Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spurenstoffentfernung
| Vorlage: | 2025/0767 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 12.08.2025 |
| Letzte Änderung: | 07.10.2025 |
| Unter Leitung von: | Tiefbauamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Haupt- und Finanzausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 23.09.2025
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0767 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Tiefbauamt Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spurenstoffentfernung Vergabe von Lieferleistungen Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Haupt- und Finanzausschuss 23.09.2025 12 Ö Entscheidung Kurzfassung Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistung: Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spurenstoffentfernung Vergabe von Lieferleistungen an die Firma Donau Carbon GmbH, Frankfurt zum Angebot vom 30. Juni 2025 abschließend mit 1.472.625 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 1.472.625 Euro Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Die Kosten sind gebührenfähig Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Kurzbeschreibung der Leistungen Im Klärwerk Karlsruhe wird dem gereinigten Abwasser im Rahmen des Betriebs der Adsorptions- anlage, als Teil der neuen vierten Reinigungsstufe, Pulveraktivkohle beigemengt, um die darin gelösten Spurenstoffe wie Medikamentenreste, Hormone oder Röntgenkontrastmittel zu binden. Danach wird die Aktivkohle in Sedimentationsbecken vom Abwasser getrennt und in den Prozess zurückgeleitet. Dieser Vorgang ist drei Mal mit derselben Aktivkohle durchführbar, bevor diese zusammen mit dem Klärschlamm in der Verbrennungsanlage verbrannt wird. Die hier zu vergebende Liefermenge entspricht 750 Tonnen und damit der Menge, welche für circa 16 Monate benötigt wird. Die Lieferung erfolgt je nach Bedarf auf Abruf. Ausschreibung nach VgV Art der Vergabe Offenes Verfahren, europaweit Ende Zuschlagsfrist 10. Oktober 2025 Anzahl interessierter Firmen 11 Anzahl eingereichter Angebote 10 Rangfolge der wertbaren Angebote: Firmen Preis inklusive Umsatzsteuer nach Submission Ergebnis unter Berücksichtigung der Wertungskriterien: Preis pro Tonne Trockensubstanz brutto / % DOC-/SAK-Reduktion 1. Donau Carbon GmbH 1.472.625 Euro 172 Euro 2. Bieter B 1.740.375 Euro 197 Euro 3. Bieter C 1.517.250 Euro 201 Euro 4. Bieter D 1.472.625 Euro 237 Euro 5. Bieter E 1.231.650 Euro 290 Euro 6. Bieter F 1.535.100 Euro 290 Euro 7. Bieter G 1.651.125 Euro 322 Euro – 3 – Angebotsbeurteilung und Wertung der Angebote: Für die Ausschreibung wurde ein EU-weites offenes Verfahren durchgeführt, bei dem bis zum Eröffnungstermin am 3. Juli 2025 zehn Unternehmen Angebote abgaben. Der Zuschlag wird nach § 58 Absatz 1 VgV auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt. Die Proben der Pulveraktivkohle wurden von einem unabhängigen Institut mit dem Abwasser der Kläranlage Karlsruhe hinsichtlich der DOC-Reduktion (Dissolved Organic Carbon) und zur Plausibilisierung zusätzlich die des SAK (Spektraler Absorptionskoeffizient) 254 nm -Wertes untersucht. Diese Untersuchungen wurden im Rahmen eines 24h- Rühr-/Schüttelversuches gemäß der Handlungsempfehlungen des Kompetenzzentrums Spurenstoffe Baden- Württemberg (KomS) durchgeführt. Den Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot. Die Kriterien sind der Preis in Euro pro kg Trockensubstanz (TS) Pulveraktivkohle dividiert durch den Mittelwert der prozentualen Verringerung des DOC-Wertes. Der Preis pro t Trockensubstanz wird über den spezifizierten Wassergehalt berechnet. Die prozentuale Verringerung des DOC*-Wertes wird anhand von 3 Rührversuchen bei einer Konzentration von 10, 20 und 30 mg Pulveraktivkohle je Liter Abwasser des Klärwerks Karlsruhe ermittelt. Im Rahmen der Angebotsprüfung wurden drei Angebote von der weiteren Wertung ausgeschlossen, da die zwingend notwendigen Musterproben der Aktivkohlen nicht beim Klärwerk eingegangen waren und die erforderliche Bestätigung zur Spurenstoffelimination nicht nachgewiesen werden konnte. Im Ergebnis lag, unter Berücksichtigung der genannten Wertungskriterien, nach mehreren Versuchsreihen das Produkt der Donau Carbon GmbH mit einem gewichteten Preis von 172 Euro pro Tonne Trockensubstanz je prozentualer Verringerung des DOC-Wertes an erster Stelle der Rangfolge aller Angebote. Aufgrund mehrerer Referenzen wird die Firma als leistungsfähig, fachkundig und zuverlässig eingeschätzt, um die Arbeiten ordnungs- und termingemäß auszuführen. Das Tiefbauamt schlägt deshalb vor, das Angebot der Donau Carbon GmbH als das wirtschaftlichste anzunehmen und hierauf den Zuschlag zu erteilen. Eintragungen zu einer Vergabesperre im Wettbewerbsregister liegen nicht vor. Kostenvergleich Summe Kostenberechnung 1.714.046 Euro Summe wirtschaftlichstes Angebot 1.472.625 Euro Minderbetrag 241.421 Euro Die Kostenberechnung wurde auf Grundlage des letzten Liefervertrages aus dem Jahr 2024 mit einer geschätzten Preissteigerung von circa 15 % kalkuliert. Erfreulicherweise bewegen sich die Preise der Aktivkohlen weiterhin in einem konstanten Bereich und wurden vereinzelt auch günstiger angeboten als im Vorjahr. Die Preise sind dennoch auskömmlich. – 4 – Finanzierung: Die erforderlichen Mittel stehen im Ergebnishaushalt des Teilhaushaltes 7400 beim Produkt 1.740.53.80.02.01 – Betrieb/Unterhaltung mechanische/biologische Reinigungsstufe - zur Verfügung. Beschluss: Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spurenstoffentfernung Vergabe von Lieferleistungen an die Firma: Donau Carbon GmbH, Frankfurt zum Angebot vom: 30. Juni 2025 abschließend mit: 1.472.625 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen.
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Extrahierter Text
Niederschrift 12. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 23. September 2025, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 12 der Tagesordnung: Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spuren- stoffentfernung: Vergabe von Lieferleistungen Vorlage: 2025/0767 Beschluss: Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Lieferung von Pulveraktivkohle zur Spurenstoffentfernung: Vergabe von Lieferleistungen an die Firma Donau Carbon GmbH, Frankfurt zum Angebot vom 30. Juni 2025, abschließend mit 1.472.625 Euro. Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 12 zur Behandlung auf. Stadtrat Dr. Cremer (GRÜNE) fragt, ob eine regelmäßige Qualitätskontrolle der geliefer- ten Aktivkohle durchgeführt werde. Die Vorlage verdeutliche, dass gleiche Mengen an Aktivkohle unterschiedliche Absorptionsvermögen aufweisen könnten. Es sei wichtig, si- cherzustellen, dass die gelieferte Aktivkohle die erwartete Leistung erbringe, da dies op- tisch nicht erkennbar sei. Frau Lochmann-Leßle (Tiefbauamt) erklärt, dass die optische Prüfung der Aktivkohle tat- sächlich keine Rückschlüsse auf deren Qualität zulasse. Das in der Vorlage beschriebene Verfahren stelle bei der Vergabe sicher, dass die richtige Aktivkohle geliefert werde. Die- ses Verfahren werde über den gesamten Nutzungszeitraum hinweg in regelmäßigen Ab- ständen wiederholt, um die Qualität der Aktivkohle zu gewährleisten. Der Vorsitzende lässt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, über die Vorlage abstimmen und stellt einstimmige Zustimmung fest. – 2 – Er schließt mit Dank die öffentliche Sitzung und bittet, die Nichtöffentlichkeit herzustellen. Schluss der öffentlichen Sitzung: 17:27 Uhr Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 6. Oktober 2025