Rote Sandsteinstele zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940

Vorlage: 2025/0072
Art: Antrag
Datum: 21.01.2025
Letzte Änderung: 07.04.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Grünwinkel

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 18.02.2025

    TOP: 17

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Beratung im Fachgremium/Arbeitskreis

  • Haupt- und Finanzausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 11.03.2025

    TOP: 1

    Rolle: Behandlung

    Ergebnis: keine Abstimmung

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0072 Eingang: 21.01.2025 Rote Sandsteinstele zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940 Antrag: GRÜNE Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 18.02.2025 17 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 11.03.2025 1 Ö Behandlung Die Stadtverwaltung legt einen konkreten Vorschlag vor, an welcher Stelle die schon für den 75. Jahrestag der Deportation der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja vorgesehene Sandsteinstele aufgestellt werden soll. Wünschenswert wäre, dass noch 2025 anlässlich des 85. Jahrestages ein konkreter Ort der Erinnerungskultur mit einer entsprechenden Veranstaltung eingeweiht werden kann. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden in Karlsruhe zahlreiche Denkmale und andere Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum, an denen sich ablesen lässt, welche Personen, Institutionen oder Ereignisse in der jeweiligen Zeit als besonders bedeutend angesehen wurden. Der Leitfaden zur Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in Karlsruhe aus dem Jahr 2016 sowie die Vorlage Nr. 2024/1110 aus dem Kulturausschuss am 13.12.2024 geben Auskunft über den Umgang mit bestehenden und die Umsetzung neuer Erinnerungsmale, die vom Gemeinderat 2016 beschlossen wurden. Zu den 2016 als dringlich herausgestellten Erinnerungsstelen gehörte eine, schon vor mehr als zehn Jahren geplante rote Sandsteinstele mit Glastafel „Karlsruhe erinnert“ zum Gedenken an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940. Bis 1945 ermordeten die Nationalsozialisten im Zuge ihrer rassenideologischen Vernichtungspolitik zwischen 220.000 und 500.000 europäische Sinti*zze und Rom*nja. Dieser Völkermord ist heute unter anderem als „Porajmos“ bekannt. Die Erinnerungsstele in Karlsruhe konnte 2015 zum 75. Jahrestag der Deportation am geplanten Ort beim ehemaligen Bezirksamt, Karl-Friedrich-Straße/Hebelstraße, aus Verkehrssicherheitsgründen nicht aufgestellt werden. Eine Glastafel nach demselben Konzept an dem Gebäude wurde vom Eigentümer abgelehnt. Im Leitfaden von 2016 war angekündigt worden, dass ein neuer sinnvoller Aufstellungsort gefunden wird. Das ist bis heute nicht passiert. Es braucht für die Bevölkerung, die Überlebenden und Nachkommen der Opfer, aber auch für die heranwachsende Generation sowie Gäste in unserer Stadt Orte der Aufklärung und Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und an das Leiden, die Verfolgung und Vernichtung der ermordeten sowie die Entrechtung der überlebenden Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja. Begründung/Sachverhalt – 2 – Antiziganismus, die rassistisch motivierte Ausgrenzung und Feindschaft gegenüber Sinti*zze und Rom*nja, Jenischen und anderer Gruppen, ist bis heute in Europa weit verbreitet. Zuletzt ist auch die Zahl der antiziganistischen Angriffe in Deutschland deutlich angestiegen. Weitere Informationen • Banghard, W. (2023). Gräber verfolgter Sinti auf dem Friedhof Grünwinkel. Grünwinkler Geschichten, 324-328. • Hills, V. (2017). Sinti und Roma: „Nicht aus Gründen der Rasse verfolgt“? Zur Entschädigungspraxis am Landesamt für Wiedergutmachung Karlsruhe. Karlsruhe: Info Verlag (Hrsg.: Stadtarchiv Karlsruhe). • Kaiser, J. (2022). Verfolgung von Sinti und Roma in Karlsruhe im Nationalsozialismus: Die städtische und kriminalpolizeiliche Praxis. Karlsruhe: Info Verlag (Hrsg.: Stadtarchiv Karlsruhe). • Krausnick, M. (2015). Abfahrt Karlsruhe: 16.5.1940 – Die Deportation der Karlsruher Sinti und Roma. Ubstadt Weiher – Heidelberg – Neustadt a.d.W. – Basel: verlag regionalkultur (Hrsg.: Stadtarchiv Karlsruhe). Unterzeichnet von: Dr. Susanne Heynen Benjamin Bauer Jorinda Fahringer Ceren Akbaba Verena Anlauf Dr. Iris Sardarabady

  • Stellungnahme Antrag
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0072 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Rote Sandsteinstele zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940 Antrag: GRÜNE Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 18.02.2025 17 Ö Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss 11.03.2025 1 Ö Behandlung Kurzfassung Die Stadtverwaltung befürwortet die Aufstellung der Stele und schlägt den Standort „Waldhornplatz“ vor, wobei bei der Festlegung des genauen Standorts die baulichen Möglichkeiten und Verkehrssicherheitsaspekte geprüft werden müssen. Das Stadtarchiv erstellt eine Konzeption für Text und Gestaltung, die im Kulturausschuss beraten wird. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 10.000 Euro Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Die schon länger projektierte Sandsteinstele nach dem Konzept „Karlsruhe erinnert“ zur Deportation und Ermordung der hiesigen Sinti und Roma [Auf Stelen werden keine Gender-Sonderzeichen verwendet] wurde in der Vergangenheit wegen verschiedener Probleme nicht ausgeführt. Die Stadt Karlsruhe misst der Erinnerung an die nach den Jüdinnen und Juden größte Opfergruppe, an denen gleichfalls ein Genozid verübt wurde, hohen Stellenwert zu. Deshalb sollte diese Stele nun zügig aufgestellt werden. Die Umsetzung kann allerdings allein schon wegen der komplizierten Bauausführung nicht bis zum 16. Mai 2025 erfolgen. Als Aufstellungsort kommen Plätze im ehemaligen „Dörfle“ in Frage, da Sinti und Roma in diesem Gebiet bei der erzwungenen Sesshaftmachung in der NS-Zeit zahlreich untergebracht wurden, oft in Gebäuden in sehr schlechtem Zustand. Die Stele bekäme dadurch einen zentralen Standort in der Stadt. Als konkreten Ort für eine Aufstellung schlägt das Stadtarchiv den Waldhornplatz vor, wobei bei der Festlegung des genauen Standorts die baulichen Möglichkeiten und Verkehrssicherheitsaspekte durch die jeweils zuständigen Stellen geprüft werden müssen. Das Stadtarchiv erstellt eine Konzeption für Text und Gestaltung, die im Kulturausschuss beraten wird. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Die Kosten für die Fertigung und Aufstellung einer Sandsteinstele müssen mit rund 10.000 Euro angesetzt werden. Es sind entsprechende Mittel im Investitionshaushalt vorhanden.

  • Anlage: Angaben zu projektierter Sandsteinstele Sinti und Roma
    Extrahierter Text

    Angaben zu projektierter Sandsteinstele „Karlsruhe erinnert“ an die Deportation und Ermordung der Sinti und Roma Zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti und Roma soll eine Stele im öffentlichen Raum der Stadt aufgestellt werden. Der Leitfaden zur Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in Karlsruhe gibt das Format dazu vor als Rote Sandsteinstele mit zwei Glastafeln, auf denen in Text und Bild zu den historischen Ereignissen informiert wird. (siehe Foto einer bereits existierenden Stele als Beispiel). Beispiel: Sandsteinstele zur Erinnerung an die Deportation der Karlsruher Jüdinnen und Juden nach Gurs 1940, aufgestellt beim Hauptbahnhof Der textliche Inhalt der Tafeln wird derzeit erarbeitet und wird wie üblich pro Tafelseite bis zu 1.250 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Das Format sieht je Tafelseite eine großformatige Abbildung unten vor. Gedacht ist ein Foto aus dem Bundesarchiv, das Sinti und Roma zu Fuß auf dem Weg zum Deportationszug zeigt, nachdem sie auch aus Karlsruhe am 16. Mai 1940 zunächst in Haft auf den Hohenasperg verbracht wurden, um einige Tage darauf in das okkupierte Generalgouvernement gebracht zu werden. Zur Anschauung hier ein Bild mit ähnlichem Motiv wie für die Stele angedacht, geplant ist jedoch ein Foto mit größerer Menschenmenge bergab vom Hohenasperg (muss beim Bundesarchiv bestellt werden). Die andere großformatige Abbildung soll als Grundlage einen Katasterplan vom sogenannten „Dörfle“ mit markierten Wohnadressen Karlsruher Sinti und Roma haben, über den ein aktueller Stadtplan mit der völlig veränderten Situation gelegt wird. Beispiel: Großformatige Stadtplanabbildung auf der Stele zu Réséaux Alliance, Theodor- Heuß-Allee/Breslauer Straße Als weitere Abbildung ist zur Frühjahrsdeportation am 10. März 1943 nach Auschwitz für Karlsruhe der Polizeibefehl mit zugehörigem Zugfahrplan vorgesehen. Der Standort der Sandsteinstele ist wegen der Lage bei den einstigen Wohnadressen beim Waldhornplatz vorgesehen. Die Kosten der Sandsteinstele werden ca. 10.000 € betragen (Sandstein 2.000 €, Glastafeln bedruckt 1.500 €, Bau- und Aufstellungsarbeiten 7.000 €) Ein erster Entwurf für Texte und Abbildungen soll bis Ende März 2025 erstellt werden. Für die nächste Kulturausschusssitzung im Juli 2025 wird die Vorlage zur Aufstellung der neuen Stele „Karlsruhe erinnert“ mit Inhalt und Gestaltung zur Diskussion vorgelegt.

  • Protokoll GR 18.02.2025 TOP 17
    Extrahierter Text

    Niederschrift 7. Plenarsitzung des Gemeinderates 18. Februar 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 17 der Tagesordnung: Rote Sandsteinstele zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940 Antrag: GRÜNE Vorlage: 2025/0072 Beschluss: Beratung im Haupt- und Finanzausschuss am 11. März 2025, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 17 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aussprache in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Den Kulturausschuss werden wir zu diesem TOP miteinladen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 19. Februar 2025

  • Protokoll_HfA_11.03.2025_Sitzungseröffnung und TOP 1
    Extrahierter Text

    Niederschrift 7. Sitzung Haupt- und Finanzausschuss 11. März 2025, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Sitzungseröffnung und Punkt 1 der Tagesordnung: Rote Sandsteinstelen zur Erinnerung an die Deportation der Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja am 16. Mai 1940 Antrag: GRÜNE Vorlage: 2025/0072 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, begrüßt die Anwesenden und teilt die Namen der ent- schuldigten Stadträtinnen und Stadträte mit. Anschließend ruft er Tagesordnungspunkt 1 zur Behandlung auf und teilt mit, dass hierzu auch die Mitglieder des Kulturausschusses ein- geladen worden seien. Stadträtin Fahringer (GRÜNE) erläutert, dass die Realisierung einer Sandsteinstele bereits im Leitfaden für Erinnerungskultur aus dem Jahr 2016 beschrieben worden sei. Allerdings sei bis heute keine Umsetzung erfolgt. Sie fragt, ob bereits eine Abstimmung der beteiligten Ämter über die Verwirklichung des Vorhabens begonnen habe und ob es einen Zeitplan für die Umsetzung gebe. Stadträtin Dr. Dogan (CDU) dank dafür, dass das Thema wieder auf die Agenda gehoben worden sei. Sie bestätigt, dass bereits im Jahr 2016 das Vorhaben befürwortet und dass auch damals schon der Waldhornplatz als Aufstellungsort gewählt worden sei. Sie begrüßt, dass das Thema nun vorangebracht werde. Stadträtin Melchien (SPD) spricht sich ebenfalls dafür aus, dass das Vorhaben in die Umset- zung komme. Sie fragt, inwieweit Vertreterinnen oder Vertreter der Gruppe der Sinti und Roma einbezogen worden seien. – 2 – Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) schließt sich ebenfalls dem Wunsch an, dass die Umsetzung erfol- gen solle. Bürgermeister Dr. Käuflein dankt den Antragstellenden für den gegebenen Impuls. Er sagt zu, dass bis zur Sitzung des Kulturausschusses die technischen Fragen geklärt seien. Ebenso werde die Erstellung der Texte und die Gestaltung der Stele erfolgen und im Kulturausschuss beraten. Der Vorsitzende hebt die Bedeutung der Erinnerung an die Deportation der Sinti und Roma vor 85 Jahren hervor und verweist in diesem Zusammenhang auch an die Deportation nach Gurs. Er stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die erfolgte Kenntnis- nahme fest und dass das Thema weiter im Kulturausschuss behandelt werde. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 17. März 2025