Mittagsverpflegung an Schulen: Evaluation Masterarbeiten
| Vorlage: | 2025/0945 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 07.10.2025 |
| Letzte Änderung: | 05.11.2025 |
| Unter Leitung von: | Schul- und Sportamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Schulausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 12.11.2025
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0945 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: Schul- und Sportamt Mittagsverpflegung an Schulen: Evaluation Masterarbeiten Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Schulausschuss 12.11.2025 9 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Antrag an den Schulausschuss Der Schulausschuss nimmt den Schlussbericht der in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule durchgeführten Masterarbeiten zur Qualität der Schulverpflegung in Karlsruhe zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Kooperation mit der PH Karlsruhe zum Thema Mittagsverpflegung an Schulen – Vorstellung weiterer Masterarbeiten Wie bereits am 29. November 2023 dem Schulbeirat berichtet (Vorlage 2023/1185), wurde die zur Si- cherstellung der Qualität der Schulverpflegung beauftragte Evaluation im Rahmen einer Kooperation zwischen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (Institut für Alltagskultur und Gesundheit, Institut für Ökonomie und ihre Didaktik) und dem Schul- und Sportamt durch thematisch angepasste Master- arbeiten und eine Bachelorarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe durchgeführt. Die Aus- wertung der Arbeiten wurde durch eine im Rahmen des städtischen Klimaschutzbudgets neu geschaf- fene Stelle ermöglicht. Die Ergebnisse der ersten fünf Arbeiten wurden bereits am 3. Juli 2024 (Vor- lage 2024/0602) im Schulbeirat vorgestellt. Folgende weitere wissenschaftliche Arbeiten wurden im Zusammenhang der Kooperation ausgewertet und die Ergebnisse zusammengefasst: 1. Masterarbeit: Saisonalität in der Schulverpflegung: Eine Analyse von Praktiken, Herausforderungen und Potenzialen am Beispiel ausgewählter Caterer in Karlsruhe mit der Forschungsfrage: „Inwieweit berücksichtigen Caterer in Karlsruhe bei der Schulverpflegung die Prinzipien von Saisonalität, Regiona- lität und Bio-Produkten und welche Rolle spielen diese Aspekte für eine nachhaltige Ernährung in Karlsruhe?“ Ziel der Arbeit war es, herauszufinden, ob die Caterer in Karlsruhe die Prinzipien der Saisonalität und Regionalität beachten und Bio-Produkte im geforderten Umfang eingesetzt werden. Der Fokus der Ar- beit lag zudem auf dem Thema der nachhaltigen Ernährung. Fazit der Arbeit: Der Vergleich von drei Schulen (Eichendorffschule, Drais-Grund- und Gemeinschafts- schule sowie Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule) und drei Caterern (Sauder GmbH, El Tucano GmbH & Co. KG sowie ES catering GmbH) ermöglicht anhand vorgegebener Speisepläne eines Monats einen Überblick über den Einsatz von saisonalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln. Die Auswertung zeigt eine überwiegend erfolgreiche Umsetzung der Vorgaben, die die Caterer aus der Leistungsaus- schreibung und den eingereichten Zuschlagskriterien erfüllen müssen. Dennoch wird auf Verbesse- rungsmöglichkeiten hingewiesen, wie beispielsweise den Einsatz von Bio-Fleisch, die Reduktion von Rindfleisch in den Speiseplänen oder den Einsatz von mehr saisonaler und regionaler Ware. Fazit/Ausblick der Verwaltung: Insgesamt sollten die Bereiche der Saisonalität sowie der Einsatz der Bio-Produkte regelmäßig überprüft werden. Dies ist eine Anregung, die aktuell bereits erfolgreich um- gesetzt wird und durch eine ständige Qualitätskontrolle der vom Caterer eingesetzten Produkte statt- findet. 2. Masterarbeit: Nachhaltige Mittagsverpflegung an Schulen – eine empirische Untersuchung an drei Karlsruher Schulen zur Reduzierung von Speiseresten Der Fokus der Arbeit liegt auf der Analyse, wie und aus welchen Gründen Lebensmittelreste an den untersuchten Schulen entstehen und wie sie reduziert werden können. Fazit der Arbeit: In der Arbeit wird dargestellt, dass in der Schulverpflegung zum Verzehr geeignete Lebensmittel unnötigerweise entsorgt werden. Es werden die Zusammenhänge erklärt, wie, in wel- chem Maße und warum Lebensmittelabfälle in der Schulverpflegung entstehen, und es werden Hand- lungsempfehlungen zur Reduzierung dieser Abfälle gegeben. Zu diesem Zweck wurden Lebensmittel- abfallmessungen an drei Karlsruher Schulen über drei Tage hinweg durchgeführt und durch Befragun- gen von Schüler*innen ergänzt. Als Ursachen für die Entstehung von Lebensmittelresten konnten fol- gende Gründe identifiziert werden: Zeitmangel, unangemessene Portionsgrößen sowie individuelle – 3 – Geschmackspräferenzen der Schüler*innen. Auch die Überproduktion an Speisen durch bestellte, aber nicht abgeholte Mahlzeiten trägt zum Entstehen von Lebensmittelabfällen bei. Fazit/Ausblick der Verwaltung: Obwohl in der Mittagsverpflegung der Karlsruher Schulen durch hohe Qualitätsstandards sowie bereits an mehreren Schulmensen etablierte Speiseweitergabeprojekte ein vergleichsweise hoher Nachhaltigkeitsgrad erreicht wurde, ist der Entwicklungsprozess noch nicht ab- geschlossen. Um die Speisereste weiter zu reduzieren, sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen wer- den. Dazu zählen unter anderem repräsentative Befragungen der Essenteilnehmerinnen und -teilneh- mer, Lebensmittelrestemessungen sowie die Optimierung der Bestellprozesse. In Zusammenarbeit mit den Schulcaterern und den Schulgemeinschaften werden auf dieser Grundlage Konzepte entwickelt, die den Prozess zu einem sowohl schmackhaften als auch nachhaltigen Schulessen weiterführen. An- sätze, die verfolgt werden, sind beispielsweise die Entwicklung von klimafreundlichen Rezepten, eine partizipative Menügestaltung sowie bildungsbegleitende Maßnahmen.