Jugendszenen im Otto-Dullenkopf-Park

Vorlage: 2024/1012
Art: Informationsvorlage
Datum: 05.09.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Sozial- und Jugendbehörde
Erwähnte Stadtteile: Nordstadt

Beratungen

  • Jugendhilfeausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.10.2024

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/1012 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: stja Jugendszenen im Otto-Dullenkopf-Park Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Jugendhilfeausschuss 23.10.2024 2 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Jugendhilfeausschuss nimmt Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Das Aktions- und Zirkusbüro entwickelt und gestaltet seit 2011 zirkuspädagogische Angebote, Beteiligungsprojekte, Aktionen und Veranstaltungen auf einem großzügigen Gelände im Otto- Dullenkopf-Park. Die Vielfalt aus Kinder- und Jugendzirkus, innovativem Spielplatzkonzept, Trendsport und Jugendkultur prägt den Aktions- und Zirkuspark. Er ergänzt damit den Kreativpark „Alter Schlachthof“ für junge Zielgruppen. In diesem Projekt haben mehrere Ämter beispielhaft über Jahre hinweg intensiv zusammengewirkt und Raum- und Sozialplanung sowie Sport- und Stadtteilentwicklung miteinander verbunden. Mit dem Auftakt eines großen Jugend- Beteiligungsworkshops zu „Zukunft Otto D.“ wurde und wird das Areal in partizipativer Arbeitsweise weiterentwickelt und ausgebaut. Der erste Bauabschnitt wurde beendet und die Gebäude am 18. November 2023 offiziell eingeweiht. Das sanierte Verwaltungsgebäude beherbergt das Aktions- und Zirkusbüro Otto D., die Mobile Spielaktion 1 und das Büro der Karlsruher Antidiskriminierungsstelle. Mit der Halle76 stehen unterschiedliche Bewegungsräume bis zur Artistik-Halle zur Verfügung, die diverse Trendsportarten ermöglichen. Die Gruppenräume werden für die Gruppentreffen der Jugendszenen und für interne und externe Arbeitsgruppen genutzt. Eine Übersicht der Besucher*innenzahlen des Aktions- und Zirkusbüros: Stand: Juli 2024 Regelmäßige Angebote Teilnehmende* Offene Angebote für Kinder und Jugendliche 60 Pro Woche bei 6h Öffnungszeit Gruppen für Kinder und Jugendliche 150 Pro Woche bei 32h Angebotszeit Open Space 18 -27-jährige 100 Pro Woche bei 10h Öffnungszeit 1x oder als Block stattfindend Schulprojekte 550 In 8 Aktionswochen Ferienprojekte 1.000 In 7 Aktionswochen Jugendaustausch 30 In 2 Aktionswochen Übungsleiter*innenausbildung 70 Bei 60h gesamt Workshops mit jungen Menschen 200 Bei 30h gesamt *bei offenen Angeboten sind es geschätzte Zahlen, da keine Teilnehmendenliste geführt wird. Das aktuell vorhandene Gelände und die Räumlichkeiten des Aktions- und Zirkusparks wurden von ca. weiteren 6.200 Personen in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten wie Shows, Fachtagen wie zum Beispiel Klimazirkus oder für die Schüler*innentage genutzt. Entwicklung Junge Menschen haben sich dafür stark gemacht, weitere Hallenabschnitte der ehemaligen RVS-Hallen für Szenen der urbanen Bewegungskunst wie Skaten, Tricking, Parkour und Freerunning, BMX-MTB, Tanz und Artistik zu erhalten. Auch das Fanprojekt Karlsruhe, das seine Räumlichkeiten in der Nordstadt durch den Verkauf des C-Areals verloren hat, wird dort angesiedelt und arbeitet bereits in Containern vor Ort. 1 Die Mobile Spielaktion des stja ist eine Facheinrichtung der Spielpädagogik. Sie bietet Orte und Möglichkeiten für Kinder, ihrem Grundbedürfnis nach freiem und nicht zweckgebundenen Spiel nachzugehen. – 3 – Die dafür nötige 2. Änderung des Bebauungsplans Ostauepark wurde am 19. Dezember 2023 im Gemeinderat beschlossen. Diese stellt die Grundlage für den 2. Bauabschnitt dar, der bereits begonnen hat und bis Ende 2025 fertig sein soll. Das komplette Hallenensemble wird erhalten, das Gelände soweit wie möglich entsiegelt und im Zuge dessen das Zelt des Zirkus mit den dazugehörigen Anlagen auf die andere Seite der RVS-Hallen verlegt. Die dadurch frei werdende Grünfläche wird als Parkgelände der gesamten Öffentlichkeit zugänglich. Chancen und Herausforderungen Im Otto D. gelingt es mit beispielhafter Jugendbeteiligung, für jugendspezifische Szenen Räume zu erschließen und dauerhaft für soziale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung zu stellen. Es ist außerdem ein bedeutender Standort für freien und nicht im Verein organisierten Sport. Die Einbindung der Nachbarschaft mit bereits bestehender vorwiegend zukunftsorientierter Infrastruktur, die sich auf Freizeit, Kultur und urbanes Leben konzentriert, ist Teil des Konzeptes. Dazu gehören genauso die Bürger*innen, angrenzende Bürgervereine sowie das Anknüpfen an Kultureinrichtungen auf dem Schlachthofgelände. Gleichzeitig wird eine stja-interne und eine externe Vernetzung angestrebt, um die Möglichkeiten des Geländes auch für weitere junge Menschen nutzbar zu machen, die dort ihre Ideen einbringen und sich beteiligen können. Die Nutzer*innen des Geländes, insbesondere der Kooperationspartner Rollbrett e.V., beteiligen sich über Eigenleistungen und über Drittmittelaquise an der Gestaltung der Räume. Dabei ergeben sich neue Herausforderungen. Aktuell zeichnet sich beispielsweise ab, dass ein höherwertiger Boden für die Skatehalle erforderlich ist, der die eingeplanten Kosten übersteigt. Die großen gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen wie Energie, Klima, Ressourcen und soziale Gerechtigkeit sind besonders für junge Menschen von Bedeutung. Diese Themen greifen ineinander und müssen in allen Aktivitäten berücksichtigt werden. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle und wird aktiv mitgedacht und mitgemacht. Ein Beispiel hierfür ist eine Upcycling- Möbelwerkstatt, in der Möbel für das Café im Eingangsbereich gebaut wurden. Außerdem sprechen die Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sehr unterschiedliche Personengruppen an. Das stellt eine große Herausforderung sozialarbeiterischen Handelns dar. Es bedarf einer kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung von Fachkräften vor Ort, um ein konstruktives Miteinander aufzubauen und zu erhalten. Gleichzeitig bietet sich die Chance für ein millieuübergreifendes Zusammenleben, das neben den konkreten sportlichen und kulturellen Aktivitäten als Plattform für ▪ den Austausch von Interessen ▪ das Abstecken von Grenzen ▪ das Wecken von Verständnis ▪ das Aushandeln von Kompromissen ▪ und letztlich für demokratisches Handeln genutzt werden kann.