Antrag CDU: "Stadtteilmütter" helfen - Rucksackprojekt für Karlsruhe
| Vorlage: | 21049 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 13.10.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
ANTRAG Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) Stadträtin Christiane Staab (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 12. September 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 54. Plenarsitzung Gemeinderat 21.10.2008 1542 14 öffentlich „Stadtteilmütter“ helfen - Rucksackprojekt für Karlsruhe Die Stadtverwaltung wird gebeten, Konzepte vorzustellen, wie das sog. Rucksackprojekt in Karlsruhe umgesetzt werden kann. Das ursprünglich aus den Niederlanden kommende und seit einiger Zeit deutsch- landweit verbreitete sog. Rucksackprojekt stellt ein speziell für Migrantenfamilien entwickeltes Sprachförderungs- und Elternbildungsangebot dar. Das Programm „Rucksack“ geht dabei die Förderung von Kindern im Elementarbe- reich mehrdimensional und systematisch an. Es berücksichtigt zum einen die Ent- wicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und ihre Familie. Andererseits hat es ebenso das Bildungssystem „Kindertagesstätte“ und die in ihm Agierenden im Blick. Mütter, Erzieherinnen und Erzieher werden Partner für die Sprachförderung der Kinder. Das Projekt zielt auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, auf die Förderung der deutschen Sprache und auf die Förderung der allgemeinen kindli- chen Entwicklung ab. Dabei werden die Mütter als Expertinnen für das Erlernen der Erstsprache angespro- chen, nicht orientiert an ihren Defiziten, sondern an ihren Stärken. Beide Teile zu- sammen, die Erzieherinnen und Erzieher als auch die Eltern, sind somit aktiv in die Entwicklung der Kinder eingebunden. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Als Ansprechpartner und Hilfe für die ausländischen Mütter könnten zudem wie in Ravensburg sog. „Stadtteilmütter“ mit ausländischer Herkunft fungieren. Die Einbindung fest in der Gesellschaft verwurzelter Frauen mit ausländischer Her- kunft erleichtert den Kontakt zwischen den Beteiligten. Das Karlsruher Patinnenprojekt, welches sich auf die Förderung zwischen erwach- senen Frauen bezog, kann als erfolgreiches Beispiel für die Aufnahme des Ruck- sackprojektes herangezogen werden. Auch der Erfolg bei den Lesepaten zeigt, dass viele Menschen bereit sind sich auf diesem Sektor zu engagieren. Vorstellbar ist zudem die Einbindung des Aktivbüros und der Migrantenvereine so- wohl bei der Suche nach den „Stadtteilmüttern“, als auch sonstigen Interessierten. Eine Abfrage bei den Karlsruher Schulen und dem Gesamtelternbeirat könnte des Weiteren interessierte einzelne Mütter in Erfahrung bringen, die sich bis jetzt eben- falls in diesem Bereich betätigen. unterzeichnet von: Gabriele Luczak-Schwarz Christiane Staab Bettina Meier-Augenstein Hauptamt - Sitzungsdienste - 10. Oktober 2008
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zum Antrag CDU -Gemeinderatsfraktion vom: 12.09.2008 eingegangen: 12.09.2008 Gremium: 54. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.10.2008 1542 14 öffentlich Dez. 3 "Stadtteilmütter" helfen - Rucksackprojekt für Karlsruhe - Kurzfassung - Das Rucksackprojekt wurde vom Arbeitskreis IKEEP (Interkulturelle Erziehung im Elemen- tar- und Primärbereich) der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Ju- gendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) in NRW nach einer Vorlage aus den Niederlan- den für den Einsatz in Deutschland übersetzt und überarbeitet. Angebunden an Kinderta- gesstätten erfolgt die Förderung der deutschen Sprache der Kinder parallel zu der Arbeit mit den Müttern. In Karlsruhe werden derzeit verschiedene Ansätze zur Sprachförderung und zur Einbindung von Ehrenamtlichen umgesetzt. Die Diskussion des Rucksackprojektes wird an den Jugend- hilfeausschuss verwiesen. Am 27.11.2008 wird unter TOP 4 die Durchführung eines Modell- projektes zur Sprachförderung für Kinder unter sechs Jahren diskutiert. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Bei dem Rucksackprogramm handelt es sich um ein sehr erfolgreiches Sprach- und Kompe- tenzförderprogramm für Kinder und Mütter. Das Programm unterstützt die Mehrsprachigkeit bei Migrantenkindern, stärkt die Erziehungskompetenz und das Selbstwertgefühl der zuge- wanderten Mütter und deren Kinder, die interkulturelle Pädagogik und das Mehrsprachen- konzept der Einrichtungen. Die Evaluation weist eine positive Förderung des Verhältnisses zwischen Erzieherinnen und Müttern nach: Die Sprachkompetenz in der Muttersprache und in der Zweitsprache war deutlich besser geworden. Die Interaktion zwischen Müttern und Kindern hatte sich positiv entwickelt und die Lernfreude der Kinder zugenommen. Die Kin- dergartenarbeit war für Migranteneltern transparenter geworden. Das Programm wurde vom Arbeitskreis IKEEP (Interkulturelle Erziehung im Elementar- und Primärbereich) der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) in NRW aus den Niederlanden für den Einsatz in Deutsch- land übersetzt und überarbeitet. Es kann von der Hauptstelle RAA Essen von anderen Trä- gern übernommen werden, wenn die Qualitätsstandards des Programms eingehalten wer- den. Die Anbindung an Kindertagesstätten ist eine Bedingung für die Weitergabe, um das Programm der Mütter mit dem Konzept der Zweitsprachenvermittlung zu koordinieren. Die Erzieherinnen kennen das Programm genauso wie die Eltern und integrieren möglichst pa- rallel das Thema der Woche sprachlich in ihren Kindergartenalltag. Sie werden durch die RAA mit Fortbildungsangeboten auf ihre Aufgabe vorbereitet. Das Rucksackprojekt umfasst Sprach- und Lernprogramme und reflektiert soziokulturelle Themen aus den Erfahrungsfel- dern der Migrantenfamilien, z. B. Schule, Freizeit, Feste und Religion. Die soziokulturell auf- bereiteten Themenfelder bieten Anregungen für die Kindertageseinrichtung, ihren Alltag in- terkulturell zu gestalten. Elternbegleiterinnen, Mütter und Erzieherinnen sind in dem Projekt Lernende und Gebende zugleich. Für Karlsruhe wäre zu bedenken, wie groß der über bereits eingeführte Sprachförderpro- gramme hinausgehende Nutzen wäre. In Karlsruher Kindertageseinrichtungen werden das vom Sozialministerium geförderte HSL-Programm (Hausaufgaben-Sprache-Lernhilfe) und im Elementarbereich von der Landesstiftung geförderte Sprachprogramme sowie Schulungen der Erzieherinnen durch Hand in Hand (finanziert von der Stadt Karlsruhe) zur qualifizierten Sprachförderung durchgeführt. Zudem ist in Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration ein Sprachkurs für Mütter in der Kindertageseinrichtung Haid-und-Neu-Straße geplant. Da- neben gibt es verschiedene Ansätze, ehrenamtliches Engagement zu stärken. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 27.11.2008 wird das neue Modellprojekt Sp.e.m.Sy (Sprache entwickeln mit System), das die SJB als Projektträger mit „Hand in Hand“ durchführen und evaluieren will, zur Diskussion gestellt.