Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff

Vorlage: 2024/0649
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.06.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Liegenschaftsamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich) - Verabschiedung Gemeinderat

    Datum: 16.07.2024

    TOP: 16

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0649 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Liegenschaftsamt Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Bauausschuss 11.07.2024 9 N Vorberatung Gemeinderat 16.07.2024 16 Ö Entscheidung Kurzfassung Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vorberatung im Bauausschuss der Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff zu. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit Karlsruher Messe- und Kongress GmbH am 20.03.2024 – 2 – Erläuterungen Die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK) kam auf die Stadtverwaltung mit dem Wunsch zu, im Zuge der Neueröffnung der Stadthalle in 2025/2026 einen Saal nach einer bedeutenden Karlsruher Persönlichkeit zu benennen. Bei dem zu benennenden Saal handelt es sich um den ehemaligen Clubraum, der im Erdgeschoss der Stadthalle neu und größer entsteht. Der "Leitfaden zur Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in Karlsruhe" sieht vor, dass auch die Benennung eines repräsentativen Saals in einem öffentlichen städtischen Gebäude eine besonders herausgehobene Ehrung und Erinnerung ausdrückt. Die KMK schlug als Namenspatin Magdalena Neff vor. Magdalena Neff wurde am 9. Februar 1881 als Magdalena Meub in Karlsruhe geboren. Sie ist im historischen Gedächtnis des Verbandes Deutscher Apotheker als erste approbierte Apothekerin Deutschlands verzeichnet. An ihrem Wirkungsort Ehingen sind seit 1995 eine Berufliche Schule und eine Straße nach ihr benannt. Im Haus der Geschichte Baden-Württembergs ist sie als Wegbereiterin des Pharmazeut*innenberufs gewürdigt, in dem Frauen inzwischen einen bedeutenden Anteil haben. 1899 wurden Frauen erstmals formal zum Pharmaziestudium zugelassen. In diesem Jahr hatte sie ihr Abitur am ersten deutschen Mädchengymnasium in Karlsruhe abgelegt. Danach begann sie eine Apothekenlehre, studierte dann 1904 bis 1906 Pharmazie an der TH Karlsruhe. Mit der Approbation mit Auszeichnung 1906 war sie die erste studierte Pharmazeutin in Deutschland. Während viele andere Frauen nach dem Studium und der Heirat keinen Beruf ausübten, führte Magdalena Meub nach ihrer Heirat mit dem Apotheker Adolf Neff 1906 die erworbene Löwen-Apotheke in Ehingen, Württemberg, bis 1954. Zehn Jahre nach Abgabe der Apotheke ehrte sie der Deutsche Apothekertag 1964 als erste studierte Pharmazeutin Deutschlands und Wegbereiterin für Frauen in diesem Beruf mit der seit 1949 gestifteten Lesmüller-Medaille. Sie starb am 19. Juli 1966 in Ehingen. Ihr Name wurde am 30. März 2023 auf Antrag der GRÜNE- Gemeinderatsfraktion durch einen Beschluss des Bauausschusses in die Vormerkliste für Straßennamen aufgenommen. Eine Erläuterung der Benennung (zum Beispiel in Form einer Informationstafel) wird zu gegebener Zeit in Absprache mit der KMK und dem Stadtarchiv erstellt. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen keine finanziellen Auswirkungen Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vorberatung im Bauausschuss der Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff zu.

  • Protokoll Ausschuss
    Extrahierter Text

    Niederschrift Bauausschuss 11.07.2024, 16:00 Uhr nicht öffentlich Rathaus am Marktplatz, Bürgersaal Vorsitz: BM Daniel Fluhrer Punkt 9 der Tagesordnung: Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff Vorlage: 2024/0649 BM Fluhrer führt in den Tagesordnungspunkt ein. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) fragt, ob diese Benennung faktisch den Ersatz für eine Straßen- benennung darstellt. Herr Eldracher (LA) erläutert, dass die Benennung eines repräsentativen Saales in einem öffentlichen städtischen Gebäude als eine Möglichkeit der Ehrung und als adäquate Be- nennung einer Straße gesehen wird. Es erfolgt keine weitere Aussprache. Beschluss: Der Tagesordnungspunkt wurde vorberaten. Abstimmungsergebnis: Es erfolgt keine Abstimmung.

  • Abstimmungsergebnis TOP 16
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR 16.07.2024 TOP 16
    Extrahierter Text

    Niederschrift 66. Plenarsitzung des Gemeinderates 16. Juli 2024, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 16 der Tagesordnung: Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff Vorlage: 2024/0649 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vorberatung im Bauausschuss der Benennung eines Saals im Kongresszentrum Karlsruhe nach Magdalena Neff zu. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung (45 Ja) Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 16 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Bauausschuss am 11. Juli 2024: Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Ich möchte mich zunächst bei Frau Wirtz, der Geschäftsfüh- rerin der KMK, ganz herzlich bedanken für diesen Vorschlag beziehungsweise Antrag, ei- nen Saal in der sanierten Stadthalle nach Magdalena Neff zu benennen. Ich finde, das ist ein hervorragender Vorschlag. Wir werden dem natürlich zustimmen. Magdalena Neff war eine Pionierin. Wir haben, wenn wir die Geschichte der Frauen in Karlsruhe anschauen, welche, die große Leistungen erbracht haben, die aber damals nicht ausreichend gewürdigt wurden. Sie gehört zu den Pionierinnen. Sie hat als Bäckerstochter sich entschieden, Pharmazie zu studieren. Sie hat nicht einmal einen akademischen Hinter- grund gehabt. Sie ist damit gleichzeitig auch ein Beispiel für einen Bildungsaufstieg von Frauen. Von daher doppelt eigentlich für uns und für die Gesellschaft und für die Frauen vor allem auch eine Vorbildfunktion und eine Vorreiterin. Denn es brauchte in vielen Berei- chen, wo die Dominanz der Männer überbordend war, eine Erste, die dann quasi diese strukturelle Benachteiligung aufgebrochen hat, sodass andere Frauen motiviert wurden und sich gewagt haben, jetzt zum Beispiel Naturwissenschaften zu studieren oder sich für bestimmte Ämter zu bewerben. – 2 – Dass wir überhaupt Frauen auf dieser Vorschlagsliste haben, hängt auch damit zusammen, dass wir erst spät erfahren haben, welche großartigen Frauen es in Karlsruhe gab. 1988 haben alle Stadträtinnen der damaligen vier Fraktionen gemeinsam den Antrag gestellt, die Karlsruher Frauengeschichte zu schreiben, also von allen Fraktionen. Da entstand dieses monumentale Werk, in dem tatsächlich diese Frauen gewürdigt werden, die über so viele Jahre, sagen wir mal von 1715 bis 1945, sich aktiv in die Gesellschaft und zur Entwicklung der Gesellschaft eingebracht haben. Von daher haben wir jetzt die Namen. Viele von den Namen, die auch wir GRÜNEN eingebracht haben, stammen aus diesem Buch, denn ich war eine, die damals dabei war bei diesen Stadträtinnen und gemeinsam mit den anderen diesen Antrag anderen gestellt habe. Von daher schließt sich für mich heute ein Kreis. Ich freue mich sehr, dass ich heute dem zustimmen kann, und wünsche den Frauen hier im Gemeinderat, dass sie gemeinsam für mehr Frauenrechte und für die Überwindung struk- tureller Benachteiligungen, die teilweise heute noch bestehen, sich einsetzen und verab- schiede mich bei diesem Thema, gerade bei diesem Thema jetzt natürlich aus dem Gemein- derat und vielen Dank. Der Vorsitzende: Damit kommen wir zur Abstimmung, und zwar ab jetzt. - Also einstim- mige Zustimmung, vielen Dank, wunderbar. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 2. August 2024