Klimaschutzkonzept 2030 – Monitoringbericht Klimaschutz 2024 - ClimateView

Vorlage: 2025/1004
Art: Informationsvorlage
Datum: 20.10.2025
Letzte Änderung: 21.11.2025
Unter Leitung von: Umwelt- und Arbeitsschutz
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen

Beratungen

  • Ausschuss für Umwelt und Gesundheit (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.11.2025

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage_Klimaschutzmonitoring_2024
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/1004 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: Umwelt- und Arbeitsschutz Klimaschutzkonzept 2030 – Monitoringbericht Klimaschutz 2024 - ClimateView Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ausschuss für Umwelt und Gesundheit 28.11.2025 2 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Monitoringbericht 2024 zum Klimaschutzkonzept wird in ausführlicher Form alle zwei Jahre erarbeitet. Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal über die Online-Plattform „ClimateView“ erstellt. Die Plattform ermöglicht es, neben dem Fortschritt der Klimaschutzaktivitäten in Karlsruhe auch die aktuelle Treibhausgasbilanz darzustellen sowie den Fortschritt der Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts 2030. Die Treibhausgasbilanz 2024 wird fertiggestellt, sobald die hierzu notwendigen Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vollständig vorliegen. Ein Großteil der 75 Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts, nämlich 88% (79% in 2023) befinden sich 2024 in der Umsetzungsphase oder sind als Daueraufgabe etabliert, allein 12% sind noch in der Planungsphase. Gegenüber dem Monitoring 2023 sind sieben Maßnahmen zusätzlich in die Umsetzungsphase gekommen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☒ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Grüne Stadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit KEK, SWK, VOWO, VBK u.a. – 2 – Erläuterungen Das Klimaschutzkonzept 2030 (KSK 2030) wurde im April 2020 beschlossen. Nach der Beschlussfassung wurde mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen. Laut Klimaschutzkonzept erfolgt ein Monitoring der Klimaschutzmaßnahmen als jährliche Information über den Grad der Zielerfüllung und des Umsetzungsstandes, abwechselnd als Kurzbericht und alle zwei Jahre als ausführlicher Monitoringbericht. Die aktuelle Darstellung des Monitorings sowie der Kennzahlen zum Fortschritt erfolgten bisher in einem schriftlichen Bericht. Nach der Umstellung auf die Online-Plattform ClimateView stehen das Maßnahmenmonitoring und die Treibhausgasbilanz auf einem interaktiven „Dashboard“ zur Verfügung, wo der Umsetzungsstand der Maßnahmen und zugehörige Kennzahlen dargestellt werden. Die Treibhausgasbilanz 2024 wird fertiggestellt, sobald die hierzu notwendigen Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vollständig vorliegen. Dies wird für Ende November 2025 erwartet. Der Ausschuss wird im Anschluss über die Ergebnisse informiert. Die Online-Plattform ClimateView ist unter dem folgenden Link zu erreichen: www.karlsruhe.de/klimaschutzmonitoring Stand der Maßnahmenumsetzung Eine Übersicht des Umsetzungsstands ist in den folgenden Abbildungen und Tabellen dargestellt. Abbildung 1 zeigt den Umsetzungsstand der Maßnahmen in absoluten Zahlen im Jahr 2024 nach Kategorien. Ein Großteil der Maßnahmen, nämlich 88% befinden sich in der Umsetzungsphase oder sind als Daueraufgabe etabliert, allein 12% sind noch in der Planungsphase. Abbildung 1: Umsetzungsstand der Klimaschutzmaßnahmen nach Kategorien (Stand 2024). In Abbildung 2 wird der Maßnahmenfortschritt im Vergleich zu den Jahren 2022 und 2023 ersichtlich. In 2024 konnten deutlich mehr Klimaschutzmaßnahmen als Daueraufgabe etabliert oder abgeschlossen werden als in den Jahren zuvor. 37 13 16 8 1 Maßnahme wurde erfolgreich abgeschlossen /Daueraufgabe Umsetzung ist fortgeschritten Umsetzungsphase hat begonnen Maßnahme ist geplant Maßnahme derzeit nicht verfolgt – 3 – Abbildung 2: Vergleich des Umsetzungsstands der Klimaschutzmaßnahmen 2022 bis 2024. Bei 18 Maßnahmen konnten signifikante Fortschritte bei der Umsetzung erzielt werden, in dem Sinne, dass sie gegenüber dem vorangegangenen Berichtszeitraum zusätzlich als Daueraufgabe etabliert werden konnten (siehe Tabelle 1) Darunter fallen die „Roadmap zur Defossilisierung der Wärmeversorgung“, bei der die Stadtwerke kontinuierlich einen Plan für die zukünftige Wärmeversorgung in Abstimmung mit der Stadtverwaltung und der KEK auf Grundlage des Energieleitplans erarbeiten bzw. aktualisieren. Die Zielmarke für die CO 2 -neutrale Fernwärme ist das Jahr 2035. Die Stadtwerke haben ein neues Portfolio an Energiedienstleistungen aufgestellt, dass die Versorgung der Kundinnen und Kunden mit Wärmepumpen, Solaranlagen und Angeboten zur Elektromobilität adressiert. Die Photovoltaik- Beratungsoffensive konnte als integrales Beratungsinstrument mit unterschiedlichen Formaten im Beratungszentraum der KEK verankert werden. Die Bürgerenergiegenossenschaft Karlsruhe – BenKA akquiriert kontinuierlich neue Solarprojekte und konnte mit der PV-Anlage auf der Begegnungsstätte in Grötzingen ein gutes Beispiel für eine gelingende Kooperation zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Politik und Verwaltung erreichen. Die Prüfung von Photovoltaikpflichten durch das Bauordnungsamt konnte durch die Schaffung der Klimaschutzstelle dort beschleunigt werden. Neue Netzwerke mit Wohnungsbaugesellschaften und ein Austausch zum Thema Denkmalschutz wurden von der KEK initiiert. Das erfolgreiche Klimaschutzinstrument der „Energiequartiere“ konnte trotz einer wegfallenden bundesweiten Förderung durch den Klima- und Transformationsfonds des Bundes weitergeführt werden. Im Bereich der Wirtschaft konnten Formate für Fortbildungs- und Beratungsangebote im Beratungszentrum der KEK als zentrale Anlaufstelle integriert werden. 7 10 15 8 20 24 16 17 16 13 18 19 37 0 10 20 30 40 50 60 70 80 202220232024 Umsetzungsstand Klimaschutzmaßnahmen 2024 Maßnahme wurde erfolgreich abgeschlossen und/oder als Daueraufgabe etabliert Umsetzung ist fortgeschritten Umsetzungsphase hat begonnen Maßnahme ist geplant Maßnahme ist noch nicht konkret geplant Maßnahme derzeit nicht verfolgt Maßnahme wird neu ausgerichtet – 4 – Im Bereich der Mobilität konnte das Projekt „Öffentlicher Raum und Mobilität“ mit zwei Reallaboren zur Einschränkung des Durchgangsverkehrs erfolgreich umgesetzt werden und liefert wertvolle Erkenntnisse zu weiteren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt. Der Carsharinganbieter „Stadtmobil“ kann bereits auf eine 30-jährige Geschichte in Karlsruhe blicken und bietet seither eine Alternative zum privaten PKW an. Eine Kooperation besteht mit weiten Teilen der Stadt und der Stadtverwaltung. Bei der Klimaneutralen Verwaltung konnten mit Mitteln des Klimaschutzbudgets nennenswerte Umstellungen beim städtischen Fuhrpark erreicht werden. Dazu gehört eine erste Tranche von acht batteriebetriebenen Fahrzeugen zur Abfallsammlung und für die Stadtreinigung. Beim internen Mobilitätsmanagement konnte eine umfassende Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung abgeschlossen werden. Bei fünf weiteren Maßnahmen wurde die Umsetzung als fortgeschritten bewertet und weitere sieben Maßnahmen sind in die Umsetzungsphase gekommen. Unter den fortgeschrittenen Maßnahmen findet sich die konsequente Bevorrechtigung des ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Die Umstellung der Busflotte auf E-Antriebe ist bis 2030 geplant und die Beschaffung der Busse größtenteils beauftragt. Bei der Klimaneutralen Verwaltung gab es Fortschritte bei der Sanierung und insbesondere beim Solarausbau auf Dächern städtischer Gebäude. Neu in die Umsetzungsphase gekommen sind die Startermaßnahmen des Energieleitplans, für die Machbarkeitsstudien erstellt wurden. Die Stadtwerke habe neue Angebote für die Nutzung von Wärmepumpen in ihr Portfolio übernommen. Im Bereich der Nutzung der Abwärme aus Abwasser gab es einen Austausch des Tiefbauamtes mit den Stadtwerken, um Projekte zu identifizieren. Im Rahmen des ämterübergreifenden Arbeitskreises (StrIGeni) zur Entwicklung von Gewerbeflächen, wurde eine Machbarkeitsstudie eines Energiekonzeptes für das Gewerbegebiet „An der Roßweid/Greschbachstraße“ beauftragt. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreitet im privaten Raum voran, auch durch neue Angebote der Stadtwerke. Ein Fußverkehrskonzept ist in der Planung, das im Rahmen einer neu geschaffenen Klimaschutzstelle im Stadtplanungsamt bearbeitet wird. Tabelle 1 stellt diese Maßnahmen dar und zeigt die wesentlichen Fortschritte im Umsetzungsstand der Klimaschutzmaßnahmen, die 2024 erreicht werden konnten. Tabelle 1: Veränderung des Umsetzungsstandes einzelner Maßnahmen in 2024. Folgende Maßnahmen konnten 2024 zusätzlich als „als Daueraufgabe etabliert“ bewertet werden. Maßnahme Umsetzungsstand 2024 A1.2 Roadmap Wärme Defossilisierung Als Daueraufgabe etabliert A1.3 Nachhaltigkeitsorientierte Produktgestaltung der Stadtwerke Als Daueraufgabe etabliert A3.5 Abwärme aus der Industrie Als Daueraufgabe etabliert A4.1 Photovoltaik- Beratungsoffensive Als Daueraufgabe etabliert A4.3 Realisierung weiterer Solarparks und Strom- Communities Als Daueraufgabe etabliert A4.4 Gezielter Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen von Gewerbe / Industrie Als Daueraufgabe etabliert B1.2 Photovoltaik-Pflicht für Neubauten Als Daueraufgabe etabliert B1.4 Langfristig ausgerichtete Bodenvorratspolitik Als Daueraufgabe etabliert B1.5 Kontrolle und Vollzug energetischer Standards Als Daueraufgabe etabliert B2.1 Modernisierungsbündnis mit Wohnungsbauakteuren Als Daueraufgabe etabliert B2.2 Ausweitung der Energiequartier-Initiative Als Daueraufgabe etabliert B2.5 Konstruktive Kooperation Denkmalschutz & Energie Als Daueraufgabe etabliert – 5 – C2.4 Bündelung und Weiterführung von Fortbildungs- und Beratungsangeboten Als Daueraufgabe etabliert D1.2 Regulation MIV-Einfuhr im Innenstadtbereich Als Daueraufgabe etabliert D1.5 Weitere Unterstützung des Carsharings Als Daueraufgabe etabliert E1.4 Städtischer Fuhrpark Als Daueraufgabe etabliert E1.5 Internes Mobilitätsmanagement Als Daueraufgabe etabliert E3.2 Neuausrichtung der Klimaschutzkampagne Karlsruhe Als Daueraufgabe etabliert Folgende Maßnahmen haben 2024 zusätzlich einen fortgeschrittenen Umsetzungsstand erreicht: Maßnahme Umsetzungsstand 2024 D2.5 Konsequente Bevorrechtigung Umsetzung ist fortgeschritten D2.6 Klimafreundliche Busflotte Umsetzung ist fortgeschritten E1.2 Langfristiges Sanierungskonzept für städt. Gebäude Umsetzung ist fortgeschritten E1.3 Ausbau Photovoltaik auf städt. Gebäuden Umsetzung ist fortgeschritten E3.3 Kommunale Zusammenarbeit ausbauen Umsetzung ist fortgeschritten Folgende Maßnahmen kamen 2024 in die Umsetzungsphase: Maßnahme Umsetzungsstand 2024 A3.1 Realisierung von Nahwärmesystemen und dezentralen Wärmespeichern Umsetzungsphase hat begonnen A3.2 Steigerung der Versorgung mit privater Wärmepumpe Umsetzungsphase hat begonnen A3.4 Wärmenutzung Abwasser Umsetzungsphase hat begonnen A4.2 Ausbau unterstützender Dienstleistungsangebote Umsetzungsphase hat begonnen C2.5 Energiekonzepte Gewerbegebiete Umsetzungsphase hat begonnen D3.2 Ausbau Ladeinfrastruktur im privaten Raum Umsetzungsphase hat begonnen D4.5 Fußverkehrsförderung Umsetzungsphase hat begonnen Betrachtet man den Umsetzungsstand der Maßnahmen getrennt nach Bereichen des Klimaschutzkonzeptes, so zeigt sich, dass inzwischen in allen Bereichen mehrere Maßnahmen als Daueraufgaben etabliert wurden (Abbildung 3). Im Bereich „Bauen und Sanieren“ hat die Umsetzung für alle Maßnahmen begonnen und bis auf eine Maßnahme sind alle anderen als Daueraufgabe etabliert. Im Bereich „Strom und Wärme“ sind über die Hälfte der Maßnahmen als Daueraufgabe etabliert. Auch in den Bereichen „Mobilität“ und „Übergreifendes“ sind mehr als zwei Drittel der Maßnahmen in der Umsetzung, fortgeschritten oder als Daueraufgabe etabliert. Im Bereich „Wirtschaft“ sind fünf von sieben Maßnahmen in der Umsetzungsphase. Allein acht Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts insgesamt haben die Planungsphase noch nicht verlassen. Auf diese Maßnahmen wird ein besonderes Augenmerk seitens der Projektgruppe zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes gelegt, um sie so schnell wie möglich in die Umsetzung zu bringen. Bei themenbezogenen Projektreffen werden die für die noch nicht gestarteten Maßnahmen verantwortlichen Stellen angesprochen und Hemmnisse bei der Umsetzung identifiziert. – 6 – Abbildung 3: Umsetzungsstand der Klimaschutzmaßnahmen nach Bereichen 2024. Betrachtung der CO 2 -Relevanz Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept 2030 spart jedes Jahr eine große Menge CO 2 ein und hat somit eine erheblich positive Auswirkung auf den Klimaschutz. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen 3 2 2 1 5 1 2 5 3 7 6 10 10 3 7 7 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% A Strom und Wärme B Sanieren und BauC WirtschaftD MobilitätE Übergreifendes Umsetzungsstand 2024 nach Bereichen Maßnahme wurde erfolgreich abgeschlossen und/oder als Daueraufgabe etabliert Umsetzung ist fortgeschritten Umsetzungsphase hat begonnen Maßnahme ist geplant Maßnahme derzeit nicht verfolgt