Gesellschaftliches Empowerment – Ehrenamtskultur in Karlsruhe neu aufstellen
| Vorlage: | 2026/0017 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 14.01.2026 |
| Letzte Änderung: | 30.03.2026 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2026/0017 Eingang: 14.01.2026 Gesellschaftliches Empowerment – Ehrenamtskultur in Karlsruhe neu aufstellen Antrag: CDU Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 24.02.2026 9 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 10.03.2026 3 Ö Behandlung Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt: 1. Die Stadtverwaltung entwickelt gemeinsam mit dem Gemeinderat, ehrenamtlich Engagierten, Vereinen und Initiativen eine neue, klare Ziel- und Aufgabenbeschreibung für die Ehrenamtsförderung in Karlsruhe. Diese soll die Grundlage einer lebendigen, aktivierenden Ehrenamtskultur bilden – nicht als Verwaltungsforum, sondern als Netzwerkplattform mit konkreten Projekten, Austauschformaten und Öffentlichkeitsarbeit. 2. Zudem soll die neue Ehrenamtsförderung das Ziel verfolgen, Möglichkeiten zu identifizieren, um bisherige Ausgaben für freiwillige Leistungen zu reduzieren. Sachverhalt / Begründung Das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe ist vielfältig, aber aktuell in seiner öffentlichen Wahrnehmung und strukturellen Unterstützung zu schwach aufgestellt. Viele engagierte Menschen erleben, dass ihre Anliegen verwaltet statt gestaltet werden. Eine lebendige Ehrenamtskultur braucht Dynamik, Sichtbarkeit, Innovation und Beteiligung. Ziel des Antrags ist es, das Ehrenamt in Karlsruhe neu zu denken: nicht als Verwaltungsaufgabe, sondern als Bürgerbewegung mit Unterstützung der Stadt. Schließlich ist absehbar, dass angesichts der Haushaltslage mittel- und langfristig nicht mehr jede Aufgabe im vollen Umfang von der Stadt Karlsruhe geleistet werden kann. Mit klaren Zielen, einer starken Marke (z.B. „Fit fürs Ehrenamt“) und offener Beteiligung kann Karlsruhe ein sichtbares Zeichen setzen – als Stadt, die Engagement fördert, Vielfalt anerkennt und Menschen zum Mitmachen motiviert. Zu diesem Zweck sollen bislang unterrepräsentierte Gruppen (d.h. Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Umwelt- und Stadtbildinitiativen („Stadtsäuberer“, Urban Gardening usw.), Nachbarschaftsinitiativen) bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit breiter eingebunden werden. Außerdem gilt es, die Ehrenamtskarte in ihrer jetzigen Ausgestaltung weiterzuentwickeln und attraktiver zu machen – z.B. auch durch eine stadteigene Ehrenamtskarte, wenn die Ehrenamtskarte des Landes doch nicht eingeführt wird. Überlegenswert sind auch Maßnahmen zur Förderung von Innovation und Anerkennung des Ehrenamts, beispielsweise durch die Schaffung eines „Karlsruher Ehrenamtsfonds“ zur Mikroförderung neuer Engagement-Formen (z.B. für kleine Projekte bis 500 Euro) oder eines Ehrenamtsfestivals/einer Ehrenamtsgala als Zeichen öffentlicher Anerkennung und Wertschätzung. -- 1 of 2 -- – 2 – Letztlich soll eine Neustrukturierung des Ehrenamts dazu beitragen, dass weitere und neue Formen des ehrenamtlichen Engagements entstehen, um vor allem auch in bestehenden Strukturen hauptamtliches Personal zu unterstützen oder zu entlasten (z.B. in Wohn- und Pflege- Wohngemeinschaften beim gemeinsamen Einsatz gegen Einsamkeit älterer oder pflegebedürftiger Mitmenschen). Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadtrat Tilman Pfannkuch -- 2 of 2 --
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2026/0017 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Amt für Stadtentwicklung Gesellschaftliches Empowerment – Ehrenamtskultur in Karlsruhe neu aufstellen Antrag: CDU Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 24.02.2026 9 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 10.03.2026 3 Ö Behandlung Kurzfassung Das Amt für Stadtentwicklung (Büro für Mitwirkung und Engagement) koordiniert in dezernatsübergreifender Zusammenarbeit mit anderen Fachdienststellen, der Politik, dem städtischen Beirat Forum Ehrenamt und der Zivilgesellschaft die Erarbeitung einer gesamtstädtischen Strategie zur Engagementförderung. In einem ersten Schritt informiert die Verwaltung Vertretungen des Gemeinderates über gegenwärtige Herausforderungen, Projekte und Handlungsansätze und definiert Leitfragen für den Prozess. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO2-Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit -- 1 of 3 -- – 2 – Erläuterungen Die Stadtverwaltung entwickelt gemeinsam mit dem Gemeinderat, ehrenamtlich Engagierten, Vereinen und Initiativen eine neue, klare Ziel- und Aufgabenbeschreibung für die Ehrenamtsförderung in Karlsruhe. Diese soll die Grundlage einer lebendigen, aktivierenden Ehrenamtskultur bilden – nicht als Verwaltungsforum, sondern als Netzwerkplattform mit konkreten Projekten, Austauschformaten und Öffentlichkeitsarbeit. Das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe ist vielfältig und in seinen Strukturen und Bedarfen sehr dynamisch. Wie auch andernorts stärkt es die Gemeinschaft, sorgt für ein intaktes Lebensumfeld, fördert die lokale Demokratie und hilft auch bei der Bewältigung lokaler Herausforderungen sowie der kommunalen Daseinsvorsorge. Engagement wird nicht top-down durch die Stadt Karlsruhe angeregt oder durch diese verwaltet. Es entwickelt sich aus der Bevölkerung, sozialen Bewegungen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen. Durch die Bereitstellung von Expertise und Ressourcen sowie dem Schaffen von Rahmenbedingungen beeinflusst die Stadt, wie sich das Engagement entwickelt und ob sich Menschen für die freiwillige und unentgeltliche Mitwirkung im Gemeinwesen entscheiden. Die Engagementförderung der Stadt fokussiert dabei auf die folgenden Aufgabenfelder: 1. Begleitung und Unterstützung von Initiativen und Vereinen bei rechtlichen Fragen und Entwicklungsprozessen 2. Informationsvermittlung und Beratung 3. Qualifizierung von Ehrenamtlichen 4. Vermittlung Freiwilliger 5. Vernetzung von Vereinen, Einrichtungen, Unternehmen und Ehrenamtlichen 6. Bereitstellung und Management von Fördermitteln 7. Entwicklung städtischer und themenspezifischer Engagementprojekte 8. Öffentlichkeitsarbeit 9. Würdigung von Engagierten und Pflege der Anerkennungskultur Auch in Karlsruhe sind Engagement und Ehrenamt im Wandel und mit engagementspezifischen und gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Traditionelle Strukturen wie Verbände und Vereine haben zunehmend das Problem Nachwuchs zu gewinnen und Führungspositionen zu besetzen. Projektförmiges und temporäres Engagement gewinnt an Bedeutung. Die individuelle Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie sowie Bürokratie und geringe finanzielle Spielräume stellen weitere zentrale Herausforderungen dar. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass bürgerschaftliches Engagement einen wichtigen Beitrag zu sozialer Integration und gesellschaftlicher Teilhabe leistet, jedoch in der Bevölkerung ungleich verteilt ist. Engagementquoten unterscheiden sich in Abhängigkeit von Alter, Einkommen und Bildungsstand. Das zeigen auch die Ergebnisse der Bürgerumfrage zu den Themen Beteiligung und Engagement aus dem Jahr 2023 für Karlsruhe. Von den Karlsruherinnen und Karlsruhern mit Volks-/Haupt- und Sonderschulabschluss oder ohne Bildungsabschluss sind 18,4 % ehrenamtlich tätig. Gleichzeitig engagieren sich 32,6 % der Personen mit (Fach-)Hochschulabschluss. Ebenso besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Engagement: Personen mit einem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen von 4.000 Euro und höher engagieren sich häufiger (33,8 %) als Personen mit einem Einkommen unter 1.000 Euro (25,6 %). (Für weitere Zahlen siehe Anhang.) Um diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen und künftige Handlungsschwerpunkte zu identifizieren, koordiniert das Büro für Mitwirkung und Engagement die Erarbeitung einer gesamtstädtischen Strategie zur Engagementförderung. Das Leitbild wird vom Gemeinderat, dem städtischen Beirat Forum Ehrenamt, Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung gemeinsam entwickelt. In einem ersten Schritt organisiert das Büro für Mitwirkung und Engagement im Frühsommer 2026 einen Runden Tisch, bei dem sich Vertretungen des Gemeinderates und der Stadtverwaltung zu den -- 2 of 3 -- – 3 – Leitfragen und Handlungsfeldern verständigen, die im anschließenden Prozess vertieft werden. Ziel des Runden Tisches ist es zudem, den Gemeinderat konkret über die gegenwärtige Engagementförderung und laufende Projekte und Erfahrungen zu informieren. Vorab werden weitere Informationen zur städtischen Engagementförderung zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt. Zudem soll die neue Ehrenamtsförderung das Ziel verfolgen, Möglichkeiten zu identifizieren, um bisherige Ausgaben für freiwillige Leistungen zu reduzieren. Über entsprechende Synergien und die etwaige Reduktion an freiwilligen Leistungen wird sich im Erarbeitungsprozesses der gesamtstädtischen Engagementstrategie verständigt. Anlage: Umfrage „Beteiligung und Engagement“ -- 3 of 3 --
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Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement Umfrage Beteiligung und Engagement Ergebnisbericht -- 1 of 11 -- 2 | Umfrage Beteiligung und Engagement Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiter: Christoph Riedel Bereich: Büro für Mitwirkung und Engagement Jan Lange Bearbeitung: Eileen Baron Layout: Stefanie Groß Titelfoto: © Stadt Karlsruhe, Eileen Baron Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1212 Fax: 0721 133-1279 E-Mail: bme@karlsruhe.de Internet: karlsruhe.de/beteiligung-engagement Stand: März 2025 | Nr. 25-0166 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. -- 2 of 11 -- Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement | 3 Inhalt Umfrage Beteiligung und Engagement .............................................................................................................................................................4 Beteiligung .........................................................................................................................................................................................................4 Teilnahme an Beteiligungsveranstaltungen ................................................................................................................................. 4 Beschreibung der letzten Beteiligungsveranstaltung .................................................................................................................... 4 Hinderungsgründe Beteiligungsveranstaltung ............................................................................................................................. 5 Engagement........................................................................................................................................................................................................6 Engagement im Zeitvergleich .....................................................................................................................................................6 Engagement nach verschiedenen Merkmalsgruppen................................................................................................................... 7 Hinderungsgründe für ein Engagement ...................................................................................................................................... 8 Gründe für ein Engagement .......................................................................................................................................................9 Gemeinsame Einflussnahme in Karlsruhe .................................................................................................................................. 10 -- 3 of 11 -- 4 | Umfrage Beteiligung und Engagement Umfrage Beteiligung und Engagement Öffentlichkeitsbeteiligung und zivilgesellschaftliches Engagement gewinnen zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen in Karlsruhe möchten die Entwicklung ihrer Stadt aktiv mitgestalten, sich an Projekten beteiligen und ihre eigenen Fähigkeiten einbringen. Die Stadt Karlsruhe fördert bereits seit vielen Jahren die Öffentlichkeitsbeteiligung und schafft Strukturen, die das zivilgesellschaftliche Engagement stärken und Menschen unterstützen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Angesichts neuer Anforderungen an die Öffentlichkeitsbeteiligung werden derzeit Leitlinien für die künftige Durchführung dieser entwickelt. Die vorliegenden Ergebnisse sind ein Auszug aus der Bürgerumfrage 2023 zum Thema „Bewegung, Sport und Engagement“ 1 . In dieser Broschüre werden die Ergebnisse zu den Fragen der beiden Themenbereiche Beteiligung und Engagement dargestellt. Für das Themenfeld Beteiligung wird ein Überblick darüber gegeben, wie Beteiligungsveranstaltungen wahrgenommen werden und welche Gründe es gibt, sich (nicht) zu beteiligen. Im Bereich Engagement werden die Gründe, die für oder gegen ein Engagement sprechen sowie die Einschätzung der persönlichen Einflussnahme in Karlsruhe, untersucht. Es werden wichtige Erkenntnisse zu den Bedürfnissen der Karlsruherinnen und Karlsruher in Bezug auf Beteiligungsverfahren und das persönliche Engagement allgemein gewonnen, um sowohl die Beteiligungsstrukturen als auch die Förderung des Engagements weiterzuentwickeln. Weitere Informationen zu den Themenfeldern Beteiligung und Engagement sind auf der städtischen Internetseite unter www.karlsruhe.de/stadt-rathaus/beteiligung-engagement zu finden. Beteiligung Teilnahme an Beteiligungsveranstaltungen Knapp 12 Prozent der Karlsruherinnen und Karlsruher (11,9 %) haben bereits an einer Beteiligungsveranstaltung teilgenommen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Beteiligungsveranstaltung zum eigenen Stadtteil oder zu einem gesamtstädtischen Thema stattfand. Menschen, die seit zehn Jahren oder länger im gleichen Stadtteil wohnen, partizipieren überdurchschnittlich häufig an Beteiligungsveranstaltungen zum eigenen Stadtteil (32,6 %). Beschreibung der letzten Beteiligungsveranstaltung Ihre letzte Beteiligungsveranstaltung bewerten 70,5 % der Karlsruherinnen und Karlsruher als eher oder sehr interessant. Nur 3,6 % fanden diese sehr uninteressant. Vor allem Menschen im Alter von 75 Jahren oder älter bewerten die Veranstaltung als sehr interessant (46,5 %). Die Einschätzung bezüglich Interaktivität und Frontalität in der Beteiligungsveranstaltung wurde ausgeglichen beantwortet. 35,1 % haben „teils teils“ geantwortet, jeweils etwas mehr als 30 Prozent sehen sie eher interaktiv oder eher frontal. Die Veranstaltungen werden eher modern als traditionell eingeordnet. Ein Anteil von 12,9 % empfand die letzte Beteiligungs- veranstaltung, an der sie teilgenommen haben, als sehr modern, 9,6 % als sehr traditionell. Die Veranstaltungen werden von 49 % der Befragten als eher unterhaltsam oder sehr unterhaltsam eingeordnet. Von den Befragten haben sich 14,9 % eher oder sehr gelangweilt. Knapp ein Drittel der Befragten (30,4 %) sehen die letzte besuchte Veranstaltung als eher oder sehr ergebnisoffen an. 40,3 % der Karlsruherinnen und Karlsruher hingegen sahen diese als eher oder sehr vorherbestimmt. 1 Die Ergebnisbroschüre zur Bürgerumfrage 2023 finden Sie online auf karlsruhe.de/umfragen -- 4 of 11 -- Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement | 5 Hinderungsgründe Beteiligungsveranstaltung Als Hauptgründe, die gegen den Besuch einer Beteiligungsveranstaltung sprechen, wurden fehlende Informationen (47 %), fehlender Anlass (41,5 %) und Zeitmangel (37,5 %) genannt. Weitere Gründe sind das fehlende Interesse, das Empfinden keiner Einflussnahme durch Einwohnerinnen oder Einwohner sowie die Einschätzung, dass Planung und Entscheidung den gewählten Vertreterinnen und Vertretern beziehungsweise Fachleuten überlassen werden sollten. Auffällig ist, dass besonders viele Personen zwischen 18 und unter 30 Jahren fehlende Informationen als Hauptgrund nannten (61 %). Mit höher werdendem Alter nimmt diese Begründung auf 17,5 % ab. Fehlende Einflussnahme durch Einwohnerinnen und Einwohner nimmt hingegen mit dem Alter zu. Bei den 18- bis unter 30-Jährigen nennen 3,3 % diesen Grund, bei den über 74-Jährigen sind es 14 %. Abbildung 1 Beteiligungsveranstaltungen | MittelwerteTG 1 2 3 4 5 Mittelwert = 3,94 Standardabweichung = 1,06 1 2 3 4 5 Mittelwert = 3,01 Standardabweichung = 1,18 1 2 3 4 5 Mittelwert = 2,94 Standardabweichung = 1,13 1 2 3 4 5 Mittelwert = 3,47 Standardabweichung = 1,07 1 2 3 4 5 Mittelwert = 3,15 Standardabweichung = 1,28 TG Teilgruppe: Nur Befragte, die eine Beteiligungsveranstaltung besucht haben. Basis: 892 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement uninteressant interessant interaktiv frontal modern traditionell langweilig unterhaltsam ergebnisoffen vorherbestimmt "Wie würden Sie die letzte Beteiligungsveranstaltung, die Sie besucht haben, beschreiben?" Machen Sie bitte in jeder Zeile eine Angabe und wägen Sie zwischen den Gegensätzen ab. -- 5 of 11 -- 6 | Umfrage Beteiligung und Engagement Engagement Engagement im Zeitvergleich Viele Karlsruherinnen und Karlsruher sind ehrenamtlich tätig. Während das freiwillige Engagement von 1999 bis 2017 stetig zugenommen hat, ist 2023 ein Rückgang zu vermerken. Derzeit sind 28,6 % der Befragten in Karlsruhe ehrenamtlich aktiv. Bei der letzten Bürgerumfrage 2017 betrug der Anteil, derer die sich engagieren noch 35,9 %, 1999 waren es 24,1 %. Der Rückgang der Engagierten ist auch in bundesweiten Erhebungen zu erkennen. So wird im ZiviZ-Survey 2023 (Zivilgesellschaft in Zahlen) 2 von rückläufigen Zahlen bei vielen Organisationen im freiwilligen Engagement berichtet. Der Aussage, dass sie für ehrenamtliche Leitungsfunktionen genug Engagierte finden, stimmten 53 % der Organisationen stimmten (gar) nicht zu. Hierbei stehen nicht die Mitgliedszahlen im Vordergrund, sondern die Bereitschaft über eine Mitgliedschaft hinaus auch verantwortliche Tätigkeiten oder dauerhafte Aufgaben im Verein oder der Organisation zu übernehmen. 2 Schubert, P.; Kuhn, D. & Tahmaz, B. (2023). Der ZiviZ-Survey 2023: Zivilgesellschaftliche Organisationen im Wandel – Gestaltungspotenziale erkennen. Resilienz und Vielfalt stärken. Berlin: ZiviZ im Stifterverband. Abbildung 2 Bürgerschaftliches Engagement im Zeitvergleich Basis 3.094 Befragte mit Antwort für 2023 (Nennungen). Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement. 28,6 35,9 33,9 28,6 27,1 27,6 24,1 0 20 40 2023 2017 2012 2011 2008 2003 1999 % "Viele Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich. Sind Sie derzeit ehrenamtlich tätig?" – Anteil der Personen, die mit ja geantwortet haben. -- 6 of 11 -- Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement | 7 Engagement nach verschiedenen Merkmalsgruppen Die ehrenamtlich Engagierten in Karlsruhe sind überwiegend höheren Alters, deutsch, mit hohem Bildungsstand und seit langem in Karlsruhe wohnhaft. Die Frage nach ehrenamtlicher beziehungsweise freiwilliger Tätigkeit bejahen vor allem Menschen im Alter von 65 bis 75 Jahren (35,9 %), mit deutscher Staatsangehörigkeit (33,5 %), mit Hochschul-/ Fachhochschulabschluss (32,6 %) und mit langjähriger Wohndauer von über 20 Jahren in der Fächerstadt (33,9 %). Frauen (28,9 %) und Männer (28,2 %) engagieren sich nahezu gleich häufig. Von den Karlsruherinnen und Karlsruhern mit Volks-/ Haupt- und Sonderschulabschluss oder ohne Bildungsabschluss sind 18,4 % ehrenamtlich tätig. Mit höherem Bildungsabschluss nimmt auch das Engagement zu, 32,6 % der Personen mit (Fach-)Hochschulabschluss engagieren sich. Personen mit einem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen von 4.000 Euro und höher engagieren sich häufiger (33,8 %) als Personen mit einem Einkommen unter 1.000 Euro (25,6 %). Abbildung 3 Ehrenamtliches Engagement in Karlsruhe 2023 33,9 30,5 27,4 22,5 33,8 29,7 32,5 26,0 25,6 32,6 27,0 23,8 18,4 26,4 35,9 31,9 26,0 24,1 66,1 69,5 72,6 77,5 66,2 70,3 67,5 74 74,4 67,4 73 76,2 81,6 73,6 64,1 68,1 74 75,9 0 20 40 60 80 100 20 Jahre und länger 10 bis unter 20 Jahre 5 bis unter 10 Jahre Bis unter 5 Jahre Wohndauer im Stadtteil 4.000 Euro/Kopf und mehr 3.000 bis unter 4.000 Euro/Kopf 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen (Fach-)Hochschulabschluss Abitur/(Fach-)Hochschulreife Realschulabschluss/Mittlere Reife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Bildungsabschluss 75 Jahre und älter 65 bis unter 75 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Alter % Ja Nein Alter Bildungsabschluss Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen Wohndauer im Stadtteil Basis: 6.219 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement. "Viele Karlsruher Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich. Sind Sie derzeit ehrenamtlich tätig?" -- 7 of 11 -- 8 | Umfrage Beteiligung und Engagement Hinderungsgründe für ein Engagement Über die Hälfte der Personen, die sich aktuell nicht engagieren, geben an keine Zeit für ein Engagement zu haben (52,5 %). Aus beruflichen Gründen engagieren sich 23,7 % nicht. Familiäre Gründe (11,9 %) sowie fehlendes Interesse (10,7 %) sind weitere häufig genannte Gründe keinem Engagement nachzugehen. Gesundheitliche Probleme geben oder das eigene fortgeschrittene Alter geben 9,5 % der Befragten als Grund an sich nicht zu engagieren. Abbildung 4 Hinderungsgründe für eine ehrenamtliche TätigkeitTG, MFN TG Teilgruppe: Nur Befragte, die sich nicht ehrenamtlich engagieren. MFN Mehfachnennungen: Bis zu drei Antworten sind möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 3.094 Befragte mit Antwort (Nennungen). Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement. 1,2 1,3 1,6 2,4 3,2 4,2 7,5 9,5 10,7 11,9 23,7 52,5 0 20 40 60 Weil Sie sich nicht dafür geeignet fühlen Weil andere Sie abgelehnt haben/ Schlechte Erfahrungen Weil Sie nicht wissen, wohin Sie sich wenden sollen Sprachbarriere Weil Sie keine Verpflichtungen eingehen wollen/Keine Lust Nicht das Richtige gefunden Sonstiges Aus gesundheitlichen Gründen/Alter Bislang kein Interesse gehabt und bislang nicht darüber informiert worden Aus familiären Gründen Aus beruflichen Gründen Aus zeitlichen Gründen % „Aus welchen Gründen engagieren Sie sich nicht?" – Mehrfachnennungen sind möglich. – -- 8 of 11 -- Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement | 9 Gründe für ein Engagement Die Gründe, die dafür sprechen sich zu engagieren, sind vielfältiger, als die Gründe die dagegensprechen. Persönliche Überzeugung und ein Verantwortungsgefühl stehen hierbei an erster Stelle (24,2 %). Eine ähnlich große Bedeutung messen die Karlsruherinnen und Karlsruher auch der Gemeinschaft und Geselligkeit bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei (22,7 %). Anderen helfen und der Gesellschaft etwas zurück geben ist bei 21,6 % der Befragten ein Grund für die ehrenamtliche Aktivität. Ein Anteil von 17,9 % ist aus Spaß an der Tätigkeit ehrenamtlich aktiv, 14,1 % aufgrund persönlicher Interessen oder beruflichen und familiären Gründen. Von den Befragten geben 8,9 % an, dass sie ein Angebot im Verein oder der Gruppe bereitstellen wollen, um auch den Verein zu unterstützen. Die Förderung von Kinder- und Jugendarbeit benennen 6,9 % explizit als Motivation für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Abbildung 5 Gründe für eine ehrenamtliche TätigkeitTG, MFN TG Teilgruppe: Nur Befragte, die sich ehrenamtlich engagieren. MFN Mehfachnennungen: Bis zu drei Antworten sind möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 1.457 Befragte mit Antwort (Nennungen). Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement. 2,7 3,9 3,9 4,1 4,2 4,4 5,6 6,4 6,9 8,9 14,1 17,9 21,6 22,7 24,2 0 10 20 30 40 Sonstiges Sport, Bewegung, Fit bleiben, Sport vorantreiben Naturschutz, Tier- und Umweltschutz, Verbundenheit mit der Natur Glaube, religiöse Motive, Nächstenliebe Freizeitausgleich, Abwechslung, Freizeitbeschäftigung Wissen vermitteln, Erfahrungen teilen, Wertevermitteln Pflicht, „Es macht sonst keiner", Notwendigkeit, Dankbarkeit, Tradition bewahren Teilhabe, Mitreden, etwas bewegen/verändern, Möglichkeit der Mitgestaltung Kinder- und Jugendarbeit, Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, Fördern von Talenten Verein/Gruppe unterstützen, Angebot bereitstellen, Möglichkeiten bieten Persönliche Gründe, Hobby, Interesse, Erfahrung sammeln, berufliche oder familiäre Gründe Spaß, Freude, gutes Gefühl, Zufriedenheit, aus Freude, Anerkennung Anderen helfen, Gutes tun, Beitrag leisten, Etwas zurückgeben Gemeinschaft, Geselligkeit, Vereinsleben, Menschen kennenlernen, Zusammenhalt Persönliche Überzeugung, Verantwortungsgefühl, Gemeinwohl, Engagement, Sinnerfüllung % „Aus welchen Gründen engagieren Sie sich?" – Mehrfachnennungen sind möglich. – -- 9 of 11 -- 10 | Umfrage Beteiligung und Engagement Gemeinsame Einflussnahme in Karlsruhe Von den Karlsruherinnen und Karlsruhern denken 83,2 %, dass Sie in Karlsruhe gemeinsam etwas bewegen können. Ein Anteil von 16,8 % hingegen geht davon aus, dass persönlich gar nichts bewegt werden kann. Mit zunehmendem Alter nimmt die Annahme gar nichts bewegen zu können zu, von 9,4 % bei der jüngsten Altersgruppe bis 29,5 % bei der ältesten Altersgruppe. Menschen in Wohngemeinschaften sind zuversichtlicher als Menschen in anderen Wohnformen. Hier gehen nur 7,2 % davon aus, gar nichts bewegen zu können. Zudem steigt das Gefühl etwas bewegen zu können mit zunehmendem Bildungsabschluss. Von den Menschen ohne Abschluss oder mit Volks-, Haupt- oder Sonderschulabschluss sehen 31,3 % gar keine Möglichkeiten der Einflussnahme. Auch Menschen, die bereits länger in Karlsruhe wohnen, sehen überdurchschnittlich wenig Möglichkeiten der Einflussnahme (23,9 % sehen gar keine Möglichkeiten). Abbildung 6 Möglichkeit der persönlichen Einflussname 4,7 6,1 7,5 9,1 5,2 6,4 6,1 8,2 9,0 6,7 7,5 5,3 6,7 4,2 4,5 5,8 8,3 8,3 26,7 30,3 33,8 32,7 32,6 31,2 32,2 28,7 33,4 32,3 28,3 26,8 28,4 27,2 26,6 30,1 31,3 32,4 44,7 45,7 46,2 47,8 47,2 48,2 46,6 44,4 43,6 48,3 46,7 46,4 33,5 39,1 43 45,4 47,2 49,9 23,9 17,9 12,6 10,4 15 14,2 15,2 18,7 14,1 12,7 17,5 21,4 31,3 29,5 25,9 18,7 13,2 9,4 0 20 40 60 80 100 20 Jahre und länger 10 bis unter 20 Jahre 5 bis unter 10 Jahre Bis unter 5 Jahre Wohndauer im Stadtteil 4.000 Euro/Kopf und mehr 3.000 bis unter 4.000 Euro/Kopf 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen (Fach-)Hochschulabschluss Abitur/(Fach-)Hochschulreife Realschulabschluss/Mittlere Reife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Bildungsabschluss 75 Jahre und älter 65 bis unter 75 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Alter % Viel Etwas Ein bisschen Gar nichts Alter Bildungsabschluss Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen Wohndauer im Stadtteil Basis: 5.305 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Bewegung, Sport und Engagement. "Wie schätzen Sie persönlich die Möglichkeit ein, gemeinsam mit anderen in Karlsruhe etwas bewegen zu können? Glauben Sie, dass Sie viel bewegen können, etwas, nur ein bisschen oder gar nichts?" -- 10 of 11 -- Amt für Stadtentwicklung – Büro für Mitwirkung und Engagement | 11 Das Büro für Mitwirkung und Engagement Bürgerschaftliches Engagement ist für das Zusammenleben und die Demokratie von großer Bedeutung. In Karlsruhe leben viele Menschen, die ihren Lebensort aktiv mitgestalten, Fähigkeiten durch ein Ehrenamt einbringen und Ideen entwickeln, wie wir gemeinsam leben wollen. Die Stadt Karlsruhe möchte Strukturen schaffen, die das bürgerschaftliche Engagement stärken und Menschen unterstützen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Mit diesem Auftrag arbeitet das Büro für Mitwirkung und Engagement (BME) an den Themen Öffentlichkeitsbeteiligung, Stadtteilentwicklung und Förderung des Engagements. Homepage „Beteiligung und Engagement“ karlsruhe.de/beteiligung-engagement Newsletter „Beteiligung und Engagement“ Mit diesem Newsletter informiert Sie das Büro für Mitwirkung und Engagement sechsmal jährlich sowohl über lokale Aktivitäten und Veranstaltungen als auch über größere Entwicklungen in den Themenfeldern Öffentlichkeitsbeteiligung und ehrenamtliches Engagement. Channel „Mit-Mach-Stadt“ Im Channel „Mit-Mach-Stadt“ berichtet das Büro für Mitwirkung und Engagement der Stadt Karlsruhe zu vielfältigen Themen rund um das zivilgesellschaftliche Engagement. Die Beiträge sollen Wissen vermitteln, Angebote für das Engagement sichtbar machen und zur Förderung einer aktiven und vielfältigen Stadtgesellschaft beitragen. -- 11 of 11 --
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Niederschrift 21. Plenarsitzung des Gemeinderates 24. Februar 2026, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 9 der Tagesordnung: Gesellschaftliches Empowerment – Ehrenamtskultur in Karls- ruhe neu aufstellen Antrag: CDU Vorlage: 2026/0017 Beschluss: Beratung im Haupt- und Finanzausschuss am 10. März 2026, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunk 9 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aus- sprache in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 27. Februar 2026 -- 1 of 1 --
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Niederschrift 18. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 10. März 2026, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 3 der Tagesordnung: Gesellschaftliches Empowerment – Ehrenamtskultur in Karlsruhe neu aufstellen Antrag: CDU Vorlage: 2026/0017 Beschluss: Mit Stellungnahme erledigt Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 3 zur Behandlung auf und teilt mit, der Antrag sei aus der Gemeinderatssitzung vom 24. Februar 2026 verwiesen worden. Stadtrat Hofmann (CDU) stellt fest, in Karlsruhe gebe es eine hervorragend funktionierende Ehrenamtskultur. Seine Fraktion sei mit der Antwort einverstanden. Man wolle lediglich das Thema noch einmal ansprechen. Gerade mit der Ehrenamtskarte habe man einen weiteren Schritt in die richtige Richtung getan. Die Anerkennung des Ehrenamtes liege seiner Fraktion am Herzen. Es sei wichtig, um weiter Menschen zu animieren, sich ehrenamtlich zu engagie- ren. Stadträtin Fahringer (GRÜNE) meint, Ehrenamt sei unverzichtbar. Das Ehrenamt sei im Wan- del. Es brauche Möglichkeiten, auch spontane, kurzfristige Ideen besser zu unterstützen, bei- spielsweise in der Quartiersarbeit. Aber auch im Bereich der Kinderbetreuung, Betreuung in den Randzeiten müsse man über Ehrenamtsstrukturen nachdenken, auch wenn die gesetzli- chen Hürden aktuell sehr hoch seien. Diese beiden Bereiche seien ihr ein persönliches Anlie- gen, im neuen Leitbild noch einmal anders verankert zu wissen. Stadtrat Tröndle (SPD) ist dankbar über die verschiedenen Aufgabenfelder, die definiert wur- den. Für ihn sei wichtig, über andere Formen nachzudenken. Man müsse auch darüber nachdenken, wie man dem entgegenwirken könne, dass Menschen, die keinen dicken Geld- beutel hätten, weniger engagiert seien, als die mit einem etwas größeren Geldbeutel. Es -- 1 of 2 -- – 2 – hänge auch viel mit Bildung zusammen. In früheren Zeiten sei so gewesen, dass Menschen sich ein Leben lang ehrenamtlich engagierten. Das sei heute nicht mehr der Fall, weshalb die Ehrenamtsquote rapide absinke. Hier brauche es Lösungen, damit die Menschen, statt sich aufs Rad zu setzen, auf den Berg zu klettern oder ins Fitnessstudio zu gehen, wieder in Initi- ativen oder Vereinen zu engagieren. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) weist darauf hin, die CDU habe beantragt, dass die neue Ehren- amtsförderung das Ziel verfolge, Möglichkeiten zu identifizieren, um bisherige Ausgaben für freiwillige Leistungen zu reduzieren. Die Verwaltung habe positiv darauf geantwortet. Wel- che konkreten Ideen steckten dahinter. Stadträtin Berghof (Die Linke) sieht ein Problem mit Punkt 2 des Antrags. Man müsse auf- passen, dass ehrenamtliche Arbeit nicht als Ersatz für hauptamtliche Arbeit gesehen werde und nicht zu billiger Arbeitskraft verkomme. Der Vorsitzende versteht die Antwort der Verwaltung auf den Satz 2 so, dass man nicht der CDU-Fraktion widersprechen wolle, aber trotzdem einen leisen Zweifel hege, ob es der rich- tige Weg sei, auf die Ehrenamtlichen zuzugehen. Man habe es so formuliert, dass deutlich werde, man sammle zunächst das Interesse am Ehrenamt ein. Wenn man dann merke, dass das ein Potential entwickle, mit dem man dann etwaige Reduktionen vornehmen könne, dann könne man sich darüber verständigen, ob das Ehrenamt so verlässlich und vor allem verbindlich sei, dass man dann wirklich von bestimmten Leistungen etwas zurückgehe. Dar- über könne man sich verständigen. Er beobachte ebenfalls teilweise die gesellschaftliche Entwicklung, die Herr Stadtrat Tröndle angesprochen habe. Es sei eher die Tendenz, spontan eine Aufgabe zu übernehmen, und weniger verlässlich dauerhaft Ämter zu bekleiden. Die Erwartung, dass man als Stadt Lösun- gen finde, könne er nicht übernehmen. Man könne es gerne in den entsprechenden Foren diskutieren. Ihm sei wichtig, dass man in der Stadtverwaltung eine positive Kultur der Wert- schätzung des Ehrenamts in allen Bereichen bekomme, gleichzeitig wisse, wo es in den ein- zelnen Fachbereichen bereits Ehrenamt gebe und wo man dieses noch stärker unterstützen könne. Man müsse das Verständnis und die Begeisterung für das Ehrenamt auch durch die Art und Weise, wie man mit Ehrenamt umgehe, fördern. Mehr könne man als Stadt nicht versprechen. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, stellt er fest, der Antrag sei damit erle- digt. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 18. März 2026 -- 2 of 2 --