Ergebnis Wettbewerbsverfahren "Kriegsstraße 100 - Entwicklung ehemaliges Postgiroareal"

Vorlage: 2025/1244
Art: Informationsvorlage
Datum: 09.12.2025
Letzte Änderung: 23.12.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Planungsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.01.2026

    TOP: 4

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/1244 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Stadtplanungsamt Ergebnis Wettbewerbsverfahren "Kriegsstraße 100 - Entwicklung ehemaliges Postgiroareal" Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Planungsausschuss 22.01.2026 4 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Planungsausschuss nimmt das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens zur Neuordnung des ehemaligen Postgiroareals zur Kenntnis und spricht sich dafür aus, die Planung des 1. Preisträgers für die weiteren Verfahrensschritte zu Grunde zu legen. In einem ersten Schritt soll die Planung entsprechend den Empfehlungen der Jury überarbeitet werden. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Zukunft Innenstadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Die Auslobung des Wettbewerbs „Kriegsstraße 100“ wurde vom Investor, der Fa. Unmüssig Bauträgergesellschaft Baden mbH, in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt erarbeitet und vom Gemeinderat als Grundlage für das Wettbewerbsverfahren am 17. Dezember 2024 (Beschlussvorlage 2024/0935) bestätigt. Inzwischen ist das zweistufige Wettbewerbsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen. Nach der öffentlichen Begutachtung der Wettbewerbsergebnisse der zweiten Stufe am 3. November 2025 (Protokoll siehe Anlage 1), der auch die Wettbewerbsjury in zuhörender Rolle beiwohnte, fand am 4. November 2025 die abschließende Jurysitzung statt. Die Jury legte folgende Preise und Anerkennungen einstimmig fest (vgl. Anlage 2): 1. Preis Max Dudler GmbH, Berlin mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbH, Frankfurt a. M. 2. Preis Lederer Ragnasdóttir Architekten, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten, Berlin mit Luz Landschaftsarchitektur, Stuttgart Anerkennungen − WWA Architekten, München mit Prangratz + Keil Landschaftsarchitekten, München − GJL + Freie Architekten Grube Jakel Löffler Frenz Graf Part GmbB, Karlsruhe mit Büro Hink Landschaftsarchitektur GmbH, Schwaigern − Architekten caspar.schmitzmorkramer GmbH, Köln mit Landschaftsarchitekten Studio grüngrau GmbH, Düsseldorf − Reich + Seiler Freie Architekten BDA, Karlsruhe mit Landschaftsarchitektin Stella Schmidtler, Karlsruhe Konzept 1. Preis: Max Dudler Das Konzept (vgl. Anlage 3) beinhaltet einen neuen, urbanen Stadtbaustein mit hoher Dichte entsprechend der Zielsetzung der Innenentwicklung. Das Konzept lässt sich wie folgt beschreiben: Städtebau Das Gesamtvolumen wird in drei Baukörper aufgegliedert. Der westliche bildet eine Torsituation am Ettlinger Tor mit einem 6-geschossigen „Kopfbau“ analog zum ECE-Center aus. Entlang der Kriegsstraße schließt eine 5-geschossige (18,50 m) Blockrandbebauung mit einem zum Hof hin zurückgesetzten 7-geschossigen (25,30 m) Baukörper an. Der östliche Baukörper gliedert sich in eine 5-geschossige Blockrandbebauung mit auf- und zurückgesetztem Turm mit 84,50 m Höhe. In der Kreuzstraße sitzt ein 5-geschossiger (17,50 m) Baukörper mit einer 9-geschossigen (29,30 m) Erweiterung nach Westen. Die Höhen der zurückgesetzten 7- bzw. 9-geschossigen Baukörper überschreiten die Höhenvorgaben des Höhenentwicklungskonzepts im Identitätsgebiet, in dem sich die Höhen an der vorhandenen Blockrandbebauung orientieren sollen. Ein Hochpunkt ist laut Höhenentwicklungskonzept denkbar, sofern er einen Mehrwert generiert. Im Zuge des Rückfragenkolloquiums wurde die Blockrand-Höhe auf 22 m begrenzt. Der Hochpunkt sollte aus dem Weinbrenner`schen Blickwinkel vom Schlossturm gleich hoch wie der neue Hochpunkt des Landratsamtes erscheinen (ca. 80 m) – dies vorbehaltlich eines schlüssigen städtebaulichen Gesamtkonzepts. Die Gremien hatten sich im Vorfeld für eine maximale Höhe von 70 m ausgesprochen (Beschlussvorlage 2020/1137). – 3 – Abb: Blick über das Markgräfliche Palais nach Südosten; Quelle: Büro Thiele³, Wettbewerbsbetreuung Lageplan; Quelle: Max Dudler GmbH, Berlin – 4 – Nutzung Das Konzept sieht in den Erdgeschosszonen einen Mix aus Hotellerie, Gastronomie, Handel Dienstleistungs- sowie nicht näher definierte Freizeiteinrichtungen vor, die eine Wechselwirkungen zum öffentlichen Raum herstellen sollen. Wohnen ist im hinteren Baukörper und auf 11 Geschossen des Turms vorgesehen, insgesamt 213 Wohneinheiten (1-4-Zimmer-Wohnungen). Dies entspricht rund 34% an der oberirdischen BGF (rd. 61.000 m²) und etwa 22% an der Gesamt-BGF (rd. 93.000 m²). Das Karlsruher Innenentwicklungskonzept (KAI) fordert bei Neubauten im Innenstadtgebiet einen Wohnanteil an der Gesamt-BGF von mindestens 20% (davon wiederum 30% für geförderten Wohnraum). Somit entspricht der Anteil den Vorgaben des KAI – allerdings nicht dem Wunsch des Gemeinderats eines erhöhten Wohnanteils von 30% (vgl. Beschlussvorlage 2024/0935). Der Turm dient weiterhin einer Hotelnutzung mit einer „öffentlich“ zugänglichen Hotelgastronomie etwa in der mittleren Ebene des Turms. In den drei oberen Geschossen sind nicht näher definierte „Freizeiteinrichtungen“ und auf dem Dach ein öffentlich zugänglicher Stadtgarten vorgesehen. Nutzungs-Isometrie, Quelle: Max Dudler (Farbe für westliches Boardinghouse nicht richtig dargestellt) Die oberirdischen Nutzungsanteile setzen sich laut Vorprüfbericht wie folgt zusammen: ▪ 34% Wohnen ▪ 14% Hotel ▪ 19% Boardinghouse ▪ 15% Büro- und Dienstleistung ▪ 6% Einzelhandel ▪ 6% Gastronomie ▪ 6% Freizeit Im ersten Untergeschoss entstehen großflächige Einzelhandelsflächen für zwei Lebensmittelmärkte und zwei Drogeriemärkte mit direkter Anbindung an die U-Strab-Haltestelle. Die Flächen sind über einen großzügigen Lichthof und Rolltreppen an das Erdgeschossniveau im „Hofbereich“ angebunden. Erschließung Die Erschließung für den Lieferverkehr erfolgt gemäß den Vorgaben über die Kreuzstraße. Ebenfalls ist ein Umschlagplatz für Lieferverkehre und Stellflächen für Lastenräder im Sinne des Mobilitäts- und Logistikkonzepts für die Innenstadt für einen potenziellen Betreiber vorgehalten. Auch die KfZ- Anbindung erfolgt über die Kreuzstraße zu einer Tiefgarage, die sich im zweiten Untergeschoss befindet. – 5 – Freiraum und Nachhaltigkeit Zwei zentrale miteinander vernetzte Plätze stellen neue Kommunikationsorte dar, die miteinander vernetzt sind und an den öffentlichen Raum anbinden. Im nördlichen Bereich sind Grünstrukturen für den Aufenthalt ausgebildet. Insgesamt ist der Versiegelungsgrad insbesondere durch die nahezu vollständige Unterbauung hoch. Der Entwurf sieht Gründächer teilweise kombiniert mit PV-Anlagen, Fassaden-PV-Anlagen, Nutzung von Wärmepumpen, Erdsonden und den Anschluss an das Fernwärmenetz vor. Empfehlung der Jury Die Jury hat der Ausloberin (Firma Unmüssig) empfohlen, das Entwurfskonzept des ersten Preisträgers unter Berücksichtigung der Kritikpunkte der weiteren Projektumsetzung zugrunde zu legen. Die Kritikpunkte der Jury sind im Folgenden zusammengefasst (vgl. hierzu Anlage 2): ▪ Entwicklung der Intensität, Programmierung und Verortung der Nutzungsangebote und Ausstattungselemente im Hinblick auf differenzierte Raumqualitäten. ▪ Überarbeitung der materiellen und funktionalen Ausgestaltung der offenen Lichthöfe. Aufgrund der besonderen räumlichen Bedeutung soll dies einer anspruchsvollen Gestalt entsprechen. ▪ Überprüfung der Lage der Tiefgaragenrampe im Osten an der Kreuzstraße (zu weit nördlich?). ▪ Überprüfung des geringen Abstands der östlichen Gebäudekanten hin zur Kreuzstraße. ▪ Östliche Erschließungsgasse erscheint deutlich zu eng. ▪ Prüfung der Dichte im östlichen Grundstücksbereich sowie der Gebäudehöhe des rückwärtigen Baukörpers. Der Wohnblock erscheint mit 29 m etwas zu hoch. ▪ Stringente Fassadengliederung wirkt in Teilbereichen zu monumental (Blockrandbebauung); etwas mehr Leichtigkeit in der äußeren Struktur. ▪ Technischer Nachweis für die vorgeschlagene Begrünung auf der Tiefgarage; ein stärkerer Erdschluss für ein überzeugendes Grünkonzept wird gewünscht. ▪ Auskragendes Kulturhaus nach Norden erscheint sehr aufwändig. ▪ Insgesamt wird die hohe Dichte des Entwurfs kritisch hinterfragt. Weiteres Vorgehen Derzeit ist noch unklar welches Bebauungsplanverfahren angewendet wird. Laut „Abwendungs- vereinbarung“ soll sich die Firma Unmüssig zwei Monate nach Abschluss des Wettbewerbsverfahren äußern, ob sie einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan anstrebt. Die Firma Unmüssig strebt an, den Gebäudekomplex als Ganzes selbst zu realisieren. Das weitere Vorgehen wird im Januar/Februar abgestimmt. Wesentlicher Bestandteil ist auch die Abstimmung der Überarbeitung des Entwurfs, als Grundlage für das Verfahren. Das Projekt wird künftig als „Palais Garten“ bezeichnet. Sobald der überarbeitete Entwurf vorliegt, wird dieser den Gremien zur Anerkennung vorgelegt und über das weitere Verfahren detaillierter informiert. Ebenso werden in die Vorbereitung des Verfahrens die Fachämter und extern zu Beteiligenden wie die IHK eng eingebunden. Die IHK hat bereits signalisiert, dass sie Bedenken im Hinblick auf die große Menge an Einzelhandelsflächen hat.

  • Anlage_1_K100_Protokoll_öffentliche Begutachtung
    Extrahierter Text

    Wettbewerbsverfahren Entwicklung ehemaliges Postgiroareal - Kriegsstraße 100 Öffentliche Begutachtung der Wettbewerbsarbeiten am 3. November 2025, 17:00 bis 20:30 Uhr im neuen Entrée des Badischen Staatstheaters Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser Überblick Zahl der Anwesenden: ca. 150 Moderation: Stadtverwaltung: Heike Dederer, designierte Leiterin Stadtplanungsamt Daniel Fluhrer, Baubürgermeister Auslober und Investor: Peter Unmüssig, Unmüssig Bauträgergesellschaft Wettbewerbsbetreuung: Wettbewerbsbüros: Gregor Bäumle und Carolin Pelzhause, Thiehle 3 Architekten WWA Architekten, München mit Prangratz + Keil Landschaftsarchitekten, München GJL + Freie Architekten Grube Jakel Löffler Frenz Graf Part GmbB, Karlsruhe mit Büro Hink Landschaftsarchitektur GmbH, Schwaigern Architekten caspar.schmitzmorkramer GmbH, Köln mit Landschaftsarchitekten Studio grüngrau GmbH, Düsseldorf Lederer Ragnasdóttir Architekten, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten, Berlin mit Luz Landschaftsarchitektur, Stuttgart Reich + Seiler Freie Architekten BDA, Karlsruhe mit Landschaftsarchitektin Stella Schmidtler, Karlsruhe Max Dudler GmbH, Berlin mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbH, Frankfurt a. M. 1. Begrüßung und Einführung Herr Bürgermeister Daniel Fluhrer begrüßt alle Anwesenden und dankt für das große Interesse. Er erläutert, dass die Stadt Karlsruhe die Meinungen der Einwohnenden sehr schätze und deren Beteiligung als wichtig erachte. Daher habe die Bürgerschaft heute die Gelegenheit, ein Stimmungsbild zu den Wettbewerbsarbeiten abzugeben, das am folgenden Tag in der abschließenden Jurysitzung in die Bewertung der Wettbewerbsarbeiten mit einfließen werde. Er weist darauf hin, dass heute auch die Jurymitglieder anwesend seien und bedankt sich für ihr Engagement. Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser Ihm sei es wichtig, für die Entwicklung dieses besonderen Stadtbausteins, den historischen Stadtgrundriss zu würdigen. Die Lage an der zentralen Achse der „via triumphalis“, die Torsituation und die Blockrandbebauung prägen diesen Ort. Auch die Nutzungsmischung mit einem hohen Wohnanteil sei wichtig für die Entwicklung eines urbanen Stadtquartiers. In der Diskussion um die Rahmenbedingungen und die Weiterentwicklung sei insbesondere der Weinbrenner‘sche Blickwinkel vom Schlossturm aus von Bedeutung: in einem angemessenen Abstand zu den Weinbrenner Türmen – dem Turm der Stadtkirche und dem Rathausturm – soll ein Hochpunkt auf dem Postgiroareal entstehen, der dem Hochhaus des Landratsamts entsprechend gegenübersteht. Bereits im Verfahren zum „Städtebaulichen Entwicklungskonzept Ettlinger Tor“ (SEKET- Verfahren) sei dieser Ansatz diskutiert und in Vorbereitung des Landratsamtsneubaus sowie des Wettbewerbsverfahrens zum Postgiroareal konkretisiert worden. Zudem sei die räumliche Entwicklung im Stadtgebiet begrenzt, so dass auch Nachverdichtungspotenziale – insbesondere auch in der Höhenentwicklung - in der Innenstadt genutzt werden müssten. So gehe die Stadt sorgsam mit Grund und Boden um und schaffe gleichzeitig urbane und freiräumliche Qualitäten. Herr Bürgermeister Fluhrer freut sich auf die Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse durch die Büros selbst und betont seine Neugier auf die überarbeiteten Entwürfe. 2. Ablauf der Veranstaltung Frau Dederer, designierte Leiterin des Stadtplanungsamts, erläutert den Ablauf der Veranstaltung:  Vorstellung Wettbewerbsverfahren und Aufgabenstellung Herr Gregor Bäumle / Büro Thiele3  Vorstellung der sechs Wettbewerbsarbeiten durch die Büros selbst anhand einer Präsentation (je Büro 12 Minuten)  Gallery-Walk Die Büros stehen den Interessierten für Fragen an den Stellwänden zur Verfügung. Vertreter*innen von Büro Thiele³ und Stadtplanungsamt übernehmen für die Entwürfe die Patenschaften und helfen bei Bedarf, Kommentare, Ideen, Anregungen und Hinweise auf Post-Its an den Stellwänden zu dokumentieren. Alle 10 Minuten erfolgt ein Wechsel an den Stellwänden.  Zusammenfassung des Stimmungsbilds zu den Entwürfen, das in die Beurteilung des Preisgerichts einfließen soll. 3. Vorstellung Wettbewerbsverfahren und Aufgabenstellung Das den Wettbewerb betreuende Büro Thiele 3 , vertreten durch Herrn Bäumle, stellt anhand einer Präsentation das Wettbewerbsverfahren und die Aufgabenstellung vor (siehe Anlage 1). Die Firma Unmüssig Projektgesellschaft XV mbH aus Freiburg führt als Eigentümerin in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren für das ehemalige Postgiroareal am Ettlinger Tor (Kriegsstraße 100) durch. Die Auslobung des Wettbewerbs wurde bereits am 11. Dezember 2024 im Stephansaal öffentlich vorgestellt, diskutiert und anschließend durch den Gemeinderat beschlossen. Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser Herrn Bäumle fasst die wesentlichen städtebaulichen Rahmenbedingungen zur Entwicklung des Areals zusammen:  Aufnahme der typischen, gegliederten Blockrandbebauung  Ausbildung der Torsituation Ettlinger Tor  möglicher Hochpunkt in zurückgesetzter Lage, Freihalten des „Weinbrenner Blicks“ vom Schloss  Erhalt der Platanen  vielfältiger Nutzungsmix aus Wohnen, gewerblichem Wohnen, Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen und Büros sowie Freizeit- und Kulturangeboten.  Erschließung von der Kreuzstraße aus  Schaffen von Aufenthaltsqualität sowie Erhalt und Weiterentwicklung der Grünstrukturen im Blockinnenbereich Die maximale Höhe des Hochpunktes von 70 Metern wurde im Zuge des Wettbewerbskolloquiums aufgehoben. Damit sollte ermöglicht werden, dass aus dem Weinbrenner’schen Blickwinkel vom Schloss die Hochpunkte Landratsamt und Postgiroal gleichhoch erscheinen können – diese Angleichung war aber nicht zwingend, sondern im städtebaulichen Gesamtkontext der einzelnen Entwürfe zu bewerten. Untenstehende Grafik bildet die Zusammenfassung der Rahmenbedingungen ab. Graphik: Stadtplanungsamt Karlsruhe; Büro Thiele 3 Herr Bäumle erläutert im Weiteren das zweistufige Wettbewerbsverfahren. In der ersten Stufe fand ein anonymisierter Einladungswettbewerb gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe statt. Eingeladen waren 17 erfahrene, interdisziplinäre Planungsteams aus Architekten und Landschaftsarchitekten aus dem Karlsruher, regionalen und überregionalen Raum. Die Auswahl der Büros erfolgte anhand aufgabenbezogener Auswahlkriterien für das Projekt durch den Investor in Abstimmung mit der Stadtverwaltung. Alle erhielten die gleichen Auslobungsunterlagen, die am 11. Dezember 2024 der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt wurden und vom Gemeinderat im Anschluss beschlossen wurden (siehe Protokoll zur Informationsveranstaltung am 11.12.2024: 2024-12_Protokoll_StplA.pdf ) Aus insgesamt 15 eingereichten Wettbewerbsarbeiten hat ein Preisgericht aus Fach- und Sachverständigen sowie Mitgliedern des Gemeinderats sechs Arbeiten für die zweite Stufe – eine Vertiefungsphase – ausgewählt. Im Juli erhielten die Verfasser*innen der ausgewählten Arbeiten Hinweise zur vertiefenden Planung. Die überarbeiteten und konkretisierten Planungen der sechs Büros werden nun vor der morgigen, abschließenden Preisgerichtssitzung (am 04.11.2025) der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt. Alle Wettbewerbsarbeiten aus der ersten und zweiten Stufe werden vom 05.11. bis 11.11.2025, werktags je von 11 bis 14 Uhr, in der Kriegsstraße 100 ausgestellt. 4. Vorstellung der sechs Wettbewerbsarbeiten Die Wettbewerbsarbeiten werden in nachfolgender Reihenfolge vorgestellt (jedes Büro ca. 12 Minuten). Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser  Tarnzahl 1002 WWA Architekten, München mit Prangratz + Keil Landschaftsarchitekten, München  Tarnzahl 1007 GJL + Freie Architekten Grube Jakel Löffler Frenz Graf Part GmbB, Karlsruhe mit Büro Hink Landschaftsarchitektur GmbH, Schwaigern  Tarnzahl 1008 Architekten caspar.schmitzmorkramer GmbH, Köln mit Landschaftsarchitekten Studio grüngrau GmbH, Düsseldorf Pause (ca. 15 Minuten)  Tarnzahl 1009 Lederer Ragnasdóttir Architekten, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten, Berlin mit Luz Landschaftsarchitektur, Stuttgart  Tarnzahl 1010 Reich + Seiler Freie Architekten BDA, Karlsruhe mit Landschaftsarchitektin Stella Schmidtler, Karlsruhe  Tarnzahl 1014 Max Dudler GmbH, Berlin mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbH, Frankfurt a. M. Auf die Präsentationen der einzelnen Büros wird verwiesen (siehe Anlage 2). Frau Dederer dankt den Büros für die prägnante Vorstellung der Wettbewerbsarbeiten und Einhaltung des Zeitrahmens. 5. Gallery-Walk Die Büros stehen den Interessierten für Fragen an den Stellwänden zur Verfügung. Die Öffentlichkeit nutzt rege die Gelegenheit mit den Büro-Vertreter*innen zu diskutieren und hinterlassen zahlreiche Kommentare, Ideen, Anregungen und Hinweise auf Post-Its an den Stellwänden. Die einzelnen Kommentare zu den Entwürfen sind im Anschluss an das Protokoll aufgeführt. Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser 6. Zusammenfassung Stimmungsbild Abschließend fassen die Vertreter*innen von Büro Thiele³ und Stadtplanungsamt die Ideen, Anregungen und Hinweise zu den jeweiligen Entwürfen als Stimmungsbild zusammen, das in die finale Jurysitzung am Folgetag einfließen soll. Foto: Stadtplanungsamt Karlsruhe, Peuser 7. Dank und Verabschiedung Herr Unmüssig bedankt sich bei den Anwesenden für das große Interesse und die positiven Rückmeldungen zum durchgeführten Wettbewerbsverfahren mit Einbindung der Öffentlichkeit. Das große Interesse habe ihm gezeigt, dass er mit dem Wettbewerbsverfahren Vertrauen aufbauen konnte. Er sichert zu, dass er künftig eine hohe Qualität auch in der Umsetzung anstrebt – sowohl städtebaulich, architektonisch und auch die künftigen Mieter bzw. Eigentümer betreffend. Auch ihm ist eine nachhaltige Entwicklung dieses besonderen Karlsruher Stadtbausteins wichtig. Beginnen möchte er in 2 bis 3 Jahren. Frau Dederer bedankt sich ebenfalls für das große Interesse und die aktive Rückmeldung von Ideen bzw. Anregungen. Sie sei gespannt, wie sich die Jury entscheidet und mit welchem Konzept es dann weitergehe. Im Weiteren wird auf Grundlage der durch den Wettbewerb ausgewählten Planung ein Bebauungsplan erstellt, der den städtebaulichen Rahmen (Gebäudehöhe, Baufenster), die Nutzungen, Dichte, Anzahl an Stellplätzen, ökologische Themen usw. festsetzt. Die Öffentlichkeit wird im Bebauungsplanverfahren weiterführende Informationen erhalten. Nach Satzungsbeschluss und entsprechender Bauantragstellung bzw. Baugenehmigung kann mit der Realisierung des Neubaus „Kriegsstraße 100“ begonnen werden. Die notwendigen Verfahrensschritte werden allerdings keinen so kurzfristigen Baubeginn ermöglichen. Die vorgestellten Präsentationen zusammen mit dem Protokoll zur Veranstaltung werden auf der Webseite zum Sanierungsgebiet „Innenstadt Ost“ hochgeladen. Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt 05.11.2025/Ros/Th Anlage 1 Präsentation Büro Thiele3: Wettbewerbsverfahren und Aufgabenstellung Anlage 2 Präsentationen der einzelnen Büros in der Reihenfolge wie unter Punkt 4 aufgeführt. Anregungen, Ideen, und Hinweise der Bürger*innen zu den Wettbewerbsarbeiten: Tarnzahl 1002 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  keine 0815-Hochhaus-Fassade  zu viel Einzelhandel!!  Leerstand in Kaiserstraße  lebendiger Turm  Hotelnutzung? lieber Wohnen  Tolle Fassade des Hochhauses,  bisschen Mailand in KA,  warum nicht auch Fassaden Kriegsstraße so?  weniger Büro  versetzte Balkone sind gut Städtebaulich:  undifferenzierte Kante zur Kriegsstraße  Unangemessene Enge an der Kreuzstraße  Tolle Hochhausfassade/Spiel der Balkone  Zufahrt Anlieferung  Kita  Schöne Grünflächen Fassaden:  Wenig Bezug zum Kontext  GR: tiefe, dunkle Räume  Gestaltung der Hochhausfassade durch unregelmäßige Balkone ergibt interessanten Wohnraum  „Festungs-“Fassade zur Kriegsstraße  Bestes Grünkonzept  (--> vertikale PV in Fassade integrieren)  Fassade zu generisierend*, streng, gleichförmig  Turm wirkt ablehnend  Balkone wie platte Stacheln  Position Turm --> weit weg von Kreuzstraße  zu großer Unterschied zwischen Turm- und Gewerbefassaden  Micro-Hub mit Lastenräder wurde mit bedacht  alle Entwürfe kranken am unproport. Turm!  Kita an geschütztem Ort --> super!  Turm zu hoch!  Gedanke von Marktplatz anstatt Gastronomie --> man kann auch sitzen ohne etwas zu kaufen (nicht kommerziell)  Kreuzstraße wird eingeengt (vgl. 1010 oder 1007)  Joker  Zimmer  flex. WHG  Schleuse mit Luftabsaugung zwischen Tiefgarage und Läden in 2. Tiefgeschoss nötig  modulare Wohnungsgestaltung (+/- 1 Zimmer)  Rangiermöglichkeit innerhalb Gelände für Lieferverkehr  getrennte Zuwegung für Fahrradtiefgarage sehr gut gelöst * unleserlich Tarnzahl 1007 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  viel Grün  klare Strukturen  Turm zu hoch!!  angenehme Dichte  schöne durch... Grünzonen  Turm zu hoch und zu nah an Kreuzstraße  interessante Freiflächenplanung  Reduzierung Baukörper  Innenhöfe zu klein, funktionieren nicht  diverse Erdgeschosszone mit klaren Zugängen & Nischen zum Aufenthalt  Wohnungen, statt Hotel + zu viele Büros  beste Platzierung + Ausrichtung des Hochhauses  „luftige“ Bebauung  Fassaden können mehr „Spiel“ vertragen  günstiger Schattenwurf + 1/3 unbeb. Grünfläche --> positiv Klimawandel  Fassade:  Leichtigkeit durch Sonnenschutz könnte leicht eingespart werden  sehr ansprechender Park als Frischluftspender  verschiedene Bereiche für verschiedene Bedürfnisse  einfallslos uniforme Hochhausfassade  bestes Städtebaukonzept  Nachhaltigkeit (Hotel --> Wohnungen)  fehlende Durchgänge von der Kriegsstraße (?)  Hotelraum umwandelbar zu Wohnraum (sollte grundsätzlich von Beginn Wohnraum sein)  gemischte Zufahrt Fahrrad, Auto Rampe endet auf Fußfläche  Möglichkeit eingeplant unnötige Hotelzimmer in Wohnraum umzunutzen.  hoher Anteil Grünfläche  viel entsiegelte Flächen  maximale Entsiegelung eingeplant  abgestufte Privatheit des Parks = sehr gelungen  Komplex öffnet sich auf der Kreuzstraße Richtung Kriegsstraße  +! Tarnzahl 1008 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  Hohe Diversität der Baukörper & Fassaden  öffentliche Erdgeschosszone überzeugt nicht  Eingangsbereiche nicht ausgestaltet  Städtebauliche Differenzierung  VHS-Verortung  Gesamtkonzept spannend  Fassadenstruktur Hochhaus nicht nachvollziehbar  Differenzierung nach Himmelsrichtung?  Mixed-use des Hochhauses auch an der Fassade ablesbar, bringt Leben ins Raster  wenig Wohnen  zu viel Hotel + Boarding  öffentliche Nutzung als oberer Abschluss des Hochhauses  Turm unproportional zu hoch!  Integration Kita = sehr gut!  Bauvolumen zu undifferenziert  Kita sehr Fremdkörper / zu viele Ideen in der Fassade  --> bester Entwurf!  Fassadenbegrünung  PV-Module (Fassade)  Gestaltete Fassade  Kita  Skybar  Kreuzstraße wird eingeengt (vgl. 1010 oder 1007)  Fassaden-Volumen tut sowohl im Äußeren als auch im Innen des „Blocks“ gut  sehr viele Fahrradstellplätze, aber schlecht zugänglich  Einziges ernst zu nehmendes Konzept  Suffizienz  Kindergarten  Durchgrünung  Dachform zur Kreuzstraße  Toller Innenhof!  Höhenstaffelung zur Kriegsstraße sehr gut!  Berücksichtigung Nachbarschaft  Maßstab  Vielfalt in der Fassade  ausgewogener Städtebau  ein heiterer Entwurf mit Eleganz  Aufgelockerte Fassade durch unterschiedliche Elemente  schöner Grünzug lädt zum Verweilen ein Tarnzahl 1009 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  gefällt mir!  hier im Turm möchte ich wohnen  KA braucht keine neuen Hotels, sondern Wohnungen  nimmt Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung auf  Da stimme ich 100% zu!!!  Die bestehenden Hotels klagen schon, dass sie meist nicht ausgelastet sind!  Gilt für alle Entwürfe  Unterschiedlichkeit der Fassaden  breiter, grüner Zugang von Kriegsstraße  Hochhaus lässt keine interessanten Wohnungen erwarten, da Fassade zu eintönig  Einbindung ins Stadtbild --> Materialität der Fassade  Hochhaus, besonderes Gebäude für Öffentlichkeit nutzen (mehr als nur 1 Etage)  Fassaden lockern Raster auf und passen zu umliegender Bebauung  Kreuzstraße wird eingeengt (vgl. 1010 oder 1007)  Das Hochhaus ist weiter weg von der Kreuzstraße, als bei anderen Entwürfen!  Danke!  Denken Sie an die Menschen, die jetzt schon in der Kreuzstraße leben und ihren Turm ertragen müssen!  Lieferzuweg abgetrennt zur Öffentlichkeit  Zuwegung zum Fahrradparken ungünstig (Türen, Winkel) --> getrennte Rampe mit direktem Eingang  Anlieferzone ist flexibel nutzbar und schränkt nicht andere ein  Torbogenfenster lieber für Einzelhandel, statt Büros nutzen  Fassadenfarbe (zu dunkel)  Turm zu hoch!!! Tarnzahl 1010 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  Komplex öffnet sich aus der Kreuzstraße Richtung Kriegsstraße  Turm zu hoch  Mitbetrachtung der Nachbarschaft  Bebauung zu hoch  Bebauung zu dicht  kaum Luft + Grün  Fassaden  PV Module --> Solar auf dem nächsten Level  nur rechtwinklige gerade Klötze  Direktanbindung der U-Bahn auf gleicher Ebene mit Einzelhandel  Riegel als Kante zur Kriegsstraße ist zu massiv und viel zu lang, um ins Innere des Parks zu gelangen  Das ist nicht einladend.  klare lesbare Grundstruktur  Zugänge über nördliche grüne Achse super!  Riegel zur Kriegsstraße wird dem derzeitigen* Einzelhandel Laufkundschaft nehmen --> Leerstand Kriegsstraße  Kriegsstraße bleibt Autoschneise  kaum Verbindung zum Staatstheater  perfekte, klare Gestaltung  große Freiflächen  Gut nutzbar  Sehr flexibel!  Grünfläche nicht im Detail geplant  maximale Entsiegelung wäre wichtig!  zu wenig Grün  wo Grün?  Fassade an Kriegsstraße zu massiv und mono....*  Kriegsstraßenfassade setzt die abweisende Front des ECE-Centers fort  krasse Front zu Kriegsstraße --> keinerlei Öffnung  geschlossene/gerade Fassade Kriegsstraße  zu viel Hotel + Boarding  Rampe für Fahrräder zum Begegnen --> mind. 2,5m Breite  Anwohner Markgrafen-/Kreuzstraße: Bitte um Schattenprüfung  getrennte Nutzungen  kein Quartierscharakter  Menschen Zusammenbringen  Hochhaus nur für private Wohnung (nicht öffentlich zugänglich) *unleserlich Tarnzahl 1014 Das gefällt mir besonders gut: Das könnte besser sein:  Offenheit zu Kreuzstraße  Position des Turms  Turm unproportional + überdimensioniert!  Idee mit den Torbögen ist interessant  langweilige Hochhausfassade  unterschiedliche Farben der Gebäude  Fassadenfarbe  Begrünung zu wenig z.B. Fassade?  Tore in der sehr abwechslungsreichen Fassade mehr betonen  Arkadenräume unter dem Niveau der Straße nach Ladenschluss potentieller Aufenthaltsorte Obdachloser/Wohnsitzloser  bewegte Fassade --> Blick von Kriegsstraße  zweistöckige Lichthöfe bei der U- Bahn-Anbindung könnten sehr kühl wirken, Sonneneinstrahlung beachten  obere Hochhausfläche offen für die öffentliche Nutzung oder Treffpunkt  zu versiegelte Innenfläche  tolle Arkaden  schöne Oberflächen  für Anlieferung geht zu viel Fläche im EG und außen verloren  Anbindung, Berücksichtigung Nachbarschaft  Lieferverkehr in Aufenthaltsfläche (Einfahrt)  Anbindung an U-Bahn (offen + hell)  Arkaden  PV-Anlage Dächer + Regenrückgewinnung  Kreuzstraße wird eingeengt (vgl. 1010 oder 1007)  direkte Verbindung U-Bahn in die Quartiersgebäude  geschütztes Fahrradparken nicht fest eingeplant  im Gebäude mit Rampe gesondert zugänglich  mal ein konsequentes „Stück Stadt“ mit starken Fassaden mit Größenentwicklung welche KA aus der Provinz hebt  Anwohner:  Bebauung zu verdichtet  wenig Luft + Grün im Innenhof  Schatten  !