Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in Kunstmuseum Karlsruhe

Vorlage: 2025/0068
Art: Beschlussvorlage
Datum: 15.04.2025
Letzte Änderung: 11.12.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.11.2025

    TOP: 3

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2025/0068 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in Kunstmuseum Karlsruhe Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Kulturausschuss 04.11.2025 7 N Vorberatung Gemeinderat 25.11.2025 3 Ö Entscheidung Kurzfassung Die Städtische Galerie Karlsruhe hat sich seit ihrer Gründung weit über ihre ursprüngliche Funktion hinausentwickelt. Ursprünglich zur Förderung regionaler Kunst und Wechselausstellungen gegründet, verfügt sie heute über eine profilierte Sammlung mit überregionaler Bedeutung. Der Umzug 1997 in den Hallenbau an der Lorenzstraße – in direkter Nachbarschaft zu ZKM und HfG – sowie die Dauerleihgabe der Sammlung Garnatz markierten zentrale Schritte dieser Entwicklung. In den letzten Jahren hat sich die SGK konsequent als wissenschaftlich arbeitendes Kunstmuseum etabliert. Die Sammlung wurde gezielt ausgebaut, das Ausstellungsprogramm internationaler und vielseitiger – von Malerei über Fotografie bis zu Medienkunst. Als „SGK – Das Kunstmuseum der Stadt Karlsruhe“ wurde dieses Profil bereits erfolgreich kommuniziert. Die geplante Umbenennung in „Kunstmuseum Karlsruhe“ macht diese Transformation sichtbar. Sie schafft Klarheit, vermeidet Verwechslungen mit kommerziellen Galerien und signalisiert Professionalität und Sammlungskompetenz im Sinne internationaler Museumsstandards (ICOM). Der neue Name stärkt die Marke, erhöht die Sichtbarkeit und erleichtert den Zugang zu Fördermitteln, Kooperationen und Leihgaben. Auch der Kulturstandort Karlsruhe profitiert: Die Umbenennung schärft das Museumsprofil, stärkt den Kulturtourismus und schafft eine attraktivere Plattform für Künstler*innen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: bis max. 40.000 € Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: keine Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☒ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen 1. Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in KUNSTMUSEUM KARLSRUHE Die Städtische Galerie Karlsruhe hat sich in den vergangenen Jahren als ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf Malerei und Fotografie etabliert. Die geplante Umbenennung in „Kunstmuseum Karlsruhe“ ist Ausdruck einer institutionellen und inhaltlichen Weiterentwicklung, die der zunehmenden Bedeutung der Sammlung und der Ausstellungspraxis gerecht wird. Sie stellt einen strategischen Schritt dar, um die Institution auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken. Zudem sichert sie eine klare Identität, verbessert die Wahrnehmung und fördert langfristig den kulturellen Einfluss der Stadt Karlsruhe. Durch eine umfassende Informationsstrategie, Kooperation mit bestehenden Institutionen der Stadtgesellschaft sowie eine kostenbewusste Umsetzung werden die Herausforderungen der Namensänderung in der Realisierungsphase aktiv adressiert. 2. Warum die Umbenennung? Neben den großen staatlichen Einrichtungen ist die Städtische Galerie Karlsruhe längst das zentrale städtische Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Karlsruhe. Mit einer Sammlung von über 20.000 Werken und einer Ausstellungsfläche von 3.000 Quadratmetern erfüllt die Institution alle Aufgaben eines Museums im Sinne der ICOM-Definition: Forschung, Sammlung, Bewahrung, Vermittlung und Präsentation von Kunstwerken. Der Begriff „Galerie“ führt zu der häufigen und problematischen Verwechslung mit kommerziellen Kunstgalerien. Die Umbenennung in „Museum“ setzt ein klares Zeichen für die nationale und internationale Anerkennung der Institution. Mit dem Titel „Kunstmuseum“ folgt die SGK anderen Institutionen im europäischen Raum, die eine Umbenennung von „Galerie“ in „Museum“ in den vergangenen Jahrzehnten bereits vollzogen haben. 3. Historische Entwicklung und konzeptionelle Weiterentwicklung Die Institution wurde 1981 als „Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais“ gegründet und 1997 in den Hallenbau an der Lorenzstraße verlegt. Mit der hochkarätigen Sammlung Garnatz erhielt sie internationale Strahlkraft. Anders als viele kommunale Städtische Galerien, die primär als Plattformen für regionale Kunst fungieren, entwickelte sich die Städtische Galerie Karlsruhe zu einem Museum in allen Belangen: mit eigenem Sammlungskonzept, Forschungs- und Vermittlungsarbeit sowie nationalen und internationalen Ausstellungen. In den letzten Jahren wurde diese Entwicklung unter dem Slogan „SGK – Das Kunstmuseum der Stadt Karlsruhe“ bereits kommuniziert – die offizielle Umbenennung markiert nun den letzten konsequenten Schritt dieses Weges. 4. Begründung und Kontext der Umbenennung Mit der geplanten Umbenennung zu „Kunstmuseum Karlsruhe“ positioniert sich die bisherige Städtische Galerie Karlsruhe im nationalen und internationalen Kontext mit vergleichbaren Institutionen. Zahlreiche ehemals städtische Galerien haben diesen Schritt bereits vollzogen und sich – 3 – erfolgreich als Kunstmuseen etabliert – darunter das Kunstmuseum Bonn, das Kunstmuseum Stuttgart und das Kunstmuseum Ravensburg. Diese Umbenennungen markieren nicht nur eine begriffliche, sondern auch eine strategische Neuausrichtung: Ein Kunstmuseum bewahrt, erforscht und vermittelt Kunstwerke dauerhaft und öffentlich – im Unterschied zu kommerziellen Galerien. Der Begriff signalisiert Professionalität, museale Qualität und kulturelle Relevanz. In Städten wie Bonn, Stuttgart oder Ravensburg hat die neue Bezeichnung zu erhöhter Sichtbarkeit, einem gestiegenen Besucherinteresse sowie verbesserten Fördermöglichkeiten geführt. Die Umbenennung in KUNSTMUSEUM KARLSRUHE ist daher ein konsequenter und notwendiger Schritt, um das Profil des Hauses klar nach außen zu kommunizieren und seine Stellung im musealen Umfeld zu stärken. 5. Vorteile und Zielsetzungen 5.1 Klare Positionierung und internationale Wahrnehmung • Der Begriff „Kunstmuseum“ ist international anerkannt und vermittelt Prestige sowie wissenschaftliche Kompetenz. • Damit betont die Stadt Karlsruhe – neben den großen staatlichen Institutionen wie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und dem Badischen Landesmuseum – die Rolle der bisherigen Galerie als zeitgemäße Kulturinstitution, die den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. 5.2 Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit • Klare programmatische Abgrenzung von anderen Kulturinstitutionen in der Stadt wie der Staatlichen Kunsthalle, dem ZKM und dem Badischen Landesmuseum, • erleichterter Zugang zu nationalen und internationalen Kulturförderprogrammen, • attraktivere Bedingungen für Sponsoren, Förderer und neue Leihgaben 5.3 Kulturstandort Karlsruhe stärken • Eine klar definierte Museumslandschaft unterstreicht die Bedeutung Karlsruhes als Kunst- und Kulturstadt. • Die städtische Institution erhält als modernes, international vernetztes Kunstmuseum eine symbolische Aufwertung innerhalb der Kulturlandschaft. • Touristische Sichtbarkeit: Höhere Relevanz im Kulturmarketing der Stadt 5.4 Attraktivere Plattform für Kunstschaffende • Das städtische Kunstmuseum signalisiert ein professionelles Umfeld und steigert das Interesse an Kooperationen. • Erleichterte Vernetzung mit nationalen und internationalen Museen. Das „Kunstmuseum Karlsruhe“ positioniert sich damit als eigenständige Institution mit Strahlkraft und bleibt gleichzeitig fest in der Museumslandschaft verankert. 6. Strategische Umsetzung und Rahmenbedingungen der Umbenennung Die geplante Umbenennung zur „Kunstmuseum Karlsruhe“ erfolgt in einem besonderen zeitlichen und institutionellen Kontext. Ab 2026 werden gleich zwei zentrale staatliche Kultureinrichtungen in der Stadt aufgrund umfangreicher Sanierungen für mehrere Jahre nicht regulär zugänglich sein. In dieser Phase trägt die Städtische Galerie Karlsruhe – künftig Kunstmuseum Karlsruhe – dazu bei, das kulturelle Angebot der Stadt sichtbar zu erhalten und das Publikum weiterhin für die Kunst zu – 4 – begeistern. Ziel ist es ausdrücklich, die gewachsene Vielfalt der Karlsruher Museumslandschaft zu ergänzen und die Attraktivität des Standorts zu sichern. Die Umbenennung soll daher in enger Abstimmung mit den Partnerinstitutionen – darunter das Badische Landesmuseum, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, das ZKM sowie die Karlsruhe Tourismus GmbH (KTG) – umgesetzt werden. Die neue Marke soll nicht in Konkurrenz, sondern im Zusammenspiel mit den bestehenden Institutionen zur weiteren Profilierung des Kulturstandorts Karlsruhe beitragen. Trotz angespannter Haushaltslage wird auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz geachtet: Die Umstellung von Beschilderung, Corporate Design und Marketingmaßnahmen wird weitgehend in bestehende Strategien integriert, um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Der geschätzte Kostenrahmen liegt bei maximal 40.000 Euro. 7. Zeitplan der Umsetzung • Herbst 2025: Vorstellung der Umbenennung im Kulturausschuss und Gemeinderat • Frühjahr 2026: Offizielle Einführung des Namens „Kunstmuseum Karlsruhe“ zur art KARLSRUHE, begleitet von PR- und Marketingmaßnahmen • Begleitend: Kooperation mit städtischen Partnern, Social-Media-Kampagnen, touristische Kommunikation Die Umbenennung erfolgt somit nicht isoliert, sondern ist eingebettet in eine umfassende Neuausrichtung des Hauses und eine strategische Positionierung innerhalb der städtischen Kulturlandschaft. 8. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Bei der Umbenennung der SGK wird sehr auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz geachtet. Die Maßnahmen neue Beschilderung, angepasstes Corporate Design, digitale Präsenz, Marketingkampagne zur art KARLSRUHE 2026 werden in bestehende Kommunikationsstrategien des Museums integriert, um zusätzliche Ausgaben zu minimieren. Der geschätzte Kostenrahmen liegt bei max. 40.000 Euro und wird aus dem vorhandenen Kulturbudget gedeckt. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Kulturausschuss die Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in „Kunstmuseum Karlsruhe“.

  • Präsentation
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    Kulturausschuss, 4. November 2025Stefanie Patruno, Direktorin der Städtischen Galerie Karlsruhe TOP 7: Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in Kunstmuseum Karlsruhe Das Kunstmuseum der Stadt Karlsruhe Zukunftsbild & Ausgangspunkt › 2035: Karlsruhe mit geschärftem kulturellem Profil und klarer Struktur › Staatliche Kunsthalle nach Sanierung und Erweiterung: Rückkehr an historischen Ort, Präsentation bedeutender Sammlung › Badisches Landesmuseum: Rückkehr ins Schloss, sichtbare Landesgeschichte › Badischer Kunstverein: wieder fester Teil des kulturellen Gravitationsfelds rund um Schloss, BVerfG und KIT › Im Süden: ZKM, HfG und Kunstmuseum Karlsruhe als lebendiger Ort für Medienkunst und Gegenwart › Zusammen mit Kunstakademie und freier Szene: kulturelle Vielfalt von Geschichte bis Gegenwart › Kultur als zentrale Ressource für Identität, Zusammenhalt und Attraktivität der Stadt › Trotz notwendiger Einsparungen: Investition in Zukunftsfähigkeit › Ziel: kulturelle Zukunft aktiv mitgestalten – durch die Um- benennung der Städtischen Galerie in Kunstmuseum Karlsruhe Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Kunstmuseum Karlsruhe Badischer Kunstverein Stadtmuseum Karlsruhe Hochschule für Gestaltung Zentrum für Kunst und Medien Badisches Landesmuseum Vom Zukunftsbild zur Gegenwart › Zukunftsbild basiert auf konsequenter Kulturpolitik der Stadt › Schwerpunkte: Profilbildung | Sichtbarkeit | Kooperation › Ziel: lebendige, vernetzte Museumslandschaft mit klaren Identitäten › Jede Institution mit eigenem Fokus – gemeinsam im Interesse der Stadt › Die Städtische Galerie Karlsruhe als zentrale kommunale Säule im Museumsgefüge › Umbenennung = konsequente und qualitative Weiterentwicklung dieser Rolle Von der Galerie zum Museum Städtische Galerie 1981 Von der Galerie zum Museum › Gründung Anfang der 1980er-Jahre als „Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais“ › Ursprünglicher Auftrag: Präsentation regionaler und lokaler Kunst 1997 Von der Galerie zum Museum Umzug in den Hallenbau › Der Umzug in den Hallenbau (Lichthof 10) bedeutete deutlich erweiterte Ausstellungsflächen › Möglichkeit für dauerhafte Präsentationen & große Sonderausstellungen › Nachbarschaft zu ZKM und HfG stärkt Position in der Museumslandschaft 1997 Von der Galerie zum Museum Die Sammlung Garnatz › Dauerleihgabe Sammlung Garnatz: eine der wichtigsten Privatsammlungen deutscher Kunst nach 1960 › Schlüsselmoment der Entwicklung zu einem Museum mit über die Gründungsidee hinausgehendem Anspruch seit 2021 › Heute: fast 45 Jahre SGK, über 20.000 Werke › Schwerpunkte: deutsche Malerei & Fotografie sowie internationale Kunst seit 1960 › Aufgaben nach ICOM-Museum: Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln, Ausstellen › „Galerie“ historisch → Begriff veraltet, irreführend › Neuer Name spiegelt Realität & internationales Verständnis wider Das Kunstmuseum der Stadt Karlsruhe Warum Kunstmuseum? › Kein Imageprojekt, sondern logische Konsequenz der Entwicklung › Kunstmuseum steht für Sammlung, Forschung und Vermittlung › Klare Marke – internationale Verständlichkeit und bessere Förderfähigkeit › Verankert kommunales Museum gleichberechtigt neben staatlichen Institutionen Kunstmuseum Karlsruhe Ergänzung & Abgrenzung Badisches Landesmuseum Jedes Haus trägt mit seinem eigenen Profil zur Stärke Karlsruhes als Museumsstadt bei. Staatliche Kunsthalle KarlsruheBadischer Kunstverein ZKM Zentrum für Kunst und Medien Städtische Galerie Karlsruhe Traditionslinie & Beispiele › Zahlreiche kommunale Museen Städte haben diesen Schritt bereits vollzogen, um das gewachsene Profil ihrer Museen sichtbar zu machen: › Klare Museumsbezeichnung stärkt Profil und Kooperationen › Besucher und Förderer erkennen und verstehen die Unterscheidung › Vertrauen in die Mündigkeit des Publikums Weitere Beispiele: › 1992: Kunstmuseum Bonn › 2005: Kunstmuseum Stuttgart › Kunstmuseum Ravensburg, › Kunstmuseum Heidenheim, › Kunstmuseum Albstadt, etc. › Auch international: › Kunstmuseum Den Haag (NL), › Kunstmuseum Appenzell (CH). Haus der Geschichte Museum Koenig Bonn Kunstmuseum Bonn Bundeskunsthalle Finanzielle & strategische Verantwortung › Gesamtmaßnahmen steuerbar: zw. 18.000 und max. 40.000 € › Umsetzung vollständig aus internen Mitteln der SGK › Mehreinnahmen durch Lotto-Museumspreis › Einmalige Investition in Sichtbarkeit und Zukunftsfähigkeit – aus eigener Kraft Finanzielle & strategische Maßnahmen Kosten gesamt Grafische Leistungen Druckkosten Beschilderung/Beschriftung Imageflyer Online Kampagne zur Umbenennung (Plakate in Karlsruhe und Region – Gestaltung, Druck, Buchung) Anzeigen national Gesamtkosten 5.000 € 13.000 € 0 € 20.000 € 38.000 € 3.000 € 10.000 € 5.000 € 18.000 €30.000 € 5.000 € 10.000 € 5.000 € 20.000 € Kosten 2026Kosten 2027/28 zusätzliche Einnahmen durch Lotto Museumspreis Mittelplanung zur Umbenennung in Kunstmuseum Karlsruhe: Mehrwert für Stadt & Öffentlichkeit › Klare, einprägsame Kommunikation statt Verwechslung › Förderfähigkeit: bessere Chancen auf Drittmittel & Kooperationen › Stärkere Profilierung im Tourismus und Stadtmarketing › Sichtbares Selbstbewusstsein kommunaler Kultur Fazit: Was die Umbenennung bewirkt › Inhaltlich fundiert, finanziell verantwortbar, kulturpolitisch folgerichtig › Keine Konkurrenz – sondern Ergänzung und Balance › Stärkung der gesamten Karlsruher Museumslandschaft › Ab 2026 sind Staatliche Kunsthalle und Badisches Landesmuseum wegen Sanierungen längerfristig geschlossen. › Das Kunstmuseum Karlsruhe übernimmt in dieser Zeit eine Schlüsselrolle, um das kulturelle Angebot der Stadt sichtbar zu halten und das Publikum weiterhin für Kunst zu begeistern. › Zustimmung für ein klares, modernes und zukunftsfähiges Kunstmuseum Karlsruhe Herzlichen Dank! Bildnachweis Folie 1,4,5,9,10,13,15: Foto, Anne-Sophie Stolz Folie 2: Foto, Bruno Kelzer Folie 6: Foto, Dirk Altenkirch Folie 7: Foto, ONUK Folie 8: Sigmar Polke, Himmelsbilder, um 2006, Installationsansicht „Update! Die Sammlung neu sichten – Szenenwechsel 2“, 2024, Stiftung Fotografische Werke Sigmar Polke aus der Sammlung Garnatz, © The Estate of Sigmar Polke, Cologne / VG Bild-Kunst, Bonn 2025), Foto, bild_raum Stephan Baumann Folie 11 (von links nach rechts): Ausstellungsansicht „Fellow Travellers“, Zheng Guogu, © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto, Felix Grünschloß; Installationsansicht „Update! Die Sammlung neu sichten – Szenenwechsel 2“, 2024 Foto, bild_raum Stephan Baumann; Badisches Landesmuseum https://www.museumspass.com/de/museen/badisches-landesmuseum; Impressionen der Ausstellung „KunsthalleKarlsruhe@ZKM“ 2025, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Ausstellungsansicht „Lenora de Barros: To See Aloud“, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 2025, Foto, Felix Gruenschloss Folie 13: „Free Solo“, Performance zur Ausstellung „Özlem Günyol & Mustafa Kunt: Ratatataa“, 2025, Foto: Anne-Sophie Stolz Folie 16: Ausstellungsansicht „Ulla von Brandenburg, It Has A Golden Sun And An Elderly Grey Moon“, 2023, Foto, ARTIS-Uli Deck Folie 17: ARTtoNight, Städtische Galerie Karlsruhe 2024, Foto, Fabian Althoff

  • Abstimmungsergebnis TOP 3
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  • Protokoll GR 25.11.2025 TOP 3
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    Niederschrift 17. Plenarsitzung des Gemeinderates 25. November 2025, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 3 der Tagesordnung: Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in Kunstmu- seum Karlsruhe Vorlage: 2025/0068 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Kulturausschuss die Umbenennung der Städtischen Galerie Karlsruhe in „Kunstmuseum Karlsruhe“. Abstimmungsergebnis: Mehrheitliche Zustimmung (27 Ja, 13 Nein) Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 3 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Kulturausschuss am 4. November 2025. Stadträtin Dr. Heynen (GRÜNE): Vielen Dank für die Vorlage, vor allen Dingen die Initiative, die dahinter steckt und die Anpassung des Namens der Städtischen Galerie an das Kunst- museum Karlsruhe. Aus unserer Sicht kommt mit der Namensänderung deutlicher zum Ausdruck, dass es sich hierbei um ein vielfältiges Angebot handelt, tatsächlich um ein Mu- seum mit einer Sammlung, Forschung, Ausstellung und Kulturvermittlung und dass dies eingebettet ist in die vielfältige Kulturlandschaft Karlsruhes, die im Moment ein bisschen leidet, weil einzelne Museen und auch die Kunsthalle unter Einschränkungen leiden. Wir haben vielfältige Diskussionen geführt, auch im Kulturausschuss und auch bilaterale Gespräche und können die Sorgen in gewisser Weise nachvollziehen und in gewisser Weise auch nicht. Aus unserer Sicht kommt mit dieser Namensänderung gut zum Ausdruck, dass es sich um ein Museum handelt, dass es anschlussfähig ist zu anderen Kunstmuseen wie in Stuttgart und sind auch überzeugt, dass die Sorge, die geäußert wurde, sich in gewisser Weise auch in Wohlgefallen auflösen wird, weil wir davon ausgehen, dass die Menschen sehr wohl verstehen, ob sie jetzt in die staatliche Kunsthalle zum Beispiel oder dann ins Kunstmuseum gehen. Und wir wünschen allen Museen interessierte und angeregte Besu- cher und Besucherinnen. – 2 – Stadträtin Dr. Dogan (CDU): Never change a running Slogan. Der neue Slogan ist SGK, das Kunstmuseum der Stadt Karlsruhe. SGK ist für uns als CDU-Fraktion der entscheidende Part in diesem Slogan, der nämlich die klare Profilierung ausdrückt. Dahingehend, es ist die Städtische Galerie Karlsruhe. Aus diesem SGK wird deutlich zum einen die Trägerschaft, auf die legen wir als Fraktion besonderen Wert, dass die auch im Namen erkennbar ist. Und da wollen wir uns auch ganz bewusst als eine städtische Einrichtung unterscheiden von der Staatlichen Kunsthalle, in deren Namen ebenfalls die Trägerschaft erkennbar wird, und vom Badischen Kunstverein e.V., dessen Trägerschaft auch kenntlich wird. Bei einer Verallgemeinerung allein auf den Namen Kunstmuseum Karlsruhe sehen wir, dass es hier verschwimmt und schwammig wird in der Begrifflichkeit, aber auch hinter der Träger- schaft, die hinter dieser wirklich besonderen Einrichtung steht. Wir schätzen durchaus und wissen auch, mit welchem Herzblut das Team der SGK die Galerie gerade auch in jüngster Zeit zum Erfolg geführt hat. Diese exponierte Bedeutung wollen wir mit der Kenntlichma- chung „Städtische Galerie Karlsruhe“ auch weiterhin in der Zukunft gerne sehen. Allein die Tatsache, dass der Lotto-Museumspreis gewonnen wurde, zeigt, dass die Städti- sche Galerie auch in dieser Bezeichnung durchaus ihr Renommee hat und es auch verteidi- gen kann, sich durchsetzen kann gegen andere hervorragende Museen im Land im Ran- king. Und wir sehen auch, dass die National Gallery, die Galerie Belvedere in Wien gerade mit dieser Bezeichnung sich auszeichnend hervorheben. Wir sehen dies als eine sehr ein- deutige Profilierung und wollen nicht dieses Schwammige, alle heißen irgendwie ähnlich. Hinzu kommt letztlich, dass jetzt gerade die Staatliche Kunsthalle aufgrund der Umbau- maßnahmen nicht mehr sehr wahrnehmbar ist, im Hallengebäude des ZKM ist die Städti- sche Galerie quasi auch unter einem Dach. Da meinen wir, besteht auch die Besorgnis, dass die Namen irgendwie miteinander konkurrieren. Dies wollen wir nicht. Wir sehen jede der Einrichtungen als unverwechselbar und einzigartig für Karlsruhe. Denn welche Stadt in der Bundesrepublik oder in Europa hat das großartige Portfolio, drei hervorragende Einrichtungen zu haben, die sich im Bereich Kunst über die Grenzen ihrer Stadt hinaus mit Ausstrahlung kennzeichnen, eben mit der Staatlichen Kunsthalle, mit dem Badischen Kunstverein, beide seit über 200 Jahren, auch Kinder der Stadt Karlsruhe, hier gegründet, hier weiterentwickelt und immer noch im Bestand und die Städtische Galerie eben als unser städtisches Kind. Und deswegen werden wir leider diese Vorlage auch ab- lehnen müssen, weil wir diese exponierte Hervorhebung als städtische Einrichtung gerne auch in Zukunft behalten würden. Stadträtin Ernemann (SPD): Zuallererst einmal Frau Kollegin Dogan, es gibt noch viele an- dere Städte, die so ein breites Kultur- und Kunstmuseumsportfolio haben. Das ist jetzt kein Alleinstellungsmerkmal in Karlsruhe, dass es aus Ihrer Sicht gilt, zu bewahren. Natürlich gilt es, das zu bewahren. Bevor ich jetzt in meinen Redebeitrag einsteige, wollte ich der jetzt noch Städtischen Gale- rie - etwas später dann Kunstmuseum Karlsruhe - zur Auszeichnung mit dem Lotto-Haupt- preis gratulieren. Das ist doch auch ein Beweis dafür, dass die Städtische Galerie, in Zu- kunft Kunstmuseum, mit der Zeit geht und eine Entwicklung durchgemacht hat. Im Übri- gen muss man sich einmal anschauen, der Ursprung der Städtischen Galerie war eigentlich, und das wusste ich bis vor ein paar Tagen auch nicht, Kunstwerke in öffentliche Gebäude und Amtsstuben zu verleihen. Ich spreche aber nicht von vor zehn Jahren, sondern von vor 100 Jahren. Also von dieser Entwicklung, von diesem Ursprung hat die Städtische Galerie – 3 – eine enorme Entwicklung vollzogen. Sie ist mittlerweile in Forschung im Ausstellungsbe- reich. Sie stellt nationale, internationale Kunst aus und hat auch dank der neuen Leitung eine enorme Entwicklung vollzogen, die zeitgemäß ist. Und der Begriff Städtische Galerie, ich muss ehrlich sagen, es ist mir auch durch die Diskus- sion im Kulturausschuss bewusst geworden, unter Galerie, wenn ich in eine Stadt komme und lese Galerie, dann stelle ich mir zuallererst einmal was Kommerzielles, kommerzielle Räumlichkeiten vor. Und ich bin in vielen Städten, und Galerie ist etwas, da kann ich Kunst kaufen. Insofern ist es schon zeitgemäß, dass ich jetzt von dem Begriff Galerie wegkomme und den Begriff Kunstmuseum wähle. Auch die Bedenken, die geäußert wurden, dass man das nicht unterscheiden könnte zwischen Staatlicher Kunsthalle und Badisches Landesmu- seum, da muss ich sagen, die grenzen sich alle programmatisch ab. Und wenn jemand in ein Museum will und in eine Ausstellung will - ich war vor ein paar Wochen gezielt, be- wusst in Baden-Baden zur Impressionisten-Ausstellung -, dann weiß ich, in welche Institu- tion ich gehe, und dann verlaufe ich mich nicht auch zufällig in diese Einrichtung. Diese drei Institutionen, die ich eben genannt habe, befinden sich in keinster Weise in Konkur- renz, sondern ich denke, es ist ein gutes Zusammenspiel. Erwähnen muss ich auch noch die Kosten für 40.000 Euro, also wirklich im finanziell niedri- gen Bereich wird die Städtische Galerie diese Umbenennung bzw. das Layout und alles, was dann letztlich erforderlich ist, zur Gestaltung und für die Werbemaßnahmen aus ihrem eigenen Budget stemmen. Diese Bedenken – sie sind in der Kunstkommission auch ange- sprochen worden, im Kulturausschuss - sind nicht berechtigt. Wir stimmen dem Vorschlag zu und freuen uns schon auf das Kunstmuseum Karlsruhe und auf eine gute Zukunft. Stadtrat Schnell (AfD): Im Kulturausschuss hatte ich gesagt, dass noch nicht in der Fraktion darüber gesprochen wurde, habe aber eine mögliche Zustimmung signalisiert. Wir sind je- doch nach Diskussionen zur Auffassung gekommen, dass der bisherige Name Städtische Galerie Karlsruhe beibehalten werden sollte. Auch wenn im Kontext einer Umbenennung die entstehenden Kosten intern von der Galerie getragen würden, sind wir doch der An- sicht, dass dieses Geld anderweitig zum Ankauf von Gemälden besser investiert würde. Frau Ernemann, wenn Sie sagen, wenn der mündige Bürger weiß, wo er hingeht und nicht ins falsche Museum geht, dann braucht man das Ding auch nicht umzubenennen, weil wenn er es weiß, dann weiß er es nun einmal. Stadtrat Böringer (FDP/FW): Wenn sich Realitäten verändern, sollte man nicht in Strukturen verharren, die nicht mehr zeitgemäß sind, sondern die Weiterentwicklung anerkennen und den Blick auch auf die Zukunft richten. Das betrifft die museale Realität der Städtischen Galerie und auch ihre institutionelle Weiterentwicklung. Die Städtische Galerie erfüllt alle Aufgaben eines Museums. Mit über 20.000 Werken und der renommierten Sammlung Garnatz besitzt die Städtische Galerie ein gewachsenes Profil. Die Umbenennung in Kunst- museum Karlsruhe ist daher folgerichtig. Die folgt im Übrigen einer kulturpolitischen Linie auch in anderen Städten, nicht nur Stuttgart, das wurde schon erwähnt, und auch Bonn. Wie sehr die herausragende Arbeit des Museums, an seiner Spitze Frau Patruno, geschätzt wird, hat sich, und das wurde schon erwähnt, in der Verleihung des Hauptpreises des Lotto-Museumspreises gezeigt. Dabei wurde explizit betont, dass das Museum neue Räume zu aktuellen Themen eröffnet, Kultur für jeden zugänglich macht und nach neuen – 4 – Perspektiven auf die Welt fragt, analog wie digital, lokal verwurzelt und international ver- netzt. Dies sollte sich auch in der Umbenennung niederschlagen. Es ist auch ein Mehrwert für die Kulturstadt Karlsruhe. Stadtrat Haug (KAL): Man könnte sich fragen, haben wir derzeit keine drängenderen Prob- leme, aber die Umbenennung der Städtischen Galerie im Kunstmuseum Karlsruhe lässt sich aufgrund der Weiterentwicklung der Städtischen Galerie in den letzten Jahren nachvollzie- hen. Die Städtische Galerie hat sich in den vergangenen Jahren von einem Ausstellungsort, die vor allem für regionale Kunst bietet, zu einem Museum für moderne und zeitgenössi- sche Kunst entwickelt. Aufgrund der Sammlung, der Ausstellungsfläche und der wissen- schaftlichen Arbeiten erfüllt sie alle Aufgaben eines Museums. Die Neubenennung ist ein aus strategischer Sicht wichtiger Schritt zur Betonung der künftigen Bedeutung Kunstmu- seum Karlsruhe als zeitgemäße Kulturinstitution. Gerade vor dem Hintergrund der aktuel- len Karlsruher Situation mit einem auf Jahre geschlossenen Landesmuseum und der sanie- rungsbedingten Verlagerung der Kunsthalle wird der neue Name Kunstmuseum Karlsruhe den Kulturstandort Karlsruhe stärken, möglicherweise zu einer eigenen Marke im Bereich moderne und zeitgenössische Kunst machen. Vielleicht ist gerade jetzt eine Zeit dafür. Der Vorsitzende: Vielen Dank, damit kommen wir zur Abstimmung, und ich darf Sie um Ihr Votum bitten ab jetzt. – Das ist eine mehrheitliche Zustimmung. Ich darf auch noch Frau Patruno gratulieren, denke ich, in unser aller Namen zu dieser tol- len Auszeichnung und auch noch Ihre Beharrlichkeit hier ausdrücklich würdigen. Sie waren, glaube ich, dreimal bei mir, bis ich überzeugt war, dass diese Umbenennung sein muss und dass Sie gute Gründe dafür haben. Und jetzt hat sich der Gemeinderat dieser Meinung auch mehrheitlich angeschlossen. Das ist, glaube ich, auch sehr stark Ihr persönlicher Er- folg. Vielen Dank. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 10. Dezember 2025