Baubeschluss: Klärwerk Karlsruhe, Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude

Vorlage: 2025/0582
Art: Beschlussvorlage
Datum: 12.06.2025
Letzte Änderung: 17.10.2025
Unter Leitung von: Tiefbauamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 30.09.2025

    TOP: 18

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • Anlage 3_Baubeschreibung
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Stadt Karlsruhe Tiefbauamt Stadtentwässerung Stand: Juli 2025 Abb.1 Labor- und Verwaltungsgebäude, 3D-Ansicht Inhaltsverzeichnis Baubeschreibung ..................................................................................................................................... 2 Bedarfsgrund .......................................................................................................................................... 2 Bedarfsumfang und Anforderungen .......................................................................................................... 3 Bedarfsdeckung und Umsetzung der Anforderungen .................................................................................. 3 Gebäudegestaltung und Gliederung .......................................................................................................... 4 Grundriss Erdgeschoss .............................................................................................................................. 4 Planerläuterung.................................................................................................................................... 4 Grundriss 1.OG ........................................................................................................................................ 5 Planerläuterung.................................................................................................................................... 6 Grundriss 2. Obergeschoss........................................................................................................................ 7 Planerläuterung.................................................................................................................................... 7 Grundriss Dachgeschoss ........................................................................................................................... 8 Planerläuterung.................................................................................................................................... 8 Gebäudetechnik ....................................................................................................................................... 8 Außenanlagen / Freiflächen ...................................................................................................................... 8 Energetische Konzeption........................................................................................................................... 9 Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude Anlage Baubeschreibung inkl. Planerläuterung 2 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Baubeschreibung Der Neubau wird auf dem Betriebsgelände des Klärwerks Karlsruhe errichtet und führt zukünftig die bislang auf der Liegenschaft getrennten Labor- und Betriebsgebäude unter einem Dach zusammen. Das dafür vorgesehene Baufeld liegt entlang der bestehenden Hauptzufahrt zum Klärwerk und an der Straße „An der Wässerung“. Wegen des Hochwasserschutzes HQ 100 bei Rheinhochwasser (mittlere Wahrscheinlichkeit) und des hohen Grundwasserstands wird das Gebäude gegenüber dem Straßenniveau leicht erhöht gebaut und nicht unterkellert. Sämtliche technischen Anlagen müssen oberhalb der Erdgleiche errichtet werden. Das Labor- und Verwaltungsgebäude ist als dreibündiger Gebäuderiegel mit einer im Westen quer angeschlossenen Haupterschließungsachse und Verwaltungsspange konzipiert. Die Nutzungen werden auf insgesamt drei Vollgeschossen sowie einem eingerückten Technikaufbau aufgeteilt. Die Außenabmessungen betragen ca. 56,00 x 25,00 m. Das Gebäude liegt innerhalb der Einfriedung der Gesamtliegenschaft mit einem Gitterelementzaun. Teile des Zaunes werden zukünftig an den Neubau angeschlossen. Das LVK-Gebäude wird dadurch in die Außenabgrenzung integriert. Die Langseiten orientierten sich nach Norden und Süden, die Kopfseiten nach Westen und Osten. Auf der gegenüber der Zufahrtsstraße liegenden Grundstücksfläche werden zukünftig alle Parkplätze für die Mitarbeitenden des Labors und des Klärwerks an zentraler Stelle zusammengeführt. Hier sind auch Fahrradstellplätze und Ladestationen für E-KFZ oder E-Bikes geplant. Bedarfsgrund Die Strategie des klimafreundlichen Klärwerks 2035+ verfolgt das Ziel, die Kläranlage Karlsruhe auf die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft auszurichten. Vor diesem Hintergrund ist nun der Neubau eines Labor- und Verwaltungsgebäudes im Klärwerk Karlsruhe vorgesehen, der die Zusammenführung des Personals, des Labors, der Verwaltung und des Betriebs vorsieht und die Optimierung von Prozessen und Abläufen unter den hohen Anforderungen an die technischen und administrativen Standards gewährleistet. Das bisherige Verwaltungsgebäude des Klärwerks mit Sozialraum und Leitwarte stammt aus dem Jahr 1973. In den Jahren 1995/1996 erfolgte eine Erweiterung um den östlichen Gebäudetrakt und der Bau einer neuen Fassade. Das Verwaltungsgebäude ist damit in den Ursprüngen rund 50 Jahre alt. Das Laborgebäude wurde in den 50er Jahren am nordwestlichen Ende des Klärwerksgeländes untergebracht und ist somit weitab vom Verwaltungsgebäude gelegen. Mehrfach wurde das Labor erweitert, um es den steigenden Sicherheitsanforderungen und dem größeren Analyseumfang an- zupassen. Die Labor- sowie Büro- und Nutzräume sind deshalb zwischenzeitlich dort auf drei Stock- werke verteilt, was zu einem erhöhten Aufwand in den Prozessabläufen führt. Bei einer Begehung des Arbeitssicherheitsdienstes (ASiD) wurde das Laborborgebäude im Sinne des Brandschutzes und der Arbeitsstättenverordnung als dringend sanierungsbedürftig und ggfs. abgängig eingestuft. Die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen aus dem BSI-Gesetz und der Verordnung zur Be- stimmung kritischer Infrastruktur (KRITIS) erfordern für das Klärwerk zwingend notwendige Maß- nahmen, um weiterhin eine regelkonforme Akkreditierung des Klärwerksbetriebs sicherzustellen. Insbesondere der Zugangs- und Einbruchschutz zur Leitwarte als Herzstück der Kläranlage, in welcher sämtliche Betriebs- und Anlagenprozesse dauerhaft überwacht und gesteuert werden, ist den aktuell geltenden Vorschriften anzupassen. 3 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Unter energetischen Gesichtspunkten (Wärmedämmung, Energienutzung, Beleuchtung und Belüftung) sind sowohl das Verwaltungsgebäude als auch das Laborgebäude nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. Außerdem müssten in beiden Gebäuden zahlreiche brandschutztechnische Maßnahmen ergriffen werden, die einen hohen finanziellen Aufwand erfordern. Weiterhin ist die Anzahl der Büroräume nicht ausreichend und die Zimmergrößen entsprechen nicht den Standards der Stadt Karlsruhe. Die Sanitärbereiche entsprechen nicht den üblichen Anforderungen, die Trennung in Schwarz-Weiß-Bereiche existiert nur teilweise und kann in den vorhandenen Gebäuden nicht nachgerüstet oder erweitert werden. Die vorhandenen Bestandsgebäude sind auf dem gesamten Betriebsgelände verteilt angeordnet. Eine strukturierte Raumordnung der zusammengehörenden Arbeitsbereiche ist nicht gegeben. In Bezug auf die Arbeitsprozesse entstehen dadurch weite Wege, die einen reibungslosen Arbeitsablauf erschweren. Die Zusammenführung von Labor- und Verwaltungsgebäude dient der optimalen Ausnutzung der vorhandenen Betriebsfläche und der konzeptionellen Weiterentwicklung zu einem klimafreundlichen Klärwerk. Es wurde eine Abwägung durchgeführt, ob eine Sanierung der Bestandsgebäude oder ein Neubau die wirtschaftlichste Lösung darstellen. Bei dieser Betrachtung wurden sowohl die Aspekte der umfangreichen Anforderungen, insbesondere aus der Berücksichtigung der vorgegebenen KRITIS- Infrastruktur und die erheblichen gebotenen Bestandsveränderungen abgewogen. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung lässt lediglich die Variante des Neubaus zu. Bedarfsumfang und Anforderungen Im Zuge der Umsetzung des übergeordneten Ziels, ein neues Labor- und Verwaltungsgebäude zu bauen, müssen öffentlich-rechtliche Anforderungen erfüllt werden: • Landesbauordnung für Baden-Württemberg • Arbeitsstättenverordnung/-richtlinie • Verordnung zur Bestimmung kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz • Gebäudeenergiegesetz Neben den baurechtlichen Anforderungen werden darüber hinaus die kommunalen Ziele der Stadt Karlsruhe eingehalten: • Neubau nach Passivhausstandard • Maximierung der solaren Stromerzeugung auf der Dachfläche • Nutzung eines Energieträgers für den Wärmebedarf auf Basis regenerativer Energie oder Abwärme Geplant ist eine Zusammenlegung der Nutzungseinheiten Labor, Verwaltung und Betrieb, um die Arbeitsbedingungen hinsichtlich der Laufwege und Kommunikationsräume der Mitarbeitenden zu optimieren. Dabei sollen alle soziokulturellen Aspekte aus architektonischer Sicht umgesetzt werden. Bedarfsdeckung und Umsetzung der Anforderungen Der Neubau unterliegt architektonischen und bauphysikalischen Anforderungen und wird auf dem Betriebsgelände des Klärwerks Karlsruhe errichtet. Das dafür vorgesehene Baufeld liegt entlang der bestehenden Hauptzufahrt zum Klärwerk und an der Straße „An der Wässerung“. 4 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Wegen des Hochwasserschutzes HQ 100 bei Rheinhochwasser (mittlere Wahrscheinlichkeit) und des hohen Grundwasserstands wird das Gebäude gegenüber dem Straßenniveau leicht erhöht gebaut und nicht unterkellert. Sämtliche technischen Anlagen müssen oberhalb der Erdgleiche errichtet werden. Das Labor- und Verwaltungsgebäude ist als dreibündiger Gebäuderiegel mit einer im Westen quer angeschlossenen Haupterschließungsachse und Verwaltungsspange konzipiert. Die Nutzungen werden auf insgesamt drei Vollgeschossen sowie einem eingerückten Technikaufbau aufgeteilt. Die Anforderungen an die Gebäudehülle, einen Passivhausstandard zu erreichen, wird mit einer hochwärmeisolierten, luftdichten Gebäudehülle erreicht mit günstigem Verhältnis von lichtundurchlässigen zu transparenten Flächen. Als Fassadentyp ist eine hinterlüftete Blechfassade vorgesehen, welche im Sinne der Nachhaltigkeit eine lange Lebensdauer sowie eine hohe Beständigkeit gegen Umwelt- und Klimaeinflüsse aufweist. Zur Erfüllung der Anforderungen an den Energieverbrauch werden regenerative Energien in folgenden Anlagensystemen eingesetzt: • Wasser-Wasser-Wärmepumpen zur Wärme- und Kälteerzeugung • Nutzung der Abwärme durch Wärmerückgewinnung mit Raumlufttechnik • Photovoltaikanlage auf dem Dach Gebäudegestaltung und Gliederung Grundriss Erdgeschoss Abb.2 Labor- und Verwaltungsgebäude, Planauszug Grundriss Erdgeschoss Planerläuterung ▪ Nordwestlich befindet sich die zentrale Eingangshalle mit Windfanganlage, Pfortenraum mit Aussicht auf den öffentlichen Straßenraum und Zufahrt, sowie ein Warteraum für Besucher und Firmen. 5 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung ▪ Ein öffentlich zugänglicher Besprechungsraum in Verlängerung der Halle in der südwestlichen Gebäudeecke ▪ Auf der Nordseite befinden sich die Nutzungseinheit Labor mit entsprechenden Labor- und Messräumen ▪ WC für Damen und Herren am westlichen Ende der Mittelspange. ▪ Separate Umkleiden- bzw. Garderobenräume für die Beschäftigten des Labors. Die Räumlichkeiten sind geschlechtergetrennt inklusive einer Schwarz-Weiß-Trennung ▪ Außerdem eigene Sanitärräume für die Labormitarbeiter/-innen, ein Druckraum und ein Frischwäscheraum am Übergang zwischen Laboren und Büros, für alle gleichwertig zugänglich, Auxiliar- und Nebennutzräume für die Labore wie z. B. ein Spülraum, ein Labortechnikraum, ein Materiallager und ein Chemikalienlager. ▪ In der Laborspange ist ebenfalls eine Probenannahme eingereiht, sowie eine Grobspülküche und zusätzlich ein PAK-Labor (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe). Diese Räume erhalten in Gebäudemitte am östlichen Gebäudeende einen separaten Nebeneingang für die direkte Anlieferung von Proben ▪ Einzel- und Doppelbüros auf der Südseite für die Laborbeschäftigten ▪ Als Abschluss der Bürospange nach Westen ist noch innerhalb der Nutzungseinheit Labor EG eine Teeküche mit einer Sitzecke als Sozial- / Pausenraum für die Labormitarbeiter-/innen vorgesehen Grundriss 1.OG Abb.3 Labor- und Verwaltungsgebäude, Planauszug Grundriss 1. Obergeschoss 6 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Planerläuterung ▪ Leitwarte mit großer LED-Monitorwand und den für den autarken Betrieb der Warte erforderlichen Technik- (Server, Batterien/USV, Elektrotechnik etc.) und Sozialräumen (Teeküche, Pausenfläche mit Außenluftbezug) in der nördlichen Gebäudemitte ▪ In der Gebäudeecke Nordost ist der Videokonferenzraum mit entsprechender Medientechnik und Verdunkelungen verortet. Auch die Auxiliar- bzw. Technikflächen der Leitwarte müssen redundant vorgehalten werden. Aus betriebstechnischen Vorteilen bleibt die Leitwarte insgesamt auf der Geschossebene 1.OG. ▪ Büropoolflächen westlich des Konferenzraums werden zur flexiblen Nutzung durch Projektteams aus dem Klärwerk, Praktikanten und Fremdfirmen genutzt. ▪ In der Mittelspange sind separate Umkleiden- bzw. Garderobenräume für die Beschäftigten der Leitwarte und des Klärwerks, geschlechtergetrennt und inklusive Schwarz-Weiß-Trennung verortet. Darunter auch Wasch- und Duschräumen, sowie eigene WC-Räume für die Leitwartenmitarbeiter- /innen, welche ausschließlich über die Umkleiden Leitwarte zugänglich sind. ▪ Am Übergang zwischen Büros zur Leitwarte liegen zentrale Einrichtungen wie ein Druckerraum sowie ein Lagerraum für Arbeitskleidung. Diese können von beiden Seiten über kurze Stichflure in der Mittelspange gleichwertig erreicht werden. ▪ Sanitärblock bestehend aus WC-Räume Damen / Herren und einem Putzraum für die Beschäftigten des Klärwerks. Toiletten öffentlich zugänglich aus den Büros und Konferenzräumen. ▪ Am Flurende ist in einer Nische seitlich des Treppenraums ein Trockenraum eingeplant. Hier soll die nasse Oberbekleidung, Schuhe etc. unmittelbar nach dem Betreten des Gebäudes abgelegt werden bevor die Umkleiden betreten werden. ▪ Auf der Südseite sind ausschließlich Doppelbüros verortet 7 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Grundriss 2. Obergeschoss Abb.4 Labor- und Verwaltungsgebäude, Planauszug Grundriss 2. Obergeschoss Planerläuterung ▪ In der nordwestlichen Gebäudeecke befinden sich Doppelbüros mit Blick auf den öffentlichen Straßenraum ▪ Östlich davon befindet sich eine Kantine mit einer Küche für die Zubereitung von gelieferten Warmspeisen mit angeschlossenem Lager. ▪ Büropoolflächen auf der Nordseite zur flexiblen Nutzung durch Projektteams aus dem Klärwerk und Fremdfirmen umfassen ca. 16 Arbeitsplätze. ▪ Der Schulungsraum in der nordöstlichen Gebäudeecke wird für die jährlichen Betriebsversammlungen, Sicherheitstechnische Einweisungen des Betriebspersonals, als Vortragsraum für Klärwerksführungen von Schulklassen, Städtische Bauausschusssitzungen etc. genutzt. ▪ Registratur, Archiv der Laborabteilung, sowie ein Drucker- und Technikraum in der Gebäudemitte. ▪ Auf der Südseite sind ausschließlich Doppelbüros verortet 8 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Grundriss Dachgeschoss Abb.4 Labor- und Verwaltungsgebäude, Planauszug Grundriss Dachgeschoss Planerläuterung ▪ Die Lüftungszentrale befindet sich in dem nordwestlich aufgestockten Technikgebäuderiegel. ▪ Sämtliche Dachflächen sind als Umkehrdach mit extensiver Begrünung eingeplant. ▪ Es werden alle Dachflächen, über den gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus, mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. In diesem Zuge wurden Dachöffnungen und weitestgehend das Überdachführen von Techniktrassen vermieden. Gebäudetechnik ▪ Die Wärme- und Kälteerzeugung wird durch auf der Liegenschaft in ausreichender Menge vorhandenem Filtratwasser gewährleistet. Außenanlagen / Freiflächen ▪ Zur Nord-, Süd-, Ost- und Westseite und zum angrenzenden Nebengebäude entstehen zum Teil befestigte und begrünte Außenflächen. Auf der Südseite wird der direkte Grünstreifen entlang des Gebäudes als sogenannter Schotterrasen umgesetzt. Hier müssen luftbereifte Hubsteiger zur Fassadenreinigung fahren können. Der Grundbau aus Schotter vermeidet das Einsinken der Fahrzeuge bzw. die Bildung von Fahrspuren und ermöglich dennoch eine begrünte Wiesenfläche. 9 | Stadt Karlsruhe | Tiefbauamt | Stadtentwässerung | Anlage Baubeschluss LVK | Baubeschreibung Energetische Konzeption ▪ Realisierung eines Passivhausstandards der Gebäudehülle komplett eingehalten ▪ Kompaktheit des Gebäudes und dadurch günstiges, kleines A/V Verhältnis (Quotient aus Hüllfläche und Gebäudevolumen ▪ Gebäudehülle, hochwärmeisoliert, luftdicht, günstiges Verhältnis von opaken zu transparenten Flächen ▪ Fensterflächen bzw. Anteil opaker zu transparenten Flächen kleiner gleich 35-50 % der vertikalen Hülle ▪ Mechanische Be- und Entlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ▪ Aktivierung thermischer Speichermassen durch „Offenlassen“ der Stahlbetondecken ▪ Eigennutzung Photovoltaik ▪ Verwendung nachhaltiger Materialien, Berücksichtigung des Bewertungssystems für Nachhaltiges Bauen (BNB) des BMVBS, keine Verbundmaterialien. ▪ lebenszyklusorientierte Gesamtkostenbetrachtung einbezogen ▪ Wiederverwendung von Baumaterialien (Grauer Energie), z. B. Einsatz von Recycling-Beton, wo funktional und technisch möglich. ▪ Extensiv begrünte Dachflächen mit einer Substratschicht größer gleich 12 cm Regenwasserrückhaltung / -versickerung ▪ Biowasser für Energiegewinnung genutzt (Passive Kühlung)

  • Anlage 1_Risikobetrachtung
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Stadt Karlsruhe Tiefbauamt Stadtentwässerung Stand: August 2025 Risikobetrachtung Risikofelder Risikobewertung Steuerung / Anmerkung hoch mittel gering Bestand (Gebäude und/oder Grundstück) x Durch den nötigen Rückbau des Sees sowie erforderlichen Bodenaustausch wird für die Tragfähigkeit ein erhöhtes Risiko festgestellt. Die Entsorgung von schadstoffbelasteten Material kann je nach Ergebnis der Abfalldeklaration weiter ansteigen und die Kostenberechnung erhöhen. Die Kampfmittelauswertung hat keine Verdachtsfälle hervorgebracht. Auflagen im Rahmen der Baugenehmigung für einfache Detektionsarbeiten werden dennoch berücksichtigt. Planungs- und Bauprozess x Risiko durch weitere zu erwartende Nutzeranforderungen während der Planung. Vorgaben aus Umwelt- und Naturschutz müssen berücksichtigt werden. Durch die hohe Anzahl an Sachverständigen und Beratungsdienstleistern wird die Komplexität als gering eingeschätzt. Markt x Durch hohe Auslastung der Firmen ist ein mittleres Risiko zu erwarten. Baupreissteigerung ist pauschal berücksichtigt. übergeordnete Verfahren x Risiko ist nicht zu beziffern und durch UVG abgedeckt. Ein B- Plan liegt nicht vor. Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude Anlage Baubeschluss

  • Beschlussvorlage - neu -
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0582 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Tiefbauamt Baubeschluss Klärwerk Karlsruhe, Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Bauausschuss 18.09.2025 9 N Vorberatung Gemeinderat 30.09.2025 18 Ö Entscheidung Kurzfassung Der Gemeinderat: nimmt nach Vorberatung im Bauausschuss von dem Projekt gemäß den dort dargelegten Ausführungen hinsichtlich - des Beschriebs und der Darstellung, - des vorgesehenen Ausführungszeitplans - des Gesamtkostenrahmens von 39.950.000 Euro und der Folgekosten von 1.900.000 Euro - die Bewertung der möglichen Risiken zur Kenntnis, beschließt das Vorhaben und ermächtigt die Verwaltung auf dieser Grundlage das Vorhaben in eigener Zuständigkeit gemäß der Richtline Bauprozesse zu realisieren. Das Projekt wurde bereits im Bauausschuss am 15. Juni 2023 und im Hauptausschuss am 20. Juni 2023 vorgestellt. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 39.950.000 Euro Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: 1.900.000 Euro (kalkulatorische Kosten) Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Die Kosten sind gebührenfähig Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☒ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen 1. Kurzbeschreibung des Bauvorhabens und der Leistung Im Rahmen der Strategie „Klimafreundliches Klärwerk 2035+“ soll das Klärwerk Karlsruhe zukunftsfähig ausgerichtet werden. Dabei ist der Neubau eines Labor- und Verwaltungsgebäudes geplant, um Labor, Verwaltung, Betrieb und Leitwarte an einem zentralen Standort zusammenzuführen. Ziel ist die Optimierung von Abläufen durch kurze Wege, die Einhaltung technischer und administrativer Standards sowie die Umsetzung der Anforderungen der KRITIS- Verordnung. Die bisherigen Gebäude der Verwaltung und des Zentrallabors stammen aus den 1950er bis 1970er Jahren, sind dezentral verteilt und in baulich sowie funktional unzureichendem Zustand. Sie entsprechen weder den heutigen Anforderungen an Brandschutz, Arbeitsstättenverordnung noch energetischen Standards. Zudem bestehen Defizite bei Raumaufteilung, Sanitäranlagen und Sicherheitsanforderungen, insbesondere in Bezug auf die Leitwarte, in welcher sämtliche Betriebs- und Anlagenprozesse dauerhaft überwacht und gesteuert werden Eine Variantenuntersuchung hat ergeben, dass ein wirtschaftlicher und zukunftsfähiger Betrieb nur über einen Neubau sichergestellt werden kann. Der Neubau ermöglicht eine funktionale Bündelung der Bereiche, kurze Wege und eine moderne, sichere und energieeffiziente Infrastruktur. Derzeit erfolgen die Ausschreibungen der ausführenden Gewerke bedarfsorientiert in mehreren Vergabepaketen. Im Rahmen des ersten Vergabepakets wurden die Leistungen für die Gewerke Tiefbau sowie Rohbau bereits ausgeschrieben. Die Umsetzung der Maßnahme beginnt im Oktober 2025. Eine ausführliche Baubeschreibung kann der Anlage entnommen werden. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen 2. Kosten der Maßnahme Die Gesamtkosten für den Neubau des Labor- und Verwaltungsgebäudes belaufen sich auf 39.950.000 Euro. Kostenschlüssel (DIN 276) Kostenberechnung 200 Herrichten und Erschließen 304.000 Euro 300 Bauwerk - Baukonstruktion 13.076.000 Euro 400 Bauwerk - Technische Anlagen 9.825.000 Euro 500 Außenanlagen 1.745.000 Euro 600 Ausstattung und Kunstwerke 1.913.000 Euro 700 Baunebenkosten 6.750.000 Euro 700 Bauverwaltungskosten 800.000 Euro Gesamt 200 - 700 34.413.000 Euro Baupreissteigerung 1 2.949.000 Euro Unvorhergesehenes / Aufrundung 2.588.000 Euro Gesamtaufwand 39.950.000 Euro 1 jährliche Baupreissteigerungen von 8 %/Jahr bis zum mittleren Vergabezeitpunkt. – 3 – Besonders hervorzuheben ist das Submissionsergebnis der Vergabe der Rohbauarbeiten. In der vorliegenden Kostenberechnung waren die Leistungen für den Rohbau in der Kostengruppe 300 mit einem Gesamtbetrag von 6.426.564 Euro veranschlagt. Das wirtschaftlichste Angebot liegt mit 3.976.900 Euro jedoch deutlich darunter und führt somit zu einem Minderbetrag von 2.449.664 Euro. Trotz dieser erheblichen Differenz ist das Angebot als auskömmlich zu bewerten, da das Preisniveau der insgesamt 13 eingegangenen Angebote in einem vergleichbaren Rahmen liegt und somit von einem marktgerechten Wettbewerbspreis ausgegangen werden kann Die erforderlichen Mittel und Verpflichtungsermächtigungen stehen beim Projekt 7.740217 (Klärwerk Karlsruhe, Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude) zur Verfügung. 2.1. Suffizienzstrategie Der Neubau des Labor- und Verwaltungsgebäudes im Klärwerk Karlsruhe wurde konsequent auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Flächenoptimierung ausgerichtet. Eine kompakte Baukörpergestaltung, optimierte Raumzuschnitte und die Bündelung technischer Funktionen reduzieren Material- und Betriebskosten. Büro- und Laborflächen sind flexibel nutzbar, u. a. durch Pool-Arbeitsplätze und multifunktionale Räume. Die technische Gebäudeausrüstung nutzt kurze Leitungswege, zentrale Medienversorgung und energieoptimierte Anlagen. Wärme- und Kälteregulierung erfolgt über hocheffiziente Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit Nutzung der Restwärme des Biowassers vom Ablauf der Kläranlage. Diese wird ergänzt durch Flächenheizung/- kühlung mit niedrigen Vorlauftemperaturen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. LED-Beleuchtung mit tageslicht- und präsenzabhängiger Steuerung sowie ein außenliegender, automatisch gesteuerter Sonnenschutz minimieren den Energiebedarf. Laborabwässer werden separat erfasst, aufbereitet und neutralisiert. In den Freianlagen kommen versickerungsfähige Beläge, Dachbegrünung und Regenwasserrückhaltung zum Einsatz. 3. Bewertung der SPC Im Zuge der Ausführungsplanung wurden bepreiste Leistungsverzeichnisse (60 % des Projektes) erarbeitet. Nach aktueller Kostenkontrolle liegt der Kostenanschlag innerhalb der 2023 freigegebenen Gesamtkosten. Zusätzliche Anforderungen aus der Genehmigungsplanung (s. a. Vergabe Vorbereitende Maßnahmen, Erd- und Kanalbauarbeiten) konnten über den Ansatz für Unvorhergesehenes aufgefangen werden. – 4 – 4. Klimarelevanz CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Nein Ja positiv negativ geringfügig erheblich Begründung/Optimierung: Im Rahmen der Entwurfsplanung wurden umfassende Maßnahmen zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks getroffen. Wo technisch sinnvoll, kommt rezyklierter Beton zum Einsatz. Die hochgedämmte Gebäudehülle erfüllt den Passivhausstandard und unterschreitet den zulässigen Höchstwert des Jahresprimärenergiebedarf von 78,2 kWh/m 2 a mit einem Wert von 17,1 kWh/m²a deutlich. Die Photovoltaikanlage wird über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus mit ca. 138 kWp auf den Dachflächen ausgeführt, wodurch ein wesentlicher Teil des Eigenstrombedarfs vor Ort gedeckt und die CO₂-Bilanz langfristig verbessert wird. Zusätzlich wird durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe zur Wärmeerzeugung ein CO2-Ausstoß vermieden. Das günstige Zusammenspiel aus hochisolierter thermischer Gebäudehülle und technischer Gebäudeausrüstung, die eine maximale Ausnutzung regenerativer Energien vorsieht, ergibt insgesamt eine günstige Klimarelevanz. Im Sinne der stetig wachsenden Elektromobilität sind zunächst zwei E-Mobility-Ladestationen vorgesehen, inklusive Erweiterungsmöglichkeiten um 16 zusätzliche Stellplätze mit der notwendigen Leitungsinfrastruktur. Anlagen ▪ Anlage 1 Risikobetrachtung ▪ Anlage 2 Ausführungszeitplan ▪ Anlage 3 Baubeschreibung inklusive Planerläuterungen – 5 – Beschluss: Der Gemeinderat: nimmt nach Vorberatung im Bauausschuss von dem Projekt gemäß den dort dargelegten Ausführungen hinsichtlich - des Beschriebs und der Darstellung, - des vorgesehenen Ausführungszeitplans - des Gesamtkostenrahmens von 39.950.000 Euro und der Folgekosten von 1.900.000 Euro - die Bewertung der möglichen Risiken zur Kenntnis, beschließt das Vorhaben und ermächtigt die Verwaltung auf dieser Grundlage das Vorhaben in eigener Zuständigkeit gemäß der Richtline Bauprozesse zu realisieren. Das Projekt wurde bereits im Bauausschuss am 15. Juni 2023 und im Hauptausschuss am 20. Juni 2023 vorgestellt.

  • Anlage 2 TOP 18
    Extrahierter Text

    Ausführungszeitplan Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude März 2025 •Veröffentlichung Vergabepaket Nr. 1 Rohbau Fassade Technische Gebäude Ausrüstung Stark- und Schwachstrom Oktober 2025 •Baubeginn Baustelleneinrichtung Tiefbau Rohbau November 2026 •Ausbaugewerke Dachabdichtungsarbeiten Fensterbau Technische Gebäudeausrüstung: −Wärmeversorgung −Sanitäranlagen −Elektrik März 2027 •Innenausbau Estricharbeiten Trockenbau Fliesenarbeiten Malerarbeiten Labortechnik Medientechnik Juli 2028 •Baufertigstellung Inbetriebnahme Abnahmen Mängelbeseitigung Dezember 2028 •Bauübergabe Umzug Nutzungsaufnahme Stand: Juli 2025

  • Abstimmungsergebnis TOP 18
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR 30.09.2025 TOP 18
    Extrahierter Text

    Niederschrift 14. Plenarsitzung des Gemeinderates 30. September 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 18 der Tagesordnung: Baubeschluss: Klärwerk Karlsruhe, Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude Vorlage: 2025/0582 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Bauausschuss von dem Projekt gemäß den dort dargelegten Ausführungen hinsichtlich - des Beschriebs und der Darstellung, - des vorgesehenen Ausführungszeitplans - des Gesamtkostenrahmens von 39.950.000 Euro und der Folgekosten von 1.900.000 Euro - die Bewertung der möglichen Risiken zur Kenntnis, beschließt das Vorhaben und ermächtigt die Verwaltung auf dieser Grundlage das Vorhaben in eigener Zuständigkeit gemäß der Richtline Bauprozesse zu realisieren. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 18 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Bauausschuss am 18. September 2025. Ich bitte um Ihr Votum ab jetzt. – Einstimmige Zustimmung. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 17. Oktober 2025