Reservepool als Schlüssel für den Nahverkehr
| Vorlage: | 2025/0197 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 26.02.2025 |
| Letzte Änderung: | 03.04.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 25.03.2025
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0197 Eingang: 25.02.2025 Reservepool als Schlüssel für den Nahverkehr: Flexible Personallösungen für stabile Verbindungen und eine planbare Mobilität Anfrage: SPD Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 25.03.2025 41 Ö Kenntnisnahme 1. Wie hat sich die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der AVG und VBK in den letzten zehn Jahren entwickelt? 2. Welche Regelungen gab es in der Vergangenheit für die Nutzung und Verwaltung von Reservepools bei der AVG und VBK? 3. Wie sieht die derzeitige Regelung zum Reservepool aus? a. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um Mitarbeitende möglichst lange an die Verkehrsunternehmen zu binden und dadurch einen stabilen Reservepool aufzubauen? b. In welchem Umfang kann der Reservepool aktuell Ausfälle vermeiden und welche Kapazitäten wären notwendig, um Engpässe noch effektiver zu vermeiden? c. Welche weiteren Maßnahmen sind möglich, um den Reservepool als verlässliches Instrument für den Nahverkehr in Karlsruhe zu optimieren? Begründung/Einordnung: Die derzeitigen Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr in Karlsruhe beeinträchtigen die Verlässlichkeit des gesamten öffentlichen Nahverkehrs. Bürger*innen sind zunehmend mit ausfallenden Fahrten und langen Wartezeiten konfrontiert, was das Vertrauen in den ÖPNV schwächt und den Alltag vieler Menschen erschwert. Gerade angesichts hoher Krankenstände und Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung braucht es effiziente Konzepte, um kurzfristig und gezielt auf Engpässe zu reagieren. Ein gut strukturierter und aufgestellter Reservepool bietet hier eine nachhaltige Lösung: • Flexibler Personaleinsatz stabilisiert den Regelbetrieb und minimiert Ausfälle. • Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender sichert eine schnelle Reaktion auf unerwartete Engpässe. • Planbare Mobilität stärkt das Vertrauen der Bürger*innen in den Karlsruher Nahverkehr. Mit diesem Ansatz schlagen wir eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung vor, die sowohl auf die Bedürfnisse der Bürger*innen als auch auf die aktuellen Personalherausforderungen eingeht – und damit langfristig die Qualität und Stabilität des Nahverkehrs in Karlsruhe sichert. Unterzeichnet von: Yvette Melchien Sibel Uysal
-
Extrahierter Text
Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0197 Verantwortlich: Dez. 1 Dienststelle: AVG/VBK Reservepool als Schlüssel für den Nahverkehr: Flexible Personallösungen für stabile Verbindungen und eine planbare Mobilität Anfrage: SPD Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 25.03.2025 41 Ö Kenntnisnahme Zu Punkt 1.: Die Pünktlichkeit bei VBK und AVG im Stadtgebiet Karlsruhe wird seit ca. 10 Jahren systematisch erfasst. Die Auswertung wurde mit fortschreitender technischer und IT-seitiger Entwicklung mit verschiedenen Methoden erstellt. Durch die differenzierte Fahr- und Haltezeitauswertung in den Jahren 2020 / 2021 und der Fahrtenplanung im Zehntelsekundentakt im Tram-Bereich konnte die Pünktlichkeit gesteigert werden. Hinzu kommen die positiven Effekte aus der Betriebsführung im Stadtbahntunnel, der größere Unabhängigkeit von Störeinflüssen mit sich brachte. In den letzten Jahren bewegt sich die Pünktlichkeit im Stadtgebiet von Karlsruhe innerhalb der im folgenden Diagramm dargestellten Werte. Als pünktlich gelten im Stadtgebiet Karlsruhe Fahrzeuge, die eine maximale Verspätung von 2 Minuten 59 Sekunden oder eine Verfrühung kleiner 30 Sekunden haben. Abweichungen entstehen bei größeren bau- oder störungsbedingten Sperrungen, wegen derer mit einzelnen Linien auf Umleitungsstrecken mit möglichen Behinderungen oder nicht ausreichender Kapazität gefahren werden muss. Diese Schwankungen bewegen sich zwischen 2% und 5% und egalisieren sich nach Rücknahme des Behinderungsgrunds. – 2 – Die Pünktlichkeit des (Zweisystem-)Stadtbahnverkehrs der AVG im regionalen Umland ist insbesondere durch den in großen Teilen nur eingleisigen Streckenausbau sowie die stark überlasteten Hauptverkehrsstrecken (etwa: Rheintalbahn) stark belastet. Hier greifen entsprechende Zielwerte sowie Pönalisierung bei Nichterreichung der SPNV-Aufgabenträger. Die für die Fahrgäste spürbare Zuverlässigkeit ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören Infrastrukturstörungen, Fahrzeugstörungen, Unfälle oder blockierte Gleise in den Innenstadtbereichen von Karlsruhe, Heilbronn und Bad Wildbad sowie Personalausfälle bei den Infrastruktur- und/oder Verkehrsunternehmen, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Zuverlässigkeit lag in den letzten Jahren bei - den VBK bei durchschnittlich 97 bis 98% (Tram und Bus) - der AVG bei durchschnittlich zwischen 96,5% und 98,5% (Stadtbahn) Als Zielwert streben die beiden Verkehrsunternehmen Werte von über 99% an. Aufgrund personeller Engpässe war dieses Ziel in den vergangenen Jahren jedoch nicht zu erreichen. Zu Punkt 2: Sowohl bei VBK wie auch bei AVG gibt es planmäßige Verfügungsdienste und Sitzreserven. Diese Reserven werden je nach Bedarf für Urlaub, Krankheit usw. sukzessive eingeteilt. Im Bereich des Fahrpersonals Schiene/Stadtbahn ist die AVG aus ihren Verkehrsverträgen heraus dazu verpflichtet, an bestimmten Betriebsstellen und zu bestimmten Zeiten Reserveschichten einzuplanen und zu besetzen. Damit soll der Leitstelle im Falle kurzfristiger Krankmeldungen oder Störungen die Möglichkeit gegeben werden, auf kurzfristig verfügbares Personal zurückzugreifen und Fahrtausfälle zu vermeiden. Durch den bestehenden Personalunterbestand werden diese Reserven jedoch häufig direkt auf Fahrschichten eingeplant. Durch die Reduktion auf der Linie 5 (bis 09.03.2025) und der verbesserten Personallage bei der VBK können derzeit kurzfristige Ausfälle in der Regel kompensiert werden. Zu Punkt 3: Bis Ende 2024 gab es weder bei AVG noch bei VBK einen zusätzlichen Reservepool. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden im Bedarfsfall stets (kurzfristig) Mitarbeitende für Zusatzleistungen angesprochen. Seit Ende 2024 befindet sich ein ergänzender SEV-Pool bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe im Aufbau. Zurzeit besteht der Pool aus 10 Mitarbeitenden, die sich zum Teil erst seit einigen Tagen im Arbeitsverhältnis befinden. Im Moment werden umfangreiche Schulungen durchgeführt, da die Mitarbeitenden nicht nur im Busbereich eingesetzt werden, sondern auch aktiv die Info- und Fahrscheinprüfdienste unterstützen soll. Auf den Reservepool können künftig gleichberechtigt die VBK und AVG zugreifen. Zu Punkt 3a: Der SEV-Pool befindet sich zurzeit im Aufbau. Die Bindung an die Verkehrsbetriebe erfolgt nicht nur über einen interessanten und abwechslungsreichen Arbeitsplatz, sondern auch über einen zusätzlichen finanziellen Zuschlag für den flexiblen Einsatz innerhalb des „SEV-Pools“. Mithilfe moderner Arbeitsplatzausstattung und zeitgemäßer Arbeitsbedingungen sollen Beschäftigte in den Unternehmen gehalten werden. Die vielfältigen Qualifikations- und Einsatzmöglichkeiten müssen stärker in den Vordergrund gerückt werden, da dies bei VBK und AVG durchaus ein Alleinstellungsmerkmal ist (Bus, Straßenbahn und Stadtbahn/Eisenbahn). – 3 – Zu Punkt 3b: Da der SEV-Pool sich noch im Aufbau und der Ausbildung befindet, kann bislang nur in geringem Umfang unterstützt werden. So werden bereits Dienste beim aktuellen SEV in Daxlanden übernommen und bei den kommenden Baumaßnahmen (Oster-, Pfingst- und Sommerferien) sind bereits verschiedene Wagenumläufe für die Mitarbeitenden vorgesehen. Für einen effektiven Einsatz ist die angestrebte SEV-Pool-Größe von 28 Personen zu erreichen. Dies sollte vor dem Hintergrund der aktuellen Personallage gegen Ende des Jahres 2025 erreicht werden. Diese Reserven werden je nach Bedarf für Urlaub, Krankheit usw. sukzessive eingeteilt. Zu Punkt 3c: Um den SEV-Pool als verlässliches Instrument für den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, ist es zum einen erforderlich, dass der angestrebte Personalstand für den SEV-Pool erreicht wird, zum anderen der Fahrpersonalbestand für den Linienverkehr Bus, Tram und Stadtbahn auskömmlich besetzt ist. Dies ist als Daueraufgabe anzusehen. Hier soll künftig auch ein Teil der Mitarbeitenden des SEV-Pools im Info- und Fahrscheinprüfdienst eingesetzt werden; diese können bei kurzfristigen Ausfällen oder Störungen im Fahrbetrieb Straßen-/ Stadtbahn kurzfristig abgezogen werden, um im Schienenersatzverkehr eingesetzt zu werden. Somit ist der SEV-Pool als ergänzendes Instrument im Fall von kurzfristigen Störungen und Ausfällen jederzeit flexibel einsetzbar.
-
Extrahierter Text
Niederschrift 8. Plenarsitzung des Gemeinderates 25. März 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 41 der Tagesordnung: Reservepool als Schlüssel für den Nahverkehr: Flexible Perso- nallösungen für stabile Verbindungen und eine planbare Mobilität Anfrage: SPD Vorlage: 2025/0197 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 41 zur Behandlung auf und teilt mit, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (Keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 1. April 2025