Antrag SPD: "Hilfe leicht gemacht" - Elternberatung in Kindertagesstätten

Vorlage: 21048
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.10.2008
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Oberreut

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 21.10.2008

    TOP: 13

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Elternberatung Kindertagesstätten
    Extrahierter Text

    ANTRAG Stadträtin Doris Baitinger (SPD) Stadträtin Angela Geiger (SPD) Stadträtin Heike Backes (SPD) Stadträtin Gisela Fischer (SPD) Stadträtin Natascha Roth (SPD) SPD-Gemeinderatsfraktion vom 29. August 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 54. Plenarsitzung Gemeinderat 21.10.2008 1541 13 öffentlich „Hilfe leicht gemacht“ - Elternberatung in Kindertagesstätten 1. Das in Heidelberg gestartete Modellprojekt „Elternberatung an Kindertagesstätten“ wird im Jugendhilfeausschuss bzw. im Arbeitsausschuss Jugendhilfe zeitnah vorgestellt. 2. Die Stadtverwaltung entwickelt ein Konzept, wie das Heidelberger Modellprojekt auf Karlsruhe übertragen werden kann. 3. Die Stadtverwaltung legt die Kosten für die Umsetzung des Konzepts dar. Kleine Rangeleien unter Kindern sind harmlos. Werden daraus jedoch Aggressionen, die in Gewalttätigkeiten münden, müssen die Gründe hierfür ermittelt und muss möglichst frühzeitig gegengesteuert werden. Deshalb wird bundesweit von Expertinnen und Experten ein Beratungsangebot für Eltern, das an den Kindertagesstätten verortet ist, sehr positiv gesehen. Eine solch dezentrale Beratungsstruktur für Eltern in Fragen der Erziehung dient dazu, mehr Eltern zu erreichen und darin zu unterstützen, auf die Interessen und Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen eingehen zu können. Mütter und Väter sollen mit diesem niederschwelligen Beratungsangebot in der Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung unterstützt und gestärkt werden. Durch die Verankerung des Beratungsangebots für Eltern an den Kindertagesstätten ist es möglich, die Eltern zu einem frühen Zeitpunkt zu erreichen und präventiv wirksam zu werden. Der Ort der Beratung „Kindertagesstätte“ ist den Eltern bereits vertraut, bekannt und einfach zu erreichen. Dadurch können auch Eltern erreicht werden, die von sich aus keine Beratungsstelle aufsuchen würden. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg hat ein flächendeckendes Konzept zur Durchführung von Beratungsangeboten für Eltern in Fragen der Erziehung an Kindertagesstätten in Heidelberg entwickelt, das in Form eines Modellprojekts vom 01.05.2008 bis zum 31.08.2009 schrittweise umgesetzt und erprobt werden soll. Die Beratung an den jeweiligen Kindertagesstätten wird von langjährigen und kompetenten Partnern in Erziehungs- und Lebensfragen der Stadt Heidelberg durchgeführt wie z. B. Caritasverband, AWO und Diakonisches Werk. unterzeichnet von: Doris Baitinger Angela Geiger Heike Backes Gisela Fischer Natascha Roth Hauptamt - Sitzungsdienste - 10. Oktober 2008

  • TOP 13
    Extrahierter Text

    STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion vom: 29.08.2008 eingegangen: 09.09.2008 Gremium: 54. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.10.2008 1541 13 öffentlich Dez. 3 "Hilfe leicht gemacht" - Elternberatung an Kindertagesstätten - Kurzfassung - Kindertageseinrichtungen können Eltern, deren Kinder zum Beispiel durch aggressives Ver- halten auffallen, den Zugang zu einer Beratungsstelle erleichtern. In Karlsruhe stehen im begrenzten Umfang Angebote der Psychologischen Beratungsstelle (PBSt) und des Kinder- büros (Familienbildung) der Stadt Karlsruhe zur Verfügung. Die Frage nach dem Bedarf an aufsuchender Unterstützung durch Elternberatung an Kinder- tagesstätten wird in das Konzept zur Unterstützung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten in Kindertageseinrichtungen integriert. Dieses wird mit allen Bausteinen im Jugendhilfeaus- schuss am 27. November 2008 vorgestellt. Das Bürgermeisteramt empfiehlt deshalb, den Antrag an den Jugendhilfeausschuss zu ver- weisen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Karlsruhe Masterplan 2015 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Aktueller Sachstand: Beratung und Familienbildung für Eltern mit Kindern im Kinder- gartenalter Kindertageseinrichtungen können Eltern, deren Kinder zum Beispiel durch aggressives Ver- halten auffallen, den Zugang zu einer Beratungsstelle erleichtern. In Karlsruhe stehen der- zeit folgende Angebote der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Karlsruhe (PBSt) zur Verfügung:  Seit vielen Jahren gibt es in einer städtischen Kindertagesstätte bei Bedarf eine Sprech- stunde der PBSt. Etwa jeweils zur Hälfte finden Elterngespräche oder Beratungsgesprä- che mit den Erzieherinnen statt, in die dann auch die Eltern einbezogen werden.  In Einzelfällen kommt auf Anfrage eine Fachkraft der PBSt in Kindertageseinrichtungen der freien Träger, um mit Eltern ein Erstgespräch zu führen und gegebenenfalls die Be- ratung in der PBSt fortzusetzen, was in der Regel gelingt. Meist geht es darum, dass das Kind vor Ort in seinem Spiel- und Sozialverhalten von einer neutralen Fachkraft beo- bachtet wird, um im anschließenden Beratungsgespräch Hilfestellung im Umgang mit dem Kind zu geben.  Ebenso führt die PBSt im Einzelfall bei Konflikten Vermittlungsgespräche zwischen El- tern und Mitarbeiter/-innen einer Einrichtung.  Für die städtischen Kindertageseinrichtungen führt die PBSt verschiedene Fortbildungen und Supervision für Leiter/-innen durch.  Die PBSt bietet eine wöchentliche Sprechstunde ohne Anmeldepflicht für Eltern in der Otto-Sachs-Straße und im Rathaus Durlach. Wartezeiten auf Beratung gibt es derzeit kaum. Die Anmeldezahlen in der PBSt im Altersbereich 3 - 6 Jahre liegen zwischen 16 % und 34 % der Gesamtanmeldungen. Das Kinderbüro (Familienbildung) vermittelt und finanziert Referentinnen zu Erziehungsthe- men für Elternabende in Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus wird in den Kindertages- stätten in Oberreut und in der Kentuckyallee von einer Erzieherin mit großem Erfolg der Kurs „Starke Eltern - Starke Kinder“, finanziert über die Familienbildung, durchgeführt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Bedarfsplanung und Konzeption Es ist davon auszugehen, dass im Kindergartenbereich ein höherer Beratungsbedarf be- steht, als er in der PBSt aufgrund der Komm-Struktur in Anspruch genommen wird. Eltern von Schulkindern, die in der PBSt in Beratung sind, berichten häufig von vorhergehenden Problemen im Kindergarten. Erst Anregungen von Lehrern/-innen oder Kinderärzten/-innen führen im Verlauf dazu, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Rückmeldungen von Erziehern/- innen und Einrichtungsleitungen zeigen den wachsenden Bedarf an Unterstützung für Kin- der mit Verhaltensauffälligkeiten. Je besser die Kontakte zwischen Kindertageseinrichtungen und PBSt sowie die Kenntnis vom Hilfeangebot in Karlsruhe sind, umso eher gelingt eine Weitervermittlung an andere Stellen. Während kurzfristige Beratungen bei entsprechenden räumlichen Voraussetzungen in der Kindertageseinrichtung durchgeführt werden können, müssen notwendige Diagnostik und längerfristige Beratungen in der entsprechenden Fachstelle angeboten werden. Bisheri- ge Erfahrungen zeigen, dass eine Beratung vor Ort von einem Teil der Eltern nicht ange- nommen wird, weil der geschützte anonyme Rahmen fehlt. Die Frage nach einem Ausbau der Elternberatung an Kindertagesstätten wurde bei der Be- darfsplanung und Konzeption „Verhaltensauffällige Kinder im Kindergarten“ berücksichtigt und in einer Besprechung mit Einrichtungen aus Jugendhilfe und Gesundheitswesen am 16. September 2008 als ein möglicher Baustein des Gesamtkonzeptes vorgestellt. Weitere Dis- kussionen, etwa mit den Trägern und Fachberaterinnen der Kindertageseinrichtungen, sowie die Vernetzung mit bestehenden Hilfen und Projekten (Frühe Prävention, Kinder- und Fami- lienzentren) folgen. Weiteres Vorgehen Die Frage nach dem Bedarf an aufsuchender Unterstützung durch Elternberatung an Kinder- tagesstätten wird in das Konzept zur Unterstützung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten in Kindertageseinrichtungen integriert. Dieses wird mit allen Bausteinen im Jugendhilfeaus- schuss am 27. November 2008 vorgestellt.