Familie-Reinhardt-Platz: Ein Ort zum Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma

Vorlage: 2026/0037
Art: Antrag
Datum: 21.01.2026
Letzte Änderung: 13.03.2026
Unter Leitung von: Liegenschaftsamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 24.02.2026

    TOP: 13

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Beratung im Fachgremium/Arbeitskreis

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Interfraktioneller Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2026/0037 Eingang: 20.02.2026 Familie-Reinhardt-Platz: Ein Ort zum Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma Interfraktioneller Antrag: GRÜNE, SPD, KAL, Die Linke, Volt Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 24.02.2026 13 Ö Kenntnisnahme Bauausschuss 20.05.2026 Ö Behandlung Die Stadt schafft auf dem bisher namenlosen Platz Kapellenstraße / Ludwig-Erhard-Allee am Rande der Karlsruher Altstadt einen Erinnerungsort an die verfolgten, deportierten und ermordeten Karlsruher Sinti und Roma. Sie benennt den Platz nach der, im sogenannten Dörfle beheimateten, Familie Reinhardt als „Familie-Reinhardt-Platz“ und stellt hier die am 25. Juli 2025 im Kulturausschuss beschlossene Stele zur Erinnerung an die zweitgrößte Opfergruppe des nationalsozialistischen Genozids auf. Begründung/Sachverhalt: Familie-Reinhardt-Platz steht für die verfolgten Familienmitglieder, aber auch stellvertretend für alle ermordeten Karlsruher Sinti und Roma. Hiermit wird einer schon jahrelangen, wiederholt vorgebrachten Initiative der Gesellschaft für bedrohte Völker Rechnung getragen, eine Straße oder einen Platz zum Gedenken an das Leiden dieser Karlsruher Bevölkerungsgruppe zu benennen. Näheres zur Familie Reinhardt findet sich in der Vormerkliste für Straßennamen mit Stand vom 10.03.2022: Der Familie Reinhardt gehörten die Eltern Karl und Katharina Reinhardt, sowie deren Kinder Anton, Georg, Johann, Veronika und Josef an. Der Vater war als Instrumentenmacher, Musiker und Hilfsarbeiter tätig. Die meisten Mitglieder der Familie wurden aus Karlsruhe aufgrund des Auschwitz-Erlasses von SS-Reichsführer Heinrich Himmler deportiert. Von den sieben Mitgliedern der Familie überlebten lediglich die Mutter und die Tochter Veronika sowie Sohn Josef den Holocaust. Sohn Anton war bereits verheiratet und hatte zwei Kinder, welche, wie auch seine Frau, im KZ Auschwitz umgebracht wurden. Entgegen der Auffassung der Verwaltung (s. Schreiben vom 07.11.2025 zur Benennung eines Platzes mit Brigandeplatz/Reinhardtplatz) vertreten wir folgende Ansicht: Eine Straßenbenennung nach einer Familie wurde in Karlsruhe bisher nicht vollzogen. Sie erscheint in diesem Fall jedoch stimmig, denn die Verfolgung und Ermordung traf die Menschen nicht aus individuellen Gründen, sondern wegen ihrer Herkunft. -- 1 of 2 -- – 2 – Erfahrungsgemäß ergibt sich in der Innenstadt nur sehr selten eine Gelegenheit, einen öffentlichen Ort zu benennen. Für uns ist nicht erkennbar, dass an einer anderen Stelle ein „ Platz mit entsprechender Attraktivität und Signalwirkung für Karlsruhe“ gefunden werden könnte, wie dies der Bürgerverein Altstadt im Bürgerheft „die Stadtmitte“, Ausgabe August 2025 vorgeschlagen hat. Der Platz an der Kapellenstraße stellt darüber hinaus einen engen örtlichen Bezug zum Lebensmittelpunkt der Verfolgten her. Unterzeichnet von: Jorinda Fahringer Aljoscha Löffler Dr. Susanne Heynen Dr. Raphael Fechler Dr. Anton Huber Lüppo Cramer Sonja Döring Michael Haug Anne Berghoff Tanja Kaufmann Fabian Gaukel -- 2 of 2 --

  • Protokoll GR 24.02.2026 TOP 13
    Extrahierter Text

    Niederschrift 21. Plenarsitzung des Gemeinderates 24. Februar 2026, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 13 der Tagesordnung: Familie-Reinhardt-Platz: Ein Ort zum Gedenken an die ermor- deten Sinti und Roma Interfraktioneller Antrag: GRÜNE, SPD, KAL, Die Linke, Volt Vorlage: 2026/0037 Punkt 13.1 der Tagesordnung: Familie-Reinhardt-Platz: Ein Ort zum Gedenken an die er- mordeten Sinti und Roma Änderungsantrag: FDP/FW Beschluss: Beratung im Bauausschuss am 20. Mai 2026, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft die Tagesordnungspunkte 13 und 13.1 auf und teilt mit, die Anträge werden ohne Aussprache in den Bauausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 27. Februar 2026 -- 1 of 1 --