Bericht zum Sachstand der Umsetzung des Bildungsplans an den Neureuter Kindergärten

Vorlage: 21697
Art: Beschlussvorlage
Datum: 26.01.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Neureut

Beratungen

  • Ortschaftsrat Neureut

    Datum: 28.01.2009

    TOP: 2

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • DV TOP 2 ö
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zur Anfrage des Neureuter Ortschaftsrates vom: 04.11.2008 eingegangen: Gremium: Ortschaftsrat Neureut Termin: Vorlage Nr.: TOP: 28.01.2009 2 öffentlich Bericht zum Sachstand der Umsetzung des Bildungsplans an den Neureuter Kindergärten In seiner Sitzung am 04.11.2008 wünschten die Neureuter Ortschaftsrätinnen und Ort- schaftsräte Erhebungen zum Stand der Sprachförderung und der Umsetzung des Bil- dungsplanes an den Neureuter Kindergärten. In einem Schreiben des Ortsvorstehers an die Kindergartenleitungen wurden diese darum gebeten, der Ortsverwaltung Informationen zu o. g. Punkten und deren Umsetzung in der jeweiligen Einrichtung zukommen zu lassen. In einer Konkretisierung, wurden sieben Fragen zur Umsetzung des Orientierungsplanes gestellt: 1. Haben Sie den Orientierungsplan Baden-Württemberg erprobt/angewendet? 2. Wie sind Ihre Erfahrungen damit? 3. Sind daraus Änderungen in Ihrem Kindergarten-Profil entstanden? 4. Haben Sie ein Leitbild in Ihrem Kindergarten? 5. Was tun Sie in Ihrer Einrichtung konkret um die „Erziehungspartnerschaft“ mit den Eltern zu verbessern? 6. Welche konkreten Maßnahmen werden für die Sprachförderung ergriffen? 7. Gibt es spezielle Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund? Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die überwiegende Zahl der Erzieher- Innen in den letzten zwei Jahren Fortbildungsveranstaltungen zum Thema besucht haben. 2009 folgen die letzten Veranstaltungen. Da das Kindergartenalter eine der lern- intensivsten Zeiten im menschlichen Dasein darstellt, ist die Bildungsarbeit der Kinder- gärten im täglichen Umgang mit den Kindern eine zentrale Aufgabe. Dabei wird u.a. die Sprachförderung der Kinder vorwiegend im täglichen Programm spielerisch praktiziert. Für die Kinder mit besonderem Förderungsbedarf wird mit dem Projekt “Schulreifes Kind“ eine zusätzliche Förderung im letzten Kindergartenjahr angeboten. Mit dem Orientierungsplan werden die Kindergärten als Ort frühkindlicher Bildung beson- ders gestärkt. Er bietet Impulse zur pädagogischen Begleitung kindlicher Entwicklung im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Im Orientierungsplan werden frühkindliche Prozes- se aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Dabei werden die grundlegenden Motivati- onen von Kindern beachtet und der Fokus auf maßgebliche Bildungs- und Entwicklungs- felder unter besonderer Berücksichtigung der Sprachentwicklung und Schulfähigkeit ge- richtet. Die Einrichtungen stoßen bei der Umsetzung des Bildungsplanes jedoch häufig an Ihre personellen Grenzen. Seite 2 Antworten einzelner Einrichtungen, die sich an der Abfrage beteiligt haben: Evangelischer Kindergarten Kirchfeldstraße 100 Frage 1 Die sechs Bildungs- und Entwicklungsfelder des Orientierungsplanes Ba-Wü fließen in unsere tägli- che Arbeit ein. Darüber hinaus vertiefen wir sie durch verschiedene Projekte, z.B. Experimentieren und Forschen, Werken mit Holz, Musik, Verkehrserziehung. In diese Projekte werden auch die Eltern mit einbezogen, z.B. Vätersamstag / Müttersamstag, ein Kindergartenvater (Polizist) kommt mit dem Streifenwagen in den Kindergarten. Dieses Jahr steht das Entwicklungsfeld Körper im Mittelpunkt. Verbindliche Elterngespräche finden zweimal im Jahr statt. Frage 2 Wir stoßen oft an unsere Grenzen, denn der Orientierungsplan berücksichtigt einige Rahmenbedin- gungen nicht. So müssen dringend die personellen Rahmenbedingungen ausgebaut werden. Das heißt: kleinere Gruppen, zwei Fachkräfte in den Hauptbetreuungszeiten, Freistellung der Leiterin für Leitungsaufgaben, Vertretungskräfte für Fortbildungs- und Krankheitszeiten. Frage 3 Wir arbeiten und verstehen uns schon immer als Evang. Kindertageseinrichtung und orientieren uns an den Zielen und Eckpunkten für Evang. Tageseinrichtungen, welche sind: Fachliche Qualität, eine offene und freundliche Beziehung, das Angebot einer christlichen Lebensorientierung, die Begeg- nung mit anderen Religionen, Solidarität mit den schwachen und das Zusammenleben mit der Evang. Gemeinde. Frage 4 unser Leitbild: "Jeder Mensch hat Gaben und Begabungen." Sie zu fördern und zur Entfaltung zu bringen ist Aufgabe aller Bildung. Kinder sollen sich bei uns angenommen fühlen, Zuwendung und Aufmerksamkeit erfahren. Frage 5 Eltern werden in den Kindergarten-Alltag einbezogen. An "Schnuppertagen" begleiten sie ihr Kind durch den Kindergartentag, wir laden sie ein, an einer Turnstunde teilzunehmen, wir veranstalten Elternabende zu erziehungspraktischen Themen, wir bieten regelmäßig Elterngespräche an, wir informieren in Elternbriefen über unsere Arbeit, wir laden ein zu Väer- und Müttersamstagen. Eltern arbeiten aktiv mit, z.B. in einer wöchentlich stattfindenden Singrunde, Vorlesestunde, zusätzlichen Bastelangeboten, Begleitung bei Ausflügen, zum Beispiel zum Markt, ins Museum, Theater, Mithilfe beim Backen, Kochen usw. Frage 6 Förderung in Kleingruppen einmal wöchentlich durch eine ehrenamtlich tätige ehemalige Kindergar- tenoma. Jeden Tag singen, Fingerspiel, Reime, Geschichten, Bilderbücher, Gespräche. Hier ist die Frage offen: Wer finanziert die geforderten Sprachstandserhebungen durch Fachpersonal? Frage 7 Zurzeit haben wir zwei Kinder mit Migrationshintergrund, eine spezielle Förderung gibt es nicht. Seite 3 Kindergärten Oberfeld und Heide Die beiden Kindergärten beantworteten die Fragen zusammenhängend, wie folgt: Natürlich haben alle Erzieherinnen im Laufe der letzten zwei Jahre die vorgeschriebenen Fortbildungsveranstal- tungen überwiegend besucht. 2009 folgen die letzten Veranstaltungen. Bisherige Arbeitsweisen wurden dabei bestätigt, andere vertieft. Es ist ja nicht so, dass bisher KEINE BILDUNGSARBEIT in den Kindergärten passierte. Man prüft heute vielleicht stärker als bisher, ob alle Bereiche entsprechend dem Bildungsplan auch abgedeckt sind. Selbstverständlich ist die Zusammenarbeit mit den Eltern – soweit möglich und von den Eltern gewollt- ein wesent- licher Bestandteil in unseren Kindergärten. Auch wird immer wieder der Bedarf der Familien, auch der zukünftigen Eltern mit dem Angebot überprüft und verändert. Natürlich werden Kinder mit Entwicklungsrückständen bewusst und intensiv gefördert – soweit die großen Grup- pen und die Personalbesetzung es zulassen. Hier gilt es verstärkt auf die Politik einzuwirken. Soweit ein Leitbild in den Kindergärten erarbeitet wurde, ist es in den Konzeptionen und Leistungsbeschreibungen nachzulesen. Seite 4 Kita Brunhilde Baur Haus Frage 1 Unsere Einrichtung hat bei der Konzeptionserstellung mit Eröffnung im Januar 2006 von Anfang an die Ansätze aus dem Bildungs- und Orientierungsplan mit aufgegriffen. Frage 2 Schwierig war für uns zu Beginn die inhaltliche Auseinandersetzung in der pädagogischen Arbeit mit den 0-3 jährigen Kindern. Diese werden im Bildungs- und Orientierungsplan von Baden- Württemberg bislang noch nicht berücksichtigt. Orientiert haben wir uns dann auch am Orientie- rungsplan von Berlin und an den Erfahrungsberichten von infans. Eine weitere Herausforderung ist die Beobachtung und Dokumentation sowie die Arbeit mit Portfolios, da dies sehr viel Zeit in An- spruch nimmt. Unter den vorhandenen Rahmenbedingungen (Personalschlüssel, Verfügungszeit, mangelnde Vertretungssituation bei Krankheit, Fortbildung und Urlaub) ist dies nur schwer umsetz- bar. Da es viele unterschiedliche Entwicklungsbögen auf dem Markt gibt, braucht es für die eigene Auseinandersetzung im Team die Erfahrungswerte jeder pädagogischen Fachkraft. Wir haben uns jetzt nach 2 ½ Jahren für unsere KiTa auf 2 Bögen festgelegt, welche wir bei den Entwicklungsge- sprächen anwenden. Frage 3 Da unsere KiTa von Anfang an neu konzipiert war, taucht diese Frage nicht auf. Frage 4 Die Ev. Brunhilde-Baur-Kindertagesstätte hat das Leitbild „Im Mittelpunkt steht der Mensch: das Kind, die Familie“ Wir ermöglichen berufstätigen Eltern, alleinerziehenden Müttern und Vätern ein Am Bedarf orientiertes Angebot. Um eine qualitativ gute außer familiäre Betreuung auch für Kinder unter 3 Jahren zu gewährleisten, ist uns eine respektvolle und sensible Eingewöhnung wichtig. Die Betreuung, Pflege und Versorgung der Kinder ist eingebettet in einen Tagesablauf mit Ritualen und festen Zeitrhythmen. Die Vermittlung von Werten und Traditionen als sinnstiftende Elemente spie- len in unserer religiösen Erziehung eine wichtige Rolle. Die Zielsetzung unserer pädagogische Arbeit findet sich in 2 Säulen wieder: in der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung (Identitäts- entwicklung, Handlungsfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit) und in der Förderung von sozialen Kom- petenzen (Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, Gemeinschaftsfähigkeit, Engagement und Mit- bestimmung, soziale Integration). Prinzipien des pädagogischen Handelns sind das Prinzip der Individualisierung, das Prinzip der Ganzheitlichkeit, das Prinzip der Selbstaktivität, das Prinzip der Übung und Wiederholung sowie das Prinzip der Partizipation und Demokratisierung. Frage 5 Eltern werden vom ersten Tag an mit einbezogen. Dies beginnt mit dem individuellen Aufnahme- und Erstgespräch. Weitere Elemente sind das Eingewöhnungskonzept nach infans mit einer Fach- kraft als „Bezugserzieherin“, mindestens halbjährlich stattfindende Entwicklungsgespräche mit Fragebogen für die Eltern zur eigenen Vorbereitung, Einbeziehung bei der Arbeit mit Portfolios, Beteiligung der Eltern an Aktivitäten in der KiTa, Möglichkeit der Hospitation. Frage 6 Schon in den Kleinkindgruppen werden im Morgenkreis, etc. Fingerspiele, Rhythmusspiele, Lieder, Geschichten und Reime angeboten. Wichtig ist für uns auch die Kombination von Bewegung und Sprache.1 x pro Woche kommen 2 Ehrenamtliche „Vorlese Omas“,um im Einzelkontakt mit den Kindern Bilderbücher zu betrachten, Gespräche zu führen,... Frage 7 Da wir keine Kinder mit Migrationshintergrund haben, werden keine zusätzlichen Sprachförder- maßnahmen integriert. Seite 5 Kinderhaus Eislaufhalle Frage 1 Wir haben inzwischen alle Fortbildungen zum Orientierungsplan belegt. Da fließt einiges in den Kinderhausalltag mit ein. Frage 2 Die Fortbildungen waren sehr bereichernd und auch teambildend. Die Qualität der Arbeit wird unter die Lupe genommen. Durch die Fortbildungen, die wir mit KollegInnen aus anderen Elterninitiativen in Karlsruhe gemacht haben, ist der Austausch unter den Einrichtungen verstärkt worden. Das wirkt sehr bereichernd für die Arbeit. In der praktischen Umsetzung stellen wir fest, dass wir gut im Prozess sind aber alles seine Zeit braucht (die oft fehlt). Doch fühlen wir uns in vielem durch den Orientierungsplan in unserer Arbeit bestätigt. Das tut gut. Frage 3 Nein Frage 4 Bei uns werden 30 Kinder von 1,5 - 10 Jahren betreut. Somit haben wir eine breite Altersmischung. Wir arbeiten offen in Funktionsräumen. Die Kinder wählen frei ihren Spielort, den Spielpartner und das Spielmaterial. Für die Kleinen und die Schulkinder gibt es extra Rückzugsmöglichkeiten ihrer Altersgruppe entsprechend. Jeder Erzieher hat seine "Bezugskinder", die er beobachtet und ver- antwortlich, in regem Austausch mit dem Team, begleitet. Wir legen Wert darauf, freundlich mitei- nander umzugehen, uns viel draußen zu bewegen (wir haben ein wunderbares Außengelände) ..... Bei Bedarf kann ich Ihnen unsere Konzeption zukommen lassen. Frage 5 Durch das Konstrukt der Elterninitiative pflegen wir einen sehr engen und vertrauensvollen Kontakt mit den Eltern: bei monatlichen Elternversammlungen, Arbeitsgruppentreffen, Gartenaktionen, usw. Die Eltern haben viel Einflussmöglichkeiten, sind auch häufig im Alltag anwesend. Halbjährlich führen wir mit den Eltern Entwicklungsgespräche. Frage 6 Sprache ist überall - wir sprechen viel bei allen Gelegenheiten. Wir haben Spaß am Singen und Musizieren, am Reimen usw. Mit dem Würzburger Training haben wir uns auseinandergesetzt, sehen aber für uns wenig Sinn darin. Frage 7 Bei uns stellen wir diesbezüglich keinen Förderbedarf fest. (Kaum Migrationshintergrund, Akade- mikerschicht) Seite 6 Kinderhaus Zipfelmütze Frage 1 Wird schon seit Jahren praktiziert. Im Orientierungsplan haben wir uns gut wiedergefunden. Frage 2 Positiv Frage 3 Frage 4 Als Leitbild haben wir uns den Satz von Maria Montessori "Hilf mir es selbst zu tun" zugrunde gelegt. Wichtig ist, dass alles kinderorientiert und selbstbestimmt abläuft Frage 5 Wir sind eine Elterninitiative. Elternabende finden alle 3 Wochen statt. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Veranstaltungen, in die die Eltern miteinbezogen sind, wie z.B. Spielenachmittage, Feste u.a. Frage 6 Keine konkreten Maßnahmen. Ist Bestandteil der bisherigen Arbeit. Die Sprache wird spiele- risch gefördert durch Fingerspiele, Lieder usw. Frage 7 Bislang kein Bedarf Seite 7 Kita "Heidezwerge" Frage 1 Wir haben uns intensiv mit dem O-Plan beschäftigt und schulen das komplette Team mit In- house-Seminaren über die Verwaltungsschule Ba-Wü. Leider wird diese Schulung nur für Er- zieherinnen im Kindergartenbereich bezuschusst, so dass es für unsere Einrichtung eine sehr kostspielige Sache ist. Im Kindergartenbereich erproben wir die Elemente des Bildungsplans. Im Krippenbereich versuchen wir sie abzubilden. Frage 2 Unsere Erfahrungen sind gemischt. Man muss sehr genau nach dem Hintergrund der Vorgaben schauen um sie in der Krippe anwenden zu können. Eigentlich ist es nicht viel neues, sondern nur neu formuliert. Frage 3 Es ist eine große Herausforderung den Bildungsplan im Alltag einzubauen ohne die Identität zu verlieren. Natürlich bringt ein Bildungsplan immer Änderungen mit sich. Frage 4 Ja. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Kinder nicht mit speziellen Bildungsangeboten, sondern durch eine vorbereitete Umwelt geschult werden. Als Beispiel: Bewegungserziehung ist wichtig. Jedes Kind sollte hüpfen, klettern und balancieren können. Wir gehen selten in eine Bewe- gungsbaustelle im Turnraum, sondern entdecken mit den Kindern lieber den Wald. Ein Kind wird im Turnraum auch mal einen schlechten Tag haben und hat keine Lust auf der Bank zu laufen, jedoch kann sich kaum ein Kind dem Reiz eines Baumstammes entziehen, darauf muss man einfach balancieren. Frage 5 Wir führen regelmäßig Entwicklungsgespräche. Die ersten 8 Wochen nach der Eingewöhnung, um mit den Eltern die vergangenen Wochen an zu schauen. Wie sind sie verlaufen, wie haben sich Eltern, Kinder und Erzieherinnen dabei gefühlt wie geht es weiter. Solche Gespräche wer- den im regelmäßigen Rhythmus angeboten. Wir versuchen Angebote auch für die Eltern zu gestalten. Bisher mit mäßigem Erfolg, da Krippeneltern wenige Freiräume haben, um an Aus- flügen und Festen teilzunehmen. Ab 2009 wird das KinderSpielHaus eine Elternschule anbie- ten, in der verschiedene Pädagogische Themen, aber auch Ernährung und Familienalltag Thema sind. Um hier für die Eltern von Anfang an da zu sein, beteiligen wir uns am Landespro- gramm "Stärke". Frage 6 und 7 diese beiden Fragen können bei uns gemeinsam beantwortet werden. Da alle Kinder vor dem 2. Geburtstag zu uns kommen, einige mit 8 Wochen, sind die Kinder noch mitten im Spracher- werb, daher ist Sprachförderung Alltag. Egal ob Migrantenkinder oder nicht, sie lernen alle gemeinsam sprechen.