Plakat-Kampagne: Wohnungen für Pflegekräfte
| Vorlage: | 2025/0405 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 29.04.2025 |
| Letzte Änderung: | 05.08.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0405 Eingang: 29.04.2025 Plakat-Kampagne: Wohnungen für Pflegekräfte Antrag: GRÜNE Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 24.06.2025 13 Ö Entscheidung Haupt- und Finanzausschuss 15.07.2025 7 Ö Behandlung 1. Die Verwaltung erstellt ein Konzept für eine öffentliche Plakat- und Pressekampagne „Wohnungen für Pflegekräfte“. 2. Dazu schließt die Verwaltung z.B. über das Seniorenbüro Karlsruhe ein Projektbündnis mit Krankenhäusern, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen. 3. Im Projektbündnis wird geklärt, ◦ welche Lehren aus der entsprechenden erfolgreichen Kampagne in Freiburg gezogen werden können ◦ wie eine öffentliche Kampagne gestaltet werden sollte ◦ wie eine faire Verteilung von angebotenen Wohnungen aussehen könnte ◦ ob eine finanzielle Beteiligung der Träger vorstellbar ist. 4. Im Bündnis wird außerdem besprochen, ob Träger oder Betriebe selbst als Hauptmieter*innen auftreten würden und die Wohnungen an ihre Mitarbeitenden untervermieten. 5. Die Verwaltung klärt im Konzept die Möglichkeit, eine unterstützende digitale Plattform anzubieten, um eine schnelle passgenaue Kontaktherstellung zwischen Wohnungssuchenden und Vermieter*innen zu erleichtern. 6. Notwendige Ressourcen und eventuelle Fördermöglichkeiten durch das Land oder durch Stiftungen werden dargestellt. Bei zwei Berufsgruppen wirkt sich der Fachkräftemangel direkt auf weitere Personen bzw. die Familien aus: Wenn es zu wenig Pflegekräfte und zu wenig Erzieher*innen gibt, können Familienangehörige (meist sind es die Frauen) nicht arbeiten gehen, sondern versorgen ihre Kinder, kranke Menschen oder Pflegebedürftige zu Hause selbst. Der Bedarf an Pflegekräften ist allgemein bekannt. Hinzu kommt, dass viele Pflegekräfte aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren in Rente gehen werden. In Karlsruhe ist der Bedarf an stationären Pflegeplätzen besonders hoch. Der Personalmangel führt dazu, dass die allgemeine Kranken- und die Altenpflege schon jetzt nicht mehr sichergestellt sind. Hinzu kommt, dass die Krankenhäuser durch gesperrte Betten aufgrund des Begründung/Sachverhalt – 2 – Personalmangels deutliche Einnahmeausfälle haben, die im Fall des Städtischen Klinikums durch die Stadt Karlsruhe ausgeglichen werden. Ein Engpass, um Personal zu gewinnen, stellt die schwierige Wohnraumversorgung in Karlsruhe dar: Pflegekräfte gehören nicht zu den Höchstverdiener*innen und sie können wegen ihres Schichtdienstes nicht in das Umland ausweichen. Immer wieder verlieren Träger Interessent*innen, da diese keinen Wohnraum für sich und ihre Familien finden. Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne kann hilfreich sein, um Wohnungen für Pflegekräfte zu gewinnen. Teilweise lassen z.B. ältere Menschen ihre Wohnung z.B. in einem Zweifamilien-Haus leer stehen, weil sie befürchten, mit Mieter*innen nicht zurecht zu kommen. Es ist zu erwarten, dass eine Pflegerin oder ein Pfleger für diese potenziellen Vermieter*innen vertrauenerweckend wirken. Zusätzlich bestände auch die Möglichkeit, dass das Klinikum oder ein Pflegeheim als Arbeitgeber das Mietverhältnis eingehen. Eine solche Werbekampagne verläuft in Freiburg seit Sommer 2023 erfolgreich. Von 136 Wohnangeboten in 1,5 Jahren wurden bereits 40 Wohnungen vermietet, ca. 60 Personen (teilweise in WGs bzw. Familien) erhielten eine Wohnung. Die Freiburger Initiative strebt momentan den Aufbau eine IT-unterstützten Wohnungsvermittlung an, da so schneller eine Passgenauigkeit hergestellt werden könnte. Auch Mehrfamilienhäuser wurden angeboten. Die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e. V. übernimmt die Koordination der Wohnungsvermittlung. In Freiburg ist das städtische Seniorenbüro für die Organisation der Kampagne zuständig. Eine Möglichkeit bestünde eventuell darin, die Kampagne in ca. zwei Jahren für Erzieher*innen gezielt zu wiederholen. Unterzeichnet von: Verena Anlauf Benjamin Bauer Ivo Dujmović Jorinda Fahringer Dr. Susanne Heynen Nähere Informationen zur Kampagne Wohnraum für Pflegekräfte in Freiburg: https://www.pflege-in-freiburg.de/ und zur Bilanz nach dem ersten Jahr: https://www.freiburg.de/pb/2215440.html
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0405 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB Plakat-Kampagne: Wohnungen für Pflegekräfte Antrag: GRÜNE Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 24.06.2025 13 Ö Entscheidung Haupt- und Finanzausschuss 15.07.2025 7 Ö Behandlung Kurzfassung Die Verwaltung sieht zwar den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum auch für Pflegekräfte, ist aber auf- grund der knappen Personal- und Finanzressourcen nicht in der Lage, das beantragte Konzept zu er- stellen und die Kampagne zu moderieren. Eine Werbekampagne sollte über die bereits bestehenden Strukturen lanciert werden. Die Verwaltung empfiehlt deshalb, diesen Antrag abzulehnen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Karlsruhe hat einen angespannten Wohnungsmarkt mit einer niedrigen Leerstandsquote. Der stark umworbene Wohnungsmarkt im unteren und mittleren Preissegment kann den Bedarf an Wohnraum unterschiedlicher Berufs- und Bevölkerungsgruppen nicht in ausreichendem Umfang befriedigen. Einzelne Arbeitgeber*innen und auch verschiedene Interessenvertretungen versuchen, an Wohnraum für ihre Mitarbeitenden durch unterschiedliche Aktionen zu gelangen (z. B. „Wohnen für Hilfe“ des Paritätischen, „Dach gesucht“ vom Wissenschaftsbüro der Stadt Karlsruhe). Viele der Karlsruher Pflegebetreiber*innen und weitere wichtige Institutionen im Handlungsfeld Pflege sowie auch die Bundesagentur für Arbeit sind im „Pflegebündnis TechnologieRegion Karlsruhe e.V.“ organisiert. Das Pflegebündnis als bedeutende Branchenvertretung bündelt die Interessen der Mitglie- der. Hierzu könnte auch die Beschaffung von Wohnraum für deren Mitarbeitende als Wettbewerbs- vorteil auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt gehören. Die Verwaltung gibt zu bedenken, dass der Fachkräftemangel auch in anderen Zweigen der Sozialbe- treuung und -versorgung eingetreten ist. Werbeaktionen zur Wohnraumgewinnung für einzelne Be- rufsgruppen könnten zu konkurrierenden Öffentlichkeitskampagnen für andere prekäre Mieter*innen- Gruppen führen, die das eigentliche Hemmnis „Wohnungsmangel“ allerdings nicht beseitigen. Die Verwaltung wird auf das Pflegebündnis zugehen mit der Bitte, eine entsprechende Konzeption idealer- weise in Abstimmung mit weiteren Interessensvertretungen zu prüfen. Öffentliche Plakat- oder Pressekampagnen zur Wohnraumgewinnung führen nach Einschätzung der Verwaltung zu einem eher geringen Erfolg, der nicht im Verhältnis zum Aufwand steht. Der Verwaltung selbst stehen nicht genügend Personalressourcen zur Verfügung, um diese Kampagne zu konzeptionieren, ein Projektbündnis zu organisieren und noch weitere Aktivitäten zu managen. Die Verwaltung sieht zwar den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum auch für Pflegekräfte, ist aber auf- grund der knappen Personal- und Finanzressourcen nicht in der Lage, das beantragte Konzept zu er- stellen und die Kampagne zu moderieren. Eine Werbekampagne sollte über die bereits bestehenden Strukturen lanciert werden. Die Verwaltung empfiehlt deshalb, diesen Antrag abzulehnen.
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Niederschrift 11. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 15. Juli 2025, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 7 der Tagesordnung: Plakat-Kampagne: Wohnen für Pflegekräfte Antrag: GRÜNE Vorlage: 2025/0405 Beschluss: Mit Stellungnahme einverstanden Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 7 zur Behandlung auf und teilt mit, der Antrag sei aus der Gemeinderatssitzung vom 24. Juni 2025 verwiesen. Stadtrat Löffler (GRÜNE) meint, mit der Stellungnahme müsse man zur Kenntnis nehmen, dass die Auslastung in der Verwaltung hoch sei und es schwierig werde, neue Aufgaben mitzuübernehmen. Seine Fraktion wünsche sich, dass die angekündigten Schritte über be- stehende Bündnisse, wie das Pflegebündnis der TechnologieRegion, aufgegriffen werden und man darüber informiert werde. Bis dahin könne man den Antrag für erledigt betrach- ten. Der Vorsitzende sagt zu, dies beim Pflegebündnis anzusprechen. Möglicherweise können die verschiedenen Institutionen, die Pflegekräfte suchten, gemeinsam eine Plakataktion machen, die sowohl für die Arbeit der Pflege werbe, als auch dafür, dass man Wohnraum zur Verfü- gung stelle. Das Programm „Wohnen für Hilfe“ sei zumindest für Auszubildenden im Pflege- bereich attraktiv. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, erklärt er den Antrag für erledigt. – 2 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 25. Juli 2025