättigten Bodenzone (nicht von Grundwasser durchströmte Schicht) erfolgt über eine gleichzeitig betriebene Bodenluft- absaugung. Durch den Betrieb einer Grundwasserhaltung werden wassergelöste Schadstof- fe entnommen und ein weiteres Abströmen von Schadstoffen verhindert. Der Betrieb einer Raumluftüberwachung in Kombination mit einer optionalen Belüftungsan- lage sichert die Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Derzeit wird die Gesamtdauer für die Sanierung auf ca. 15 Monaten geschätzt. Die eigentli- che DL-Injektion soll über 6 Monate betrieben werden. Die Abkühlphase liegt bei ca. 6 – 8 Wochen. Die Anlagenlaufzeit soll 8 Monate betragen. Die Restzeiten sind für Bohrarbeiten, Vorbereitung des Sanierungsfeldes, Anlagenauf- und – abbau, sowie Wiederherstellen des Sanierungsfeldes in den ursprünglichen Zustand anzusetzen. Mit den vorbereitenden Maßnahmen (Bohrarbeiten, Aufstellen der Sanierungsanlage) soll im September 2009 begonnen werden.