Bericht zum Umgang mit Hitzeperioden in Durlach
| Vorlage: | 2024/0589 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 24.05.2024 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 10.07.2024
Rolle: Beratung
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0589 Eingang: 19.05.2024 Bericht zum Umgang mit Hitzeperioden in Durlach B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 10.07.2024 3 Ö Beratung Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher und der Rheingraben stellt eine der heißesten Regionen in Deutschland dar. Wir werden uns demnach auch in Durlach darauf einstellen müssen, in den kommenden Jahren mit immer mehr Hitzeperioden zurechtkommen zu müssen. Die Stadt Karlsruhe informiert auf ihrer Homepage über einen Hitzeaktionsplan, der gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf entwickelt wird. Ziel des Hitzeaktionsplans sei es, konkrete Maßnahmen für den Sommer vor und während Hitzeperioden festzuschreiben. Themen der Hitzeaktionspläne seien unter anderem: • die Information und Beratung der Bevölkerung • Trinkwasserangebote, • die Bereitstellung kühler Räume • den Einsatz und Aufbau von Warnsystemen Konkret auf Durlach bezogen stellen sich für uns folgende Fragen: - Welche Personengruppen werden während Hitzeperioden als besonders gefährdet angesehen und wie können diese mit Unterstützungsangeboten erreicht werden (z. B. alleinlebende mobilitätseingeschränkte Menschen)? - Wie erfolgt die Information der Durlacher über der Hitze angepasste Verhaltensweisen? Gibt es Überlegungen, auch in Kitas, Schulen oder in der Erwachsenenbildung jeweils altersgerechte Informationen zum Thema Hitze zu implementieren? - Auf einem Stadtplan der Stadt werden sog. kühle Orte dargestellt. Für Durlach sind dies insbesondere die Kirchen. Ist mit den verschiedenen Durlachern Gemeinden darüber gesprochen worden, Kirchenräume während Hitzeperioden für die Kühle suchenden Menschen geöffnet zu halten? - Problematisch während Hitzeperioden können insbesondere auch die Abfolge mehrerer sog. tropischer Nächte werden, in denen die nächtliche benötigte Abkühlung ausbleibt. Je nach Wohnsituation (z. B. Dachgeschosswohnungen) können manche Menschen hierunter besonders leiden bzw. echten gesundheitlichen Notsituationen ausgesetzt sein. – 2 – Gibt es Überlegungen, in solchen Situationen evtl. kühle Übernachtungsplätze anzubieten – analog zum Erfrierungsschutz in den Wintermonaten? - Welche weiteren Maßnahmen sind im Hitzeaktionsplan bisher vorgesehen und könnten diese bereits umgesetzt werden, wenn uns bereits 2024 eine längere Hitzeperiode ereilt? - Leider fällt auf, dass immer wieder öffentliche Trinkwasserstellen nicht in Betrieb sind. Kann sichergestellt werden, dass diese rechtzeitig vor den potentiellen „heißen Tagen“ in Betrieb sind? Auch sollte die nächste Trinkwasserstelle zumindest online leicht auffindbar sein. Wir stellen von daher folgenden Antrag: Bericht der Verwaltung zum aktuellen Stand des Hitzeaktionsplanes und den konkret für Durlach angedachten Maßnahmen in Bezug auf zukünftige Hitzeperioden unterzeichnet von: Ulrich Wagner und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach
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Extrahierter Text
Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0589 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: UA Bericht zum Umgang mit Hitzeperioden in Durlach B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 10.07.2024 3 Ö Beratung Kurzfassung Die Erstellung des Karlsruher Hitzeaktionsplans erfolgt im Projekt „Plan °C“, einem vom Bund geförderten Verbundprojekt der Städte Karlsruhe und Düsseldorf und dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) mit dem Ziel der Anwendung der Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen in der kommunalen Praxis. Am 16. Mai 2024 wurde im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit der Zwischenstand des Projekts präsentiert. Die vorliegende Stellungnahme ergänzt die Informationsvorlage, die dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit am 16. Mai vorgelegt wurde. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Grüne Stadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Welche Personengruppen werden während Hitzeperioden als besonders gefährdet angesehen und wie können diese mit Unterstützungsangeboten erreicht werden (z. B. alleinlebende mobilitätseingeschränkte Menschen)? Eine besondere Vulnerabilität gegenüber extremer Hitze kann aufgrund der folgenden Faktoren bestehen: • Gesundheitszustand: Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen; Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen; Menschen, die Alkohol, Nikotin und andere Substanzen konsumieren; Schwangere; Menschen mit Über- oder Untergewicht; pflegebedürftige und/oder bettlägerige Menschen • Sozioökonomische Faktoren: isoliert lebende Menschen mit geringer sozialer Teilhabe; Menschen in ungünstigen Wohnverhältnissen; Menschen in Obdach- oder Wohnungslosigkeit • Arbeitsumfeld: Menschen, die anstrengende Arbeit/Aktivitäten (Sport) im Freien, in feuchten oder schlecht belüfteten Umgebungen verrichten • Demographische Faktoren: hochaltrige Menschen; Säuglinge und Kleinkinder Diese Risikogruppen sind für Durlach die gleichen wie in der Gesamtstadt. Dementsprechend sind die Maßnahmen in allen Stadtteilen die gleichen. Wie erfolgt die Information der Durlacher über der Hitze angepasste Verhaltensweisen? Gibt es Überlegungen, auch in Kitas, Schulen oder in der Erwachsenenbildung jeweils altersgerechte Informationen zum Thema Hitze zu implementieren? Die Maßnahmen in Durlach sind die gleichen wie in den anderen Stadtteilen. Eine Maßnahme, die speziell für Durlach erarbeitet wird, ist ein Durlacher Ausschnitt der gedruckten Version des Stadtplans für heiße Tage, der in Papierform bisher nur für den Karlsruher Innenstadtbereich vorliegt. Denn Durlach ist der größte Karlsruher Stadtteil und hat eine eigenständige Innenstadt, in der sich sowohl viele Karlsruher*innen als auch Touristinnen und Touristen aufhalten. Beispielhaft lassen sich folgende weitere Informationsmaßnahmen für die gesamte Karlsruher Bevölkerung nennen: • Informationskampagne zum Stadtplan für heiße Tage über digitale und analoge Plakatflächen in der Stadt und in den Stadtbahnen über das Fahrgast TV • Die online Version des Stadtplans für das gesamte Karlsruher Stadtgebiet wurde grundlegend überarbeitet und ist seit Juni als optimierte Version auch für Mobilgeräte verfügbar (karlsruhe.de/kuehle-orte). • Breite Öffentlichkeitsarbeit über Veranstaltungen wie das Energie- und Klimafestival oder Das FEST • Kooperation mit der Ärzteschaft mit dem Ziel, Allgemein- und Fachärzte für das Thema Hitzeschutz zu sensibilisieren, so dass diese wichtige Schnittstelle zu den Risikogruppen dazu befähigt ist, eine hitzesensible Gesundheitsversorgung sicherzustellen • Bildungsmaterial für die Zielgruppe Kinder von atip:tap zu den Themen Gesundheit und Trinken, für Kleinkinder bzw. Kitafachpersonal soll es perspektivisch etwas ähnliches geben – 3 – Auf einem Stadtplan der Stadt werden sog. kühle Orte dargestellt. Für Durlach sind dies insbesondere die Kirchen. Ist mit den verschiedenen Durlachern Gemeinden darüber gesprochen worden, Kirchenräume während Hitzeperioden für die Kühle suchenden Menschen geöffnet zu halten? Kirchen bleiben aufgrund ihrer Bauweise oftmals auch bei hohen Temperaturen kühl. Daher bieten sie sich ganz besonders zur kurzfristigen Abkühlung an. Im Stadtplan für heiße Tage sind daher auch alle Kirchen verzeichnet. Dieses Jahr konnten erstmals Kirchengemeinden gewonnen werden, die zum ersten Mal in einem Pilotprojekt als „Coole Kirchen“ an besonders heißen Tagen ihre Türen öffnen und zusätzlich Trinkwasser sowie Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze („Hitzeknigge“) anbieten. Diese evangelischen Kirchen nehmen teil: Kirche Grötzingen, Luthergemeinde, Stadtkirche am Marktplatz, Kleine Kirche, Lukasgemeinde, Markusgemeinde. Bisher ist noch keine Durlacher Kirche vertreten, das Projekt ist allerdings natürlich für jede weitere Beteiligung offen. Problematisch während Hitzeperioden können insbesondere auch die Abfolge mehrerer sog. tropischer Nächte werden, in denen die nächtliche benötigte Abkühlung ausbleibt. Je nach Wohnsituation (z. B. Dachgeschosswohnungen) können manche Menschen hierunter besonders leiden bzw. echten gesundheitlichen Notsituationen ausgesetzt sein. Gibt es Überlegungen, in solchen Situationen evtl. kühle Übernachtungsplätze anzubieten – analog zum Erfrierungsschutz in den Wintermonaten? Zur Frage nach zielgruppenspezifischen Maßnahmen für Menschen in besonders hitzebelasteten Wohnverhältnissen gibt es keine aktuellen Zahlen für Karlsruhe, welche Menschen besonders betroffen sind und wie viele Personen in derartigen Wohnverhältnissen leben. Solche Zahlen sind auch nur schwer bis gar nicht zu erheben. Daher ist es wichtig, verschiedene Angebote wie kühle Innenräume und ausreichend Grün für unterschiedliche Zielgruppen im nahen Wohnumfeld aller Stadtteile zu schaffen. Auch die Bereitstellung von kühlen Räumen ist ein zentrales Thema des Hitzeaktionsplans. Zwar kann auch eine nur geringe Abkühlung in der Nacht das Wohlbefinden beeinträchtigen. Der Fokus der kühlen Räume liegt aber zunächst primär auf dem Schutz vor den Extremtemperaturen, die tagsüber erreicht werden und für die menschliche Gesundheit besonders gefährlich sind. Neben dem Projekt „Coole Kirche“ wird auch an weiteren öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten gearbeitet. Welche weiteren Maßnahmen sind im Hitzeaktionsplan bisher vorgesehen und könnten diese bereits umgesetzt werden, wenn uns bereits 2024 eine längere Hitzeperiode ereilt? Neben den in den vorhergehenden Fragen in dieser Stellungnahme aufgezählten Maßnahmen finden derzeit folgende Aktivitäten statt: - Planung und Durchführung der Kommunalen Gesundheitskonferenz 2024 am 26. Juni 2024 zum Thema Hitze und Gesundheit - Einrichtung eines Unterstützungsfonds für baulichen Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen. - Beantragung von Geldern aus dem Sammelansatz Klimaanpassung für einen Hitzebus – dieses Projekt ist aus personellen Kapazitäten perspektivisch für 2025 geplant - Zusammenarbeit mit den Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialbereich, da aktiv aufsuchende Arbeit und direkte, zielgruppenspezifische Kommunikation zentralen sind. Dabei wird an einem sehr kleinteiligen Vorgehen und eine für viele Zielgruppen persönliche Ansprache über passende Institutionen oder ehrenamtliche Multiplikator*innen gearbeitet. Hier müssen zunächst Strukturen geschaffen werden, die in den nächsten Jahren aktiviert werden können. – 4 – Leider fällt auf, dass immer wieder öffentliche Trinkwasserstellen nicht in Betrieb sind. Kann sichergestellt werden, dass diese rechtzeitig vor den potentiellen „heißen Tagen“ in Betrieb sind? Auch sollte die nächste Trinkwasserstelle zumindest online leicht auffindbar sein. Derzeit sind 32 von 44 Trinkbrunnen im Stadtgebiet in Betrieb. Trinkbrunnen, die außer Betrieb sind, sind meist durch technische Defekte oder Vandalismus betroffen. Um die Probleme zu beheben, wird aktuell ein umfassender Sanierungsplan erstellt. Die Stadt bemüht sich, viele der defekten Trinkbrunnen schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Um sicherzustellen, dass die Bürger und Bürgerinnen immer über den aktuellen Status der Trinkbrunnen informiert sind, bietet die Stadt wöchentlich aktualisierte Informationen an. Diese sind im digitalen Karlsruher Stadtplan für heiße Tage zu finden. Unter folgendem Link können die Standorte und der Betriebsstatus aller Trinkbrunnen im Stadtgebiet eingesehen werden: https://www.karlsruhe.de/kuehle-orte.