Antrag GRÜNE: Sprachförderung durch mehrsprachige Bücher in Kindertageseinrichtungen

Vorlage: 21268
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.11.2008
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 18.11.2008

    TOP: 15

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE-mehrsprachige Bücher in Kitas
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) Stadträtin Dr. Dorothea Polle-Holl (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 10. Oktober 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 55. Plenarsitzung Gemeinderat 18.11.2008 1575 15 öffentlich Sprachförderung durch mehrsprachige Bücher in Kindertageseinrichtungen Wir bitten die Verwaltung, folgende Anregungen umzusetzen: - Die städtischen Kindertageseinrichtungen legen sich einen Bestand an Büchern aus fremden Sprachen, vor allem an zweisprachigen Bilderbüchern, zu. - Für alle freien Träger von Kindertageseinrichtungen wird eine entsprechende Anschaffung angeregt. Sprachförderung ist als Teil von Bildung und von gesellschaftlicher Integration zu sehen. Eines der größten Defizite unseres Bildungssystems besteht darin, dass es nicht genügend auf eine mehrsprachige und multikulturelle Gesellschaft und damit auf jedes Kind in seiner Individualität eingestellt ist 1 . Vor dem Hintergrund, dass bereits heute ein Drittel aller in Deutschland geborenen Kinder mehrsprachig aufwachsen, fand im März 2007 auf der Leipziger Buchmesse ein Symposium zum Thema „Kinder brauchen mehrsprachige Bücher“ statt. In den Podiumsbeiträgen wurde betont, dass Mehrsprachigkeit künftig der Normalfall sein wird. 2 In der GEW-Zeitschrift vom Mai 2008 wird auf dieses Symposium ausdrücklich in einem ausführlichen Artikel hingewiesen. Die Verwendung zweisprachiger Bücher zum Vorlesen oder zweisprachiger Bilderbücher unterstützt und fördert die Sprachkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund. 1 Siehe dazu auch http://www.gew-bw.de/Binaries/Binary9925/Sprachförderung.pdf 2 Siehe dazu auch http://bildungsklick.de/pm/51068/kinder-brauchen-mehrsprachige-buecher/ Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Darüber hinaus weckt ein Bilderbuchtext z.B. auf Französisch, Spanisch oder Türkisch auch das Interesse aller übrigen Kinder an der anderen Sprache und regt zur Beschäftigung damit an. Zusätzlich kommt die soziale Komponente der Anerkennung hinzu, die Kindern mit und ohne Migrationshintergrund den vorbehaltlosen Umgang miteinander erleichtert. Daher ist es sehr wichtig, bereits im Kindergarten mit dem Sprachenlernen zu beginnen, denn Kindern im Vor- und Grundschulalter fällt erfahrungsgemäß die Aneignung von Grundkenntnissen in Sprachen relativ leicht. Da es bereits zweisprachige Ausgaben bekannter Bilderbuchklassiker im Handel gibt, z.B. Der kleine Eisbär oder Der Regenbogenfisch, braucht nicht lange nach einer Auswahl gesucht zu werden. Neben denjenigen Kindertageseinrichtungen mit einem speziellen Sprachprofil sollten auch alle anderen Kindergärten mit mehr- oder fremdsprachigen Kinderbüchern ausgestattet sein. Diese werden – abgestimmt auf die Situation in der jeweiligen Einrichtung – entsprechend der Herkunft der Kinder oder nach deren Urlaubsländern auswählt. Diese Auswahl sollte durch die MitarbeiterInnen des Kindergartens erfolgen und flexibel umgesetzt werden. unterzeichnet von: Bettina Lisbach Dr. Dorothea Polle-Holl Hauptamt - Sitzungsdienst - 7. November 2008

  • TOP 15
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 10.10.2008 eingegangen: 10.10.2008 Gremium: 55. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 18.11.2008 1575 15 öffentlich Dez. 3 Sprachförderung durch mehrsprachige Bücher in Kindertageseinrichtungen - Kurzfassung - In städtischen Kindertageseinrichtungen werden - wenn möglich - Bücher in fremden Sprachen und zweisprachige Bilderbücher angeschafft beziehungsweise in der Kinder- und Jugendbibliothek ausgeliehen und von sprachkundigen Erzieher/-innen vorgelesen. Für eine darüber hinausgehende Initiative muss zunächst abgewartet werden, welche Konsequenzen sich aus der Neukonzeption der Einschulungsuntersuchung des Landes Baden-Württembergs ergeben, die auf eine frühzeitige Sprachstandsdi- agnostik und Sprachförderung abzielt. Die Diskussion der Umsetzung der Einschulungsuntersuchung und der Sprach- förderung wird an den Arbeitsausschusses des Jugendhilfeausschusses verwiesen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Bestand an Büchern aus fremden Sprachen, vor allem an zweisprachigen Bil- derbüchern in städtischen Kindertageseinrichtungen In den städtischen Kindertageseinrichtungen haben Zweisprachigkeit und Interkultu- ralität einen großen Stellenwert. Es werden Bücher in fremden Sprachen und zwei- sprachige Bilderbücher angeschafft beziehungsweise zur Verfügung gestellt, sobald Erzieher/-innen mit entsprechenden Sprachkenntnissen in einer Einrichtung arbei- ten, die diese Bücher vorlesen können. Darüber hinaus werden regelmäßig Bücher in der Kinder- und Jugendbibliothek ausgeliehen, die sich mit Migration und Interkul- turalität befassen. Anregung einer entsprechenden Anschaffung für alle freien Träger von Kinder- tageseinrichtungen Eine entsprechende Anregung wird auf einer der nächsten Trägerversammlungen gegeben. Für eine darüber hinausgehende Initiative muss zunächst abgewartet werden, welche Konsequenzen sich aus der Neukonzeption der Einschulungsuntersuchung des Landes Baden-Württembergs ergeben, die auf eine frühzeitige Sprachstandsdi- agnostik und Sprachförderung abzielt. Es ist zu erwarten, dass Untersuchungen und Fördermaßnahmen schon ab 2009 in den Kindertageseinrichtungen durchgeführt werden. Dies wird zu erheblichen räumlichen und personellen Belastungen der Kin- dertageseinrichtungen führen, was wiederum Auswirkungen auf bisherige und ge- plante Angebote für Kinder hat. Die Diskussion der Umsetzung der Einschulungsuntersuchung und der Sprachförde- rung wird an den Arbeitsausschusses des Jugendhilfeausschusses verwiesen.