Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilerzentrale“
| Vorlage: | 2025/0748 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 05.08.2025 |
| Letzte Änderung: | 29.09.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Planungsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 15.10.2025
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilzentrale“ in Karlsruhe 1/3 Der bestehende Hofcharakter wird durch einen neuen zweigeschossigen Baukörper zusätzlich gestärkt, der mit einer Gastronomienutzung belebt wird. Diese öffnet sich sowohl zum Park als auch zur neuen grünen Mitte und trägt damit zur sozialen Aktivierung des Raumes bei. Am südlichen Rand des Areals wird der Übergang zum Otto-Dullen- kopf-Park fließend gestaltet. Ein neuer Trimm-dich-Pfad durchzieht den schattigen Waldbereich im Südwesten und schafft neue Wegeverbindung zwischen Park und Quartier. Im Südosten, angrenzend an den bestehen- den Skate- und Sportpark, wird durch die Integration eines Jugendclubs sowie die Erweiterung des Skateangebots ein neuer sportlich-sozialer Anziehungspunkt geschaffen. Die historische Bestandshalle nördlich des Jugentreffs wird zur neuen Veranstaltungsstätte und fungiert als Vermittler zwischen dem sportlich geprägten Bereich nahe dem Otto-Dullenkopf- Park und dem urbanen Grünraum der Quartiersmitte. Die Versickerung von Regenwasser erfolgt in den begrünten Freiräumen, während eine natürliche Verschattung durch Bäume und gezielte Pflan- zungen ohne festen Bodenanschluss – etwa in Form von Erdhügeln und mobilen Beeten – zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Schwellenraum Schlachthof Durchwegung Baufeld I Schwellenraum Otto-Dullenkopf-Park Lageplan M 1:500 Schnitt AA M 1:500Schnitt BB M 1:500 Der östliche Abschluss des Areals wird durch einen fünf Geschosse hohen Baukörper mit Büronutzung markiert. Dieser fungiert als akustischer und visueller Puffer zur angrenzenden Straße sowie zur Bahntrasse und bildet gleichzeitig eine klare städtebauliche Kante zum benachbarten Baufeld I. Sitzgelegenheiten und ein durchgrünter Freiraum schaffen entlang dieser Achse einen klimatisch wirksamen, öffentlich zugänglichen Erholungs- raum, der gleichzeitig die wichtige Wegeverbindung vom Messplatz zum Otto-Dullenkopf-Park erhält und aufwertet. Das Erschließungskonzept orientiert sich an den bestehenden Prinzipi- en im Schlachthofareal. Der motorisierte Individualverkehr wird über Stichstraßen mit mittigen Parkbuchten organisiert. Diese Flächen sind multifunktional ausgelegt und können temporär als Veranstaltungsräume mit rauem Hofcharakter genutzt werden. Der Neubau von Technikgebäude und Fernwärmespeicher an der Stich- straße östlich des Büroneubaus besetzt eine städtebaulich markante Posi- tion am Eingang des Quartiers. In seiner Doppelfunktion als technische Schaltzentrale und als identitätsstiftendes Signé wird das Gebäude zur markanten Schnittstelle zwischen dem öffentlich zugänglichen Baufeld II und dem technisch geprägten Bereich dahinter. Gleichzeitig übernimmt die Thermoskanne eine wichtige visuelle und kommunikative Rolle: Sie markiert den Auftakt des neuen Stadtquartiers und schafft eine Adresse für die angrenzenden Bereiche wie Schlachthofareal und Otto-Dullen- kopf. Im Zentrum des Areals liegt die eigentliche Besonderheit: Ein Ensemble aus historischem Baubestand rahmt eine grüne Innenwelt – ein intimer, introvertierter Ort mit hoher atmosphärischer Dichte. Diese Qualität wird nicht nur erhalten, sondern zur prägenden Idee des neuen urbanen Grün- raums weiterentwickelt: die Schaffung zweier grüner Oasen in geschützter Innenhofatmosphäre, die auf unterschiedlichen Höhenniveaus in das städtebauliche Gefüge eingebettet, sowohl Rückzug als auch Austausch ermöglichen. Diese urbanen Grünräume versteht sich als Symbiose aus den gegensätz- lichen Qualitäten des Otto-Dullenkopf-Parks und des Schlachthofareals: sichtbar kultiviertes Grün, welches vielfältige räumlichen Qualitäten, wie harte und weiche Flächen, sonnige und schattige Zonen, introvertierte Rückzugsräume und extrovertierte Bühne schafft und mit beweglichem Stadtmobiliar flexibel durch mannigfaltige Nutzer*innen und Nutzun- gen bespielt und angeeignet werden kann. Die durch den Rückbau der Öltanks entstehende topografische Vertiefung wird künftig als grüne Freilichtbühne mit Rasenfläche und Sitzstufen gestaltet und kann für sportliche Aktivitäten, Diskussionen oder Präsentationen genutzt werden. Südlich des neuen Kiosks bleibt der heute schon dichte Baumbestand erhalten. In Kombination mit neu angelegten Rasenhügeln und Blumen- wiesen entsteht hier ein urbanes Biotop mit hohem ökologischen und gestalterischen Wert. Urbanes Grün Im Norden, an der Grenze zum Schlachthofareal, soll die Verbindung zwischen bestehendem Kreativquartier und neuem Areal gestärkt werden. Künftig werden drei neue Zugänge als Verbindungsachsen ausgebildet, um die Durchlässigkeit des Areals zu erhöhen und die Nachbarschaften räumlich enger miteinander zu verzahnen. Am westlichen Rand dieses Schwellenbereichs markiert ein runder Kioskpavillon den neuen Auftakt ins Quartier. Im Osten werden die Zugänge durch einen dreigeschossigen Kulturbau mit klarer Orientierung zur Quartiersmitte akzentuiert. Der Neubau schafft durch seine Volumetrie eine städtebauliche Fassung für den Außenraum und stärkt dabei den bereits vorhandenen ‚Innenhofcha- rakter‘ des Areals. Entlang der historischen Bestandsmauer werden die be- stehenden funktionalen Nebenbauten rückgebaut und durch eine leichte, abgehängte Atelierstruktur ersetzt. Der Außenraum vor den Ateliers und dem Kulturzentrum wird in Anlehnung an die Außenraumbespielung im Schlachthof als sogenannte „Aurazone“ formuliert Konzept Städtebau:räumliche Fassung & Nutzungen (Freiraum & Volumen) M 1:2000Fernwirkung aus dem Otto-Dullenkopf-Park Konzept Städtebau: Vermittler zw. ODP & Schlachthof als ‚Urbanes Grün‘ M 1:1500 1003 Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilzentrale“ in Karlsruhe 2/3 Kunst Büro Gastro Kultur Sport Schwarzplan 1:2000 +-0,00 +40,00 OK Attika +3,00 +36,00 OK Fernwärmespeiche +6,00 +9,00 +12,00 +15,00 +18,00 +21,00 +24,00 +27,00 +30,00 +33,00 Schnitt Fernwärmespeicher M 1:100 Grundriss Erdgeschoss M 1:100 Ansicht Fernwärmespeicher M 1:100 Grundriss Regelgeschoss M 1:100 Standortidentität: Energie & TechnikEntrée Alter Schlachthof Standortidentität: Kunst‚Abhängen‘ im Schlachthofareal Standortidentität: Kultur Lifstyle Schlachthof & Otto-Dullenkopf-Park ‚Abhängen‘wird zum konstruktiven & gestalterischen Prinzip Die architektonische und gestalterische Konzeption der Fassade folgt dabei konsequent der übergeordneten städtebaulichen Leitidee: aus dem spezifischen Charakter der Umgebung – dem kreativen, industriell geprägten Schlachthofareal und der offenen, naturnahen Atmosphäre des ODP – eine eigenständige Identität zu entwickeln. Die Konstruktion der Fassade übersetzt dabei die kulturellen und sozialen Eigenheiten der Nachbarschaften in ein konstruktives Prinzip: Das „Abhängen“ – im Schlacht- hof mit Stuhl und Tisch, im Otto-Dullenkopf-Park auf der Decke im Gras – wird zur sinnbildlichen wie konstruktiven Geste. Fassade wird zum Signé für das Quartier & eine Synergie aus Energie, Kunst und Kultur Die Fassade gliedert sich vertikal in vier markante Zonen mit jeweils eigener Funktion und Ausdruckskraft: Den unteren Abschluss bildet eine robuste Sockelzone mit integriertem Anprallschutz. Eine Graffiti-Wand, inspiriert vom Schlachthofareal, dient dabei nicht nur dem Schutz, sondern auch als offene, künstlerische Projektionsfläche im Sinne des Quar- tiersgedankens. Alle Geschosse sind mit Photovoltaik-Modulen versehen, die Strom für das LED-Lichtnetz und die E-Ladestationen im Quartier liefern. Die klare Bänderung macht die Energiewende sichtbar und verleiht dem Bau technische Präzision. Darüber spannt sich ein dreigeschossiges Schriftnetz mit passiv beleuchtbaren LED-Elementen. Die insektenfreundliche, steuer- bare Beleuchtung ermöglicht wechselnde digitale Inhalte – etwa Veranstaltungshinweise oder künstlerische Botschaften. Im oberen Bereich wird die Fassade zur Ausstellungsfläche: Hier gestalten Kunstschaffende aus dem Schlachthofumfeld einzelne Paneele im Rahmen eines kuratierten Konzepts. Den Abschluss bildet ein weithin sichtbarer „Stadtwerke Karlsruhe“-Schriftzug – ein gestalterisches Zeichen mit historischem Bezug zur Energieerzeugung. 1003 Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilzentrale“ in Karlsruhe 3/3 +20,00 +22,50 +25,00 +27,50 +30,00 +21,10 OK Absturzsicherung +23,60 OK Absturzsicherung +26,10 OK Absturzsicherung +27,60 OK Absturzsicherung Begehung ausschließlich zur Revision Leerfeld zur Anbringung der Karte mit Angaben zu Verfasser und der erreichten Platzierung Exponatleinwand als Kunst- WettbewerbExponatleinwand als Kunst- Wettbewerb Kulturankündigungen: Digital steuerbare, energieeffiziente und insekten- freundliche Niedervolt-LED-Module Kulturankündigungen als passive Beleuchtung modulare VielfaltPV-Module zur nachhaltigen Energiegewinnung Detail M 1:20 Konstruktions Axonometrie Füllelemente:Multi-Nutzung Die Fassadengestaltung wird zum Ausdruck der einzigartigen Identität des Quartiers – geprägt durch das Zusammenspiel von Technik, Kunst, Kultur und einem durch Subkultur und Aneignung geformten krea- tiven Umfeld. Die drei zentralen Themen – Technik, Kunst und Kultur – manifestieren sich in drei charakteristischen Gestaltungs- elementen der Fassade: Photovoltaik-Bänder: Horizontale PV-Bänder stehen für die Vi- sion der Stadtwerke einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiewende. Exponat-Leinwand: Gestaltungsflächen an der Fassade werden zur offenen Galerie, die von Künstler*in- nen aus dem Schlachthof-Umfeld kuratiert und bespielt werden kann. Kulturankündigungen: Digital steuerbare, energieeffiziente und in- sektenfreundliche Niedervolt-LED-Module bieten Raum für Hinweise auf kommende Kulturveranstaltungen auf dem Areal. Subkulturelle Kontinuität: Die Idee der frei zugänglichen Graffiti- wand des Alten Schlachthofs wird in an- gepasster Form fortgeführt – als Ausdruck urbaner Subkultur und zugleich als funkti- onale Abgrenzung des Fernwärmespeichers aus sicherheitstechnischen Gründen. So wird die Fassade zu einer lebendigen Projektionsfläche, die den kontinuierlichen Wandel und die vielschichtige Identität des gesamten Quartiers sichtbar macht. Modulare Konstruktion 1:25 Die Konstruktion folgt einem modularen, vorgefertigten Bauprinzip, das ökonomisch und ökologisch zukunftsfähig ist. Sie besteht aus wenigen Hauptelementen: Stützen, Trägern, einem Stahlrost als Bodenstruktur und einem abgehängten Stahlseil. Diese Systematisierung ermöglicht minimale Materialverwendung bei hoher Stabilität und gestalterischer Leichtigkeit. Durch industrielle Vorfertigung lässt sich die Bauzeit stark verkürzen – ein Vorteil für Effizienz und Logistik. Stahl wird bewusst als langlebiges, nachhaltiges Material eingesetzt, besonders im bewitterten Außenbereich. Die Konstruktion überzeugt durch Korrosionsbeständig- keit, Reversibilität und einfache Demontage dank geschraubter Verbin- dungen. Das ermöglicht Anpassung und Ertüchtigung über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Wirtschaftliche Effizienz entsteht durch Elementie- rung und Skalierbarkeit: kleine Querschnitte, geringer Materialeinsatz und dauerhafte Qualität senken Kosten bei Herstellung, Wartung und Betrieb. Der Wartungsgang erlaubt sicheren Zugang zur Revision der Fassade des Fernwärmspeichers. Stahl-Konstruktion: Stütze innen: HEB100 Träger radial: HEA100 L–Winkel: 100x100x10cm Zugstäbe außen vertikal : D24 z.b. Halfen Detan Verband Dach: Zugstab D20 z.b. Halfen Detan Verband Umgang 4x pro Ebene: Zugstab D16 z.b. Halfen Detan Treppe: 2 x HEB100 bei Umgang 1x Rohr 140mm im Treppenauge Exponate / Kunstwerke Kleine, robuste Kunstobjekte, z. B.: Mini-Skulpturen aus Metall, Holz, Keramik oder Recyclingmaterial Textile Elemente mit fester Struktur (z. B. geharzte Stoffe) Windsicher montiert: Feste, dauerhafte Verbindung mit dem Netz (z. B. durch Verschraubung, Klemmmechanik oder Drahtumwicklung) Keine losen, flatternden Teile – Reduktion von Schwingungen und Geräu- schen, Wetterfest & UV-beständig: Gestalterischer Ansatz: Gleichmäßige Verteilung der Exponate an den Knotenpunkten des Netzes Unaufdringliche Einbindung in die Umgebung Kunstwerke treten in Dialog mit Licht, Schatten und Wind – ohne sich zu lösen oder zu flattern Nachhaltigkeit & Schutzaspekte: Keine Lichtemissionen – voll insektenfreundlich Geringer Wartungsaufwand durch robuste und sichere Montage Struktur und Kunstwerke sind austausch- oder erweiterbar Möglichkeit zur dauerhaften oder temporären Ausstellung Beleuchtung LED-Typ: Kleine, energieeffiziente LED-Module mit warmweißer oder amberfarbener Lichtfarbe. Farbtemperatur: ≤ 2200 K Spektrum: insektenfreundlich (hoher Rotanteil, kein UV) Spannungsversorgung: Niedervolt-LEDs (12V oder 24V DC) sicher und einfach verkabelbar. Zuleitung per stromführendem Netz (z. B. über zwei Leiterstränge) oder mit Einzelzuleitungen. direkte Energieabnahme der Photovoltaikmodule Steuerung / Lichtmanagement: Mean Well LED-Treiber (Dimmbar) Casambi, DALI oder einfache PWM-Steuerungen Dimmung: Konstant niedrig gedimmt oder über PWM. Sensorik: Bewegungsmelder oder Zeitsteuerung zur Reduktion der Leuchtdauer. Optional: Tag-Nacht-Sensor (Dämmerungsschalter). Zonensteuerung: Möglich bei größeren Netzen – nur Teilbereiche leuchten bei Bedarf. Fassadenträger und AussteifungNormalkräfteNormalkräfteQuerkräfte X Y Z Beam Elements , Normal force Nx, Loadcase 201 GZT , 1 cm 3D = 196.09 kN (Min=-141.2) (Max=100.9) -141.2 -139.2 -133.1 -127.1 -121.0 -115.0 -108.9 -102.9 -96.8 -90.8 -84.7 -78.7 -72.6 -66.6 -60.5 -54.5 -48.4 -42.4 -36.3 -30.3 -18.2 -12.1 -6.1 0.0 6.1 12.1 18.2 24.2 30.3 36.3 42.4 48.4 54.5 60.5 66.6 72.6 78.7 84.7 90.8 100.9 -20.00-10.000.0010.0020.00 -10.000.0010.0020.0030.00 M 1 : 299 X * 0.502 Y * 0.906 Z * 0.962 m -30.00 -20.00 -10.00 0.00 10.00 X Y Z Beam Elements , Normal force Nx, Loadcase 201 GZT , 1 cm 3D = 307.81 kN (Min=-305.6) (Max=100.9) -305.6 -304.9 -294.7 -284.6 -274.4 -264.2 -254.1 -243.9 -233.7 -223.6 -213.4 -203.3 -193.1 -182.9 -172.8 -162.6 -152.4 -142.3 -132.1 -122.0 -101.6 -91.5 -81.3 -71.1 -61.0 -50.8 -40.7 -30.5 -20.3 -10.2 0.0 10.2 20.3 30.5 40.7 50.8 61.0 71.1 81.3 100.9 40.0050.0060.0070.0080.00 M 1 : 298 X * 0.905 Y * 0.498 Z * 0.966 m -20.00 -10.00 0.00 10.00 20.00 50.0060.0070.0080.0090.00 X Y Z Beam Elements , Shear force Vz, Loadcase 201 GZT , 1 cm 3D = 15.391 kN (Min=-14.20) (Max=14.14) -14.20 -14.17 -13.46 -12.75 -12.05 -11.34 -10.63 -9.92 -9.21 -8.50 -7.79 -7.09 -6.38 -5.67 -4.96 -4.25 -3.54 -2.83 -2.13 -1.42 0.00 0.71 1.42 2.13 2.83 3.54 4.25 4.96 5.67 6.38 7.09 7.79 8.50 9.21 9.92 10.63 11.34 12.05 12.75 14.14 40.0050.0060.0070.0080.00 M 1 : 298 X * 0.905 Y * 0.498 Z * 0.966 m -20.00 -10.00 0.00 10.00 20.00 50.0060.0070.0080.0090.00 Träger vertikal HEB 100 L–Winkel: 100x100x10cm Träger radial HEA 100 Zugstäbe außen vertikal : D24 z.b. Halfen Detan 1003
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Extrahierter Text
Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilerzentrale“ in Karlsruhe | Stadtwerke Karlsruhe Erläuterungen Entwurf STUDIO SOZIA, Karlsruhe (durch Vorprüfung aus Textbausteinen auf Plänen zusammengesetzt) Schwellenraum Schlachthof Im Norden, an der Grenze zum Schlachthofareal, soll die Verbindung zwischen bestehendem Kreativquartier und neuem Areal gestärkt werden. Künftig werden drei neue Zugänge als Verbindungsachsen ausgebildet, um die Durchlässigkeit des Areals zu erhöhen und die Nachbarschaften räumlich enger miteinander zu verzahnen. Am westlichen Rand dieses Schwellenbereichs markiert ein runder Kioskpavillon den neuen Auftakt ins Quartier. Im Osten werden die Zugänge durch einen dreigeschossigen Kulturbau mit klarer Orientierung zur Quartiersmitte akzentuiert. Der Neubau schafft durch seine Volumetrie eine städtebauliche Fassung für den Außenraum und stärkt dabei den bereits vorhandenen ‚Innenhofcharakter‘ des Areals. Entlang der historischen Bestandsmauer werden die bestehenden funktionalen Nebenbauten rückgebaut und durch eine leichte, abgehängte Atelierstruktur ersetzt. Der Außenraum vor den Ateliers und dem Kulturzentrum wird in Anlehnung an die Außenraumbespielung im Schlachthof als sogenannte „Aurazone“ formuliert. Urbanes Grün Im Zentrum des Areals liegt die eigentliche Besonderheit: Ein Ensemble aus historischem Baubestand rahmt eine grüne Innenwelt – ein intimer, introvertierter Ort mit hoher atmosphärischer Dichte. Diese Qualität wird nicht nur erhalten, sondern zur prägenden Idee des neuen urbanen Grünraums weiterentwickelt: die Schaffung zweier grüner Oasen in geschützter Innenhofatmosphäre, die auf unterschiedlichen Höhenniveaus in das städtebauliche Gefüge eingebettet, sowohl Rückzug als auch Austausch ermöglichen. Diese urbanen Grünräume versteht sich als Symbiose aus den gegensätzlichen Qualitäten des Otto-Dullenkopf-Parks und des Schlachthofareals: sichtbar kultiviertes Grün, welches vielfältige räumlichen Qualitäten, wie harte und weiche Flächen, sonnige und schattige Zonen, introvertierte Rückzugsräume und extrovertierte Bühne schafft und mit beweglichem Stadtmobiliar flexibel durch mannigfaltige Nutzer*innen und Nutzungen bespielt und angeeignet werden kann. Die durch den Rückbau der Öltanks entstehende topografische Vertiefung wird künftig als grüne Freilichtbühne mit Rasenfläche und Sitzstufen gestaltet und kann für sportliche Aktivitäten, Diskussionen oder Präsentationen genutzt werden. Südlich des neuen Kiosks bleibt der heute schon dichte Baumbestand erhalten. In Kombination mit neu angelegten Rasenhügeln und Blumenwiesen entsteht hier ein urbanes Biotop mit hohem ökologischen und gestalterischen Wert. Schwellenraum Otto-Dullenkopf-Park Der bestehende Hofcharakter wird durch einen neuen zweigeschossigen Baukörper zusätzlich gestärkt, der mit einer Gastronomienutzung belebt wird. Diese öffnet sich sowohl zum Park als auch zur neuen grünen Mitte und trägt damit zur sozialen Aktivierung des Raumes bei. Am südlichen Rand des Areals wird der Übergang zum Otto-Dullen-kopf-Park fließend gestaltet. Ein neuer Trimm-dich-Pfad durchzieht den schattigen Waldbereich im Südwesten und schafft neue Wegeverbindung zwischen Park und Quartier. Im Südosten, angrenzend an den bestehenden Skate- und Sportpark, wird durch die Integration eines Jugendclubs sowie die Erweiterung des Skateangebots ein neuer sportlich-sozialer Anziehungspunkt geschaffen. Die historische Bestandshalle nördlich des Jugentreffs wird zur neuen Veranstaltungsstätte und fungiert als Vermittler zwischen dem sportlich geprägten Bereich nahe dem Otto-Dullenkopf-Park und dem urbanen Grünraum der Quartiersmitte. Die Versickerung von Regenwasser erfolgt in den begrünten Freiräumen, während eine natürliche Verschattung durch Bäume und gezielte Pflanzungen ohne festen Bodenanschluss – etwa in Form von Erdhügeln und mobilen Beeten – zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Durchwegung Der östliche Abschluss des Areals wird durch einen fünf Geschosse hohen Baukörper mit Büronutzung markiert. Dieser fungiert als akustischer und visueller Puffer zur angrenzenden Straße sowie zur Bahntrasse und bildet gleichzeitig eine klare städtebauliche Kante zum benachbarten Baufeld I. Sitzgelegenheiten und ein durchgrünter Freiraum schaffen entlang dieser Achse einen klimatisch wirksamen, öffentlich zugänglichen Erholungsraum, der gleichzeitig die wichtige Wegeverbindung vom Messplatz zum Otto-Dullenkopf-Park erhält und aufwertet. Das Erschließungskonzept orientiert sich an den bestehenden Prinzipien im Schlachthofareal. Der motorisierte Individualverkehr wird über Stichstraßen mit mittigen Parkbuchten organisiert. Diese Flächen sind multifunktional ausgelegt und können temporär als Veranstaltungsräume mit rauem Hofcharakter genutzt werden. Baufeld I Der Neubau von Technikgebäude und Fernwärmespeicher an der Stichstraße östlich des Büroneubaus besetzt eine städtebaulich markante Position am Eingang des Quartiers. In seiner Doppelfunktion als technische Schaltzentrale und als identitätsstiftendes Signé wird das Gebäude zur markanten Schnittstelle zwischen dem öffentlich zugänglichen Baufeld II und dem technisch geprägten Bereich dahinter. Gleichzeitig übernimmt die Thermoskanne eine wichtige visuelle und kommunikative Rolle: Sie markiert den Auftakt des neuen Stadtquartiers und schafft eine Adresse für die angrenzenden Bereiche wie Schlachthofareal und Otto-Dullen-kopf. Lifestyle Schlachthof & Otto-Dullenkopf-Park ‚Abhängen‘ wird zum konstruktiven & gestalterischen Prinzip Die architektonische und gestalterische Konzeption der Fassade folgt dabei konsequent der übergeordneten städtebaulichen Leitidee: aus dem spezifischen Charakter der Umgebung – dem kreativen, industriell geprägten Schlachthofareal und der offenen, naturnahen Atmosphäre des ODP – eine eigenständige Identität zu entwickeln. Die Konstruktion der Fassade übersetzt dabei die kulturellen und sozialen Eigenheiten der Nachbarschaften in ein konstruktives Prinzip: Das „Abhängen“ – im Schlachthof mit Stuhl und Tisch, im Otto-Dullenkopf-Park auf der Decke im Gras – wird zur sinnbildlichen wie konstruktiven Geste. Fassade wird zum Signé für das Quartier & eine Synergie aus Energie, Kunst und Kultur Die Fassade gliedert sich vertikal in vier markante Zonen mit jeweils eigener Funktion und Ausdruckskraft: Den unteren Abschluss bildet eine robuste Sockelzone mit integriertem Anprallschutz. Eine Graffiti-Wand, inspiriert vom Schlachthofareal, dient dabei nicht nur dem Schutz, sondern auch als offene, künstlerische Projektionsfläche im Sinne des Quartiersgedankens. Alle Geschosse sind mit Photovoltaik-Modulen versehen, die Strom für das LED-Lichtnetz und die E-Ladestationen im Quartier liefern. Die klare Bänderung macht die Energiewende sichtbar und verleiht dem Bau technische Präzision. Darüber spannt sich ein dreigeschossiges Schriftnetz mit passiv beleuchtbaren LED-Elementen. Die insektenfreundliche, steuerbare Beleuchtung ermöglicht wechselnde digitale Inhalte – etwa Veranstaltungshinweise oder künstlerische Botschaften. Im oberen Bereich wird die Fassade zur Ausstellungsfläche: Hier gestalten Kunstschaffende aus dem Schlachthofumfeld einzelne Paneele im Rahmen eines kuratierten Konzepts. Den Abschluss bildet ein weithin sichtbarer „Stadtwerke Karlsruhe“-Schriftzug – ein gestalterisches Zeichen mit historischem Bezug zur Energieerzeugung. Füllelemente: Multi-Nutzung Die Fassadengestaltung wird zum Ausdruck der einzigartigen Identität des Quartiers – geprägt durch das Zusammenspiel von Technik, Kunst, Kultur und einem durch Subkultur und Aneignung geformten kreativen Umfeld. Die drei zentralen Themen – Technik, Kunst und Kultur – manifestieren sich in drei charakteristischen Gestaltungselementen der Fassade: Photovoltaik-Bänder: Horizontale PV-Bänder stehen für die Vision der Stadtwerke einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiewende. Exponat-Leinwand: Gestaltungsflächen an der Fassade werden zur offenen Galerie, die von Künstler*innen aus dem Schlachthof-Umfeld kuratiert und bespielt werden kann. Kulturankündigungen: Digital steuerbare, energieeffiziente und insektenfreundliche Niedervolt- LED-Module bieten Raum für Hinweise auf kommende Kulturveranstaltungen auf dem Areal. Subkulturelle Kontinuität: Die Idee der frei zugänglichen Graffitiwand des Alten Schlachthofs wird in angepasster Form fortgeführt – als Ausdruck urbaner Subkultur und zugleich als funktionale Abgrenzung des Fernwärmespeichers aus sicherheitstechnischen Gründen. So wird die Fassade zu einer lebendigen Projektionsfläche, die den kontinuierlichen Wandel und die vielschichtige Identität des gesamten Quartiers sichtbar macht. Modulare Konstruktion Die Konstruktion folgt einem modularen, vorgefertigten Bauprinzip, das ökonomisch und ökologisch zukunftsfähig ist. Sie besteht aus wenigen Hauptelementen: Stützen, Trägern, einem Stahlrost als Bodenstruktur und einem abgehängten Stahlseil. Diese Systematisierung ermöglicht minimale Materialverwendung bei hoher Stabilität und gestalterischer Leichtigkeit. Durch industrielle Vorfertigung lässt sich die Bauzeit stark verkürzen – ein Vorteil für Effizienz und Logistik. Stahl wird bewusst als langlebiges, nachhaltiges Material eingesetzt, besonders im bewitterten Außenbereich. Die Konstruktion überzeugt durch Korrosionsbeständigkeit, Reversibilität und einfache Demontage dank geschraubter Verbindungen. Das ermöglicht Anpassung und Ertüchtigung über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Wirtschaftliche Effizienz entsteht durch Elementierung und Skalierbarkeit: kleine Querschnitte, geringer Materialeinsatz und dauerhafte Qualität senken Kosten bei Herstellung, Wartung und Betrieb. Der Wartungsgang erlaubt sicheren Zugang zur Revision der Fassade des Fernwärmspeichers.
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Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0748 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Stadtplanungsamt Kombinierter Städtebaulicher Ideenwettbewerb und Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilerzentrale“ Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Planungsausschuss 15.10.2025 4 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Planungsausschuss nimmt das Ergebnis des kombinierten Städtebaulichen Ideenwettbe- werbs und Hochbaulichen Realisierungswettbewerbs „Fernwärmespeicher mit Verteilerzent- rale“ sowie den Sachstand des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Gottesaue- / Ostaue- park, 3. Änderung (Fernwärmespeicher am Alten Schlachthof)“ zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☒ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Grüne Stadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit SWK – 2 – Ergänzende Erläuterungen Der Planungsausschuss erteilte in seiner Sitzung am 30. November 2023 unter der Vorlage Nr. 2023/1033 den Planungsauftrag für die „Betriebsstelle Ost SWK „Grünes Energiezentrum mit Ther- moskanne“. Das konkurrierende Verfahren soll parallel zum Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden. Ausgangslage und Aufgabe Das Grundstück der Betriebsstelle Ost der Stadtwerke Karlsruhe ist im Eigentum der Stadtwerke Karls- ruhe. Kurzfristig soll am ehemaligen Standort des Alten Gaswerkes, im östlichen Bereich (Baufeld I) des aktuellen Parkplatzes auf dem Flurstück 2367/13, ein neuer Fernwärmespeicher („Thermoskanne“) mit Verteilzentrale entstehen. Der neue Fernwärmespeicher wird zukünftig für die Spitzenpufferung des Fernwärmenetztes benötigt und trägt damit zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Der Standort ist gegenwärtig ein aktives Versorgungszentrum und Hauptanschlusspunkt für Erdgas. Die Stadtwerke möchten den besonderen historischen Standort des ehemaligen alten Gaswerkes wie- deraufleben lassen und sehen an dieser Stelle eine neue Energieverteilzentrale mit Fernwärmespeicher. Aus städtebaulicher Sicht verweist dieser Standort auf die ehemalige Verortung des Gasspeichers. Um dem Standort gerecht zu werden, wurde für die Ausgestaltung des Fernwärmespeichers als Land- marke ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt. Hierbei sollte mit Blick auf die Herausforderungen der Energiewende vor allem die Finanzierbarkeit berücksichtigt werden. Die Ausarbeitung des Gestal- tungskonzeptes war Hauptbestandteil des Realisierungsteils des Wettbewerbs. Mittelfristig soll auch der bebaute westliche Bereich (Baufeld II) in Anlehnung an den Alten Schlacht- hof wirtschaftlich neu entwickelt werden. Dort soll überwiegend neuer Raum für Gewerbe/Büros aber auch Schulungen/Veranstaltungen sowie Gastronomie entstehen. Die Ausarbeitung einer städtebauli- chen Konzeptionierung in Verbindung mit dem Fernwärmespeicher und seinem Technikgebäude war vorbereitend Bestandteil des Ideenteils des Wettbewerbs. Das Plangebiet wurde demzufolge in zwei Baufelder unterteilt, um diese zeitlich voneinander unabhängig entwickeln zu können. Für die Baufel- der ist jeweils neues Planrecht zu schaffen. Baufeld I - Realisierungsteil Baufeld I mit einer Fläche von etwa 5.500 m² umfasst den Standort des Alten Gaswerkes, welches in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts abgebrochen wurde. Die Fläche ist geräumt und dient der- zeit als Lager- und Parkierungsfläche. Auf Baufeld I ist die Errichtung der „Thermoskanne“ mit dem Technikgebäude und einem ergänzenden Gebäude vorgesehen. Für den Fernwärmespeicher mit Tech- nikgebäude soll in Form eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans Planrecht geschaffen werden. Baufeld II - Ideenteil Baufeld II mit einer Fläche von etwa 18.500 m² umfasst das derzeitige Betriebsgelände der Stadtwerke (Betriebsstelle Ost) und ist mit mehreren, teilweise unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden bebaut. Diese Fläche soll baulich nachverdichtet werden. Trotz der zeitlich versetzten Umsetzung wurde im Rahmen des Wettbewerbs für beide Baufelder ein städtebauliches Gesamtkonzept entwickelt (Ideen- teil). Einen wichtigen Baustein bildet hierbei die städtebaulich präzise Verortung des Energiespeichers. Schrägluftbild 2022 BF I BF II – 3 – Wettbewerb Verfahren Der Wettbewerb wurde als nichtoffener kombinierter städtebaulicher Ideenwettbewerb und hochbau- licher Realisierungswettbewerb „Fernwärmespeicher mit Verteilerzentrale“ ausgelobt. Die Bearbeitung fand in zwei Stufen statt. In der ersten Stufe haben zehn von elf angefragten Büros ihre Arbeiten ein- gereicht. Am 4. Juni 2025 tagte das Preisgericht und wählte 4 Arbeiten für die weiterführende Bear- beitung der zweiten Stufe aus. Die Büros bekamen die Möglichkeit ihre Arbeiten gemäß den Hinwei- sen aus dem Preisgericht weiterzuentwickeln. Am 30. Juli 2025 fand die zweite Preisgerichtssitzung statt und die Fachpreisrichter und Sachpreisrichter verständigten sich auf drei Preise mit einem Wett- bewerbsgewinner. Jury Fachpreisrichter: Prof. Dr.-Ing. Anke Karmann-Woessner, Prof. Jens Wittfoht, Michael Schaub (Stufe 1) / Prof. Pascale Richter (Stufe 2) und Dea Ecker Sachpreisrichter: Oriana Kraemer (Stufe 1) / Michael Schaub (Stufe 2), Manuel Rink und Jan Riester Ergebnis 1. Preis: STUDIO SOZIA Calavetta Häberle Architekten BDA PartGmbB, Karlsruhe 2. Preis: KFWM Architekten BDA PartGmbB, Karlsruhe 3. Preis: JOHNNY Architecture GmbH, Karlsruhe Entwurf Wettbewerbsgewinner: STUDIO SOZIA, Karlsruhe Bewertung der Jury Die Arbeit hat die Jury bereits in der ersten Preisgerichtssitzung mit dem städtebaulichen Entwurf im Ideenteil überzeugt: - die räumlich-funktionale Verknüpfung des Ideen-Teil im Westen - unter Einbin- dung des historischen Gebäudebestandes - zum Alten Schlachthof im Norden, als auch dem Otto-Dul- lenkopf-Park im Süden. Dies insbesondere durch die Integration von Grünflächen und Freizeitangebo- ten in die Fläche und durch die weiteren Angebote für Nutzungen in der kreativen Szene. Der Wechsel von Hofsituation und linearer Verbindung zu den angrenzenden Nutzungen ist gelungen. Die Verfas- ser beziehen sich in ihren Erläuterungen auf die Freiflächencharakteristik des Alten Schlachthofs. Diese ist aber der umweltrechtlichen Situation geschuldet und lässt deshalb keinen großkronigen Baumbe- stand und eine weitergehende Entsiegelung von Flächen zu. Dies sollte keine Orientierung für die neue Entwicklungsfläche sein. Kernaussagen der Jurybewertung - Eine direkte lineare Achse wird in der Wegebeziehung zwischen dem Alten Schlachthof und dem Park aufgebaut und durch eine große Anzahl von Parkplätzen genutzt. Hier ist ein intensives Be- grünungskonzept insbesondere mit großkronigem Baumbestand unbedingt zu ergänzen. – 4 – - Im östlichen Teil ist auch die räumliche Verknüpfung des Ideenteils mit dem Realisierungsteil gut gesetzt, da ein Gebäude in Nord-Südrichtung eine klare Abgrenzung zum Realisierungsteil mit ho- hen Sicherheitsanforderungen abschließt. - Für den Fernwärmespeicher wurde das Motto Energie, Kunst und Kultur in Fortführung der städte- baulichen Idee gewählt - Die Krone des Zylinders mit dem Signé der Stadtwerke macht die Zuordnung weithin sichtbar und wurde vom Preisgericht gewürdigt. - Die Fassadengestaltung wurde aufgrund der durchaus aufwendigen Gesamtkonstruktion als kri- tisch eingestuft. - Die Konstruktion trägt die umlaufenden Bänder mit Solarzellen, die wie Ringe um den Zylinder herumgeführt werden. - Die Ausrichtung der Solarpaneele wurde kontrovers diskutiert, hier ist eine Nachfassung erforder- lich. Die Anzahl der Ringe als gliedernde Struktur wird hinterfragt, ggfls. kann über eine Reduzie- rung eine vergleichbare Wirkung erzeugt und eine wirtschaftlich vertretbare Lösung erreicht wer- den. - Multi-Nutzung der Fassadengestaltung mit der Exponat-Leinwand und den Kulturankündigungen wurden durch das Preisgericht gewürdigt. Das angedachte Angebot der ergänzenden Füllelemente bezüglich Funktion, Größe und Ausrichtung soll im Kontext der Anordnung der Solarpaneele nochmals überprüft werden. - Die Einfriedung sollte durch eine davor liegende Fläche an allen Seiten durch eine Grünkonzeption eingefasst werden. Fazit: Ein interessanter Beitrag, der sowohl in seiner städtebaulichen Setzung als auch in der Gestalt des Realisierungsteils überzeugen kann. Sachstand Bebauungsplan Der VbB Gottesaue- / Ostauepark, 3. Änderung (Fernwärmespeicher am Alten Schlachthof) wird im Rahmen des VME Prozesses als Pilotprojekt durchgeführt. Mit der Ausarbeitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist das Archi- tekturbüro SCHÖFFLER.stadtplaner.architekten, Karlsruhe beauftragt. Die Be- arbeitung des Bebauungsplans wurde parallel zum Wettbewerb begonnen. Der Bebauungsplan kann im Verfahren nach §13a BauGB durchgeführt wer- den. Eine UVP Pflicht wurde ausgeschlossen. Die frühzeitige Beteiligung ist zeitnah nach der Sitzung im Planungsausschuss vorgesehen. CO2-Relevanz Durch die Umsetzung der Planung entstehen zusätzliche CO2-Emissionen. Dennoch wird das Projekt durch die Erweiterung des Fernwärmenetzes, der Fernwärmeerzeugung und -bereitstellung insgesamt dem CO2-Ausstoß von Karlsruhe entgegenwirken. Weiteres Vorgehen Die Stadtwerke Karlsruhe als Ausloberin des Wettbewerbs beauftragt den 1. Preisträger mit Teilleistun- gen der „Gebäudeplanung“ gemäß § 34 HOAI. Die Beauftragung soll gewährleisten, dass die Qualität des Wettbewerbsentwurfs sichergestellt wird. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Gesamtplanung des Pufferspeichers mit Technikgebäude und damit die Gesamtgewährleis- tung durch einen von den Stadtwerken Karlsruhe bereits beauftragten Generalplaner übernommen wird. Dies vor dem Hintergrund, dass es sich bei den Gebäuden um Funktionsgebäude mit einem sehr hohen Technikanteil handelt. Eine Informationsveranstaltung zum Wettbewerbsergebnis ist in Verbindung mit der frühzeitigen Bür- gerbeteiligung am Freitag, 24. Oktober 2025 um 17:00 Uhr im K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe, Alter Schlachthof 33, 76131 Karlsruhe geplant.