Änderung der Kommentierung der Hans-Thoma-Straße

Vorlage: 2025/0242
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.03.2025
Letzte Änderung: 28.04.2025
Unter Leitung von: Liegenschaftsamt
Erwähnte Stadtteile: Innenstadt-West

Beratungen

  • Bauausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.05.2025

    TOP: 7

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0242 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: LA Änderung der Kommentierung der Hans-Thoma-Straße Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Bauausschuss 08.05.2025 7 Ö Kurzfassung In Bezug auf Hans Thoma haben sich Erkenntnisse ergeben, die eine Anpassung der Kommentierung notwendig machen. Das Zusatzschild soll um eine kritische Passage erweitert werden. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 300,- Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Die Gemeinderatsfraktion der GRÜNEN beantragte eine Prüfung hinsichtlich der Person Hans Thoma und gegebenenfalls eine Ergänzung der Kommentierung des Straßennamenschildes. Die Hans-Thoma-Straße liegt in der Innenstadt-West, zwischen der Waldstraße und der Moltkestraße. Die Straße wurde 1909 benannt. Namensgeber ist Hans Thoma, der Maler, Direktor der Gemäldegalerie (Kunsthalle) und Professor für Malerei an der Kunstschule in Karlsruhe war. Forschungen der letzten Jahre haben Erkenntnisse geliefert, demnach Hans Thoma Ansichten vertrat, die eine kritischere Sicht auf den Künstler bedingen. Es liegen in der Literatur vier Äußerungen Hans Thomas zu Juden vor. Drei dieser vier Äußerungen entstammen Briefen an Bekannte/Freunde, waren somit nicht als eine öffentliche Aussage gedacht. Diese drei Textstellen enthalten antisemitische Klischees. Der vierte Text, der in der Frankfurter Zeitung veröffentlicht wurde, enthält keine antisemitischen Stereotypen. Seine privaten Äußerungen können nicht gleichgesetzt werden mit öffentlichen antisemitischen Äußerungen, die dem Zweck dienten, den Antisemitismus zu verbreiten, wie es zum Beispiel bei Heinrich von Treitschke der Fall war. Bei einer Kommentierung wäre neben seiner antisemitischen Einstellung auch auf Hans Thomas völkisch- nationale Einstellung hinzuweisen, die er auch öffentlich, zum Beispiel als Mitglied des Ehrenbeirats des Werdandi-Bundes, demonstrierte. Das Zusatzschild soll daher folgenden Text enthalten (in rot die kritische Erweiterung): Hans Thoma, 1839 - 1924, Maler, Direktor der Kunsthalle, Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe. Seine antisemitischen Vorurteile sowie seine völkisch-nationalen Einstellungen bedingen heute eine kritischere Sicht auf den Künstler. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Austausch der Zusatzschilder an den Straßennamenschildern durch das Tiefbauamt. Beschluss: Antrag an den Ausschuss 1. Der Bauausschuss beschließt die Erweiterung des Kommentars auf dem Zusatzschild zur Hans- Thoma-Straße. Der vollständige neue Kommentar lautet: Hans Thoma, 1839 - 1924, Maler, Direktor der Kunsthalle, Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe. Seine antisemitischen Vorurteile sowie seine völkisch-nationalen Einstellungen bedingen heute eine kritischere Sicht auf den Künstler.