Anfrage Stadtrat Fostiropoulos (Die Linke): Bildungsförderung in der Südstadt
| Vorlage: | 21281 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 10.11.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Südstadt |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 7. Oktober 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 55. Plenarsitzung Gemeinderat 18.11.2008 1588 27 öffentlich Bildungsförderung in der Südstadt 1. Seit wann und wie funktioniert das Landes-Modellprojekt „Schulreifes Kind“ in der Südstadt, an dem die Nebenius-Grundschule und die Ev. Kindertagesstät- te Johannis/Pauluspfarrei teilnehmen? 2. Warum wurde für diese beiden Institutionen die Modellvariante B3 gewählt, bei der der Förderort die Schule ist – und nicht etwa die Modellvariante B2, bei der der Förderort ein Kindergarten sein kann? 3. Welche Ergebnisse liegen bisher vor, ist eine aussagekräftige Verbesserung der Kompetenzen der Kinder festzustellen, die von der der Projektkinderta- gesstätte Johannis-Paulispfarrei in die Nebenius-Grundschule kommen? 4. Welche anderen Kooperationsmaßnahmen gibt es zwischen Kinderbetreu- ungseinrichtungen und der Nebenius-Grundschule, um die Kinder möglichst gut den Übergang von der Kita in die Grundschule gelingen zu lassen? a. Gehört dazu auch, dass das Mütter-Cafe in der Nebenius-Schule nach Auslaufen der Förderung durch die Bosch-Stiftung voll weiter betrieben, eventuell noch ausgebaut wird (z. B. am Standort der jetzigen Uhland- schule)? b. Welche Bedeutung kommt diesem Mütter-Cafe nach Ansicht der Stadt- verwaltung zu? c. Welche Mittel wären dazu erforderlich? Sind sie gesichert? 5. Ist die Stadtverwaltung meiner Auffassung, dass - nach den Erfahrungen in der Uhlandschule - auch in anderen Kinderbetreuungseinrichtungen in der Südstadt die Förderung der Kinder im Vorschulalter intensiviert werden sollte? 6. Gehören dazu auch mehr Fortbildungsmöglichkeiten und mehr Personal in den Kinderbetreuungseinrichtungen? 7. Hält es die Stadtverwaltung für grundsätzlich angebracht, sich konkrete Ziele zu setzen in Bezug auf die Verbesserung der Grundkompetenzen von Vor- schulkindern in Stadtteilen, in denen die Quote auf weiterführende Schulen sichtbar niedrig ist? 8. Wenn nein, warum nicht? 9. Wird die Stadtverwaltung sich beim Kultusministerium dafür einsetzen, dass die Schüler/-innen im Rahmen der beantragten Modellversuche „Kooperation Hauptschule Realschule“, die (auch) in den Räumen der jetzigen Uhlandschu- Seite 2 __________________________________________________________________________________________ le stattfinden sollen, die Schüler/-innen aufgrund besonderer Bedingungen die Möglichkeit erhalten, bis zum 9. Schuljahr gemeinsam unterrichtet zu werden um allen Hauptschüler/-innen die beruflichen Perspektiven zu verbessern? 10. Wenn nein, warum nicht? Nicht zuletzt die Notwendigkeit besonderer Maßnahmen im Zusammenhang mit der Uhlandschule lassen auf einen erheblichen zusätzlichen Förderbedarf in Kinderbe- treuungseinrichtungen schließen, bei allem Engagement, das dort wie auch in der Grundschule von den dort Beschäftigten geleistet wird, und das sehr anzuerkennen ist. Dazu müssten diese Institutionen absehbar entsprechende zusätzliche Ressour- cen zur Verfügung haben. Es liegt nahe, dass grundsätzlich im Sinne von Chancengleichheit in der Grundschu- le und in Bezug auf die weitere Schullaufbahn der Anteil der Kinder, die auf weiter- führende Schulen gehen, erhöht werden muss. 1 Dies kann auch als Integrationsauf- gabe beschrieben werden - die im Übrigen nicht allein Kinder aus Haushalten mit Migrationshintergrund betrifft. Auch die Stärkung, bzw. die Einbeziehung von Eltern müsste intensiviert werden. Weiterhin ist anzustreben, dass die Kinder der Haupt- und Realschulzweige in der Südstadt – egal welches der beiden beantragten Kooperationsmodelle zum Zuge kommt, die Möglichkeit erhalten, bis zum neunten Schuljahr gemeinsam unterrichtet werden. Das ähnliche Vorhaben an der geplanten neuen Schule in der Südoststadt kann dafür kein Hinderungsgrund sein. unterzeichnet von: Niko Fostiropoulos Hauptamt - Sitzungsdienste - 7. November 2008 1 Solange das dreigliedrige Schulsystem aufgrund der Blockade der CDU in Bund und Land nicht ersetzt werden kann. Sachverhalt / Begründung:
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STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 07.10.2008 eingegangen: 07.10.2008 Gremium: 55. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.11.2008 1588 27 öffentlich Dez. 3 Bildungsförderung in der Südstadt Das Staatliche Schulamt für die Stadt Karlsruhe nimmt zuständigkeitshalber wie folgt Stel- lung: 1. Seit wann und wie funktioniert das Landes-Modellprojekt „Schulreifes Kind“ in der Südstadt (.....)? An der Nebenius-Grundschule ist seit dem Schuljahr 2006/07 eine Präventiv-Gruppe im Rahmen des Projekts „Schulreifes Kind“ eingerichtet. Jedes Jahr werden Kinder der ent- sprechenden Altersgruppe aus dem kooperierenden Kindergarten in der Augartenstraße vom Gesundheitsamt untersucht, nachdem die Eltern der Kinder von den Erzieherinnen angesprochen worden sind und ein informelles Anschreiben erhalten haben, in dem das Projekt beschrieben wird. 2. Warum wurde für diese beiden Institutionen die Modellvariante B3 gewählt (.....)? Der evangelische Kindergarten war der einzige, der bei Beantragung des Projekts zur Zu- sammenarbeit und Umsetzung bereit war. 3. Welche Ergebnisse liegen bisher vor (.....)? Alle am Prozess Beteiligten sind zufrieden. Die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Gesundheitsamt, Eltern und Schule ist sehr gut. Es gibt keinerlei Probleme, die Eltern för- derungsbedürftiger Kinder für dieses Projekt zu gewinnen. Die Kinder erzielen während des Förderjahres in den „Bereichen mit Entwicklungspotenzial“ deutliche Fortschritte und sind dadurch gut auf die Schule vorbereitet. Die Stadtverwaltung nimmt wie folgt Stellung: 4. Welche anderen Kooperationsmaßnahmen gibt es zwischen Kinderbetreuungs- einrichtungen und der Nebenius-Grundschule (.....)? Eine Lehrkraft (Konrektor) hat über sein Unterrichtsdeputat Stunden für Kooperation mit den zum Schulbezirk gehörenden Kindertagesstätten/Kindergärten. Hier besteht ein enger und regelmäßiger Austausch im Bereich Übergang Kita/Grundschule. 4. a. Gehört dazu auch, dass das Mütter-Café in der Nebenius-Schule nach Auslau- fen der Förderung (.....) weiter betrieben wird? Die Planungen für das Elterncafé in der Nebenius-Schule für das kommende Jahr sind noch nicht abgeschlossen. Wünschenswert ist ein Weiterlaufen dieses Angebots. Überle- gungen zum Standort Uhlandschule wurden noch nicht zwischen den betroffenen Instituti- onen diskutiert, da die konzeptionellen Planungen für die Umsetzung des vorgesehenen Kooperationsmodells gerade anlaufen. Seite 2 4. b. Welche Bedeutung kommt diesem Mütter-Café (.....) zu? Im Elterncafé treffen sich nicht nur Mütter von schulpflichtigen Kindern, sondern auch Müt- ter, die Kinder im schulfähigen und/oder auch nur im Vorschulalter haben. Durch regen Austausch zwischen den Eltern im Stadtteil und durch die Kooperation mit dem Konrektor ist das Elterncafé in den betreffenden Kindertagesstätten/Kindergärten bei den Mitarbei- tern und Eltern bekannt. Dadurch entsteht frühzeitig ein Kontakt zwischen Schule und Eltern. Die Eltern sind früher sensibilisiert, was an schulischen Anforderungen auf ihr Kind zukommen wird und küm- mern sich inzwischen früher, d. h. vor Schulbeginn, um notwendige Förderung wie z. B. Logotherapie, Ergotherapie. Einige Mütter nehmen bereits an einem Deutschkurs im Elterncafé teil, bevor ihr Kind ein- geschult wird. Dadurch wird die Kommunikation erleichtert. Gleichzeitig wird über das Elterncafé eine Hemmschwelle zur Schule abgebaut. Das Ge- bäude ist vor Schulbeginn bekannt und vertraut. Ebenso sind Schulrektor und Konrektor bekannt, die häufig ins Elterncafé kommen, über schulische Angelegenheiten informieren und Fragen dazu beantworten. So können schon vor Schulbeginn zwischen Schule und Eltern Vorurteile abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden. Hier kommt dem Elterncafé eine wichtige Bedeutung zu. 4. c. Welche Mittel wären dazu erforderlich? Sind sie gesichert? Nach dem Auslaufen der Fördermittel durch die Robert-Bosch-Stiftung während des Jah- res 2008 trägt aktuell der Verein für Jugendhilfe e. V. die erforderlichen Mittel für das El- terncafé weiter bis zum Jahresende. Die jährlichen Kosten belaufen sich insgesamt etwa auf 18.000 Euro. Diese Mittel sind für das kommende Jahr noch nicht gesichert. 5. Ist die Stadtverwaltung meiner Auffassung, dass (.....) die Förderung der Kinder (.....) intensiviert werden sollte? Nach Auffassung der Stadtverwaltung wird auch in den anderen Kinderbetreuungseinrich- tungen in der Südstadt die Förderung im Vorschulalter intensiv durchgeführt (siehe 4.). 6. Gehören dazu auch mehr Fortbildungsmöglichkeiten und mehr Personal in den Kinderbetreuungseinrichtungen? Dazu gehören auch entsprechend Fortbildungsmöglichkeiten und Personal. 7. Hält es die Stadtverwaltung für grundsätzlich angebracht, sich konkrete Ziele zu setzen in Bezug auf die Verbesserung der Grundkompetenzen (.....)? In allen Kinderbetreuungseinrichtungen wird der Orientierungsplan des Landes Baden- Württemberg umgesetzt. Dessen Zielsetzung vertritt auch die Stadtverwaltung für alle Vorschulkinder. 9. Wird die Stadtverwaltung sich beim Kultusministerium dafür einsetzen, dass die Schüler im Rahmen der beantragten Modellversuche „Kooperation Hauptschule Realschule“ (.....) die Möglichkeit erhalten, bis zum 9. Schuljahr gemeinsam unter- richtet zu werden (.....)? Die Stadt Karlsruhe als Schulträger ist an der Durchführung dieses Schulversuchs sehr interessiert. Entsprechende Kooperationen haben die Drais-Grund- und Hauptschule mit Drais-Realschule sowie die Heinrich-Köhler-Schule (GHS) mit Tulla-Realschule gestellt. Die Aufnahme beider Anträge in das Programm „Modellversuch Kooperation Hauptschule - Realschule“ wird beantragt.