Antrag CDU: Berufsorientierung an Schulen
| Vorlage: | 22775 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 15.06.2009 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Neureut |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadträtin Marianne Krug (CDU) Stadträtin Christiane Staab (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 18. Mai 2009 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 64. Plenarsitzung Gemeinderat 23.06.2009 1780 17 öffentlich Berufsorientierung an Schulen Die Stadtverwaltung wird aufgefordert zu prüfen, ob und wie ein Modell vergleichbar mit dem Konzept der ausgezeichneten Schule in Neustadt am Rübenberge in Karlsruhe umgesetzt werden kann. Bundespräsident Horst Köhler hat kürzlich die Gewinner des Wettbewerbs „Starke Schulen. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ ausgezeichnet. Den ersten Preis erhielt eine Schule in Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen. Diese Schule wurde für ihr differenziertes Konzept zur Berufsorientierung belohnt. Die Schule bildet ihre Schüler gemeinsam mit der Berufsbildenden Schule Neustadt aus. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge neun und zehn erhalten eine fundierte und systematisierte fachpraktische Ausbildung, denn sie können an zwei Tagen pro Woche am Unterricht in einem selbst gewählten Berufsfeld teilnehmen. Nach dem Abschluss stellen die Schulen gemeinsam Zeugnisse aus, die insbesondere auch die Anteile der beruflichen Qualifikation ausweisen. Schüler der Hauptschulklassen können sich in verschiedenen Fachbereichen qualifizieren, um so eine Berufsgrundbildung zu erlangen; Schüler des Realschulzweigs können eine Grundbildung in bestimmten Fächern erlangen, die mit dem ersten Ausbildungsjahr vergleichbar ist. Durch diese Parallelbeschulung und das anwendungsrelevante Lernen ist die Motivation der Schülerinnen und Schüler deutlich gestiegen. Zugleich hat sich die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis erheblich erhöht (von ca. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ 14% auf fast 70%). Zur Anwendung kommen darüber hinaus Streitschlichterkonzepte und es werden klare Regeln aufgestellt. Durch eine enge Einbindung der Eltern wird die Identifikation mit der Schule gestärkt. Die CDU-Fraktion ist der Ansicht, dass die Einführung eines vergleichbaren Konzepts für Karlsruhe geprüft werden sollte. Die enge Verknüpfung von schulischer und beruflicher Ausbildung halten wir für sehr sinnvoll. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben wird dadurch erleichtert. Gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Überlegungen zur Werkrealschule könnte ein solches Modell eine wichtige Ergänzung sein. Die Handwerkskammer sollte in die entsprechenden Überlegungen einbezogen werden. unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Marianne Krug Christiane Staab Hauptamt - Sitzungsdienste - 12. Juni 2009
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 18.05.2009 eingegangen: 19.05.2009 Gremium: 64. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 23.06.2009 1780 17 öffentlich Dez. 3 Berufsorientierung an Schulen - Kurzfassung - Der Gesetzentwurf zur neuen Werkrealschule und zur Hauptschulweiterentwicklung in Ba- den-Württemberg setzt an der Berufsorientierung an. Die Entwicklungen werden auch beim Schulentwicklungsplan der Stadt Karlsruhe, der derzeit mit dem Schwerpunkt „Hauptschu- len“ erstellt wird, berücksichtigt. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Kooperative Gesamtschule Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen wurde im Rah- men des Wettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsrei- fe führen“ mit dem 1. Platz – Bundessieger – ausgezeichnet. Das zukunftsweisende Konzept sieht für die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Übergang in das Berufsleben Besuche am elterlichen Arbeitsplatz in Klasse 5 vor, Be- triebsbesichtigungen in Klasse 7 und 8, Praktika in Klasse 8 und 9 sowie ergänzend Schü- lerfirmen in den Bereichen IT und Tourismus. Im ersten Jahr nach dem Abschluss halten die Klassenlehrer Kontakt zu den Ehemaligen und überprüfen den erfolgreichen Verlauf der Ausbildungsverhältnisse. Im Hauptschulzweig erhalten die Schüler der Klassen 9 und 10 an zwei bis drei Tagen pro Woche Unterricht (Fachtheorie und Fachpraxis) an der Berufsbil- denden Schule in einem von vier zur Wahl stehenden Berufsfeldern. Abschlussprüfungen in Abstimmung mit der Handwerkskammer und ein Zertifikat über die berufspraktische Ausbil- dung runden das Konzept ab. Die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis bei den Hauptschülern hat sich auf 70 % erhöht. An Karlsruher Schulen gibt es bereits ähnliche Kooperationen, z. B. Schule am Turmberg und Lidellschule mit der Gewerbeschule Durlach. Hier findet für die Schüler der Klassen 8/9 der Schule am Turmberg und der Lidellschule an einem Tag in der Woche praxisbezogener Unterricht an der Gewerbeschule Durlach statt. Auch das Konzept der Akademie des Hand- werks, die in Kooperation mit der Südschule Neureut und Nordschule Neureut zum neuen Schuljahr an den Start gehen soll, setzt auf die enge Zusammenarbeit der Hauptschulen mit den Berufsfachschulen und den Handwerksbetrieben. Der Gesetzentwurf zur neuen Werkrealschule und zur Hauptschulweiterentwicklung in Ba- den-Württemberg setzt ebenfalls an der Berufsorientierung an. Kernelement des pädagogi- schen Konzepts ist die enge und systematische Kooperation der künftigen Werkrealschulen mit den zweijährigen Berufsfachschulen in Klasse 10. Hier soll eine erste berufliche Grund- bildung vermittelt und der Übergang in das duale System besser vorbereitet werden. In Klasse 10 findet der Unterricht sowohl an der Werkrealschule als auch an der beruflichen Schule statt. Je nach Gegebenheiten stehen den Schülern alle eingerichteten Profile der zweijährigen Berufsfachschulen zur Verfügung. Um auf die Anforderungen in Klasse 10 vor- zubereiten, werden in den Klassen 8 und 9 zweistündige Wahlpflichtfächer, angepasst an die Lernbereiche der Berufsfachschulen, eingeführt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Diese Entwicklungen werden auch beim Schulentwicklungsplan der Stadt Karlsruhe, der derzeit mit dem Schwerpunkt „Hauptschulen“ von einer Firma erstellt wird, berücksichtigt. Erste Zwischenergebnisse wurden begleitend in der AG Hauptschulen diskutiert. Mit der Fertigstellung des Schulentwicklungsplans ist im Juli/August 2009 zu rechnen. Danach ist die Vorstellung der Konzeption und Diskussion über mögliche Entwicklungen im Schulbeirat vorgesehen. Alle Beteiligten und Kooperationspartner, wie z. B. die Handwerkskammer, werden in den weiteren Prozess eingebunden.