Aufstockung Mehrfamilienwohnhaus Bernhardstraße

Vorlage: 2024/0419
Art: Informationsvorlage
Datum: 19.06.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Oststadt

Beratungen

  • Gestaltungsbeirat (öffentlich/nichtöffentlich)

    Datum: 26.04.2024

    TOP: 1

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage (04/2024)
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0419 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Stadtplanungsamt Aufstockung Mehrfamilienwohnhaus Bernhardstraße Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gestaltungsbeirat 26.04.2024 1 Ö Beratung Kurzfassung Lage Das geplante Bauvorhaben liegt in der Oststadt als Eckgebäude in einem typischen Gründerzeitblock. Das Mehrfamilienwohnhaus liegt direkt gegenüber der Kirche St. Bernhard mit dessen Vorplatz sowie in der Blickachse zum Durlacher Tor und dem Bernhardusplatz. Die geplante Aufstockung des Vorhabens ist durch seine prominente Lage städtebaulich präsent und wird somit dem Gestaltungsbeirat zur Beratung vorgelegt. – 2 – Vorhaben Das Grundstück befindet sich im Geltungsbereich des Nutzungsart-Bebauungsplans Nr. 614. Für die Art der baulichen Nutzung wird Mischgebiet festgesetzt. Weiterhin gilt der einfache Bebauungsplan Nr. 133 „Projektierte Allee, die Friedhofstraße und die Rintheimer Straße“ aus dem Jahr 1888, der entlang der Straßen Baufluchten festsetzt. Im Übrigen hat sich das Vorhaben nach § 34 BauGB in die nähere Umgebung einzufügen. An die Blockstruktur der historischen Gründerzeit-Bebauung der Oststadt schließt östlich entlang der Ludwig-Wilhelm-Straße ein sehr heterogener Bereich an, welcher städtebaulich mit dem Bernhardusplatz den Eingang zur Oststadt darstellt. Im Westen befinden sich Sondernutzungen, wie die historische St. Bernhard Kirche und die Heinrich-Meidinger-Schule, beide am zukünftig erneuerten Durlacher Tor gelegen. Der daran anschließende nach Norden gehende mehrspurige Adenauer-Ring bildet eine deutliche Zäsur zu dem gegenüberliegenden Hochschulgelände. Das Vorhaben soll mit neuem Wohnraum, bestehend aus mehreren Wohneinheiten, aufgestockt werden.

  • Protokoll Ausschuss (04/2024)
    Extrahierter Text

    Empfehlung Sitzung Gestaltungsbeirat 26.04.2024, 13:30 Uhr öffentlich Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Markus Müller Punkt 1 der Tagesordnung: Aufstockung Mehrfamilienwohnhaus Bernhardstraße Vorlage: 2024/0419 Der Gestaltungsbeirat begrüßt ausdrücklich die frühe Präsentation der geplanten Aufstockung im Stadium der Vorplanung, die sorgfältige Herleitung der Entwurfsidee und die Erarbeitung eines Modells. Ebenso gelobt wird die Auseinandersetzung mit allen relevanten Themen der aktuellen Diskussion in Architektur und Politik wie Bauen im Bestand, Nachverdichtung der Stadt, Schaffung zusätzlichen Wohnraums, Klimaanpassung (Fassadenbegrünung), nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise (Holzkonstruktion) sowie Barrierefreiheit. Im unmittelbaren denkmalrelevanten Umgebungsbereich der dominanten Kirche St. Bernhard meldet der Gestaltungsbeirat gleichwohl erhebliche Bedenken gegen die Erhöhung des Gebäudes mit der vorgeschlagenen Geschossigkeit an und spricht sich für eine maximale Firsthöhe entsprechend des gegenüberliegenden Gebäudes im Kreuzungsbereich aus, was eine Reduzierung um ein Geschoß und eine Firsthöhe von maximal 22 m bedeutet. Dies ist v.a. auch damit begründet, dass die Blockrandbebauungen in der Oststadt charakterisiert sind durch eher homogene Trauf- und Firsthöhen - eine Ausnahme wie vorgeschlagen wäre ein Präzedenzfall, der sich bei eingeforderter Gleichbehandlung Dritter sehr negativ auf das Stadtbild auswirken würde. Auch der von den Entwurfsverfassern favorisierte Gestaltungsansatz einer turmartigen Haube mittels einer begrünten Seilnetzkonstruktion, die die Hüllkurve eines Satteldaches nachzeichnet und dahinterliegende Ausnehmungen in Form von Loggien und Dachterrassen partiell kaschiert, erscheint im Kontext überzogen und fremdartig. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt deshalb mehr – 2 – Zurückhaltung bei der Wahl der Gestaltungsmittel und spricht sich im Interesse der Einfügung in die Umgebung für eine Steildachlösung mit Ziegeleindeckung und modern interpretierten Gauben z.B. entsprechend einer der beiden gezeigten Varianten aus - auch ein terrassiertes Flachdach gemäß der zweiten vorgestellten Variante erscheint hier nicht angemessen, zumal die nach dem Krieg wieder aufgebaute repräsentative Ziegelfassade mit Satteldach eine hohe Wertigkeit besitzt. Die vorgeschlagene neue Erschließung des Gebäudes und die Adressbildung sind im Grundsatz richtig gewählt, von der Bernhardstraße allerdings nicht barrierefrei erreichbar. Dies kann nach Aussage der Entwurfsverfasser über ein Nachbarhaus von der Hofseite aus bewerkstelligt werden und wäre konkret nachzuweisen und durch Baulast abzusichern. Generell ist darauf zu achten, dass die Schnittführung des Gebäudes auf der Hofseite ebenfalls ein geneigtes Dach aufweist und keinesfalls so hoch aufragen sollte wie aktuell dargestellt - verstärkt noch durch die vielgeschossige und vertikalbetonte Spindeltreppe. Deren Funktionalität wird als Ersatz für die bisher zweiläufige Treppe ohnehin kritisch hinterfragt. Soweit grundrisslich und ohne Zerstörung bereits sanierter hochinstallierter Räume möglich, wäre anzustreben, das Treppenhaus und den neuen Aufzug innerhalb des Hausgrundes anstelle einer außenseitigen Anfügung im Hof einzuplanen. Alternativ wäre auf der Hofseite eine auf die gesamte Gebäudebreite vorgesetzte Struktur zur Erschließung (Laubengang?) oder als geschoßweiser Freibereich vorstellbar. Im Hof und auf der hofseitigen Fassade sollten (aus Gründen der Investitions- und Unterhaltungskosten erdgebundene) Begrünungsmaßnahmen angedacht werden - aus klimatischen Gründen und nicht zuletzt, um hier einen „Hinterhofcharakter“ zu vermeiden. Im Zusammenhang mit der modifizierten Dachgestaltung sollte auch die Qualität der Wohnungsgrundrisse optimiert werden. Der Gestaltungsbeirat ist von den Potentialen des Gebäudes und seiner Weiterentwicklung überzeugt und freut sich auf eine Wiedervorlage des Projekts nach Überarbeitung der Planung.