Kitas in Karlsruhe - Aktueller Stand und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation in den Stadtteilen
| Vorlage: | 2024/0383 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 09.04.2024 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 14.05.2024
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0383 Eingang: 08.04.2024 Kitas in Karlsruhe - Aktueller Stand und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation in den Stadtteilen Anfrage: FDP Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 14.05.2024 23 Ö Kenntnisnahme 1. Wie viele Kitas mit wie vielen Gruppen für wie viele Kinder gibt es jeweils in den einzelnen Karlsruher Stadtteilen (kommunale, kirchliche und private Träger)? Bitte um Aufstellung. a) Wie viele Plätze gibt es in den jeweiligen Stadtteilen für Kinder U3? b) Wie viele Plätze gibt es jeweils für Kinder Ü3? 2. In welchen Karlsruher Stadtteilen lässt sich derzeit eine Übernachfrage an freien Kita-Plätzen feststellen (U3 und Ü3)? In welchen Stadtteilen gibt es hingegen noch freie Plätze? 3. Wie verläuft bisher die Anwerbung von fachverwandtem Personal zur Ausübung einer erzieherischen Tätigkeit in den Karlsruher Kitas (z.B. aus den Bereichen Heilerziehungspflege, Sozialarbeit etc.)? Welches Fazit kann hier bisher gezogen werden? 4. Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich verkürzter Betreuungszeiten in den Karlsruher Kitas aufgrund von Krankheitswellen, Weiterbildungen, Urlauben etc.? 5. Welche weiteren Maßnahmen plant und geht die Stadt proaktiv an, um als familienfreundliche Kommune Erzieherpersonal für den Stadtkreis Karlsruhe anzuwerben und zu gewinnen? 6. Welche Umsetzungsmöglichkeiten des Joint Ventures von privaten Kitaträgern mit der Volkswohnung GmbH bestehen, um mithilfe einer gemeinsamen Kooperation Betriebswohnungen für Menschen zur Verfügung zu stellen, die sich für eine erzieherische Tätigkeit in einer Karlsruher Kita entscheiden? Der Personalmangel in Kitas ist nach wie vor ein großes Problem und stellt nicht nur für die frühkindliche Bildung, sondern auch für die Fächerstadt als wichtigen Wirtschaftsstandort im Hinblick auf die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ein großes Risiko dar. Für einzelne Stadtteile in Karlsruhe wurden bereits statistische Übersichten zur Betreuungssituation in den dortigen Kitas aufgestellt. Nun sollte auch für das gesamte Stadtgebiet eine aktuelle Darstellung gegeben werden, um weitere Maßnahmen ergreifen und Wege gehen zu können, damit die Betreuungssituation für Familien mit Kindern verbessert werden kann. Hierbei stellt sich insbesondere die Frage nach noch nicht ergriffenen Maßnahmen und nach Lösungswegen, mit denen mehreren Sachverhalt / Begründung: – 2 – Problemstellungen in der Fächerstadt gleichzeitig begegnet werden kann. Eine Möglichkeit besteht dabei in der Zusammenarbeit von privaten Kitaträgern mit der städtischen Gesellschaft Volkswohnung GmbH in Form eines Joint Ventures, um unkompliziert Betriebswohnungen für erzieherisches Personal anbieten zu können, das sich für eine berufliche Ausübung in einer Karlsruher Kita entscheidet. Bei der Bündelung von Ressourcen durch die Bereitstellung von Wohnraum könnte die Karlsruher Kitalandschaft von einem erleichterten überregionalen Zuzug neuer Fachkräfte profitieren und die Volkswohnung GmbH gleichzeitig positive Rendite bzw. Gewinne erzielen. Bezahlbares Wohnen ist ein wichtiger Standortfaktor für die Fächerstadt. Die Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Karlsruhe durch Wohnungs- und Fachkräftemangel muss weiter proaktiv angegangen und reduziert werden. Hierzu müssen auch eine gute frühkindliche Bildung und Betreuung gewährleistet sein, um qualifizierten Fachkräften familienfreundliche Rahmenbedingungen anbieten zu können. Unterzeichnet von Tom Høyem Thomas H. Hock Annette Böringer Karl-Heinz Jooß
-
Extrahierter Text
Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0383 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: Sozial- und Jugendbehörde Kitas in Karlsruhe - Aktueller Stand und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation in den Stadtteilen Anfrage: FDP Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 14.05.2024 23 Ö Kenntnisnahme 1. Wie viele Kitas mit wie vielen Gruppen für wie viele Kinder gibt es jeweils in den einzelnen Karlsruher Stadtteilen (kommunale, kirchliche und private Träger)? Bitte um Aufstellung. a) Wie viele Plätze gibt es in den jeweiligen Stadtteilen für Kinder U3? b) Wie viele Plätze gibt es jeweils für Kinder Ü3? Im Rahmen der Kita-Bedarfsplanung werden für das gesamte Stadtgebiet, für die einzelnen Stadtteile, sowie auf der Ebene von Planungsgebieten, die jeweils aus mehreren benachbarten Stadtteilen bestehen, kontinuierlich die Platzkapazitäten in den Kindertageseinrichtungen ermittelt und mit den Bedarfen ins Verhältnis gesetzt. Hierbei wird neben einem quantitativen Bedarf ebenso der qualitative Bedarf berücksichtigt. Für die Bewertung, ob ausreichend Kitaplätze vorhanden sind, wird die Erfüllung des Bedarfsanhalt (Zielquote) geprüft. Auf dieser Grundlage werden Fehlbedarfe oder Überhänge an Kitaplätzen festgestellt. Dies geschah zuletzt im Kita-Bericht 2022 – Bedarfssituation in Karlsruher Kindertageseinrichtungen 2022, vorgestellt im Jugendhilfeausschuss am 19.10.2022, Vorlage-Nr. 2024/0960. „Für die Bedarfsplanung wird nicht nur eine stadteilbezogene und gesamtstädtische Betrachtung der Versorgungssituation vorgenommen, sondern es werden sechs Planungsgebiete gebildet, die jeweils mehrere benachbarte Stadtteile zusammenfassen. (...).“ Die Bildung von Planungsgebieten geschieht vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil der Kinder Einrichtungen besuchen, die nicht im Stadtteil liegen, in dem sie wohnen. Die aktuellen Zahlen (Stand 01.09.2023) sind der Anlage zu entnehmen. 2. In welchen Karlsruher Stadtteilen lässt sich derzeit eine Übernachfrage an freien Kita-Plätzen feststellen (U3 und Ü3)? In welchen Stadtteilen gibt es hingegen noch freie Plätze? Die Frage in der Kürze der Zeit zu beantworten ist nicht möglich. Das Aufzeigen der Platzanfragen würde einer zeitintensiven und ausführlichen Recherche sowie Analyse der Anmeldedaten bedürfen. In Bezug auf die Nachfrage in den einzelnen Stadtteilen wären diese Zahlen zudem nicht aussagekräftig. Aufgrund der vorhandenen Betreuungsplatzkapazitäten stellen Eltern ihre Anfragen in der Regel stadtteilübergreifend, um die Chance auf Zusage eines Betreuungsplatzes zu erhöhen. Unterjährig freiwerdende Plätze werden von den Einrichtungen schnellstmöglich neu vergeben. – 2 – 3. Wie verläuft bisher die Anwerbung von fachverwandtem Personal zur Ausübung einer erzieherischen Tätigkeit in den Karlsruher Kitas (z.B. aus den Bereichen Heilerziehungspflege, Sozialarbeit etc.)? Welches Fazit kann hier bisher gezogen werden? Im Rahmen der „Strategie zum Fachkräftebedarf“ der Sozial- und Jugendbehörde werden alternative Lösungsmöglichkeiten in Bezug auf dieses wichtige Thema mit den Karlsruher Kita-Trägern erarbeitet; so auch die Möglichkeit der Bildung von multiprofessionellen Teams oder der Einsatz von nichtpädagogischen Fachkräften und Zusatzkräften. Seit Anfang 2023 finden mit den freien Trägern der frühkindlichen Bildung monatliche „Sondersitzungen zum Fachkräftebedarf“ statt. Insbesondere werden Lösungen benötigt, um (auch vorübergehend) vakante Stellen kompensieren zu können. Beispielsweise wurde sich mit den freien Trägern dahingehend verständigt, dass man bei der Personalakquise nicht gegenseitig in Konkurrenz tritt. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg hat gemeinsam mit der Regionaldirektion und der Bundesagentur für Arbeit ein Projekt „Direkteinstieg Kita“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine verkürzte Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin/zum sozialpädagogischen Assistenten (ehemals „Kinderpflegerin/ Kinderpfleger). Die Stadt Karlsruhe fördert die Finanzierung der Ausbildung analog der anderen Ausbildungsgänge. In Karlsruhe gibt es viele freie Träger, mit denen die SJB eng zusammenarbeitet. Daher erfolgen auch gemeinsame Aktionen, z. B. bei Messen. Die Möglichkeit des Einsatzes von Werkstudierenden wird geprüft. Außerdem arbeitet die Sozial- und Jugendbehörde beim Innovationszirkel der KGST zum Thema „Fachkräftemangel im Sozial- und Jugendbereich“ mit. Ein Fazit zu den laufenden Gesprächen kann noch nicht gezogen werden. 4. Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich verkürzter Betreuungszeiten in den Karlsruher Kitas aufgrund von Krankheitswellen, Weiterbildungen, Urlauben etc.? Die Reduzierung von Öffnungszeiten wird bei keinem der Träger im Stadtkreis Karlsruhe leichtfertig getroffen. Dies erfolgt, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpersonalschlüssel nicht mehr gewährleistet werden kann. Dann sind Reduzierungen notwendig, um dem gesetzlichen Auftrag der Kita „qualitative Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder unter Berücksichtigung des Kindeswohls“ nachkommen zu können. Nach derzeitigem Stand kann keine verlässliche Aussage in Bezug auf die Häufigkeit und Dauer von reduzierten Kita-Öffnungszeiten gemacht werden. Einige Träger haben die Öffnungszeiten einrichtungsübergreifend hinsichtlich des geeigneten Personalmanagements angepasst, andere Träger wenden dieses Mittel punktuell bei Bedarf an. Allen Trägern ist gemein, dass die Entscheidungen äußerst sensibel und verantwortungsvoll unter Zugrundelegung des minimalsten Eingriffs in die Betreuungszeiten getroffen werden. Die angepassten Betreuungszeiten dienen dazu, mit dem zur Verfügung stehenden Fachpersonal den Betrieb gemäß des gesetzlichen Auftrags unter Wahrung der gesetzlichen Vorgaben und dem Mindestpersonalschlüssel größtmöglichst familien- und elternfreundlich aufrechterhalten zu können. Ziel bleibt, unter der aktuell herausfordernden Situation den Familien bestmöglich verlässliche Kindertagesbetreuung und den Mitarbeitenden verlässliche Dienstzeiten anbieten zu können. – 3 – 5. Welche weiteren Maßnahmen plant und geht die Stadt proaktiv an, um als familienfreundliche Kommune Erzieherpersonal für den Stadtkreis Karlsruhe anzuwerben und zu gewinnen? Der Bereich der Frühkindlichen Bildung steht vor immensen Herausforderungen zur Erfüllung des Rechtsanspruches und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bundesweit fehlen etwa 100.000 Erzieher*innen. Inzwischen ist der Fachkräftemangel auch in der Stadt Karlsruhe angekommen, obwohl die Stadt seit Jahren ihren Beitrag für gute Rahmenbedingungen leistet. Um dem Fachkraftbedarf zu entsprechen, hat die Stadt Karlsruhe die Voraussetzungen für eine gute Personalausstattung in den Kitas geschaffen. Seit Jahren ist es wichtig, bestmögliche Rahmenbedingungen für den Einstieg in das Berufsfeld zu schaffen und so Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die Stadt Karlsruhe war maßgeblich bei der Entwicklung der praxisintegrierten Erzieher*innen-Ausbildung beteiligt, die es seit 10 Jahren in Baden-Württemberg gibt und konnte das Berufsbild der Erzieherinnen bzw. Erzieher attraktiver gestalten. Diese Ausbildungsform wird nach wie vor intensiv unterstützt. Ebenso wird auch die Ausbildung Dualer Student*innen gefördert. Der Schlüssel für mehr Fachpersonal liegt bei guten Rahmenbedingungen in den Kitas. Der förderfähige Personalschlüssel der Stadt Karlsruhe liegt grundsätzlich über dem Mindestpersonalschlüssel des KVJS. Dadurch liegt der empfohlene Fachkraft-Kind-Schlüssel höher als im Bundes- oder Landesdurchschnitt. Fachpersonalkostenförderung: ▪ Basis für die Förderung ist der förderfähige Stellenschlüssel (inklusive Leitungs-, Ausfall- und Verfügungszeiten) gemäß der Richtlinie. ▪ Hinzu kommen Stellenzuschläge für Inklusion, eingruppige Einrichtungen und Naturkitas. ▪ Förderung von geeigneten Kräften im Vertretungsfall ▪ Förderung von insgesamt 25 Kinder- und Familienzentren mit einem Personalkostenzuschuss für die Leitung (die städtische Förderung ist höher als die Landesförderung) ▪ Förderung von Fortbildungen: jeder Träger bekommt ein Fortbildungsbudget bereitgestellt Die Stadtverwaltung Karlsruhe ist im Verbund mit dem Städtetag aktiv in die Diskussion auf Landesebene eingebunden und an der gemeinsamen Initiative zur Personalentwicklung frühkindliche Bildung unter Federführung des Kultusministeriums beteiligt. Die Gründe des Fachkräftemangels sind multifaktoriell und somit nicht einfach und kurzfristig lösbar. Das rechtlich normierte Ziel „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ kann nicht alleine durch die Kitas erreicht werden. Die Kinderbetreuung und auch die frühkindliche Bildung ist als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verantworten. 6. Welche Umsetzungsmöglichkeiten des Joint Ventures von privaten Kitaträgern mit der Volkswohnung GmbH bestehen, um mithilfe einer gemeinsamen Kooperation Betriebswohnungen für Menschen zur Verfügung zu stellen, die sich für eine erzieherische Tätigkeit in einer Karlsruher Kita entscheiden? Betriebswohnungen für Mitarbeitende in der frühkindlichen Bildung zur Verfügung zu stellen, kann als eine weitere Möglichkeit zur Fachkraftgewinnung gesehen werden. Diese Möglichkeit wird in der „Unterarbeitsgruppe Struktur und Personal“ der Sondersitzungen zum Fachkräftebedarf der Träger aufgegriffen und erörtert. Hierbei benötigt es eine klare Konzeptionierung zur Vermietung und der Finanzierung. Zu klären wären beispielsweise die Attraktivität der Lage und der Wohnungsgröße und des Mietpreises sowie eine Vereinbarung des Umgangs dahingehend, sollte das Beschäftigungsverhältnis beendet werden. Mit der Volkswohnung GmbH wurde dieses Thema bislang – 4 – noch nicht erörtert. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wird im Weiteren auch mit der Volkswohnung das Gespräch gesucht. Fachkräftegewinnungsprojekte, die durch die Stadtverwaltung generiert werden, sind in der Regel jedoch kein gut geeignetes Mittel zur Deckung des Personalbedarfs von zahlreichen verschiedenen Trägern im Stadtgebiet Karlsruhe, denn es fällt unter die Trägerhoheit, Fachkräfte über geeignete Maßnahmen für ihre Kitas zu rekrutieren.
-
Extrahierter Text
Niederschrift 64. Plenarsitzung des Gemeinderates 14. Mai 2024, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 23 der Tagesordnung: Kitas in Karlsruhe – Aktueller Stand und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation in den Stadtteilen Anfrage: FDP Vorlage: 2024/0383 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 21. Mai 2024