Sachstandsbericht zur Entwicklung des Marktplatzes im Rahmen des "Aktionsplans City 2020 - 2026"

Vorlage: 2024/0357
Art: Informationsvorlage
Datum: 02.04.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Innenstadt-Ost

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 07.05.2024

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage Marktplatz
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0357 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: AfSta/Wifö Sachstandsbericht zur Entwicklung des Marktplatzes im Rahmen des „Aktionsplans City 2020 - 2026“ Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Hauptausschuss 07.05.2024 2 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Die Verwaltung begleitet weiterhin die Entwicklung des Marktplatzes auf Basis des „Aktionsplans City 2020 - 2026“. In den vergangenen Monaten wurden im Rahmen des Förderprojekts „City- Transformation“ (Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“) unter anderem Gutachten und Konzeptionen erstellt sowie ein Quartiersmanagement etabliert. Die Verwaltung ist nach wie vor im Austausch mit den Akteurinnen und Akteuren am Marktplatz und bietet eine breite Palette an Unterstützungsmaßnahmen an. Dies ist unerlässlich, da die Bewältigung des Strukturwandels der Innenstädte eine Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten ist. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Zukunft Innenstadt Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit KTG – 2 – Erläuterungen Im Rahmen des CDU-Antrags „Zukunft Marktplatz: Chancen und Potentiale nutzen“ hatte die Verwaltung im vergangenen Jahr über die städtischen Aktivitäten in Bezug auf den Marktplatz berichtet (Vorlage Nr. 2023/0069). Diese sind aus dem „Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher Innenstadt als Einzelhandelsstandort 2030“ sowie dem daraus entwickelten „Aktionsplan City 2020 - 2026“ abgeleitet. Große Teile der vorgesehenen Maßnahmen konnten – ergänzt durch weitere, sich aus der Fördersystematik ergebenden Maßnahmen – über das Projekt „City Transformation“ im Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ platziert werden. Dort wird für den Marktplatz und seine unmittelbare Umgebung das Ziel verfolgt, ihn als touristischen Anlaufpunkt und „Herzstück“ der City zu stärken und zu entwickeln. Die Umsetzung des Projekts „City-Transformation“ läuft noch bis zum 31. August 2025 unter der Federführung des Amts für Stadtentwicklung und der Wirtschaftsförderung. Der Hauptausschuss hatte den Antrag in seiner Sitzung vom 18. April 2023 als erledigt betrachtet. Wie in der Sitzung zugesagt, berichtet die Verwaltung im Folgenden über die aktuellen Sachstände in dieser Sache. Quartiersmanagement für das Quartier Marktplatz Das Quartiersmanagement konnte seine Arbeit im Herbst 2023 aufnehmen. Zu den Aufgaben des Quartiersmanagements gehören unter anderem die Beteiligung und Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Quartier. Flankierend werden ein Quartiersbudget sowie kostenlose Dienstleistungen eines Quartiersarchitekten zur Verfügung gestellt. Mit dem Quartiersbudget können kleinere Maßnahmen und Aktionen auf und um den Marktplatz bis zu 100 Prozent gefördert werden. Jährlich stehen rund 40.000 Euro hierfür zur Verfügung. Bis zum Ende der Programmlaufzeit werden vierteljährlich Quartierskonferenzen für das Quartier Marktplatz durchgeführt. Im Herbst 2023 sowie im Frühjahr 2024 fanden bereits Quartierskonferenzen statt. Zentrales Element ist die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure unter Moderation des Quartiersmanagements. Zusätzlich werden gemeinsame Zielvorstellungen und Maßnahmen für den Bereich des Marktplatzes entwickelt und umgesetzt. Beispielhaft zu nennen ist die Weihnachtsaktion in der Lammstraße vor dem Technischen Rathaus in 2023 („Weihnachten in der Lammstraße“). Diese wurde über das Quartiersbudget finanziert und von einigen Akteurinnen und Akteuren gemeinsam umgesetzt. Weitere Projekte wurden in der letzten Quartierskonferenz entwickelt und befinden sich derzeit in der Ausarbeitung. Ein erster Schritt in Richtung Verstetigung der Akteurskooperation am Marktplatz konnte mit der Gründung des Vereins „Interessengemeinschaft Marktplatz Karlsruhe e. V.“ im Februar 2024 erreicht werden. Quartiersmarketing Neben der Quartiersarbeit über das Quartiersmanagement erfolgt auch eine kommunikative Unterstützung des Quartiers Marktplatz. So kann über das Projekt „City-Transformation“ die Stelle eines Kommunikationsmanagers Quartiersentwicklung finanziert werden. Dieser unterstützt die Kommunikationsarbeit des Quartiers. Im Bereich Social Media Marketing erfolgt beispielsweise die Pflege des Kanals „Marktplatz Carré“, der bereits weitgehend etabliert ist. Platzmöblierung und -bespielung Im Jahr 2023 konnten über „City-Transformation“ mobile Möblierungselemente für den Marktplatz beschafft und logistisch betreut werden. Hierbei handelte es sich um 10 Großschirme und 30 Stühle. Zusätzlich konnten versuchsweise in 2023 20 Pflanzkübel mit Palmen angemietet werden. Grün und mobiles Mobiliar konnten von Mai bis August 2023 von den Innenstadtbesucherinnen und -besuchern erlebt beziehungsweise genutzt werden. – 3 – Flankierend fanden mittwochs der Abendmarkt sowie samstags der in 2022 neu etablierte Pyramidenmarkt statt. Um letzteren in der Startphase zu unterstützen, wurde in Zusammenarbeit mit der City Initiative Karlsruhe die Veranstaltungsreihe „Karlsruhe trifft sich“ – ebenfalls finanziert über das Projekt „City-Transformation“ – durchgeführt. Sowohl die Möblierung des Marktplatzes als auch die Veranstaltung „Karlsruhe trifft sich“ wurden begleitend evaluiert. Die Ergebnisse zeigen dabei sehr positive Resonanz (s. Anlagen). Auch im Jahr 2024 werden die Schirme und Stühle, wieder aufgestellt und logistisch über Mittel des Projekts „City-Transformation“ betreut. Zusätzliches Grün kann jedoch nicht mehr über Fördermittel finanziert werden. Aufgrund der positiven Resonanz in 2023 finalisiert die Verwaltung derzeit eine entsprechende Verstetigung aus dem städtischen Haushalt. Gutachten zur „Öffnung der EG-Zonen am Marktplatz“ (s. Anlage) Im Rahmen des Projekts „City-Transformation“ wurde ein Gutachten zur „Öffnung der EG-Zonen am Marktplatz“ beauftragt. Ursprünglich rein auf die insbesondere im Erdgeschoss geschlossene Ostseite des Marktplatzes fokussiert, stellte sich während der Bearbeitung jedoch eine integrierte Gesamtbetrachtung der Nutzungen um den Marktplatz als zielführender heraus. Die Analyse umfasst eine Erhebung der Bestandsnutzungen sowie weiterer aktueller und künftiger Rahmenbedingungen, die sich auf die Nutzbarkeit der Erdgeschosszonen auswirken können. Angereichert wurde diese um Expertengespräche mit zentralen Akteuren. Die Konzeption gleicht die Ergebnisse in der Folge mit typischen urbanen Nutzungen ab und legt diese auf die einzelnen Immobilien um. Dabei tritt insbesondere die Gastronomie als Leitfunktion in den Vordergrund. Die aktuellen Entwicklungen in den Gebäuden, insbesondere im Technischen Rathaus und dem Modehaus Schöpf, offenbaren ein großes Potenzial. Gleichwohl existieren auch Hemmnisse, beispielsweise in Gestalt der multifunktionalen Nutzbarkeit des Marktplatzes. Diese gilt es nun im Verlauf der weiteren Entwicklungen am Marktplatz abzugleichen. „Erlebnisraumkonzept Marktplatz Karlsruhe“ (s. Anlage) Zwischenzeitlich fertiggestellt ist ebenfalls das von der Karlsruhe Tourismus GmbH beauftragte Konzept, auf dessen Basis der Marktplatz – im Einklang mit dem für das Quartier formulierten Entwicklungsziel – als „touristischer Hot-Spot und Erlebnisraum“ weiterentwickelt werden soll. Neben einer fachlichen Analyse und einer breiten Akteursbeteiligung hat die beauftragte Project M GmbH auch die Ergebnisse zur Aktivierung der EG-Zonen auf der Ostseite des Marktplatzes einfließen lassen. In der Gesamtschau wird dem Marktplatz ein hervorragendes touristisches Entwicklungspotenzial bescheinigt, aber auch Hindernisse und Verbesserungsmöglichkeiten benannt. Die Maßnahmenempfehlungen zur Hebung dieses Potenzials teilen sich in die drei Rubriken „Basics“, „Impulsprojekte“ sowie „Quick Wins“. Im nächsten Schritt werden die empfohlenen Maßnahmen auf Umsetzbarkeit geprüft. Dabei werden auch mögliche Akteursbeteiligungen in Erwägung gezogen. Eine Umsetzung kann nur bei ausreichend vorhandenen Haushaltsmitteln der beteiligten Stellen erfolgen. Weiteres Vorgehen Die weitere Entwicklung des Marktplatzes und seiner Umgebung kann nicht von der Stadt Karlsruhe allein gestaltet werden. Das Amt für Stadtentwicklung, die Wirtschaftsförderung und das Quartiersmanagement sind daher in stetigem Austausch mit den Akteurinnen und Akteuren, insbesondere den Immobilieneigentümern. Gerade in der aktuell herausfordernden Zeit des Stadtumbaus, des Strukturwandels und multipler Krisen ist dies Grundvoraussetzung. Diese zentrale Aufgabe wird auch nach dem Ende des Förderprojekts „City-Transformation“ auf absehbare Zeit bleiben.

  • Anlage 1_StEw aktuell_Evaluation Marktplatz-Möblierung 2023
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin City-Transformation Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 Stadtentwicklung aktuell 2 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiter: Christoph Riedel Bereich: Stadt- und Regionalentwicklung Dr. Andrea Hammer Bearbeitung: Dr. Andrea Hammer Benedikt Dierßen Layout: Stefanie Groß Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1201 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: November 2023 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung | 3 1. Hintergrund In dem vom Bund im Rahmen des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ seit September 2022 geförderten Projekt „City-Transformation“ wird für den Karlsruher Marktplatz das Ziel verfolgt, diesen von einem mangelnden Interaktions- und Aufenthaltsraum zu einem touristischen Hot-Spot („Herzstück“ der City) weiter zu entwickeln. Zu den Maßnahmen, die diese Entwicklung stützen sollen, zählen die Möblierung des Marktplatzes mit 30 Stühlen und 10 Sonnen- schirmen in den Jahren 2023, 2024 und 2025 sowie mit 20 Pflanzkübeln im Jahr 2023. Während die Möblierung mit Schirmen und Stühlen bis zum Ende der Projektlaufzeit im August 2025 jeweils in den Monaten Mai bis Oktober vorgesehen ist, erfolgte das Aufstellen von Pflanzkübeln unter dem Titel „Quartiersimpuls ‚Grüner Marktplatz‘“ einmalig von Mai bis Oktober 2023. Während der Aufstellphase werden die Stühle jeden morgen ab 10 Uhr entsichert und können dann bis 20 Uhr – Sicherung der Stühle durch zusammenschließen um die Schirme – frei auf dem Platz bewegt werden. Das Aufspannen der Schirme erfolgt nach Wetterlage zwischen 10 Uhr und 20 Uhr. Um die Effekte der temporären Möblierungen zu dokumentieren, wurde unter 1.050 Nutzerinnen und Nutzern im Zeitraum vom 7. Juni 2023 bis zum 24. Juni 2023 an vier Werktagen, jeweils zwei Donnerstage und zwei Mittwoche, und drei Samstagen eine Befragung durchgeführt. Gleichzeitig wurde mittels Raumbeobachtung das Nutzerverhalten an den Befragungstagen erfasst. Zum Zeitpunkt der Erhebungen wurde im nördlichen Bereich des Marktplatzes/Kaiserstraße die Erneuerung des Bodenbelags vorgenommen. Die Wasserspiele waren abgestellt. Die Sanierung des Technischen Rathauses, nordwestlich am Marktplatz, fand bereits statt. Darüber hinaus war an zwei Erhebungstagen, bis zum 12. Juni 2023, die Pyramide auf dem Marktplatz wegen Fugenarbeiten eingehaust. Während der Erhebungen fand an einem Samstag, 24. Juni 2023, die Veranstaltung „Karlsruhe trifft sich“ statt. Am selben Tag war darüber hinaus das Wissenschaftsfestival EFFEKTE mit einer Installation am Marktplatz präsent. Während der Erhebungen fand mittwochs der Abendmarkt und samstags der Pyramidenmarkt statt. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin 4 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 2. Sitzgelegenheiten – Auslastung und Nutzerstruktur Im Durchschnitt waren an den Erfassungstagen werktags rund 39 Prozent der Stühle besetzt und an Samstagen rund 51 Prozent. Grundsätzlich wurden die Sitzgelegenheiten an den Vormittagen weniger intensiv in Anspruch genommen als zu den anderen Tageszeiten (Abbildung 2.1). Die durchschnittliche Gruppengröße der sich dort Aufhaltenden liegt sowohl werktags als auch samstags bei 1,5 Personen. Bei der Nutzerumfrage geben 44,1 % an, dass sie allein unterwegs sind. Etwa jede beziehungsweise jeder Zehnte (10,7 %) ist mit Kind(ern) unterwegs. Weitere 45,2 % sind mit anderen Personen auf dem Marktplatz. 25,0 31,3 45,5 33,9 47,3 30,4 39,3 47,3 49,1 23,8 34,5 41,7 66,7 59,5 57,1 63,1 50,0 59,5 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 11:00 Uhr12:00 Uhr13:00 Uhr14:00 Uhr15:00 Uhr16:00 Uhr17:00 Uhr18:00 Uhr19:00 Uhr werktagssamstags Abbildung 2.1 Auslastung der Sitzgelegenheiten auf dem Karlsruher Marktplatz nach Tagen und Tageszeit Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell –City-Transformation –Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. Stündlich durchgeführte Raumbeobachtung % 38,8 50,7 Tagesdurchschnitt Die Nutzerinnen und Nutzer der Sitzgelegenheiten verbrachten ihre Zeit dort hauptsächlich mit Gesprächen und Diskussionen oder mit Sitzen/Ausruhen (Abbildung 2.2). Unterschiede zwischen Werk- und Samstagen lassen sich im Nutzerverhalten kaum ablesen. Die Sitzgelegenheiten werden gleichermaßen von Männern (48 %) und Frauen (52 %) genutzt. Amt für Stadtentwicklung | 5 Rund 40 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer zählen zur Altersgruppe der bis zu 30-Jährigen. Jeweils rund 20 Prozent zählen zur Gruppe der 31- bis 44-Jährigen, der 45- bis 59-Jährigen sowie zur Altersgruppe der mindestens 60-Jährigen (Tabelle 2.1). Das Durchschnittsalter der Nutzerinnen und Nutzer liegt bei 42 Jahren. Am Wochenende sind die angetroffenen Personen im Durchschnitt etwas jünger (40 Jahre) als unter der Woche (44 Jahre). Etwa ein Drittel (35,7 %) der Befragten stammen von außerhalb; rund zwei Drittel (64,3 %) kommen aus der Fächerstadt. Jede beziehungsweise jeder Sechste (15,7 %) zählt zur Gruppe der Studierenden. 30,9 29,3 18,3 12,6 5,6 3,2 Gespräche/Diskussion Sitzen/Ausruhen Lesen/im Internet surfen/ Smartphone Essen/Trinken Musik hören Telefonieren Abbildung 2.2 Aktivitäten der Nutzerinnen und Nutzer der Sitzgelegenheiten auf dem Karlsruher Marktplatz Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell –City-Transformation –Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. Stündlich durchgeführte Raumbeobachtung % 6 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 Auf die Frage, in welche weiteren Aktivitäten der Aufenthalt auf dem Marktplatz eingebettet ist, antworten über 40 Prozent mit „Freizeit/Bummeln/Spazieren“, an zweiter Stelle rangiert mit rund einem Viertel das Thema „Einkaufen/Shopping“ (Abbildung 2.3). An Samstagen ist der Aufenthalt auf dem Marktplatz zu deutlich höheren Anteilen mit der Freizeitgestaltung verbunden als an Werktagen. bis 30 Jahre31 bis 44 Jahre45 bis 59 Jahre60 Jahre und älterAltersdurchschnitt werktags37,2%14,5%20,0%28,2%44 Jahre samstags38,1%25,8%17,8%18,3%40 Jahre gesamt37,6%19,4%19,1%24,0%42 Jahre Tabelle 2.1 Altersstruktur der Nutzerinnen und Nutzer nach Wochentagen „Wie alt sind Sie?“ Basis1.048 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell –City-Transformation –Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin Amt für Stadtentwicklung | 7 Im Durchschnitt halten sich die Befragten etwa eine halbe Stunde (35 Minuten) auf dem Marktplatz auf, wobei die Aufenthaltsdauer unter der Woche mit 27 Minuten deutlich geringer ist als an Samstagen (45 Minuten). 36,1 22,1 16,7 17,9 11,3 8,4 6,9 1,4 2,4 0,7 0,5 56,2 27,4 17,3 7,1 13,1 0,9 2,8 4,4 0,2 0,9 0,9 44,6 24,4 17 13,4 12,1 5,3 5,2 2,6 1,5 0,8 0,7 Freizeit/Bummeln/Spazieren Einkäufe/Shopping Familie/Freunde treffen Arbeit/Beruflich/Geschäftlich Café/Kneipe/Restaurant besuchen Dienstleistungen (z. B. Arztbesuch) Tourismus/Urlaub Besuch einer Veranstaltung Besuch Uni/FH/PH (Hochschule) Besuch des Marktes Theater/Museum besuchen werktags samstags gesamt Abbildung 2.3 Besuchsanlässe in der Karlsruher Innenstadt 2023 Basis1.026 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell – City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. „Wieso sind Sie heute in der Karlsruher Innenstadt unterwegs?" % 8 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 3. Bewertung durch die Nutzerinnen und Nutzer Rund 80 Prozent der auf dem Marktplatz angetroffenen Personen kennen den Marktplatz ohne die Möblierung mit Stühlen und Sonnenschirmen sowie mobilem Grün. Sie wurden gebeten einzuschätzen, inwieweit die Ausstattung des Marktplatzes mit den entsprechenden Möblierungselementen Effekte auf die Aufenthaltsqualität hat. Unter ihnen geben jeweils über 90 Prozent an, dass das Vorhandensein von Stühlen und Sonnenschirmen einerseits sowie von Grün/Pflanzen andererseits die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz verbessert (Abbildung 3.1). 57,7 61 35 32,6 6,4 5,7 0102030405060708090100 Die Aufenthaltsqualität wird durch Stühle und Schirme ... Die Aufenthaltsqualität wird durch die Pflanzen ... deutlich verbessertleicht verbessertunverändertleicht verschlechtertdeutlich verschlechtert Abbildung 3.1 Effekte der Möblierung auf die Aufenthaltsqualität auf dem Karlsruher Marktplatz 2023 TG TGTeilgruppe: Nur Befragte, die den Marktplatz auch ohne Möblierung kennen. Basen849 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell – City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. „Inwieweit verändert das Vorhandensein von Grün/Pflanzen die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz?" „Inwieweit verändert das Vorhandensein von Stühlen/Schirmen die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz?" % Amt für Stadtentwicklung | 9 Im Durchschnitt bewerten die befragten Personen die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz insgesamt mit der Schulnote 2,5 (Abbildung 3.2), wobei das zum Zeitpunkt der Umfragen stattfindende Baugeschehen sich negativ auf die Bewertung ausgewirkt haben dürfte: 14,1 % derjenigen, die die Aufenthaltsqualität bewertet haben, empfinden dieses als störend. 12,2 46,9 23,9 10,2 4,6 2,2 sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Abbildung 3.2 Bewertung der Aufenthaltsqualität auf dem Karlsruher Marktplatz2023 Basis1.048 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell – City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. „Wie gefällt es Ihnen hier auf dem Marktplatz im Hinblick auf die Aufenthaltsqualität?" % 2,5 Durchschnittliche Benotung 10 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023 Unter denjenigen, die die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz bewertet haben, haben 18,6 % Anregungen in Verbindung mit der Möblierung geäußert. Unter Ihnen wünschen sich rund die Hälfte (51,3 %) mehr Grün/Pflanzen, nahezu gleich viele (49,7 %) schlagen mehr Schatten/eine weiter gehende Beschattung vor. Etwas mehr als ein Fünftel (22,1 %) wünschen sich weitere Stühle und Sitzgelegenheiten (Abbildung 3.3). Abbildung 3.3 Anregungen in Verbindung mit der Platzmöblierung MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis195 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell – City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Marktplatzes 2023. „Möchten Sie mir sonst noch etwas zum Marktplatz mitteilen?“ – Verbesserungsvorschläge Mehr Grün/Pflanzen, Bäume 51,3 % Mehr Schatten/Beschattung 49,7 % Mehr Stühle/Sitz- gelegenheiten 22,1 % Tische 4,1 % © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

  • Anlage 2_StEw aktuell_Evaluation Marktplatz_KA trifft sich 2023
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung © Stadt Karlsruhe, Dr. Andrea Hammer City-Transformation Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 Stadtentwicklung aktuell 2 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiter: Christoph Riedel Bereich: Stadt- und Regionalentwicklung Dr. Andrea Hammer Bearbeitung: Dr. Andrea Hammer Benedikt Dierßen Layout: Stefanie Groß Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1201 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: November 2023 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung | 3 1. Hintergrund In dem vom Bund im Rahmen des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ seit September 2022 geförderten Projekt „City-Transformation“ wird für den Karlsruher Marktplatz das Ziel verfolgt, diesen von einem mangelnden Interaktions- und Aufenthaltsraum zu einem touristischen Hot-Spot („Herzstück“ der City) weiter zu entwickeln. Zu den Maßnahmen, die diese Entwicklung stützen sollen, zählt die Veranstaltung „Karlsruhe trifft sich“, die im Auftrag der Stadt Karlsruhe an 15 Samstagen im Zeitraum vom 24. Juni 2023 bis zum 7. Oktober 2023 durchgeführt wurde. In Kooperation mit dem Radiosender die neue welle und der City Initiative Karlsruhe e.V. wurde jeweils von 11 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz ein buntes Programm zusammengestellt, das auf Regionalität und Vielfalt setzt. Um die Effekte von „Karlsruhe trifft sich“ zu dokumentieren wurden an drei Samstagen – 23. September 2023, 30. September 2023 und 7. Oktober 2023 – jeweils rund 100 Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung befragt. Zusätzlich erfolgte an den genannten Tagen eine stündliche Erfassung der Besucherzahlen. Zum Zeitpunkt der Erhebungen fand die Sanierung des Technischen Rathauses, nordwestlich am Marktplatz, statt. Ebenso wurden Bodenbelagsarbeiten auf der Kaiserstraße westlich des Marktplatzes vorgenommen. Während der Erhebungen fand samstags der Pyramidenmarkt statt. Die Wasserspiele im nördlichen Bereich des Marktplatzes waren in Betrieb. Die Pyramide auf dem Marktplatz war wegen Fugenarbeiten an allen Erhebungstagen eingehaust. Der Marktplatz war mit 30 Stühlen, zehn Sonnenschirmen und 20 Pflanzkübeln möbliert – ebenso wie „Karlsruhe trifft sich“ eine Maßnahme des Projekts „City-Transformation“. . © Stadt Karlsruhe, Dr. Andrea Hammer 4 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 2. Besucherstruktur und -frequenz Das Durchschnittsalter der Besucherinnen und Besucher von „Karlsruhe trifft sich“ liegt bei 41 Jahren. Rund ein Drittel (31,6 %) sind der Altersgruppe der bis zu 30-Jährigen zuzuordnen (Abbildung 2.1). Insgesamt ist die Altersverteilung der Besucherinnen und Besucher von „Karlsruhe trifft sich“ ähnlich wie an veranstaltungsfreien Samstagen (siehe City-Transformation – Evaluation zur Möblierung des Markt- platzes 2023). Unter den Besucherinnen und Besuchern liegt der Anteil der Studierenden bei 14,6 %. Das Geschlechter- verhältnis ist mit 52,5 % Besucherinnen und 47,5 % Besuchern ausgewogen. Abbildung 2.1 Soziodemografische Rahmendaten der Besuchenden von "Karlsruhe trifft sich" 2023 Basis301 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell – City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. „In welche Altersgruppe fallen Sie?“ | „Wo wohnen Sie?" | „Sind Sie Student*in?" Karlsruhe: 57,5 % 31,6 28,2 23,3 16,9 bis 30 Jahre 31 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 Jahre und älter weiblich männlich Altersgruppen Geschlecht Wohnort Studierende % Außerhalb: 42,5% Nein: 75,4 % Ja: 14,6 % Ø = 41 Jahre 47,5 % 52,5 % Amt für Stadtentwicklung | 5 „Karlsruhe trifft sich“ wird zu 57,5 % von Menschen aus Karlsruhe besucht; 42,5 % stammen von außerhalb, darunter 26,9 % aus der näheren Umgebung. Rund 30 Prozent der Besucherinnen und Besucher (28,6 %) besuchen „Karlsruhe trifft sich“ alleine. Die anderen sind mit Partnerin oder Partner, als Teil einer größeren Gruppe und beziehungsweise oder mit Kind(ern) vor Ort (Abbildung 2.2). 38,2 28,6 25,6 13,6 1,3 Mit meiner Partnerin oder meinem Partner Ich bin alleine hier Ich bin Teil einer größeren Gruppe (Freunde, Bekannte etc.) Mit meinem Kind/meinen Kindern Sonstiges Abbildung 2.2 Besuchskonstellationen von "Karlsruhe trifft sich" MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis301 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell –City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. „Mit wem sind Sie heute hier?" % 6 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 Die durchschnittlichen Besucherzahlen von „Karlsruhe trifft sich“ variieren im Tagesverlauf; dies ist abhängig von der jeweiligen Ausgestaltung des Programms und den weiteren Rahmenbedingungen. So war deutlich der Effekt des KSC-Heimspiels am 30. September 2023 zu spüren. Hier hielten sich um 11 Uhr bereits 60 und um 12 Uhr bereits 83 Personen vor der Bühne auf. Beobachtungen zeigen, dass auch der samstägliche Pyramidenmarkt – insbesondere die Getränkeanbieter – bei Heimspielen des KSC stärker frequentiert wird. Nach den durchschnittlichen Besucherzahlen aller Erfassungstage wird „Karlsruhe trifft sich“ am Nachmittag zwischen 15 und 17 Uhr am stärksten besucht (Abbildung 2.3). Dies ist auch die Zeit, zu der die Innenstadt gemäß den städtischen Fußgängerzählungen am stärksten frequentiert wird. Im Durchschnitt halten sich die Besucherinnen und Besucher von „Karlsruhe trifft sich“ etwas mehr als eine Stunde (63 Minuten) auf dem Marktplatz auf. 29 49 65 74 106 87 96 6 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 11 Uhr12 Uhr13 Uhr14 Uhr15 Uhr16 Uhr17 Uhr18 Uhr Abbildung 2.3 Durchschnittliche Besucherzahlen von "Karlsruhe trifft sich" im Tagesverlauf Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Stadtentwicklung aktuell –City Transformation –Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. Stündlich durchgeführte Besucherzahlenschätzung an drei Veranstaltungstagen Personen Amt für Stadtentwicklung | 7 3. Einschätzungen der Besucherinnen und Besucher Unter den Besucherinnen und Besuchern von „Karlsruhe trifft sich“ sind rund ein Fünftel (20,9 %) gezielt wegen der Veranstaltung auf den Marktplatz gekommen (Abbildung 3.1). Weitere Anlässe, mit denen der Besuch des Marktplatzes und von „Karlsruhe trifft sich“ verbunden war, sind insbesondere „Einkäufe/Shopping“ sowie „Freizeit/Bummeln/Spazieren“. Diese haben jeweils 27,2 % der Befragten genannt. 27,2 27,2 20,9 14,0 8,6 6,6 6,0 5,0 3,0 2,0 0,7 0,3 0,3 Einkäufe/Shopping Freizeit/Bummeln/Spazieren Gezielt wegen Veranstaltung auf dem Marktplatz Familie/Freunde treffen Café/Kneipe/Restaurant besuchen Arbeit/Beruflich/Geschäftlich Tourismus/Urlaub Besuch einer anderen Veranstaltung Besuch des Marktes Dienstleistungen (z.B. Arztbesuch) Besuch Uni/FH/PH (Hochschule) Theater/Museum besuchen Sonstiges Abbildung 3.1 Besuchsanlässe des Publikums von "Karlsruhe trifft sich" MFN MFNMehrfachantworten möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis301 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. „Wieso sind Sie heute in der Karlsruher Innenstadt unterwegs?" % 8 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 Insgesamt bewerten die Besucherinnen und Besucher von „Karlsruhe trifft sich“ die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz mit der Schulnote 2,3. Am häufigsten wird die Note 2 vergeben (Abbildung 3.2). % 22,7 44,0 20,7 7,7 4,0 1,0 sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Abbildung 3.2 Bewertung der Aufenthaltsqualität auf dem Karlsruher Marktplatz2023 Basis300 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. „Wie gefällt Ihnen die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz allgemein?" 2,3 Durchschnittliche Benotung Amt für Stadtentwicklung | 9 Die Veranstaltung „Karlsruhe trifft sich“ wird von den Besucherinnen und Besuchern durchschnittlich mit 2,0 bewertet. Ähnlich wie bei der Bewertung der Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz wird die Note 2 am häufigsten vergeben (Abbildung 3.3). Der Anteil derjenigen, die die Veranstaltung als „sehr gut“ bewerten liegt bei rund einem Drittel (32,2 %). 32,2 45,6 14,1 5,4 1,7 1,0 sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Abbildung 3.3 Bewertung der Stimmung/Atmosphäre von "Karlsruhe trifft sich" Basis298 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. „Wie gefällt Ihnen die Stimmung/Atmosphäre bei der heutigen Veranstaltung von „Karlsruhe trifft sich“?" % 2,0 Durchschnittliche Benotung 10 | Stadtentwicklung aktuell | City-Transformation – Evaluation zu „Karlsruhe trifft sich“ 2023 Bei der Begründung ihrer Bewertungen zur Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz und von „Karlsruhe trifft sich“ äußern 43,2 %, dass Ihnen die Veranstaltung beziehungsweise das auf der Bühne gebotene Programm gefallen (Abbildung 3.4). Ein Viertel der Befragten (25,2 %) äußert sich positiv zur Stimmung und zur Atmosphäre. Weitere 12,6 % verweisen auf die Belebung des Marktplatzes und auf die Treffpunkt- funktion durch die Veranstaltung. Von den kritischen Besuchenden wird am ehesten bemängelt, dass zu wenig los (9,6 %) oder die Stimmung nicht ansprechend sei (7,6 %); 6,6 % führen zu wenig Sitzmöglichkeiten oder Begrünung an. 43,2 25,2 12,6 9,6 7,6 6,6 4,7 4,0 3,7 2,7 2,0 21,3 Veranstaltung/Programm/Bühne gefällt Stimmung/Atmosphäre gefällt Belebung/Treffpunktfunktion zu wenig los Stimmung/Atmosphäre nicht ansprechend zu wenig Sitzmöglichkeiten oder Begrünung Angebot Essen/Trinken gut Stände gut Kritik an Programm Sitzmöglichkeiten/Begrünung gut Baustelle/Baugeschehen störend Sonstiges Abbildung 3.4 Begründungen der Bewertungen zur Aufenthaltqualität und zu "Karlsruhe trifft sich" MFN MFNMehrfachantworten möglich, daher Summe größer als 100 %. Basis301 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | City Transformation – Evaluation zu "Karlsruhe trifft sich" 2023. Offene Fragestellungnach den Gründen für die Notenvergaben. %

  • Anlage 3_20231028_Marktplatz_Fachkonzept EG-Zone_GMA_c
    Extrahierter Text

    Auftraggeber: / Projektleitung: / Projektbearbeitung: / XX.XX.XXXX Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH HERZSTÜCK DER CIT Y ÖFFNUNG DER ERDGESCHOSSZONE AUF DER OSTSEITE DES MARKTPLATZES IN KARLSRUHE Auftraggeber: Stadt Karlsruhe Projektleitung: Dipl.-Ing. Dirk Siebels Datum: Ludwigsburg, 28.10.2023 c 2 Alle Informationen im vorliegenden Dokument sind sorgfältig recherchiert; der Bericht wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität aller Inhalte kann die GMA keine Gewähr übernehmen. Für die Bearbeitung standen der GMA neben eigenen Daten und Erkenntnissen aus früheren GMA-Untersuchungen auch Daten der Stadt Karlsruhe zur Verfügung. Alle dem Gutachten zugrunde liegenden Ausgangsdaten wurden von den Mitarbeitern der GMA nach bestem Wissen erhoben, mit der gebotenen Sorgfalt aufbereitet und nach neuesten wissenschaftlichen Standards ausgewertet. Im vorliegenden Dokument verzichten wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit darauf, die gendergerechte Schriftform zu verwenden. Selbstverständlich sind alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen. Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH Ludwigsburg - Dresden - Hamburg - Köln - München Büro Ludwigsburg Hohenzollernstraße 14 - 71638 Ludwigsburg Tel 07141 9360 - 0 - info@gma.biz Geschäftsführung: Birgitt Wachs Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 3 GLIEDERUNG SEITE I AUFGABENSTELLUNG FACHKONZEPT 4 II IST-ZUSTAND MARKTPLATZ 6 III ANALYSE FUNKTIONEN & RAUM 10 IV KONZEPTION 21 STUFE 1: QUICK CHECK T YPISCHE URBANE NUTZUNGEN 23 STUFE 2: NUTZUNGEN FÜR MARKTPLATZ KARLSRUHE 24 FOKUS: LEITFUNKTION GASTRONOMIE 25 STUFE 3: GEBÄUDE OSTSEITE / ERDGESCHOSSE 29 V FAZIT NUTZUNGSKONZEPT 38 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 4 I AUFGABENSTELLUNG FACHKONZEPT Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 5 AUFGABENSTELLUNG Der Karlsruher Marktplatz soll als „Herzstück der City“ mit Aufenthaltsfunktion ausgebaut werden. Mit Blick auf dieses Ziel ist das vorliegende Fachkonzept „Öffnung der Erdgeschosszonen auf der Ostseite des Marktplatzes“ beauftragt worden. Im Fokus stehen die Gebäude auf der Osthälfte des Marktplatzes mit ihren an den Platz angrenzenden Erdgeschossbereichen (siehe farbliche Markierung rechts). Für diese Objekte werden jeweils Nutzungsspektren aufgezeigt, die zur Belebung des Marktplatzes beitragen können. Je nach Situation werden Empfehlungen zur Anpassung der vorhandenen Gebäudestruktur, der rechtlichen Rahmenbedingungen etc. formuliert. Grundlage der Arbeit sind neben der Analyse umfangreicher vorhandener Daten der Stadt Karlsruhe vor allem mehrere Expertengespräche und diverse Begehungen. Gegenstand dieses Fachkonzepts ist nicht die Bespielung und Nutzung der Marktplatzfläche durch größere Veranstaltungen. In dem Feld gibt es diverse Ereignisse von städtischen, kirchlichen und weiteren Akteuren, die durchaus erfolgreich sind und den Marktplatz temporär stark beleben. Das Fachkonzept stellt eine von zahlreichen Maßnahmen aus dem „Aktionsplan City 2020 – 2026“ dar. Dieser Aktionsplan basiert auf einem mit den Stakeholdern der Karlsruher City erarbeiteten Maßnahmenkatalog, welcher im Rahmen des „Gutachten(s) zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030“ erstellt worden war. Gefördert wird das Fachkonzept durch das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, für das sich die Stadt Karlsruhe erfolgreich mit dem Projekt „City-Transformation“ beworben hat. Zu erwähnen ist weiterhin das städtebauliche Sanierungsgebiet „Innenstadt Ost“, in dem sich alle Gebäude der Ostseite des Marktplatzes befinden. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMA 6 II IST-ZUSTAND MARKTPLATZ Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 7 EIN ORT OHNE BESONDERE BEDEUTUNG, DER AUF DEM WEG LIEGT? Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: Erlebnisraumkonzept Marktplatz Karlsruhe, PROJECT M GmbH, Januar 2023 ; Ergebnis „Bedeutung Marktplatz bei Besuch für die Nutzer:innen“ ; Ausschnitt mit farblichen Markierungen von GMA In einer kürzlich durchgeführten Befragung von Nutzern des Marktplatzes antwortete fast die Hälfte der 387 Umfrageteilnehmer, dass der Ort auf dem Weg läge und in der Regel keine besondere Bedeutung für den Innenstadtbesuch hätte. Gleichzeitig wurde von den Befragten als Hauptbesuchsgrund der Karlsruher Innenstadt „Shopping“ mit 55% und „Gastronomie“ mit 49% genannt, erst relativ weit abgeschlagen folgte der nächsthäufigste Grund „Freunde treffen“ mit 28%. Die Aufenthaltsqualität des Marktplatzes bewerteten 42% mit mangelhaft oder ungenügend. Demnach scheint der Marktplatz keine relevante Destination für typische Innenstadtnutzungen wie Shopping und Gastronomie zu sein. Im Fall des Einzelhandels ist das erklärbar mit der 1a-Lage in der zentralen Kaiserstraße, deren Lauf nur noch rudimentär bis zum Marktplatz ausstrahlt. Für die Nutzung Gastronomie dürfte das quantitativ zu geringe Angebot am Marktplatz ausschlaggebend sein (qualitativ sind die wenigen Betriebe durchaus relevant). Die Umfrage wurde als Online-Befragung vom 05.12.2022 bis 06.01.2023 durch die PROJECT M GmbH im Rahmen der Erstellung des „Erlebnisraumkonzept(s) Marktplatz Karlsruhe“ durchgeführt. 8 ... SIEHT SCHÖN AUS, IM ALLTAG ABER NUR WENIG BELEBT. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: A.Savin, Wikipedia, „Marktplatz mit Pyramide in Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland“, 11.10.2022, Ausschnitt Copyleft: This is a free work, you can copy, distribute, and modify it under the terms of the Free Art License https://artlibre.org/licence/lal/en/ Passend zu den Umfrageergebnissen erscheint der Marktplatz im Alltag: in der Regel sieht man nur wenige Passanten trotz der Stadtgröße von über 300.000 Einwohnern und eines Einzugsgebiets von etwa 1,2 Millionen Menschen. Auch in den Abendstunden wird der Marktplatz im Allgemeinen nur wenig benutzt, was insbesondere bei einem Vergleich mit dem stark frequentierten Ludwigsplatz deutlich wird. Die städtebaulichen und architektonischen Rahmenbedingungen des Marktplatzes sind positiv: Die zentrale Lage in der Innenstadt und zahlreiche Wegeverbindungen zu wichtigen Institutionen und anderen interessanten Orten der Stadt ermöglichen grundsätzlich eine enge Verflechtung. Auch die Gebäude am Marktplatz bilden einen attraktiven Rahmen für diesen Ort. Das Potenzial des Marktplatzes wird ebenfalls bei Betrachtung der Veranstaltungen erkennbar: der Marktplatz wird stark besucht, wenn attraktive Angebote bestehen. Von Akteuren der größeren Veranstaltungen werden die gute Nutzbarkeit und die passenden Proportionen des Marktplatzes gelobt. Auch die temporären Maßnahmen des Projekts „City- Transformation“ wie die beweglichen Stühle, Sonnenschirme und Palmen zeigen, dass die Menschen den Marktplatz gerne intensiver nutzen möchten. 9 INTERVIEWPARTNER: MARKTPLATZ NICHT ATTRAKTIV, ABER MIT POTENZIAL Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA-Expertengespräche mit Immobilieneigentümern sowie Fachleuten aus Gewerbe und Wissenschaft; Zeitraum Juli bis September 2023; Aussagen anonymisiert Mit Blick auf die Expertengespräche, welche während der Erstellung dieses Fachkonzepts geführt wurden, ergibt sich ein recht klares Bild: der Marktplatz wird als potenziell attraktiv eingeschätzt, der aktuelle Zustand aber als unattraktiv bewertet. Häufig werden eine geringe Belebung und eine geringe Aufenthaltsqualität genannt. Die aktuelle Bedeutung für das Leben in der Innenstadt wird von vielen als niedrig eingeschätzt. Konkret beschriebene Kritikpunkte beziehen sich auf das Hitzeproblem („Hot-Spot der City“) und fehlende Verschattung. Ebenfalls wird das Thema Grün häufig als Defizit genannt, auch im Zusammenhang mit der kaum nutzbaren Schattenwirkung der Oleander-Pflanzkübel. Bezüglich der Nutzbarkeit für Aktionen auf dem Marktplatz wünschen sich einige Akteure eine Vereinfachung und Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens, während andere von pragmatischem und zügigem Vorgehen berichten. Die Interviewpartner haben aber auch überwiegend das Potenzial des Marktplatzes herausgestellt: die zentrale Lage sowie die Funktion als Orientierungs- und Ankommenspunkt werden als Basis für eine künftige Entwicklung gesehen. Der Marktplatz wird als „eigentlich wunderschöner historischer Platz“ beschrieben, welcher der Mittelpunkt für das Leben in der Innenstadt sein könnte. Keine besondere Bedeutung für die Innenstadt. Könnte der Mittelpunkt für das Leben in der Innenstadt sein. Bin entsetzt, wie trostlos er ist. Der Marktplatz braucht eine Seele. Wenig Aufenthaltsqualität. Lage und Größe passen gut. Viele Einzelmaßnahmen, aber kein Gesamtkonzept. Hitzeproblem. Es fehlt Grün. Eigentlich ein wunderschöner historischer Platz. Kein Grund zum Dableiben. 10 III ANALYSE FUNKTIONEN & RAUM Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 11 FOKUS DER ANALYSE Aus der Zustandsbeschreibung lassen sich aus gutachterlicher Sicht einige Fragen für die Analyse ableiten, beispielsweise: Warum ist der Marktplatz im Alltag relativ wenig belebt? Warum verbringen die Menschen nicht mehr Zeit auf dem Marktplatz? Woran macht sich die vermisste Aufenthaltsqualität fest? Die Benutzung potenziell frequentierter Bereiche ergibt sich aus einem Zusammenspiel diverser Faktoren. Für die Faktoren verkehrliche Erreichbarkeit, Architektur und Bespielung mit Veranstaltungen besteht anscheinend kein oder nur geringer Verbesserungsbedarf. Vor dem Hintergrund der Kritikpunkte aus der Zustandsbeschreibung erscheinen für eine stärkere Belebung des Karlsruher Marktplatzes im Alltag vor allem drei Themenfelder relevant: Gestaltung und Ausstattung der Platzfläche Nutzungen in den umgebenden Gebäuden Raum des Marktplatzes Gestaltung und Ausstattung der Platzfläche sind buchstäblich am Rande Gegenstand dieses Fachkonzepts: an der Schnittstelle zu den Erdgeschosszonen der Gebäude; dazu werden im Rahmen der Konzeption Aussagen getroffen. Dennoch scheinen diverse Aspekte gerade mit Blick auf die Themen Hitze, Verschattung und Begrünung einer weiteren Diskussion außerhalb dieses Fachkonzepts zu bedürfen. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Marktplatz als Multifunktionsplatz entworfen wurde, wobei neben den Nutzungen in den Gebäuden unter anderem auch die Veranstaltungen auf der Platzfläche und der Denkmalschutz im Fokus standen. Solch eine Neugestaltung ist ein Unikat und dadurch automatisch ein Stück weit ein Experiment. Zudem ändern sich im zeitlichen Verlauf äußere Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Strukturwandel im Einzelhandel oder der Klimawandel, mitunter auch die jeweiligen Ziele vor Ort. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass im späteren Betrieb einige Aspekte überdacht und gegebenenfalls nachjustiert werden. Bestes Beispiel dafür sind die Maßnahmen im Rahmen des Projekts „City-Transformation“: temporär wurde die Möblierung auf dem Marktplatz ergänzt, mehr Schatten und Grün geschaffen. Interessant ist unter anderem, dass diese Eingriffe mit experimentellem Charakter als eine Art Reallabor durchgeführt wurden. Aus diesen Erfahrungen können wertvolle Impulse für eine Überarbeitung abgeleitet werden. Im Folgenden werden die Themen Nutzungen und Raum vor dem Hintergrund der angestrebten Bedeutung des Marktplatzes als „Herzstück der City“ mit Aufenthaltsfunktion analysiert. Die Nutzungen in den Gebäuden sind quasi der „innere Städtebau“, sie können für die gewünschte Frequenz am Ort sorgen. Wenn die Nutzungen nicht attraktiv sind oder keinen Austausch zulassen, entsteht in der Regel auch keine Belebung – so schön man das Drumherum auch gestalten mag. Ein spannendes Thema ist der spezifische Raum des Karlsruher Marktplatzes, da er als Teil der via triumphalis eine Sonderform aufweist. Deswegen wird mit Blick auf die Konzeption unter anderem geprüft: Was beeinflusst das Erlebnis auf dem Marktplatz? Gibt es Bereiche, die für bestimmte Nutzungen besonders geeignet sind? Die Analyse bezieht sich wegen der übergreifenden Funktionszusammenhänge auf den gesamten Marktplatz. Die Fokussierung auf die Erdgeschosszone der Gebäude auf der Ostseite erfolgt später in der Konzeption. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 12 NUTZUNGEN AKTUELL (09/2023) In der nebenstehenden Graphik ist die aktuelle Situation dargestellt, wie sie von Passanten üblicherweise wahrgenommen wird. Gebäude sind als flächig und geschlossen gezeigt, sofern sie auf den Passanten so wirken. Nicht zugängliche Höfe etc. sind daher ausgeblendet. Arkaden / Kolonnaden und ähnliche halboffen wirkende Bereiche sind entsprechend abgesetzt. Die Wahrnehmung der Nutzungen konzentriert sich in der Regel auf die Erdgeschosszone. Die Nutzungen auf der Nordseite bestehen aus einem Mix aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungen. Die einzelnen Nutzungen haben zurzeit keine besonders prägende Wirkung auf den Marktplatz, weshalb sie nicht namentlich bezeichnet sind. Zu erwähnen ist dennoch die Wirkung von Anbietern aus dem unteren Qualitätssegment wie z.B. der Discounter TEDi: sie konterkarieren den Eindruck, den Städte üblicherweise mit ihrem Marktplatz als der „guten Stube“ erreichen möchten. Auf der Ostseite folgt ein Häuserblock mit dem Modehaus Schöpf im nördlichen und der Commerzbank im südlichen Teil. Das weiter südlich befindliche Ensemble besteht aus der evangelischen Stadtkirche und zwei Flügelbauten, von denen der eine Bau den Gastronomiebetrieb Wilma Wunder sowie das KVV-Kundenzentrum und der andere das Sozialgericht beherbergt. An der südöstlichen Ecke befindet sich ein großer Gebäudekomplex, in dem sich neben dem Polizeirevier Karlsruhe-Marktplatz auch Einrichtungen des Landeskriminalamtes und des Polizeipräsidiums Karlsruhe befinden. Das gegenüberliegende Eckgebäude wird von dem Burgerrestaurant Hans im Glück und dem Hotel Kaiserhof genutzt. Weiter im Uhrzeigersinn betrachtet folgt auf der Westseite das Rathaus. Das Gebäude nördlich des Rathauses zeigt Gastronomie als wesentliche Nutzung. Im südlichen Teilbereich befindet sich das Gasthaus Marktlücke und im mittleren Teil eine SB-Filiale der Sparkasse, während im nördlichen Teilbereich die Räume des ehemaligen Café Böckeler umgebaut und saniert werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll hier wieder ein Gastronomiebetrieb mit großzügiger Außenbestuhlung angesiedelt werden. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene Darstellung, Stand September 2023 Rathaus Polizei Stadtkirche Schöpf ehem. Café Böckeler Commerzbank Hans im Glück Hotel Kaiserhof Marktlücke Sozialgericht Wilma Wunder KVV Hotel am Markt Handel / Gastro / Dienstl.Handel / Gastro / Dienstl. Sparkasse SB 13 INTERAKTION & FREQUENZ TAGSÜBER Der Marktplatz soll künftig das Herzstück der City sein und mehr Aufenthaltsqualität bieten. Dafür sind Nutzungen relevant, welche für die Passanten viel Interaktion bieten und insgesamt Frequenz erzeugen. Die nebenstehende Graphik zeigt eine Einstufung der bisherigen Nutzungen hinsichtlich Interaktion und Frequenz montags bis freitags in der Zeit von 10:00 bis 20:00 Uhr:* Grün: intensiv Gelb: mittel Rot: gering / keine Die Skala ist an das zurzeit eher niedrige Frequenzniveau des Marktplatzes angepasst. Auch bei einer Kennzeichnung als „Grün“ besteht für die Zukunft in vielen Fällen Entwicklungspotenzial. In der nördlichen Platzhälfte besteht überwiegend ein mittleres bis hohes Maß an Interaktion und Frequenz vor allem bedingt durch Gastronomie und Einzelhandel*. Während die westliche Seite relativ belebt ist, ist auf der östlichen Seite ein deutlich geringeres Maß an Frequenz festzustellen. In der südlichen Platzhälfte dagegen gibt es relativ viele „tote“ Zonen, in denen Passanten nicht oder kaum in Interaktion mit den Nutzungen treten (können). Das Rathaus ist abgesehen von öffentlichen Gremiensitzungen oder konkreten Anliegen keine relevante Anlaufstelle für „normale“ Bürger, ein Bürgerbüro gibt es nicht. Für Besucher liegen im Foyer einige Flyer aus; die reguläre Stadtführung führt nicht in das Rathaus. Das Sozialgericht auf der gegenüberliegenden Platzseite ist für die Interaktion mit Passanten ohne Bedeutung. Auch mit den polizeilichen Einrichtungen gibt es im Normalfall keine Berührung für Passanten. Die höchste Interaktion mit Erzeugung von Frequenz wird durch die beiden Gastronomiebetriebe und das KVV- Kundenzentrum dargestellt. Die Stadtkirche erzeugt zwar im Vergleich weniger absolute Frequenz, bietet aber ein beeindruckendes und hoch relevantes Spektrum an Veranstaltungen. * Situation vor Schließung Café Böckeler Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene Darstellung; Situation vor Schließung Café Böckeler 14 INTERAKTION & FREQUENZ ABENDS In den Abendstunden zeigt sich ein Bild mit weiter verringertem Potenzial für Interaktion und Frequenz. Dargestellt ist in dieser Graphik eine Einstufung der Nutzungen montags bis freitags in der Zeit von 20:00 bis 24:00 Uhr:* Grün: intensiv Gelb: mittel Rot: gering / keine Wesentliche Ziele in der Abendzeit sind die Gastronomiebetriebe Hans im Glück, Marktlücke und Wilma Wunder, welche in den Abendstunden noch geöffnet sind. In der Stadtkirche finden an einigen Abenden Gottesdienste oder musikalische Veranstaltungen statt. Das Hotel am Markt erzeugt noch eine gewisse Frequenz in seinem Eingangsbereich. Eine niedrige Frequenz gerade in der Abend- und Nachtzeit kann zu einem geringeren Maß an sozialer Kontrolle mit unerwünschten Begleiterscheinungen wie verändertes Sicherheitsempfinden, Lärm, Schlägereien und Müll führen. Eine stärkere Belebung dagegen kann die soziale Kontrolle deutlich erhöhen. Eine solche Belebung könnte zum Beispiel durch entsprechend lang geöffnete und passend profilierte Gastronomiebetriebe hervorgerufen werden. Eine Ausweitung der Außenbestuhlung würde diesen Effekt noch verstärken, da zum einen ein direkter Bezug der Gäste zum umgebenden öffentlichen Raum bestehen und zum anderen die Gesamtattraktivität erhöht würde. * Situation vor Schließung Café Böckeler Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene Darstellung; Situation vor Schließung Café Böckeler 15 NUTZUNG HÖFE In direkter räumlicher Verbindung mit dem Marktplatz gibt es zwei interessante Höfe zwischen der Stadtkirche und ihren beiden Flügelbauten. Die Flügelbauten wurden in ihrer Anfangszeit durch das Karlsruher Lyzeum (Gymnasium) genutzt. Heute befinden sich im nördlichen Bau (Weinbrennerhaus) unter anderem der Gastronomiebetrieb Wilma Wunder, ein KVV-Kundenzentrum, die Tabou-Lounge im Gewölbekeller und städtische Einrichtungen. Der Innenhof wird durch Wilma Wunder erfolgreich mit Außenbestuhlung bespielt. Die umgebende Architektur erzeugt eine besondere Stimmung in diesem Hof, gelegentlich zusätzlich positiv beeinflusst von Musikveranstaltungen in der Umgebung (z. B. Stadtkirche). In dem südlichen Bau ist heute das Sozialgericht untergebracht. Der Hof ist von der Struktur her ähnlich attraktiv wie der nördliche Hof, er fällt noch etwas breiter aus. Genutzt wird der Hof im Alltag als Kfz-Stellplatz und ist für Passanten vom Marktplatz aus nicht zugänglich. Nur selten wird der Hof für Veranstaltungen genutzt (v.a. Hofkonzert Stadtkirche). Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene DarstellungQuelle: GMA eigene Aufnahme P 16 ANALYSE RAUM Im Zusammenspiel mit den Nutzungen steht der Raum. Im Fall des Marktplatzes geht es primär um den Freiraum und die ihn umgebenden Kanten. Der Karlsruher Marktplatz ist Teil der eindrucksvollen Prachtstraße via triumphalis, welche eine Achse vom Schloss im Norden bis zum Ettlinger Tor im Süden darstellt. Die via triumphalis wurde im Jahr 1797 von Friedrich Weinbrenner als Teil der Umgestaltung und Erweiterung der damals mit knapp 7.000 Einwohnern noch recht kleinen Stadt Karlsruhe entworfen. Teil der markanten Anlage sind Aufweitungen wie der Marktplatz und der Rondellplatz ebenso wie einzelne bauliche Elemente (Pyramide, Brunnen, Denkmäler). Der Marktplatz war ursprünglich als Platz der Bürgerschaft gegenüber dem Ort der Aristokratie (Schloss) geschaffen worden. Somit besteht zusätzlich zur räumlichen auch eine funktionale Bedeutung, an die heute angeknüpft werden kann. Die zentrale Achse der via triumphalis ist in Plan und gebauter Realität äußerst wirkungsvoll und bestimmt wesentlich den Raumeindruck in der Mitte Karlsruhes. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: Autor unbekannt; „Karlsruhe, general view, Baden, Germany, Print no. 8269“, ca. 1890 – 1900; Ausschnitt; abrufbar unter der digitalen ID ppmsca.00315 in der US- amerikanischen Library of Congress https://www.loc.gov/pictures/; Photographs in this collection were published before 1923 and are therefore in the public domain. 17 KORRIDOR Die starke Wirkung der Achse beeinflusst auch wesentlich das räumliche Empfinden auf dem Marktplatz. Viele beliebte Stadtplätze sind seitlich rundum durch Häuserzeilen gefasst, Bewegungselemente wie Straßen und Gassen befinden sich oft an den Ecken. Dadurch entsteht auf dem Platz häufig ein beruhigter Bereich, der zum Verweilen einlädt. Insbesondere an den Platzrändern siedeln sich wegen der Aufenthaltsqualität gerne Gastronomiebetriebe an. Der Karlsruher Marktplatz ist ebenfalls seitlich gefasst, in seiner Mitte verläuft aber zusätzlich über die gesamte Länge die Achse der markanten via triumphalis. Auf der einen Seite führt das zu spannenden Raumerlebnissen und Ausblicken, auf der anderen Seite erhält der Marktplatz eher den Charakter eines Bewegungsraums mit wenigen Ruhebereichen. Der Marktplatz ist ein „modulierter Längsraum“ – oder anders ausgedrückt: ein Korridor mit Aufweitungen. Für die geplante Belebung und Erhöhung der Aufenthaltsqualität spielen die interessanten Rücksprünge, Nischen und angrenzenden Höfe eine wesentliche Rolle, was später in der Konzeption im Kontext der Außengastronomie dargestellt wird. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene Darstellung 18 LÄNGSRICHTUNG Die prägende Längswirkung der via triumphalis wird durch die aktuell platzierte dauerhafte Möblierung und die Zugänge zur U-Strab noch verstärkt. Die Pflanztröge und Sitzbänke sind zurzeit linienförmig parallel zur zentralen Achse der via triumphalis angeordnet. Einerseits unterstreicht das die Bedeutung der Achse, andererseits vermindert es die Wirkung der Aufweitungen. Auch die Blicke in Querrichtung (Ost-West) werden durch die aktuelle Situation beeinflusst. Teilweise wirken die Erdgeschosszonen einiger Gebäude vom Platz aus betrachtet wie versteckt. Auch in der gegenläufigen Blickrichtung von den Fassaden zur Platzmitte stellt die Möblierung an vielen Stellen eher eine Barriere dar. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene DarstellungQuelle: GMA eigene Aufnahme 19 WOHLFÜHLBEREICHE In jedem Raum – ob innen oder außen – gibt es Bereiche, in denen Menschen sich besonders wohl fühlen. Oft sind das Rückzugsbereiche, möglichst mit „sicherer“ Rückwand, manchmal in Nischen, gerne mit Blick auf eine Freifläche bzw. allgemein mit Überblick. Oft erlebt man es in Cafés und Restaurants: zu Beginn im noch leeren Raum setzen sich die Menschen gerne an den Rand, erst bei vollerem Raum werden auch die Plätze in der Mitte benutzt. Für den Karlsruher Marktplatz sind diese „Wohlfühlbereiche“ von hoher Bedeutung, da die Aufenthaltsqualität gesteigert und die Verweildauer erhöht werden sollen. Wenn möglich, sollten diese Bereiche künftig mit Außengastronomie bespielt werden. Die in der Karte farblich markierten Bereiche stellen die Premiumflächen für derartige Nutzungen am Marktplatz dar. Mit einer gewissen Abstufung sind auch noch weitere Bereiche geeignet, beispielsweise in den angrenzenden kleineren Straßen (Zähringerstraße, Hebelstraße), in der Querachse Kaiserstraße oder als kleinere Inseln auf der Platzfläche (z.B. Nähe Marktbrunnen). Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene DarstellungCopyright: InternetRaum © www.InternetRaum.de; Foto https://www.gastraum.de/profil/marktluecke-karlsruhe Zähringerstraße Kaiserstraße Hebelstraße 20 ZWISCHENFAZIT Nach den bisherigen Betrachtungen lassen sich mit Blick auf die nachfolgende Konzeption folgende wesentliche Aspekte hervorheben: Marktplatz nördliche Hälfte: deutlich belebter als südlicher Teil, Optimierungspotenzial vor allem auf Ostseite Marktplatz südliche Hälfte: relativ viele Nutzungen mit geringer / keiner Interaktion & Frequenz (Rathaus, Sozialgericht, Polizei) Hof nördlich Stadtkirche: frequenzwirksame Nutzung vorhanden Hof südlich Stadtkirche: als Parkplatz genutzt, im Alltag ohne Verbindung zum Marktplatz / keine Interaktion via triumphalis: einzigartige Prachtstraße, starke Achse erzeugt Durchgangswirkung Möblierung dauerhaft: Längswirkung der Achse via triumphalis wird noch verstärkt Wohlfühlbereiche: geeignet für Außengastronomie, Premiumflächen an Aufweitungen nördliche Platzhälfte und Nähe Stadtkirche Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 21 IV KONZEPTION Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 22 STRUKTUR KONZEPTION Die Konzeption erfolgt in drei Stufen: Zunächst werden typische urbane Nutzungen in einer Kurzprüfung bezüglich ihrer grundsätzlichen Eignung für den Standort Marktplatz bewertet. In der Stufe 2 werden die Ergebnisse mit der Angebotssituation vor Ort abgeglichen, um Empfehlungen für bestimmte Nutzungsbausteine abzugeben. In der Stufe 3 werden schließlich die Gebäude auf der Ostseite des Marktplatzes detailliert betrachtet und mit Handlungsempfehlungen versehen. Stufe 1: Quick Check typische urbane Nutzungen Stufe 2: Nutzungen für Marktplatz Karlsruhe Stufe 3: Gebäude Ostseite / Erdgeschosse Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 In der Stufe 1 werden die Nutzungen anhand folgender Kriterien im Rahmen einer gutachterlichen Einschätzung bewertet: Standorteignung: Sind die Rahmenbedingungen am Karlsruher Marktplatz für diese Nutzung geeignet? Profilierend / imagefördernd: Trägt die Nutzung zur beabsichtigten Profilierung des Karlsruher Marktplatzes bei? Vorausgesetzt wird grundsätzlich eine Wertigkeit, welche dem beabsichtigten Image des Marktplatzes als der „guten Stube“ entspricht. Frequenz / Interaktion: Generiert die Nutzung Frequenz und bietet sie insbesondere in der Erdgeschosszone ein hohes Maß an Interaktion? Relevant ist hier auch das Potenzial der jeweiligen Nutzung hinsichtlich der Abendstunden. Die Bewertung erfolgt gemäß folgender Skala: 1 (sehr gut / positiv) 2 (durchschnittlich) 3 (gering / ungünstig) Geprüft werden folgende typische urbane Nutzungen: Bildung / Kinderbetreuung Dienstleistungen (Frisör etc.) Einzelhandel stationär Freizeit, Sport, Wellness Gastronomie Hotel & Beherbergung Kirche Kreditinstitut Kultur / Unterhaltung Medizin / Gesundheit Rathaus / Verwaltung mit Bürgerservice Tourist-Info Verbände / Standesvertretungen etc. Wohnen 23 STUFE 1: QUICK CHECK T YPISCHE URBANE NUTZUNGEN Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Hinweis zu den für die Prüfung ausgewählten Nutzungen, zur Bewertung und zu den nachfolgenden Empfehlungen: Die Auswahl basiert auf Erfahrungswerten aus unterschiedlichen Städten. Auch wenn diese Auswahl durchaus repräsentativ ist, so kann sie nicht abschließend sein. Eine Stadt ist immer ein Unikat, sie ist nicht umfassend planbar und sie verändert sich permanent. Eine Stadt ist ein Gefüge, ihre Nutzungen und ihre Nutzer beeinflussen sich wechselseitig. So sind die Empfehlungen für den Marktplatz Karlsruhe zu verstehen: sie beziehen sich auf ein möglichst breit anwendbares Szenario, im konkreten Einzelfall sollten aber immer erneut die jeweils aktuellen Rahmenbedingungen betrachtet werden. Die Nutzung Wochenmarkt ist zwar nicht Teil des Quick Check, da es sich um keine stationäre Nutzung in Gebäuden handelt, aber sie ist als potentiell hoch relevante Bespielung der Platzfläche zu erwähnen. Gerade als Kombination von Einkaufen mit dem Verzehr von Speisen und Getränken kann eine sehr starke Belebung entstehen, wie in Karlsruhe auf dem Gutenbergplatz zu sehen ist. Ein anderes Beispiel ist das Mainzer Marktfrühstück, welches von Frühjahr bis Herbst samstags bis zu 4.500 Besucher anlockt. Das temporäre Format „Karlsruhe trifft sich“ aus dem Projekt „City-Transformation“ in Kombination mit dem Pyramidenmarkt hat gezeigt, dass auch auf dem Karlsruher Marktplatz solche Angebote gerne angenommen werden. Das Ergebnis des Quick Check zeigt Gastronomie als ideal geeignete Nutzung für den Marktplatz, um die Belebung und Verweildauer zu erhöhen. Es folgt eine Gruppe weiterer Nutzungen wie Hotel, Kirche, Kultur / Unterhaltung, Rathaus und Tourist-Info mit einer auch noch sehr guten Eignung. Die weiteren Nutzungen sind zur Erreichung der Ziele weniger bedeutend, können aber bei entsprechender Wertigkeit Bausteine eines Marktplatzes sein. Eine Sonderstellung hat die Funktion Wohnen: einerseits ist sie im Allgemeinen erwünscht zwecks nachhaltiger Belebung der Innenstädte, andererseits kann das Wohnen an zentralen Plätzen mit besonders lebendigen und damit emissionsstarken Nutzungen aber zu nicht lösbaren Konflikten führen. Direkt am Karlsruher Marktplatz könnte ohnehin nur eine sehr geringe Zahl an Wohnungen platziert werden, deren Auswirkungen auf die Frequenz vernachlässigbar wären. Gastro- nomie Hotel & Beherber- gung Kirche Kultur / Unter- haltung Rathaus / Verwaltung mit Bürger- service Tourist- Info Bildung / Kinder- betreuung Einzel- handel stationär Freizeit, Sport, Wellness Kredit- institut (mit Personal) Dienst- leistungen (Frisör etc.) Medizin / Gesundheit Verbände / Standesver- tretungen etc. Wohnen Standorteignung11111123222223 Profilierend / Imagefördernd 11111122223322 Frequenz / Interaktion 12222221222233 Eignung1,01,31,31,31,31,32,02,02,02,02,32,32,32,7 24 STUFE 2: NUTZUNGEN FÜR MARKTPLATZ KARLSRUHE Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Icons by Icons8 In der Stufe 2 werden nun wesentliche Nutzungen vor dem Hintergrund der spezifischen Situation am Karlsruher Marktplatz kommentiert: Hybride Nutzungen Zunehmend sind Kombinationen von bisher meist getrennten Nutzungen anzutreffen: In den Buchladen ist ein Café integriert; in einem Gastronomiebetrieb wird Designerware zum Kauf angeboten; das klassische Kuchen-Café wird abends zum Kulturtreffpunkt mit Barbetrieb. Attraktive hybride Nutzungen sind für den Kunden spannend, sorgen also für mehr Frequenz, und bescheren dem Betreiber mehr Umsatz. Häufig führt das zu einer Belebung in Randzeiten, was die Ausnutzung der Immobilie optimiert und Kosten verteilt. Gerade für den Marktplatz als Mixed-Use-Standort sind solche hybriden Nutzungen interessant. Tourist-Info Diese Einrichtung ist bereits am Marktplatz vorhanden, somit besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Interessant erscheint die Überlegung, die Tourist-Info zwecks Belebung der Erdgeschosszone in das Rathaus umzusiedeln. Der aktuelle Standort der Tourist-Info mit Ecklage Richtung Schloss ist grundsätzlich für eine frequenzstarke Nutzung wie Gastronomie attraktiv, welche auch in den Abendstunden geöffnet sein könnte. Hotel & Beherbergung In diesem Segment sind bereits zwei Anbieter am Marktplatz vorhanden, ein Ausbau dieser Nutzung erscheint nicht zwingend erforderlich. Außerdem findet in Karlsruhe zurzeit ein Ausbau des Hotelsegments mit deutlicher Erhöhung der Bettenkapazität statt. Kirche Die evangelische Stadtkirche nimmt in Bezug auf Raum und Aktivitäten bereits eine starke Stellung am Marktplatz ein. Icons by Icons8 Kultur / Unterhaltung Abgesehen von den größeren Veranstaltungen auf der Freifläche gibt es einige Angebote in den Gebäuden um den Marktplatz. Ein Ausbau dieser Nutzung ist unbedingt zu empfehlen, um die Attraktivität und Nutzungsvielfalt des Marktplatzes zu erhöhen. Ideal wäre ein Schwergewicht mit regionaler oder sogar überregionaler Ausstrahlung. Rathaus / Verwaltung mit Bürgerservice Das Rathaus ist am Marktplatz verortet, allerdings ohne besondere Frequenzwirkung. Hier wäre eine Öffnung der Erdgeschosszone entlang des Marktplatzes interessant, um z. B. einen Bürgerservice und weitere mit dem öffentlichen Sektor assoziierbare Angebote zu integrieren. Einzelhandel stationär Diese Nutzung kann ergänzend als „Salz in der Suppe“ stattfinden, ist aber aufgrund der nichtvorhandenen Einbindung in die 1a-Lage nur von untergeordneter Bedeutung. Gastronomie Diese Nutzung ist ideal zur Erreichung der Ziele geeignet und sollte die Leitfunktion an diesem Ort darstellen. Daher wird auf den Folgeseiten die Nutzung Gastronomie als Fokusthema näher betrachtet. Zurzeit gibt es nur wenige gastronomische Angebote am Marktplatz, daher sollte das Augenmerk auf dem deutlichen Ausbau dieser Nutzung liegen. Insbesondere die in der Analyse gezeigten Premiumflächen für die Außengastronomie sollten bespielt werden. 25 FOKUS: LEITFUNKTION GASTRONOMIE Angesichts der Bedeutung der Gastronomie werden hier in einem Fokus einige wesentliche Aspekte dieser Nutzung aufgeführt. Vieles davon ist allgemeingültig auf den gesamten Marktplatz anwendbar und gilt somit auch für die in Stufe 3 folgende Betrachtung der einzelnen Gebäude auf der Ostseite. G a st ro no m i ekon ze pte Nicht nur die Funktion Gastronomie per se ist relevant, entscheidend für die Erreichung der Ziele am Marktplatz sind vor allem Angebotstyp und Qualitätsniveau. Das Niveau sollte angesichts der beabsichtigten Profilierung des Marktplatzes grundsätzlich im mittleren bis gehobenen Bereich liegen. Preisgünstige Schnellrestaurants mit internationaler Ausrichtung sind in der Karlsruher Innenstadt bereits heute sehr stark vertreten, eine Ausweitung dieser Angebotskategorie ist für den Marktplatz nicht zu empfehlen. Auch das Segment höherwertiger Burger ist in der Innenstadt ausreichend vertreten, mit Hans im Glück sogar direkt am Marktplatz. Grundsätzlich sind Konzepte mit längerer Verweildauer der Gäste empfehlen (Take Away kann eine Ergänzung in den Betrieben sein, sollte aber nicht im Vordergrund stehen). Aktuelle Konzeptempfehlungen lauten: italienisch (höherwertig, „cool“) deutsch (Marktlücke und Wilma Wunder vorhanden) mediterran , auch als Cross-Over (z.B. Asia & mediterran) klassisches Café (mit höherwertigem Kuchenangebot) Pub Weinstube Auch hier gilt: die Stadt ist nicht umfassend planbar, die Gastronomiewelt ist ein dynamisches Geschehen. Je nach Situation und Anbieter können zum Beispiel auch eine markante Tapas-Bar mit spannendem Gastgeber oder ein typisches Brauhaus am Marktplatz passend sein. Ebenfalls interessant sind Kombinationen der gastronomischen Konzepte mit Einzelhandel oder Kultur / Unterhaltung. Eine „Markthalle“ für gastronomische Zwecke im Sinne einer dauerhaften Ansammlung von unterschiedlichen Ständen mit Speisen und Getränken ähnlich einem Food Court in Einkaufszentren kann nicht empfohlen werden. Solche Einrichtungen benötigen Anbindung an Hochfrequenzlagen, was auf Sicht in der Form am Marktplatz nicht gegeben ist. Auch ist die Organisation eine Herausforderung: es muss einen Betreiber geben, der den täglichen Betrieb mit diversen unterschiedlichen Anbietern organisiert. Die Immobilieneigentümer übernehmen diese Funktion in der Regel nicht, da sie üblicher Weise an einer reinen Vermietung interessiert sind. Öff n u n g szei t e n Im Gesamtmix aller Gastronomieangebote sollte eine Bespielung des Marktplatzes über den Tag bis in die späten Abendstunden erreicht werden. Am Vormittag kann das Thema Frühstück zum Beispiel durch ein Café sowie Restaurants mit Ganztagesbetrieb abgedeckt werden. Ein Mittagsangebot ist bei den meisten Konzepten in der Innenstadt ohnehin vorgesehen. Die Öffnung am Abend ist für Konzepte wie ein Café tendenziell schwierig, für andere wie Pubs etc. elementar. Viele Restaurantkonzepte basieren ohnehin auf Abendöffnung, hierauf sollte im Rahmen des Möglichen besonderes Augenmerk gerichtet werden. Bezüglich der Öffnungszeiten ist das Gesamtangebot zu beachten: Existieren beispielsweise insgesamt nur drei größere Anbieter, von denen einer abends nicht geöffnet hat, ist das kritisch für die Belebung des Marktplatzes. Ist das Angebot dagegen insgesamt größer und wird die Abendzeit durch ausreichend andere Konzepte abgedeckt, so fällt ein einzelnes am Abend geschlossenes Konzept weniger ins Gewicht. Auch im Wochen- bzw. Jahresverlauf sollte nach Möglichkeit auf eine durchgehende Belebung des Marktplatzes geachtet werden. Einige Konzepte benötigen Schließtage (tendenziell am Wochenanfang). Über das Gesamtangebot betrachtet sollten aber auf dem Marktplatz einige grundsätzliche Bausteine täglich angeboten werden (z.B. Frühstück, Café, vollwertige Speisen mittags und abends). Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 26 FOKUS: LEITFUNKTION GASTRONOMIE A u ß e n gast ro no m i e Viele Gastronomiekonzepte benötigen den Umsatz mit der Außengastronomie, um über das Gesamtjahr betrachtet die betriebliche Wirtschaftlichkeit zu erlangen. Dieses Eigeninteresse deckt sich im Fall des Karlsruher Marktplatzes mit dem übergeordneten Ziel, den Platz zu beleben. Entsprechend sollten die Rahmenbedingungen für eine gut funktionierende Außengastronomie geschaffen werden. Die dafür geeigneten Potenzialflächen wurden bereits im Rahmen der Analyse identifiziert (vgl. Seite 18). B ez ü ge P l at z ra nd - P l at z m i tt e Handlungsbedarf aus Sicht der Gastronomie besteht hinsichtlich der dauerhaften Platzmöblierung in Form der Bänke und Oleander-Pflanzkübel. Zurzeit besteht an einigen Stellen eine recht starke Einschränkung der Bezüge zwischen Platzrand als bevorzugtem Bereich für Außengastronomie und Platzmitte, wie der folgende „Blick auf den Marktplatz“ zeigt: Möglicher Weise kann eine Neukonzeption der Anordnung von Bänken und Pflanzkübeln die Bezüge zwischen Platzrand und -mitte verbessern. In früheren Tagen war der Marktplatz zumindest zeitweise in seiner ganzen Weite erlebbar, wie dieses Fotos aus der Zeit vor 1890 zeigt: Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene Aufnahme Quelle: Der Marktplatz in seiner klassizistischen Gestalt vor 1890, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIIIb 240 27 FOKUS: LEITFUNKTION GASTRONOMIE B l i n d e n l e i t syst e m Das Blindenleitsystem in der Pflasterung des Marktplatzes muss grundsätzlich freigehalten werden. Im nordwestlichen Teilbereich vor dem Gastronomiebetrieb Marktlücke und den Räumen des ehemaligen Café Böckeler ist die Anordnung passend, so dass direkt von der Gebäudefassade ausgehend die Außenbestuhlung platziert werden kann. Auch im südöstlichen Teilbereich vor der Stadtkirche und ihren Flügelbauten funktioniert die bestehende Anordnung. Dagegen ist im nordöstlichen Bereich vor dem Modehaus Schöpf und der Commerzbank sowie nördlich des Weinbrennerhauses das Leitsystem in Fassadennähe verbaut worden. Für eine adäquate Außenbestuhlung müsste das Leitsystem verlegt werden. Zusätzlich sollte die Situation auf der Nordseite des Marktplatzes in der Kaiserstraße überprüft werden. I m m o b i l i e / Wi r t s c h af t l i c h ke i t Eine gastronomische Nutzung stellt an eine Immobilie in der Regel wesentlich höhere Anforderungen als beispielsweise eine Büronutzung. Allein im Bereich der Haustechnik ist für viele Gastronomiebetriebe ein umfangreiches Paket erforderlich: ▪professionelle Gastronomieküche ▪Küchen-Abluftanlage, ggf. mit System zur Abluftnachbehandlung ▪Zuluftanlage ▪Kühlzellen getrennt nach Normalkühlung und Tiefkühlung ▪Zentralkälteerzeugung getrennt nach Normalkälte und Tiefkühlung (zusätzlich zur Raumkälte) ▪Schankanlage ▪Thekenkühlung ▪Konfiskatkühler ▪Fettabscheider Neben höheren Baukosten resultiert daraus in der Regel eine längere Planungs- und Bauzeit mit entsprechend späterem Beginn der Mietzahlungen. Insbesondere der Genehmigungsprozess verursacht proportional einen wesentlich höheren Zeit- und Kapitalbedarf als einfachere Nutzungen wie Büro. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass viele Gastronomiebetriebe relativ gesehen eine eingeschränkte Bonität aufweisen und es zu Zahlungsausfällen oder zur vorzeitigen Beendigung des Mietverhältnisses kommen kann. Mit dieser Darstellung soll keinem Akteur eine schlechte Absicht unterstellt werden – Gastronomie ist einfach ein spezielles und mitunter überaus herausforderndes Geschäft. Insgesamt dient diese Textpassage der Sensibilisierung für die immobilien- wirtschaftliche Perspektive, wonach Gastronomie tendenziell aufwändiger und riskanter ist. Von städtischer Seite sollte daher so intensiv wie möglich unterstützt werden, beispielsweise durch Schaffung optimaler Bedingungen im Außenraum oder eine konstruktive Begleitung und Beschleunigung der aufwändigen Genehmigungs- verfahren. Möglicher Weise sind auch Förderungen für die Gebäude im Rahmen der Sanierungsgebiete denkbar, sofern die Sanierungsziele unterstützt werden. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: GMA eigene AufnahmeQuelle: GMA eigene Darstellung 28 FOKUS: LEITFUNKTION GASTRONOMIE H i t ze , Ve rs c h att un g und G r ü n Das sommerliche Hitzeproblem des Marktplatzes ist nicht nur für die Passanten, Marktbeschicker etc. kritisch, sondern auch für die Gastronomen: bei zu hoher Temperatur kommen weniger Gäste, was zu entsprechendem Umsatzverlust führt. Eine Lösung des Hitzeproblems auf dem Marktplatz kann im Rahmen dieses Fachkonzepts nicht erfolgen, wohl aber ein Aufzeigen von gastronomischen Belangen und die Weitergabe von im Rahmen der Erstellung entstandenen Ideen. Im Bereich der Außengastronomie sorgen die Gastronomiebetreiber in der Regel selbst mit Markisen oder Schirmen für Schatten. Schirme benötigen einen Standfuß oder im Boden verankerte Hülsen, letztere ermöglichen eine bessere Nutzbarkeit und freiere Bestuhlung der Außenbereiche. Erfreulicher Weise genehmigt die Stadt Karlsruhe Bodenhülsen auf dem Marktplatz, sofern keine Gründe wie Leitungen etc. dagegen sprechen. Auch hier ist eine konstruktive und beschleunigte Begleitung der Verfahren durch die städtischen Beteiligten willkommen. Weitere Maßnahmen seitens der Gastronomen und Immobilieneigentümer könnten die Verwendung von Sprühnebelkühlung im Bereich der Außenbestuhlung sowie die Begrünung von Fassaden, Dächern und Außenräumen sein. Eine spannende Frage in diesem Kontakt wäre „Wie grün kann Weinbrenner werden?“ – dazu ein historisches Foto vom Rathaus: Damit der Marktplatz in der warmen Jahreszeit eine attraktive Destination wird, sind auch von öffentlicher Seite aus diverse Maßnahmen erforderlich. Im Grundsatz sind viele davon im Städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung 2015 enthalten. Ein bereits umgesetztes positives Beispiel ist das Wasserspiel nördlich der Pyramide auf dem Marktplatz. Außerdem hat die Stadt Karlsruhe zusammen mit dem Land Baden-Württemberg weit über die Hälfte der Liegenschaften im Marktplatzbereich im Eigentum, daher dürfte hier ein erhebliches Potenzial hinsichtlich der im Rahmen- plan vorgeschlagenen Begrünung von Fassaden, Dächern und Höfen bestehen. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: Foto um 1912, Stadtarchiv Karlsruhe oXIIIb 202, Ausschnitt Das Aufheizen der Platzfläche beeinträchtigt auch die Außen- gastronomie und damit die Umsätze. Da eine Verschattung und Kühlung durch Bäume am Marktplatz nicht möglich ist, sollten Alternativen untersucht werden. Auf dem Foto rechts ist eine temporäre Struktur zur mittigen Verschattung auf einem steinernen Platz zu sehen. Der Bereich ist nicht bewirtschaftet, also auch geeignet für nicht- kommerziellen Aufenthalt. Form und Farbe würden in Karlsruhe vermutlich anders ausfallen... Eine weitere interessante Idee ist die Einrichtung von kühlen Räumen zum temporären Aufenthalt. Beispielsweise könnte die Krypta der Stadtkirche für einen solchen Zweck untersucht werden. Quelle: Dirk Siebels, Zócalo / CDMX, 2023 29 STUFE 3: GEBÄUDE OSTSEITE / ERDGESCHOSSE In der Stufe 3 werden nun die Erdgeschosszonen der Gebäude auf der Ostseite des Marktplatzes detailliert betrachtet und mit Handlungsempfehlungen versehen. A Kaiserstraße 72 – 74 Löwen-Apotheke / TEDi / Tourist-Info mit Stadtwerke Karlsruhe B Karl-Friedrich-Straße 5 / Kaiserstraße 137 – 139 Modehaus Schöpf C Karl-Friedrich-Straße 7 Commerzbank D Karl-Friedrich-Straße 9 KVV-Kundenzentrum / Wilma Wunder E Karl-Friedrich-Straße 11 Evangelische Stadtkirche F Karl-Friedrich-Straße 13 Sozialgericht G Karl-Friedrich-Straße 15 / Hebelstraße 1 – 7 Polizeirevier Marktplatz / Polizeipräsidium / Landeskriminalamt Anhand von Steckbriefen werden Aspekte wie die aktuellen und die empfohlenen Nutzungen sowie bekannte Änderungen hinsichtlich Gebäude und Akteure dargestellt. Neben dem aktuellen Planungsrecht werden Erschwernisse für eine mögliche Änderung der Nutzung genannt und potenzielle Unterstützungs- maßnahmen aufgezeigt. Die Angaben und Empfehlungen beziehen sich in der Regel auf die Erdgeschosszone am Marktplatz. Eine Ausnahme stellt der Standort „G“ dar, der als Gesamtareal betrachtet wird. Nach den Gebäudesteckbriefen ist zur Orientierung eine Eigentumsübersicht mit Markierung der Liegenschaften in öffentlicher Hand eingefügt (Auszug aus Farb- und Materialkonzept für den Marktplatz, Stadt Karlsruhe). Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMA G F E D C B A 30 A: KAISERSTRASSE 72 – 74 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪Löwen-Apotheke ▪TEDi ▪Tourist-Info mit Stadtwerke Karlsruhe EG-Nutzung empfohlen ▪grundsätzlich Mix Einzelhandel / Gastronomie / Dienstleistung in Ordnung ▪Präferenz Gastronomie (vgl. Seite 24) ▪Vermeidung Discounter / preisaggressive Anbieter (negativer Einfluss auf Positionierung Marktplatz) Änderungen bekannt ▪Mietfläche TEDi (ca. 993 m² in EG & OG) wird etwa seit Anfang 2023 zur Neuvermietung angeboten Erschwernisse ▪TEDi-Fläche über zwei Ebenen, technisch aufwändige Vertikalerschließung; je nach Folgenutzung Trennung der Ebenen (falls OG separat: Herausforderung Gebäudetiefe / Belichtung) ▪immobilienwirtschaftlich kritisch: relativ neues Gebäude (Fertigstellung 2012) in Kombination mit gesunkenem Mietpreisniveau erschwert eventuell erforderliche Umbauinvestitionen ▪ggf. Lage Blindenleitsystem kritisch Unterstützungsmaßnahmen ▪Sondierungen mit Eigentümer zwecks qualitativ ansprechenderer Neubesetzung TEDi-Fläche ▪ggf. Entwicklung Prototyp „Gastronomie mit Außenbereich an Kaiserstraße ohne Schienen“ ▪ggf. Anpassung Blindenleitsystem ▪falls Öffnung EG-Zone Rathaus: Prüfung Umsiedlung Tourist-Info (somit Chance zur Etablierung Gastronomie an Ecke Marktplatz Richtung Schloss) Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 793 „Marktplatz Nordseite“ (2009) -Kerngebiet; u.a. Einzelhandel, Schank- und Speisewirtschaften sowie Anlagen für kulturelle, soziale, gesundheitliche Zwecke zulässig Sonstiges ▪- 31 B: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 5 / KAISERSTRASSE 137 – 139 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪Modehaus Schöpf EG-Nutzung empfohlen ▪Gastronomie (vgl. Seite 24) ▪Außenraum: Aktivierung mit Außengastronomie (Westorientierung v.a. für Restaurant geeignet) Änderungen bekannt ▪Umbau und Sanierung gesamtes Gebäude geplant Erschwernisse ▪Bausubstanz laut vorbereitender Untersuchung (2017) für Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost eingestuft als „Altgebäude mit teilweise erheblichen Mängeln“ ▪negativer Einfluss Kaiserstraße-Ost ▪Platzmöblierung schränkt Blick auf Marktplatz ein ▪Blindenleitsystem kollidiert mit Potenzialfläche Außengastronomie Unterstützungsmaßnahmen ▪Sondierungen mit Eigentümer zwecks Etablierung Gastronomie ▪Prüfung Fördermöglichkeiten Sanierungsgebiet (nutzungsunabhängige Instandsetzung o. Ä.) ▪konstruktive Begleitung Baugenehmigungsverfahren, soweit möglich Verzicht auf neuen B-Plan ▪Anpassung Platzmöblierung ▪Anpassung Blindenleitsystem ▪Kaiserstraße-Ost: Stopp Trading-Down-Prozess, Aufwertung Sonstiges ▪... Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 277 „Kaiserstraße“ (1963) -Details siehe Textteil B-Plan „Baublock I“ ▪B-Plan Nr. 614 „Nutzungsartfestsetzung“ (1985) -Kerngebiet, somit Schank- und Speisewirtschaften zulässig 32 C: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 7 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪Commerzbank EG-Nutzung empfohlen ▪Gastronomie (vgl. Seite 24) ▪Außenraum langfristig: Aktivierung mit Außengastro- nomie (Westorientierung v.a. für Restaurant geeignet) ▪Außengastronomie kurz-/ mittelfristig: zunächst von benachbarten Gebäuden aus (großzügiges Freihalten Eingang Commerzbank) Änderungen bekannt ▪keine Erschwernisse ▪kurz- bis mittelfristig keine Veränderung absehbar (Commerzbank möchte am Standort bleiben) ▪rechtlich unklar: Darf Außenbestuhlung durch benachbarte Betriebe vor Fassade erfolgen? ▪Platzmöblierung schränkt Blick auf Marktplatz ein ▪Blindenleitsystem kollidiert mit Potenzialfläche Außengastronomie Unterstützungsmaßnahmen ▪kurz- / mittelfristig: Abstimmung mit Eigentümer und Nutzer bezüglich Außengastronomie von benachbarten Gebäuden ausgehend ▪mittel- / langfristig: Sondierungen mit Eigentümer und Nutzer bezüglich evtl. Änderung der EG-Nutzung ▪Ansprache Commerzbank bezüglich Durchführung von (Marketing-) Aktionen auf Platzfläche ▪Anpassung Platzmöblierung ▪Anpassung Blindenleitsystem Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 277 „Kaiserstraße“ (1963) -Details siehe Textteil B-Plan „Baublock I“ ▪B-Plan Nr. 614 „Nutzungsartfestsetzung“ (1985) -Kerngebiet, somit Schank- und Speisewirtschaften zulässig Sonstiges ▪Kreditinstitute allgemein weniger auf intensive Interaktion / Frequenz fokussiert wegen Diskretion und Sicherheitsanforderungen 33 D: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 9 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪KVV-Kundenzentrum ▪Wilma Wunder EG-Nutzung empfohlen ▪Ausbau gastronomische Nutzung (Potenzialfläche KVV- Kundenzentrum) ▪Erweiterung Außengastronomie (möglichst um Ecke bis Zähringerstraße) Änderungen bekannt ▪Schließung KVV-Kundenzentrum zu Anfang 2024 Erschwernisse ▪Platzmöblierung kollidiert mit Potenzialfläche Außengastronomie und schränkt Blick auf Marktplatz ein ▪Blindenleitsystem nördlich Weinbrennerhaus kollidiert mit Potenzialfläche Außengastronomie Unterstützungsmaßnahmen ▪Motivierung Vermieter (KVVH / Stadtwerke) bezüglich Nachvermietung KVV-Fläche an Gastronomie (z.B. Erweiterung Wilma Wunder oder separater Betrieb) ▪konstruktive Begleitung Verfahren wegen Sondernutzung Außengastronomie ▪Anpassung Platzmöblierung (Bänke, Pflanzkübel) ▪Anpassung Blindenleitsystem nördlich Weinbrennerhaus Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 277 „Kaiserstraße“ (1963) -Baufluchten festgesetzt ▪Zulässigkeit Art der Nutzung nach § 34 BauGB, somit Schank- und Speisewirtschaften voraussichtlich zulässig Sonstiges ▪- 34 E: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 11 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪Kirche EG-Nutzung empfohlen ▪Gebäude: keine Veränderung ▪Hof südlich: stärkere Aktivierung Änderungen bekannt ▪keine Erschwernisse ▪keine Unterstützungsmaßnahmen ▪für EG-Nutzung nicht erforderlich ▪Hof südlich: siehe Gebäude Karl-Friedrich-Straße 13 Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 277 „Kaiserstraße“ (1963) -Baufluchten festgesetzt Sonstiges ▪Krypta: Nutzungsidee Kühlraum an Hitzetagen sowie allgemein Veranstaltungsraum; Prüfung hinsichtlich Bedarf und Machbarkeit 35 F: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 13 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme EG-Nutzung aktuell ▪Sozialgericht ▪Hof: Parkplatz EG-Nutzung empfohlen ▪kulturelle Nutzung in Verbindung mit Gastronomie; alternativ reine Gastronomie ▪Bespielung Hof ▪Hinweis: Konkretisierung nicht sinnvoll vor Klärung der Option zur Nutzungsänderung; frühestens mittel- bis langfristig relevant; konkretes Nutzungskonzept auf dann bestehende Situation am Marktplatz abstimmen Änderungen bekannt ▪keine Erschwernisse ▪Bausubstanz laut vorbereitender Untersuchung (2017) für Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost eingestuft als „Altgebäude mit teilweise erheblichen Mängeln“ ▪Platzmöblierung schränkt Blick auf Marktplatz ein Unterstützungsmaßnahmen ▪Kontaktaufnahme mit Eigentümer Land BW und Nutzer Sozialgericht zwecks Sondierung der Optionen zur Nutzungsänderung EG und Hof ▪Kontaktaufnahme mit Kirche wegen weiterer Aktivierung Hof Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 277 „Kaiserstraße“ (1963) -Baufluchten festgesetzt ▪Zulässigkeit Art der Nutzung nach § 34 BauGB, somit u.a. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale Zwecke sowie Schank- und Speisewirtschaften voraussichtlich zulässig Sonstiges ▪- 36 G: KARL-FRIEDRICH-STRASSE 15 / HEBELSTRASSE 1 – 7 Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMAQuelle: GMA eigene Aufnahme Planungsrecht ▪B-Plan Nr. 614 „Nutzungsartfestsetzung“ (1985) -Kerngebiet, u.a. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale Zwecke zulässig -bei Neuentwicklung voraussichtlich neuer Bebauungsplan erforderlich Nutzung aktuell ▪Polizeirevier Marktplatz / Polizeipräsidium / Landeskriminalamt Nutzung empfohlen ▪kulturelle Nutzung ▪Leuchtturmprojekt mit überregionaler Ausstrahlung (Frequenzbringer) ▪z.B. modernes Ausstellungskonzept / Forum mit attraktiven Partizipationsformaten ▪organisatorische / räumliche Verflechtung mit Innenstadt (z.B. Nutzung von Veranstaltungsräumen) Änderungen bekannt ▪keine Entwicklungsidee Gesamtareal ▪Neukonzeption: ehem. Großherzogliches Bezirksamt + Areal an Hebelstraße + Blockinnenbereich ▪Gebäude mit ca. 6.000 – 7.000 m² Nutzfläche möglich ▪optional bzw. alternativ Arrondierung nach Süden (Rondellplatz / Verfassungssäule) ▪Hinweis: Hebelstraße 1 in VU Innenstadt-Ost als „Alt- gebäude mit teilweise erhebl. Mängeln“ eingestuft Unterstützungsmaßnahmen ▪Kontaktaufnahme mit Eigentümer Land BW und Nutzern zwecks Sondierung der Optionen zur Neuentwicklung des Areals ▪Prüfung: Für welche größeren kulturellen Einrichtungen wird in Karlsruhe mittel- bis langfristig ein Ort gesucht? Sonstiges ▪Polizeipräsenz in Innenstadt grundsätzlich bedeutend, gerade auch Nähe Marktplatz wegen Sicherheits- empfinden (v.a. abends / nachts) 37 EIGENTUMSVERHÄLTNISSE Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Quelle: Stadt Karlsruhe, Marktplatz Karlsruhe Farb- und Materialkonzept, 2021, Seite 10 (Ausschnitt) 38 V FAZIT NUTZUNGSKONZEPT Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite 39 FAZIT NUTZUNGSKONZEPT Der Karlsruher Marktplatz kann das belebte „Herzstück der City“ werden, indem er zu einem Schwerpunkt der Gastronomie entwickelt wird. Je nach Ausbaustufe ist eine lokale bis regionale oder sogar überregionale Ausstrahlung realistisch – für Letzteres ist noch eine weitere Ankerfunktion erforderlich. Für die Gastronomie geeignete Außenbereiche und Gebäude befinden sich vor allem in der Nordhälfte des Marktplatzes. Hier erscheinen kurz- bis mittelfristig möglich: ▪Neuvermietung Fläche ehemaliges Café Böckeler ▪Sanierung & Umbau Haus Schöpf ▪Bespielung Fläche vor Commerzbank ▪Neuvermietung KVV-Fläche, Bespielung Außenraum Empfohlene Unterstützungsmaßnahmen dafür sind vor allem: ▪intensive Kommunikation mit Akteuren ▪Neuordnung Möblierung ▪Anpassung Blindenleitsystem ▪Prüfung besondere Fördermöglichkeiten (Sanierungsgebiete) ▪Konzept partielle Verschattung Marktplatz ▪Begrünung von Fassaden, Dächern und Höfen Der südliche Teil bietet ebenfalls sehr viel Potenzial, hier sind jedoch eine Grundsatzentscheidung und ein langer Atem gefragt. Ohne grundlegende Änderung der bisher abgeschotteten Erdgeschosszonen wird eine nachhaltige Belebung dieses Bereichs nicht gelingen. Das Rathaus könnte sich vor allem funktional zum Marktplatz öffnen und am Standort des heutigen Sozialgerichts könnte eine frequenzintensive Nutzung mindestens für Erdgeschoss und Hof etabliert werden. Besonders spannend erscheint das Behördenareal der Polizei: spinnt man den verwegenen Gedanken einer Neuentwicklung dieses Areals mit Schaffung eines kulturellen Hot-Spots weiter, kann daraus eine ganz besondere Attraktion für Karlsruhe und eine völlig neue Dimension in der Belebung des Marktplatzes entstehen. Karlsruhe – Fachkonzept Marktplatz Erdgeschosszone Ostseite Kartenhintergrund: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Markierungen GMA Icons by Icons8 Auftraggeber: / Projektleitung: / Projektbearbeitung: / XX.XX.XXXX www.gma.biz Auftraggeber: Stadt Karlsruhe Wirtschaftsförderung 76124 Karlsruhe Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH Hohenzollernstraße 14 71638 Ludwigsburg Tel.: 07141 9360-0 Mail: info@gma.biz

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    1 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Ergebnispräsentation 2024 | PROJECT M Erlebnisraumkonzept „Marktplatz Karlsruhe“ Quelle: Karlsruhe - erleben.de 2 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 ▪Aufbereitung & Priorisierung der Maßnahmen sowie Auswahl von Impulsprojekten ▪Aufstellung einer Umsetzungsstrategie inkl. Zeitplan Steuerungsgruppe #3 ▪Ausarbeitung & Aufbereitung des Strategiepapiers Ergebnispräsentation Analyse der Ausgangssituation Prozessarchitektur 2023 ▪Kick-Off ▪Auswertung aller Unterlangen ▪Bewertung des Marktplatzes aus verschiedenen Nutzungsperspektiven ▪Analyse & Bewertung der Angebote Vor-Ort Begehung Ideenfinder Website Befragung Leistungsträger:innen Befragung Bürger:innen ▪SWOT-Analyse Steuerungsgruppe #1 ▪Positions-& Perspektivbestimmung im Wettbewerbsvergleich Konzeption Erlebnisraumkonzept Aktionsplan Handlungsempfehlungen Expert:innen-Gruppengespräche ▪Ausarbeitung von Vision, Mission & Leitbild inkl. Leitzielen & Leitlinien ▪Erlebniskonzeption zukünftiger Funk- tionsräume & Erlebnisinszenierung ▪Ableitung von strategischen Handlungsfeldern Steuerungsgruppe #2 ▪Inszenierungsperspektiven und Maßnahmenschwerpunkte Erlebnisraum Marktplatz Perspektivworkshop Fachöffentlichkeit 3 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Gute ÖPNV-Anbindung Vielfalt im Kulturangebot der Innenstadt © Karlsruhe - erleben © Karlsruhe - erleben Leistungsstarkes Einkaufen STÄRKEN Wertige Immobilienstruktur © Tripadvisor Wirtschaftsstarke Region Hohe Wettbewerbsfähigkeit Vielzahl Landmarken und architektonischen Besonderheiten Christkindlesmarkt Gute Erreichbarkeit per PKW Blumenmarkt © Karlsruhe - erleben KarlsruherStadtfest Fest der Sinne Ev. Stadtkirche Karlsruhe Pyramideauf dem Marktplatz City Tour Karlsruhe Angebotan Märkten Kostenfreies WLAN CSD Kirchliche Veranstaltungen Gute Erreichbarkeit per NMIV Stadtidentität / Geschichte Stadtumbau Anbindung/ Touristinformation UNESCO CreativeCity ofMedia Arts Citymanagement Cityinitiative Anbindung 1 A Lage Zentrale Lage / Scharnierfunktion Citymarketing Teil der Via Triumphalis Multifunktionalität „Treffpunkt“ Raum für nachhaltige Experimente „Agora der Stadtgesellschaft“ Offenheit und Weite Temporäre Nutzung / mobile Lösungen 4 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 SCHWÄCHEN Keine durchgängige Einkaufs-und Erlebniszone Aufholbedarf in puncto Digitalisierung © Karlsruhe Insider © Wochenblatt Reporter © PROJECT M Probleme mit Anliefer-und Logistikverkehren Wenige "Lokalmatadore" Zugang Erdgeschossflächen Nachhaltigkeit nicht sichtbar Attraktivitätsaspekte Überdachung fehlt Schmierereien, Mülltonnen Aufenthaltsqualität Branchenmix am Marktplatz Fahrrad Parkplätze & Anbindung © Wochenblatt Reporter Verwaltungsgebäude ohne Publikumsfunktion Story für den Marktplatz / DNA Kaum Interaktion durch Randbebauung Sicherheitsgefühl Belebung auf dem Platz (ohne Events) Veranstaltungsarchitektur „Steinwüste“ Flächenbegrünung Wenig Interaktion abseits der Märkte/Veranstaltungen Orientierung in der Stadt Qualität der Märkte Groß-Events Modernität Unklare Identität Randnutzung Abendmarkt Nächtliche Nutzung Soziale Kontrolle (abends) Hitze/Klimaschutz Schattenspendende Installationen Imagefaktorenzu schwach in einem Gesamtmarketingkonzeptverankert 5 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 6 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 6 Vision © Karlsruhe Erleben Lebendiger Marktplatz, gesellschaftliches Herz und Treffpunkt der City, Visitenkarte der zukunftsgerichteten, kreativen Stadt und toleranten Stadtgesellschaft! kunstreich Wohlfühl-& Begegnungsort Genuss-& Erlebnisort weltoffen generationsübergreifend abwechslungsreiches Eintauchen dynamisch lebendiger Austausch Eventraum Arbeitsort Wissensort digital kreativ konfrontierend inspirierend multifunktional Interaktion genussvoll 7 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Mission-Statement 7 © Karlsruhe Erleben Wir übersetzen die Bedeutung des Markt- und Exerzierplatzes in die heutige Zeit. Gemeinsam mit unseren Bürger:innen und den Macher:innenunserer (Innen-) Stadt schaffen wir Identität, Begegnung und nachhaltiges Engagement. Beteiligung nachhaltig Netzwerke leben! gemeinsam integriert Einbindung des Kreativ-Potenzials der Stadt qualitativ branchen-/ akteursübergreifende Netzwerke & Kooperationen digital Einbindung des Sozial-Potenzials der Stadt Einbindung der Geschichte und Identität der Stadt & Region 8 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Insgesamt wurden sechs Handlungsfelder zur nachhaltigen Erlebnisinszenierung des Marktplatzes identifiziert Struktur, Netzwerk- & Partner- management Service- qualität (Willkommens-/ Aufenthalts- & Erlebnisunterstützung) Erlebnis- Inszenierung (dauerhaft & temporär) Infrastrukturelle Aufenthalts- qualität (soziale & ökologische Raumqualität) Politische / formelle / informelle Rahmen- bedingungen HF 1 HF 4 Vermarktung & Identitätsaufbau HF 2 HF 5 HF 3 HF 5 9 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Quartiersmanagement /-koordination (Kümmerer) (angedockt Citymarketing Karlsruhe) Quelle: Eigene Darstellung (PROJECT M) Stärkung und Verbindlichkeit der Organisations-/ Kooperationsmechanismen inkl. dem Aufbau neuer Partnerstrukturen um das Marktplatz-Quartier. Bewohner:innen Innenstadt Bewohner:innen Karlsruhe Tages-Touristen Übernachtungs- touristen City Initiative Verband (EZH, IHK, HWK, ...) Wirtschafts- förderung / Stadtentwicklung Hotellerie Gastronomie Eigentümer Entwickler Netzwerk Kultur Mobilität Quartier XYXY Netzwerk Freizeit Arbeitgeber Quartier XYXY Quartier Marktplatz Karlsruhe Quartier XYXY 10 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Basics, Impulsprojekte und Quick-Wins zur Priorisierung der Maßnahmen. Basics ✓Wichtige Grundvoraussetzungen und Rahmenbedingungen zur erfolgreichen Erlebnisinszenierung des Markplatzes Impulsprojekte ✓Erlebnisinszenierungsprojekte mit großer (sichtbarer) Hebelwirkung und Impulscharakter Quick-Wins ✓Kurzfristig umsetzbare Maßnahmenaus allen Handlungsfeldern inkl. Teilmaßnahmen für einen sichtbaren Start in die Umsetzungsphase 11 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 12 Projekte zur Erlebnisinszenierung des Marktplatzes. 12 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 13 PROJECT M I Karlsruhe -Erlebnisraumkonzept Marktplatz | Ergebnispräsentation 16.04.2024 Kontakt für Rückfragen PROJECT M GmbH Steinhöft 9 20459 Hamburg www.gesundheit-tourismus-blog.com www.destinationquality.de www.projectm.de PROJECTM.Tourismusinnovation www.xing.com/companies/projectmgmbh www.kompetenzzentrum-tourismus.de www.eti-institut.de www.linkedin.com/company/project-m-gmbh Dipl.-Ing. Peter C. Kowalsky Geschäftsführung

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    Niederschrift 51. Sitzung Hauptausschuss 7. Mai 2024, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 2 der Tagesordnung: Sachstandsbericht zur Entwicklung des Marktplatzes im Rahmen des „Aktionsplans City 2020 – 2026“ Vorlage: 2024/0357 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 2 zur Behandlung auf. Frau Dr. Hammer (Amt für Stadtentwicklung) erläutert die wesentlichen Inhalte des Aktions- plans City 2020 – 2025 und des Projekts Citytransformation. Sie teilt mit, dass es gelungen sei, für weite Teile des Aktionsplans eine Förderung im Rahmen des Programms Zukunftsfä- hige Innenstädte zu erhalten. Als Zielsetzung berichtet sie, dass sich der Marktplatz hin zu einem touristischen Anlaufpunkt und Erlebnisraum, dem Herzstück der City entwickeln solle. Dazu werde es auf dem Marktplatz mehr Interaktion geben. Im Weiteren erläutert sie struk- turelle Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen und die dazugehörigen Projekte und Im- pulse. Durch das Quartiersmanagement solle die Vernetzung der Akteure am Marktplatz mittels Quartierskonferenzen vorangetrieben und auch Aktionen entwickelt werden. Hierfür werde auch ein Budget in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt. Als Meilenstein stellt sie die Gründung des Vereins „Interessensgemeinschaft Marktplatz Karlsruhe e.V.“ dar, um auch langfristig tragfähige Strukturen zu schaffen. Auch stehe ein Quartiersarchitekt und die KME als Ansprechpartner zur Verfügung. Weiter führt sie aus, dass die aufgestellten Stühle und Schirme so wie das Grün in der durchgeführten Evaluation als sehr positiv wahr- genommen worden seien und die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz verbessert habe. Dies werde auch in diesem Jahr wieder angeboten werden. Auch werde das Format „Karls- ruhe trifft sich“ gut angenommen und auch in diesem Jahr fortgeführt. Herr Zug (Wirtschaftsförderung) erläutert im Weiteren, welche Areale des Marktplatzes für die Bereiche Gastronomie, Treffpunkt und konsumfreier Aufenthalt vorgesehen seien. – 2 – Weiter stellt er die sechs vom Gutachter empfohlenen Handlungsfelder für den Marktplatz vor: Politisches Commitment, infrastrukturelle Aufenthaltsqualität, Servicequalität, Struktur-, Netzwerk und Partnermanagement, Erlebnisinszenierung und Vermarktung & Identitätsauf- bau. Er erläutert, dass diese nun in den Quartiersmanagementprozess eingespeist werden. Stadträtin Fahringer (GRÜNE) erkundigt sich nach dem Zeithorizont zur Umsetzung der Maß- nahmen und der Öffnung der südlichen Seite des Marktplatzes. Stadtrat Pfannkuch (CDU) bittet darum, die Entwicklung der Geschäfte am Marktplatz nicht aus den Augen zu verlieren und die Zusammenarbeit zwischen Quartiersarchitekt und z. B. der Wirtschaftsförderung darzustellen. Stadtrat Zeh (SPD) lobt die Belebung des Marktplatzes an den Wochenenden weist aber auch darauf hin, dass dies unter der Woche noch ausgebaut werden könne. Stadtrat Hock (FDP) lobt die Arbeit der Verwaltung und signalisiert Zustimmung zum geplan- ten Vorgehen. Stadträtin Binder (DIE LINKE.) erläutert, dass der Marktplatz auch für die Bürgerinnen und Bürger aus Karlsruhe und insbesondere der Innenstadt nutzbar sein müsse und bittet darum, dass die Interessensgemeinschaft Marktplatz Karlsruhe e.V. auch diese Anliegen berücksich- tigen solle. Stadtrat Cramer (KAL/Die PARTEI) teilt mit, dass er froh darüber sei, dass sich die Gastrono- men und die Einzelhändler organisieren und rät dazu, die Interessensgemeinschaft nicht mit Aufgaben zu überfrachten. Stadtrat Schnell (AfD) bittet darum, auch die finanziellen Bedarfe in den kommenden Be- schlussvorlagen darzustellen. Frau Dr. Hammer (Amt für Stadtentwicklung) teilt mit, dass bislang keine Anschlussförde- rung nach August 2025 vorgesehen sei. Es gebe jedoch Initiativen, die auf Fortführung drän- gen. Zum Thema der Öffnung des Marktplatzes auf der südlichen Seite berichtet sie, dass es sich um ein langfristiges Vorhaben handele. Auf Nachfrage von Stadtrat Pfannkuch (CDU) erläutert sie, dass eine zentrale Projektkoordination eingerichtet worden sei, die alle Maß- nahmen koordiniere und in der die Fäden zusammen laufen um keine Doppelstrukturen zu etablieren. Abschließend teilt sie mit, dass auch für Privatpersonen die Mitgliedschaft in der Interessensgemeinschaft Marktplatz offenstehe. Herr Zug (Wirtschaftsförderung) ergänzt, dass das Thema der Begrünung weiterhin mitge- dacht werde. Der Vorsitzende sagt zu, auch die weitere Entwicklung mit dem Gremium zu reflektieren. Er erläutert, dass unter dem Korridorthema Zukunft Innenstadt auch z. B. mit den Sanierungs- gebieten eine Vernetzung stattfinde. Er stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vor- liegen, die erfolgte Kenntnisnahme fest. – 3 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 8. Oktober 2024