Konzept Studentenstadt Karlsruhe

Vorlage: 21502
Art: Beschlussvorlage
Datum: 09.12.2008
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 16.12.2008

    TOP: 13

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Studentenstadt
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 56. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 16.12.2008 1608 12 öffentlich Dez. 4 Konzept Studentenstadt Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 16.12.2008 12 Antrag an den Gemeinderat 1. Das auf der Basis des im „Karlsruhe Masterplan 2015“ verankerte Leitprojekt „Studenten- stadt Karlsruhe“ ausgearbeitete Konzept wird grundsätzlich zustimmend zur Kenntnis ge- nommen. 2. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird beauftragt, das vorliegende Konzept in enger Abstimmung mit der Verwaltung sowie dem Studentenwerk und den Vertretern der Hoch- schulen weiter zu detaillieren. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Gesamtaufwand muss noch ermittelt werden Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: 1 Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja Handlungsfeld: nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Begründung und Hintergrund Karlsruhe verfügt über 8 Hochschulen und mehr als 30.000 Studierende und gehört damit zu den am breitesten aufgestellten Hochschulstädten Deutschlands. Es gilt sich im Wettbewerb mit anderen Hochschulstandorten zu profilieren und damit den Hochschulen die Möglichkeit zu geben, ihre hohe und zum Teil international bekannte Qualität zu sichern. Um das stu- dentenfreundliche Umfeld bis 2015 weiter auszubauen, wurde die Studentenstadt Karlsruhe im „Karlsruhe Masterplan 2015“ verankert. Austausch zwischen Stadt und Hochschule Erfolgsfaktor für die Hochschulen ist in zunehmenden Maße auch ihr Sitz und dass dieser im Vergleich mit anderen Städten für Studierende attraktiv ist. Wichtig sind für Studierende ne- ben den harten Faktoren wie der Ruf der Hochschule, die Qualität der Lehre, das Ansehen der Professoren auch die so genannten weichen Standortfaktoren. Hierbei sind vor allem die Wohnsituation, das Angebot an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten, Kinderbetreuungseinrich- tungen und die allgemeine Attraktivität der Stadt zu nennen. Weiterhin soll durch das Konzept Studentenstadt eine deutlich engere Einbindung der Stu- dierenden in das kommunale Leben der Stadt erreicht werden. Die Wechselwirkung zwi- schen zusätzlichen Leistungen für die Studierenden und der stärkeren Wahrnehmung stu- dentischen Lebens im Stadtbild kann einen Imagetransfer bewirken, der Karlsruhe innerhalb der bedeutenden deutschen Studentenstädte positioniert. Hierzu ist bemerkenswert, dass in der Allensbachstudie die Wahrnehmung der Hochschulen in Karlsruhe zwischen 1997 und 2007 um 5 % gestiegen ist. Das Aufgreifen dieser positiven Entwicklung durch das Konzept zur Studentstadt Karlsruhe ist ein wichtiger Beitrag zu einem ganzheitlichen Marketing und zur Imagebildung für Karlsruhe, denn im Allgemeinen werden studentische Städte in Deutschland als lebendiger und kreativer wahrgenommen. Erläuterung der Maßnahmen In Zusammenarbeit von Stadtmarketing, Studentenwerk und Studierendenvertretungen wur- den konkrete Vorschläge erarbeitet, die Karlsruhe für Studierende attraktiver machen. Hier- bei sind die Maßnahmen weiter zu detaillieren und auf ihre Relevanz aus Sicht der Studie- renden und Hochschulen näher zu untersuchen. Es ist davon auszugehen, dass innerhalb Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von sechs Monaten hierzu ein Feinkonzept erarbeitet wird, das genauere Auswertungen enthalten wird und weitere und detaillierte Projekte vorschlägt. In weiteren Gesprächen mit den Hochschulen und dem Studentenwerk sollen zielführende Maßnahmen entwickelt werden, die den Hochschulstandort weiter profilieren. Hierbei sollen nur Maßnahmen in das Feinkonzept übernommen werden, die von Studierenden mit zusätz- lichem Nutzen wahrgenommen werden bzw. die vorhandene Angebote optimieren oder pro- fessionalisieren. Es ist dabei nicht Aufgabe der Stadt, Aufgaben zu übernehmen, die aktuell von Studentenorganisationen oder den Hochschulen erfüllt werden. Finanzierung Für die Erstwohnsitzkampagne wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel aufge- wendet: 2007: 1.050.000 € und 2008: 1.066.000 €. Für 2009 sind weitere 760.000 € vorge- sehen (Dieser Wert bezieht sich auf 2500 Ummelder. Bei einer höheren Ummelderzahl kann sich dieser Aufwand noch verändern). Der Zufluss aus FAG-Mitteln wird sich erstmalig in 2009 erhöhen. Zur Finanzierung des Konzeptes Studentenstadt soll ein Teil der zusätzlichen städtischen Einnahmen verwendet werden, die durch die Erstwohnsitzkampagne erzielt worden sind und weiterhin erzielt werden. Fazit Das Konzept Studentenstadt bietet für Karlsruhe hervorragende Möglichkeiten. Es ist als Leitprojekt im „Karlsruhe Masterplan 2015“ verankert. Die Stadt könnte die daraus entste- henden Netzwerke auch in anderen Bereichen nutzen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Das Konzept zur Studentenstadt wird grundsätzlich zustimmend zur Kenntnis genommen. 2. Die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird beauftragt, das vorliegende Konzept in enger Abstimmung mit der Verwaltung sowie dem Studentenwerk und den Vertretern der Hochschulen weiter zu detaillieren. Hauptamt - Sitzungsdienste - 8. Dezember 2008

  • Konzept Studentenstadt_Anlage
    Extrahierter Text

    Grobkonzept Studentenstadt Karlsruhe Stand: 25. November 2008 0 Überblick __________________________________________________________________ 2 1 Karlsruhe als Hochschulstandort ______________________________________________ 3 2 Impulse für Stadtgesellschaft und Stadtentwicklung ______________________________ 4 2.1 Arbeitsmarkt 4 2.2 Kaufkraft 4 2.3 Stadtplanung 4 2.4 Demographische Entwicklung 4 2.5 Kultur und Freizeit 4 2.6 Interkulturelle Kompetenz 4 2.7 Botschafter der Stadt 5 3 Hochschulstandort im Wettbewerb _____________________________________________ 6 3.1 Wohnsituation 6 4 Maßnahmen und Perspektiven 7 4.1 Studnetisches Wohnen 7 4.1.1 Wohnheime des Studentenwerks 7 4.1.2 Wohnheime privater Träger 8 4.1.3 Struktur- und Stadtbildverbesserung 8 4.1.4 Private Vermieter 8 4.2 Integration der Studierenden in die Stadtgesellschaft 9 4.2.1 Begrüßung der neuen Studierenden 9 4.2.2 Elternwochenenden 9 4.2.3 Studentische Kultur als Teil des Kulturlebens in der Stadt 9 4.2.4 Patenschaften für Studierende 10 4.2.5 Marketing-Instrumente 10 4.3 Studentischer Alltag 10 4.3.1 Stipendien für hochbegabte ausländische Studierende Fehler! Textmarke nicht definiert. 4.3.2 Betreuungseinrichtungen für Kinder von Studierenden 10 4.3.3 Fahrrad-Ersthilfe-Station 10 4.4 Weitere zu beleuchtende Felder 10 5 Partner ___________________________________________________________________ 12 5.1 Hochschulen 12 5.2 Studentenwerk Karlsruhe 12 5.3 Studierendenvertretungen 12 5.4 Unternehmen und Kammern 12 5.5 Immobiliengesellschaften 12 5.6 Private Stiftungen und Initiativen 12 6 Finanzierung 14 Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 2 0 Überblick Dieses Konzeptpapier legt dar, warum es sich für Karlsruhe lohnt, sich als Studentenstadt zu positionieren, und mit welchen Maßnahmen die Stadt dies erreichen kann. In den letzten Jahren wurden von der Stadt gemeinsam mit den Hochschulen und dem Studentenwerk schon Anstrengungen unternommen Karlsruhe zur „Studentenstadt“ zu entwickeln. Mit der Bewerbung für die „Stadt der Wissenschaft“ und dem Stadtgeburtstag 2004 zum Thema „Forschung und Wissenschaft“ hat die Stadt bereits deutliche Zeichen gesetzt. Die regelmäßige Präsentationsreihe „Hochschulen im Rathaus“ oder die Aktion “Student sucht Zimmer“ mit dem Oberbürgermeister zeigen, welche Bedeutung die Vernetzung zwischen Stadt und Hochschulen für Karlsruhe hat. Gemeinsam mit dem Studentenwerk hat die Stadt im Bereich Wohnen und Kinderbetreuung in den letzten Jahren große Erfolge erzielt. Mit der Erstwohnsitzkampagne, die die Stadt mit der Stadtmarketing GmbH durchführt, zeigt die Stadt ganz aktuell wie wichtig sie die Studierenden als einen Teil dieser Stadt nimmt. Die über 30.000 Studierenden der acht Karlsruher Hochschulen bilden einen wichtigen Teil der Stadtgesellschaft und prägen die Entwicklung des Standorts wesentlich mit. Karlsruhe profitiert von den Studierenden und Absolventen in vielerlei Hinsicht – genannt seien vor allem Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Kaufkraft, Stadtplanung und Stadtbild, Demographie, Kultur sowie die Wirkung ehemaliger Studierender als Botschafter der Stadt. Sich als Studentenstadt zu positionieren, bedeutet für Karlsruhe zum einen, den Studierenden eine angemessene Infrastruktur bereitzustellen und gute Rahmenbedingungen zum Leben und Lernen zu schaffen. Zum anderen heißt es, die Integration der Studierenden in die Stadtgesellschaft zu fördern. Dabei steht Karlsruhe im Wettbewerb mit Hochschulstandorten in Deutschland und ganz Europa. Was die Rahmenbedingungen betrifft, kommt dem studentischen Wohnen die wohl größte Bedeutung zu. Ein angemessenes Angebot an Wohnraum für Studierende bildet inzwischen einen wesentlichen Standortfaktor für jede Hochschulstadt. Projekte für studentisches Wohnen können zudem dazu beitragen, Demographie, Struktur und Stadtbild in bestimmten Quartieren günstig zu beeinflussen. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen betreffen vor allem Hilfen zur Studienfinanzierung, Beratungsangebote und Kinderbetreuung. Die Integration der Studierenden und ihre Identifikation mit dem Studienort lassen sich durch Patenschaften von Unternehmen ebenso fördern wie durch kulturelle Kooperationen und Events. Um das Konzept „Studentenstadt Karlsruhe“ zu verwirklichen, ist die Stadt auf Partner angewiesen, vor allem auf Hochschulen, Studentenwerk, Studentenvertreter, Immobiliengesellschaften sowie private Stiftungen und Initiativen. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 3 1 Karlsruhe als Hochschulstandort Karlsruhe ist ein herausragender Wissenschafts-, Forschungs- und Hochschulstandort. Die Universität Karlsruhe (TH), eine der ersten drei Eliteuniversitäten in Deutschland, und das Forschungszentrum Karlsruhe bilden gemeinsam das KIT – Karlsruher Institut für Technologie, das die Weltspitze der Wissenschaftseinrichtungen ansteuert. Insgesamt sind acht verschiedene Hochschulen in der Stadt angesiedelt; damit sind nahezu alle Hochschularten vertreten. Keine andere deutsche Stadt vergleichbarer Größe bietet derart vielfältige Möglichkeiten der akademischen Ausbildung. Mehr als 30.000 junge Menschen studieren in Karlsruhe. Sie stellen einen wichtigen Teil der Stadtgesellschaft dar und prägen die Entwicklung des Standorts wesentlich mit. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Karlsruhe sich nicht nur als Stadt der Spitzenforschung und der Zukunftstechnologien positioniert, sondern auch als Stadt der Hochschulen und der Studierenden. Die „Studentenstadt Karlsruhe“ ist als eines der Leitprojekte des Handlungsfelds 1 „Hochschulen/Wissenschaft/ Forschung/Innovative Technologien“ im Masterplan 2015 festgeschrieben. Karlsruhe als Studentenstadt zu positionieren, erfordert zum einen, den jungen Menschen gute Rahmenbedingungen zum Lernen und Leben zu bieten, ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen, und die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Zum anderen gilt es, teilweise vorhandene Barrieren zwischen Hochschulen und Bevölkerung sowie Studierenden und lokalen Unternehmen abzubauen: Die Studierenden sollen Karlsruhe als ihren Lebensmittelpunkt betrachten und sich aktiv ins städtische Leben einbringen. Bürgerinnen und Bürgern wiederum ist zu vermitteln, dass die ganze Stadt von den Studierenden profitiert – diese fördern nicht nur die Wirtschaft, sondern geben auch kulturelle Impulse und tragen wesentlich zum Image einer jungen, lebendigen und aufgeschlossenen Großstadt bei. Eine angemessene Infrastruktur zu schaffen und die Integration der Studierenden zu fördern, verursacht Kosten. Dies aber sind Investitionen, die sich rechnen. Überdies leisten die Studierenden selbst einen erheblichen Beitrag, wenn sie sich mit Erstwohnsitz in Karlsruhe anmelden. Jeder Erstwohnsitzler erhöht die Einwohnerzahl der Stadt und damit die Mittel, die sie über den kommunalen Finanzausgleich erhält. Mit Aktivitäten der Stadt für die Studierenden verwendet, zeigt sie Wertschätzung, nimmt sie Verantwortung wahr und beweist sie Weitsicht, was die Entwicklung des Standorts betrifft. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 4 2 Impulse für Stadtgesellschaft und Stadtentwicklung Karlsruhe profitiert in vielerlei Hinsicht von der Präsenz der Studierenden. Auch die Absolventen – wenn sie nach Abschluss ihres Studiums in der Stadt bleiben, aber auch wenn sie gute Kontakte zu ihrem Studienort pflegen – liefern wichtige Impulse. 2.1 Arbeitsmarkt Gut ausgebildete Akademiker sind als Fachkräfte gefragt. Ein Standort mit acht Hochschulen und rund 30.000 motivierten Studierenden bringt reichlich qualifizierte Nachwuchskräfte hervor. Dies bietet Unternehmen großen Anreiz, sich in Karlsruhe anzusiedeln oder zu expandieren, was wiederum das Wachstum fördert, vorhandene Arbeitsplätze erhält und neue entstehen lässt. 2.2 Kaufkraft Jeder der über 30.000 Studierenden verfügt über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von rund 9.000 €. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese insgesamt rund 270 Mio. Euro pro Jahr, vor allem in den Wohnungsmarkt, den Einzelhandel und die Gastronomie in Karlsruhe und der Region fließen. 2.3 Stadtplanung Werden im Stadtgebiet gezielt Studentenwohnheime errichtet, lassen sich dadurch wünschenswerte Entwicklungen einleiten oder vorantreiben: In Stadtteilen mit einem hohen Anteil älterer Menschen fördert der Zuzug von Studierenden die Ausgewogenheit zwischen den Generationen. Als Konsumenten stoßen die Studierenden die Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften an, was wiederum die Nahversorgung sichert. Nicht zuletzt fördert die Errichtung von Studentenwohnheimen die Bauwirtschaft und schafft damit Arbeitsplätze. 2.4 Demographische Entwicklung Studierende und Absolventen tragen dazu bei, dass eine demographische Ausgewogenheit herrscht und die Stadtgesellschaft nicht überaltert. Viele der gut ausgebildeten jungen Menschen bleiben nach ihrem Studienabschluss in Karlsruhe und gründen später eine eigene Familie. 2.5 Kultur und Freizeit Eine lebendige Studentenszene belebt die Kulturlandschaft einer Stadt: Die Nachfrage nach Filmvorführungen, Theatervorstellungen, Konzerten und Kunstausstellungen steigt. Das Angebot wird vielfältiger dank der Ansprüche und Anregungen von jungen Menschen aus aller Welt. So bildet sich ein abwechslungsreiches Kulturprogramm heraus, welches das Profil der Stadt auch als Kulturstadt langfristig stärkt. Der Einfluss der Studierenden prägt aber nicht nur das kulturelle Leben. Er lässt auch eine vielschichtige, bunte und quirlige Kneipenszene in der Stadt entstehen. 2.6 Interkulturelle Kompetenz Die Karlsruher Hochschulen unterhalten vielfältige internationale Kooperationen und Partnerschaften. Jedes Semester weilen rund 4.500 Studierende aus dem Ausland in der Stadt – Tendenz steigend. So ergeben sich Gelegenheiten zu interkulturellen Kontakten, von denen beide Seiten profitieren: Karlsruher und Karlsruherinnen lernen Sprache und Kultur anderer Länder kennen, die ausländischen Studierenden leben sich rascher in der Stadt ein. Diese Ziele verfolgt beispielsweise das vom Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 5 Studentenwerk organisierte Projekt „Tandem“, bei dem Kontakte zwischen Karlsruhern und ausländischen Studierenden vermittelt werden. 2.7 Botschafter der Stadt Alumni (ehemalige Studierende) der Karlsruher Hochschulen, die nach Abschluss ihres Studiums aus Karlsruhe fortziehen, werden zu wichtigen Botschaftern: Vorausgesetzt, sie haben sich in Karlsruhe wohl gefühlt und erinnern sich positiv an die Stadt, tragen sie fortan dazu bei, deren Qualitäten und Potenziale national und international bekannter zu machen. Das wirkt sich positiv auf die weitere Entwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft und nicht zuletzt auch auf die Tourismusbranche aus. Besondere Bedeutung als Botschafter haben ausländische Studierende: Dank ihrer hervorragenden akademischen Ausbildung besetzen sie nach dem Studium häufig einflussreiche Positionen in ihrer Heimat. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 6 3 Hochschulstandort im Wettbewerb Will Karlsruhe sich als Hochschulstadt positionieren, tritt die Stadt in den Wettbewerb mit Hochschulstandorten nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Die Karlsruher Hochschulen zeichnen sich durch exzellente Forschung und Lehre aus. Die Stadt ist gefordert, Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die dieser Spitzenposition entsprechen. Bereits jetzt finden Studierende ein gutes Umfeld. Es bedarf jedoch gewisser Verbesserungen und Anpassungen an geänderte Studienbedingungen. 3.1 Wohnsituation Ein wichtiges Anliegen ist die Wohnsituation der Studierenden. Karlsruhe kann nur dann dafür werben, dass Studierende sich mit Erstwohnsitz in der Stadt anmelden, wenn genügend Wohnraum vorhanden ist. Studentisches Wohnen ist ein bedeutender Standortfaktor für eine Hochschulstadt. Für Studierende ist es wichtig, nahe ihrer Hochschule, zentral und preisgünstig zu wohnen. Pendeln über längere Strecken ist immer weniger möglich, da die stärker verschulten Bachelor- Studiengänge verstärkte Anwesenheit an der Hochschule erfordern. In Karlsruhe sind für die über 30.000 Studierenden der acht Hochschulen etwa 3.800 Plätze in Studentenwohnheimen des Studentenwerks (1.744 Plätze) und privater Träger (2.050 Plätze) verfügbar. Damit leben knapp 13 Prozent der Studierenden in einem Wohnheim. Damit liegt Karlsruhe im Vergleich zu den anderen Universitätsstädten in Baden-Württemberg im unteren Drittel. Ziel ist, die Quote auf über 15 Prozent zu erhöhen. Das entspricht einer Zahl von 4.500 bis 5.000 Wohnheimplätzen. In Karlsruhe sollen rund 1 000 Plätze in Wohnheimen entstehen. Die Studentenwohnheime sollen absolute und relative Defizite des privaten Wohnungsmarkts ausgleichen: Auf diesem fehlen Angebote im Allgemeinen und günstige Angebote im Besonderen. Ein Zimmer im Studentenwohnheim kostet weniger als ein Zimmer auf dem freien Markt. Außerdem stellen Wohnheime häufig die einzige Möglichkeit dar, in kurzer Zeit oder für kürzere Zeit eine Unterkunft zu erhalten. Viele Studierende aus dem Ausland sind auf einen Wohnheimplatz angewiesen, zumal sie die örtlichen Verhältnisse ihrer Studentenstadt kaum kennen. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 7 4 Maßnahmen und Perspektiven 4.1 Studentisches Wohnen Mehrere Möglichkeiten, bezahlbaren und günstig gelegenen Wohnraum bereitzustellen, fließen in das Konzept ein: 4.1.1 Wohnheime des Studentenwerks Das Studentenwerk Karlsruhe hat, unterstützt von der Stadtverwaltung, bereits mehrere Wohnheimprojekte realisierungsfähig vorbereitet. Mit Unterstützung durch die Stadt Karlsruhe und andere Akteure soll dazu beigetragen werden, die Finanzierung dieser neuen Wohnheime sicherzustellen, den Bau zu ermöglichen und die Mieten für Studierende bezahlbar zu halten. - An der Nancystraße entstehen rund 240 neue Zimmer. Das Gelände befindet sich im Landesbesitz und wird dem Studentenwerk im Erbbaurecht für 51 Euro jährlich, das heißt quasi kostenfrei bereitgestellt. Die derzeit geplante Finanzierung des Baus jedoch führt zu einem Mietpreis, der zum Teil Studierende finanziell überfordert. Eine finanzielle Unterstützung durch Dritte wäre hilfreich um dauerhaft angepasste Mietpreise anbieten zukönnen. - Nahe der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, der Pädagogischen Hochschule, der Berufsakademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste verfügt das Studentenwerk in der Tennesseeallee über ein Grundstück, auf dem sich ein Neubau für rund 200 Studierende errichten lässt. Zusammen mit den bereits bestehenden Studentenwohnheimen in der Nähe würde sich eine stadtgestalterisch sinnvolle Lösung ergeben. Aufgrund von Auflagen des Bundes ist eine Bebauung jedoch frühestens 2013 möglich. Die Stadt könnte den Bund ersuchen die Bindungsfrist vorzeitig aufzuheben. - An der Wolfartsweierer Straße bei der Staatlichen Hochschule für Musik im Gottesauer Schloss könnten durch die Sanierung von vier ehemaligen Kavaliershäusern auf einem Landesgrundstück rund 50 Zimmer für Studierende entstehen. Die Sanierung ist äußerst kostenintensiv. Denkbar wäre jedoch, sie teilweise über Zuschüsse aus dem Denkmalschutz zu finanzieren. Außerdem könnte die Handwerkskammer manche Arbeiten als Ausbildungsmaßnahmen vornehmen lassen. Mit dem Ausbau der Häuser entstünde ein attraktiver Musikhochschulcampus, zumal da die Musikhochschule einen großen Erweiterungsbau plant. Der Campus und der benachbarte Kreativpark Ost würden zusammen ein innovatives und repräsentatives Stadtquartier mit eigener Urbanität und attraktiven Kulturangeboten bilden. Damit kommt diesem Projekt für studentisches Wohnen besondere städtebauliche Bedeutung zu. (Vergleiche auch 4.1.3.) - Auf einem Landesgrundstück an der Karl-Wilhelm-Straße, dem an den Universitätscampus angrenzenden Gelände der ehemaligen Kinderklinik, soll ein Neubau entstehen. Dieser soll im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss vier Kindergartengruppen für Kinder von Beschäftigten und Studierenden des KIT beherbergen. Das zweite und das dritte Obergeschoss ließen sich für studentisches Wohnen nutzen. Die Finanzierung steht noch nicht fest; gedacht ist an eine Kooperation von Stadt, Land, Studentenwerk und Universität. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 8 4.1.2 Wohnheime privater Träger Neben dem Studentenwerk bieten auch private Träger Wohnheimplätze für Studierende an. Die Stadt könnte die Schaffung weiterer Plätze durch zinsgünstige Darlehen als Anreize für Investoren fördern. Dafür würde sie von den Investoren eine Vermietung zu studentengerechten Preisen erwarten. 4.1.3 Struktur- und Stadtbildverbesserung Die östliche Kaiserstraße im Bereich zwischen Durlacher Tor und Berliner Platz bildet dank ihrer Anbindung an die Universität eine räumlich attraktive Lage für studentisches Wohnen. Eine Förderung studentischen Wohnens würde das Viertel nach bereits durchgeführten Sanierungen aufwerten, was allen Anwohnern zugute käme. Gastronomie und Kulturszene würden profitieren. In den Erdgeschossen ließen sich weitere Läden für den täglichen Bedarf, Cafés und Kneipen einrichten, in den Obergeschossen Wohnungen, so dass die Straßen auch nach Geschäftsschluss noch belebt wären. Dies ist auch unter kriminalpräventivem Aspekt sinnvoll. Am Fasanenplatz besteht bereits ein Altenzentrum. Der Zuzug von Studierenden und Familien mit Kindern würde das Viertel zu einem beispielhaften Mehrgenerationen-Quartier machen. Das städtische Grundstück am Tivoli eignet sich u. U. für ein Modellprojekt, welches das Potenzial innerstädtischer Brachen verdeutlichen und innovative Angebote für Studierende bereitstellen könnte. Denkbar wäre ein Projekt „Wohnen für Studierende in besonderen Lebenssituationen“, in dem die Stadt Karlsruhe das Grundstück zu günstigen Konditionen anbietet. Neben Wohnungen könnte das Projekt auch innovative Lösungen zu Lärmschutz und Energienutzung umfassen und die entsprechenden Arbeitsfelder der Karlsruher Hochschulen bei der Verwirklichung mit einbeziehen. 4.1.4 Private Vermieter Nicht der gesamte Bedarf an Wohnraum für Studierende lässt sich durch Studentenwohnheime decken. Auf dem freien Markt treffen Studierende aber leider zum Teil auf Vorurteile. Vermieter fürchten häufige Mieterwechsel, ausbleibende Mietzahlungen, Lärmbelästigung oder Beschädigung ihres Eigentums. Durch regelmäßige Imagekampagnen könnte die Stadt anschaulich vermitteln, dass die Vermietung von Wohnraum an junge Menschen durchaus bereichernd sein kann und den Dialog zwischen den Generationen fördert. Dies würde eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits vom Studentenwerk initiierten Aktivitäten bedeuten. Hier ist beispielsweise auch das vom Studentenwerk und den Paritätischen Sozialdiensten getragene Projekt „Wohnpartnerschaft“ zu nennen, bei dem Senioren und Studierende zusammengebracht werden. Des Weiteren könnten Vorurteile und Schwierigkeiten mit Hilfe eines „Wohnungs- Troubleshooters“ abgebaut werden. Dies könnte eine neutrale Person sein, die bei Problemen zwischen studierendem Mieter und Vermieter vermittelt oder bereits vor einem Mietverhältnis Hemmnisse ausräumen und mehr Verständnis für das jeweilige Gegenüber erreichen. Außerdem ließen sich finanzielle Anreize für private Vermieter schaffen, etwa durch zinsgünstige Darlehen für die Renovierung freistehender Wohnungen. Die Vermieter müssten sich verpflichten, diese Wohnungen für eine bestimmte Zeit und zu einem angemessen Preis an Studierende zu vermieten. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 9 4.2 Integration der Studierenden in die Stadtgesellschaft Neben dem Renommee der Hochschulen und dem Wohnungsangebot bestimmt auch das Image einer Stadt die Wahl des Studienorts. Karlsruhe kann, was die Bekanntheit betrifft, nicht mit Metropolen wie München oder Berlin konkurrieren. Aber die Stadt kann Studieninteressierten attraktive Angebote machen und ihnen zeigen, dass sie in Karlsruhe willkommen sind. Die Studierenden an Karlsruher Hochschulen kommen aus ganz Deutschland und dem Ausland. Karlsruhe muss ihre Integration in die Stadtgesellschaft und ihre Identifikation mit dem Studienort aktiv unterstützen. 4.2.1 Begrüßung der neuen Studierenden Einmal im Jahr könnte die Stadt alle Erstsemester zu einem Erstsemesterempfang einladen – eine Geste, die den potenziellen Neubürgern vermittelt, dass sie in Karlsruhe willkommen sind, und ein Beitrag dazu, dass Studierende aller acht Hochschulen sich untereinander kennenlernen. Dieser Empfang muss nicht die Begrüßungen der einzelnen Hochschulen ersetzen, er soll vielmehr unabhängig ein deutliches „Willkommenszeichen“ der Stadt sein. 4.2.2 Elternwochenenden Viele Eltern interessieren sich für den Studienort ihrer Kinder. Karlsruhe könnte daher die Eltern der umgemeldeten Studierenden zu einem „Kennenlern-Wochenende“ einladen. Denkbar ist eine Zusammenarbeit mit Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel und Kulturinstitutionen sowie dem Studentenwerk. Gutscheine für ermäßigte Übernachtungen, günstige Mahlzeiten und verbilligte Eintrittspreise würden wirksam für Karlsruhe werben und zu weiteren Besuchen animieren. So würden auch die Eltern der Studierenden zu Botschaftern der Stadt. Dieses Wochenende könnte ähnlich wie an der Universität Münster (Eltern-Alarm) mit einem Tag der offenen Tür der Hochschulen verknüpft werden mit beispielsweise einer „Eltern-Uni“ etc. 4.2.3 Studentische Kultur als Teil des Kulturlebens in der Stadt Die studentische Kultur bereichert die Karlsruher Kulturlandschaft und unterscheidet sie von der in anderen Städten. Studentische Kultur wird bereits von der Stadt unterstützt, wie beispielsweise das Studentenzentrum Z 10, das die Stadt dem Studentenwerk zu sehr günstigen Konditionen vermietet hat. Damit die breite Bevölkerung diese Aktivitäten besser wahrnehmen kann, sollten kulturelle Veranstaltungen aus den Hochschulen in die Stadt geholt werden – räumlich oder/und durch geeignete Werbemaßnahmen. Die Stadt sollte die betreffenden Institutionen dabei unterstützen, interessante Termine breit zu publizieren. Zusätzlich kann so auch, wie im Masterplan vorgesehen, das Thema Forschung und Wissenschaft mehr Präsenz in der Karlsruher Kultur bekommen. Karlsruhe könnte den Studierenden die Möglichkeit geben, sich in regelmäßigem Rhythmus auf den Plätzen der Stadt zu präsentieren, beispielsweise ihre Hochschule, ihre Studienfächer oder Forschungsschwerpunkte ihrer Institute vorzustellen. Dadurch rücken auch die Plätze der Stadt stärker ins öffentliche Bewusstsein. Die Studierenden sollen die Karlsruher Kulturinstitutionen kennenlernen. Das dazu vom städtischen Kulturamt und dem Studentenwerk herausgegebene Kulturscheckheft findet lebhafte (existiert seit 6 Jahren, jährliche Nachfrage ca. 2.500 Stück) Resonanz. Druck und Verteilung sollten daher auch künftig gesichert werden. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 10 4.2.4 Patenschaften für Studierende Unternehmen in Stadt und Region könnten studienbegleitende Patenschaften für Studierende übernehmen. Davon würden beide Seiten profitieren: Die jungen Menschen könnten schon während ihres Studiums praktische Erfahrungen sammeln und Geld verdienen, etwa um die Studiengebühren zu bezahlen. Die Unternehmen könnten potenzielle künftige Mitarbeiter kennenlernen und fördern. Für dieses Projekt würde die Stadt eine Anschubfinanzierung leisten. Hier sollte eng mit der Wirtschaftsförderung zusammengearbeitet werden. Dort wird momentan das Projekt „My KAreer“ entwickelt. „My KAreer“- ist eine neue Schnittstelle zwischen Studierenden und regionalen Firmen. Ziel der Initiative ist es, einen engen Kontakt zwischen Karlsruher Unternehmen und Studierenden der Region aufzubauen. Die Studierende profitieren hierbei von einer finanziellen Studienförderung durch ein regionales Unternehmen, welches wiederum innovatives Wissen und spätere Mitarbeiter gewinnt. 4.2.5 Marketing-Instrumente Um die besten Studierenden aus ganz Deutschland und dem Ausland anzuziehen, sollte Karlsruhe die Projekte und Erfolge der Studentenstadt mit passenden Marketing-Instrumenten begleiten. Diese sollte sich auf alle acht Hochschulen beziehen und müssen im Feinkonzept noch genau festegelegt werden. Zugleich sollten die Instrumente die Vorzüge der Stadt, die Lebensqualität, die vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten und die Angebote für Studierende, wie Wohnheime und Mensen, Kinderbetreuung, Kultur, Beratung und Hilfe bei der Studienfinanzierung, deutlich hervorheben. 4.3 Studentischer Alltag 4.3.1 Betreuungseinrichtungen für Kinder von Studierenden Etwa sieben Prozent der Studierenden in Karlsruhe sind Eltern; die Kinder sind meist jünger als drei Jahre. Sie benötigen eine flexible, campusnahe Betreuung. Das vom Studentenwerk betriebene Kinderhaus in der Adlerstraße, das Plätze für Kleinkinder bis zur Einschulung anbietet, hat Probleme wegen der beengten Raumsituation. Die Stadt, deren generelles Anliegen es ist, Familien besonders zu fördern, kann das Studentenwerk bei der Suche nach einem hochschulnahen Grundstück für ein neues, größeres Kinderhaus unterstützen. 4.3.2 Fahrrad-Ersthilfe-Station Für die Studierenden ist das Fahrrad das wichtigste Fortbewegungsmittel. Daher ist gedacht, in einer für alle Studierenden gut erreichbaren Lage eine von Studierenden betreute Selbsthilfe-Rad-Stadion einzurichten. Hier sollte unbedingt der Fahrrad-Einzelhandel miteinbezogen werden. Es ist unbedingt dabei darauf zu achten, dass man keine Konkurrenz- Situation zum örtlichen Einzelhandel schafft, sondern in Kooperation sinnvolle Maßnahmen entwickeln. 4.4 Weitere zu beleuchtende Felder In der Weiterentwicklung dieses Konzeptes werden noch folgende Zusammenhänge aufgenommen: - aktive Einbindung der Studierenden in die Entwicklung des im Masterplan vorgesehenen „Erlebnisort“, an dem Wissenschaft interaktiv für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 11 - Aktionen, die schon bei Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für die Vorhanden akademischen Möglichkeiten in Karlsruhe bewusst machen, z. B. in Verbindung mit dem Innovationspreis. - Vertiefung der Aktivitäten zur Integration von Studienabgängern in den regionalen Arbeitsmarkt. - Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Handwerk bzw. technischen Berufen sollte gestärkt werden. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 12 5 Partner Karlsruhe kann sich nur gemeinsam mit kompetenten und engagierten Partnern als Studentenstadt positionieren. Wie schon im Masterplan vorgesehen sollten sich hier alle Partner regelmäßig in einer ständigen Einrichtung eines „Runden Tisches“ unter Moderation des Stadtmarketing zusammen finden um die Studentenstadt gemeinsam weiterzubringen. 5.1 Hochschulen Das gute Renommee der Karlsruher Hochschulen ist eine hervorragende Werbung für die Hochschulstadt Karlsruhe. 5.2 Studentenwerk Karlsruhe Das Studentenwerk als durch Landesgesetz gegründete hochschulübergreifende Einrichtung betreut in Karlsruhe gut 30.000 Studierende in allen Fragen rund ums Studium. Es errichtet und unterhält Wohnheime, betreibt Mensen und Cafeterien, vergibt Darlehen, bietet Beratung für Studierende an und stellt Plätze in Kinderbetreuungseinrichtungen bereit. 5.3 Studierendenvertretungen Die Studierenden-Ausschüsse aller Hochschulen sind Meinungsführer der Studentenschaft und sollten als Partner mit einbezogen werden. Sie stehen im ständigen Kontakt mit den Studierenden und können Informationen in beide Richtungen direkt weitergeben. 5.4 Unternehmen und Kammern Lokale und regionale Unternehmen sind für die Wahl des Studienortes wegen Studentenjobs, Praktika und späteren Arbeitsmöglichkeiten wichtig. Die Karlsruher Unternehmen könnten zu einem übergreifenden Netzwerk von wissenschaftlichen Einrichtungen, Verwaltung und Wirtschaft beitragen. Gemeinsam mit den Kammern können hierzu konkrete Projekte entwickelt werden. 5.5 Immobiliengesellschaften Beispielhaft sei die Volkswohnung GmbH genannt, die mit rund 12.000 Mietwohnungen im gesamten Stadtgebiet der größte Vermieter in Karlsruhe ist. Eventuell ließen sich günstig gelegene Wohnungen gezielt an Studierende vermieten. Der Haus & Grund Karlsruhe e.V. als Verband der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer in Karlsruhe sollte ebenfalls als Partner mit einbezogen werden. Auch weitere große Immobiliengesellschaften sollten angesprochen werden. 5.6 Private Stiftungen und Initiativen In bundesweit bisher einmaligem Umfang ist es in den vergangenen Jahren gelungen, zahlreiche Förderer und Stifter mit dem Studentenwerk Karlsruhe zusammenzubringen, um Wohnraum für Studierende zu fördern. Mehrere Projekte ließen sich erst dadurch finanzieren. SAP-Gründer Dietmar Hopp, ehemaliger Student und Wohnheimbewohner in Karlsruhe, unterstützte den ersten Bauabschnitt des Wohnheims an der Nancystraße mit 250.000 Euro. Bereits seit 2002 existiert die Dr. Hugo Rhein-Stiftung für Studenten-Unterkünfte in Karlsruhe. Sie hat bereits etliche Bauvorhaben des Studentenwerks mit zinsgünstigen Darlehen und Spenden gefördert. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 13 Die Mitglieder der fünf Karlsruher Rotary Clubs haben rund 150.000 Euro für den Bau des so genannten Rotary Hauses durch das Studentenwerk an der Musikhochschule aufgebracht. Stadtmarketing Karlsruhe GmbH 14 6 Finanzierung Laut Melderecht besteht die Verpflichtung sich in jener Stadt mit Erstwohnsitz anzumelden, die den überwiegenden Aufenthaltsort darstellt. Studierende sind diesbezüglich in der Anfangsphase ihres Studiums oft noch zurückhaltend. Die Erstwohnsitzkampagne will dazu motivieren, sich in Karlsruhe als Lebensmittelpunkt und damit auch Erstwohnsitz einzubringen. Studierende, die ihren Erstwohnsitz nach Karlsruhe verlegen, bringen der Stadt über den kommunalen Finanzausgleich jährliche Mehreinnahmen in Millionenhöhe. Deshalb sollte die Stadt sich dafür einsetzen, das vorgestellte Konzept zu realisieren. Dadurch kann sie ihre Attraktivität als Studentenstadt nachhaltig stärken und überdies die Studierenden zusätzlich zur Ummeldung motivieren. Die zum Wintersemester 2007/08 begonnene Erstwohnsitzkampagne ist ein großer Erfolg: Es wurden im ersten Jahr der Kampagne ca. 2.500 zusätzliche Neuanmeldungen erreicht, die ohne die Kampagne voraussichtlich nicht realisiert worden wären. Bis zum Juni 2008 haben sich, motiviert durch die Kampagne, sogar mehr als 4.000 Studenten mit Erstwohnsitz in Karlsruhe angemeldet. Eine erste Analyse zeigt, dass sich hiervon bis zum 30. Juni 2008 (jährlich der Stichtag für die Zuteilung der kommunalen Finanzen) nur 8 % wieder abgemeldet haben, so dass man hochgerechnet auf ein Jahr von einer Abmeldequote von ca. 10 % ausgehen kann. Wichtig ist, gegenüber den Studierenden zu kommunizieren, dass es der Stadt nicht darum geht, Geld einzunehmen und ihnen dafür kurzfristige Vergünstigungen wie Semesterticket und Einkaufsgutscheine zu gewähren. Zum einen ist es für das Gemeinwesen Stadt unerlässlich, dass diejenigen, die dort wohnen und die Infrastruktur nutzen, sich klar zu dieser Stadt bekennen. Nur so können die Lebensgrundlagen in einer Stadt nachhaltig sicher gestellt werden. Zum anderen ist die Stadt an einer nachhaltigen Entwicklung der „Studentenstadt Karlsruhe“ interessiert, die den Studierenden ein Umfeld gewährleistet, das ein erfolgreiches Studium befördert und ein Verbleiben am Studienort Karlsruhe nach Beendigung der Studienzeit impliziert. Die Studierenden sollen erkennen, dass sich die Stadt für eine nachhaltige Entwicklung des studentischen Umfeldes engagiert und dass die Studierenden für die gesamte Dauer ihres Aufenthalts in Karlsruhe von verbesserten Studienbedingungen in Karlsruhe profitieren. Der Unabhängige Studierenden-Ausschuss (UStA) der Universität hat bereits seine Unterstützung bei weiteren Erstwohnsitzkampagnen signalisiert. Voraussetzung ist, dass die Studierenden auch langfristig Vorteile von den Mehreinnahmen haben.