Versorgungslage für Betroffene von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS), sowie Betroffene von Long-Covid und dem Post-COVID-Syndrom (PCS) im Stadtgebiet Karlsruhe

Vorlage: 2025/0845
Art: Anfrage
Datum: 04.09.2025
Letzte Änderung: 04.11.2025
Unter Leitung von: Umwelt- und Arbeitsschutz
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.10.2025

    TOP: 28

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0845 Eingang: 04.09.2025 Versorgungslage für Betroffene von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue- Syndrom (ME/CFS), sowie Betroffene von Long-Covid und dem Post-COVID-Syndrom (PCS) im Stadtgebiet Karlsruhe Anfrage: Die Linke Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 21.10.2025 28 Ö Kenntnisnahme 1. Liegen der Verwaltung konkrete Fallzahlen von Betroffenen von ME/CFS im Stadtgebiet Karlsruhe vor? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl an Betroffenen im Stadtgebiet Karlsruhe? b. Falls es keine Zahlen dazu gibt für das Stadtgebiet Karlsruhe, liegen dem Gesundheitsamt auf Landkreisebene Zahlen dazu vor? c. Falls weder auf Landkreis- noch auf Stadtgebietsebene Zahlen dazu vorliegen, gibt es Bestrebungen der Verwaltung diese zu erheben, etwa durch Inauftraggebung einer Studie? 2. Liegen der Verwaltung konkrete Fallzahlen von Personen die an Long-COVID und/oder dem Post-COVID-19 Syndrom (PCS) erkrankt sind oder waren? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl an Betroffenen im Stadtgebiet Karlsruhe? b. Falls es keine Zahlen für das Stadtgebiet Karlsruhe dazu gibt, liegen dem Gesundheitsamt auf Landkreisebene Zahlen dazu vor? c. Falls weder auf Landkreis- noch auf Stadtgebietsebene Zahlen dazu vorliegen, gibt es Bestrebungen der Verwaltung diese zu erheben, etwa durch Inauftraggebung einer Studie? 3. Existieren im Stadtgebiet oder im Landkreis spezielle öffentliche Versorgungszentren oder Anlaufstellen für ME/CFS bzw. gibt es Anlaufstellen die in ihrem Angebotsspektrum auch die Versorgung von Menschen mit ME/CFS beinhalten? a. Falls ja, sind diese öffentlich einsehbar (z.B. auf der Internetseite der Stadt) oder gibt es Bestrebungen eine öffentliche Einsehbarkeit herzustellen? 4. Liegen der Verwaltung Informationen über die Versorgungslage für Betroffene von ME/CFS im Stadtgebiet, wie etwa die Anzahl niedergelassener Ärzt*innen mit Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS vor? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl der niedergelassenen Ärzt*innen mit Expertise in der Diagnostik u nd Behandlung von ME/CFS im Stadtgebiet Karlsruhe? 5. Gibt es im städtischen Klinikum Strukturen um spezielle Behandlungen von ME/CFS zu gewährleisten? a. Falls ja, stellt die Verwaltung eine Möglichkeit zur Verfügung, diese öffentlich einzusehen (z.B. auf der Internetseite der Stadt) oder gibt es Bestrebungen eine öffentliche Einsehbarkeit bereitzustellen? 6. Gibt es Bestrebungen von der Verwaltung eine Erhebung durchzuführen, welche niedergelassenen Ärzt*innen im Stadtgebiet eine Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS haben? – 2 – 7. Welche Aktivitäten gibt es bezüglich der hausärztlichen Versorgungslage seitens ME/CFS- Patient*innen des zuständigen Gesundheitsamtes oder der kommunalen Gesundheitskonferenz? 8. Gibt es Bestrebungen seitens des Gesundheitsamtes, von städtischen Stellen wie der kommunalen Gesundheitsförderung oder dem städtischen Klinikum die Einrichtung eines lokalen Versorgungszentrums zu unterstützen, das auf die Behandlung von ME-CFS, Long- COVID und PCS spezialisiert ist? a. Gibt es sonstige Bestrebungen der genannten Stellen die Versorgungslage dieser Patient*innen-Gruppen zu verbessern? 9. Sind der kommunalen Gesundheitsförderung oder dem Gesundheitsamt Bestrebungen der Landes- und Bezirksärztekammer bekannt, die ärztliche Fortbildungen im Bereich ME/CFS und Long- bzw. Post COVID erweitern sollen? 10. Wie viele Anfragen von Betroffenen und Angehörigen von ME/CFS, Long-Covid und PCS bekommt das Gesundheitsamt durchschnittlich innerhalb eines Jahres? 11. Gibt es von Seiten der Stadtverwaltung (z.B. der kommunalen Gesundheitsförderung) oder des Gesundheitsamtes Überlegungen, Betroffenen und ihren Angehörigen gebündelte Informationen über Hilfestellungen und möglichen Anlaufstellen bereitzustellen? Begründung der Anfrage: Die Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue Syndrom ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die zumeist infolge viraler Infektionskrankheiten auftritt. Sie ist durch nach Belastung einsetzende Fatigue (extreme Erschöpfung), Schlafstörungen, Störung autonomer Körperfunktionen, einer Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit, sowie Schmerzen und infektartige Krankheitssymptome gekennzeichnet. Betroffene der Erkrankung sind in ihrer Lebensgestaltung stark eingeschränkt, Schätzungen gehen davon aus, dass über 60% der Erkrankten in Folge der Erkrankung erwerbsunfähig werden. Schwer oder sehr schwer erkrankte Personen sind in vielen Fällen hochgradig behindert, vollständig bettlägerig und auf umfassende Pflege angewiesen, da selbst kleinste Anstrengungen wie die Aufnahme von Nahrung nicht mehr möglich sein können. Stand 2025 existiert weder eine medizinische Erklärung für die Entstehung der Krankheit, noch eine ursächliche Therapie, sodass Betroffene lediglich die Möglichkeit zur medikamentösen Linderung einzelner Symptome haben. Vor der COVID-19-Pandemie wurde die Zahl der Betroffenen im Bundesgebiet auf etwa 250.000 geschätzt , 2023 gab es laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung etwa 620.000 Behandlungsfälle , weswegen davon ausgegangen wird, dass die Zahl der an ME/CFS Betroffenen durch Infektionen mit COVID-19 stark gestiegen ist. Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 650.000 Menschen von ME/CFS betroffen. Betroffenenverbände wie die deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V., sowie Krankenkassen wie die AOK berichten von einer bundesweit völlig unzureichenden Versorgungslage. In Deutschland existieren bislang lediglich zwei auf die Behandlung von ME/CFS spezialisierte Ambulanzen, eine für Erwachsene in der Berliner Charité und eine für Kinder und Jugendliche in München. Die Behandlung ist dort aber aufgrund der enorm hohen Nachfrage auf Personen aus den jeweiligen Regionen beschränkt. Zwar stehen für Post-COVID Erkrankte Personen bundesweit über 100 Ambulanzen zur Verfügung, diese sind allerdings aufgrund fehlender Finanzierung und mangelndem Personal nicht auf die kontinuierlich wachsende Zahl der Patient*innen eingestellt. Im Umkreis von Karlsruhe befinden sich die nächsten Ambulanzen in Karlsbad, sowie in Heidelberg und Mannheim. Dies kann aufgrund der Belastungen durch Anreise und lange Wartezeiten auf einen Termin, sowie durch die Tatsache dass ME/CFS als eigenes Krankheitsbild eben nicht nur durch COVID-19 ausgelöst werden kann, jedoch kaum eine zufriedenstellende Versorgungssituation für die Betroffenen darstellen. Auch für Personen aus dem Stadtgebiet Karlsruhe die zwar nicht an ME/CFS erkrankt sind, aber unter Long-COVID oder PCS leiden, stellt es eine aus unserer Sicht unzumutbares Hindernis dar, dass sie für – 3 – eine hinreichende Versorgung auf Ambulanzen in Karlsbad, Heidelberg oder Mannheim angewiesen sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ambulanz Heidelberg aufgrund abgelaufener Förderung seit dem 20.12.2024 geschlossen ist. Die Ambulanz Langensteinbach hat ihre Warteliste seit Längerem geschlossen. Faktisch gesehen steht damit für Betroffene aus dem Raum Karlsruhe also nur die Ambulanz Mannheim für Neuaufnahmen zur Verfügung. Dieses weist auf ihrer Website indes seit 2023 auf „längere Wartezeiten“ hin. Mittlerweile wurde im Zuge wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit der Handlungsbedarf seitens der Politik erkannt. So kündigen CDU/CSU und SPD im aktuellen Koalitionsvertrag an die „Versorgung und Forschung zu stärken“ ohne dabei jedoch auf konkrete Maßnahmen einzugehen. Als kommunaler (Mit-) Versorger sehen wir die Stadt Karlsruhe in der Pflicht im Rahmen der ihr zu Verfügung stehenden Möglichkeiten für eine hinreichende Versorgung von Betroffenen von ME/CFS im Stadtgebiet bereitzustellen bzw. sich gegenüber zuständigen Stellen wie dem Landratsamt Karlsruhe, als für die Stadt zuständige Gesundheitsbehörde hierfür einzusetzen. Unterzeichnet von: Tanja Kaufmann Anne Berghoff Franziska Buresch

  • Stellungnahme Anfrage
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    Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0845 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: Umwelt- und Arbeitsschutz Versorgungslage für Betroffene von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue- Syndrom (ME/CFS), sowie Betroffene von Long-Covid und dem Post-COVID-Syndrom (PCS) im Stadtgebiet Karlsruhe Anfrage: Die Linke Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 21.10.2025 28 Ö Kenntnisnahme 1. Liegen der Verwaltung konkrete Fallzahlen von Betroffenen von ME/CFS im Stadtgebiet Karlsruhe vor? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl an Betroffenen im Stadtgebiet Karlsruhe? b. Falls es keine Zahlen dazu gibt für das Stadtgebiet Karlsruhe, liegen dem Gesundheitsamt auf Landkreisebene Zahlen dazu vor? c. Falls weder auf Landkreis- noch auf Stadtgebietsebene Zahlen dazu vorliegen, gibt es Bestrebungen der Verwaltung diese zu erheben, etwa durch Inauftraggebung einer Studie? 2. Liegen der Verwaltung konkrete Fallzahlen von Personen die an Long-COVID und/oder dem Post-COVID-19 Syndrom (PCS) erkrankt sind oder waren? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl an Betroffenen im Stadtgebiet Karlsruhe? b. Falls es keine Zahlen für das Stadtgebiet Karlsruhe dazu gibt, liegen dem Gesundheitsamt auf Landkreisebene Zahlen dazu vor? c. Falls weder auf Landkreis- noch auf Stadtgebietsebene Zahlen dazu vorliegen, gibt es Bestrebungen der Verwaltung diese zu erheben, etwa durch Inauftraggebung einer Studie? Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet: Der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt mit Zuständigkeit für Stadt und Landkreis liegen keine Zahlen vor. Es gibt keine Meldepflicht für diese Krankheitsbilder. Es ist nicht geplant, eine Studie dazu durchzuführen, da es keine Gründe gibt anzunehmen, dass die Prävalenz von ME/CFS in Stadt und Landkreis Karlsruhe von der bundesweiten Prävalenz abweicht. Entsprechend der bundesweiten Prävalenz können die Zahlen auf die Stadt und den Landkreis bezogen berechnet werden: Bei einer Prävalenz von 0,7% und einer Bevölkerung von 309.643 für die Stadt Karlsruhe kann von einer absoluten Zahl an Betroffenen von ME/CSF von ca. 2.179 ausgegangen werden, im Landkreis bei einer Einwohnerzahl von 456.264 von einer absoluten Zahl von ca. 3.190. – 2 – 3. Existieren im Stadtgebiet oder im Landkreis spezielle öffentliche Versorgungszentren oder Anlaufstellen für ME/CFS bzw. gibt es Anlaufstellen die in ihrem Angebotsspektrum auch die Versorgung von Menschen mit ME/CFS beinhalten? Am SRH-Klinikum Langensteinbach ist eine Post-Covid-Ambulanz eingerichtet vgl. https://www.klinikum-karlsbad.de/medizin-und-pflege/fachabteilungen-zentren/klinische-psychologie- neuropsychologie/post-covid-ambulanz/. Für niedergelassene Ärzt*innen, die mit der Erkrankung ausgiebig vertraut sind, gibt es den Kenntnissen des Gesundheitsamts nach kein Suchportal. Solch ein Suchportal müsste über die Kassenärztliche Vereinigung organisiert werden. a. Falls ja, sind diese öffentlich einsehbar (z.B. auf der Internetseite der Stadt) oder gibt es Bestrebungen eine öffentliche Einsehbarkeit herzustellen? Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bietet bereit das Portal „Arztsuche“ (vgl. https://www.arztsuche-bw.de/) an. Dort sind alle ambulant tätigen Vertragsärzt*innen und Vertragspsychotherapeut*innen in Baden-Württemberg – mit Adresse und Sprechzeiten sowie Angaben zu Qualifikationen und Spezialisierungen sowie Leistungen der Praxis – eingetragen. Bisher ist dort jedoch keine Suche nach Fachkenntnissen zu Post Covid/Postviralen Syndromen oder ME/CFS möglich. 4. Liegen der Verwaltung Informationen über die Versorgungslage für Betroffene von ME/CFS im Stadtgebiet, wie etwa die Anzahl niedergelassener Ärzt*innen mit Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS vor? a. Falls ja, wie hoch ist die Zahl der niedergelassenen Ärzt*innen mit Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS im Stadtgebiet Karlsruhe? Der Verwaltung liegen keine Zahlen zu niedergelassenen Ärzt*innen in Karlsruhe mit Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS vor. Dem Gesundheitsamt liegen anekdotische Information zu einer eher schlechten Versorgungslage und Hinweise auf lange bzw. geschlossene Wartelisten an spezialisierten Ambulanzen vor. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass bisher keine etablierten Therapien für die Krankheitsbilder vorliegen. Damit ist es für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und weitere Therapeuten schwierig, Therapieangebote zu machen. Grundsätzlich ist es Konsens, dass in solchen Situationen die Behandlung im Rahmen von Studien stattfinden sollte und diese an Zentren organisiert werden, um rasch die bestmögliche Evidenz für eine Behandlung zu entwickeln und umzusetzen. 5. Gibt es im städtischen Klinikum Strukturen, um spezielle Behandlungen von ME/CFS zu gewährleisten? Im Städtischen Klinikum Karlsruhe gibt es keine Strukturen zur speziellen Behandlung von ME/CFS. a. Falls ja, stellt die Verwaltung eine Möglichkeit zur Verfügung, diese öffentlich einzusehen (z.B. auf der Internetseite der Stadt) oder gibt es Bestrebungen eine öffentliche Einsehbarkeit bereitzustellen? - 6. Gibt es Bestrebungen von der Verwaltung eine Erhebung durchzuführen, welche niedergelassenen Ärzt*innen im Stadtgebiet eine Expertise in der Diagnostik und Behandlung von ME/CFS haben? – 3 – Seitens der Stadtverwaltung gibt es keine Bestrebungen, eine Erhebung durchzuführen. Aus Sicht der Stadtverwaltung und des Gesundheitsamts wäre dies eine Aufgabe, die bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und der Ärztekammer liegt. Grund dafür ist u.a., dass der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt die Adressverteiler nicht zugänglich sind. Die Webseite der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bietet bereits Unterstützung bei der Arztsuche, basierend auf den Spezialisierungen der Ärzt*innen, allerdings bisher nicht bzgl. ihrer Expertise zu Post Covid/Postviralen Syndromen oder ME/CFS (vgl. Antwort zu Frage 3a). 7. Welche Aktivitäten gibt es bezüglich der hausärztlichen Versorgungslage seitens ME/CFS- Patient*innen des zuständigen Gesundheitsamtes oder der kommunalen Gesundheitskonferenz? Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ist Aufgabe der Kassenärztliche Vereinigung Baden- Württemberg. Die Stadt engagiert sich darüber hinaus im Rahmen ihrer Möglichkeiten u.a. zusammen mit dem Gesundheitsamt und der Kreisärzteschaft Karlsruhe, um die hausärztliche Versorgung in Karlsruhe zu stärken (vgl. u.a. Vorlage 2025/0616). Im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz 2022 hat sich die Stadtverwaltung intensiv mit der Thematik der hausärztlichen Versorgung beschäftigt. Seitdem wird kontinuierlich an den dort ermittelten Handlungsempfehlungen bzw. kommunalen Unterstützungsmöglichkeiten gearbeitet. Kommunale Aktivitäten, sowohl von Seiten der Stadt als auch des Landkreises, beziehen sich jedoch nur allgemein auf die Stärkung der hausärztlichen Versorgung, nicht auf spezielle Krankheitsbilder – das würde die Kapazität der Gremien bzw. Personalressourcen sprengen. Zudem haben Stadtverwaltung und Gesundheitsamt keinen Einfluss auf die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder, Abläufe und Strukturen in den Praxen sowie Fortbildungen für Ärzt*innen und Praxispersonal. 8. Gibt es Bestrebungen seitens des Gesundheitsamtes, von städtischen Stellen wie der kommunalen Gesundheitsförderung oder dem städtischen Klinikum die Einrichtung eines lokalen Versorgungszentrums zu unterstützen, das auf die Behandlung von ME-CFS, Long- COVID und PCS spezialisiert ist? Seitens der Stadtverwaltung gibt es keine Bestrebungen, bei der Einrichtung eines lokalen Versorgungszentrums zu unterstützen. Auch aus Sicht des Gesundheitsamtes wäre dies eine zu spezielle Einrichtung, und es wäre nicht möglich, die notwendige Expertise dort vorzuhalten. Seitens des Gesundheitsamts könnte höchstens in Erwägung gezogen werden, den Aufbau einer Außenstelle der Uniklinik Heidelberg oder Mannheim an einer der städtischen Kliniken oder Versorgungzentren zu unterstützen, sofern dies seitens der Kliniken gewünscht wird. a. Gibt es sonstige Bestrebungen der genannten Stellen die Versorgungslage dieser Patient*innen-Gruppen zu verbessern? Nein. 9. Sind der kommunalen Gesundheitsförderung oder dem Gesundheitsamt Bestrebungen der Landes- und Bezirksärztekammer bekannt, die ärztliche Fortbildungen im Bereich ME/CFS und Long- bzw. Post COVID erweitern sollen? – 4 – Die Kreisärzteschaft Karlsruhe hat mit Unterstützung der Universität Tübingen 2023 versucht, ein Karlsruher Versorgungsnetzwerk zu Post-COVID bestehend aus Ärzt*innen sowie weiteren Berufsgruppen wie Physiotherapeut*innen und Ergotherapeut*innen aufzubauen. Ziel war unter anderem die Stärkung der interprofessionellen und sektorenverbindenden Zusammenarbeit z.B. durch transparente Diagnostik- und Patientenpfade sowie ein gemeinsamer Wissens- und Erfahrungsaustausch. Mangels Interesse wurde das Netzwerk jedoch leider wieder eingestellt. Im Rahmen des Modellprojekts SEVEN-PCS wurde ein E-Learning Angebot für Angehörige aller Gesundheitsberufe unter dem Titel „Post-AIM – Postakute Infektionssyndrome versorgen – Der gemeinsame Weg ist das Ziel“ erstellt. Allerdings war dieses nur bis Ende August 2025 zugänglich. Darüber hinaus wurde - laut Homepage der Landesärztekammer Baden-Württemberg - im Mai 2025 die „International ME/CFS Conference 2025“ als zweitägige Hybrid-Veranstaltung aus Berlin übertragen, eine wissenschaftliche Fachkonferenz, die sich der Versorgung, Forschung und Therapie von ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom) und Post-COVID-Syndrom widmete. Zielgruppe waren Ärzt*innen, Medizinisches Fachpersonal, Forschende und interdisziplinäre Expert*innen aus den Bereichen Medizin und Biologie. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CSF stellt zudem eine on-demand-online-Fortbildung zur Verfügung: https://www.mecfs.de/informationen-fuer-aerztinnen-und-aerzte/on-demand-fortbildung/. Bemühungen zur Ausweitung dieser Angebote sind der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt nicht bekannt. Seitens des Gesundheitsamtes wird es allerdings für sinnvoll gehalten, auf weitere Fortbildungen zu dringen, um die Basisinformationen (auch dazu, was nicht hilft oder gar schädlich sein kann) in die Breite zu bringen und angeboten, dies in Gesprächen mit der Ärztekammer zu thematisieren. 10. Wie viele Anfragen von Betroffenen und Angehörigen von ME/CFS, Long-Covid und PCS bekommt das Gesundheitsamt durchschnittlich innerhalb eines Jahres? Keine. 11. Gibt es von Seiten der Stadtverwaltung (z.B. der kommunalen Gesundheitsförderung) oder des Gesundheitsamtes Überlegungen, Betroffenen und ihren Angehörigen gebündelte Informationen über Hilfestellungen und möglichen Anlaufstellen bereitzustellen? Im Rahmen des Modellprojektes „Adaptive, sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung Long- /Post-COVID-Syndrom in Baden-Württemberg (SEVEN-PCS)“ wurde eine Webseite (https://knpc- bw.de/betroffene/) entwickelt. Dort werden Informationen für Betroffene und deren Angehörige sowie für Personen, die in der Behandlung von Personen mit Long-/Post-COVID und/oder ähnlichen Krankheitsbildern tätig sind, gebündelt. Für Informationen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen steht die Webseite des Modellprojektes „MOVE-COVID Baden-Württemberg“ (https://move-me-cfs.de/) zur Verfügung. Zudem gibt es eine Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit, auf der die relevanten Informationen zu Long-Covid zusammengefasst dargestellt sind (https://longcoviddeutschland.org; https://www.bmg-longcovid.de). Hier sind Ambulanzen und Selbsthilfegruppen aufgeführt; eine zentrale Stelle versucht, die Daten aktuell zu halten. Das Gesundheitsamt bietet auf seiner Homepage eine kleine Link-Sammlung (https://www.landkreis- karlsruhe.de/Service-Verwaltung/Das-Landratsamt-von-A-bis-Z/Gesundheit/Infektionsschutz/), die bisher aber kaum abgerufen wurde. Seitens des Gesundheitsamtes wird es für nicht zielführend – 5 – gehalten, hier eine weitere Struktur aufzubauen, die erfahrungsgemäß viele Ressourcen benötigt, um aktuell gehalten zu werden. Durch Internetrecherche gelangt man zu den genannten Seiten. Eine Verlinkung auf www.karlsruhe.de ist nicht vorgesehen. Es ist anzunehmen, dass Betroffene eher weniger auf der Seite einer Stadtverwaltung nach konkreten Informationen zu Krankheitsbildern suchen. Zudem müsste sodann auch über andere Krankheitsbilder aufgeklärt werden. Dies ist nicht Aufgabe einer Stadtverwaltung. Zudem stehen dafür keine Ressourcen zur Verfügung. Darüber hinaus besteht in Karlsruhe die Selbsthilfegruppe „Long Covid/Post Covid“. Diese ist auf der Webseite des Selbsthilfebüros Karlsruhe (https://selbsthilfe-ka.de/themen-a-z/long-covid/) zu finden.

  • Protokoll GR 21.10.2025 TOP 28
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    Niederschrift 15. Plenarsitzung des Gemeinderates 21. Oktober 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 28 der Tagesordnung: Versorgungslage für Betroffene von Myalgischer Enzephalo- myelitis/Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS), sowie Betroffene von Long-Covid und dem Post-Covid-Syndrom (PCS) im Stadtgebiet Karlsruhe Anfrage: Die Linke Vorlage: 2025/0845 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 28 zur Behandlung auf und teilt mit, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 23. Oktober 2025