Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10
| Vorlage: | 2025/0877 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 12.09.2025 |
| Letzte Änderung: | 27.10.2025 |
| Unter Leitung von: | Tiefbauamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Haupt- und Finanzausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 14.10.2025
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Stadt Karlsruhe Tiefbauamt Stadtentwässerung Vorbemerkung Gemäß § 14 Absatz 1 der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Vergabeverordnung Baden-Württemberg – VgV) in Verbindung mit § 119 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkun- gen erfolgt die Vergabe von öffentlichen Aufträgen im offenen Verfahren, im nicht offenen Verfahren, im Verhandlungsverfahren, im wettbewerblichen Dialog oder in der Innovationspartnerschaft. Laut Absatz 2 stehen dem öffentlichen Auftraggeber das offene Verfahren und das nicht offene Ver- fahren, das stets einen Teilnahmewettbewerb erfordert, nach seiner Wahl zur Verfügung. Die anderen Verfahrensarten stehen nur zur Verfügung, soweit dies durch gesetzliche Bestimmungen oder nach den Absätzen 3 und 4 des § 14 VgV gestattet ist. Als Betreiberin einer kritischen Infrastruktur ist beim Tiefbauamt die Erbringung von Liefer- und Dienst- leistungen zur Erneuerung des Prozessleitsystems notwendig. Aufgrund des Wertanteils der Lieferleis- tungen von circa zwei Dritteln am Gesamtauftrag liegt der Schwerpunkt und damit wesentliche Ge- genstand des Vertrages gemäß § 103 Abs. 2 GWB auf der Lieferleistung. Diese Leistungen sollen im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb an den früheren Auf- tragnehmer vergeben werden. Gemäß den in § 14 Abs. 4 Nummer 5 VgV aufgelisteten Voraussetzun- gen ist diese Vergabeart zulässig, wenn zusätzliche Lieferleistungen des ursprünglichen Auftragneh- mers beschafft werden sollen, die entweder zur teilweisen Erneuerung oder Erweiterung bereits er- brachter Leistungen bestimmt sind, und ein Wechsel des Unternehmens dazu führen würde, dass der öffentliche Auftraggeber eine Leistung mit unterschiedlichen technischen Merkmalen kaufen müsste und dies eine technische Unvereinbarkeit oder unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Ge- brauch und Wartung mit sich bringen würde; die Laufzeit dieser öffentlichen Aufträge darf in der Re- gel drei Jahre nicht überschreiten. Zudem muss gemäß § 9 des BSIG (Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstech- nik) eine Zertifizierung als IT-Sicherheitsdienstleister bzw. § 9a eine Zertifizierung für Cybersicherheit bei den zu beauftragenden Firmen vorliegen. Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10 Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen Anlage zur Begründung des Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb 2 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10 | Begründung Verhandlungsverfahren ohne TWB Erläuterung des Sachverhaltes Die Stadt Karlsruhe ist mit dem Klärwerk Betreiberin einer kritischen Infrastruktur nach dem IT-Sicher- heitsgesetz (BSIG) und dort von wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen definiert. Deren Ausfall oder Beeinträchtigung hätten nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störun- gen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatischen Konsequenzen zur Folge. Betreiber kritischer Infrastrukturen sind daher im Sinne der BSI-Kritisverordnung (KritisV) gemäß BSIG verpflichtet, entspre- chend der Rechtsverordnung angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zur Ver- meidung von Störungen ihrer informationstechnischen Systeme, Komponenten und Prozesse nach Stand der Technik zu treffen und gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geeignet durch Sicherheitsaudits, Prüfungen oder Zertifizierungen nachzuweisen. Mit der vorliegenden Vergabe wird die Kläranlage im Bereich Prozessleittechnik wieder auf den aktuel- len Stand der Technik gebracht, erhält den vollen Herstellersupport von Siemens und erfüllt die KRITIS- Anforderungen des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik in Bezug auf IT-Sicher- heit und Verfügbarkeit. Die Firma BN Automation AG hat die bestehende PCS7-Leittechnik inklusive Virtualisierungsumgebung installiert und konfiguriert. Ebenso stammt das Protokollierungs- und Wartungsmanagementsystem von der BN Automation AG. Die anstehende Migration erfordert detaillierte Kenntnisse der bestehen- den Systemarchitektur, um eine reibungslose Umstellung und Integration in den laufenden Betrieb zu gewährleisten. Eine Vergabe an einen anderen Anbieter würde eine vollständige Neuanalyse der Infra- struktur erfordern. Dies ginge mit erheblichem Zeitaufwand, Mehrkosten sowie möglichen Betriebsun- terbrechungen einher, die kostenintensive Neuentwicklungen bzw. Anpassungen bestehender Lösun- gen erfordern würden. Außerdem müssten geschützte technische Informationen offengelegt werden, was aus IT-Sicherheits- und Vertraulichkeitsgründen nicht vertretbar ist. Die Virtualisierungsumgebung und das PCS7-Leitsystem enthalten spezifische Sicherheits- und Redundanzmechanismen, die von der BN Automation AG entwickelt und dokumentiert wurden. Nur dieses Unternehmen verfügt über das notwendige Fachwissen für die Wartung und Weiterentwicklung der bestehenden Infrastruktur ohne Sicherheitsrisiken oder Funktionseinschränkungen. Die Funktionalität und Stabilität der vernetzten Sys- teme (Siemens PCS 7, Anexio Instandhaltung, TIBS) kann ohne erhebliche „Schnittstellenprobleme“ nur durch den ursprünglichen Anbieter und Systemintegrator gewährleistet werden. Durch die Vorbefassung und Erfahrung der BN Automation AG mit der vorhandenen Systemkonfigu- ration kann die Anpassung der ursprüngliche gelieferten Leittechnik an den neuesten Stand der Tech- nik effizient, schnell und risikominimiert durchgeführt werden. Die Stadt Karlsruhe muss eine sorgfäl- tige Prüfung der Qualifizierung der Firmen, die im PLS-Bereich arbeiten, vornehmen. Die Firma BN-Au- tomation hat die oben genannten Prüfungen erfolgreich durchlaufen und ist dadurch befähigt, Neue- rungen einzuspielen, Störungen in der Anlage zu suchen und zu beheben. Aus den genannten Gründen ist die Vergabe des Anschlussauftrages an die BN Automation AG aus Ilmenau gemäß § 14 Absatz 4 Nummer 5 VgV im Wege des Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahme- wettbewerb ausnahmsweise zulässig und gerechtfertigt, um die Betriebssicherheit der Kläranlage so- wie eine wirtschaftliche und risikoarme Umsetzung der Erneuerung ohne unverhältnismäßige techni- sche Schwierigkeiten sicherzustellen. Bei gleichwertigem Umfang der Leistungen kann ebenso geltend gemacht werden, dass eine Beauftragung anderer Firmen einen Aufwand verursachen würde, der zu dem erreichten Vorteil oder dem Wert der Leistung im Missverhältnis stehen würde. Die Umstellung auf den neuesten Stand der Technik stellt schließlich auch keine gänzliche Ersetzung oder Neubeschaf- fung der ursprünglich erbrachten Leistung dar, denn die Anpassung der Software mit teilweiser Erneu- erung der Hardwareteile baut fest auf der ursprünglich gelieferten Leittechnik auf und erweitert diese. Im Rahmen der Migration wird die bestehende PCS7 Version aktualisiert, jedoch nicht insgesamt neu ersetzt.
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Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0877 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Tiefbauamt Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10 Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Haupt- und Finanzausschuss 14.10.2025 9 Ö Entscheidung Kurzfassung Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistung: Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10 Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen an die Firma BN Automation, Ilmenau zum Angebot vom 27. August 2025 abschließend mit 830.401 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 830.401 Euro Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Die Kosten sind gebührenfä- hig Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☒ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☒ Umschichtung innerhalb des Dezernates CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ – 2 – Kurzbeschreibung der Leistungen Im Klärwerk Karlsruhe werden sämtliche für den Betrieb der Kläranlage und der beiden Klärschlamm- verbrennungslinien notwendigen technischen Anlagen über das zentrale Prozessleitsystem PCS7 V9.0 von Siemens bedient und überwacht. Die Hardware des Prozessleitsystems wurde zuletzt im Jahr 2019 modernisiert und befindet sich inzwischen am Ende ihrer Lebensdauer. Auch die Software ist nach der letzten Modernisierung im Jahr 2021 nicht mehr auf dem aktuellen Stand und wird vom Hersteller Sie- mens nicht weiter unterstützt. Um den Herstellersupport wieder sicherzustellen, ist eine Migration von PCS7 Version 9.0 auf die aktu- elle Version 10.0 zwingend erforderlich. Die hierfür notwendigen Hardwareanforderungen können von der bestehenden, veralteten Systemumgebung nicht mehr erfüllt werden, so dass sowohl Hard- als auch Software im Rahmen eines Projekts erneuert werden müssen. Vergabeart und Angebotssumme Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb mit der Firma BN Automation aus Ilmenau zum Preis von 830.401 Euro. Das Tiefbauamt schlägt vor, das Angebot der BN Automation AG anzunehmen und hierauf den Zu- schlag zu erteilen. Das Angebot ist auskömmlich und annehmbar. Eintragungen zu einer Vergabe- sperre im Wettbewerbsregister liegen nicht vor. Weitere Informationen hierzu in der Anlage. Finanzierung: Die erforderlichen Mittel stehen im Deckungsring des Teilhaushaltes 7400 beim Projekt 7.740212 (Filt- ration/Adsorption) zur Verfügung. Beschluss: Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10 Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen an die Firma BN Automation, Ilmenau zum Angebot vom 27. August 2025 abschließend mit 830.401 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen.
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Niederschrift 13. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 14. Oktober 2025, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz Punkt 9 der Tagesordnung: Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10: Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen Vorlage: 2025/0877 Beschluss: Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Migration der ESXI Server und PCS7 auf V10: Vergabe von Liefer- und Dienstleis- tungen an die Firma BN Automation, Ilmenau zum Angebot vom 27. August 2025, abschlie- ßend mit 830.401 Euro. Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung Die Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 9 zur Behandlung auf. Stadtrat Dr. Cremer (GRÜNE) äußert Bedenken hinsichtlich der Angemessenheit der An- gebotspreise. Er fragt nach, wie diese beurteilt wurden, da aufgrund der kritischen Infra- struktur keine öffentliche Ausschreibung möglich sei. Herr Kissel (Tiefbauamt) erklärt, dass die Bewertung der Angemessenheit auf der Grund- lage der angebotenen Komponenten und des geschätzten Aufwands für Programmierar- beiten erfolge. Er betont, dass die sensiblen Unterlagen nicht veröffentlicht werden könnten, um die Sicherheit der kritischen Infrastruktur zu gewährleisten. Die Vorsitzende ergänzt, dass die Angemessenheit der Preise geprüft werde und überzo- gene Angebote keinen Zuschlag erhielten. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, lässt sie über die Vorlage abstimmen und stellt einstimmige Zustimmung fest. Sie schließt den öffentlichen Teil der Sitzung und bittet, die Nichtöffentlichkeit herzustellen. – 2 – Schluss der öffentlichen Sitzung: 17:56 Uhr Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 27. Oktober 2025 Dieses Protokoll wurde mit Hilfe von KI erstellt und durch die Schriftführerin geprüft.