Strategische Innenentwicklung von Gewerbeflächen - nachhaltig und innovativ

Vorlage: 2024/1379
Art: Informationsvorlage
Datum: 03.12.2024
Letzte Änderung: 31.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen, Grünwinkel

Beratungen

  • Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.01.2025

    TOP: 3

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

  • Planungsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.03.2025

    TOP: 4

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/1379 Verantwortlich: Dez. 4/ Dez. 6 Dienststelle: Wifö/StPlA Strategische Innenentwicklung von Gewerbeflächen - nachhaltig und innovativ Sachstand Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Grötzingen 22.01.2025 Ö Kenntnisnahme Planungsausschuss 20.03.2025 4 Ö Kenntnisnahme Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft 07.05.2025 2 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Ortschaftsrat Grötzingen sowie die Ausschüsse nehmen den Überblick und den aktuellen Sach- stand zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Wirtschaft und Wissen- schaftsstadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen IQ-Leitprojekt „Innenentwicklung und Flächen“ Nach Abschluss des Projektes REGEKO im Gewerbegebiet Grünwinkel, dessen Ziel unter anderem die Aktivierung der Unternehmerinnen und Unternehmer und der Eigentümerinnen und Eigentümer durch Beteiligung und Information war, steht die Revitalisierung von Gewerbegebieten weiterhin im Fokus. Das ämterübergreifende Arbeitsteam Strategische Innenentwicklung von Gewerbeflächen - nachhaltig und innovativ (StrIGeni, bestehend aus Wifö, StPlA, UA) verfolgt seit seiner Gründung konsequent den Weg, den zukünftigen Gewerbeflächenbedarf durch innovative Lösungen zu decken. Es wurden zu sämtlichen Gewerbegebieten in Karlsruhe Steckbriefe erstellt, um die Flächenpotentiale zu ermitteln; durch eine Luftbildanalyse konnten unbebaute oder untergenutzte Flächen und Parkplätze innerhalb der Gewerbegebiete identifiziert werden. Gespräche mit Unternehmen vor Ort Einer der Schwerpunkte des Projekts lag 2024 auf dem Gewerbegebiet „An der Roßweid/Greschbach- straße“. Nach Ermittlung der Eigentumsverhältnisse wurden zunächst die relevanten Schlüsselakteure kontaktiert. In insgesamt 37 persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Unternehmen konnten wert- volle Impulse gesetzt werden. Im Zuge dieser Initiative wurden sowohl bestehende Probleme identifiziert als auch Ideen und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Gewerbegebiets aus Sicht der Unternehmen gesammelt. Zudem wurde das Bewusstsein für die Möglichkeit der Nutzung vorhandener Potentiale geschärft. Wichtige Denkanstöße in Richtung Weiterentwicklung der Flächen und zur grundsätzlichen Verbesserung im Gebiet konnten platziert werden. Potenzialkarte als Arbeitsgrundlage Die von den Unternehmen angesprochenen Herausforderungen und Ideen wurden mit den städtischen Zielvorstellungen verknüpft und in einer Potenzialkarte grafisch aufbereitet. Diese hebt unter anderem die erheblichen Möglichkeiten durch Aufstockung und Stapelung von Gewerbeflächen hervor. Beispiels- weise könnten durch Aufstockung von Hallen, ohne Änderungen bestehender Bebauungspläne, erheb- liche Potentiale aktiviert werden. Ebenso zentral sind Themen wie Entsiegelung, die Folgen des Lkw-Parkens wie Müll im Wald, Stellplatz- bedarf der Unternehmen, insbesondere im Zuge von Nachverdichtungsmaßnahmen, die Versorgung durch Kantinen, Energie- und Klimafragen sowie die Nutzung städtischer Grundstücke am Eingang des Gebiets. Gerade diese Flächen bieten großes Potenzial, den Eingang zum Gebiet neu zu definieren und nachhaltige sowie innovative Gewerbeflächen in gestapelter Form zu schaffen. Diese Gebäude könnten nicht nur als Vorbild für die ansässigen Gewerbetreibenden dienen, sondern auch Impulse für eine zu- kunftsweisende Gewerbegebietsentwicklung setzen. Veranstaltungen vor Ort Ende Februar 2024 fand eine gut besuchte Auftaktveranstaltung statt, bei der zentrale Themen wie nachhaltige Energieversorgung, Klimaanpassung, Stapelung, Bauen, Fachkräftesicherung und Mobilität diskutiert wurden. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum, um zusätzliche Anregungen der Unterneh- men für den weiteren Prozess aufzunehmen. Es folgte ein thematischer Spaziergang durch das Quartier mit dem Schwerpunkt „Stapeln und Bauen“ sowie ein Workshop zu „Energie und Klimaanpassung“. Anfang November wurden die Ergebnisse der vorangegangenen Veranstaltungen in einer „Wrap-up- Veranstaltung“ zusammengefasst. Dabei wurden die Aktivitäten des Teams transparent dargelegt, der aktuelle Stand des Prozesses erläutert und neue Aufgabenstellungen identifiziert. Netzwerk aus Unternehmen Aus dem Prozess und den Veranstaltungen hat sich erfolgreich ein Team aus Vertretungen von vier großen Unternehmen im Gebiet gebildet. Diese Netzwerkkoordinator*innen übernehmen künftig die Organisation des Austauschs sowie regelmäßiger Treffen. Das StrIGeni-Team wird weiterhin engen – 3 – Kontakt zu den Gewerbetreibenden vor Ort halten, an zukünftigen Veranstaltungen teilnehmen und nach Bedarf unterstützen. Es wird darüber hinaus fester, verlässlicher Ansprechpartner bleiben und als Katalysator in die Verwaltung fungieren. Ein wichtiges Ziel wurde damit erreicht: Unternehmen, die zuvor keinen Kontakt zueinander hatten, sind ins Gespräch gekommen, unterstützen sich gegenseitig und können so wertvolle Synergien heben und die Entwicklung des Gewerbegebiets aktiv mitgestalten. Sie werden in Eigeninitiative das Netzwerk wei- terbetreiben. Weiteres Vorgehen Aus den Gesprächen und der Erstellung der Potenzialkarte haben sich verschiedene Aufgabenfelder ergeben, an denen das StrIGeni-Team auch künftig kontinuierlich arbeiten wird. Die Herausforderungen durch das Lkw-Parken sind nach wie vor vorhanden, die Energieversorgung bleibt ein zentrales Thema, und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist für die Unternehmen sowie deren Fachkräfte und Auszubildenden von großer Bedeutung. Die Nutzung der Abwärme zweier in direkter Nachbarschaft befindlicher Rechenzentren wird aktuell durch eine Machbarkeitsstudie betrachtet und das Vorhaben auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Auch der Wunsch nach einer warmen Mittagessensverpflegung, die in nahezu jedem Gespräch geäußert wurde, ist noch weiter zu verfolgen. Hier werden Möglichkeiten über die Gebietsgrenzen hinaus eruiert, um die Unternehmen dabei zu unterstützen, sich zukunftsfähig aufzustellen – sowohl im Hinblick auf die Gewinnung neuer Mitarbeitenden als auch auf die langfristige Bindung bestehender Beschäftigter. Besonders wichtig ist die Entwicklung der städtischen Grundstücke in der Greschbachstraße 1 und 3c. Aktuell befindet sich die Verwaltung hier in Gesprächen mit weiteren benachbarten Eigentümer*innen. Eine zukünftige Aufgabe wird darin bestehen, den neuen Gebietseingang attraktiv zu gestalten. All diese Aufgaben sind als Daueraufgaben zu verstehen, die eine fortwährende Begleitung und ge- meinsame Weiterentwicklung erfordern. Das StrIGeni-Team sieht es als essentiell an, in engem Dialog zu bleiben und in diesen Bereichen kontinuierlich weiterzuarbeiten, um nachhaltige und zukunftsorien- tierte Lösungen zu schaffen. Weitere Aufgaben und Gebiete Das Gewerbegebiet Grünwinkel wird vom Team-StrIGeni weiterhin begleitet. Nach der Überführung in ein Sanierungsgebiet konnte mit der Planungswerkstatt „WestBahnHUB“ um den Westbahnhof ein großer Schritt zur Aufwertung des Gewerbequartiers weiter vorangetrieben werden. Die Ergebnisse hierzu werden im Februar ihren Abschluss finden (Vorlage 2024/1391 Sanierungsgebiet Grünwinkel - Ergebnisse der Planungswerkstatt WestBahnHUB). In einem nächsten Schritt wird unter Berücksichtigung der städtischen Flächen- und Entwicklungspo- tenziale und des Energieleitplanes eine Priorisierung erarbeitet und ein neues Untersuchungsgebiet de- finiert. ANLAGE 01: Dokumentation Strategische Innenentwicklung von Gewerbeflächen – nachhaltig und innovativ – 11. November 2024

  • Anlage_StrIGeni-Sachstand
    Extrahierter Text

    Anlage Dokumentation Strategische Innenentwicklung von Gewerbeflächen - nachhaltig und innovativ – 11. November 2024 Stellplätze  Es gibt Möglichkeiten im Umgang mit der Pflicht-Herstellung neuer Stellplätze bei Aufstockung. Ein Punkte-System hilft bei der ersten Einschätzung der zur Anzahl der herzustellenden Stellplätze  Eine Reduzierung der Stellplätze ist möglich durch: o Reduzierung aufgrund der Punkte-Tabelle (Unternehmen im Süden des Gebiets profitieren von der Nähe zur Haltestelle „Storrenacker Nord“ mit zwei Buslinien und müssen daher nur 80% der geforderten Stellplätze herstellen. o ¼ der Stellplätze können nach §37, mit dem Schlüssel 1 zu 4 durch Fahrradstellplätze ersetzt werden. o Die Ablöse von Stellplätzen kosten 13.000€ o Mittels einer Baulast wäre auch die Herstellung benötigter Stellplätze auf einem anderen Grundstück möglich.  Im Austausch hat sich gezeigt, dass oftmals mehr Stellplätze als die angeforderten benötigt werden. Die Reduzierung der Pflicht daher nicht immer eine Rolle spielt. ÖPNV-Anbindung hier ist Veränderung erwünscht  ist durchaus auch bei der Rekrutierung von Fachkräften und Auszubildenden ein Thema und derzeit ein Minuspunkt  Umfrage zum Mobilitätsverhalten (ÖPNV, Rad) wäre durchführen und Wünschen von Unternehmen aufnehmen und differenzierten Bedarf erfassen  v. a. die Taktung zu bestimmten Zeiten (auch mittags) ist wichtig – eine bedarfsorientierte Ausrichtung ist relevant  der Ortschaftsrat Grötzingen ist gern bereit, Anliegen auch durch politische Beschlüsse oder Anfragen (auch zu anderen Themen) zu unterstützen, gerade am Mobilitätsthema wird derzeit gearbeitet (z. B. Stationen von Nextbike oder E-Rollern) Anlage Radwege  Ausschilderung und Beleuchtung im Gewerbegebiet ist sehr schlecht  Vorschlag: Eine Gehwegseite als geteilten Fuß-/Radweg ausweisen, um Durchgängigkeit zu vereinfachen LKW-Parken  Parkplatz wird in einer App/auf einer Internetseite für LKW-Fahrende als ein Standort zum Parken angegeben, dies kommt von Seiten der LKW-Fahrenden, die Stadt hat diese Parkplätze nicht beworben  Toilettenlösung: ein „schönes“ Toilettenhäuschen stellt keine gute Lösung dar, Aufwand für Pflege und Wartung sollte so gering wie möglich sein (auch wegen befürchtetem Vandalismus). Eine Testphase mit einer einfachen Miettoilette (z.B. DIXI- § ToiToi) ist denkbar. Eine gemeinsame Anstrengung von Stadt und Gewerbetreibenden aus dem Gebiet ist hier vorstellbar  Flächen in städtischer Hand  Werden auch Flächen für Start-ups bereitgestellt? Ja, aber Schwerpunkte derzeit in anderen Gewerbegebieten  die Wertschöpfung der Flächen muss im Blick behalten werden (Stadt vergibt Grundstücke nach festgelegten Vergabekriterien/Gewerbesteuer + Mitarbeitendenzahl bezogen auf die Fläche sind wichtig) Kantine  die eine Kantinenlösung innerhalb des Gebietes wird es nicht geben, der Bedarf ist aber da laut Ergebnissen der seitens StrIGeni durchgeführten Umfrage  Aktuell schaffen Unternehmen für ihre Mitarbeitenden eine Grundinfrastruktur (Beispiel Peter Gross Bau (Küche mit Mikrowellen, Kühlschränken usw. ausgestattet)  Unternehmen wie Cateroo aus Weingarten können ggf. Alternative zu einer Kantine sein  Eventuell zukünftig Möglichkeit bei Fa. Bosch als Gäste zu partizipieren  Prüfung der Machbarkeit läuft, Sicherheits- und Zugangsaspekte müssen noch geklärt werden. Nahwärmenetz  Für das Gewerbegebiet wird von Seiten der Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sobald hierzu erste Ergebnisse oder Teilergebnisse vorliegen, wird das Netzwerk informieret.  Bei einigen Unternehmen im Gebiet besteht großes Interesse an einer Nahwärmelösung.  EnBW und TelemaxX haben als Betreiber von Rechenzentren an diesem Standort gesetzliche Auflagen (ab Sommer 2026), Abwärmeabnehmer zu finden. Sie sind an einer zeitnahen Lösung interessiert.  Der derzeit angepeilter Zeithorizont durch Verzögerung der Ausschreibung ist für die involvierten Unternehmen nicht optimal, weil es Planungssicherheit braucht – Investitionen müssen mindestens mittelfristig geplant werden.  Aussagen über die konkrete Ausgestaltung des Nahwärmenetzes in Bezug auf Temperaturniveau und Reichweite sowie über die Versorgungsicherheit, wenn einzelne Wärmequellen nicht mehr genutzt werden können, werden nach Vorliegen der ersten Ergebnisse getroffen werden können. Netzwerk  Das Team StrIGeni wird sich nicht mehr in der gleichen Intensität im Gewerbegebiet An der Roßweid/Greschbachstraße engagieren können, da die Arbeiten in einem nächsten Gebiet aufgenommen werden sollen o ein kompletter Rückzug ist jedoch keinesfalls vorgesehen, der Draht zum StrIGeni-Team bleibt weiterhin eng, die einzelnen Personen sind jederzeit ansprechbar – von den Netzwerkkoordinator*innen UND von jedem einzelnen Unternehmen im Gewerbegebiet Anlage  vier Unternehmen aus dem Gebiet übernehmen die Netzwerkarbeit (Firma Knirsch, Firma Peter Gross Bau, Firma Pfeiffer&May und Firma Pneuhage), diese finden sich in kleiner Runde zusammen und vereinbaren Austauschformate  in der großen Runde (alle Unternehmen im Gebiet angesprochen) sollte es 1-2 Treffen im Jahr geben, bei Bedarf zu einzelnen Themen oder wenn es konkrete Informationen und Neuigkeiten der Stadt gibt auch häufiger  gerne kommt das StrIGeni-Team, wenn notwendig, auch zu Treffen der "kleinen Runde" dazu und kann zu einzelnen Themen berichten bzw. gibt auch Infos in diesen Kreis, die dann ggf. über den Verteiler an alle weitergegeben werden  der bestehende (Mail-)Verteiler kann genutzt werden und wird vom StrIGeni-Team an das Koordinationsteam weitergegeben  Herr Martin Knirsch und Frau Lea Knirsch kümmern sich gerne mit um die Verwaltung und Aktualisierung des Verteilers  Peter Gross Bau (Herr Köstler) bringt gern Expertise im Bereich Bauen ein und kann auch kurzfristig Hilfestellung im Gebiet geben  Pfeiffer & May (Frau Kögele, Frau Kunz) haben v. a. das Thema Infrastruktur und Klimaanpassung/Energieeffizienz im Blick  Pneuhage (Herr Niepel) behält die strategische Perspektive (wie entwickelt sich das Gebiet nachhaltig und zukunftsfähig) im Blick Bild 1: Netzwerk (v. li: Herr Niepel, Frau Kögele, Frau Knirsch, Herr Köstler) Bild 2: Team-StrIGeni (v. li.: Herr Reiher-Leibrich, Frau Allinger, Frau Schruff, Frau Andresen)