Antrag GRÜNE: Ausbildungsplätze bei der Stadt Karlsruhe

Vorlage: 21658
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.01.2009
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 27.01.2009

    TOP: 16

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Ausbildungsplätze Stadt KA
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Ute Schulze-Harzer (GRÜNE) Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 9. Dezember 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 58. Plenarsitzung Gemeinderat 27.01.2009 1649 15 öffentlich Ausbildungsplätze bei der Stadt Karlsruhe In Anbetracht der in den nächsten Jahren noch steigenden Schulabgängerzahlen und der zu erwartenden Konjunkturabschwächung ist es notwendig, dass alle Berei- che der Wirtschaft ihre Ausbildungsbereitschaft weiter erhöhen. Die Stadt Karlsruhe verstärkt ihre Ausbildungsaktivitäten im Bereich Vollausbildung, in dem sie 1. ab 2009 die Anzahl der Plätze im Kämmereibereich auf den in Baden- Württemberg durchschnittlich Prozentsatz von 3,9 erhöht, 2. prüft, ob sie Ausbildungen in neuen Ausbildungsberufen anbieten kann, die auch eine Beschäftigung außerhalb der Verwaltung ermöglichen und 3. wirkt im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf hin, dass zusätzliche Ausbil- dungsaktivitäten auch in den städtischen Gesellschaften umgesetzt werden. Die Stadt Karlsruhe engagiert sich in vielfältiger Weise im Bereich Berufsvorberei- tung und Ausbildung. Allerdings liegt die Ausbildungsquote im Kämmereibereich un- ter dem baden-württembergischen Durchschnittswert. In Anbetracht der großen An- zahl von Schulabgängern, die in den nächsten Jahren weiterhin auf den Ausbil- dungsmarkt drängen, ist es notwendig, die Ausbildungsbereitschaft in allen Zweigen der Wirtschaft weiter auszubauen und Vollausbildungsplätze anzubieten. Eine abge- schlossene Ausbildung ist in Deutschland mindestens so wichtig wie eine abge- schlossene Schulausbildung. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Wie prekär die Lage ist, zeigt die Bewerberzahl von 2 491 Personen auf 47 neue Ausbildungsstellen im Jahr 2005. Für Bewerberinnen und Bewerber, die nicht zu den „Spitzenkandidat(inn)en“ gehören, ist die Suche nach einer Ausbildungsstelle in der Regel sehr schwierig und frustrierend. Wir fordern die Stadtverwaltung daher auf, bei der Ausweitung der Ausbildungskapa- zität auch diesen jungen Menschen eine Chance zu geben. Die Steigerung der Vollausbildungsplätze kommt nicht nur den Jugendlichen zugute, sondern auch der Verwaltung selbst, weil der öffentliche Dienst - wie die gesamte Wirtschaft - in den kommenden Jahren von einer Pensionierungswelle der geburten- starken Jahrgänge nach dem Krieg erfasst wird, die ab 2015 nicht mehr von den dann geburtenschwachen Jahrgängen ausgeglichen werden kann. Um den eigenen Nachwuchskräftebedarf zu sichern, muss in den nächsten Jahren über Bedarf aus- gebildet werden. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Ute Schulze-Harzer Michael Borner Hauptamt - Sitzungsdienste - 16. Januar 2009

  • TOP 15
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE -Gemeinderatsfraktion vom: 09.12.2008 eingegangen: 09.12.2008 Gremium: 58. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 27.01.2009 1649 15 öffentlich Dez. 2 Ausbildungsplätze bei der Stadt Karlsruhe - Kurzfassung - Die vielfältigen Ausbildungsaktivitäten der Stadt Karlsruhe liegen bereits über der durch- schnittlichen Ausbildungsquote in Baden-Württemberg. Der demografischen Entwicklung wird durch eine Ausbildung über den tatsächlichen Bedarf hinaus Rechnung getragen. Eine Erweiterung der Ausbildung für neue Berufsfelder wird ständig geprüft und im Rahmen der Möglichkeiten auch umgesetzt. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 zu 1) Die vorausschauende und verantwortungsvolle Ausbildung von jungen Menschen gehört zu der Kernaufgabe jeder Kommune. Diese nimmt die Stadt Karlsruhe von jeher sehr ernst und bietet konzernweit ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen an. Dieses reicht von Verwaltungsberufen, kaufmännischen Berufen, gewerblich-technischen und handwerklichen Berufen bis hin zu Pflege- und Sozialberufen. Im Personalausschuss am 30.09.2008 wurde hierzu detailliert berichtet. Dabei bietet die Stadt Karlsruhe schon seit Jahren aus einer gesamtgesellschaftlichen Ver- antwortung heraus Ausbildungsplätze weit über ihren eigenen Nachwuchsbedarf hinaus an und nimmt damit auch eine Vorbildfunktion wahr. Dies geschah bisher vor allem in Berufs- bildern, die auch in der freien Wirtschaft Arbeitsperspektiven bieten können. Mit Blick auf die demografische Entwicklung wurden darüber hinaus für den Ausbildungsbe- ginn 2009 die Ausbildungsplatzzahlen (auch in den Verwaltungsberufen) erhöht, und zwar gegenüber 2008 um 12 Plätze, d. h. um 21 %. Nach Abschluss einer derzeit entstehenden Altersstrukturanalyse wird sich zeigen, in welchen weiteren Bereichen und ab wann ein künf- tig erhöhter Bedarf besteht, der dann zu einer weiteren Erhöhung der Ausbildungsplatzzah- len führen kann. Bei einem Vergleich von Ausbildungsquoten ist zu berücksichtigen, dass dieser interkom- munal nur bedingt aussagefähig ist, da er unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen nicht gerecht wird, weil bei den Kommunen auch ein unterschiedlicher Grad der Auslagerung von Aufgaben in Gesellschaften vorliegt. Bei einem Vergleich mit der Privatwirtschaft ist dagegen zu berücksichtigen, dass insbesondere der für den öffentlichen Dienst typische Ausbildungs- zweig für die Sozial- und Erziehungsberufe als Praktikum geführt wird, da die für diese Be- rufsgruppen maßgebenden Tarifregelungen dies so vorsehen. Praktika für diese Berufe stel- len ein Drittel der städtischen Ausbildungsaktivitäten dar. Jeweils zum 31.12. eines Jahres ergeben sich insoweit die folgenden Ausbildungsquoten: 2004 2005 2006 2007 2008 3,76 % 4,07 % 4,33 % 4,59 % 4,40 % Nur am Rande sei darauf hingewiesen, dass Ausbildungsengagement auch immer Personal- und Raumressourcen bindet. Die Stadt Karlsruhe bietet neben der Vollausbildung eine große Vielfalt an Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung. So beteiligt sich die Stadt Karlsruhe bei- spielsweise durch Bereitstellung von Praktikumsplätzen und Projektarbeiten an Maßnahmen zur Einstiegsqualifizierung unversorgter Jugendlicher mit aus individuellen Gründen einge- schränkten Vermittlungsperspektiven. Eine Perspektive für den Einstieg in die berufliche Ausbildung und das Berufsleben bietet auch das gemeinnützige Bildungsjahr, für das die Stadt Karlsruhe seit dem Jahr 2007 Prak- tikumsplätze zur Verfügung stellt. Diese - wie auch viele andere Beschäftigungsverhältnisse für Praktikanten - werden, im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen, bei uns in der Be- rechnung der Quote nicht berücksichtigt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 zu 2) Aktuell bildet die Stadt Karlsruhe in 22 Ausbildungsberufen aus und prüft regelmäßig, ob dieses Angebot noch weiter erweitert werden kann. 2008 neu hinzugenommen wurde der Bachelor of Science -Sicherheitswesen, Vertiefung Umwelttechnik. 2009 wird die Ausbildung einer Nachwuchskraft zum Bachelor of Science - Wirtschaftsinformatik dazukommen. Neben dem Vorhandensein von Raum- und Ausbilderressourcen setzt die Ausbildung für neue Be- rufsbilder aber auch das Vorhandensein der ausreichenden fachlichen Qualifikation bei po- tentiellen Ausbildern und der dazu notwendigen technischen Ressourcen voraus, damit die in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen vorgegebenen Ausbildungsinhalte vermittelt werden können. Die Zahl der Ausbildungsberufe bei der Stadt Karlsruhe ist deshalb nicht beliebig erweiterbar. zu 3) Die Stadt Karlsruhe wird auf die städtischen Gesellschaften mit der Bitte zugehen, die Aus- bildungsaktivitäten ebenfalls im Sinne der obigen Ausführungen weiterzuführen.