Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms unter Einbindung regionaler Bürgerenergiegenossenschaften

Vorlage: 2024/0697
Art: Antrag
Datum: 19.06.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtamt Durlach
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Ortschaftsrat Durlach - konstituierende Sitzung (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 17.07.2024

    TOP: 15

    Rolle: Behandlung

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

Zusätzliche Dateien

  • Antrag Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0697 Eingang: 19.06.2024 Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms unter Einbindung regionaler Bürgerenergiegenossenschaften B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 17.07.2024 15 Ö Behandlung Im November 2021 hat die GRÜNE Ortschaftsratsfraktion ein Durlacher PV-Dächer-Programm beantragt. Es gab dann eine Erhebung von Zahlen durch die KEK. Dann eine Diskussion im Ausschuss II. Und passiert ist: nichts. Wir gehen davon aus, dass das Thema wegen der voranschreitenden Klimakatastrophe und des Energiepreisschocks im ersten Jahr des Ukraine-Kriegs noch an Relevanz gewonnen hat und sich die Stadtverwaltung weiteres Nichtstun nicht erlauben kann. Daher beantragen wir es (mit Nachdruck) erneut. Antrag: 1. Wir beantragen die Planung und Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms, in dem die großen und für Photovoltaik geeigneten Dächer in Durlach bis spätestens Mitte 2025 mit großen PV-Anlagen ausgestattet werden sollen. In einem ersten Schritt sollen in Frage kommende Gebäude identifiziert werden. Sollten Sie nicht in städtischer Hand sein, soll durch städtische Akteure auf die Eigentümer:innen zugegangen und für die Errichtung von PV-Anlagen geworben werden. Möglicherweise kommen in Durlach folgende Dächer in Frage: (a) Flachdach Pfinzbau, (b) Flachdach Weiherhofbad, (c) Satteldach Pavillon Friedrich Realschule, (d) Flachdach Scheck-In Center, (e) Satteldächer Finanzamt Durlach, (f) Walmdach Kinder- und Jugendhaus, (g) Walmdach Festhalle und (h) Flachdächer Gewerbeschule Durlach. Diese Aufzählung ist nicht abschließend und erfolgte ohne Prüfung etwaiger Ausschlusskriterien (Statik, Verschattung). Hier soll auf die Auswertungen der KEK aus dem Jahr 2022 zurückgegriffen werden. 2. Es soll geprüft werden, inwiefern diese Dachflächen vollständig oder in großen Teilen an ortsnahe Bürgerenergiegenossenschaften (BEG) vergeben werden können. Existierende BEGs verfügen über das Know-How, Kapital und die Fachhandwerkernetzwerke, die für eine schnelle und professionelle Umsetzung und den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erforderlich sind. Wir fordern außerdem, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen städtischen Ämtern, Stadtwerken und BEGs auszuloten, zu initiieren und zu unterstützen. Eine beschleunigte Energiewende benötigt das entschlossene Handeln von Privatpersonen und städtischen Akteuren; der bisherige Fokus auf die Stadtwerke als Schlüsselakteur wird als nicht ausreichend – 2 – angesehen. Die BEGs und Stadtwerke können sich gewinnbringend ergänzen, die BEGs die Vorhaben planen und über ihre Mitglieder die erforderlichen Finanzmittel akquirieren. 3. Im Falle einer Vergabe an BEGs, soll vereinbart werden, dass projektbezogene Tranchen an Mitgliedsanteilen für Durlacher Bürger:innen zeitlich begrenzt reserviert werden, um auch Eigentümern und Mieterinnen in denkmalgeschützten Gebäuden oder in Geltungsbereichen von Gestaltungs- oder Gesamtanlagensatzungen die Möglichkeit zu geben, an der lokalen Energiewende teilzuhaben. unterzeichnet von: Johannes Ruf und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach

  • Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0697 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: UA i. B. m. KEK und HGW Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms unter Einbindung regionaler Bürgerenergiegenossenschaften B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 17.07.2024 15 Ö Behandlung Kurzfassung Die Karlsruher Energie und Klimaschutzagentur hat eine Potenzialanalyse von großen Dächern für die Photovoltaiknutzung in Durlach erstellt. Die Ergebnisse sind als Steckbriefe für die einzelnen Dächer verfügbar und wurden dem Ortschaftsrat im Sommer 2023 vorgestellt. Von dem Gesamtpotenzial konnten bereits 400 kWpeak an Anlagenleistung realisiert werden. Ein weiterer Zubau von 1800 kWpeak ist bis Ende 2026 geplant. Auf städtischen Dachflächen können mindestens Anlagen mit einer Gesamtleistung von 835 kWpeak umgesetzt werden. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Zu 1. Planung und Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms Die Karlsruher Energie und Klimaschutzagentur hat in einer Potenzialerhebung die im Antrag benannten großen Dächer in Durlach auf eine Eignung zur Photovoltaiknutzung überprüft. Hierbei wurden sowohl die gelisteten acht Gebäudedächer (a) bis (h) untersucht, als auch weitere 18 Dächer mit einem Solarpotenzial von mindestens 400 kWp ermittelt. Zu diesen Dächern wurde jeweils ein Steckbrief erstellt, die Steckbriefe wurden im Sommer 2023 Vertreter*innen von Ortschaftsrat und Wirtschaftsförderung vorgestellt. Das Gesamtpotenzial aller untersuchten Dächer liegt bei rund 22 MWp. Im Nachgang wurde ein Großteil der Eigentümer (20) kontaktiert, teilweise vom Ortschaftsrat, teilweise von der KEK und der Wirtschaftsförderung der Stadt, teilweise ist die Stadt Eigentümerin. Die ermittelten Eigentümer wurde durch Steckbriefe auf das Solarpotenzial ihrer Dächer aufmerksam gemacht und die Besitzer nach den weiteren Ausbauplänen befragt. Sofern keine PV-Installation geplant war, wurde um Angabe von Gründen gebeten. Von 75% (15) der Eigentümer gab es Rückmeldungen: - Zwei Anlagen waren zwischenzeitlich bereits im Bau oder in Betrieb (ca. 400 kWp). - Drei Anlagen sind bis Ende 2026 geplant (Potenzial 1.800 kWp, genaue Planung nicht bekannt). - Vier Anlagen sind ohne Angabe eines Zeitpunktes geplant. - Eine Anlage kann wegen nicht ausreichender Dachstatik nicht realisiert werden. - Bei zwei Gebäuden ist die zukünftige Nutzung unklar, somit die Planung einer PV-Anlage zurückgestellt. - Eine Firma hat um eine Beratung gebeten, hier befindet sich der Mieter aktuell in Verhandlungen mit dem Vermieter. - Zwei Eigentümer haben keine PV geplant, aber auch keine Gründe angegeben. Von den fehlenden fünf Eigentümern kam keine Rückmeldung. Aktuell wurde der Abfragekreis auf das Stadtgebiet Karlsruhe ausgeweitet und die Auswertung der Resultate läuft. In einer zweiten Runde ist geplant, nochmals die Unternehmen zu kontaktieren, von denen keine positive Rückmeldung erfolgte. Zu den städtischen Dachflächen liegt folgender aktueller Stand vor: - Die Gewerbeschule Durlach wird über das Schrägdachpaket 3 im Doppelhaushalt 2025/2026 mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. - Das Hauptgebäude der Friedrich-Realschule und der Pavillon-Neubau aus dem Jahr 2016 werden mittelfristig durch mehrere Photovoltaikflächen belegt. Aktuell besteht noch eine Abhängigkeit mit der Kapazitätserweiterung des externen Stromanschlusses und der Leitungsinfrastruktur. Da mangels aktuell greifbarer Fernwärme-Option die Umstellung der Wärmeversorgung weg vom Gas eine Versorgungslösung über Wärmepumpen notwendig erscheinen lässt, ist die Dimensionierung der Stromversorgung des Areals für die Photovoltaik – 3 – und die Wärmelösung verbunden. Somit ist eine kurzfristige Umsetzung leider nicht darstellbar. - Die Festhalle Durlach und der Pfinzbau sind aufgrund der noch nicht klaren Zukunfts- perspektive noch nicht für die Belegung mit PV-Anlagen eingeplant. Die ohnehin begrenzte Projektleitungskapazität der Stadtverwaltung wird erstrangig für schnell und sicher umsetzbare PV-Projekte fokussiert genutzt. - Zum Kinder- und Jugendhaus ist keine neue Bewertung festzustellen. Da im Stadtgebiet bislang noch umfangreicher erschließbarere PV-Projekte bearbeitet werden können, ist die notwendige Belegung dieser Dachflächen erst mittel- bis langfristig möglich. Zu 2. Prüfung zur Abgabe der Flächen an eine Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Gesamtstädtische Strategie ist es, grundsätzlich bei jedem Dachflächen-PV-Projekt zu prüfen, ob die Umsetzung durch einen externen Betreiber möglich ist. Die eingeforderte Prüfung der Vergabe an Bürgerenergiegenossenschaften ist daher Standard bei städtischen Projekten und gelebte Praxis. Wenn Dachflächen für BEGs geeignet sind, das heißt, dass das Projekt ohne umfangreiche bauliche Vorarbeiten und ohne immense Kosten umsetzbar ist, wird es BEGs angeboten. Häufig sind Projekte allerdings aus unterschiedlichen technischen Gründen, beispielsweise dem notwendigen Bau einer Trafostation, oder aufgrund der Eigentumskonstellationen für externe Investoren nicht geeignet. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, der Umwelt- und Arbeitsschutz und die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur sind in regelmäßigem Austausch mit mehreren Energiegenossenschaften. Zu 3. Reservierung von BEG Mitgliedsanteilen für Durlacher Bürger*innen Die Stadt kann nicht darüber bestimmen, welche Anteile von BEG-Anlagen für bestimmte Personengruppen reserviert werden. Eine solche Entscheidung müsste die Bürgerenergiegenossenschaft selbst treffen.