Tankbank für den Niddaplatz

Vorlage: 2024/0425
Art: Antrag
Datum: 16.04.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Gartenbauamt
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen

Beratungen

  • Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 15.05.2024

    TOP: 7

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Antrag Grötzingen
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0425 Eingang: 07.04.2024 Tankbank für den Niddaplatz (Antrag der GLG-Ortschaftsratsfraktion) Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Grötzingen 15.05.2024 Ö Entscheidung Die Umgestaltung des Niddaplatzes ist Teil der Maßnahmen im Sanierungsgebiet Grötzingen und sieht unter anderem Neupflanzungen von Bäumen vor. Die mit der Klimakatastrophe einhergehenden Hitzebelastungen und Dürren erfordern besondere Maßnahmen für die Versorgung nicht nur junger Bäume. Pforzheim hat im Sommer 2023 in der Innenstadt eine sogenannte Tankbank installiert: Vorrangig dient der in einer Sitzbank integrierte und 800 Liter Wasser fassende Tank der intelligenten Bewässerung der umliegenden Stadtbäume. Dabei werden die Bäume anhand von Messtechnik im Boden und Wetterdaten sowie Wetterprognosen automatisch mit Wasser versorgt, und zwar dann, wenn sie das Wasser brauchen und nicht, wenn die Bewässerung laut Terminplan der Ämter fällig ist. Eine Tankbank gibt somit personelle Ressourcen der verantwortlichen Ämter frei, die auf Grund von Personalmangel sowieso stark belastet sind. Wir beantragen: Die Ortsverwaltung geht mit dem Thema „Tankbank“ auf die Stadt zu mit dem Ziel, dass die Verwendung einer solchen Tankbank bei der Neugestaltung des Niddaplatzes in Betracht gezogen und überprüft wird. Im Übrigen wäre die Installation solcher Tankbänke nicht nur für den Ortsteil Grötzingen überlegenswert, sondern auch an anderen Stellen der Stadt Karlsruhe hilfreich.

  • Stellungnahme Antrag
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0425 Verantwortlich: Dez. Dienststelle: Gartenbauamt Tankbank für den Niddaplatz (Antrag der GLG-Ortschaftsratsfraktion) Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Grötzingen 15.05.2024 7 Ö Entscheidung Kurzfassung Das Gartenbauamt hat sich bereits im Jahr 2023 kritisch gegenüber der Aufstellung und Unterhaltung von sogenannten Tankbänken geäußert. Der Listenpreis des Herstellers AWATREE (800 Liter Fassungsvolumen): lag im letzten Jahr bereits bei 7.132,50 EUR netto inkl. einjähriger Cloudnutzung. Ab dem zweiten Jahr kommen zusätzlich 240,00 EUR netto jährlich für die Cloudnutzung (Infos der AWATREE GmbH) hinzu. Das Gartenbauamt geht derzeit nicht davon aus, dass damit nennenswert Kosten oder Personalressourcen eingespart werden können. Der Bewässerungsbedarf liegt bei bis zu circa 200 Liter pro Baum pro Woche in den trockenen und warmen Sommermonaten. Damit wäre etwa alle 4 Wochen eine Befüllung des Tanks erforderlich. Werden mehrere Bäume mit Wasser versorgt, muss die Befüllung entsprechend häufiger erfolgen. Die integrierten Systeme müssen darüber hinaus gewartet und bei Bedarf instandgesetzt werden, was selbstverständlich auch für das Mobiliar selbst gilt. Zuletzt bedarf es immer noch eines geschulten gärtnerischen Auges, ob die dem Baum zugewiesene Wassermenge am Ende eines sonnenreichen Tages ausreicht. Somit wäre ebenfalls wieder Personal für die Begutachtung der Bäume erforderlich. Hinzu kommen die jährlichen Folgekosten für die Nutzung der Cloud. Hier wäre es aus Sicht des Gartenbauamtes sinnvoller, in den geplanten Baumstandort einen Feuchtesensor zu integrieren, der Daten zum Wasserbedarf übermittelt. Das Gartenbauamt plant - beginnend ab Herbst 2024 – den Aufbau eines repräsentativen Messnetzes mit Feuchtesensoren. Bei der Wasserzufuhr aus der Tankbank an den Baum handelt es sich letztlich um ein Tröpfchenbewässerungssystem, ähnlich wie bei den grünen Wassersäcken. Das Gartenbauamt steht der Tröpfchenbewässerung kritisch gegenüber, da die Bäume mit diesem System nicht durchdringend bewässert werden können. Es werden nur die obersten Bodenschichten mit Wasser versorgt, und die Wurzeln können sich nicht in die Tiefe entwickeln. Um diese Wirkung zu erzielen, bedarf es einer größeren Wassermenge in kürzerer Zeit, so dass das Wasser auch in tiefere Bodenschichten gelangen kann und nicht oberflächig verdunstet. Die Tankbänke sind im Verhältnis zum Nutzen für den Baum und zum logistischen Aufwand zu teuer. Es können nur wenige Bäume am Standort der Bank mit Wasser versorgt werden. Demgegenüber ist die konventionelle Bewässerung mit Tankfahrzeugen, die die einzelnen Bäume mit bis zu 200 Liter Wasser pro Woche versorgen, unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, aber auch was den Nutzen für den Baum betrifft, wesentlich effizienter. Das Gartenbauamt rät unter den gegebenen Umständen von der Beschaffung und Aufstellung einer Tankbank für den Niddaplatz ab, zumal sich der Platz im Zentrum des Ortes befindet und davon auszugehen ist, dass der Platz durch das Bauhofpersonal ohnehin häufiger aufgesucht wird.