Sachstandsbericht Breitbandausbau in der Stadt Karlsruhe
| Vorlage: | 2026/0065/1 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 09.02.2026 |
| Letzte Änderung: | 05.03.2026 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Wettersbach |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier |
Beratungen
- Ortschaftsrat Wettersbach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 17.03.2026
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Seite 1 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung Foto erstellt von freepik - de.freepik.com Sachstandsbericht Breitbandausbau Stadt Karlsruhe Stand Februar 2026 -- 1 of 6 -- Seite 2 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung 1 Breitbandbericht Baden-Württemberg 2025 Das Land hat Ende letzten Jahres den Breitbandbericht 2025 veröffentlicht. Hervorzuheben ist der kürzlich geschlossene Glasfaserpakt. Dieser ist ein „Memorandum of Understanding“ mit den Telekommunikationsunternehmen und umfasst unter anderem folgende Themen: • Breitbandausbau erfolgt unter Vorrang des privatwirtschaftlichen Ausbaus, bedarfsgerecht unterstützt von Förderung • Geeignete Maßnahmen zur Ausbaubeschleunigung, zu denen auch verstärkte Kooperationen und die Nutzung von Synergien durch die einzelnen Akteure zählen Die Stadt Karlsruhe ist 2025 als eine von knapp 200 Kommunen in Baden-Württemberg als „Gigabitkommune“ hervorgehoben worden. Das bedeutet, es besteht gemäß Breitbandatlas des Bundes eine mindestens 90-prozentige Gigabitversorgung. Der vollständige Bericht ist unter folgendem Link einsehbar: https://digital-laend.de/breitbandbericht-2025/breitbandausbau-in- bw/ 2 Breitbandversorgung aktueller Stand Stadt Karlsruhe Stand Juni 2025 verfügen in Karlsruhe rund 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen über Gigabitbandbreiten. Der Großteil davon (rund 94 Prozent) wird über die Kabelnetze der Vodafone, die sogenannten Hybrid Fibre Coax Netze, bereitgestellt. Mittels DSL- Kupfernetzen sind rund 95 Prozent mit Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s versorgt. Über die Möglichkeit, Glasfaser bis ins Gebäude zu erhalten (FTTB/H), verfügen bisher knapp 35 Prozent. 3 Glasfaserausbau Rheinhafen 3.1 Allgemeines Die Stadt Karlsruhe hat im Juni 2019 Förderanträge für das Gebiet Rheinhafen, bestehend aus nördlichem und südlichem Hafengebiet sowie den Gewerbegebieten Schlehert und Koellestraße, im Betreibermodell gestellt. Im Einzelnen handelt es sich um drei Anträge: Fördergebiet Aktenzeichen Bausumme (EUR) Fördersumme (EUR) Eigenmittel (EUR) Hafen Nord 832.5/3-19 11BW200080 4.330.483,23 3.867.087,00 429.677,00 Hafen Süd 832.5/3-19 11BW200081 4.701.770,77 4.191.285,00 465.999,00 Gewerbegebiet Schlehert und Gewerbegebiet Koellestraße 832.5/3-19 11BW200082 2.841.757,24 2.520.748,00 280.084,00 Summen 11.874.011,24 10.579.120,00 1.175.760,00 Der Bund fördert 50 Prozent der förderfähigen Kosten, das Land seinerseits 40 Prozent, sodass der Eigenanteil (nach Berücksichtigung der Einnahmen aus dem Netzbetrieb) der Stadt Karlsruhe bei 10 Prozent liegt. Dieser wird durch das Tiefbauamt erbracht, welches bereits Abschlagszahlungen geleistet hat. Der Ausbau des Rheinhafens erfolgt im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Breitband Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK). -- 2 of 6 -- Seite 3 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung 3.2 Baufortschritt Der Tiefbau des Netztes ist größtenteils abgeschlossen. Es fehlen bis auf wenige Straßenzüge nur Verbindungstücke in Form von Spülbohrungen. Nach aktuellem Bauzeitenplan ist geplant, bis Ende des ersten Quartals 2026 alle Baumaßnahmen inklusive Kabelarbeiten abzuschließen. Bereits früher sollten einzelne Anschlüsse betriebsfertig sein. Die Wirtschaftsförderung und das Tiefbauamt sind mit dem ausführenden Generalübernehmer Leonhard Weiss und der BLK in regelmäßiger Abstimmung zum Projektfortschritt. Die BLK nimmt als Dienstleister für die Stadt Bauherrenaufgaben wahr. 3.3 Verwaltung und Betrieb des Netzes Die Stadtwerke Karlsruhe Kommunale Dienste GmbH (SWKD) wird nach Fertigstellung des Netzes dieses in ihre Systeme übernehmen und die Leitungsauskunft übernehmen. Der zugehörige Leistungsschein wurde durch die SWKD, Tiefbauamt und Wirtschaftsförderung unterschrieben und ist seit 01.06.2025 in Kraft. Die SWKD soll darüber hinaus auch Nachverdichtungen in geringem Umfang übernehmen. Unternehmen, die sich beim Bau keinen Glasfaseranschluss haben legen lassen, erhalten so eine zweite Chance, sich an das Breitbandnetz anschließen zu lassen. Dies muss allerdings ohne Fördergelder geschehen. Die Endkunden des FTTH Netzes können Dienste über die inexio oder andere Open access Partner beziehen. 4 Weitere Förderverfahren Die Förderkulissen von Bund- und Land bieten aktuell, wie in den letzten Jahren, keine Möglichkeit einer weiteren Förderung. Das Antragsverfahren ist so gestaltet, dass Großstädte keine Chance auf eine Bewilligung haben. Die Förderkulisse wird in Hinblick auf sinnvolle Antragsmöglichkeiten fortlaufend beobachtet. 5 Privatwirtschaftlicher Ausbau Folgende Anbieter bauen in Karlsruhe aktuell Glasfasernetze (FTTB/H): • Telekom • OXG (Vodafone) • 1&1 Versatel • Stadtwerke Karlsruhe • Deutsche Glasfaser (abgesagt, siehe Seite 5) 5.1 Telekom Die Telekom befindet sich in folgenden Stadtteilen im Bau des Glasfasernetzes oder hat diesen bereits abgeschlossen: • Mühlburg • Weststadt • Innenstadt-West • Südweststadt • Südstadt • Oststadt • Innenstadt-Ost -- 3 of 6 -- Seite 4 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung • Oberreut • Durlach (Aue) Für folgende Ortsteile ist in Zukunft ein Ausbau angekündigt: • Beiertheim-Bulach • Weiherfeld-Dammerstock • Durlach (Geigersberg) Für den Ausbau in der Innenstadt wurde das durch die Telekom beauftragte Bauunternehmen ConstructionHeads GmbH bei der Vergabe einer Lagerfläche unterstützt. Es konnte eine Fläche im Bereich Lohfeld gefunden werden, das Liegenschaftsamt hat hierfür einen Mietvertrag mit dem Unternehmen geschlossen. 5.2 OXG / Vodafone Die OXG (Joint Venture der Vodafone zum Glasfaserausbau) ist in mehreren Stadtteilen Karlsruhes aktiv und baut Glasfasernetze. Hierbei werden aber fokussiert erst Gebäude von größeren Wohnungswirtschaften erschlossen, die mit der OXG / Vodafone Rahmenverträge zur Glasfasererschließung ausgemacht haben. Dieser Ausbau erweitert sich um umliegende Bereiche, es findet aber kein flächendeckender Ausbau der Stadtteile statt. Aktuell befinden sich in folgenden Gebieten Netze in der Realisierung: • Daxlanden • Grünwinkel • Oberreut • Beiertheim • Weiherfeld-Dammerstock • Durlach (Aue) 5.3 1&1 Versatel Die 1&1 Versatel baut primär in Gewerbegebieten Glasfaser aus bzw. hat dies bereits getan. So wurden in 2025 folgende Ausbauprojekte fertiggestellt: • An der Roßweid (Grötzingen) • Am Storrenacker (Hagsfeld) • Kirchfeld Nord (Kirchfeld) • Am Sandfeld (Kirchfeld) • Unterer Dammweg (Neureut) • Pulverhausstraße (Grünwinkel) Im Rahmen ihres Mobilfunkausbaus hat die 1&1 auch vereinzelt Straßenzüge im Rheinhafen mit Glasfaser ausgebaut, zum Beispiel die Werftstraße, die Wikingerstraße, Koellestraße sowie Fettweisstraße. Hierbei wurde bei der Erschließung ihrer Mobilfunkstandorte Leerrohre für die Erschließung einzelner Kunden mitverlegt. 5.4 Stadtwerke Karlsruhe Der Ausbau der Stadtwerke in der Oststadt wird Ende 2026 abgeschlossen. Zudem beginnt der Ausbau in Teilen der Stadtteile Rüppurr sowie der Nordweststadt und seit 01.02.2026 können Anwohnende die Glasfasertarife schon direkt buchen. Ein zentraler Schwerpunkt der Stadtwerke liegt auf der Nutzung von Synergien sowie auf partnerschaftlichen Kooperationen, insbesondere mit Unternehmen der Wohnungswirtschaft. In -- 4 of 6 -- Seite 5 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung diesem Rahmen ist der Ausbau von rund 20.000 Wohneinheiten in den kommenden Jahren geplant. Darüber hinaus haben die Stadtwerke Karlsruhe eine Ausbaukooperation mit der Deutschen Telekom gestartet, deren Umsetzung bereits in diesem Jahr beginnt. Diese Kooperation soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. 5.5 Deutsche Glasfaser Die Deutsche Glasfaser (DG) hatte 2023 angekündigt, die Höhenstadtteile Hohenwettersbach, Palmbach, Grünwettersbach und Stupferich auszubauen. Ende des Jahres begann auch die Vorvermarktung. 2024 und 2025 folgten dann weitere Stadtteile in der Vorvermarktung. Geplant waren folgende Gebiete: Hohenwettersbach, Palmbach, Grünwettersbach, Stupferich, Bergwaldsiedlung, Dammerstock, Durlach (Geigersberg), Wolfartsweier, Grötzingen, Gewerbegebiet Grünwinkel, Gewerbegebiet Nord-West, Knielingen, Nordweststadt, Nordstadt und Neureut. Ende 2025 hat die DG der Stadt mitgeteilt, dass der geplante Ausbau abgesagt wird. Die Hauptgründe für den Rückzug sind die hohen Bau- und Zinskosten sowie die niedrigen Anschlussquoten im Rahmen der Nachfragebündelung. Ergänzend zu den oben genannten Gründen wurde angeführt, dass die städtischen Vorgaben die Kosten für Genehmigungsverfahren zusätzlich erhöhen. Das bewährte städtische Verfahren, welches für alle TK-Unternehmen gleichermaßen gilt, dient dazu, die bereits vorhandene - sehr umfangreiche - Leitungsinfrastruktur (Entwässerung, Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und TK-Leitungen) langfristig zu sichern. Die von der DG gewünschte, weitgehende Abkehr von den Grundsätzen des Genehmigungsverfahrens ist daher für die Stadt zu risikobehaftet und nicht vertretbar. Persönliche Gespräche der Stadtspitze und Verwaltung haben nicht dazu geführt, dass die DG den Ausbau fortsetzt. 5.6 Doppelausbau In vielen Stadtteilen in Karlsruhe kommt es zu einem Doppelausbau, das heißt, dass mehrere Netzbetreiber eigene Glasfaserleitungen zu den Endkunden verlegen. So werden zwei, teilweise sogar drei oder vier parallele Netze geschaffen. Im Optimalfall werden die Leitungen bei der gleichen Baumaßnahme mitverlegt, so ist es zum Beispiel in der Oststadt erfolgt. Hier wurde der Graben der Baumaßnahme der SWK durch die Telekom, gegen Beteiligung an den Kosten, mitgenutzt. Im Worstcase werden die Gebiete nacheinander ausgebaut und es besteht keine Kooperation. Dieser Doppelausbau belastet die Bürgerinnen und Bürger, ist nicht ressourcenschonend und volkswirtschaftlich meist unsinnig. Die Stadt Karlsruhe hat als Wegebaulastträger leider keine Mittel und Wege, dies juristisch zu verhindern. Die Wirtschaftsförderung und das Tiefbauamt sprechen diese Problematik bei den Betreibern an und bemühen sich um eine Koordination untereinander. Im Juli 2025 wurde zwischen SWK und Telekom ein Kooperationsvertrag geschlossen, welcher einen kooperativen Ausbau in den Stadtteilen Rüppurr und Nordweststadt umfasst. Die SWK werden den Bau des Glasfasernetzes sowie die Instandhaltung des Netzes übernehmen. Der anschließende aktive Netzbetrieb erfolgt gemeinsam durch die SWK und die Telekom. Diese Kooperationsvereinbarung ist ein wesentlicher Schritt, um Doppelausbauten aus Tiefbausicht zu verhindern bzw. zu reduzieren. -- 5 of 6 -- Seite 6 von 6 Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung 6 Zusammenfassung Die im Bericht dargestellten Ausbauvorhaben sind im Lageplan in der Anlage dargestellt. Der geförderte Ausbau im Rheinhafen wird voraussichtlich Ende des ersten Quartals abgeschlossen, danach geht dieser in den Betrieb über. Weitere Förderverfahren wird es in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht geben, die Förderkulisse wird aber fortlaufend beobachtet. Der Fokus liegt auf dem eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Netzbetreiber. Es ergibt sich eine allgemein hohe Verfügbarkeit an Gigabitbandbreiten (95 Prozent), größtenteils durch HFC-Netze (94 Prozent). Mittels DSL-Kupfernetzen sind 95 Prozent mit Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s versorgt. Diese gute Versorgung hemmt die Wechselbereitschaft auf Glasfasertarife, die meistens etwas teurer sind als die günstigsten HFC- oder DSL-Verträge. Dies führt zwar, zusammen mit den hohen Bau- und Zinskosten, zu einer Verlangsamung bei der Ausbaugeschwindigkeit, die etablierten Telekommunikationsanbieter realisieren aber weiterhin neue Ausbaugebiete. So steigt die Glasfaserversorgung stetig an und beträgt aktuell knapp 35 Prozent des Stadtgebietes. Die Wirtschaftsförderung steht zum aktuellen Stand der Ausbausituation mit den Betreibern in engem Kontakt. Mit dem Tiefbauamt besteht regelmäßiger Austausch über den aktuellen Stand der Bau- und Genehmigungsverfahren. -- 6 of 6 --
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Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2026/0065/1 Verantwortlich: Dez. 1 Dienststelle: Ortsverwaltung Wettersbach Sachstandsbericht Breitbandausbau in der Stadt Karlsruhe Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Wettersbach 17.03.2026 3 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Im beigefügten Bericht ist der aktuelle Stand der Ausbauvorhaben im Stadtgebiet erläutert. Die Wirtschaftsförderung steht zum aktuellen Stand der Ausbausituation mit den Betreibern in engem Kontakt. Der Sachstandsbericht wurde im Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft öffentlich zur Kenntnis genommen. Auf die Anlage wird verwiesen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO2-Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit SWK -- 1 of 1 --