Barrierefreier Ausbau der Haltestelle "Hauptbahnhof", Interimslösung

Vorlage: 2025/0121
Art: Informationsvorlage
Datum: 14.02.2025
Letzte Änderung: 22.05.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Weststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.04.2025

    TOP: 12

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Barrierefreier Bahnhofplatz
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0121 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: StplA/VBK Informationsvorlage Barrierefreier Ausbau der Haltestelle „Hauptbahnhof“ (Interimslösung) Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 20.03.2025 10 X Vorberatung Gemeinderat 29.04.2025 12 x Entscheidung Beschlussantrag (Kurzfassung) Der Planungsausschuss nimmt die Varianten für den provisorischen barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Hauptbahnhof“ zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme V1: 120.000,- Euro V2: 354.000,- Euro V3: 754.000,_ Euro Finanzierung erfolgt aus Budget der VBK Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☒ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ – 2 – Ergänzende Erläuterungen Vorbemerkung Die Haltestellen im Streckenabschnitt der Stadtbahnen zwischen Albtalbahnhof und Hauptbahnhof verfügen derzeit nur über ca. 15 cm hohe Bahnsteige über Schienenoberkante, die weder in Nieder- (Einstiegshöhe 34 cm ü. SO) noch in Mittelflurfahrzeugen (Einstiegshöhe 55 cm ü. SO) einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Zur Umsetzung der gesetzlich geforderten Barrierefreiheit im ÖPNV ist der grundlegende Umbau dieser Haltestellen erforderlich. Da die Herstellung der Barrierefreiheit am Bahnhofsvorplatz gemeinsam mit der zwingend erforderlichen Kapazitätserhöhung durch den drei- oder viergleisigen Ausbau auf dem Abschnitt Bahnhofsvorplatz – Albtalbahnhof – Ebertstraße erfolgen soll, sind hier umfangreiche Verkehrsuntersuchungen, städtebauliche Entwicklungen und ein umfangreiches Planfeststellungsverfahren erforderlich, die noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden. Als Interimslösung sind die VBK dem Auftrag nachgekommen, ein kurzfristig zu realisierendes Provisorium am Bahnhofsvorplatz für den barrierefreien Ein- und Ausstieg zu untersuchen. Es wurden Lösungen für den Bahnhofsvorplatz untersucht, die mindestens für die Stadtbahnen und besser auch noch für die Straßenbahnen einen barrierefreien Ein-/Ausstieg an den ersten beiden Türen ermöglichen. Aufgrund der vorgesehenen Liegedauer der Provisorien von mindestens fünf Jahren und dem hohen Nutzungsgrad bzw. Fahrgastaufkommen ist eine Lösung mit einer Holz- oder Metallkonstruktion nicht umsetzbar und wirtschaftlich. Die jetzt durch die Verkehrsbetriebe erarbeiteten Lösungen sehen daher vor, auf den vorhandenen Bahnsteigen massive Konstruktionen aufzusetzen. Es sind Fertigteile in massiver Bauweise mit Fundamenten als Flachgründung vorgesehen. Die Kurzbahnsteige werden mit einem Blindenleitsystem und an den Hinterkanten sowie Zugangsrampen mit Geländern zur Absturzsicherung und Führung mit Handlauf aufgrund der Vorgaben an die Barrierefreiheit ausgestattet. Durch zahlreiche Zwangspunkte und beengte Platzverhältnisse im vorhandenen Bahnsteigbereich gibt es keine für alle Belange verträgliche Lösung. Es wird jedoch eine Breite von mind. 2,5 m für Bahnsteige und von mind. 2,0 m für Zugänge und Bussteige sichergestellt, um ausreichend große Begegnungs- und Aufstellflächen für Fahrgäste anzubieten. Variantenvorstellung und Vergleich Aufgrund der Randbedingungen wurden in der Lösungsfindung letztendlich drei Varianten als baulich umsetzbar angesehen und weiter ausgeplant. Alle Varianten haben punktuelle Einschränkungen bei den Bewegungsräumen für die Fahrgäste. In den Bereichen der erhöhten Bahnsteige können diese nur über die Zugangsrampen erreicht werden. Ein direkter Zugang zu den erhöhten Bereichen ohne Nutzung der Rampen oder ein Queren der Gleise in den erhöhten Bahnsteigbereichen ist folglich nicht mehr möglich. Zur Orientierung und grafischen Erläuterung dient die als Anlage beigefügte Präsentation. – 3 – Variante 1: Variante 1 sieht die Minimallösung von zwei erhöhten Kurzbahnsteigen auf den vorhandenen Bahnsteigen an Gleis 21 und 24 vor. Die „Buckelbahnsteige“ weisen eine Höhe von 55 cm auf und entsprechen bereits dem vorhandenen Muster an einzelnen innerstädtischen Bahnsteigen wie bspw. an der Haltestelle „Gottesauer Platz / BGV“. Der Ein- und Ausstieg in die Stadtbahnfahrzeuge mit 55 cm Fußbodenhöhe (Linien S4 bis S8) ist damit an den ersten beiden Fahrzeugtüren niveaugleich möglich. Niederflurfahrzeuge halten entsprechend versetzt an den bisherigen Bahnsteigen ohne barrierefreien Fahrzeugzugang, dieser ist weiterhin an den Haltestellen Ebertstraße (fußläufige Entfernung 450 m) und Poststraße (fußläufige Entfernung 270 m) möglich. Die erhöhten Bahnsteigbereiche werden rückseitig mit Absturzsicherungen ausgestattet. Aufgrund des Mischverkehrs von Mittelflur- und Niederflurfahrzeugen ist an den Gleisen 21 und 24 eine größere Nutzlänge erforderlich. An Gleis 21 kann diese nur durch eine Vorverlegung der Haltpositionen erreicht werden. Dadurch muss der Bahnsteigbereich auf Höhe des Haupteingangs gelegt werden. Durch eine rückversetzte Rampenanordnung kann an dieser Stelle der Platzbedarf auf ein Minimum reduziert werden. Die vorhandenen Bussteige auf der Nordseite an Gleis 24 bleiben von der Maßnahme unberührt. Der Wartebereich für die Busfahrgäste ist ähnlich groß wie im heutigen Bestand. Durch den Rückbau der vorhandenen Ausstattung und Neubau von zwei Kurzbahnsteigen werden die Baukosten auf ca. 120.000 EUR geschätzt. Variante 2: Bei Variante 2 wird die Variante 1 um entsprechende Kurzbahnsteige mit 34 cm Höhe ergänzt. Die Gleise 21 und 24 werden damit um Kombibahnsteige mit 55 cm und 34 cm Höhe ergänzt. Mittelflurfahrzeuge halten im Bereich von 55 cm Höhe, Niederflurfahrzeuge halten versetzt bei 34 cm, vergleichbar wie im Stadtbahntunnel. An den Gleisen 22 und 23 werden Kurzbahnsteige mit 34 cm Höhe errichtet. Damit ist an allen Gleisen und für alle verkehrenden Linien der Einstieg an den ersten beiden Fahrzeugtüren barrierefrei möglich. Die erhöhten Bahnsteigbereiche werden rückseitig mit Absturzsicherungen ausgestattet bzw. an Gleis 21 besteht die Möglichkeit die anschließende Platzfläche mit dem Niederflurbahnsteig in der Ebene anzugleichen. Aufgrund des Mischverkehrs von Mittelflur- und Niederflurfahrzeugen ist an den Gleisen 21 und 24 eine größere Nutzlänge erforderlich. An Gleis 21 kann diese nur durch eine Vorverlegung der Haltpositionen erreicht werden. Dadurch muss der Bahnsteigbereich auf Höhe des Haupteingangs gelegt werden. Durch eine rückversetzte Rampenanordnung kann an dieser Stelle der Platzbedarf auf ein Minimum reduziert werden. Die vorhandenen Bussteige auf der Nordseite an Gleis 24 bleiben von der Maßnahme unberührt. Der Wartebereich für die Busfahrgäste ist ähnlich groß wie im heutigen Bestand. Für den Rückbau von Ausstattung, Neubau von jeweils zwei Kombi- und Kurzbahnsteigen sowie Anpassung der Signalansteuerung, werden die Baukosten auf ca. 354.000 EUR geschätzt. Variante 3: In Variante 3 werden die Bahnsteige für Niederflurfahrzeuge und Mittelflurfahrzeuge räumlich auf dem Vorplatz getrennt. Auf den bisherigen Bahnsteiganlagen werden nur Fahrzeuge mit einer Fußbodenhöhe von 34 cm für den Fahrgastwechsel halten, womit auch hier nur Kurzbahnsteige mit 34 cm Höhe errichtet werden müssen. Die Mittelflurfahrzeuge der S-Bahn-Linien S4 bis S8 halten an – 4 – zusätzlichen Bahnsteigen (rückbaubare Fertigteilbahnsteige mit durchgehend 55 cm Höhe) auf der Osthälfte des Vorplatzes. Der Halt dieser Linien kann folglich an der Haltestelle Poststraße entfallen. Durch die Aufteilung auf die West- und Osthälfte ergibt sich eine Entflechtung der Personenströme zwischen Haupteingang und Haltestelle. Eine Voraussetzung für die Lenkung der Fahrgastströme ist ein gut erkennbares und verständliches Wegeleitsystem. Es ist davon auszugehen, dass die Nutzung des Osttunnels der DB AG durch die neuen Bahnsteige auf der östlichen Platzseite zunimmt. Die vorhandenen Bussteige auf der Nordseite an Gleis 24 bleiben von der Maßnahme unberührt. Der Wartebereich für die Busfahrgäste ist ähnlich groß wie im heutigen Bestand. Die Variante 3 ermöglicht die Barrierefreiheit für die Stadtbahnlinien S4 bis S8 über die gesamte Fahrzeuglänge. Für den Rückbau von Ausstattung, Neubau von vier Kurzbahnsteigen, zwei Fertigteilbahnsteigen sowie Anpassung der Signalansteuerung, werden die Baukosten auf ca. 829.000 EUR geschätzt. Durch eine verkürzte Ausführung der Fertigteilbahnsteige können die Herstellkosten auf ca. 754.000 EUR reduziert werden. Bewertung der Varianten Die drei Varianten weisen drei unterschiedliche Grade der Barrierefreiheit für die dort verkehrenden Bahnen auf und sind nur eine Interimslösung, die für eine Liegedauer von mindestens 5 Jahren ausgelegt sind. Eine optimale Lösung für eine vollständig barrierefreie Haltestelle kann nur durch einen kompletten Umbau des Bahnhofsvorplatzes erreicht werden. Variante 1 bietet lediglich eine Barrierefreiheit für die Stadtbahnlinien S4 bis S8 und keine optimierte Zugangssituation für die Fahrgäste der übrigen Linien. Die Varianten 2 und 3 bieten bei allen Straßen- und Stadtbahnlinien einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zumindest an den jeweils ersten beiden Türen für die Fahrgäste an. Die Variante 3 bietet zudem über die gesamte Länge der Stadtbahnen einen barrierefreien Ein- und Ausstieg und einen kürzeren Zugangsweg zum viel genutzten Osttunnel der DB AG sowie eine Entflechtung der Personenströme. Die Variante 2 ist weniger kostenintensiv als Variante 3, ermöglicht eine Barrierefreiheit für alle Fahrzeugtypen, und ist daher als Vorzugsvariante weiter zu betrachten. Weiteres Vorgehen Die VBK empfehlen die Planung der Variante 2 bis zur Ausführungsreife - Vorbereitung der Vergabe der Bauleistung. Eine bauliche Umsetzung kann in Abhängigkeit der weiteren Terminschiene und von Möglichkeiten zu Streckensperrungen, frühestens im Herbst 2025 erfolgen. Eine zustimmende Abstimmung mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Karlsruhe ist bereits erfolgt. Die Freigabe der Deutschen Bahn als Bahnhofsbetreiber steht noch aus, diese ist Voraussetzung für die weitere Umsetzung. Stellungnahme der Stadtverwaltung Den Eingriff in den direkten Eingangsbereich des Hauptbahnhofes sieht die Stadtverwaltung kritisch. Eine Einschränkung des direkten Laufweges aus dem Hauptausgang in Richtung Stadt ist hinsichtlich einer Entfluchtung des Gebäudes und insbesondere im Hinblick auf Gestaltung und – 5 – Besucher*innenlenkung als nicht optimal anzusehen. Durch die festen Einbauten der Rampenanlage wird der direkte Laufweg eingeschränkt. Dies gilt für die Varianten 1 und 2, sowie auch für die Untervariante mit versetzten Rampen. Die Branddirektion spricht sich daher für die Variante 3 aus. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Planungsausschuss Der Gemeinderat nimmt die Varianten für den provisorischen barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Hauptbahnhof“ zur Kenntnis.

  • Protokoll GR 29.04.2025 TOP 12
    Extrahierter Text

    Niederschrift 9. Plenarsitzung des Gemeinderates 29. April 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzende: Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz Punkt 12 der Tagesordnung: Barrierefreier Ausbau der Haltestelle "Hauptbahnhof", Inte- rimslösung Vorlage: 2025/0121 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Varianten für den provisorischen barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Hauptbahnhof“ zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Die Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 12 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Planungsausschuss am 20. März 2025. Stadträtin Wolf (GRÜNE): Erst einmal vielen Dank für diese Vorlage und dass wir grundsätz- lich den Hauptbahnhof barriereärmer gestalten wollen. Und Barrieren abzubauen in unse- rer Stadt ist uns ganz grundsätzlich ein sehr wichtiges Anliegen. Und es gibt ja ganz unter- schiedliche Barrieren, die da auftauchen können. Gerade für eine mobilitätseingeschränkte Person machen vielleicht diese Stufen irgendwie ein Problem aus, aber für Menschen, die eben nicht gut sehen können, ist dann vielleicht der Umweg über eine Rampe wieder schwieriger. Und deswegen ist es so wichtig, da diese unterschiedlichen Bedürfnisse zu- sammenzubringen und im Zweifelsfall, wenn sie nicht gut zusammengebracht werden, auch abzuwägen zwischen diesen Bedürfnissen. Und da möchte ich zuerst ein ganz aus- drückliches Dankeschön richten an das konstruktive Mitwirken der Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderung. Gerade durch eure Arbeit haben wir die Chance, dass un- sere Stadt zugänglicher für alle wird. Den Hauptbahnhof wollen wir aber auch ganz grundsätzlich umgestalten. Wir wollen na- türlich, dass er auch langfristig barrierefreier beziehungsweise barriereärmer wird. Wir wol- len die Kapazitäten erhöhen, gerade im Nadelöhr zwischen dem Hauptbahnhof und dem Albtalbahnhof. Wir wollen den Hauptbahnhof einfach hübscher und einladender und auch klimaangepasster machen. Das ist aber eine große Aufgabe, die da vor uns liegt. Das wird sicher noch ein paar Jahre dauern. Aber weil wir eben nicht noch ein paar Jahre warten können, bis der Hauptbahnhof, gerade dieser zentrale Knotenpunkt, eben auch für – 2 – mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar wird, gerade deswegen hat sich ja auch der Aufsichtsrat und viele Fraktionen hier und eben der Beirat für Menschen mit Behinderung dafür eingesetzt, dass wir eine Interimslösung finden. Vielen herzlichen Dank an die VBK, an die Verwaltung und an alle Beteiligten, dass das jetzt möglich ist. Gerade wenn wir schon, wie in der Vorlage steht, ab Herbst 2025 in die Umsetzung gehen können, dann wäre das wirklich ein großer Erfolg, und ich hoffe, dass wir heute das mit einer großen Ei- nigkeit hier beschließen können. Stadtrat Bunk (CDU): Auch für uns als Fraktion ist die Barrierefreiheit ein großes Anliegen. Frau Stadträtin Wolf hat es gesagt, der Hauptbahnhof steht vor großen Veränderungen, der Vorplatz. Wir können so lange leider nicht warten. Das wäre natürlich am praktischs- ten, wenn man es gemeinsam machen kann, aber es ist völlig klar, dass die Barrierefreiheit jetzt schnellstmöglich dort erreicht werden muss. Wir können uns der Stellungnahme des Beirats für Menschen mit Behinderung im Prinzip vollkommen anschließen. Dort ist auch sehr schön erläutert, dass die Variante 2 die effektivste ist. Mit dem Einsatz des Geldes kann man dort das meiste herausholen. Wir erreichen mit der Variante 2 einen Einstieg an allen Straßen- und Stadtbahnen, an zwei Türen zumindest, der barrierefrei ist. Das ist sehr gut, und deswegen befürworten wir das. Stadträtin Uysal (SPD): Der barrierefreie Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist kein Nice- to-have, sondern ein grundlegendes Recht auf Mobilität für alle Menschen in unserer Stadt, für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Kinderwagen, mit Gepäck. Aber auch für ältere Menschen ist ein ebenerdiger Zugang zu Bus und Bahn entscheidend, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Haltestelle Hauptbahnhof ist natür- lich ein zentraler Knotenpunkt im Karlsruher Verkehrsnetz, und sie ist aktuell in Weise bar- rierefrei. Darüber, dass wir hier nun endlich mit einer Interimslösung voranschreiten, freuen wir uns sehr. Und wir begrüßen das natürlich und möchten auch ein großes Dankeschön an die Verwaltung, an VBK, aber auch dem Behindertenbeirat und der Beauftragten für Be- lange von Menschen mit Behinderungen hier aussprechen, weil sie wesentliche Punkte dazu beigetragen haben, damit wir eben diese Vorlage heute haben. Wir sehen auch die Variante 2 als tragfähigen Kompromiss. Sie schafft Barrierefreiheit für alle Fahrzeugtypen und ist im Vergleich zu Variante 3 deutlich kostengünstiger und schneller umsetzbar. Na- türlich handelt es sich hier um ein Provisorium. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir den vollständigen Umbau des Bahnhofsplatzes weiter aktiv vorantreiben. Und wir freuen uns, dass wir hier eine Interimslösung haben und mit der Hoffnung, dass wir dann auf lange Sicht eine echte Barrierefreiheit herstellen können. Deswegen stimmen wir dieser Vorlage zu und danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Stadtrat Schnell (AfD): Die drei vorgestellten Varianten unterscheiden sich nicht nur preis- lich, sondern auch von der Qualität der Barrierefreiheit. Während der Bürgerverein Süd- weststadt bereits mit einer leicht modifizierten Variante 1 zufrieden wäre, hält die Behin- dertenbeauftragte die Variante 2 für zumindest akzeptabel, die Variante 3 für optimal. Für ein Provisorium, das nur zeitlich begrenzt genutzt würde, hielten wir die Variante 1 insbe- sondere aus Kostengründen für ausreichend. Aber da ich aufgrund der finanziellen Situa- tion der Verkehrsbetriebe und der Stadt Karlsruhe natürlich auch die perspektivische Neu- gestaltung des Gleisbereiches zur Kapazitätserweiterung ab dem Altbahnhof für überflüs- sig halte, wir haben für ein dichteres Zugangebot schlicht kein Geld, wir müssen froh sein, wenn wir möglichst viel vom heutigen Angebot überhaupt erhalten können, habe ich mich bereits im Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe für die Variante 2 ausgesprochen, denn ich – 3 – gehe davon aus, dass diese dauerhaft Bestand haben wird. Deshalb klare Präferenz der AfD für die Variante 2. Stadträtin Lorenz (FW): Ja, fast ein historischer Tag, kann man schon sagen. Wenn man mal zurückbedenkt, meines Wissens der Wettbewerb für den Bahnhofsvorplatz, der ja auch ein Entrée unserer Stadt ist, aus dem Jahr 2009, tatsächlich nach doch nur 16 Jahren haben wir es geschafft und bekommen ein Provisorium. Im Januar habe ich mich schon tie- risch gefreut, weil ich noch mit meiner alten Fraktion zusammen einen Antrag gestellt habe, dass zumindest eine adäquate Beschilderung am Bahnhofsvorplatz angebracht wird, weil wenn man dort als Rollstuhlfahrer oder mobilitätseingeschränkter Mensch ankommt, wurde man noch nicht einmal darauf hingewiesen, wo die nächste barrierefreie Haltestelle ist. Von dem her war das schon einmal ein Meilenstein der Veränderung für den Bahnhofs- vorplatz. Und jetzt, kaum drei Monate später, haben wir es geschafft. Es gibt eine Interims- lösung. Genau wie der Kollege Schnell befürchte ich auch, dass wir diese für sehr, sehr lange Zeit dort haben werden. Auch wir unterstützen die Variante 2. Ich muss aber sagen, also so ein bisschen kann ich es nicht nachvollziehen. Ich war bei vielen Gesprächsrunden dabei, auch als ich noch Mitglied im Behindertenbeirat war. Der OB war dort zu Gast. Selbst er hat zugegeben, dass er es nicht nachvollziehen kann, warum die Verkehrsbetriebe den wichtigen Bahnhofsvorplatz nicht in Angriff nehmen und dort für Barrierefreiheit sor- gen. Und jetzt muss ich lesen, dass im Prinzip eine Interimslösung für nur, in Anführungs- strichen, 354.000 Euro zu haben ist, also fast Peanuts im Vergleich zu anderen Projekten, die wir in der Stadt haben. Nichtsdestotrotz, besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Ich fürchte eben auch, dass wir das sehr, sehr lange haben, aber ich freue mich für alle Menschen, die lange, lange, sehr, sehr lange darauf gewartet haben, dass es jetzt hoffentlich bald zur Umsetzung kommt. Stadträtin Geißinger (Volt): Es wurde schon einiges gesagt, aber ich kann Ihnen nur berich- ten, ich steige jeden Tag am Bahnhof um, und ich brauche normalerweise die Barrierefrei- heit nicht, aber ich sehe jeden Tag Menschen mit Krücken, mit Einkaufswägen, mit Kinder- wägen, mit Rollstühlen. Und diese Menschen mühen sich ab, und das haben wir ihnen viel zu lange zugemutet. Ich freue mich wirklich unglaublich, auch wenn es noch kein finaler Ausbau ist, dass wir jetzt alle Menschen hier in unserer Stadt willkommen heißen, weil der Bahnhof für viele nun einmal das Einfallstor Richtung Karlsruhe ist. Und wir haben super viele barrierefreie Haltestellen in der Stadt. Aber Menschen, die von außerhalb kommen, die wurden bisher nicht so ganz berücksichtigt. Und deswegen freue ich mich unglaublich, dass sich jetzt auch eine Variante gefunden hat, der scheinbar auch alle zustimmen kön- nen. Ich hoffe, der VBK kann das sehr schnell umsetzen und daher danke. Und ich hoffe natürlich, dass der vollständige Umbau dann auch entsprechend bald folgt, aber bis dahin haben wir eine gute Lösung gefunden, danke. Stadträtin Döring (KAL): Auch meine Fraktion freut sich natürlich, dass wir an diesem wich- tigen Verkehrsknotenpunkt jetzt endlich ein weiteres Stück Barrierefreiheit in Karlsruhe schaffen, und das dann doch ein bisschen schneller, als wir das alle noch vor kurzem ge- dacht haben. Wir denken, dass hier ein guter Kompromiss gefunden wurde, der die Teil- habe möglichst vieler Menschen mit einem tragbaren Kostenrahmen in Einklang bringt für diese Interimslösung. Auch wir wollen uns vor allem bedanken für die konstruktive und in- tensive Zusammenarbeit des Beirats für Menschen mit Behinderung und der VBK, die es letztendlich möglich gemacht haben, dass wir heute diese Vorlage mit Freude zur Kenntnis nehmen dürfen, danke. – 4 – Die Vorsitzende: Vielen Dank. Damit nehmen Sie diese Interimslösung zur Kenntnis. Vari- ante 2 wird dann entsprechend eingeleitet. Und in der Tat ist es auch ein wichtiges Vorha- ben am Eingang zur Stadt Karlsruhe für die Menschen, die am Hauptbahnhof anlanden Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 22. Mai 2025