Antrag GRÜNE: Einsatz von Erdgasfahrzeugen in städtischen Ämtern und Gesellschaften

Vorlage: 21276
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.11.2008
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 18.11.2008

    TOP: 22

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-Einsatz Erdgasfahrzeuge
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadtrat Andreas Ruthardt (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 21. Oktober 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 55. Plenarsitzung Gemeinderat 18.11.2008 1583 22 öffentlich Einsatz von Erdgasfahrzeugen in städtischen Ämtern und Gesellschaften Der Gemeinderat beschließt: 1) Experten der Stadtwerke und städtischer Dienststellen berichten den Stadträ- ten und Fachleuten der anderen städtischen Gesellschaften über die Be- triebserfahrungen beim Einsatz von Erdgasfahrzeugen (Wartung, Tankstel- lennutzung, Preisentwicklung, Auswirkungen des Förderprogramms der Stadtwerke). Ziel ist es, eventuell erforderliche Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der An- zahl von mono- oder bivalenten Erdgasfahrzeugen (Pkw, leichte Nutzfahrzeu- ge) in städtischen Ämtern und Gesellschaften einleiten zu können. 2) In diesem Rahmen sollen auch Maßnahmen erarbeitet werden, die den Ein- satz von schweren Nutzfahrzeugen mit Erdgasantrieb ermöglichen. Hierzu zählen Infrastrukturmaßnahmen wie z. B. Zapfsäulen, die für schwere Nutzfahrzeuge optimiert sind. Der Erdgasantrieb bietet aus ökologischer Sicht viele Vorteile. Neben einem gerin- gem CO 2 -Ausstoß, sind die Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen im Vergleich zu einem modernen Dieselantrieb noch weiter reduziert. Angesichts mittelfristig steigen- den Spritkosten sind die relativ geringen Betriebskosten ein weiterer Pluspunkt. Neben zahlreichen Pkw-Modellen und leichten Transportern werden zwischenzeitlich auch entsprechende Modelle bei Bussen, Müllfahrzeugen und schweren Transpor- tern von namhaften Herstellern angeboten. Da Erdgasmotoren zusätzlich zu ihren anderen Vorteilen sehr geräuscharm sind, sind sie damit für den innerstädtischen Einsatz z. B. von Bussen oder Müllfahrzeugen prädestiniert. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Die Maßnahmen im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge sollen neben der städtischen Nutzung auch der Anregung und Unterstützung der freien Wirtschaft (Speditionen, Logistik im Nahbereich) dienen, hier neue Wege zu gehen. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Andreas Ruthardt Hauptamt - Sitzungsdienste - 7. November 2008

  • TOP 22
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 21.10.2008 eingegangen: 21.10.2008 Gremium: 55. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.11.2008 1583 22 öffentlich Dez. 5 Einsatz von Erdgasfahrzeugen in städtischen Ämtern und Gesellschaften - Kurzfassung - Die Beschaffung von Erdgasfahrzeugen wird von der Kfz-Zentralstelle bereits seit drei Jah- ren mit steigender Tendenz durchgeführt. Als sinnvoll hat sich die Anschaffung von Fahr- zeugen mit bivalentem Antrieb erwiesen. Für die Zukunft sind weitere Anschaffungen von Erdgasfahrzeugen in einer Größenordnung von ca. 7 – 10 Fahrzeugen geplant. Weitere Verbesserungen der Infrastruktur (Erdgastankstellen), insbesondere für Nutzfahrzeuge sind anzustreben. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen im Rahmen des Haushaltsplanes zur Verfügung Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Die Beschaffungen werden im Rahmen der Entscheidungen der Fahrzeugbeschaffungs- kommission getroffen. Hierfür stehen entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung. Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stadtwerke GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Durch die KFZ-Zentralstelle wurden in den vergangenen drei Jahren bereits sie- ben Fahrzeuge mit bivalentem Antrieb (Erdgas/Benzin) beschafft. Hierbei handelt es sich um vier Personenkraftwagen, davon zwei mit nachgerüstetem Erdgasan- trieb, zwei Kleintransporter und einen Leicht-LKW mit 3,5 t Gesamt-gewicht. Die Beschaffung von Fahrzeugen mit nachgerüstetem Erdgasantrieb hat sich auf- grund der nicht für bivalenten Antrieb ausgelegten Motorsteuerung als problema- tisch erwiesen Des Weiteren waren die Kosten für die Anschaffung höher als bei einem Fahrzeug, welches ab Werk mit einem bivalenten Antrieb ausgerüstet ist. Entscheidend für die Beschaffung solcher Fahrzeuge sind die Lage der Gastanks und der für den Einsatzzweck erforderliche Aufbau. Die Beschaffung von bivalen- ten Fahrzeugen bietet den Vorteil, dass diese Fahrzeuge auch bei dienstlichen Fernfahrten in Gebiete mit schlechter Erdgastankstellen-infrastruktur genutzt wer- den können. Im Übrigen bezuschussen die Stadtwerke Erdgasfahrzeuge mit 500 € pro Fahrzeug. Erdgasfahrzeuge werden konsequent dann anstelle von „Benzin- fahrzeugen“ angeschafft, wenn dem technische Gründe (z.B. spezielle Aufsätze o.ä.) nicht entgegenstehen. Ziel ist es, künftig jährlich eine Größenordnung von ca. 7 – 10 Erdgasfahrzeuge anzuschaffen. Der Wartungsaufwand bei Erdgasfahrzeugen ist nur minimal höher als bei Fahr- zeugen mit Benzinantrieb. Die Dichtheitsprüfung der Gasanlage kann mit den ent- sprechenden Hilfsmitteln (sind vorhanden) von den städtischen Werkstätten kos- tengünstig durchgeführt werden. Die Auswahl, welche Dienststelle ein Erdgasfahrzeug erhält, wurde bisher unter dem Aspekt der Entfernung zur Tankstelle getroffen, damit der Vorteil des An- triebskonzepts nicht verloren geht. Die Nutzung des Erdgasantriebs wird von den Nutzern konsequent umgesetzt. Leider fehlt im Bereich der Innenstadt noch eine Erdgastankstelle. An der Tankstelle „Willy-Brandt-Allee“ ist aber eine Nachrüstung vorgesehen, die ab Anfang 2009 in Betrieb gehen soll. Bisher gibt es in Karlsruhe keine Erdgastankstelle für schwere Nutzfahrzeuge. Die Errichtung einer solchen für schwere Nutzfahrzeuge würde den Stadtwerken ob- liegen. Wobei zu klären wäre, ob die aktuell verfügbaren Nutzfahrzeuge mit Pkw- oder Lkw-Anschlusstechnik ausgestattet sind. Grundsätzlich ist nämlich eine Be- tankung von Lkw auch an Pkw-Tankstellen mittels Adapter möglich. Problema- tisch wird unter Umständen die Lieferkapazität für die höheren Lkw-Mengen an einer Pkw-Erdgas-Tankstelle. Die Stadtwerke werden dann die Einrichtung einer Erdgas-Tankstelle für Nutzfahrzeuge in Erwägung ziehen, sobald etwa 10 solcher Fahrzeuge im Einsatz bzw. konkret geplant sind. Eine detaillierte Wirtschaftlich- keitsberechnung bei einem angenommenen Invest von rd. 1 Mio € ist aber zu ge- gebener Zeit unabdingbar. Langfristig wäre bei entsprechender Wirtschaftlichkeit auch beim Amt für Abfallwirtschaft eine solche Investition denkbar. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort könnte diese allerdings der „Allgemeinheit“ nicht zur Ver- fügung gestellt werden (Betriebshof ist außerhalb der Betriebszeiten geschlos- sen). Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Die Entwicklung des Gaspreises ist nicht ganz befriedigend. Als das Amt für Ab- fallwirtschaft 2005 die ersten zwei Erdgasfahrzeuge in Betrieb nahm, kostete das Kilo Erdgas noch 0,68 Euro. inzwischen ist der Preis pro Kilo auf 0,99 Euro ange- stiegen. Dennoch fährt man mit Erdgas immer noch deutlich günstiger als mit Benzin. Bei der Beschaffung spielen neben der Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf die günstigeren Erdgaspreise auch die günstigeren Abgas- und Lärmemissionen eine wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken bei der Beschaffung von Erdgasfahr- zeugen findet bereits statt. Die künftige Zusammenarbeit mit anderen städtischen Gesellschaften (z. B. VBK) wird angestrebt.