Joint-Venture zwischen Badischem Staatstheater und Sandkorn-Theater im Ordensteinsaal
| Vorlage: | 2025/0658 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 01.07.2025 |
| Letzte Änderung: | 07.10.2025 |
| Unter Leitung von: | Kulturamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0658 Eingang: 01.07.2025 Joint-Venture zwischen Badischem Staatstheater und Sandkorn-Theater im Ordensteinsaal Antrag: CDU Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 29.07.2025 35 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 23.09.2025 3 Ö Behandlung Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt: Die Stadtverwaltung prüft Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung der Räumlichkeiten rund um den Ordensteinsaal durch das Badische Staatstheater und das Sandkorntheater. Das Ziel sollte eine langfristige Nutzung von mindestens fünf Jahren sein. Gleichzeitig sollte eine Instandsetzung der Räumlichkeiten einer zeit- und kostenintensiven Generalsanierung vorgezogen werden. Sachverhalt / Begründung Die Schwierigkeiten, die sich seit vielen Jahren beim Betrieb des Theaterhauses ergeben, sind hinlänglich bekannt und diskutiert worden (u. a. Vorlagen-Nr. 2020/0407, 2020/0462 oder 2023/0901). Das Theaterhaus bietet der vielfältigen Karlsruher Kunst- und Kulturszene seit mehr als vierzig Jahren zwar eine wichtige und unverzichtbare Bühne. Allerdings stoßen die darin beherbergten Theater immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Es gibt einen unbestreitbaren Mangel an Probe- und Lagerräumen. Die sanitären Anlagen wurden zwar von der Fächer GmbH saniert, es entstand dadurch eine Damentoilette mehr. Nichtsdestotrotz entspricht die Anzahl der Toiletten nicht den heutigen Anforderungen (3 Damentoiletten, 2 Herrentoiletten, 1 Toilette für Menschen mit Einschränkung) für drei Theater mit insgesamt rund 400 Sitzplätzen. Trotz der mehrfachen Diskussion in den gemeinderätlichen Gremien konnte bisher noch keine substantielle Verbesserung herbeigeführt werden. Im Gegenteil: Die zwischenzeitliche Anmietung externer Büroflächen für das Sandkorntheater – was eigentlich den Zweck erfüllen sollte, die Raumsituation zu entspannen –, ist mittlerweile teurer als die Unterbringung der Spielstätten im Theaterhaus. Vor dem Hintergrund der schlechten Haushaltslage und der noch zu diskutierenden Einsparvorschläge im Kulturbereich unterstützen wir als CDU-Fraktion daher alle Versuche und Maßnahmen, um Kosten zu optimieren und eine gute Lösung für die Theater im Theaterhaus zu finden. Eine solche Chance bietet sich nun: So haben wir in Gesprächen erfahren, dass das Badische Staatstheater bei der Suche nach Interimsspielstätten während der eigenen Umbauphase den Ordensteinsaal im Badischen Konservatorium in den Blick genommen hat. Neben dem Theaterbetrieb bieten sich hier aber auch weitere Räumlichkeiten, die in Form eines Joint-Ventures langfristig (d.h. für mindestens 5 bis 8 Jahre) auch vom Sandkorn genutzt werden könnten. – 2 – Wir beantragen daher die Prüfung, wie und mit welchem Aufwand eine gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten durch das Badische Staatstheater und das Sandkorn-Theater gelingen kann. Diesbezüglich sollte jedoch von der Überlegung einer kosten- und zeitintensiven Generalsanierung der Räumlichkeiten Abstand genommen werden. Um schnell eine Lösung herbeizuführen, sollte eine Ertüchtigung bzw. Herrichtung der Räumlichkeiten im Vordergrund stehen. Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadträtin Dr. Rahsan Dogan Stadtrat Dr. Thomas Müller
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0658 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Joint-Venture zwischen Badischem Staatstheater und Sandkorn-Theater im Ordensteinsaal Antrag: CDU Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 29.07.2025 35 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 23.09.2025 3 Ö Behandlung Kurzfassung Das Badische Staatstheater verliert mit der geplanten Umwidmung des Studios in einen Orchesterprobenraum ab Herbst 2025 eine seiner kleineren Spielstätten. Im Zuge des Projekts Neubau und Sanierung des Badischen Staatstheaters ist keine Ausweichspielstätte für das Studio vorgesehen. Das Badische Staatstheater war zu jeder Zeit über diese Entscheidung informiert und hat sie mitgetragen. Die Prüfung der möglichen Nutzung des Ordensteinsaals durch das Badische Staatstheater und das Sandkorntheater könnte erst erfolgen, wenn das angeforderte Bespielungskonzept des Staatstheaters vorliegt. Erst auf dieser Grundlage könnten Fragen zu baulichen Anforderungen, Mietkonditionen und der generellen Machbarkeit geprüft werden. Vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt Karlsruhe wird jedoch die Ablehnung des Antrags und damit keine weitere Prüfung dieser Option empfohlen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☒ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Die (neue) Theaterleitung hat sich auf die Suche nach einer Interimsspielstätte für das Studio begeben, das im Herbst 2025 in einen Orchesterproberaum umgewidmet wird. Dabei wurde u.a. der Ordensteinsaal im ehemaligen Badischen Konservatorium (Kaiserallee 11c) besichtigt. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft hat nach einer Begehung mit den Vertreter*innen des Staatstheaters Mitte April dieses Jahres zur weiteren Prüfung ein Bespielungskonzept angefordert, das Auskunft über Nutzungsfrequenz und technische Anforderungen geben soll. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft hat den Verteter*innen am Besichtigungstermin dargelegt, dass die Immobilie nach heutigem Stand veräußert werden soll und daher lediglich eine Nutzung von bis zu 5 Jahren möglich ist, um die Vermarktung der Immobilie flexibel zu halten. Von daher und auch aufgrund der fehlenden Budgetierung scheiden Investitionen in das Gebäude aus und es werden lediglich notwendige Bauunterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Erst nach Vorlage des Bespielungskonzepts könnte seitens der Verwaltung eine Aussage zur Nutzung des Ordensteinsaals getroffen werden. Dem Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft wurde bislang kein Nutzungskonzept und Anforderungsprofil seitens des Staatstheaters vorgelegt. Beim Gebäude Kaiserallee 11c (ehemaliges KONS) liegen erhebliche infrastrukturelle Defizite des Gebäudes vor: unzureichende sanitäre Anlagen (pro Etage jeweils nur 1 WC m oder w), fehlende Barrierefreiheit (kein Aufzug) und offene Fragen beim Brandschutz. Der Ordensteinsaal befindet sich im 3. OG. Eine mittelfristige Nutzung von 5 Jahren durch zwei Theater würde daher bauliche Maßnahmen voraussetzen, deren Umfang und Kosten noch nicht abgeschätzt werden können. Eine entsprechende Kostenschätzung durch das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft könnte erst nach Vorlage des Bespielungskonzepts erfolgen. Je nach Nutzung werden unterschiedliche Anforderungen an Fluchtwege, Sanitäreinrichtungen und versammlungsstättenrechtliche Vorgaben tangiert. Klar ist jedoch schon jetzt: Eine kostenfreie Nutzung ist ausgeschlossen – die Mietzahlungen würden durch das Badische Staatstheater zu leisten sein. Zusätzliche städtische Mittel stehen nicht zur Verfügung und können aufgrund des laufenden Haushaltssicherungsprozesses auch nicht bereitgestellt werden. Parallel steht das Sandkorntheater seit Jahren vor anderen strukturellen Herausforderungen. Die derzeitige Spielstätte im Theaterhaus bietet zu wenige Sitzplätze für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Auch der Ordensteinsaal würde diese strukturelle Problematik voraussichtlich nicht lösen, da die Platzkapazität ähnlich begrenzt sein würde. Solange diese zentralen Fragen ungeklärt sind, bleibt eine verlässliche Beurteilung der Machbarkeit offen. Eine langfristige Bespielung des Ordensteinsaals erscheint aus heutiger Sicht weder strukturell noch finanziell belastbar abgesichert. Vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt Karlsruhe wird die Ablehnung des Antrags und damit keine weitere Prüfung dieser Option empfohlen. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Im Kulturetat sowie im Etat des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft sind keine Mittel für zusätzliche Mietkosten oder Instandsetzungsmaßnahmen budgetiert.
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Niederschrift 13. Plenarsitzung des Gemeinderates 29. Juli 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 35 der Tagesordnung: Joint-Venture zwischen Badischem Staatstheater und Sand- korn-Theater im Ordensteinsaal Antrag: CDU Vorlage: 2025/0658 Beschluss: Beratung im Haupt- und Finanzausschuss am 23. September 2025, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunk 35 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aus- sprache in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 5. August 2025
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Niederschrift 12. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 23. September 2025, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 3 der Tagesordnung: Joint-Venture zwischen Badischem Staatstheater und Sandkorn- Theater im Ordensteinsaal Antrag: CDU Vorlage: 2025/0658 Beschluss: Mit Stellungnahme erledigt Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 3 zur Behandlung auf und teilt mit, der Antrag sei aus der Gemeinderatssitzung vom 29. Juli 2025 verwiesen. Stadtrat Hofmann (CDU) bekennt, man sei mit der Antwort nicht zufrieden. Man stelle sich vor, dass man mit den beiden Institutionen ins Gespräch gehen könne. Seine Fraktion habe mit beiden gesprochen. Diese könnten sich dies durchaus vorstellen. Wenn man aber fest- stelle, dass man beispielsweise eine Barrierefreiheit herstellen werden müsse, die Geld koste, mache es keinen Sinn. Dies bitte man zu prüfen und noch einmal ins Gespräch mit beiden Beteiligten zu gehen. Stadtrat Dr. Cremer (GRÜNE) erklärt, dass seine Fraktion die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kultureinrichtungen grundsätzlich begrüße, sich jedoch der Einschätzung der Verwal- tung anschließe, dass der Ordensteinsaal keine geeignete Spielstätte sei. Er verweist auf die baulichen Gegebenheiten, insbesondere die engen Treppenhäuser, die eine sichere Entfluch- tung bei Theaterveranstaltungen erschweren würden. Eine umfassende bauliche Anpassung sei mit hohen Kosten verbunden. Die Frage sei, ob der Aufwand gerechtfertigt sei, insbeson- dere angesichts anderer dringender Prüfaufträge der Verwaltung. Stadtrat Dr. Huber (SPD) berichtet, dass seine Fraktion im März 2024 gemeinsam mit Vertretern des Hochbauamts und des Sandkorn Theaters das Gebäude besichtigt habe. Dabei sei deutlich geworden, dass der Ordensteinsaal aufgrund der räumlichen – 2 – Gegebenheiten kaum für öffentliche Veranstaltungen geeignet sei. Das Sandkorn-Thea- ter nutze bereits einige Räume interimistisch, diese dienten jedoch lediglich als Lager- oder Proberäume. Die strukturellen Schwierigkeiten des Sandkorn-Theaters, insbeson- dere die geringe Sitzplatzkapazität, werde durch eine Nutzung des Ordensteinsaals nicht gelöst. Man müsse die Perspektive des Sandkorn Theaters langfristig betrachten, da eine Zwischenlösung die bestehenden Probleme lediglich verzögern werde. Stadtrat Schnell (AfD) erkundigt sich, ob es alternative Gebäude gebe, die für eine Ko- operation zwischen dem Badischen Staatstheater und dem Sandkorn-Theater in Betracht kämen. Das Sandkorn-Theater benötige eine Spielstätte mit höherer Sitzplatzkapazität, um den Betrieb langfristig sicherzustellen. Der Vorsitzende erklärt, dass die Verwaltung im Gespräch mit beiden Institutionen blei- ben werde, um mögliche Alternativen zu prüfen. Das Badische Staatstheater erprobe derzeit eine neue Konzeption, die unter anderem Aufführungen im Foyer und an wech- selnden Spielstätten umfasse. Diese Konzeption werde zunächst evaluiert, bevor weitere Schritte unternommen würden. Die Sanierung des Badischen Staatstheaters werde eine separate Zugänglichkeit der Bühnen ermöglichen, was Gastspiele erleichtern könnte. Die technischen und finanziellen Herausforderungen einer solchen Kooperation seien nicht zu unterschätzen. Die Verwaltung werde weitere Alternativen prüfen, bevor bauliche Maßnahmen in Betracht gezogen würden. Stadtrat Hofmann (CDU) erklärt, die CDU-Fraktion akzeptiere die vorgeschlagene Vorge- hensweise akzeptiere. Zwischenlösungen seien jedoch notwendig, um das Überleben einzel- ner Kultureinrichtungen zu sichern. Ohne solche Maßnahmen müssten möglicherweise Spielstätten geschlossen werden, was die kulturelle Vielfalt der Stadt gefährde. Der Vorsitzende stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, fest, der Antrag sei damit erledigt. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 6. Oktober 2025