Bürgerbefragung 2023 Sport und Bewegung - Auswertung

Vorlage: 2024/1166
Art: Informationsvorlage
Datum: 16.10.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Schul- und Sportamt
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Sportausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 12.11.2024

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/1166 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: Schul- und Sportamt Bürgerbefragung 2023 Sport und Bewegung - Auswertung Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Sportausschuss 12.11.2024 2 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Sportausschuss nimmt die Auswertungsergebnisse der Bürgerbefragung 2023 zu Sport und Bewegung sowie die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung zu den Kernsportstätten zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Das Amt für Stadtentwicklung führt jährlich unter der erwachsenen Bevölkerung eine groß angelegte Bürgerumfrage zu relevanten Themen der Stadtentwicklung durch. Im Fokus der Bürgerumfrage 2023 standen die Themen Sport und Bewegung. Aufgrund der hohen Relevanz des Themas – insbesondere auch für jüngere Altersgruppen – wurden neben der erwachsenen Bevölkerung auch Jugendliche ab 14 Jahren postalisch zur Teilnahme an der Online-Umfrage eingeladen. Zuletzt wurden die Themen Sport und Bewegung in der Bürgerumfrage 2013 adressiert. Die Ergebnisse der Bürgerumfrage wurden bereits im Gemeinderat am 14. Juni 2024 vorgestellt (vgl. Anlage 1 „Bürgerumfrage 2023 Sport und Bewegung – Ergebnisbericht“). An dieser Stelle sollen die aus Sicht der Sportentwicklungsplanung wichtigsten Aspekte dargestellt und interpretiert werden. Anschließend werden die Ergebnisse der Bestands-Bedarfs-Bilanzierung zu den Kernsportstätten vorgestellt, die das Schul- und Sportamt beim Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung Stuttgart GbR (IKPS) in Auftrag gegeben hat. Abschließend werden mögliche Handlungsempfehlungen aufgezeigt, die sich daraus ableiten lassen. Diese sind gleichzeitig als Impuls für eine vertiefende Diskussion zu sehen. Stichprobe und Methodik An der Befragung haben 7.050 Personen teilgenommen, davon 6.052 Erwachsene und 998 Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren. Die Ergebnisse sind repräsentativ. Da in der Bürgerumfrage 2013 in der Stichprobe auch Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren berücksichtigt wurden, ist ein Vergleich mit der aktuellen Umfrage bei den unter 18-jährigen nur bedingt möglich. Da der Organisationsgrad im Sportverein bei Kindern bekanntermaßen sehr hoch ist, ist dieses bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen. Sportangebot und Bewegungsverhalten Karlsruhe wird von Jugendlichen mehrheitlich als bewegungsfreundlich gesehen, wobei sie (67,8%) die Bewegungsfreundlichkeit etwas schlechter einschätzen als Erwachsene (70,4%). Die Infrastruktur für Bewegung und Sport wird von annähernd 90% der Bevölkerung als zufriedenstellend wahrgenommen, wobei das Urteil für die Gesamtstadt besser ausfällt, als für den eigenen Wohnstadtteil (82,1%). Unterschiede gibt es erwartungsgemäß zwischen den Stadtteilen, wobei die Zufriedenheit mit den Sportmöglichkeiten in den Stadtteilen Innenstadt, Nordstadt, Oberreut, Knielingen, Hohenwettersbach und Wolfartsweier schlechter (70% bis 79%) ausfällt. 84,7% der Erwachsenen und 87,5% der Jugendlichen bezeichnen sich als „sportlich aktiv“. Etwa die Hälfte der Erwachsenen gibt an, bewegungsaktive Erholung zu betreiben. Die andere Hälfte Freizeitsport. Lediglich 2,8% der Erwachsenen bezeichnen sich als Leistungssportler. Jugendliche bezeichnen sich häufiger als Freizeitsportler (63,8%) sowie Wettkampf- und Leistungssportler (16,3%). Bei den Erwachsenen gibt es vielfältige Motive wie Gesundheit, Entspannung, Erholung oder Fitness für die sportliche Aktivität. Bei den Jugendlichen vorwiegend Spaß und Freude an Sport und Spiel. Als häufigster Grund für sportliche Inaktivität wird „fehlende Zeit“ genannt. Sportorganisation Dreiviertel (77%) der Erwachsenen üben eine ihrer Top-Sportarten einmal wöchentlich und selbst organsiert aus. Dagegen üben 64% der Jugendlichen eine ihre Top-Sportarten im Sportverein aus. Dadurch wird deutlich, dass der Sportverein bei den Minderjährigen weiterhin eine dominante Rolle einnimmt. – 3 – Die Vereinsbindung der Erwachsenen liegt bei 31,4% und damit ca. 2% geringer als 2013. Bei den Jugendlichen beträgt die Vereinsbindung 62%. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der 10- bis 13- jährigen, die in der Befragung nicht berücksichtigt wurden, und unter Zuhilfenahme der Meldedaten des Badischen Sportbundes, beträgt die Vereinsbindung der Kinder und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) ca. 72% (Berechnung SuS). Dies bedeutet einen geringfügigen Rückgang von 1,3% im Vergleich zu 2013. Demgegenüber sind die absoluten Mitgliederzahlen in den Sportvereinen seit 2013 um 15% gestiegen. Allerdings hat sich auch die Anzahl der passiven und unregelmäßig aktiven Mitglieder im Sportverein seit 2013 mehr als verdoppelt. Sportarten Stark nachgefragt sind in allen Altersklassen Sportarten, die ohne großen Aufwand selbst und zeitlich flexibel organisiert werden können (z. B. Radfahren, Fitness/Kraftsport, Wandern, Spazierengehen, Joggen). Vor allen Dingen Kraft- und Fitnesssport wird heutzutage deutlich stärker nachgefragt als 2013. Ein Vergleich der Sportaktivtäten Kraft-/Fitnesssport, Yoga und Gymnastik, die 2013 zu der Sportaktivität „Fitness/Kraftsport/Gymnastik“ zusammengefasst waren, ergibt eine Steigerung von rund 14% gegenüber 2013. Dabei unterscheiden sich die sportlichen Aktivitäten jedoch erheblich nach dem Lebensalter der Karlsruherinnen und Karlsruher. So wird Radfahren schon im Jugendalter häufig betrieben (18,4%), um im Alter zwischen 45 bis unter 75 Jahren mit 43% die mit Abstand am häufigsten betriebene Sportart zu sein. Bei den über 74-Jährigen verliert Radfahren dagegen zugunsten anderer Aktivitäten wieder an Bedeutung. Auch bei Fitness/Kraftsport zeigt sich ein ähnlicher Verlauf. Hier wird der Höhepunkt (38,5%) allerdings schon im Alter von 18 bis unter 30 Jahren erreicht. Jogging/Laufen wiederum ist in der Altersklasse 30 bis unter 45 Jahren mit ca. 25% besonders beliebt. Erst mit zunehmendem Alter gewinnen die in der Breite beliebten Aktivitäten Wandern und Spazierengehen an Bedeutung und erreichen mit 65 bis unter 75 Jahren (Wandern) bzw. ab 75 Jahre und älter (Spazierengehen) erst ihren Höhepunkt. In den Sportvereinen dominieren weiterhin die „klassischen“ Spielsportarten, die vor allen Dingen von Kindern und Jugendlichen häufig als Wettkampfsport ausgeübt werden. Gleichzeitig ist der Wettkampfsport für viele erwachsene Vereinsmitglieder eher von geringer Bedeutung (67,4% „weniger wichtig“ und „gar nicht wichtig“). Vielmehr werden hier die Förderung von Kindern und Jugendlichen (91,6%), qualifizierte Betreuung (90,3%) und die günstigen Angebote (85,6%) als „sehr wichtig“ und „eher wichtig“ gesehen. Ehrenamt Rund ein Drittel der Erwachsenen und ¼ der Jugendlichen engagieren sich ehrenamtlich im Verein. Am häufigsten wird fehlende Zeit als Grund dafür angegeben, dass kein Ehrenamt im Verein übernommen wird. Am zweithäufigsten besteht kein Interesse dafür. – 4 – Sportstätten Orte der Sportausübung Die Ausübung von Sport im öffentlichen Raum gewinnt an Bedeutung. Dabei verliert die unmittelbare Versorgung im Wohnstadtteil an Bedeutung. Mehr als 50% der Befragten geben an, nicht im Wohnstadtteil, sondern in einem anderen Stadtteil oder außerhalb der Stadt Sport zu treiben. 2013 hat die überwiegende Mehrheit noch angegeben, im Wohnstadtteil ihren Sport zu treiben. Die quantitative Versorgung mit Sportstätten wird in der Bevölkerung als gut bis sehr gut angesehen. In einzelnen Stadtteilen fällt die Bewertung unterdurchschnittlich aus (z. B. Oberreut und Knielingen). Allerdings werden auch dort die Möglichkeiten für Sport und Bewegung überwiegend noch als gut bewertet. Bestands-Bedarfs-Bilanzierung Auf Grundlage der Bürgerbefragung hat das Schul- und Sportamt die Berechnung des Sportanlagenbedarfs für die Kernsportstätten Sportplätze, Hallen und Gymnastikräume sowie Tennisfelder beim Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung GbR (IKPS) in Auftrag gegeben. Im Rahmen einer Bestands-Bedarfs-Bilanzierung wurde die aktuelle Versorgungslage für die Gesamtbevölkerung und den Vereinssport ermittelt. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Gesamtstadt, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in den Stadtteilen die Versorgungslage unterscheidet. Die Ergebnisse der Bilanzierung sind in Anlageneinheiten (AE) angegeben. Der vollständige Bericht „Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024“ liegt als Anlage 2 bei. 1. Sportplätze Zu den Sportplätzen zählen die „Großspielfelder“, Kleinspielfelder und „Kampfbahnen“. Diese werden in der Bilanzierung zusammengefasst. Die Bilanzierungsergebnisse zeigen im Sommer für den Vereinsbedarf wie auch für den Gesamtbedarf deutliche Überkapazitäten bei den Sportplätzen. Im Winter kann der Bedarf dagegen gerade noch gedeckt werden. Hier besteht rechnerisch noch eine Reserve von 6,6 AE. Gegenüber 2013 (-8 AE) hat sich die Versorgungslage jedoch deutlich verbessert. Das liegt zum einen an einer geringeren Nachfrage nach Fußball und zum anderen am stetigen Zu- und Ausbau von Kunstrasenplätzen mit Flutlichtanlagen in den letzten 10 Jahren. Im Hinblick auf die zukünftige Versorgung prognostiziert das IKPS aufgrund des zu erwartenden Bevölkerungswachstums von ca. 28.000 Einwohner*innen bis 2035 (Amt für Stadtentwicklung) einen steigenden Bedarf. Im Winter wird sich die Versorgungssituation bei den Sportplätzen deshalb verschärfen. 2. Gymnastikräume Bei den Gymnastikräumen besteht in Karlsruhe eine deutliche quantitative Überversorgung (57 AE). Sowohl im Sommer, wie auch im Winter. Perspektivisch ist eine ausreichende Versorgung gewährleistet. 3. Einzelhallen und Mehrfachhallen Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung werden in unterschiedliche Typen klassifiziert. Neben Einzelhallen bis zu einer Größe von 15x27 Metern (bis 405 m²) gibt es auch große mehrteilige Hallen. Der Bedarf an Einzelhallen bzw. mehrteiligen Hallen orientiert sich an den sportfunktionalen Voraussetzungen jeder Sportart. Entsprechend können bestimmte Sportarten (Handball und Hockey) nur in mehrteiligen Hallen stattfinden, während andere Sportarten sowohl in Einfachhallen als auch in Mehrfachhallen durchgeführt werden können. – 5 – In Karlsruhe besteht bei den Einzelhallen im Winter ein Versorgungsdefizit von 34 AE. Im Vergleich zu 2013 hat sich das Versorgungsdefizit damit verringert. Dies ist unter anderem im Zusammenhang mit einer momentan geringeren Nachfrage nach Fußball zu sehen. Dagegen gibt es bei den Mehrfachhallen ein rechnerisches Überangebot von 9 AE. Hier wirkt sich der Zubau mehrerer Dreifachhallen (Lina-Radke-Halle und Schulzentrum Oberreut), sowie die dynamische Nachfrage nach Handball und Hockey positiv auf die Bilanzierung aus. 2013 gab es noch ein Versorgungsdefizit von 7 AE. Da Mehrfachhallen oftmals von mehreren Sportgruppen parallel genutzt werden können, hat das IKPS eine zusammenfassende Bilanzierung der Einzel- und Mehrfachhallen durchgeführt. Dabei wurden die Bedarfe für die Sportarten Handball und Hockey auf Einzelhallen umgerechnet. In der zusammenfassenden Bilanzierung zeigt sich in Karlsruhe eine nur noch geringfügige positive Bilanz von 8 AE. Dies deckt sich mit den Erfahrungen der Sportverwaltung, wonach die Kapazitäten in den meisten Hallen weitestgehend erschöpft sind. Bis 2035 geht das IKPS von einer Unterversorgung mit ballspieltauglichen Einzel- und Mehrfachhallen von ca. 5 AE aus. 4. Tennis Bei den Tennisfeldern gibt es im Sommer auf den Freiplätzen deutliche Überkapazitäten (156 AE). Bei den Tennishallen besteht im Winter eine Unterversorgung von -12 AE. Im Hinblick darauf, dass die Nachfrage nach Tennissport voraussichtlich leicht steigen wird, wird sich das Defizit bei den Tennishalle bis 2035 auf 16 AE erhöhen. Bei den Freiplätzen werden weiterhin deutliche Überkapazitäten bestehen. Fazit und Empfehlungen Seit 2013 hat sich die Präferenz für einzelne Sportarten verändert. Beispielsweise ist die Nachfrage bei den großen Ballsportspielen rückläufig, während der Kraft- und Fitnesssport stärker nachgefragt wird. Ob es sich hierbei lediglich um einen aktuellen Trend oder bleibende Veränderung handelt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Möglich ist, dass die Ballsportspiele von Jugendlichen auch wieder stärker nachgefragt werden, z.B. wegen des erfolgreichen Abschneidens deutscher Mannschaften bei Olympia (Basketball und Handball) oder der Fußball-EM. Darüber hinaus gibt es mit neuen Formaten (z. B. 3x3 Basketball) und Spielregeln seitens der Verbände Bemühungen, um diese Sportarten wieder attraktiver zu machen. Zugleich lässt sich feststellen, dass sich das Sportangebot weiter ausdifferenziert hat. Neue Sporttrends und -arten wie z.B. Calisthenics oder Padel-Tennis werden nachgefragt und verändern die Sportlandschaft. Eine maßgebliche Auswirkung auf die Ausübung von Sport und die Wahl der Sportart hat das Alter und die jeweilige individuelle Lebenssituation der Bürgerinnen und Bürger. Während Kinder und Jugendliche ein breiteres Spektrum an Sportarten aktiv betreiben und häufig wettkampforientiert sind, beschränkt sich das Gros der Erwachsenen auf die spontane Ausübung weniger prominenter Individual-Sportarten. Dies ist bei der Planung der öffentlichen Sportinfrastruktur zu berücksichtigen. Auf Grundlage der Bürgerbefragung 2023 und der anschließenden Bestands-Bedarfs-Bilanzierung der Kernsportstätten kann festgestellt werden, dass Karlsruhe allgemein eine gute Sportinfrastruktur aufweist. Die Bedarfe an Kernsportstätten sind gesamtstädtisch weitestgehend gedeckt. Ein Ausbau der Kernsportstätten ist derzeit nicht notwendig. Lokal können dennoch Versorgungsdefizite auftreten, die zu identifizieren und individuell zu lösen sind. – 6 – Vor diesem Hintergrund sollte es Ziel sein, die bestehende Sportinfrastruktur durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen zu erhalten. Dabei sollte der Fokus weniger auf der Quantität, statt auf der Qualität zukünftiger und bestehender Sportstätten liegen. Dort wo heute schon deutliche Überkapazitäten bestehen, sind die Möglichkeiten für Umnutzung (z. B. Tennisplatz zu Padelplatz oder Beachsportanlage) zu prüfen. In 2025 jährt sich der Sportentwicklungsplan 2015, der vor rund zehn Jahren für die Stadt Karlsruhe erstellt wurde. In Folge dessen wurden fünf sportpolitische Ziele für die Sportentwicklung definiert (vgl. Sportförderungsrichtlinien der Stadt Karlsruhe) und die Grundlagen für verschiedene infrastrukturelle und organisatorische Maßnahmen geschaffen, die in weiten Teilen umgesetzt oder angestoßen werden konnten. Die nun vorliegenden positiven Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bestands-Bedarfs-Bilanzierung spiegeln dies wider.

  • Anlage 1
    Extrahierter Text

    &BStadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Ergebnisbericht Sport und Bewegung Bürgerumfrage 2023 @ Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin Beiträge zur Stadtentwicklung | Heft Nr. 65 2 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Impressum Stadt Karlsruhe Stadt- und Regionalentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiter: Christoph Riedel Bereich: Stadtentwicklung Dr. Andrea Hammer Bearbeitung: Benedikt Dierßen Dr. Andrea Hammer Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1201 Fax: 0721 133-1209 E- Mail: stadtentwicklung@karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: Mai 2024 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. | Nr. 24-xxxx © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung | 3 Inhalt 1. Methodik und Zusammenfassung .......................................................................................................................... 5 Methodik ..........................................................................................................................................................................................................5 Zusammenfassung ............................................................................................................................................................................................7 Statistische Daten zu Sportflächen und Mitgliedschaften in Sportvereinen...........................................................................................................8 2. Sport- und Bewegungsverhalten der Karlsruherinnen und Karlsruher ................................................................. 10 Bewegungsaktive Freizeitgestaltung ................................................................................................................................................................10 Verbreitung sportlicher Aktivität ......................................................................................................................................................................11 Einordnung der sportlichen Aktivität ................................................................................................................................................................12 Beweggründe für sportliche Aktivität ...............................................................................................................................................................13 Gründe für die Nichtausübung sportlicher Aktivität ..........................................................................................................................................16 Verbreitung betriebener Sportarten ..................................................................................................................................................................17 3. Organisationsformen von Sport- und Bewegungsaktivtäten ............................................................................... 21 3.1 Verbreitung verschiedener Organisationsformen bei der Sportausübung .................................................................................... 21 3.2 Vereinssport ..................................................................................................................................................................................... 24 Mitgliedschaft im Sportverein ..........................................................................................................................................................................24 Gründe gegen eine Mitgliedschaft im Sportverein ............................................................................................................................................26 Ausrichtung des Angebots der Sportvereine .....................................................................................................................................................27 Häufigkeit des Sporttreibens im Verein ............................................................................................................................................................28 Im Sportverein betriebene Sportarten ...............................................................................................................................................................29 Ehrenamtliches Engagement im Sportverein .....................................................................................................................................................31 4. Infrastruktur für Sport und Bewegung in Karlsruhe ............................................................................................. 34 4.1 Allgemeine Zufriedenheit und Sicherheitsempfinden um Sportflächen ........................................................................................ 34 Sport- und Bewegungsfreundlichkeit der Stadt Karlsruhe .................................................................................................................................34 Zufriedenheit mit der Infrastruktur für Bewegung und Sport in Karlsruhe ..........................................................................................................35 Sicherheitsempfinden im Bereich von Freizeit- und Sportanlagen ......................................................................................................................37 4.2 Sport im Stadtteil und im Wohnumfeld .......................................................................................................................................... 42 Ortsbezug der Sportausübung .........................................................................................................................................................................42 Zufriedenheit mit den Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Stadtteil .......................................................................................................44 Möglichkeiten für unentgeltliche sportliche Aktivtäten im Wohnumfeld ............................................................................................................47 Eingeschätzte Versorgungslage mit Bewegungsräumen für Kinder im Wohnumfeld...........................................................................................51 5. Anhang Fragebogen für Personen unter 18 Jahren ...................................................................................................................................... 56 Fragebogen für Personen ab 18 Jahren .......................................................................................................................................... 67 4 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 5 1. Methodik und Zusammenfassung Zehn Jahre nach der zuletzt 2013 breit angelegten Bürgerumfrage zu den Themen Sport, Bewegung und Bäder standen die Themen Sport und Bewegung im Jahr 2023 wieder im Mittelpunkt der jährlich durchgeführten Bürgerumfrage, die neben der erwachsenen Bevölkerung auch Kinder und Jugendliche ab 14 Jahren adressierte. Die Fragebogeninhalte umfassten die Themenblöcke Bewegung und Sport allgemein, Infrastruktur für Bewegung und Sport in Karlsruhe, Vereinssport, Engagement und Beteiligung sowie soziodemografische Angaben zur Person und zum Haushalt. Der Fragebogen für Kinder und Jugendliche stellt dabei im Wesentlichen eine gekürzte Version des Fragebogens für Erwachsene dar, wobei in der Ansprache die Du-Form verwendet wird. Wie auch vor zehn Jahren werden die Erkenntnisse aus den detaillierten Ergebnissen zum Bewegungs- und Sportverhalten der Karlsruher Bevölkerung genutzt, um im Anschluss die kommunale Sportentwicklungsplanung fortzuschreiben. Methodik Nach den Sommerferien 2023 erhielten im September 17.000 zufällig aus dem Einwohnerregister ausgewählte Bürgerinnen und Bürger Karlsruhes im Alter von 18 bis unter 90 Jahren sowie 3.000 Kinder und Jugendliche ab 14 Jahren eine schriftliche Einladung zur Teilnahme an der Bürgerumfrage 2023. Die Minderjährigen wurden über ihre Erziehungsberechtigten angeschrieben. Insgesamt war die Teilnahme über fünf Wochen bis Mitte Oktober im Internet sowie per Papierfragebogen, der auf Nachfrage mitsamt vorfrankiertem Rücksendekuvert verschickt wurde, möglich. Da die Teilnahmebereitschaft erfahrungsgemäß in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren und bei Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit geringer ausfällt, wurde die Stichprobe nach Alter und Staatsangehörigkeit geschichtet. Die einzelnen Untergruppen wurden entsprechend gewichtet, um am Ende ein repräsentatives Bild der Karlsruher Bevölkerung zu erhalten. Den aus der Zufallsstichprobe ausgewählten Karlsruherinnen und Karlsruhern wurde ein individuelles Passwort im Anschreiben mitgeteilt, um Zugang zur Onlineumfrage zu erhalten. Ebenso wurden 6.910 erwachsene Panel-Adressaten per E-Mail zur Teilnahme an der Online-Umfrage eingeladen. Als Anreiz zur Teilnahme wurden unter allen am Gewinnspiel interessierten teilnehmenden Kindern und Jugendliche sowie unter den volljährigen Befragten jeweils 32 Tageskarten für das Europabad verlost. Im offiziellen Erhebungszeitraum vom 11. September 2023 bis zum 15. Oktober 2023 haben insgesamt 7.050 Befragte teilgenommen (Tabelle 1.1). Bei insgesamt 25.229 zur Umfrage eingeladenen Personen, ergibt sich eine Rücklaufquote von 27,9 %. Unter den zur Umfrage eingeladenen minderjährigen Karlsruherinnen und Karlsruhern lag die Beteiligungsquote mit 34,8 % bei über einem Drittel und damit erheblich höher als unter den Erwachsenen (24,3 %). © michaklootwijk – stock.adobe.com 6 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Erhebungszeitraum 11. September 2023 bis 15. Oktober 2023. Erhebungsmethode Befragung online, auf Anfrage schriftlich/postalisch. Grundgesamtheit Personen mit Hauptwohnsitz in Karlsruhe zwischen 18 bis unter 90 Jahren, ohne Bewohner*innen der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) sowie Bewohner*innen in Alten- und/oder Pflegeheimen. Sampling Disproportional geschichtete Zufallsstichprobe (Altersgruppe und Staatsangehörigkeit) von Personen zwischen 18 bis unter 90 Jahren mit Hauptwohnsitz in Karlsruhe (ohne Bewohner*innen der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) sowie im Panel erfasste Personen. Stichproben Erwachsene: 17.000 brutto, 15.786 bereinigt (1.214 Personen nicht erreichbar). Kinder und Jugendliche: 3.000 brutto, 2.867 bereinigt (133 Personen nicht erreichbar). Panel 6.910 brutto, 6.576 bereinigt (334 Personen nicht erreichbar). Rücklaufquote insgesamt Bezogen auf den effektiven Stichproben- und Panelumfang (25.229) ergeben sich folgende Rücklaufquoten: 7.050 (27,9 %) haben insgesamt teilgenommen. Darunter haben 66 Personen einen schriftlichen Fragebogen angefragt und zurückgeschickt. Rücklaufquoten nach Altersgruppen 998 (34,8 %) aus der Stichprobe Kinder und Jugendliche haben teilgenommen. 3.839 (24,3 %) aus der Stichprobe Erwachsene haben teilgenommen. 2.213 (33,7 %) aus dem Panel (Erwachsene) haben teilgenommen. Redressment Proportionale Nachgewichtung um bekannte Randverteilung (Altersstruktur und Staatsangehörigkeit gemäß Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) zu erreichen. Genauigkeit der Ergebnisse Die Genauigkeit der Ergebnisse unterliegt dem Stichprobenumfang sowie bei Anteilswerten der jeweiligen Prozentverteilung. Die maximale Breite des Konfidenzintervalls beträgt, bezogen auf einen Anteilswert von 50 %, bei allen 7.050 Befragten ± 2,3 Prozentpunkte. Für unendlich viele Stichproben umschließen 95 % der so gezogenen Stichproben den wahren Populationswert. Umfrageergebnisse www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Tabelle 1.1 Studiendesign Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Amt für Stadtentwicklung | 7 Zusammenfassung Insgesamt attestieren die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe ein hohes Maß an Sport- und Bewegungsfreundlichkeit. Mehr als zwei Drittel der Befragten stimmen der Aussage „Karlsruhe ist insgesamt eine sport- und bewegungsfreundliche Stadt“ voll und ganz oder eher zu (Kinder und Jugendliche: 67,8 %; Erwachsene: 70,4 %). Auch die Zufriedenheit mit dem wahrgenommenen aktivitätsbezogenen Angebot in der Stadt ist in der Bevölkerung sehr ausgeprägt: Zusammengenommen 88,7 % der erwachsenen und 86,0 % der unter 18-Jährigen Befragten geben an, mit den gebotenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung in Karlsruhe sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein. Bezogen auf die Möglichkeiten im eigenen Wohnstadtteil fällt die Zufriedenheit mit 82,1 % bei den volljährigen und 73,9 % bei den minderjährigen Karlsruherinnen und Karlsruhern etwas niedriger aus. Der in der Bürgerumfrage 2023 breit definierte Begriff "sportliche Aktivität" umfasst sowohl Erholungsaktivitäten wie Spazierengehen und gemütliches Schwimmen als auch Wettkampf- und Freizeitsport. Insgesamt geben 84,7 % der Erwachsenen und 87,5 % der Kinder und Jugendlichen an, sportlich aktiv zu sein. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist der Anteil sportlich Aktiver beinahe konstant, während bei Jugendlichen ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Die Einordnung der eigenen sportlichen Aktivität zeigt, dass erholungsaktive Bewegung und Freizeitsport mit jeweils etwa 48 Prozent ähnlich verbreitet sind. Als überwiegend Leistungssport betreibend bezeichnen sich selbst nur 2,8 % der erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruher. Der Faktor Gesundheit nimmt als Grund für körperliche Aktivität in der Motivlage der Befragten eine bedeutsame Rolle ein: Mehr als neun von zehn erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruhern stufen gesundheitliche Aspekte als sehr wichtig (62,5 %) oder wichtig (31,3 %) ein. Daneben werden „Fitness, Kondition und Beweglichkeit“ (zusammen 89,0 %) sowie „Ausgleich, Entspannung und Erholung“ (84,4 %) als wichtige Anreize gesehen. Bei Kindern und Jugendlichen steht dagegen „Spaß, Freude an Sport und Spiel“ auf Rang 1 der Gründe für Sport und Bewegung (sehr wichtig: 59,9 %; wichtig: 29,5 %). Fehlende Zeit wird von nicht aktiven Jugendlichen (35,2 %) und Erwachsenen (36,4 %) als häufigste Begründung gegen sportliche Aktivität ins Feld geführt. Radsport/Biken (Erwachsene: 35,4 %; Kinder und Jugendliche: 18,4 %) sowie Fitness/Kraftsport (Erwachsene: 29,4 %; Kinder und Jugendliche: 26,3 %) sind bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern die beiden beliebtesten Sportarten. Unter Erwachsenen zählen außerdem Spazierengehen (23,9 %) und Laufsport/Joggen (20,3 %) zu den am häufigsten ausgeübten Bewegungsaktivitäten. Unter Kindern und Jugendlichen erfreuen sich Fußball (17,8 %) und Tanzsport (11,5 %) besonderer Beliebtheit. Altersspezifische Analysen zeigen, dass Fitness und Kraftsport vor allem in jungen Jahren, Radsport, Wandern und Spazierengehen dagegen eher unter älteren Befragten verbreitet sind. Für bis zu drei am häufigsten praktizierten Sportarten konnten die Befragten detaillierte Angaben zu den jeweiligen Ausübungsgewohnheiten, wie Häufigkeit und Dauer einer Trainingseinheit, Ausübungsort und organisatorischer Hintergrund machen. Kinder und Jugendliche greifen zu 62,0 %, Erwachsene zu 31,4 % auf die organisatorischen Strukturen von Sportvereinen zu. Damit nehmen Sportvereine für Kinder und Jugendliche die wichtigste Rolle bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten ein, während Erwachsene ihre Sportarten noch häufiger selbst organisiert auf frei zugänglichen Flächen ausüben. Im Vergleich zur Befragung vor zehn Jahren ist der Bevölkerungsanteil mit Vereinsbindung bei den Erwachsenen in etwa konstant (2013: 33,4 %; minus 2 Prozentpunkte), während unter Kindern und Jugendliche ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen ist (2013: 73,4 %; minus 11,4 Prozentpunkte). Als häufigster Grund gegen eine Mitgliedschaft im Sportverein werden in beiden Altersgruppen andere Interessen genannt (Kinder und Jugendliche: 49,3 %; Erwachsene: 50,2 %). Befragte mit Vereinsbindung identifizieren als wichtigste Aspekte im Angebot von Sportvereinen die Förderung von Kindern und Jugendlichen (sehr wichtig: 66,5 %), qualifizierte Übungsleitung (55,5 %), preiswerte Sportangebote (46,8 %) sowie die Integration aller Bevölkerungsgruppen (44,4 %). Der Aussage „Wenn ich auf Freizeit-/Sportanlagen gehe, fühle ich mich dort und im Umfeld sicher“ stimmt der Großteil der Karlsruherinnen und Karlsruher voll und ganz oder eher zu: Rund ein Drittel der Erwachsenen (30,4 %) und der Kinder und Jugendlichen (29,8 %) stimmen „voll und ganz“ und weitere 45,0 % der Erwachsenen und 39,4 % der unter 18-Jährigen „eher“ zu. Männer bescheinigen die empfundene Sicherheit mit zusammengenommen 78,3 % etwas häufiger „voll und ganz“ oder „eher“ als Frauen (72,1 %); Jungen (75,8 %) häufiger als Mädchen (63,0 %). Wahrgenommene Unsicherheit wird von den Befragten vor allem durch unangenehme Personen und Gruppen (Erwachsene: 37,8 %; Kinder und Jugendliche: 30,8 %) oder durch belästigendes Verhalten verursacht (Erwachsene: 20,3 %; Kinder und Jugendliche: 15,4 %). Kinder und Jugendliche nennen außerdem bedrohliche Jugendliche (26,9 %), Erwachsene fehlende Beleuchtung (19,4 %) als ausschlaggebend für Unsicherheitsgefühle auf und um Sportanlagen. Die Aussage zur Verfügbarkeit über ausreichend kostenfreie Möglichkeiten zur Sportausübung im Wohnumfeld erfährt in der Bevölkerung insgesamt eine breite Zustimmung. Rund ein Viertel (24,4 %) pflichten der Aussage „In meinem Wohnumfeld gibt es genug Möglichkeiten, ohne Bezahlung sportlichen Aktivitäten nachzugehen“ voll und ganz und ein weiteres Drittel (33,8 %) eher bei. Zusammengenommen 16,5 % stimmen dieser Aussage eher nicht (11,7 %) oder gar nicht (4,8 %) zu. Unter 18-Jährige schätzen die Versorgungslage mit kostenfreien Bewegungsangeboten im Wohnumfeld etwas weniger positiv ein als die Erwachsenen. Der Wunsch nach Fitness- und Sportgeräten im Freien (38,7 %) wird von Männern und Frauen mit geringer oder fehlender Zustimmung in allen Altersklassen am häufigsten geäußert. 8 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Um den unterschiedlichen Anforderungen von Kindern und Jugendlichen an ihr Wohnumfeld Rechnung zu tragen, wurde auch der vorhandene Bewegungsraum für Kinder thematisiert. Jeweils rund ein Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher stimmen der Aussage „In meinem Wohnumfeld haben Kinder genug Raum für Sport und Bewegung“ voll und ganz (30,4 %) oder eher (38,7 %) zu. Der vorhandene Aktionsraum für Kinder im Wohnumfeld wird vor allem in den Höhenstadtteilen sowie in nördlicher (Waldstadt und Rintheim) und südlicher (Weiherfeld-Dammerstock und Rüppurr) Stadtrandlage positiv bewertet. Vergleichsweise geringe Zustimmung wird der Aussage in den beiden Stadtteilen der Innenstadt (-West: 47,5 %; -Ost: 49,9 %) zuteil. Statistische Daten zu Sportflächen und Mitgliedschaften in Sportvereinen Abbildung 1.1 zeigt die zahlenmäßige Entwicklung von Sport- und Spielanlagen in Karlsruhe für die letzten zehn Jahre. Bei den Großspielfeldern mit einer Fläche 5.400 m² oder mehr ist, wie auch bei Tennisfeldern im Freien, ein leichter Rückgang (minus 10 beziehungsweise 21 Anlagen) zu verzeichnen. Auch Kleinspielfelder unter 5.400 m² sind in den letzten zehn Jahren insgesamt rückläufig (minus 26 Anlagen), wobei sich die Angebotslage in den letzten drei Jahren wieder etwas entspannt hat. Steigende Tendenzen sind bei kleineren Turn-/Sporthallen und Gymnastikräumen zu erkennen, die sich im Laufe der Jahre von 136 auf 165 Anlagen vermehrt haben. Auch bei Beachvolleyballanlagen (plus 15 Anlagen) und Tennisfeldern in Hallen (plus 5 Anlagen) konnte das Angebot ausgeweitet werden. Abbildung 1.1 Entwicklung vonSport-und Spielanlagen in Karlsruhe 2014 bis 2023 1 295 286286 283283283283 286 274274 290 252252 255255255255 282 264264 136 135135 134134 145145 153 165165 117 116116116116 115115 110 107107 63 63 63 6464 636363 6464 34 3939 3838 4949 46 4949 26262626262626 30 3131 0 50 100 150 200 250 300 2014201520162017 2018 20192020202120222023 Tennisfelder im Freien Kleinspielfelder (< 5.400 qm) Turn-/Sporthallen und Gymnastikräume (< 405 qm) Großspielfelder (≥ 5.400 qm) Turn -und Sporthallen ( ≥ 405 qm) Beachvolleyballanlagen Tennisfelder in Hallen 1 Ausgewählte Darstellung von Sport - und Spielanlagen ab einer Anzahl von 20 Anlagen im Jahr 2024 (außer Schießstände). Quelle Statistische Jahrbücher der Stadt Karlsruhe 2014 bis 2023. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Anzahl Amt für Stadtentwicklung | 9 Bezüglich der Mitgliederzahlen in Sportvereinen in Karlsruhe ist in den vergangenen zehn Jahren ein Anstieg um rund 15 Prozent zu verzeichnen (von 88.363 im Jahr 2013 auf 101.460 im Jahr 2022; siehe Abbildung 1.2). Mit Abstand am stärksten sind darunter Mitglieder aus Vereinen vertreten, die den Sportarten Fußball (2022: 24.338) sowie Turnen/Gymnastik (2022: 22.625) zuzuordnen sind. Der größte Einzelverein ist der Karlsruher Sportclub (KSC) mit rund 14.500 Mitgliedern. Abbildung 1.2 Entwicklung der Mitgliederzahlen in Sportvereinen inKarlsruhe nach Geschlecht 2013 bis 2022 1 88.363 92.746 94.883 97.138 95.931 97.728 99.715 96.992 97.105 101.460 54.703 57.361 58.710 60.041 59.185 60.209 61.273 60.143 60.228 62.811 33.660 35.385 36.173 37.097 36.746 37.519 38.442 36.849 36.877 38.649 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 2013201420152016 2017 20182019202020212022 insgesamt männlich weiblich 1Aktive und passive Mitglieder Quelle Statistische Jahrbücher der Stadt Karlsruhe 2014 bis 2023. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Anzahl © yuriygolub – stock.adobe.com 10 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 2. Sport und Bewegungsverhalten der Karlsruherinnen und Karlsruher Um das Sport- und Bewegungsverhalten der Karlsruherinnen und Karlsruher zu analysieren, wurde im Rahmen der Bürgerumfrage nach der eigenen sportlichen Aktivität, den Beweggründen für oder gegen körperliche Ertüchtigung sowie nach den drei am häufigsten betriebenen Sportarten gefragt. Diese drei Hauptaktivitäten wurden in Bezug auf gewohnheitsmäßige Häufigkeit und Dauer der Ausübung, Anreisegewohnheiten zur und Ort der Aktivität hin erörtert. Die so gewonnenen detailreichen Erkenntnisse über das Bewegungsverhalten der städtischen Bevölkerung fließen in die Berechnungen zur Sportentwicklungsplanung ein. Bewegungsaktive Freizeitgestaltung Neben klassischen sportlichen Aktivitäten wie Lauftraining oder Mannschaftssportarten gibt es zahlreiche bewegungsaktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Um diese auch zu erfassen, waren als Einstiegsfrage die allgemeinen Gewohnheiten der bewegungsaktiven Freizeitgestaltung der Karlsruherinnen und Karlsruher von Interesse. Dabei zeigt sich, dass „Sport treiben“ zu den am intensivsten verfolgten bewegungsaktiven Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gehört (mehrmals oder mindestens einmal pro Woche: 70,2 %), aber auch längere Aufenthalte oder Spaziergehen in Parks, Grünanlagen oder Wäldern (65,7 %) sowie Radtouren werden recht häufig mindestens wöchentlich unternommen (45,5 %; siehe Abbildung 2.1). Die Frequenz, mit der Sport getrieben wird, sinkt mit zunehmendem Alter: Geben unter den 18- bis unter 30-Jährigen 43,9 % an, mehrmals pro Woche Sport zu treiben, sind es bei den ab 75-Jährigen nur noch 30,6 %. Personen mit höherem Einkommen treiben häufiger Sport. Bei einem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro netto im Monat sind 37,7 % mehrmals pro Woche sportlich aktiv; bei 4.000 Euro im Monat und mehr sind es rund die Hälfte (49,8 %). Der Erholungsgedanke bei der Wahl der bewegungsaktiven Freizeitgestaltung scheint bei Frauen etwas ausgeprägter als bei Männern. Gut jeder vierte Karlsruher (27,5 %) und mehr als jede dritte Karlsruherin (37,0 %) geben an, mehrmals pro Woche längere Spaziergänge oder Aufenthalte in Parks, Grünanlagen oder im Wald zu unternehmen. Abbildung 2.1 Häufigkeitverschiedener Möglichkeiten der Freizeitgestaltung der Karlsruherinnenund Karlsruher 2023 2,6 2,9 22,3 27,0 32,0 41,0 8,6 6,5 12,7 18,5 33,7 29,2 37,8 10,9 8,4 20,1 21,5 8,1 42,6 44,3 16,5 21,7 10,7 14,6 8,4 35,4 40,1 12,7 2,1 7,2 0102030405060708090100 Fahrt in die weitere Umgebung zum Spazierengehen/Wandern... Besuch von Sportveranstaltungen Arbeit/Aufenthalt im Garten/Kleingarten/Obstbaumwiese Fahrradfahren (Ausflüge, Radtouren) Längerer Aufenthalt oder Spazierengehen in Parks, Grünanlagen oder Wäldern Sport treiben Mehrmals pro WocheMindestens einmal pro WocheMindestens einmal pro MonatSeltenerNie Basis6.164 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Wie häufig üben Sie die folgenden Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der Regel aus?" Amt für Stadtentwicklung | 11 Verbreitung sportlicher Aktivität Die Definition der Formulierung "sportliche Aktivität" ist nicht klar abgegrenzt und erfordert für ein genaueres Verständnis eine detailliertere Beschreibung. In dieser Bürgerumfrage wird eine breit angelegte Interpretation zugrunde gelegt, bei der der Begriff "sportliche Aktivität" die gesamte Palette von bewegungsaktiver Erholung, einschließlich Spazierengehen, gemütlichem Schwimmen oder Radfahren, aber auch alle Arten von Wettkampf- und Freizeitsport umfasst. Die gezielte Frage nach der sportlichen Aktivität soll Aufschluss über die Anteile sportlich aktiver und passiver Karlsruher Bürgerinnen und Bürger geben. Auf den ersten Blick fällt auf, dass der Anteil sportlich Aktiver unter den erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruhern in den letzten zehn Jahren konstant um die 85 Prozent liegt, während für die Kinder und Jugendlichen ab 14 Jahren ein Rückgang (von 95,0 % auf 87,5 %) der sich selbst als sportlich aktiv Einstufender zu verzeichnen ist (siehe Abbildung 2.2). In der erwachsenen Bevölkerung bleibt der Anteil sportlich Aktiver über fast alle Altersgruppen hinweg konstant hoch und sinkt erst ab 75 Jahren auf unter 84 Prozent (73,1 %). Unter den körperlich beeinträchtigten volljährigen Befragten liegt der Anteil sportlich Aktiver bei über zwei Dritteln (70,0 %). Abbildung 2.2 Sportliche Aktivität der Karlsruherinnenund Karlsruher 2023 und 2013 95,5 87,5 85,1 84,7 4,5 12,5 14,9 15,3 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Erwachsene 2013Erwachsene 2023 JaNein Basis728 | 997 | 3.325 | 6.219 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Bist Du sportlich aktiv?" | „Sind Sie sportlich aktiv?" 12 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Einordnung der sportlichen Aktivität Von den sich selbst als sportlich aktiv einordnenden Befragten geben mit 97,2 % fast alle an, auch innerhalb der letzten vier Wochen sportlich aktiv gewesen zu sein. Jeweils rund die Hälfte der Stadtbevölkerung ordnen ihre sportliche Aktivität als überwiegend bewegungsaktive Erholung (48,3 %) oder Freizeitsport (48,9 %) ein (siehe Abbildung 2.3). Bewegungsaktive Erholung wurde in der Umfrage mit den Beispielen Spazierengehen, Baden und gemütlichem Radfahren beschrieben. Für Freizeitsport wurden die Aktivitäten Ballsport, Leichtathletik, sportliches Schwimmen und Radfahren sowie Fitness als Beispiele herangezogen. Das Thema Wettkampf- und Leistungssport nimmt mit 2,8 % (Männer: 4,1 %; Frauen 1,5 %) nur für relativ wenige Befragte eine zentrale Rolle ein. Während im jüngerem Lebensalter überwiegend Freizeitsport betrieben wird (14 bis unter 18 Jahre: 63,8 %; 18 bis unter 30 Jahre: 60,4 %), ist vor allem ab Erreichen des 65. Lebensjahres überwiegend bewegungsaktive Erholung verbreitet (65 bis unter 75 Jahre: 63,4 %; 75 Jahre und älter: 64,9 %). Insgesamt ist unter den Frauen eher bewegungsaktive Erholung (55,8 %) und bei den Männern häufiger Freizeitsport (54,5 %) vorherrschend. Diese Geschlechterunterschiede zeigen sich noch stärker ausgeprägt bei den Kindern und Jugendlichen: Während Mädchen häufiger eher erholsame Bewegungsaktivtäten unternehmen (24,2 %; Jungs: 15,0 %), ist beim Leistungssport der Anteil der Jungen mit 22,2 % etwa doppelt so hoch wie bei den Mädchen (10,7 %). Abbildung 2.3 Einordnung der eigenen sportlichen Aktivitätnach Alter und Geschlecht inKarlsruhe 2023 TG 24,2 15,0 19,9 64,9 63,4 53,9 43,7 33,5 55,8 41,4 48,3 65,1 62,8 63,8 34,3 35,8 44,7 53,3 60,4 42,7 54,5 48,9 10,7 22,2 16,3 0,8 0,9 1,4 3,0 6,1 1,5 4,1 2,8 0102030405060708090100 Mädchen Jungen 14 bis unter 18 Jahre 75 Jahre und älter 65 bis unter 75 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Weiblich Männlich Karlsruhe insgesamt 2023 Überwiegend bewegungsaktive Erholung Überwiegend Freizeitsport treiben Überwiegend Wettkampf- oder Leistungssport treiben TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. Basis5.261 | 860 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Wie würden Sie Ihre | würdest Du Deine sportliche Aktivität einordnen ?" Amt für Stadtentwicklung | 13 Beweggründe für sportliche Aktivität Menschen gehen aus vielfältigen Gründen sportlichen und bewegungsbezogenen Aktivitäten nach. Um dabei die persönlichen Anreize und Motivlagen zu verstehen, wurden die sportlich Aktiven gebeten, die Bedeutung verschiedener Motive zu bewerten. Allen voran wird dabei unter den Erwachsenen das Thema „Gesundheit“ als besonders wichtige Begründung für die Ausübung von körperlicher Aktivität betrachtet: Mehr als neun von zehn Karlsruherinnen und Karlsruhern stufen gesundheitliche Motive als sehr wichtig (62,5 %) oder wichtig (31,3 %) ein (siehe Abbildung 2.4). Weitere wichtige Motive sind „Fitness, Kondition und Beweglichkeit“ (zusammen 89,0 % sehr wichtig oder wichtig) sowie „Ausgleich, Entspannung und Erholung“ (84,4 % sehr wichtig oder wichtig). Nur von sehr wenigen sportlich Aktiven werden dagegen die Motive „Wettkampf und Erfolg“ als Beweggründe angeführt. Im Zeitvergleich sind gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2013 vor allem „Gesundheit“ (2013 sehr wichtig: 56,0 %) und „Fitness, Kondition und Beweglichkeit“ (2013 sehr wichtig: 42,4 %) noch bedeutsamer geworden. Der damals noch zweitwichtigste Beweggrund „Ausgleich, Entspannung und Erholung“ hat dagegen etwas an Relevanz verloren (2013 sehr wichtig: 45,5 %). Für die sportlich aktiven Kinder und Jugendlichen in Karlsruhe ergibt sich bei der Motivlage für sportliche Aktivitäten eine etwas andere Rangfolge. Allen voran werden „Spaß, Freude an Sport und Spiel“ als sehr wichtig (59,9 %) oder wichtig (29,5 %) empfunden (siehe Abbildung 2.5). Doch auch für die jüngsten Befragten sind „Fitness, Kondition und Beweglichkeit“ an zweiter Stelle der Rangfolge zu finden. Während gegenüber den erwachsenen Befragten auch „Wettkampf und Erfolg“ als relativ häufig sehr wichtig (21,0 %) oder wichtig (22,2 %) angesehen werden, kommt dem für Erwachsene bedeutsamen „Natur erleben“ bei Kindern und Jugendlichen nur eine marginale Rolle zu (sehr wichtig: 14,1 %, wichtig: 27,6 %). @ Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin 14 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 3,5 3,7 6,7 7,4 9,7 14,0 19,5 20,4 16,7 14,9 19,0 18,1 24,8 20,0 30,9 32,4 35,3 35,3 45,5 40,0 42,2 47,4 56,0 62,5 8,7 8,4 17,7 19,2 21,1 24,0 36,8 34,9 40,0 41,0 36,8 40,9 38,5 39,7 37,8 40,0 42,0 41,9 41,4 44,2 42,5 41,6 35,0 31,3 16,5 17,5 23,7 26,3 29,4 32,1 26,5 30,1 27,4 29,6 26,5 26,7 24,3 26,7 21,3 19,7 17,1 18,0 10,8 12,8 12,9 9,5 7,7 5,5 34,4 35,9 32,2 29,6 26,4 23,1 13,0 11,9 12,3 11,5 13,0 11,1 9,0 10,1 7,4 6,0 4,3 3,9 1,8 2,4 1,6 1,3 0,9 0,6 36,8 34,6 19,8 17,5 13,5 6,8 4,7 2,7 3,6 2,9 4,7 3,2 3,4 3,6 2,6 1,9 1,3 0,9 0,6 0,7 0,8 0,2 0,4 0,1 0102030405060708090100 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 Sehr wichtigWichtigTeils-teilsUnwichtigVöllig unwichtig Abbildung 2.4 Wichtigkeit verschiedener Motive bei der Ausübung sportlicher AktivtäteninKarlsruhe 2023 | Erwachsene TG TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. Basis5.239 | 2.809 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Nun möchten wir ganz allgemein wissen, warum Sie persönlich Sport beziehungsweise Bewegungsaktivitäten ausüben. Wie wichtig sind Ihnen hierbei die folgenden Motive? " Ausgleich, Entspannung, Erholung Spaß, Freude an Sport und Spiel Die Natur erleben Etwas für Figur und Aussehen tun Den eigenen Körper erleben Abwechslung, Zeitvertreib, Unterhaltung Gemeinsames Erleben, Geselligkeit Streben nach Leistung, persönlicher Verbesserung Ästhetik der Bewegung Wettkampf, Erfolg Gesundheit Fitness,Kondition, Beweglichkeit % Amt für Stadtentwicklung | 15 15,2 14,1 8,7 12,3 17,7 21 11,3 19,1 28,7 29,8 23,5 37,6 19,3 31,4 28,2 31 22,9 27 32,9 37,4 35,9 40,1 63,4 59,9 26,4 27,6 23,9 29,9 22,5 22,2 32,8 35,2 33,6 33,1 36,6 31,9 41,9 39,9 48,2 40,6 52,1 45,6 40,6 42,2 44,5 41,8 29,9 29,5 33,3 33,3 30,9 30 29,6 24,7 34,3 29,3 21,1 22,6 28,6 21,5 26,9 21 18,7 20,9 19,5 21,8 20,3 15,2 16,8 14 5,7 9,2 15,8 18 23,6 18,1 17,5 19 15,5 12,6 11,3 10,3 8,8 6,9 9,3 6,1 4,6 5,9 4,6 4,7 4,6 4,5 2,3 3,5 0,9 1,2 9,2 7 13,1 9,7 12,7 13 6,1 3,7 5,4 4,2 2,5 2,1 2,6 1,5 1 1,6 0,9 0,9 1,5 0,7 0,6 0,6 0,1 0,3 0102030405060708090100 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 2013 2023 Sehr wichtigWichtigTeils-teilsUnwichtigVöllig unwichtig Gesundheit Abwechslung, Zeitvertreib, Unterhaltung Gemeinsames Erleben, Geselligkeit Ausgleich, Entspannung, Erholung Streben nach Leistung, persönlicherVerbesserung Etwas für Figurund Aussehen tun Den eigenen Körper erleben Wettkampf, Erfolg Ästhetik der Bewegung Spaß, Freude anSport und Spiel Fitness,Kondition, Beweglichkeit Abbildung 2.5 Wichtigkeit verschiedener Motive bei der Ausübung sportlicher AktivtäteninKarlsruhe 2023 | Kinder und Jugendliche TG „Nun möchten wir ganz allgemein wissen, warum Du persönlich Sport beziehungsweise Bewegungsaktivitäten ausübst. Wie wichtig sind Dir hierbei die folgenden Motive? " TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. Basis862 | 689 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Die Natur erleben % 16 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Gründe für die Nichtausübung sportlicher Aktivität Der häufigste Grund für die Nichtausübung sportlicher Aktivitäten ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen mangelnde Zeit (Erwachsene: 36,4 %; Kinder und Jugendliche: 35,2 % - siehe Abbildung 2.6). Genauer differenziert sind es unter den Erwachsenen vor allem die Befragten im Alter von 30 bis unter 45 Jahren (58,4 %) sowie Befragte aus Haushalten mit Kindern (58,3 %; Haushalte ohne Kinder: 26,7 %), die aus zeitlichen Gründen keinen sportlichen Aktivtäten nachgehen. Jeweils über ein Viertel der nicht sportlich aktiven Erwachsenen führen den eigenen Gesundheitszustand (26,5 %) oder Erschöpfung (26,4 %) als ausschlaggebende Gründe an. Unter den Kindern und Jugendlichen finden sich häufig die Aussagen „Ich habe kein Interesse“ (32,8 %) oder „Ich kenne niemanden, der mitmacht – alleine möchte ich nicht mit einer sportlichen Aktivität beginnen“ (32,0 %). Neben der fehlenden Gesellschaft für den Beginn einer sportlichen Aktivität mangelt es bei Kindern und Jugendlichen häufig an einer Angebotsübersicht: „Ich weiß nicht, wo ich ein geeignetes Sportangebot für mich finden könnte“ geben 27,2 % der nicht sportlich aktiven minderjährigen Befragten kund. Abbildung 2.6 Gründe gegen sportliche Aktivität bei Jugendlichen und Erwachsenen in Karlsruhe 2023 TG, MFN 10,4 5,6 8,0 27,2 12,8 32,0 32,8 20,8 8,8 35,2 10,6 6,0 6,8 9,7 12,1 14,3 19,1 21,3 26,4 26,5 36,4 010203040 Sonstiges Es fehlen frei zugängliche Sportanlagen. Der Weg zur nächsten Sportmöglichkeit (z. B. Sportplatz, Verein, Fitness-Studio) ist mir zu weit. Ich fühle mich dafür zu alt.** Ich weiß nicht, wo ich ein geeignetes Sportangebot für mich finden könnte. Der finanzielle Aufwand für die Ausübung von Sportaktivitäten ist mir zu hoch.* Ich kenne niemanden, der mitmacht –alleine möchte ich nicht mit einer sportlichen Aktivität beginnen. Ich habe kein Interesse. Ich fühle mich dafür zu erschöpft. Mein Gesundheitszustand (oder körperliche Einschränkung) lässt Sportaktivitäten nicht zu. Ich habe keine Zeit. Erwachsene Kinder und Jugendliche TGTeilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich nicht aktiv zu sein MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. *Formulierung bei Kindern und Jugendlichen: "Die Ausübung von Sportaktivitäten ist mir oder meinen Eltern zu teuer". ** Antwortoption stand nur für Erwachsene zur Auswahl. Basis938 | 125 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Welche der nachfolgenden Gründe sind dafür ausschlaggebend, dass Sie nicht sportlich aktiv sind | Du nicht sportlich aktiv bist?" Amt für Stadtentwicklung | 17 Verbreitung betriebener Sportarten Die Befragten wurden gebeten, Angaben zu ihren am häufigsten ausgeübten Sportarten zu machen, wobei bis zu drei Arten der sportlichen Betätigung genannt werden konnten. Die aufgeführten Anteilswerte der verschiedenen Sportarten summieren sich daher auf über 100 Prozent. Insgesamt ist Radfahren bei den Karlsruherinnen und Karlsruhern besonders beliebt. Für Kinder und Jugendliche stellt Radsport (18,4 %) nach Fitness/Kraftsport (26,3 %) die am zweithäufigsten ausgebübte sportliche Aktivität dar und befindet sich unter den Erwachsenen mit 35,4 % sogar auf Rang 1 (siehe Abbildungen 2.7 und 2.8). Die Ausübung von Fitness und Kraftsport rangiert bei den volljährigen Befragten an zweiter Stelle (29,4 %). Spazierengehen wird von den Erwachsenen am dritthäufigsten (23,9 %; Kinder und Jugendliche: 11,1 %) genannt, während bei den Befragten unter 18 Jahren Fußball mit 17,8 % verbreitet ist (Erwachsene: 4,2 %). Insgesamt zeigt sich, dass in jungen Jahren ein deutlich breiteres Spektrum an verschiedenen Sportarten abgedeckt wird, während sich bei den Erwachsenen vergleichsweise viele für die prominentesteten Aktivitäten entscheiden, die auch ohne Begleitung ausgeübt werden können. Anteile von über fünf Prozent erreichen bei den Kindern und Jugendlichen zwölf verschiedene Sportarten; unter Erwachsenen sind es lediglich sieben. Zu beobachten ist außerdem eine stärkere Bedeutung von Mannschaftssportarten für Karlsruherinnen und Karlsruher unter 18 Jahren. Abbildung 2.7 Am häufigsten ausgeübte Sportarten von Karlsruherinnen und Karlsruhern ab 18 Jahren TG,MFN 2,8 3,4 3,4 4,1 4,2 5,0 9,5 11,0 11,0 20,3 23,9 29,4 35,4 010203040 Wassersport Klettersport/Bouldern Tennis Tanzsport Fußball Yoga Gymnastik Schwimmsport/Baden Wandern Laufsport/Joggen Spazierengehen Fitness/Kraftsport Radsport/Biken TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis5.257 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Welche Sportartenbeziehungswiese Bewegungsaktivitäten üben Sie im Allgemeinen aus? Welches ist Ihre häufigste/zweit-/dritthäufigste betriebene Aktivität?“ 18 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Abbildung 2.8 Am häufigsten ausgeübte Sportarten von Karlsruherinnen und Karlsruhern unter 18 Jahren TG, MFN 4,0 4,0 4,5 5,5 7,3 7,3 7,4 8,0 8,0 10,0 11,1 11,5 17,8 18,4 26,3 010203040 Handball Turnsport Leichtathletik Reit- und Fahrsport Kampfsport Schwimmsport/Baden Basketball Tennis Volleyball Laufsport/Joggen Spazierengehen Tanzsport Fußball Radsport/Biken Fitness/Kraftsport TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis866 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Welche Sportartenbeziehungsweise Bewegungsaktivitäten übst Du im Allgemeinen aus? Welches ist Deine häufigste/zweit- /dritthäufigste betriebene Aktivität?“ Amt für Stadtentwicklung | 19 Die eingangs bereits bei der bewegungsaktiven Freizeitgestaltung beschriebenen geschlechtsspezifischen Differenzen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schlagen sich auch in den ausgebübten Sportarten nieder: Für fast jede dritte Karlsruherin (31,3 %) zählt Spazierengehen zu den drei am häufigsten ausgeübten Sportarten (Männer: 17,4 %). Dagegen wird Radsport/Biken bei Männern (39,0 %) häufiger genannt als bei Frauen (31,4 %). Außerdem fällt auf, dass Fußball deutlich häufiger bei Männern (7,4 %; Frauen 0,6 %) zu den drei TOP-Sportarten gehört und Gymnastik (Frauen 15,1 %; Männer: 4,6 %) sowie Yoga (Frauen 9,1 %; Männer: 1,3 %) in der weiblichen Bevölkerung mehr Anklang findet. Teilweise unterscheiden sich die sportlichen Aktivitäten erheblich nach Lebensalter der Karlsruherinnen und Karlsruher. Abbildung 2.9 zeigt die Reichweite der am häufigsten betriebenen Sportarten in den jeweiligen Altersgruppen auf. Die meisten Bewegungs- aktivitäten zeichnen sich durch mit steigendem Alter zunächst zunehmende Bedeutung aus, die im Verlauf wieder nachlässt: Während Radfahren nur für 18,4 % der Kinder und Jugendlichen zu den TOP3 Sportarten zählt, ist es im Alter zwischen 45 bis unter 75 Jahren mit gut 43 Prozent mit Abstand die häufigste Art der sportlichen Betätigung. Auch beim Kraftsport zeigt sich ein kurvenförmiger Verlauf, der seinen Höhepunkt aber bereits im Alter von 18 bis unter 30 Jahren erreicht. Laufsport ist im Alter von 30 bis unter 45 Jahren mit 25,2 % besonders prominent vertreten und Wandern erreicht die höchsten Beliebtheitswerte im Alter von 65 bis unter 75 Jahren (20,7 %). Insgesamt sind Kraftsport und Fitness besonders in den jüngeren Altersgruppen verbreitet, während Wandern und Radsport bei den Befragten mit höherem Alter beliebter ist. Lediglich beim Spazierengehen zeigt sich eine mit zunehmendem Alter steigende Verbreitung. Abbildung 2.9 Am häufigsten ausgeübte Sportarten von Karlsruherinnen und Karlsruhern nach Altersgruppen TG, MFN 11,1 19,4 22,8 24,9 28,2 31,8 18,4 23,9 34,5 43,5 43,4 28,5 26,3 38,5 30,9 26,4 20,7 20,5 1,3 5,2 7,2 14,3 20,7 13,4 10,0 18,8 25,2 21,5 15,1 10,5 0 10 20 30 40 50 14 bis unter 18 Jahren 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Spazierengehen Radsport/Biken Fitness/Kraftsport Wandern Laufsport/Joggen TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis866 | 5.257 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Welche Sportarten beziehungsweise Bewegungsaktivitäten üben Sie/übst Du im Allgemeinen aus? Welches ist Ihre/Deine häufigste/zweit -/dritthäufigste betriebene Aktivität?“ 20 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung In Abbildung 2.10 sind Rahmeninformationen zu den am stärksten verbreiteten Sportarten im Stadtgebiet für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche enthalten. Neben der Beliebtheit der Sportart sind die wöchentliche Häufigkeit der Ausübung sowie die durchschnittliche Dauer einer gewohnheitsmäßigen Bewegungseinheit für Sommer und Winter abgebildet. Zusätzlich ist der Anteil derjenigen enthalten, die diese Aktivität selbst organisiert auf frei zugänglichen Anlagen ausüben. Radfahren gehört für 35,4 % der Erwachsenen und 18,4 % der Kinder und Jugendlichen zu den drei am häufigsten ausgeübten Sportarten. Volljährige Karlsruherinnen und Karlsruher fahren pro Woche in den Sommermonaten 3,9 Mal und im Winter 2,9 Mal Rad, wobei auch die jeweilige Dauer einer Rad-Bewegungseinheit im Sommer mit durchschnittlich 84 Minuten länger ausfällt als in der kalten Jahreszeit (56 Minuten). Befragte unter 18 Jahren fahren ganzjährig häufiger (im Sommer 4,6 Mal/Woche und im Winter 3,8 Mal/Woche) mit dem Rad als Erwachsene, wobei die jeweilige Bewegungsdauer bei Kindern und Jugendlichen etwas kürzer ausfällt (68 beziehungsweise 53 Minuten). Ähnlich verhält es sich beim Laufsport: Im Sommer wird häufiger und länger gejoggt als im Winter; Erwachsene gehen etwas seltener laufen als Minderjährige, dafür aber im Durchschnitt länger. In allen Belangen stellt Fitness/Kraftsport eine Besonderheit dar: Der meist in geschlossenen Räumen wie Fitnessstudios betriebene Kraftsport wird von Kindern und Jugendlichen häufiger ausgeübt als von Erwachsenen und im Winter (3,4 beziehungsweise 2,8 Mal/Woche) häufiger als im Sommer (3,2 beziehungsweise 2,6 Mal/Woche). Entgegen der sonst zu beobachteten Dauer der Bewegungseinheit, fällt beim Fitness die durchschnittlich investierte Zeit bei Kindern und Jugendlichen (im Sommer 73, im Winter 79 Minuten) länger aus, als bei den Erwachsenen (im Sommer 66, im Winter 68 Minuten). Mit dem Ort der Ausübung geht der bei Kraftsport geringe Anteil an selbst organsierten Bewegungseinheiten auf frei zugänglichen Anlagen einher: Dieser liegt bei Fitness/Kraftsport bei gut einem Viertel (30,7 % beziehungsweise 26,6 %), während die unentgeltliche und eigenständige Durchführung beim Radfahren, Spazierengehen und Laufen bei jeweils über 80 Prozent liegt. Die häufigste Organisationsform stellen beim Fitness kommerzielle Anbieter dar (unter 18 Jahren: 42,1 %; ab 18 Jahren: 51,2 %). Abbildung 2.10 Ausübungsgewohnheiten der verbreitetsten Sportarten in Karlsruhe nach Altersgruppen TG, MFN TG Teilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben sportlich aktiv zu sein. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis866 | 5.257 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Welche Sportarten beziehungsweise Bewegungsaktivitäten üben Sie/übstDuim Allgemeinen aus?“ „Welches ist Ihre/Deine häufigste/zweit-/dritthäufigste betriebene Aktivität?“| „Wie oft üben Sie/übst Du diese Aktivität pro Woche aus?“ | „Wie lange dauertjeweils eine Trainings-/Übungseinheit?“ |„Wer organisiert dieseAktivitäten?“ Amt für Stadtentwicklung | 21 3. Organisationsformen von Sport- und Bewegungsaktivtäten Der selbstständig organisierten und unentgeltlichen Ausübung von Sport und Bewegungsaktivitäten kommt eine zentrale Rolle zu. Insgesamt nutzen die Karlsruherinnen und Karlsruher aber auch ein breites Feld an verschiedenen Organisationskontexten bei den von ihnen favorisierten sportlichen Betätigungen. 3.1 Verbreitung verschiedener Organisationsformen bei der Sportausübung Die sportlich aktiven Karlsruherinnen und Karlsruher wurden für ihre am häufigsten betriebenen Sportarten nach den gewohnheits- gemäß zutreffenden Organisationsformen in der Ausübung gefragt. Gut drei Viertel der Erwachsenen (77,8 %) und gut die Hälfte der unter 18-Jährigen (54,5 %) geben an, dass sie mindestens eine ihrer am häufigsten betriebenen Bewegungsaktivitäten selbst organisiert auf frei zugänglichen Flächen ausüben (Abbildung 3.1). Bei den jüngsten Befragten nimmt die Organisation sportlicher Aktivitäten durch Sportvereine eine zentrale Rolle ein: Fast zwei von drei sportlich aktiven Kindern und Jugendlichen (63,9 %) betreiben mindestens eine ihrer am häufigsten ausgeübten Sportarten in einem Verein – damit ist dies der häufigste organisatorische Kontext für die Ausübung von Sport in dieser Altersgruppe. Dagegen ist ein Vereinsbezug nur bei rund einem Viertel der erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruher (26,5 %) bei der Ausübung einer ihrer TOP3-Bewegungsaktivitäten gegeben. Auf kommerzielle Anbieter wie Fitnessstudios greifen jeweils rund ein Fünftel der Befragten zurück (Kinder und Jugendliche: 17,7 %; Erwachsene: 23,3 %). Ähnlich verbreitet sind selbst organisierte sportliche Aktivitäten auf Anlagen gegen Entgelt (Kinder und Jugendliche: 14,3 %; Erwachsene: 20,6 %). Die zum Zuge kommenden Organisationsformen bei der Sportausübung unterscheiden sich auch innerhalb der erwachsenen Bevölkerung teilweise nach Altersgruppen: Die gemeinschaftlich organisierte Ausübung der beliebtesten Sportarten in Vereinen ist vor allem bei den Befragten im Alter von 75 Jahren und älter beliebt (33,5 %). Kommerzielle Anbieter wie Fitnessstudios werden in dieser Altersgruppe nur von 15,3 %, bei den Befragten von 18 bis unter 30 Jahren mit 30,0 % fast doppelt so häufig genutzt. Selbst organisierte Sportaktivtäten sind besonders unter Karlsruherinnen und Karlsruhern im Alter von 45 bis unter 65 Jahren (82,7 %) und 30 bis unter 45 Jahren (80,4 %) verbreitet. Abbildung 3.2 zeigt für die am häufigsten betriebenen Bewegungsaktivitäten und Sportarten die Verbreitung der jeweiligen organisatorischen Kontexte bei Kindern und Jugendliche sowie bei Erwachsenen auf. Dabei wird deutlich, dass sich die besondere Relevanz von Vereinen für Kinder und Jugendliche über alle Sportarten hinweg erstreckt. Allerdings zeigt sich auch, dass unter den Erwachsenen ein Zusammenhang zwischen der Intensität, mit der Sportarten betrieben werden, und der gewählten Organisationsform sportlicher Aktivitäten besteht. So werden Sportvereine für die Ausübung von mindestens einer der TOP3-Sportarten von gut zwei Dritteln der Erwachsenen (68,4 %), die überwiegend Wettkampf- oder Leistungssport treiben, genutzt, während es bei den überwiegend Freizeitsport betreibenden nur rund ein Drittel (34,8 %) und unter den überwiegend bewegungsaktive Erholung betreibenden nur 15,3 % sind. © BGStock72 – stock.adobe.com 22 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Abbildung 3.1 Organisationskontexte von Sport -und Bewegungsaktivitäten von Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen in Karlsruhe MFN „Werorganisiert diese Aktivität?" MFN Mehfachnennungen möglich: Angaben beziehen sich auf die bis zu drei am häufigsten ausgeübten Sportaten, daher Summe ungleich 100%. Basis5.270 | 872 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. 1,1 0,2 2,5 8,4 2,9 3,5 3,8 3,6 14,3 20,6 17,7 23,3 63,9 26,5 54,5 77,8 020406080 Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene Jugendliche Erwachsene % Sportverein Selbst organisiert auf Anlagen gegen Entgelt Sonstige Organisation (z. B. kirchliche Einrichtung) Hochschule Arbeitgeber(Betriebssport) | Schule (AGs, Angebote im Ganztagsbetrieb) Krankenkasse Volkshochschule Selbst organisiert auf frei zugänglichen Anlagen Kommerzielle Anbieter (z. B. Fitness-Studio) Amt für Stadtentwicklung | 23 * Datenbasis bei Kindern und Jugendlichen zu gering. MFN Mehfachnennungen möglich: Angaben beziehen sich auf die bis zu drei am häufigsten ausgeübten Sportaten, daher Summe ungleich 100%. Basis5.270 | 872 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Welche Sportarten beziehungsweise Bewegungsaktivitäten üben Sie/übst Du im Allgemeinen aus? Welches ist Ihre/Deine häufigste/zweit-/dritthäufigste betriebene Aktivität?“ | „Werorganisiert diese Aktivität?" Abbildung 3.2 Organisationskontexte der am häufigsten betriebenen Sport-und Bewegungsaktivitäten von Karlsruherinnen und Karlsruhern unter und ab 18 Jahren nach sportlicher Aktivität MFN 21,6 50,3 26,6 52,9 15,7 32,6 24,7 56,3 26,0 69,8 23,5 44,2 22,9 60,8 84,2 46,6 72,0 93,6 93,6 66,5 51,1 94,0 92,4 94,5 92,0 82,7 63,5 94,2 73,4 83,7 59,8 48,7 63,7 42,0 19,3 15,3 21,9 22,0 15,7 13,0 19,1 9,2 59,7 34,9 21,9 17,6 22,4 28,6 7,2 16,2 11,0 17,1 10,8 54,5 44,5 18,1 13,0 20,7 13,8 18,1 15,9 15,4 21,2 37,1 12,3 11,8 51,0 40,0 0 20406080 100 Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche Erwachsene Kinder und Jugendliche SportvereinSelbst organisiert auf frei zugänglichen Anlagen Selbst organisiert auf Anlagen gegen EntgeltKommerzielle Anbieter (z. B. Fitness-Studio) Radsport/Biken % Fitness/Kraftsport Spazierengehen Yoga* Fußball Tanzsport Laufsport/Joggen Schwimmsport/Baden Wandern* Gymnastik 24 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 3.2 Vereinssport Sportvereinen kommt im Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit in der Bevölkerung sowie in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe eine wichtige Bedeutung als Institution der Zivilgesellschaft zu. Im Rahmen der Bürgerumfrage wurde daher nach der Mitgliedschaft in einem oder mehreren Sportvereinen gefragt. Tiefergehend wurden die vereinsgebundenen Karlsruherinnen und Karlsruher um Auskunft über die Ausgestaltung der eigenen Rolle innerhalb des Sportvereins sowie über persönliche Motivationen und gewünschte Ausrichtungen der Karlsruher Sportvereine gebeten. Mitgliedschaft im Sportverein Abbildung 3.3 zeigt, dass in der Fächerstadt etwa ein Drittel der Erwachsenen (31,4 %) und zwei Drittel (62,0 %) der Kinder und Jugendlichen in einem Sportverein aktiv sind. Im Zeitvergleich ist die Sportvereinsbindung im Erwachsenenalter leicht (minus zwei Prozentpunkte) und bei Kindern und Jugendlichen deutlich zurückgegangen (minus 11,4 Prozentpunkte). Abbildung 3.3 Mitgliedschaft der Karlsruherinnen und Karlsruher in einem Sportverein 2023 und 2013 73,4 62,0 33,4 31,4 26,6 38,0 66,6 68,6 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Erwachsene 2013Erwachsene 2023 JaNein Basis688 | 997 | 2.815 | 6.207 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Bist Du/Sind Sie Mitglied in einem Sportverein?" | Gemeint ist hier sowohl aktive als auch passive Mitgliedschaft. Amt für Stadtentwicklung | 25 Wie aus Abbildung 3.4 hervorgeht, sind Männer häufiger in einem oder mehreren Sportvereinen (zusammengenommen 34,2 %) Mitglied als Frauen (28,5 %) und Jungen (67,8 %) häufiger als Mädchen (56,9 %). In beiden Altersgruppen zeigt sich außerdem eine intensivere Vereinsbindung unter deutschen ohne (Erwachsene: 35,2 %; Kinder und Jugendliche: 74,1 %) als unter deutschen mit Migrationshintergrund (29,4 %; 55,2 %) oder unter ausländischen Bürgerinnen und Bürgern (20,6 %; 35,6 %). 33,3 44,4 57,5 45,0 54,6 49,5 18,4 25,1 29,5 24,5 28,6 26,5 2,3 10,8 16,6 11,9 13,2 12,5 2,2 4,3 5,7 4,0 5,6 4,8 64,4 44,8 25,8 43,1 32,2 38,0 79,4 70,7 64,8 71,6 65,8 68,6 0102030405060708090100 Ausländisch Deutsch mit Migrationshintergrund Deutsch ohne Migrationshintergrund Mädchen Jungen Kinder und Jugendliche Ausländisch Deutsch mit Migrationshintergrund Deutsch Weiblich Männlich Erwachsene Ja, in einem SportvereinJa, in mehreren SportvereinenNein % Abbildung 3.4 Mitgliedschaft im Sportverein nach Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund inKarlsruhe 2023 Basis6.207 | 997 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Bist Du/Sind Sie Mitglied in einem Sportverein?" | Gemeint ist hier sowohl aktive als auch passive Mitgliedschaft. 26 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Gründe gegen eine Mitgliedschaft im Sportverein Rund zwei Drittel der Erwachsenen (68,6 %) und etwa 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen (38,0 %) sind nicht Mitglied in einem Sportverein. Insbesondere der unter Kindern und Jugendlichen rückläufige Anteil an Mitgliedschaften rückt die Gründe, die aus Sicht der Befragten gegen eine Mitgliedschaft sprechen, in den Fokus (Abbildung 3.5). Jeweils rund die Hälfte der Erwachsenen (50,2 %) sowie der Kinder und Jugendlichen (49,3 %) geben an, andere Interessen zu verfolgen und deswegen kein Mitglied in einem Sportverein zu sein. Ansonsten variieren die Begründungen zwischen beiden Befragtengruppen. Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen (25,3 %), die nicht Mitglied in einem Sportverein sind, geben an, dass sie in Vereinen kein für sich passendes Angebot finden, wogegen dieser Aspekt lediglich bei 16,2 % der Erwachsenen eine Rolle spielt. Bei den Erwachsenen unterscheidet sich die Häufigkeit der angeführten Gründe mit dem Alter der Befragten: Andere Interessen werden im höheren Alter deutlich häufiger genannt und junge Erwachsene führen überdurchschnittlich häufig unflexible Angebotszeiten oder die zu hohen Kosten an. Abbildung 3.5 Gründe von Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen gegen eine Mitgliedschaft im Sportverein 2023 TG, MFN 19,2 4,3 18,4 25,3 10,4 13,9 20,0 49,3 16,8 10,0 11,7 16,2 17,9 18,2 22,2 50,2 0102030405060 Sonstiges Vereine sind mir zu „traditionell“. Die Vereinsangebote sind mir zu wettkampforientiert. Ich finde kein passendes Angebot bei den Vereinen für mich. Man fühlt sich verpflichtet, sich zu engagieren. Die Mitgliedschaft in einem Sportverein ist mir zu teuer.* Die Angebotszeiten der Sportvereine passen mir nicht/sind zu unflexibel. Ich habe andere Interessen. Erwachsene Kinder und Jugendliche TGTeilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben Mitglied in einem oder mehreren Sportvereinen zu sein. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. *Formulierung bei Kindern und Jugendlichen: "Die Mitgliedschaft in einem Sportverein ist mir oder meinen Eltern zu teuer". Basis4174 | 375 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Aus welchen Gründen bist Du/sind Sie persönlichkein Mitglied in einem Sportverein?" Amt für Stadtentwicklung | 27 Ausrichtung des Angebots der Sportvereine Rund ein Drittel der Erwachsenen (31,4 %) sind Mitglied in einem Sportverein. Diese wurden um die Einschätzung der Relevanz verschiedener Aspekte im Hinblick auf das Angebot der Karlsruher Sportvereine gebeten. Damit können die Ergebnisse als von den Mitgliedern gewünschte Ausrichtung der Sportvereinsarbeit in Karlsruhe interpretiert werden. Am wichtigsten ist den erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruhern die Förderung von Kindern und Jugendlichen: zwei Drittel (66,5 %) betrachten die Nachwuchsförderung als sehr wichtig, ein weiteres Viertel (25,1 %) als eher wichtig (Abbildung 3.6). Daneben werden qualifizierter Übungsleitung (sehr wichtig: 55,5 %), preiswerten Sportangeboten (46,8 %) sowie der Integration aller Bevölkerungsgruppen (44,4 %) von zahlreichen Vereinsmitgliedern eine besondere Bedeutung beigemessen. Vergleichsweise weniger wichtig ist den Vereinsmitgliedern die Ausrichtung auf Wettkampfsport. Abbildung 3.6 Wichtigkeit verschiedener Aspekte im Angebot von Sportvereinen TG 9,4 18,6 24,2 30,1 31,6 32,7 38,8 42,5 44,4 46,8 55,5 66,5 23,2 40,6 36,9 36,1 47,9 55,5 44,8 37,5 34,3 38,8 34,8 25,1 43,4 29,2 27,6 27,4 18,0 10,4 14,7 17,5 16,5 13,0 8,0 6,0 24,0 11,5 11,3 6,4 2,4 1,4 1,7 2,6 4,8 1,4 1,7 2,4 0102030405060708090100 Ausrichtung auf Wettkampfsport Kursangebote für Nichtmitglieder Zugang zu Sportvereinsanlagen für die Allgemeinheit Talent- und Nachwuchsförderung Umfangreiche Informationen über die Angebote Ausrichtung auf Freizeitsport Vielseitige Sportangebote Flexible Übungszeiten Integration aller Bevölkerungsgruppen Preiswerte Sportangebote Qualifizierte Übungsleiter*innen Förderung von Kindern und Jugendlichen Sehr wichtigEher wichtigWeniger wichtigGar nicht wichtig TG Teilgruppe: Nur Befragte, die Mitglied in einem Sportverein sind. Basis1.881 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Aspekte im Angebot der Karlsruher Sportvereine?“ 28 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Häufigkeit des Sporttreibens im Verein Bei der Frage nach einer Mitgliedschaft im Sportverein wurde explizit darauf hingewiesen, dass auch passive Mitgliedschaften gemeint sind. Das Ausmaß (eher) passiver Mitgliedschaft im Sportverein lässt sich anhand der Häufigkeit des Sporttreibens im Vereinskontext aufzeigen. Unter den Kindern und Jugendlichen sind es etwa ein Zehntel (10,5 %), unter den Erwachsenen ein Viertel (25,5 %), die Mitglied im Sportverein sind und gleichzeitig angeben, zurzeit keinen Sport im Verein zu betreiben (Abbildung 3.7). Damit hat sich seit 2013 der Anteil der nicht aktiven Mitglieder sowohl unter den Kindern und Jugendlichen als auch unter den Erwachsenen annähernd verdoppelt. Regelmäßig – mindestens zweimal pro Woche – üben 61,9 % der Kinder und Jugendlichen und 25,0 % der erwachsenen Mitglieder im Verein Sport aus. Diese kurze Trainingstaktung ist bei den Kindern und Jugendlichen ebenso ausgeprägt wie vor zehn Jahren, während sie unter den Erwachsenen abgenommen hat. 4,7 10,5 13,3 25,5 1,6 2,3 14,3 13,8 32,3 25,3 39,5 35,7 61,4 61,9 32,9 25,0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Erwachsene 2013Erwachsene 2023 Regelmäßig, mindestens zweimal pro Woche Regelmäßig, mindestens einmal pro Woche Unregelmäßig, weniger als einmal pro Woche Zurzeit nicht % Abbildung 3.7 Häufigkeit von SportausübungderKarlsruherinnen und Karlsruher im Sportverein 2023 und 2013 TG TGTeilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben Mitglied in einem oder mehreren Sportvereinen zu sein. Basis617 | 997 | 928 | 1.930 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung. „Wie oft treibst Du/treiben Sie aktiv im Verein Sport?" Amt für Stadtentwicklung | 29 Im Sportverein betriebene Sportarten Die Abbildungen 3.8 und 3.9 enthalten für die 15 beliebtesten Sportarten der Erwachsenen beziehungsweise der Kinder und Jugendlichen den jeweiligen Vereinskontext und sind dabei nach Verbreitung der Sportarten absteigend sortiert. Von den erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruhern wird besonders häufig Volleyball (79,7 %) und Tennis (76,1 %) im Verein gespielt. Auch Kampfsport (65,1 %), Fußball (60,8 %) und Badminton (53,3 %) werden von mehr als der Hälfte im Verein praktiziert. Bei den Kindern und Jugendlichen sind die jeweiligen Anteile nochmals deutlich höher, was sich mit dem bereits gezeigten hohen Stellenwert der Sportvereine für unter 18-Jährige deckt. Abbildung 3.8 Vereinskontext der am häufigsten ausgeübten Sportarten von Karlsruherinnen und Karlsruhern ab 18 Jahren MFN 65,1 79,7 46,5 76,1 33,2 46,6 60,8 22,9 44,2 23,5 26,0 24,7 15,7 26,6 21,6 0102030405060708090100 Kampfsport Volleyball Wassersport Tennis Klettersport/Bouldern Tanzsport Fußball Yoga Gymnastik Wandern Schwimmsport/Baden Laufsport/Joggen Spazierengehen Fitness/Kraftsport Radsport/Biken MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis5.257 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung. % „Welche Sportartenbeziehungswiese Bewegungsaktivitäten üben Sie im Allgemeinen aus? Welches ist Ihre häufigste/zweit-/dritthäufigste betriebene Aktivität?“ „Wer organisiertdiese Aktivitäten?“ –Anteile "Sportverein" 30 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Abbildung 3.9 Vereinskontext der am häufigsten ausgeübten Sportarten von Karlsruherinnen und Karlsruhern unter 18 Jahren MFN 100,0 88,6 89,5 66,7 91,9 69,8 68,8 98,6 79,4 56,3 32,6 72,0 84,2 50,3 52,9 0102030405060708090100 Handball Turnsport Leichtathletik Reit- und Fahrsport Kampfsport Schwimmsport/Baden Basketball Tennis Volleyball Laufsport/Joggen Spazierengehen Tanzsport Fußball Radsport/Biken Fitness/Kraftsport MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis866 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Welche Sportartenbeziehungswiese Bewegungsaktivitäten übst Du im Allgemeinen aus? Welches ist Deine häufigste/zweit- /dritthäufigste betriebene Aktivität?“ „Wer organisiertdiese Aktivitäten?“ –Anteile "Sportverein" Amt für Stadtentwicklung | 31 Ehrenamtliches Engagement im Sportverein Ein gutes Viertel der Kinder und Jugendlichen (28,8 %) und knapp ein Drittel der Erwachsenen (32,6 %), die Mitglied in einem Sportverein sind, engagieren sich dort ehrenamtlich (siehe Abbildung 3.10). Sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene stellt die Hilfe bei Vereinsfesten mit jeweils rund 50 Prozent die häufigste Form ehrenamtlicher Hilfestellung dar (Abbildung 3.11). Die Übungsleitung übernehmen rund ein Drittel der ehrenamtlich Aktiven in beiden Altersgruppen (Kinder und Jugendliche: 32,0 %; Erwachsene: 32,2 %). Häufig kommt es dabei vor, dass die Engagierten gleich mehrere Ämter übernehmen: In mehr als einer Funktion zeigen sich 52,4 % der ehrenamtlich aktiven erwachsenen Sportvereinsmitglieder und 40,9 % der Kinder und Jugendlichen. 32,6 28,8 67,4 71,2 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ErwachseneKinder und Jugendliche JaNein % Abbildung 3.10 Ehrenamtliches Engagement im Sportvereinnach Alter und Geschlecht inKarlsruhe 2023 TG TGTeilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben Mitglied in einem oder mehreren Sportvereinen zu sein. Basis1.956 | 618 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Engagieren Sie sich/Engagierst Du Dichehrenamtlich in einem Sportverein?" 32 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Schließlich wurden auch die nicht ehrenamtlich aktiven Vereinsmitglieder befragt, wieso sie innerhalb ihres Sportvereins keine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen. Zeitmangel wird hier von Kinder und Jugendlichen (55,3 %) und von Erwachsenen (53,3 %) von über der Hälfte der Befragten als ausschlaggebender Grund genannt (siehe Abbildung 3.12). Rund ein Viertel der erwachsenen (25,8 %) und ein Drittel der minderjährigen (33,5 %) nicht im Verein ehrenamtlich Engagierten geben an, kein Interesse an einem Ehrenamt im Sportverein zu haben. Kinder und Jugendliche führen häufig an, dass ihnen vereinsseitig keine Bedarfe für Unterstützung bekannt seien (33,0 %; Erwachsene: 13,0 %). Abbildung 3.11 Formen ehrenamtlichen Engagements im Sportverein bei Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen in Karlsruhe 2023 TG, MFN 15,8 19,9 25,7 18,1 2,9 32,0 48,0 12,6 7,6 15,6 19,5 20,1 20,2 32,2 50,4 0102030405060 Sonstiges Fahrdienste Betreuung Im Vorstand** In der Sportvereinsjugend* Pflege der Sportanlage/Geräte In der Vereinsverwaltung Übungsleitung Hilfe bei Vereinsfesten Erwachsene Kinder und Jugendliche TGTeilgruppe: Nur Befragte, die sich ehrenamtlich im Sportverein engagieren MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. *Antwortoption stand nur für Kinder und Jugendliche zur Auswahl. ** Antwortoption stand nur für Erwachsene zur Auswahl. Basis624 | 431 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Inwelcher Form engagieren Sie sich/engagierst Du Dich ehrenamtlich im Sportverein?" Amt für Stadtentwicklung | 33 Abbildung 3.12 Gründe von Karlsruher Mitgliedern in Sportvereinen gegen ein ehrenamtliches Engagement 2023 TG, MFN 7,4 7,7 8,1 13,3 33,0 12,6 33,5 55,3 11,3 1,7 2,7 8,9 13,0 24,5 25,8 53,3 0102030405060 Sonstiges Im Ehrenamt ist man „Blitzableiter“ für die anderen Mitglieder.** Es fehlt an Unterstützung durch andere Mitglieder.** Meine (Sport-)Freundinnen/Freunde helfen auch nicht im Sportverein.* Es gibt keine oder wenig Anerkennung dafür.* Wenn ich ein Ehrenamt ausübe, habe ich selbst nicht mehr genug Zeit, um Sport zu treiben. Mir sind keine Bedarfe im Verein bekannt. Ich bin bereits in einer anderen Organisation ehrenamtlich aktiv. Ich habe kein Interesse an einem Ehrenamt im Sportverein. Ich habe keine Zeit, ein Ehrenamt im Sportverein zu übernehmen. Erwachsene Kinder und Jugendliche TGTeilgruppe: Nur Befragte, die angegeben haben Mitglied in einem oder mehreren Sportvereinen zu sein und dort keine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen. MFN Mehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. *Antwortoption stand nur für Kinder und Jugendliche zur Auswahl. ** Antwortoption stand nur für Erwachsene zur Auswahl. Basis1.293 | 430 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. % „Aus welchen Gründen engagierst Du Dich/engagieren Sie sich nichtehrenamtlich im Sportverein?" 34 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 4. Infrastruktur für Sport und Bewegung in Karlsruhe Neben dem in Kapitel 2 beschriebenen Bewegungsverhalten der Karlsruherinnen und Karlsruher und den in Kapitel 3 analysierten Organisationsformen sportlicher Aktivitäten war im Rahmen der Bürgerumfrage die Wahrnehmung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen zur Ausübung von Sport und Bewegung von zentralem Interesse. Um die Zufriedenheit mit den im weiteren und näheren Wohnumfeld vorhandenen Infrastrukturen für Bewegung und Sport zu erfassen, wurden die Karlsruherinnen und Karlsruher gefragt, wie sie die Möglichkeiten beurteilen, den eigenen Bedürfnissen nach Bewegung und Sport im Stadtteil und im Stadtgebiet insgesamt nachzugehen. Dabei wurden auch sportlich nicht Aktive um ihre Einschätzungen gebeten. Außerdem wurden die Befragten mit Aussagen zu Sport und Bewegung konfrontiert, die die Situation in Bezug auf Sicherheitsempfinden, Sport- und Bewegungsfreundlichkeit, Spielraum für Kinder und unentgeltliche Sportmöglichkeiten im eigenen Wohnumfeld oder in Karlsruhe beschreiben. Hier konnte auf einer fünfstufigen Skala das jeweilige Ausmaß der Zustimmung mitgeteilt werden. 4.1 Allgemeine Zufriedenheit und Sicherheitsempfinden um Sportflächen Zunächst ist die auf die Gesamtstadt bezogene, allgemeine Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den gebotenen Möglichkeiten im Bewegungskontext und das Image von Karlsruhe als sport- und bewegungsfreundliche Stadt von Interesse. Außerdem wurde ein Fokus auf sicherheitsrelevante Aspekte im Bereich der im Stadtgebiet bestehenden Sport- und Freizeitanlagen gelegt. Sport- und Bewegungsfreundlichkeit der Stadt Karlsruhe Insgesamt attestieren die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe ein hohes Maß an Sport- und Bewegungsfreundlichkeit. „Karlsruhe ist alles in allem eine sport- und bewegungsfreundliche Stadt“: Dieser Aussage stimmen 70,4 % der Befragten zu – davon 21,6 % voll und ganz und 48,8 % eher. Etwa ein Viertel der Befragten (23,4 %) hält diese Aussage nur teilweise für richtig. Für 4,7 % der Antwortenden trifft die Aussage eher nicht und 1,5 % stimmen gar nicht zu (siehe Abbildung 4.1). Der Zeitvergleich zu 2013 zeigt nur geringfügige Veränderungen im Zustimmungsverhalten. Die Zustimmungswerte der Kinder und Jugendlichen fallen ähnlich aus wie die der erwachsenen Bevölkerung. Abbildung 4.1 Sport- und Bewegungsfreundlichkeit der Stadt Karlsruhe im Zeitvergleich 23,5 22,0 20,2 21,6 48,9 45,8 53,7 48,8 24,1 26,3 21,9 23,4 3,1 5,2 3,5 4,7 0,5 0,6 0,7 1,5 0102030405060708090100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Erwachsene 2013 Erwachsene 2023 Stimme voll und ganz zu Stimme eher zu Teils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu Basis5.727 | 2.864 | 949 | 652 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie/stimmst Du folgenden Aussagen zum ThemaSport und Bewegung zu?“ –Karlsruhe ist insgesamt eine sport-und bewegungsfreundliche Stadt – % Amt für Stadtentwicklung | 35 Zufriedenheit mit der Infrastruktur für Bewegung und Sport in Karlsruhe Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den im Stadtgebiet gebotenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung fällt alles in allem sehr positiv aus. Innerhalb des stadtweit gefassten potentiellen Aktionsraums zeigen sich rund ein Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher sehr zufrieden (31,1 %) und weitere 57,6 % eher zufrieden (Abbildung 4.2). Unterschiede nach Geschlecht sind dabei marginal. In den letzten gut 20 Jahren kann eine konstant hohe Zufriedenheit der erwachsenen Bevölkerung mit den vorgefundenen Gegebenheiten für Sport und Bewegung in Karlsruhe festgestellt werden. Mit höherem Alter lassen sich etwas höhere Zufriedenheitswerte mit der Situation im Stadtgebiet beobachten. Kinder und Jugendliche sind in ähnlichem Ausmaß mit den sportlichen Rahmenbedingungen zufrieden, wobei im Laufe der letzten zehn Jahre der Anteil der sehr zufriedenen Karlsruherinnen und Karlsruher unter 18 Jahren erfreulicherweise zugenommen hat (Abbildung 4.3). 35,3 32,8 32,1 29,8 29,2 19,1 33,3 31,1 60,6 57,9 57,1 56,2 58,7 72,8 57,7 57,6 2,9 8,1 8,8 11,7 10,2 7,3 7,3 9,5 1,2 1,1 1,9 2,3 1,9 0,8 1,7 1,9 0102030405060708090100 75 Jahre und älter 65 bis unter 75 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Karlsruhe insgesamt 2000 Karlsruhe insgesamt 2013 Karlsruhe insgesamt 2023 Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenSehr unzufrieden Abbildung 4.2 Zufriedenheitder erwachsenen Bevölkerung mit den gebotenenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung in Karlsruhe nach Altersgruppen Basis5.454 | 3.009 | 1.510 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wie zufrieden sindSie mit den gebotenen Möglichkeiten, um Ihren Bedürfnissen nach Bewegung und sportlichen Aktivitäten nachzugehen?“ –Bezogen auf die Stadt Karlsruhe insgesamt – % 36 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 27,8 35,1 55,5 50,9 13,2 11,8 3,5 2,2 0102030405060708090100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenSehr unzufrieden % Abbildung 4.3 Zufriedenheit von Kindern und Jugendlichen mit den gebotenenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung in Karlsruhe im Zeitvergleich Basen919 | 684 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wie zufrieden bist Du mit den gebotenen Möglichkeiten, um Deinen Bedürfnissen nach Bewegung und sportlichen Aktivitäten nachzugehen?“ –Bezogen auf die Stadt Karlsruhe insgesamt – © JW Studio – stock.adobe.com Amt für Stadtentwicklung | 37 Sicherheitsempfinden im Bereich von Freizeit- und Sportanlagen Der Aussage „Wenn ich auf Freizeit-/Sportanlagen gehe, fühle ich mich dort und im Umfeld sicher“ stimmen insgesamt rund ein Drittel (30,4 %) voll und ganz und weitere 45,0 % eher zu. 18,2 % antworten mit teils-teils, 4,6 % stimmen eher nicht und 1,9 % gar nicht zu (siehe Abbildung 4.4). Männer bescheinigen die empfundene Sicherheit mit zusammengenommen 78,3 % etwas häufiger „voll und ganz“ oder „eher“ als Frauen (72,1 %). Der Unterschied zwischen der erwachsenen Bevölkerung und den Kindern und Jugendlichen ist in Bezug auf das Sicherheits- empfinden im Bereich von Sportflächen nur gering. Allerdings äußern Jungen beinahe doppelt so häufig ein uneingeschränktes Sicherheitsgefühl (stimme voll und ganz zu: 39,1 %) als Mädchen (21,1 %). Erfreulicherweise reicht der Anteil der eher nicht oder gar nicht zustimmenden Bevölkerung in keiner Altersgruppe an die 10 Prozent heran. Abbildung 4.4 Sicherheit im Bereich von Freizeit-und Sportanlagen in Karlsruhe nach Geschlecht 21,1 39,1 29,8 27,1 33,2 30,4 41,9 36,7 39,4 45,0 45,1 45,0 29,3 16,9 23,3 20,5 16,0 18,2 5,8 5,6 5,7 5,1 4,1 4,6 1,9 1,8 1,8 2,3 1,6 1,9 0102030405060708090100 Mädchen Jungen Kinder und Jugendliche 2023 Weiblich Männlich Erwachsene 2023 Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu Basis5.214 | 938 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie/stimmst Du folgenden Aussagen zum ThemaSport und Bewegung zu?“ –Wenn ich auf Freizeit-/Sportanlagen gehe, fühle ich mich dort und im Umfeld sicher. – % 38 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Die Karte in Abbildung 4.5 zeigt zusammengefasst die sich eher oder sehr sicher fühlenden Bevölkerungsanteile nach Stadtteilen – wobei sich die Einschätzung allgemein auf das Sicherheitsgefühl auf Sport- und Freizeitanlagen in Karlsruhe bezieht und nicht auf spezifische Anlagen im Wohnumfeld der Befragten. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass das geäußerte Sicherheitsempfinden trotzdem einen Wohnortbezug hat. So werden die am intensivsten ausgeübten Sportarten überdurchschnittlich häufig im Stadtteil ausgeübt. Bewohnerinnen und Bewohner von Grünwettersbach (86,8 %) und Hohenwettersbach (85,6 %) äußern ein überdurchschnittlich hohes Sicherheitsempfinden auf den Karlsruher Sportanlagen. Eine verhältnismäßig geringere Sicherheit wird dagegen von den im westlichen Stadtgebiet wohnenden Befragten empfunden: weniger als zwei Drittel der Befragten stimmen der Aussage in Knielingen (63,5 %), Grünwinkel (65,0 %) und Daxlanden (65,7 %) voll und ganz oder eher zu, gefolgt von Mühlburg (69,4 %). Eine Gesamtübersicht des Sicherheitsempfindens der Bevölkerung auf Sport- und Freizeitanlagen nach Stadtteilen ist in Abbildung 4.6 dargestellt. Abbildung 4.5 Sicherheit auf Sportanlagen in Karlsruhe 2023 „Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu den Themen Sport und Bewegung zu? Wenn ich auf Freizeit-/Sportanlagen gehe, fühle ich mich dort und im Umfeld sicher.“ –Stimme voll und ganz zu| Stimme eher zu – Basis5.214 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Amt für Stadtentwicklung | 39 24,5 26,5 24,2 26,7 26,6 23,5 21,8 31,7 26,3 27,5 28,0 28,9 30,4 35,6 27,5 33,8 25,6 35,3 31,2 38,5 34,9 34,7 34,7 32,5 36,2 35,5 35,2 27,9 39,0 38,5 41,5 42,7 45,1 48,6 52,1 42,2 47,8 46,7 47,0 46,4 45,0 39,9 48,6 42,7 50,9 41,9 46,6 39,8 43,8 44,7 45,2 47,4 44,5 45,3 50,4 58,9 25,7 27,6 25,0 23,6 20,6 17,7 16,5 17,5 19,7 20,4 17,7 17,6 18,2 17,6 19,0 17,8 16,9 17,8 13,9 15,9 16,8 17,1 15,2 14,4 13,9 13,7 11,9 10,0 6,2 5,0 4,3 5,7 5,1 3,8 5,7 6,3 5,2 4,2 4,9 4,5 4,6 6,1 2,5 4,3 5,7 4,9 5,5 4,3 3,3 1,0 4,0 3,5 3,4 4,4 3,2 4,6 2,4 4,9 1,4 2,7 6,4 3,9 2,3 1,1 1,2 2,4 2,5 1,9 0,8 2,4 1,3 1,0 2,9 1,5 1,2 2,4 1,0 2,2 2,0 1,2 2,4 0102030405060708090100 Knielingen Grünwinkel Daxlanden Mühlburg Grötzingen Palmbach Oberreut Weiherfeld-Dammerstock Rintheim Südstadt Nordweststadt Durlach Karlsruhe Oststadt Nordstadt Beiertheim-Bulach Rüppurr Stupferich Innenstadt-Ost Wolfartsweier Weststadt Innenstadt-West Südweststadt Neureut Hagsfeld Waldstadt Hohenwettersbach Grünwettersbach Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu Abbildung 4.6 Sicherheit im Bereich von Freizeit-und Sportanlagen in Karlsruhe nach Stadtteilen Basis5.214 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie folgenden Aussagen zum Thema Sport und Bewegung zu?“ –Wenn ich auf Freizeit-/Sportanlagen gehe, fühle ich mich dort und im Umfeld sicher. – % Karlsruhe 40 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Personen, die angegeben haben, dass sie sich auf den Sport- und Freizeitanlagen der Fächerstadt unsicher fühlen (= stimme eher nicht zu oder stimme eher gar nicht zu) wurden gebeten, die Gründe für ihr mangelndes Sicherheitsgefühl anzugeben. Hierauf wurden von den erwachsenen Befragten vor allem unangenehme Personen(-gruppen) (37,8 %), belästigendes Verhalten/Gewalt (20,3 %), fehlende Beleuchtung beziehungsweise Dunkelheit (19,4 %) sowie ein generelles Gefühl der Unsicherheit/Unwohlsein (15,3 %) als Begründungen angeführt. Abbildung 4.7 veranschaulicht, dass die Aspekte Fehlende Beleuchtung/Dunkelheit sowie Gefühl der Unsicherheit/Unwohlsein besonders häufig von Frauen genannt werden. Auch bei den unter 18-Jährigen sind unangenehme Personen(-gruppen) mit 30,8 % der häufigste Grund für mangelndes Sicherheitsempfinden auf und um Freizeit- und Sportanlagen (Abbildung 4.8). Beinahe ebenso häufig werden bedrohliche Jugendliche von 26,9 % als ausschlaggebender Faktor für Unsicherheit genannt. Der von Erwachsenen häufig für Unwohlsein verantwortliche Aspekt der mangelnden oder fehlenden Beleuchtung wird nur von 5,8 % der Kinder und Jugendlichen, die sich auf Freizeit- und Sportanlagen eher nicht oder gar nicht sicher fühlen, angebracht. Dies könnte auch auf die unterschiedlichen Nutzungszeiten der Sportanlagen zurückzuführen sein. So scheint die Annahme plausibel, dass Kinder und Jugendliche Sportanlagen eher bei Tageslicht aufsuchen. Abbildung 4.7 Sicherheitsbedenken auf Freizeit-/Sportanlagen | Erwachsene TG, MFN TGTeilgruppe: Nur Befragte, die der Aussage zu genug Sicherheit auf Freizeit-/Sportanlagen eher nicht oder gar nicht zustimmen. MFNMehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis244 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wieso fühlen Sie sich auf Freizeit -/Sportanlagen nicht sicher?" 8,3 0,7 6,5 3,1 7,4 9,4 21,5 24,3 19,4 37,9 9,2 5,9 3,1 10,3 7,1 11,9 8,1 13,7 21,3 37,7 8,7 3,1 5,0 6,4 7,3 10,5 15,3 19,4 20,3 37,8 01020304050 Sonstiges Angespannte Verkehrssituation Zu viele Menschen Kriminalität Mangelnde Hygiene/Sauberkeit Alkohol- und Drogenkonsum Gefühl der Unsicherheit, Unwohlsein Fehlende Beleuchtung, Dunkelheit Belästigendes Verhalten, Gewalt Unangenehme Personen(-gruppen) Gesamt Männlich Weiblich % Amt für Stadtentwicklung | 41 Abbildung 4.8 Sicherheitsbedenken auf Freizeit-/Sportanlagen | Kinder und Jugendliche TG, MFN TGTeilgruppe: Nur Befragte, die der Aussage zu genug Sicherheit auf Freizeit-/Sportanlagen eher nicht oder gar nicht zustimmen. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis141 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wieso fühlstDuDich auf Freizeit -/Sportanlagen nicht sicher?" 11,5 1,9 5,8 5,8 5,8 9,6 11,5 15,4 26,9 30,8 01020304050 Sonstiges Angespannte Verkehrssituation Fehlende Beleuchtung, Dunkelheit Mangelnde Hygiene/Sauberkeit Alkohol- und Drogenkonsum Kriminalität Gefühl der Unsicherheit, Unwohlsein Belästigendes Verhalten, Gewalt Bedrohliche Jugendliche Unangenehme Personen(-gruppen) % 42 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 4.2 Sport im Stadtteil und im Wohnumfeld Neben der gesamtstädtischen Zufriedenheit wurde auch die Zufriedenheit der Karlsruherinnen und Karlsruher mit den Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Stadtteil beziehungsweise der Wohnumgebung erhoben. Außerdem wurde für die bis zu drei am häufigsten betriebenen Sportarten gefragt, wo diese in der Regel ausgeführt werden. Ortsbezug der Sportausübung Um mögliche Unterschiede der Nutzungsmuster und Zufriedenheitsstrukturen innerhalb des Stadtgebiets ermitteln zu können, wurde je betriebener Sportart nach den Ausübungsorten gefragt sowie weitere Fragen mit Bezug auf den eigenen Stadtteil beziehungsweise das Wohnumfeld gestellt. Rund die Hälfte der Karlsruherinnen und Karlsruher betreiben die am häufigsten ausgebübten Sportarten überwiegend im eigenen Stadtteil (Erwachsene zu 46,3 %, Kinder und Jugendliche zu 50,2 %). Weitere rund 40 Prozent nutzen für Bewegungsaktivitäten Angebote in anderen Stadtteilen innerhalb Karlsruhes (Erwachsene zu 37,8 %, Kinder und Jugendliche zu 42,9 %). 15,9 % der Erwachsenen sowie 6,9 % der Kinder und Jugendlichen treiben überwiegend außerhalb von Karlsruhe Sport (Abbildung 4.9). Im Zeitvergleich zeigt sich in beiden Befragtengruppen eine Ausweitung des Aktivitätsradius, was im Falle von nicht zu Hause begonnenen Sportarten mit einem gestiegenen Mobilitätsaufkommen einhergeht. 68,9 50,2 62,1 46,3 26,9 42,9 26,5 37,8 4,2 6,9 11,4 15,9 0102030 40 5060708090100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Erwachsene 2013 Erwachsene 2023 ... in meinem Stadtteil... in einem anderen Stadtteil... außerhalb von Karlsruhe % Abbildung 4.9 Ortsbezug derSportausübungim Zeitvergleich Basis5.225 | 2.675 | 866 | 694 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wo betreiben Sie/betreibst Du die genannten Sportarten/Bewegungsaktivitäten?“ Überwiegend... Amt für Stadtentwicklung | 43 Abbildung 4.10 zeigt auf die jeweiligen Stadtteile bezogen die überwiegenden Ausübungsorte der sportlichen Aktivitäten der erwachsenen Wohnbevölkerung. Die drei besonders häufig betriebenen Bewegungsaktivitäten Radfahren, Spazierengehen und Laufsport können in der Regel vor der eigenen Haustür gestartet werden. Da an den Stadtrandlagen verhältnismäßig viel Raum zur Ausübung dieser Sportarten besteht, liegt nahe, dass dort die im eigenen Stadtteil betriebenen Sportarten besonders verbreitet sind und Anteile von über 50 Prozent übersteigen. In Hohenwettersbach werden 54,6 % der am häufigsten betriebenen Sportaktivitäten im eigenen Stadtteil betrieben, in der Waldstadt sogar 58,2 %. In den zentrumsnah gelegenen Stadtteilen sind die innerhalb des eigenen Stadtteils durchgeführten Bewegungsaktivitäten vergleichsweise gering, machen aber dennoch mindestens 39 Prozent aus. Abbildung 4.10 Anteil der stadtteilbezogenen Sportausübung in Karlsruhe 2023 „Wo betreiben Sie die genannten Sportarten/Bewegungsaktivitäten?“ –Anteil der Befragten, die mit „überwiegend in meinem Stadtteil“ antworteten – Basis5.198 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. 44 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Zufriedenheit mit den Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Stadtteil Im Vergleich zur Zufriedenheit mit den Möglichkeiten für Sport und Bewegung in der Gesamtstadt fällt die Zufriedenheit der Karlsruherinnen und Karlsruher innerhalb dieses enger gefassten potentiellen Aktionsraums etwas niedriger aus als. Dennoch sind die Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Angebot zur Ausübung von Sport- und Bewegungsaktivitäten in ihrem Stadtteil in den letzten Jahren eher zufriedener geworden. Insgesamt geben gut acht von zehn erwachsenen Befragten an, mit den im unmittelbaren Umfeld gebotenen Möglichkeiten sehr zufrieden (31,2 %) oder eher zufrieden (50,9 %) zu sein. Gerade der Anteil der sehr Zufriedenen hat in den letzten zwanzig Jahren sukzessive zugenommen (Abbildung 4.11). Unter den befragten Kindern und Jugendlichen liegt die Zufriedenheit mit den im eigenen Stadtteil vorgefundenen Möglichkeiten zur Ausübung sportlicher Aktivitäten etwas niedriger als bei den Erwachsenen: Zwar bezeichnen sich 27,7 % als sehr zufrieden, allerdings liegt der Anteil der eher oder sehr Unzufriedenen mit zusammengenommen 26,1 % rund zehn Prozentpunkte über dem der Erwachsenen. Nichtsdestotrotz lässt sich auch bei den jüngsten Befragten eine positive Entwicklung der Zufriedenheit in den letzten zehn Jahren feststellen. Abbildung 4.11 Zufriedenheitmit gebotenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Stadtteil im Zeitvergleich 20,8 27,7 17,0 28,6 31,2 46,8 46,2 66,7 51,1 50,9 21,7 20,1 14,0 14,9 14,0 10,7 6,0 2,3 5,4 3,9 0102030405060708090100 Kinder und Jugendliche 2013 Kinder und Jugendliche 2023 Karlsruhe insgesamt 2000 Karlsruhe insgesamt 2013 Karlsruhe insgesamt 2023 Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenSehr unzufrieden Basis5.589 | 3.009 | 1.510 | 929 | 701 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wie zufrieden sindSie/bist Du mit den gebotenen Möglichkeiten, um Ihren/Deinen Bedürfnissen nach Bewegung und sportlichen Aktivitäten nachzugehen?“ –Bezogen auf den Stadtteil, in dem Sie wohnen/Duwohnst– % Amt für Stadtentwicklung | 45 Besonders zufrieden zeigen sich bei kleinräumiger Betrachtungsweise die erwachsenen Karlsruherinnen und Karlsruher in der Waldstadt (eher oder sehr zufrieden: 90,1 %), Rintheim (89,3 %), Hagsfeld (88,4 %) und Rüppurr (87,0 %) sowie in den Höhenstadtteilen Palmbach (88,9 %), Grünwettersbach (87,3 %) und Stupferich (86,1 %). Dagegen sind etwas weniger als drei Viertel der Befragten mit den gebotenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung in Oberreut (70,1 %), Knielingen (71,4 %), Hohenwettersbach (73,3 %) und Wolfartsweier (74,7 %) sehr oder eher zufrieden (Abbildung 4.12). Bei der Interpretation dieser Unterschiede im Stadtgebiet müssen allerdings auch die verschiedenen Altersstrukturen in den Lagetypen berücksichtigt werden. So liegt der Anteil der sehr Zufriedenen in der von relativ junger Bevölkerung geprägten Innenstadt und am Innenstadtrand bei 27,5 %, am inneren Stadtrand bei 31,5 % und am äußeren Stadtrand bei 35,4 %. Abbildung 4.13 zeigt kartografisch die Zufriedenheitswerte der Erwachsenen mit den infrastrukturellen Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung im jeweiligen Wohnstadtteil. Für Kinder und Jugendliche sind keine validen Stadtteilaussagen möglich, da die Datenbasis zu gering ist. Aggregiert nach Lagetypen im Stadtgebiet zeigen sich in jungen Jahren allerdings nicht die im Erwachsenenalter beschriebenen Unterschiede. 23,9 25,0 42,1 33,0 28,1 24,6 30,3 28,3 34,1 24,8 25,2 26,9 25,0 32,7 31,2 33,7 31,2 34,2 24,6 37,3 39,6 36,7 38,7 39,1 38,1 29,2 30,9 55,0 46,2 46,4 31,2 41,7 48,7 53,7 49,6 52,0 46,2 56,4 56,0 54,4 56,7 49,4 50,9 49,3 52,4 49,6 60,0 47,8 45,6 49,4 48,3 48,2 50,3 59,7 58,4 35,1 19,0 19,7 18,8 22,2 16,8 18,4 16,6 13,2 15,7 13,8 14,0 15,1 15,4 15,5 14,0 12,4 13,1 13,1 12,3 12,7 13,5 11,8 10,0 10,8 8,9 7,5 6,7 7,7 10,9 8,9 7,9 3,1 6,4 3,3 3,4 6,4 4,1 5,0 4,8 3,6 2,9 2,4 3,9 4,6 3,2 3,1 3,2 2,2 1,3 2,1 3,0 1,9 2,7 3,6 4,0 2,2 0102030405060708090100 Oberreut Knielingen Hohenwettersbach Wolfartsweier Nordstadt Innenstadt-Ost Innenstadt-West Grötzingen Grünwinkel Oststadt Südstadt Mühlburg Südweststadt Neureut Karlsruhe Daxlanden Durlach Weststadt Nordweststadt Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Stupferich Rüppurr Grünwettersbach Hagsfeld Palmbach Rintheim Waldstadt Sehr zufriedenEher zufriedenEher unzufriedenSehr unzufrieden % Abbildung4.12 Zufriedenheit mit gebotenen Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Stadtteil Basis5.589 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Wie zufrieden sind Sie mit den gebotenen Möglichkeiten, um Ihren Bedürfnissen nach Bewegung und sportlichen Aktivitäten nachzugehen?“ –Bezogen auf den Stadtteil, in dem Sie wohnen – 46 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Abbildung 4.13 Zufriedenheit mit den Möglichkeiten für Sport im Stadtteil 2023 „Wie zufrieden sind Sie mit den gebotenen Möglichkeiten, um Ihren Bedürfnissen nach Bewegung und sportlichen Aktivitäten nachzugehen?“ –Bezogen auf den Stadtteil, in dem Sie wohnen – Basis5.589 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Amt für Stadtentwicklung | 47 Möglichkeiten für unentgeltliche sportliche Aktivtäten im Wohnumfeld Neben der allgemeinen Zufriedenheit mit den Sportmöglichkeiten im Stadtteil wurde auch die Situation im Wohnumfeld hinsichtlich unentgeltlicher Sportmöglichkeiten thematisiert. Der Aussage „In meinem Wohnumfeld gibt es genug Möglichkeiten, ohne Bezahlung sportlichen Aktivitäten nachzugehen“ stimmen rund ein Viertel (24,4 %) voll und ganz und ein weiteres Drittel (33,8 %) eher zu. Zusammengenommen 16,5 % stimmen dieser Aussage eher nicht (11,7 %) oder gar nicht (4,8 %) zu und die verbleibenden 25,4 % antworten mit „teils-teils“. Die unter 18-jährigen Karlsruherinnen und Karlsruher schätzen die Versorgungslage mit kostenfreien Bewegungsangeboten im Wohnumfeld weniger positiv ein als die Erwachsenen. Wie aus Abbildung 4.14 ersichtlich, stimmen Jungen der Aussage im Hinblick auf ausreichend kostenfreie Angebote in der unmittelbaren Wohnumgebung allerdings häufiger voll und ganz zu (25,6 %) als Mädchen (17,6 %). Dies könnte auch mit den unterschiedlichen Präferenzen von Jungen und Mädchen im Hinblick auf Bewegungsaktivitäten zusammenhängen. Insgesamt erfährt die Aussage über ausreichend kostenfreie Möglichkeiten zur Sportausübung im Wohnumfeld in der Bevölkerung eine breite Zustimmung. Die verschiedenen Zustimmungswerte nach Stadtteilen sind detailliert in Abbildung 4.15 enthalten. Die aggregierten Anteile von „Stimme voll und ganz zu“ und „stimme eher zu“ sind in Abbildung 4.16 kartografisch dargestellt. Vor allem in den Höhenstadtteilen zeigt sich hier eine positive Grundstimmung. Relativ geringe Zustimmungswerte sind vor allem in Knielingen (zusammengenommen 41,9 %), der Innenstadt-Ost (50,5 %), der Oststadt (51,0 %), in Oberreut (51,4 %) und der Nordweststadt (52,4 %) zu verzeichnen. 17,6 25,6 21,4 24,4 28,6 28,2 28,4 33,8 32,4 24,9 28,8 25,4 16,2 13,7 15 11,7 5,2 7,6 6,3 4,8 0102030405060708090100 Mädchen Jungen Kinder und Jugendliche Karlsruhe insgesamt 2023 Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu % Abbildung 4.14 Möglichkeiten zur unentgeltlichenAusübung von Sport und Bewegung im Wohnumfeld Basis5.737 | 961 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie/stimmst Du folgenden Aussagen zum ThemaSport und Bewegung zu?“ –In meinem Wohnumfeld gibt es genug Möglichkeiten ohne Bezahlung sportlichen Aktivitäten nachzugehen. – 48 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung 17,6 16,1 19,4 20,2 16,2 19,6 21,7 23,8 19,6 21,3 26,5 24,4 26,3 32,9 29,4 27,9 20,1 27,9 25,4 23,6 26,6 25,3 38,8 31,7 27,7 31,3 37,6 32,7 24,3 34,4 31,6 31,2 36,2 35,7 33,8 33,2 37,5 36,5 31,4 33,8 32,0 26,1 29,8 31,5 40,0 32,5 35,8 37,7 35,2 38,1 25,3 32,8 37,0 34,3 31,7 43,5 31,3 29,0 28,6 23,2 30,5 26,3 24,5 25,6 25,5 22,1 27,6 25,4 25,0 25,4 25,2 22,4 26,5 22,5 23,4 24,1 24,6 23,2 24,0 25,7 18,3 20,5 15,9 18,8 15,8 14,8 14,7 17,4 13,7 14,0 13,6 12,0 13,5 18,2 9,5 11,7 12,0 14,2 9,3 10,4 10,1 11,3 11,0 10,3 9,1 3,0 6,4 5,5 14,8 12,2 7,7 3,4 11,0 5,7 5,6 7,9 3,4 4,3 6,4 5,3 4,0 1,8 5,0 4,8 4,7 1,4 6,3 7,8 3,2 5,7 4,4 4,3 4,4 10,4 5,6 4,3 2,3 1,8 7,2 1,6 01020 30 405060708090100 Knielingen Innenstadt-Ost Oststadt Oberreut Nordweststadt Mühlburg Innenstadt-West Rintheim Südweststadt Stupferich Grötzingen Karlsruhe Durlach Hagsfeld Grünwinkel Wolfartsweier Südstadt Daxlanden Rüppurr Weststadt Neureut Palmbach Waldstadt Weiherfeld-Dammerstock Nordstadt Beiertheim-Bulach Hohenwettersbach Grünwettersbach Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu % Abbildung 4.15 Möglichkeiten zur unentgeltlichen Ausübung von Sport und Bewegung im Wohnumfeld Basis5.737 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie folgenden Aussagen zum Thema Sport und Bewegung zu?“ –In meinem Wohnumfeld gibt es genug Möglichkeiten ohne Bezahlung sportlichen Aktivitäten nachzugehen. – Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung | 49 Abbildung 4.16 Unentgeltliche Sportmöglichkeiten im Wohnumfeld in Karlsruhe 2023 „Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu den Themen Sport und Bewegung zu?“ In meinem Wohnumfeld gibt es genug Möglichkeiten ohne Bezahlung sportlichen Aktivitäten nachzugehen. –Stimme voll und ganz zu |Stimme eher zu – Basis5.737 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. 50 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Bei Befragten mit geringer oder fehlender Zustimmung wurde nachgefragt, welche kostenfreien Angebote sie sich in ihrem Wohnumfeld wünschen würden. Dabei werden von Männern und Frauen über alle Altersklassen hinweg am häufigsten Wünsche nach Fitness- und Sportgeräten im Freien (38,7 %) geäußert (Abbildung 4.17). Dagegen formulieren Minderjährige insbesondere Wünsche nach kostenlos nutzbaren Ballsportplätzen. Sie liegen mit einem Anteil von 42,6 % deutlich über den formulierten Bedarfen an Fitness- und Sportgeräten im Freien (25,5 %). Interessant ist, dass sich bei den Minderjährigen deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede im Hinblick auf die geäußerten Wünsche feststellen lassen. So wünschen sich 62 % der Jungen Ballsportplätze und nur 19 % der Mädchen. Fitness- und Sportgeräte im Freien werden dagegen von 35,7 % der Mädchen und von 18 % der Jungen gewünscht. Abbildung 4.17 Gewünschte Angebote für sportliche Aktivitäten im Wohnumfeld TG, MFN TGTeilgruppe: Nur Befragte, die der Aussage zu genug Angebot im Wohnumfeld eher nicht oder gar nicht zustimmen. MFNMehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis318 | 94 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Welche Angebote würden Sie sich in Ihrem//würdest Du Dir in Deinem Wohnumfeld wünschen?" 1,1 2,1 8,5 1,1 4,3 4,3 1,1 4,3 5,3 1,1 2,1 8,5 42,6 6,4 25,5 0,6 0,9 0,9 1,6 2,7 3,1 4,5 4,7 5,5 5,7 8,0 10,5 12,1 13,5 14,0 38,7 01020304050 Autofreie Straßen und Freiflächen Boule und Kugelspiele Mountainbike und Enduro Skating Hundespielplatz Spielplätze Laufbahnen (Aschebahn, Leichtathletik) Kostenlose oder kostengünstige Angebote Tischtennisplatten Beachsportplätze ((Beach)volleyball, Beachfußball) Schlägersportplätze (Tennis, Badminton, Squash, Pickleball, Cricket) Rad und Rennrad Trimm-Dich-Pfade und Jogging Wege Sportanlagen Ballsportplätze (Bolzplätze, Basketballplatz, Handballplatz, Spikeball) Spielwiesen und Grünflächen Fitness und Sportgeräte im Freien Erwachsene Jugendliche und Kinder % Amt für Stadtentwicklung | 51 Eingeschätzte Versorgungslage mit Bewegungsräumen für Kinder im Wohnumfeld Kinder stellen an ihre Umgebung andere Anforderungen als Jugendliche oder Erwachsene. Um etwaige Defizite bei Aktions- und Bewegungsräumen auf kleinräumiger Ebene zu identifizieren, wurde daher nach ausreichender Verfügbarkeit kindgerechter Räume für Bewegung und Sport im Wohnumfeld gefragt. Insgesamt erfährt die Aussage über genug Raum für Bewegung und Sport für Kinder im Wohnumfeld in der Bevölkerung eine breite Zustimmung. Jeweils rund ein Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher stimmen der Aussage „In meinem Wohnumfeld haben Kinder genug Raum für Sport und Bewegung“ voll und ganz (30,4 %) oder eher (38,7 %) zu, 7,8 % stimmen eher nicht und 2,8 % gar nicht zu (Abbildung 4.18). Die Einschätzung der Versorgungssituation im Wohnumfeld fällt bei älteren Befragten etwas optimistischer aus, aber das Meinungsbild ist bei den verschiedenen soziodemografischen Bevölkerungsgruppen insgesamt recht homogen. Die Einschätzungen von Befragten aus Haushalten mit oder ohne Kinder unterscheiden sich nur marginal: 67,2 % der Befragten aus Haushalten mit Kindern und 70,0 % der Befragten aus Haushalten ohne Kinder stimmen der Aussage voll und ganz oder eher zu – wobei von den kinderlosen Befragten die in der Analyse ausgeklammerte weiß nicht-Angabe deutlich häufiger ausgewählt wurde. Abbildung 4.18 Verfügbarkeit von Bewegungsraum für Kinder im Wohnumfeld nach Haushalt 30,5 30,2 30,4 39,5 37,0 38,7 20,1 20,7 20,3 7,6 8,3 7,8 2,4 3,8 2,8 0102030405060708090100 Haushalte ohne Kinder Haushalte mit Kindern Karlsruhe insgesamt 2023 Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu Basis5.375 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie folgenden Aussagen zum Thema Sport und Bewegung zu?“ –In meinem Wohnumfeld haben Kinder genug Raum für Bewegung und Sport. – % 52 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Trotz dieses einheitlichen Stimmungsbildes in der Bevölkerung zeigen sich Unterschiede in der Bewertung des vorhandenen Aktionsraums für Kinder im Wohnumfeld: Die kartografische Betrachtung zeigt die Einschätzung wohnumfeldbezogener Bewegungsräume für Kinder (Abbildung 4.19). Als besonders positiv wird die Situation in den Höhenstadtteilen sowie in nördlicher (Waldstadt und Rintheim) und südlicher (Weiherfeld-Dammerstock und Rüppurr) Stadtrandlage bewertet. Weniger als die Hälfte der Befragten stimmen lediglich in den beiden Stadtteilen der Innenstadt (-West: 47,5 %; -Ost: 49,9 %) zu. Die verschiedenen Zustimmungswerte nach Stadtteilen sind detailliert in Abbildung 4.20 enthalten. Abbildung 4.19 Bewegungsräume für Kinder im Wohnumfeld in Karlsruhe 2023 „Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu den Themen Sport und Bewegung zu? In meinem Wohnumfeld haben Kinder genug Raum für Bewegung und Sport.“ –Stimme voll und ganz zu |Stimme eher zu – Basis5.394 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. Amt für Stadtentwicklung | 53 18,4 14,8 22,2 22,6 19,2 25,5 23,9 27,8 33,6 32,2 32,4 30,4 29,6 35,2 29,0 36,4 32,0 31,8 33,3 41,6 36,9 43,0 38,6 49,2 35,2 41,7 54,5 40,2 29,1 35,1 36,9 39,3 44,1 37,8 41,7 38,1 34,8 36,4 36,5 38,7 40,4 36,7 43,1 35,9 41,3 42,2 41,5 34,7 42,9 36,9 42,4 32,5 46,9 41,3 29,1 44,4 27,1 29,1 26,5 33,4 24,6 23,3 21,0 18,4 16,7 23,1 22,1 20,3 19,5 23,4 20,4 18,9 19,0 15,3 16,8 18,0 15,7 15,9 12,0 10,8 11,3 12,8 12,3 9,5 15,9 18,5 11,7 4,8 9,1 9,7 9,4 12,1 10,8 5,6 5,8 7,8 8,0 3,1 5,0 6,2 6,5 6,7 6,2 4,5 2,8 3,5 4,7 2,2 3,4 2,1 3,3 5,8 9,5 2,5 2,7 2,9 3,7 3,9 3,5 4,1 2,7 3,3 2,8 2,5 1,6 2,4 2,6 1,2 4,0 2,2 1,2 1,7 0,7 2,4 5,3 3,1 2,1 0,7 0102030405060708090100 Innenstadt-West Innenstadt-Ost Oststadt Rintheim Südweststadt Durlach Knielingen Südstadt Daxlanden Beiertheim-Bulach Grötzingen Karlsruhe Weststadt Wolfartsweier Mühlburg Grünwinkel Nordweststadt Oberreut Neureut Nordstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Hagsfeld Hohenwettersbach Palmbach Stupferich Waldstadt Grünwettersbach Stimme voll und ganz zuStimme eher zuTeils-teilsStimme eher nicht zuStimme gar nicht zu Karlsruhe % Abbildung 4.20 Bewegungsraum für Kinder im Wohnumfeld Basis5.394 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Inwiefern stimmen Sie folgenden Aussagen zum Thema Sport und Bewegung zu?“ –In meinem Wohnumfeld haben Kinder genug Raum für Bewegung und Sport. – 54 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Bei Befragten mit geringer oder fehlender Zustimmung zur Aussage, dass Kinder in ihrem Wohnumfeld genug Raum für Bewegung und Sport haben, wurde nachgefragt, welche Angebote für Kinder im Wohnumfeld aus Sicht der Befragten wünschenswert wären. Die Rückmeldungen zu dieser offen formulierten Frage sind äußerst vielfältig. Von den Erwachsenen werden allen voran mehr Spielplätze und Möglichkeiten zur Ausübung von Freizeitsportarten gewünscht (43,1 %; Abbildung 4.21) – teilweise mit Präzisierung auf große Spielplätze, Klettermöglichkeiten oder auch Erlebnis-/Abenteuerspielplätze. Unter den Kindern und Jugendlichen ab 14 Jahren werden Spielplätze mit 22,6 % nur am zweithäufigsten gewünscht. Dagegen nennt fast die Hälfte der unter 18-Jährigen Angebote für Ballsport im Freien (47,2 %; Erwachsene: 21,6 %), darunter vor allem Bolzplätze. Frei zugängliche Grünflächen und autofreie Straßen stehen bei Kindern und Jugendlichen selbst nur zu 1,9 %, bei den Erwachsenen dagegen zu 15,6 % auf dem Wunschzettel. Es ist davon auszugehen, dass die Kinder und Jugendlichen ab 14 Jahren bei der Beantwortung der Frage die eigenen Präferenzen und Bedarfe zu Grunde gelegt haben, wogegen die Erwachsenen „für Kinder“ im Allgemeinen geantwortet haben. Abbildung 4.21 Gewünschte Angebote für Kinder im Wohnumfeld TG, MFN TGTeilgruppe: Nur Befragte, die der Aussage zu genug Angebot für Kinder im Wohnumfeld eher nicht oder gar nicht zustimmen. MFNMehfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100%. Basis258 | 43 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Bürgerumfrage 2023 –Sport und Bewegung. „Welche Angebote für Kinder würden Sie sich in Ihrem/würdest Du Dir in Deinem Wohnumfeld wünschen?" 14,0 16,3 16,3 7,0 2,3 30,2 25,6 1,4 5,2 6,0 14,1 18,7 19,3 45,7 01020304050 Beachsportplätze ((Beach)volleyball, Beachfußball) Fitness und Sportgeräte im Freien Sportanlagen Spielwiesen und Grünflächen Autofreie Straßen und Freiflächen Ballsportplätze (Bolzplätze, Basketballplatz, Handballplatz, Spikeball) Spielplätze Erwachsene Kinder und Jugendliche % Amt für Stadtentwicklung | 55 Fragebogen 56 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 57 58 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 59 60 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 61 62 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 63 64 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 65 66 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 67 68 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 69 70 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 71 72 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 73 74 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 75 76 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 77 78 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 79 80 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 81 82 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung Amt für Stadtentwicklung | 83 84 | Bürgerumfrage 2023 – Sport und Bewegung

  • Anlage 2
    Extrahierter Text

    Dr. Stefan Eckl Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 2 Impressum Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 Stuttgart, September 2024 Verfasser Dr. Stefan Eckl Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung GbR Reinsburgstraße 169, 70197 Stuttgart Telefon 07 11/ 553 79 55 E-Mail: info@kooperative-planung.de Internet: www.kooperative-planung.de Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung, auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung der Autoren gestattet. Für gewerbliche Zwecke ist es grundsätzlich nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen, auf Mikrofilm/-fiche zu verfilmen Im Sinne einer besseren Lesbarkeit haben wir meist die männliche Form der Bezeichnung gewählt. Gemeint sind alle Geschlechter und Identitäten. Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 3 Inhaltsverzeichnis 1Methodik und Herangehensweise ............................................................................................. 5 1.1Der Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung ............................................................... 5 1.2Herangehensweise ....................................................................................................................... 5 2Bilanzierung Sportplätze ............................................................................................................ 9 2.1Aktuelle Versorgungslage ............................................................................................................. 9 2.2Prognostische Abschätzung ....................................................................................................... 11 3Bilanzierung Hallen und Räume .............................................................................................. 13 3.1Aktuelle Versorgungssituation .................................................................................................... 13 3.1.1Berechnung des Bedarfs an Gymnastik-/Fitnessräumen ........................................................... 13 3.1.2Bilanzierung Einzelhallen ............................................................................................................ 14 3.1.3Bilanzierung Mehrfachhallen ...................................................................................................... 15 3.1.4Zusammenfassende Bilanzierung Einfach- und Mehrfachhallen ............................................... 16 3.2Prognostische Abschätzung ....................................................................................................... 17 4Bilanzierung Tennisanlagen .................................................................................................... 19 5Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 21 6Anhang ....................................................................................................................................... 22 Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 4 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 5 1 Methodik und Herangehensweise 1.1 Der Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung Anfang der 1990er Jahre wurde ein erster Vorentwurf des „Leitfadens für die Sportstättenentwicklungs- planung“ durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft präsentiert, seit 2000 ist der Leitfaden in der publizierten Form gültig. Ziel dieses Leitfadens ist die Berechnung von tatsächlichen Bedarfen, orientiert am Sportverhalten der Bevölkerung. Durch ein umfassendes und z.T. auch aufwändiges Berechnungs- verfahren mit den Variablen Sportart, Sportler, Häufigkeit und durchschnittliche Dauer, Fläche pro Sport- ler, Belegungsdichte und Betriebsdauer der Anlage werden Flächenbedarfe ermittelt und diese den vor- handenen Flächen gegenübergestellt. Anhand dieser Bestands-Bedarfs-Bilanzierung ergeben sich An- haltspunkte für die Konzipierung weiterer Maßnahmen (vgl. BISP - Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000; Hartmann, 2000). Für die Sportentwicklungsplanung in Karlsruhe wurde bereits in den Jahren 2013/14 unter Berücksich- tigung des Sportverhaltens, der Mitgliederzahlen im organisierten Sport und des Bestandes an Sport- anlagen eine entsprechende Bilanzierung vorgenommen, die nun aktualisiert und fortgeschrieben wird. 1.2 Herangehensweise Die Analyse des Sportanlagenbedarfs der Bevölkerung basiert, wie bereits in der Vergangenheit, auf dem tatsächlichen Sportverhalten der Bevölkerung. Im Rahmen der Bürgerumfrage 2023, federführend vom Amt für Stadtentwicklung organisiert, sollten die Befragten unter anderem Auskunft zu ihrem Sport- verhalten geben. Die Bürgerumfrage 2023 richtete sich dabei an 17.000 per Zufall ausgewählte Ein- wohnerinnen und Einwohner ab 18 Jahre. Eine zweite Befragung richtete sich an 3.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Die Stichprobe der Erwachsenenbefragung wurde nach einzelnen Untergruppen geschichtet, die Befragung der Kinder und Jugendlichen wurde nicht ge- schichtet. Nähere Ausführungen zur Methodik finden sich im Ergebnisbericht (Stadt Karlsruhe, 2024, S. 5f). Für die Bilanzierung des Sportanlagenbedarfs in der Stadt Karlsruhe haben wir die beiden Datensätze (Erwachsenenbefragung, Kinder- und Jugendbefragung) zusammengeführt und im Hinblick auf das so- ziodemografische Merkmal „Alter“ an die reale Verteilung in der Stadt Karlsruhe angepasst (Bevölke- rung zum 31.12.2022). Ausgewählte Ergebnisse der Analyse stellen wir in Anhang 1 bis Anhang 3 vor. Die für die Bilanzierung notwendigen Daten wie z.B. die Aktivenquote, die Präferenzfaktoren der Sport- und Bewegungsaktivitäten, die Dauer und die Häufigkeit der Aktivitäten sowie die organisatorische Zu- ordnung haben wir anschließend auf Grundlage dieses Datensatzes ausgewertet. Bei der Bilanzierung des Sportanlagenbedarfs sollen nach Möglichkeit die Bedarfe aller Bevölkerungsgruppen einfließen. Die Befragungen in Karlsruhe zeichnen ein gutes Bild der Personen ab 14 Jahre, jedoch fehlen Infor- mationen zur Sportaktivität der Kinder unter 14 Jahren. Um dieses Manko auszugleichen, haben wir die aktuellen Mitgliedermeldungen der Sportvereine an den Badischen Sportbund mit Stand vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 6 01.01.2024 als weitere Datenquelle und Parameter in die Bilanzierung einfließen lassen. Dabei kon- zentrieren wir uns auf die Meldezahlen der Mitglieder unter 14 Jahren – die jeweilige Summe der Mit- glieder pro Fachverband / Sportart haben wir in die Bedarfsbilanzierung einfließen lassen, so dass zu- mindest für die Bedarfe des vereinsorganisierten Sports eine vollständige Datengrundlage vorliegt. Innerhalb der Bilanzierung unterscheiden wir zwischen dem Gesamtbedarf und dem Vereinsbedarf. Beim Gesamtbedarf wird der Bedarf der gesamten Bevölkerung ermittelt, wobei keine Unterscheidung zwischen Vereinssport, selbst organisierten Sport, Sport bei gewerblichen Anbietern und Sport bei an- deren Anbietern gemacht wird. Beim Vereinsbedarf ermitteln wir den Bedarf der vereinsorganisierten Bevölkerung inkl. der Mitglieder bis 13 Jahre (siehe oben). Für den Vereinsbedarf nehmen wir eine separate Berechnung von Häufigkeit, Dauer und Zuordnungsfaktor der einzelnen Sportartengruppen vor. Da sich in der Stadt Karlsruhe in den letzten Jahren einige Entwicklungen bei den Sportanlagen ergeben haben, haben wir in Abstimmung mit dem Schul- und Sportamt den Bestand an städtischen und ver- einseigenen Sportanlagen erfasst und für die Bilanzierung aufbereitet. Ausgewählte Ergebnisse stellen wir in Anhang 4 bis Anhang 6 dar. Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 7 Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 8 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 9 2 Bilanzierung Sportplätze 2.1 Aktuelle Versorgungslage Zu den Sportplätzen werden nachfolgend die Sportanlagen „Großspielfelder“, „Kleinspielfelder“ und „Kampfbahnen“ zusammengefasst. Kleinspielfelder werden dabei mit 0,5 Anlageneinheiten berechnet. Den Sportplätzen werden die Sportarten American Football, Baseball, Fußball, Hockey und Leichtath- letik zugeordnet. Tabelle 1: Parameter „Nutzungsdauer“ für die Berechnungen des Bedarfs an Sportplätzen 1 mit Beleuchtung ohne Beleuchtung Sommer Winter Sommer Winter Naturrasenbelag 20 8 20 0 Kunstrasenbelag 25 25 20 0 Hybridrasen 20 12 20 0 Tennenbelag 20 20 20 0 Kunststoff 0 0 0 0 Ricoten 25 25 20 0 angenommeneNutzungsdauer: 17.00 bis 22.00 Uhr an 5 Tagen; Angaben: Wochenstunden Der Bestand weist für Karlsruhe im Sommer 90 Großspielfelder (61 im Winter), 16 Spielfelder mit Rund- laufbahnen (11 im Winter) sowie 87 Kleinspielfelder (davon sind 52 Kleinspielfelder für den vereinsor- ganisierten Sport im Sommer geeignet, im Winter 3 Spielfelder 2 ) aus. Differenziert man nach dem Feld- belag, ergeben sich im Sommer 112,5 Anlageneinheiten mit Naturrasenbelag, 10,5 Anlageneinheiten mit Kunststoffrasen und neun Anlageneinheiten mit Tennenbelag. Im Winter gibt es 61,5 Anlagenein- heiten mit Naturrasen, 8 Anlageneinheiten mit Kunststoffrasen und 4 Anlageneinheiten mit Tennenbe- lag, die nutzbar sind (über Beleuchtungsanlagen verfügen). Frei zugängliche Freizeitspielfelder wie z.B. Bolzplätze sind nicht in die Bestandsaufnahme eingeflossen – hier gibt es laut Angaben der Stadt Karls- ruhe weitere 145 Spielfelder in unterschiedlicher Qualität, Größe und Ausstattung. Tabelle 2: Weitere Parameter für die Berechnungen des Bedarfs an Sportplätzen Sommer Winter Belegungsdichte Ballsport 30 30 Belegungsdichte Kampfbahn Typ A 60 60 Belegungsdichte Kampfbahn Typ B 50 50 Belegungsdichte Kampfbahn Typ C 40 40 Nutzungsdauer 20,2 9,4 Auslastungsfaktor 0,9 0,9 Für die Bilanzierung des Anlagenbedarfs für den Fußballsport, den Hockeysport, American Football und für Leichtathletik orientieren wir uns im Wesentlichen an den von der Forschungsgruppe Kommunale 1 Die durchschnittliche Nutzungsdauer ergibt sich aus der Berechnung des Mittelwertes für die verschiedenen Feldbeläge (vgl. Hübner & Wulf, 2011, S. 146); wir gehen von einer Nutzung der Sportaußenanlagen im Zeit- raum zwischen 17 und 22 Uhr aus. Die Werte für Hybridrasen haben wir auf Grundlage von Publikationen abgeschätzt. 2 Kleinspielfelder unter einer Größe von 1.120qm sowie mit ungeeignetem Bodenbelag (z.B. Asphalt) werden nicht angerechnet. Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 10 Sportentwicklung der Universität Wuppertal angewandten Parametern (vgl. Hübner et al., 2003, S. 164). Die zugrunde gelegten Parameter können der Tabelle 1 und der Tabelle 2 entnommen werden. Setzt man die jeweiligen Werte in die Grundformel ein, kann folgende Bedarfsberechnung und Bilanzie- rung für die Sportaußenanlagen vorgenommen werden (vgl. Tabelle 3). Den Bedarf an Leichtathletik- Anlagen berechnen wir anhand des Anlagentyps „Kampfbahn Typ C“. Tabelle 3: Bestands-Bedarfs-Bilanzierung Sportplätze Gesamtbedarf 3 Vereinsbedarf SommerWinterSommerWinter American Football 0,7 1,7 0,7 2,0 Baseball 2,4 0,3 1,5 0,0 Fußball 33,9 51,9 35,6 59,4 Hockey 3,2 0,0 2,7 0,7 Leichtathletik 4,4 4,5 6,4 4,8 Summe Bedarf44,658,447,066,9 Summe Bestand 134,0 73,5 132,0 73,5 Bilanz88,415,185,06,6 Die Bilanzierungsergebnisse zeigen für den Vereinsbedarf der Karlsruher Sportvereine im Sommer deutliche Überkapazitäten mit Sportplatzanlagen, während im Winter die Versorgungssituation stadtweit als eher eng zu bezeichnen ist. Diese Aussage gilt für die Gesamtstadt, daher kann nicht ausgeschlos- sen werden, dass sich in den verschiedenen Stadtteilen die Versorgungslage unterscheidet. Betrachtet man den Bedarf der Sportvereine detaillierter, ergeben sich folgende Aussagen:  aktuell stehen für den Hockeysport 1 Großspielfeld und 3 Kleinspielfelder zur Verfügung (=2,5 Anlageneinheiten); vereinsorganisierter Bedarf von 2,7 Anlageneinheiten (Sommer) nahezu komplett abgedeckt  Bedarf von 6,4 Anlageneinheiten (Sportplatz mit 400m-Rundlaufbahn) (Sommer) für die ver- einsorganisierte Leichtathletik ist mit 15 Anlageneinheiten im Bestand mehr als gedeckt  Bedarf von 35,6 Anlageneinheiten (Sommer) bzw. 59,4 Anlageneinheiten (Winter) (jeweils Großspielfelder) für den vereinsorganisierten Fußball ist mit 114,5 Anlageneinheiten (Sommer) und 72,5 Anlageneinheiten (Winter) gut abgedeckt 3 Hinweis Gesamtbedarf: Bolzplätze und andere frei zugänglichen Spielfelder sowie vereinseigene Spielfelder, die nicht für den Trainingsbetrieb geeignet sind (Größe, Oberflächenbelag), wurden nicht dem Bestand zuge- rechnet. Es handelt sich dabei um ca. 145 weitere Spielfelder unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Ausstattung. Inklusive der Sportanlagen des IfS. Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 11 2.2 Prognostische Abschätzung Unter Berücksichtigung der Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2035 (Quelle: Stadt Karlsruhe), einer gleichbleibenden Sportpräferenz (Aktivenquote, Präferenzen für die einzelnen Sportarten) und eines gleichbleibenden Sportstättenbestandes kann eine Abschätzung der künftigen Sportanlagenversorgung vorgenommen werden. Wir untersuchen hier zunächst nur den Vereinsbedarf. Tabelle 4: Prognostische Abschätzung Bedarf Sportplätze (Vereinsbedarf) Jahr 2023Jahr 2035 SommerWinterSommerWinter American Football 1 2 1 2 Baseball 2 0 2 0 Fußball 36 59 39 66 Hockey 3 1 2 1 Leichtathletik 6 5 7 5 Summe Bedarf 47 67 51 74 Summe Bestand1327413274 Bilanz857810 Angesichts des vorhergesagten starken Anstiegs der Bevölkerungszahlen, der alle Altersgruppen gleichermaßen betrifft, wird sich die Nachfrage nach Sportarten, die auf Sportplätzen stattfinden, erhö- hen. Dies wird dazu führen, dass zwar einerseits der Vereinsbedarf im Sommer nach wie vor sehr gut gedeckt sein wird, sich jedoch die angespannte Versorgungssituation mit Sportplatzanlagen im Winter weiter verschärfen wird. Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 12 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 13 3 Bilanzierung Hallen und Räume 3.1 Aktuelle Versorgungssituation Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung können in verschiedene Typen klassifiziert werden. Neben Einzelhallen bis zu einer Größe von 15x27 Metern können mehrteilige Hallen erfasst werden. Daneben zählen auch kleinere Räumlichkeiten, die sportiv genutzt werden, zu den Hallen und Räumen (z.B. Krafträume, Gymnastikräume). Der Bedarf an Einzelhallen bzw. Zwei- und Dreifachhallen orientiert sich an den sportfunktionalen Voraussetzungen jeder Sportart. Der Übungsbetrieb der Wettkampfmann- schaften im Handball- und Hallenhockeysport bedarf dabei laut Leitfaden einer Mindestgröße von zwei Anlageneinheiten Einzelhalle bzw. einer Nettosportfläche von 968 Quadratmetern (vgl. BISP - Bundes- institut für Sportwissenschaft, 2000, S. 73ff.; Rütten et al., 2003, S. 63; Hübner & Wulf, 2011, S. 200). Die nachfolgenden Bilanzierungen orientieren sich an diesen sportfunktionalen Bedarfen. Die Bilanzierung des Bedarfs an Hallen und Räumen erfolgt wie bei den Sportplätzen über einen Ab- gleich der vorhandenen Anlageneinheiten (AE) mit dem rechnerischen Bedarf. Turn- und Sporthallen werden über den Bedarf an Einzelhallen berechnet; eine Einzelhalle (=1AE) entspricht dem Standard- maß von 15x27 Metern (=405qm). Bei Zwei- und Dreifachhallen, die v.a. für die Sportspiele Handball und Hockey benötigt werden, entspricht eine Anlageneinheit einer Nettosportfläche von 968 Quadrat- metern (22x44 Meter). Gymnastikräume werden im Leitfaden als Räume definiert, deren Nettosportflä- che größer oder gleich 100qm ist; eine Anlageneinheit Gymnastikraum entspricht daher einer Netto- sportfläche von 100qm. Im Folgenden stellen wir nur die Winterwerte da, da hier der Bedarf höher ist als im Sommer. 3.1.1 Berechnung des Bedarfs an Gymnastik-/Fitnessräumen In Karlsruhe sind in der Bestandserfassung der Sportanlagen insgesamt 79 Gymnastikräume und 20 Fitnessräume in städtischer und vereinseigener Trägerschaft erfasst (ohne Räume IfS und Pädagogi- sche Hochschule). Dabei variieren die Größen der Räume stark, so dass wir die Flächen auf Standard- Anlageneinheiten umrechnen (100qm Fläche sind eine Anlageneinheit Gymnastikraum; ein Raum mit beispielsweise 160qm Fläche hat damit einen Wert von 1,6 Anlageneinheiten). Für die Berechnung des Bedarfs an Gymnastik- und Fitnessräumen werden folgende Parameter einge- setzt: Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Gymnastik- und Fitnessräume wird auf Grundlage der aktuellen Belegungspläne auf 65,5 Wochenstunden festgelegt. Die Belegungsdichte legen wir mit 16 Personen fest (vgl. BISP - Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S. 93f.). Der Auslastungsfaktor wird auf 0,90 festgelegt (vgl. Hübner & Wulf, 2011, S. 201). Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 14 Tabelle 5: Bilanzierung Gymnastik-/Fitnessräume (Winter) Gesamtbedarf 4 Vereinsbedarf Gymnastik/Fitness 60 38 Bedarf 60 38 Bestand117114 Bilanz 57 76 Die Bilanzierung zeigt für Karlsruhe eine sehr gute Versorgungslage mit Gymnastik- und Fitnessräu- men. Sowohl im Sommer als auch im Winter stehen mehr als genügend Kapazitäten zur Verfügung. 3.1.2 Bilanzierung Einzelhallen Eine Anlageneinheit Einzelhalle entspricht dem Standardmaß von 15x27 Metern (405qm Nettosportflä- che). Die Bestandsaufnahme in Karlsruhe weist 85 Einzelhallen bis 15x27 Meter sowie eine Einzelhalle für Spiele und eine Leichtathletikhalle aus (ohne Hallen IfS und Pädagogische Hochschule). Bei der Nutzungsdauer gehen wir davon aus, dass die Einzelhallen unter der Woche unter Berücksichtigung der schulischen Nutzung von 15 bis 22 Uhr genutzt werden können. Unter Berücksichtigung der aktu- ellen Belegungspläne ergibt sich eine Nutzungsdauer von 30,6 Stunden. Die Belegungsdichte variiert je nach Sportart. In Anlehnung an den Leitfaden (vgl. BISP - Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S. 73ff.) gehen wir von einer Belegung von 20 Personen pro Anlagenein- heit aus. Ausnahme bilden Badminton, Tischtennis und Turnsport. Dort gehen wir in Anlehnung an den Leitfaden von 12 bzw. 16 bzw. 25 Personen pro Anlageneinheit aus. Den Auslastungsfaktor legen wir 0,90 fest, da es sich bei der Belegung der Sporthallen um eine „programmierte Nutzung“ (Köhl & Bach, 1998, S. 4–13) handelt. Tabelle 6: Bilanzierung Einzelhallen (Winter) Gesamtbedarf 5 Vereinsbedarf Badminton 99 Basketball 6 11 Boxen 2 1 Fechten 2 0 Fußball 19 18 Leichtathletik 4 5 Ringen 0 0 Tischtennis 5 12 Turnsport 38 41 Volleyball 22 23 Bedarf 109121 Bestand8987 Bilanz-20-34 4 inkl. Hallen und Räume IfS und Pädagogische Hochschule 5 inkl. Hallen und Räume IfS und Pädagogische Hochschule Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 15 Die Bilanzierung zeigt bei alleiniger Betrachtung der Einzelhallen ein deutliches Defizit. Problematisch erscheint uns vor allem der ermittelte Bedarf des Fußballsports. Insgesamt sind die Ergebnisse für die Einzelhallen in Zusammenhang mit den Ergebnissen der Mehrfachhallen zu betrachten. 3.1.3 Bilanzierung Mehrfachhallen Mehrfachhallen sind Zweifeld- oder Dreifeldhallen. Die Bestandsaufnahme in Karlsruhe weist sieben Zweifeldhallen, 21 Dreifeldhallen und eine Vierfachhalle aus (ohne Hallen IfS und Pädagogische Hoch- schule). Bei der Nutzungsdauer gehen wir davon aus, dass die Hallen unter der Woche unter Berück- sichtigung der schulischen Nutzung von 17 bis 22 Uhr genutzt werden können. Unter Berücksichtigung der aktuellen Belegungspläne ergibt sich eine wöchentliche Nutzungsdauer von 28,7 Wochenstunden für das Training. Die Belegungsdichte variiert je nach Sportart. In Anlehnung an den Leitfaden (vgl. BISP - Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S. 73ff.) gehen wir von einer Belegung von 20 Personen pro Anlagenein- heit aus. Den Auslastungsfaktor legen wir 0,90 fest, da es sich bei der Belegung der Sporthallen um eine „programmierte Nutzung“ (Köhl & Bach, 1998, S. 4–13) handelt. Den Mehrfachhallen weisen wir die Bedarfe der Sportarten Handball und Hockey zu. Tabelle 7: Bilanzierung Mehrfachhallen (Winter) Gesamtbedarf 6 Vereinsbedarf Handball 17 16 Hockey 5 4 Bedarf 22 20 Bestand**3129 Bilanz99 Aktuell ist die Versorgung mit Mehrfachhallen rechnerisch mehr als ausreichend. Jedoch ist dieses Er- gebnis in Zusammenhang mit den Einzelhallen zu betrachten. 6 inkl. Hallen und Räume IfS und Pädagogische Hochschule Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 16 3.1.4 Zusammenfassende Bilanzierung Einfach- und Mehrfachhallen Da Mehrfachhallen in der Praxis oftmals von mehreren Sportgruppen parallel genutzt werden können, haben wir eine zusammenfassende Bilanzierung vorgenommen. Die bedeutet, dass wir die Bedarfe der Sportarten Handball und Hockey, die laut Leitfaden in Mehrfachhallen stattfinden, auf Einzelhallen um- gerechnet haben. Tabelle 8: Zusammenfassende Bilanzierung Einzel- und Mehrfachhallen (Winter) Gesamtbedarf 7 Vereinsbedarf Badminton 99 Basketball 6 11 Boxen 2 1 Fechten 2 0 Fußball 19 18 Handball+ 33 31 Hockey+ 10 8 Leichtathletik 4 5 Ringen 0 0 Tischtennis 5 12 Turnsport 38 41 Volleyball 22 23 Bedarf152160 Bestand++176168 Bilanz24 8 + Diese Sportarten werden Zweifachhallen zugeordnet ++ Zweifachhallen wurden mit 2 AE Einzelhalle berücksichtigt, Dreifachhallen mit 3 AE Einzelhalle, Vierfachhalle mit 4 AE Einzelhalle Die zusammenfassende Bilanzierung zeigt eine aktuell stadtweit gerade noch ausreichende Versorgung mit Einfach- und Mehrfachhallen mit der Tendenz zu erschöpften Kapazitäten für den Vereinssport. 7 inkl. Hallen und Räume IfS und Pädagogische Hochschule Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 17 Tabelle 9: Zusammenfassende Bilanzierung Einzel- und Mehrfachhallen (vereinsorganisierter Sport) Sommer Winter Badminton 2,01,2 Basketball 1,51,9 Boxen 0,60,6 Fechten 0,20,2 Fußball 1,03,3 Handball* 3,74,8 Hockey* 0,00,1 Leichtathletik 0,70,7 Ringen 0,00,0 Tischtennis 0,90,7 Turnsport 4,83,8 Volleyball 0,91,9 Bedarf 16,319,1 Bestand** 33,033,0 Bilanz16,713,9 * Diese Sportarten werden Zweifachhallen zugeordnet ** Zweifachhallen wurden mit 2 AE Einzelhalle berücksichtigt, Dreifachhallen mit 3 AE Einzelhalle, Vier- fachhallen mit 4 AE Einzelhalle 3.2 Prognostische Abschätzung Wiederum soll unter Berücksichtigung der Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2035, einer gleichblei- benden Sportpräferenz (Aktivenquote, Präferenzen für die einzelnen Sportarten) und eines gleichblei- benden Sportstättenbestandes eine Abschätzung der künftigen Sportanlagenversorgung vorgenommen werden. Dabei können folgende Aussagen getroffen werden:  prognostische Bilanz zeigt eine gleichbleibende Versorgung mit Tanzsporträumen und Gym- nastikräumen -> kein Handlungsbedarf  Nachfrage nach Einzelhallen wird stark steigen  insgesamt zeigt prognostische Bilanzierung eine Unterversorgung mit ballspieltauglichen Ein- zel- und Mehrfachhallen auf -> Defizit liegt bei ca. 5 Anlageneinheiten Einzelhalle Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 18 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 19 4 Bilanzierung Tennisanlagen Ergänzend zu den Sportplätzen und den Hallen und Räumen kann eine Bestands-Bedarfs-Bilanzierung für den Tennissport vorgenommen werden. Allerdings, und dies muss einschränkend vorangestellt wer- den, sind für diese Anlagentypen bisher wenig verlässliche Daten und Planungsparameter der Literatur zu entnehmen. 8 Für den Tennissport müssen Freianlagen sowie Felder in Hallen unterschieden werden. Ein Tennisfeld entspricht einer Anlageneinheit. In Anlehnung an Köhl & Bach (1998) werden bei der Bestands-Bedarfs- Bilanzierung für den Tennissport folgende Annahmen getroffen:  Die durchschnittliche Belegungsdichte beträgt allgemein 3 Personen pro Anlageneinheit.  Der Auslastungsfaktor wird für Freianlagen auf 50 Prozent festgelegt, für die gedeckten Anlagen wird ein Auslastungsfaktor von 85 Prozent definiert.  Die durchschnittliche Nutzungsdauer (Montag bis Sonntag) wird für Freianlagen auf durch- schnittlich 90 Wochenstunden festgelegt, bei den gedeckten Anlagen beläuft sie 105 Wochen- stunden. Wie die Bestandserhebung ergeben hat, gibt es in Karlsruhe 276 Tennisfelder auf Freianlagen sowie 30 Plätze in Hallen. Folgt man den Berechnungen des BISP und legt dabei die oben genannten Para- meter für den vereinsorganisierten Tennissport zugrunde, ist im Sommer ein Bedarf an Freianlagen von 120 Feldern zu konstatieren. Dem stehen 276 Felder gegenüber, was einen Überschuss von 156 Fel- dern entspricht. Bei den gedeckten Plätzen ist im Winter von einer Unterkapazität von 12 Feldern aus- zugehen. Tabelle 10: Bedarf-Bestands-Bilanzierung Tennisanlagen (vereinsorganisierter Sport) Freianlagen Hallen Tennisfelder 120 42 Summe Bedarf 120 42 Summe Bestand 276 30 Bilanz156-12 In der prognostischen Abschätzung bis zum Jahr 2035 ist von einer leicht ansteigenden Nachfrage nach Tennissport auszugehen. In der Konsequenz werden jedoch die Kapazitäten auf Freianlagen immer noch den Bedarf deutlich übersteigen (Überversorgung), das Defizit an Hallenplätzen wird sich leicht auf 16 Anlageneinheiten erhöhen (ohne tabellarischen Nachweis). 8 Bilanzierungen für den Tennissport finden sich u.a. bei Hübner, Pfitzner & Wulf, 2003; Hübner & Wulf, 2004; Gabler et al., 2003. Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 20 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 21 5 Literaturverzeichnis Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (Hrsg.) (2019). Die demografische Lage der Nation. 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Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 22 6 Anhang Anhang 1: Aktivenquote ........................................................................................................................ 23 Anhang 2: Passivenquote Sportverein .................................................................................................. 23 Anhang 3: Präferenzfaktoren ausgewählter Sportarten ........................................................................ 24 Anhang 4: Hallen und Räume – interkommunaler Vergleich ................................................................ 25 Anhang 5: Groß- und Kleinspielfelder – interkommunaler Vergleich (Fläche) ...................................... 26 Anhang 6: Groß- und Kleinspielfelder – interkommunaler Vergleich (Jahresstunden) ......................... 26 Anhang 7: Gegenüberstellung Bilanzierungsergebnisse 2013 und 2023 (Sportplätze) ....................... 27 Anhang 8: Gegenüberstellung Bilanzierungsergebnisse 2013 und 2023 (Einzel- und Mehrfachhallen, umgerechnet auf Einzelhallen) ....................................................................................................... 27 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 23 Anhang 1: Aktivenquote Aktivenquote 2013 64,2% Aktivenquote 2023 80,5% Anhang 2: Passivenquote Sportverein Passivenquote 2013 15,1% Passivenquote 2023 24,2% Passivenquote: nur von Sportvereinsmitglieder beantwortet; zusammengefasste Werte von „treibe zurzeit nicht ak- tiv Sport im Verein“ und „treibe unregelmäßig, weniger als ein Mal pro Woche, im Verein Sport“ Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 24 Anhang 3: Präferenzfaktoren ausgewählter Sportarten Sportartengruppe Präferenz 2013 Präferenz 2023 Entwicklung absolut American Football 0,08 0,12 0,04 Badminton 1,31 1,20 -0,12 Baseball 0,16 0,17 0,01 Basketball 2,99 1,52 -1,47 Beach-Sport 0,56 0,33 -0,23 Boxen 1,15 0,76 -0,39 Budo-/Kampfsport 2,47 2,22 -0,25 Fechten 0,28 0,10 -0,18 Fußball 12,90 4,72 -8,19 Gymnastik/Fitnesstraining 28,12 46,31 18,19 Handball 2,75 0,86 -1,89 Hockey 0,52 0,26 -0,26 Klettersport 1,47 3,51 2,04 Laufsport 29,31 20,33 -8,98 Leichtathletik 1,15 0,52 -0,63 Radsport 56,87 35,36 -21,51 Reit- und Fahrsport 1,95 1,31 -0,65 Rollsport 2,95 0,51 -2,43 Schwimmsport 21,90 10,92 -10,98 Spazierengehen 26,09 23,50 -2,58 Tanzsport 6,93 4,46 -2,47 Tennis 4,86 3,66 -1,20 Tischtennis 1,75 1,51 -0,24 Triathlon 0,12 0,17 0,05 Turnsport* 3,78 0,76 -3,02 Volleyball 2,39 2,44 0,05 Wandern 4,70 10,84 6,14 Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 25 Anhang 4: Hallen und Räume – interkommunaler Vergleich Karlsruhe 2024*Karlsruhe 2013Interkommunaler Vergleichs- wert Einwohner308.707 297.309 11 Städte > 100.000 EW Sportfläche in qm (Hallen und Gymnastikräume) 72.515 75.246 Nutzbare Sportfläche in qm pro Einwohner0,230,250,21 Anzahl AE = 405qm (nur Hallen)167 172 1.214 AE pro 1.000 Einwohner0,5 0,6 0,5 Gymnastikräume Bestand faktisch 79 64 22 Bestand rechnerisch 85,0 75,8 28,8 Nutzbare Sportfläche in qm 8.498 7.576 2.883 Einfachhallen Bestand faktisch 87 88 55 Bestand rechnerisch 76,7 74,5 49,1 Nutzbare Sportfläche in qm 31.082 30.154 19.889 Zweifachhallen Bestand faktisch 7 10 10 Bestand rechnerisch 7,2 9,9 8,8 Nutzbare Sportfläche in qm 5.962 9.598 8.418 Dreifachhallen Bestand faktisch 21 21 12 Bestand rechnerisch 20,7 21,5 11,8 Nutzbare Sportfläche in qm 25.173 26.118 14.314 Vierfachhallen Bestand faktisch 1 1 0 Bestand rechnerisch 1,1 1,1 0,3 Nutzbare Sportfläche in qm 1.800 1.800 459 Hinweise: Zwischen den Jahren 2013 und 2024 wurde durch Begehungen und Überprüfungen die Bestandsaufnahme 2013 validiert; * ohne Anlagen IfS und Pädagogische Hochschule Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung 26 Anhang 5: Groß- und Kleinspielfelder – interkommunaler Vergleich (Fläche) Karlsruhe 2024*Karlsruhe 2013Interkommunaler Vergleichswert Einwohner 308.707 297.309 11 Städte > 100.000 EW Großspielfelder (inkl. LA) 106117654 qm (nur Spielfelder) 693.516 746.079 4.267.420 Einwohner / Großspielfeld 2.912 2.541 3.755 qm pro Einwohner 2,2 2,5 1,7 Kleinspielfelder 87102334 qm 147.211 132.665 712.710 qm pro Einwohner 0,48 0,45 0,3 Gesamt-qm840.727878.7444.980.129 qm pro Einwohner2,73,02,0 * Hinweis: Bei den Kleinspielfeldern wurden nur die vereinseigenen Kleinspielfelder sowie die städtischen Klein- spielfelder angerechnet; Bolzplätze und andere Freiflächen sind hier nicht enthalten; ohne Anlagen IfS Anhang 6: Groß- und Kleinspielfelder – interkommunaler Vergleich (Jahresstunden) Karlsruhe 2024*Karlsruhe 2013Interkommunaler Vergleichswert Einwohner 308.707 297.309 11 Städte > 100.000 EW angerechnete KSF / GSF 132 142 Jahresstunden Naturrasen 90.000 97.600 Jahresstunden Kunstrasen 35.000 15.000 Jahresstunden Hybridrasen 0 0 Jahresstunden Tennenbelag 16.500 21.000 Jahresstunden Kunststoff 0 0 Jahresstunden Ricoten 0 0 Jahresstunden gesamt141.500133.600982.850 Jahresstunden pro Einwohner0,460,450,40 * Hinweis: Bei den Kleinspielfeldern wurden nur die vereinseigenen Kleinspielfelder sowie die städtischen Klein- spielfelder angerechnet; Bolzplätze und andere Freiflächen sind hier nicht enthalten; ohne Anlagen IfS Sportanlagenbedarf Karlsruhe 2024 27 Anhang 7: Gegenüberstellung Bilanzierungsergebnisse 2013 und 2023 (Sportplätze) Vereinsbedarf 2013 Vereinsbedarf 2023 Sommer Winter Sommer Winter American Football 1 1 0,7 2,0 Baseball 1 0 1,5 0,0 Fußball 98 84 35,6 59,4 Hockey 4 0 2,7 0,7 Leichtathletik 6 3 6,4 4,8 Summe Bedarf110 88 47,066,9 Summe Bestand146 79 132,073,5 Bilanz36-985,06,6 Angaben in Anlageneinheiten (AE) Anhang 8: Gegenüberstellung Bilanzierungsergebnisse 2013 und 2023 (Einzel- und Mehrfachhallen, umgerechnet auf Einzelhallen) Vereinsbedarf 2013 Vereinsbedarf 2023 SommerWinter Sommer Winter Badminton 6,1 7,7 7,5 8,8 Basketball 8,2 15,1 6,2 10,5 Boxen 4,4 5,0 1,0 1,2 Fechten 0,8 0,9 0,1 0,1 Fußball 7,9 50,7 5,3 17,6 Handball+ 36,6 62,5 18,8 31,4 Hockey+ 0,9 9,1 1,1 7,6 Leichtathletik 1,2 5,4 1,3 5,5 Ringen 0,2 0,2 Tischtennis 9,0 10,1 11,1 12,4 Turnsport 25,5 30,9 36,6 41,0 Volleyball 5,7 12,6 12,9 23,4 Bedarf106,3 210,2 102,1159,7 Bestand++170,0 170,0 168,0168,0 Bilanz63,7-40,265,98,3 + Diese Sportarten werden Zweifachhallen zugeordnet ++ Zweifachhallen wurden mit 2 AE Einzelhalle berücksichtigt, Dreifachhallen mit 3 AE Einzelhalle, Vierfachhalle mit 4 AE Einzelhalle