Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten

Vorlage: 2024/0313
Art: Informationsvorlage
Datum: 21.03.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Sozial- und Jugendbehörde
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Waldstadt

Beratungen

  • Sozialausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 15.05.2024

    TOP: 1

    Rolle: Vorberatung

    Ergebnis: vorberaten ohne Änderungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 18.06.2024

    TOP: 11

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: keine Abstimmung

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0313 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Sozialausschuss 15.05.2024 1 Ö Vorberatung Gemeinderat 18.06.2024 11 Ö Kenntnisnahme Kurzfassung Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Sozialausschuss den vorgelegten Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten für das Jahr 2023 zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit

  • Anlage
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten 2 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinderungen ............................................. 5 Im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums: Der vierte Beirat für Menschen mit Behinderungen auf dem Endspurt ................................................................................................................................. 5 Neuwahl der Vertretung für den Fahrgastbeirat des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) ........................... 5 Zu Gast Frau Klemm und Herr LaGase: Vorstellung des Konzeptes: „Inklusion vor Ort „ ............................. 5 Zu Gast Frau Tamara Kessel: Barrierefreies Bauen aus Sicht von Architektinnen und Architekten ................ 6 Digitale Barrierefreiheit und das Videokonferenzsystem Alfaview ............................................................... 6 Öffentlichkeitsarbeit – Karlsruhe trifft sich ................................................................................................. 7 Das Jubiläum: 20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe ............................................ 7 Festakt 20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderungen .......................................................................... 7 Gastspiel RambaZamba ............................................................................................................................ 8 Festschrift zum Jubiläum ........................................................................................................................... 8 Aktivitäten der AG Barrierefreiheit und Wohnen ........................................................................................ 8 Gespräche mit Bauträgern ........................................................................................................................ 9 Mitarbeit in der AG Inklusives Wohnen der Stadt Karlsruhe ....................................................................... 9 Weitere Events und Treffen zum Wohnungsbau ...................................................................................... 10 Engagement für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ............................................................................. 10 Beteiligung des Beirates in städtischen Ausschüssen und in anderen Gremien .......................................... 11 Aus dem Jugendhilfeausschuss ............................................................................................................... 11 Aus dem Planungsausschuss ................................................................................................................... 12 Aus dem Sozialausschuss ........................................................................................................................ 12 Hitzeaktionsplan Karlsruhe ................................................................................................................. 12 Evaluation Beratungsstelle Pflegestützpunkt ....................................................................................... 13 Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB) Bericht 2021 bis 2022 ...................................... 13 Neuwahl der Mitglieder der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle IBB ................................ 14 Jahresbericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen ............................................................... 14 Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe 97 – Dreizehnter Sachstandsbericht. .......................................... 15 Entwicklung der stationären Pflegeplätze in Karlsruhe ......................................................................... 15 Inklusives Wohnen in Karlsruhe .......................................................................................................... 15 Vernetzung im Gemeindepsychiatrischen Verbund GPV stärken und bedarfsgerechte Versorgung weiterentwickeln ................................................................................................................................ 16 Aus dem Forum Ehrenamt ...................................................................................................................... 17 Runder Tisch Kommunale Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit ................................................. 17 Aktivitäten im Bereich ÖPNV ....................................................................................................... 17 Blindenleitlinien am Bahnhofsvorplatz ..................................................................................................... 17 MockUp VDV Tram-Train – Einladung zur Besichtigung der neuen Straßenbahnen ................................... 18 Dauerbrenner Ansage der einfahrenden Züge auf den Straßenbahnhaltestellen ....................................... 18 Sozial- und Jugendbehörde | 3 Handlaufbeschriftung mit Hinweis auf das Behinderten-WC in der U-Bahn-Haltestelle Marktplatz ............ 19 Gespräch BMB und DB Bahnhofsmanagement am 11. Oktober 2023 ...................................................... 19 Markierung der Treppenstufen ............................................................................................................ 19 Blindenleitsystem zum Infopoint und zum Reisezentrum ...................................................................... 19 Ersatz fehlender Handlaufbeschriftungen, ........................................................................................... 19 Funktion des Ansagesystems für die Wartenummern im Reisezentrum ................................................. 20 Lautsprecheransagen auf Bahnsteigen ................................................................................................ 20 Ersatz der manuellen Hub Lifte durch hydraulische Hub Lifte auf den Bahnsteigen ............................... 20 Anschaffung von E-Mobilen, da extrem lange Wege, wenn Aufzüge ausfallen ..................................... 20 Gebärdensprache für das Reisezentrum .............................................................................................. 20 Mobilitätszentrale der DB ................................................................................................................... 20 Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und im KSC-Stadion ....................................................... 21 Reallabor nördliche Karlstraße: Wie geht es weiter? ................................................................................ 21 KSC-Stadion ........................................................................................................................................... 21 Kontaktpflege und Vernetzung .................................................................................................... 22 20 Jahre „Die Spinner“ .......................................................................................................................... 22 Situation im Fahrgastbeirat ..................................................................................................................... 22 Schlussworte ................................................................................................................................ 22 Danksagung ....................................................................................................................................... 22 Tätigkeitsbericht Kommunale Behindertenbeauftragte 2023 ..................................................... 23 Beratungen intern und extern ................................................................................................................. 23 Netzwerke .............................................................................................................................................. 23 Runder Tisch Vielfalt ............................................................................................................................... 24 Öffentlicher Nahverkehr .......................................................................................................................... 24 Besichtigung und Test der neuen Bahnen (MockUp) ............................................................................ 24 Provisorisches Blindenleitsystem auf dem Bahnhofsvorplatz Nord ........................................................ 25 Darstellung des Betriebsstatus der Aufzüge in der U-Bahn im digitalen Stadtplan ................................ 25 Bauvorhaben und Baumaßnahmen ......................................................................................................... 25 Neuauflage Stadtplan für Menschen mit eingeschränkter Mobilität .......................................................... 25 Hospitation Eingliederungshilfe ............................................................................................................... 26 Geschäftsführung und Beratung Beirat für Menschen mit Behinderungen ................................................ 26 Jubiläum ............................................................................................................................................ 26 Neuwahlen ........................................................................................................................................ 26 Ausbau der Webseite des Beirates ...................................................................................................... 26 Wahrnehmung gemeinsamer Termine ................................................................................................. 27 Fazit ....................................................................................................................................................... 27 4 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Sozial- und Jugendbehörde | 5 Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinderungen Im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums: Der vierte Beirat für Menschen mit Behinderungen auf dem Endspurt Im Jahr 2023 kamen die Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderungen (BMB) in vier Sitzungen zusammen. Dieses Jahr war das letzte Jahr der vierten Amtsperiode des Beirates, denn im November 2023 sollten die Mitglieder für den neuen BMB gewählt werden. Deshalb wurden gleich in der ersten Beiratssitzung die Themen und Projekte gesammelt, die 2023 vorangebracht oder abgeschlossen werden sollten. Wie unser Jahresbericht zeigt, konnten Akteurinnen aus dem BMB wichtige Impulse zum inklusiven Wohnungsbau in Karlsruhe setzen. Bezüglich der Barrierefreiheit vor und im Hauptbahnhof wurden teilweise Verbesserungen erzielt. Und der Beirat war weiterhin eingebunden in Entwicklungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), wie beispielsweise die MockUp-Besichtigungen der zukünftigen Trams zeigen. Wie schon in den vergangenen Jahren gab es einen regen Austausch in den BMB-Sitzungen und viele Mitglieder brachten sich aktiv in unseren Projekten ein. Neuwahl der Vertretung für den Fahrgastbeirat des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) Nach vielen Jahren hat die BMB-Vertreterin im Fahrgastbeirat Andrea Bröker ihr Amt in der Sitzung am 28. Juli niedergelegt. Wir danken Frau Bröker herzlich für ihr langjähriges Engagement. Artur Budnik wurde als neuer BMB-Vertreter für den Fahrgastbeirat bis Ende der BMB- Amtsperiode Ende Dezember 2023 einstimmig gewählt. Zu Gast Frau Klemm und Herr LaGase: Vorstellung des Konzeptes: „Inklusion vor Ort „ In der Sitzung am 12. Mai 2023 waren Frau Klemm, Geschäftsführerin „Inklusion vor Ort“ gGmbH, und Herr LaGase, Vorsitzender Förderverein „Inklusion vor Ort“ e.V., zu Gast. Vorgestellt wurden die Pläne zur Gründung der gGmbH „Inklusion vor Ort“ mit dem Ziel, eine Organisation zur Bereitstellung lebensbegleitender Hilfen für junge Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe zu schaffen. Hierfür wünscht man sich eine Kooperation mit der Stadt Karlsruhe. Nach Artikel 24 und 25 UN-BRK haben Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe inklusive Förderung in Schulen und Kindertagesstätten (Kitas) erhalten. Finanziert wurde dies durch das Persönliche Budget. 6 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Da es nach der Schulzeit sehr schwierig ist, tagesstrukturierte Angebote für Berufsausbildung und Lebensalltag in Karlsruhe zu finden, entstand die Idee eine entsprechende gemeinnützige Organisation zu gründen, die flexible Dienstleistungen für unterstützende Hilfen bereit stellt. Zielgruppe sind junge Menschen mit Behinderungen, die eine intensive, von Angehörigen unabhängige Begleitung bei der Inklusion benötigen. Eine erste Kooperation zur beruflichen Inklusion ist im Heilpflanzenanbau des Unternehmens Dr. Willmar Schwabe geplant. Zu Gast Frau Tamara Kessel: Barrierefreies Bauen aus Sicht von Architektinnen und Architekten In der Sitzung am 28. Juli präsentierte die freie Architektin Frau Dipl.-Ing. Tamara Kessel ihre Ideen zum barrierefreien und generationenübergreifenden Wohnungsbau. Ausgangspunkt für sie sind zum einen die im Bundesteilhabegesetzt (BTHG) reformierte Definition einer Behinderung, in welcher die Beeinträchtigungen der Menschen in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren gesehen werden. Zum anderen ist es das Konzept des Designs für Alle/Universal Design. Wichtige Kriterien für ein solches zukunftsorientiertes Bauen für Alle sind zum Beispiel: Selbstbestimmung und Autonomie bei der Wahl von Wohnort und Wohnform, Auffindbarkeit und Zugänglichkeit von Gebäuden ohne fremde Hilfe (klare Grundrisse, Rampen, Aufzüge, Blindenleitsysteme), hohe Raumqualität (flexible Nutzbarkeit, Akustik, Farbgestaltung, Raumklima), gemeinschaftliche Wohnformen (Mehrgenerationenwohnen und Wohnen im Cluster). Frau Kessel machte deutlich, dass Bauen im Sinne von Design für alle nicht teurer sein muss, wenn es im Voraus Grundlage der Planungen ist. Digitale Barrierefreiheit und das Videokonferenzsystem Alfaview Wie schon mehrfach berichtet gab es in den Jahren 2020 bis 2022 bei Online-Sitzungen des BMB Probleme mit dem von der Stadt Karlsruhe genutzten Videokonferenzsystem Alfaview. Im Januar 2023 schrieb der BMB-Vorstand deshalb einen Brief an die Geschäftsleitung von Alfaview, in welchem die Mängel hinsichtlich der Barrierefreiheit ausführlich beschrieben wurden. Es wurde auf die Pflicht zur Barrierefreiheit als Dienstleister einer Kommune hingewiesen. Dieser Brief wurde zur Kenntnis an den Oberbürgermeister, die Gemeinderatsfraktionen und die IT-Stabstelle der Stadt versendet. Diese Aktion zeigte Wirkung: In einer E-Mail Ende Februar teilte uns Frau Nernosi, die Assistentin der Geschäftsleitung von Alfaview mit, dass ein Entwicklerteam „Barrierefreie Kommunikation“ eingerichtet wurde, dass mit Nachdruck an der Verbesserung des Tools arbeiten wird. Am 23. Juni fand dann ein Online-Meeting mit Frau Nernosi, Beate von Malottki und der Digitalbeauftragten des Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereines (BBSV) Frau Maria Huber statt. In der barrierefreien Pre-Version von Alfaview konnten tatsächlich praktische Verbesserungen für die barrierefreie Nutzung für blinde und sehbehinderte Menschen festgestellt werden. Frau Huber gab als Digitalexpertin noch wichtige Hinweise für Details zur Nutzung des Tools. Alfaview verfügt leider aktuell noch nicht über eine Möglichkeit, sich telefonisch zuzuschalten. Sozial- und Jugendbehörde | 7 Öffentlichkeitsarbeit – Karlsruhe trifft sich Der Karlsruhe Radiosender Die neue Welle betreute im Sommer 2023 eine Aktion in Zusammenarbeit mit der Stadt, diese hieß Karlsruhe trifft sich. Hier haben sich Vereine, Organisationen, Institutionen oder Künstler*innen auf einer Bühne an verschiedenen Wochenenden vorgestellt. Der BMB hat angeregt, dass man auch bei dieser Aktion mitmacht und dabei den Beirat vorstellt. Zahlreiche Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderungen sowie Freundinnen und Freunde des Beirats, haben sich am Marktplatz eingefunden und konnten über einen Zeitraum von vier Stunden darüber reden, was Inklusion ist, aber auch, was die Aufgaben des BMB sind. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und konnten Barrierefreiheit und Inklusion den Passantinnen und Passanten auf dem Marktplatz etwas näher bringen. Die Aktion war für uns ein voller Erfolg und führte dazu, dass wir uns insgesamt noch mal miteinander verbundener fühlten und dazu auch noch das Interesse von anderen Menschen für die Belange von uns wecken konnten. Das Jubiläum: 20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe Zur Planung dieses festlichen Ereignisses wurde bereits 2022 eine Vorbereitungsgruppe gegründet. Neben den BMB-Vertreterinnen Karin Breunig, Barbara Herold, Meftune Ippolito, Beate von Malottki und Ute Warnken gehörte dem Team auch die langjährige ehemalige Vorsitzende Stefanie Ritzmann an. In ungefähr 18 Treffen wurden die Feinheiten zu den Jubiläum-Acts Festakt, Gastspiel RambaZamba und BMB-Festschrift besprochen. Große Unterstützung bekam die Vorbereitungsgruppe, insbesondere bei den organisatorischen und finanziellen Details von der Kommunalen Behindertenbeauftragten Ulrike Wernert und ihrer Assistentin Irene Heinzl. Auch der BMB-Vorsitzende Artur Budnik verstärkte das Team in der Endphase der Vorbereitungen. Allen Beteiligten gilt ein großes und herzliches Dankeschön! Herzlich bedanken möchten wir uns an dieser Stelle für die großzügige finanzielle Unterstützung der Stadt Karlsruhe und für die drei erhaltenen Spenden. Ohne diese Finanzierung wäre das festliche Begehen des BMB-Jubiläums nicht möglich gewesen. Festakt 20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderungen Am 21. September feierte der BMB in der Karlsburg in Durlach sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Neben den zahlreichen aktuellen und ehemaligen BMB-Mitgliedern waren viele eingeladene Gäste aus der Politik, Verwaltung und Kultur sowie von Kooperationspartnern von Sozialträgern und Vereinen anwesend. Der Vorsitzende Artur Budnik hielt die Eröffnungsrede und führte durch die Veranstaltung. Herr Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und die Landesbehindertenbeauftragte Frau Simone Fischer sprachen Grußworte, in denen sie die engagierte und beharrliche Arbeit des BMB hervorhoben und allen Mitgliedern dankten. Anschließend verlieh OB Mentrup Frau Ute Strunck, Frau Dr. Elke Wagner und Frau Rosemarie Zelch für ihr 20-jähriges Engagement sowie Frau Barbara Herold und Frau Beate von Malottki für ihr 15-jähriges Engagement im Beirat eine Ehrenurkunde der Stadt Karlsruhe. Stefanie Ritzmann und die Verfasserin Dr. Ruth Birkle stellten die Festschrift zum BMB- 8 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Jubiläum vor. Artur Budnik und Ulrike Wernert gaben abschließend einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben des Beirates. Für musikalische Unterhaltung sorgten der Sänger Chris Brandon und „Die Piraten“ aus der Inklusionsklasse der Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen. Abgerundet wurde der Festakt durch einen gemütlichen Austausch mit Sekt und Snacks. Gastspiel RambaZamba Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums des BMB wurde das Berliner Inklusions- Theaterensemble RambaZamba nach Karlsruhe eingeladen. In Kooperation mit Ulrike Wernert und dem Badischen Staatstheater war das Gastspiel am 28. Oktober ein Beitrag zur kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Es wurde mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe und durch Spenden des Lions Club Karlsruhe, der Sparkassen-Stiftung Gutes Tun und der Heidehof Stiftung finanziert. Das gezeigte Theaterstück hieß „Ein Sportstück“. Es handelte von Sportler*innen, die immer weiter und weiter über sich hinauswachsen, um gefeiert werden zu wollen. Die Darsteller haben fast zwei Stunden durchgespielt. Das Gastspiel war gut besucht. Es war ein sehr schönes Stück. Festschrift zum Jubiläum Auf Vorschlag von Artur Budnik wurde die Historikerin und Politologin Dr. Ruth Birkle mit der Ausarbeitung einer Chronik beauftragt. Auf Grundlage der BMB-Jahresberichte, von Presseartikeln und Internet-Informationen verfasste sie eine eindrucksvolle Festschrift. Frau Birkle legte auch Wert auf persönliche Erinnerungen und Akzente von Akteurinnen und Akteuren der vergangenen 20 Jahre. Deshalb traf sie sich mit der Vorbereitungsgruppe sowie ehemaligen Vorstandsmitgliedern des BMB (Frau Ritzmann, Frau Becker, Frau Schönfeld, Frau Zelch, Frau Viehbacher) sowie mit den ehemaligen Behindertenkoordinatorinnen Frau Warth- Loos und Frau Schuchardt. Die Festschrift steht zum Nachlesen und zum Download bereit unter www.karlsruhe.de/behindertenbeirat . Aktivitäten der AG Barrierefreiheit und Wohnen Die Beiratsmitglieder Christine Toussaint, Joachim Gutmann, Svenja Schlee, Dr. Ulrike Schneider und Karin Breunig beleben die AG Barrierefreiheit und Wohnen. Die AG Leiterin Karin Breunig sowie andere Mitglieder haben sich in folgenden Vorträgen, Besprechungen, Sitzungen und Treffen eingebracht, um der Stadt für eine barrierefreie Stadtentwicklung sowie für den sozialen Wohnungsbau beratend zur Seite zu stehen. Derzeit beträgt die Wartezeit auf eine behindertengerechte Wohnung rund fünf Jahre. Sozial- und Jugendbehörde | 9 Gespräche mit Bauträgern Einen großen und wichtigen Schwerpunkt bildeten 2023 die durchgeführten Gespräche mit drei großen sozialen Bauträgern der Stadt Karlsruhe. Die Bauträger haben auf das Anschreiben geantwortet und die Hilfe vom Beirat erbeten. Zusammen mit Ulrike Wernert und den AG Mitgliedern Ulrike Schneider und Karin Breunig wurden Gespräche geführt mit dem Familienheim (Frau Huber und Frau Troes), mit dem Mieter und Bauverein (Herr Dietrich und Herr Wagner) sowie mit der Volkswohnung (Herr Rösner, Frau Kulik und Herr Jonas). Beim letzteren Gespräch unterstützte uns Herr Stadtrat Borner als Mitglied im Aufsichtsrat der Volkswohnung. In den Zusammenkünften ging es um Fragen und Probleme, wie die Baugesellschaften mehr barrierefreie Wohnungen den Bürgerinnen und Bürgern von Karlsruhe zur Verfügung stellen können und wie sie geeignete Mieter finden. Es findet unter den Mietern wenig Fluktuation statt, so dass das Thema der Suche nach geeigneten Mietern eher für Neubauwohnungen relevant scheint. Wir stellten Clusterwohnungen vor und forderten, bei energetischen Sanierungsvorhaben in Zukunft immer den barrierefreien Ausbau mit einzubeziehen. Barrierefrei heißt nicht immer rollstuhlgerecht. Schwellenfreiheit und bessere Lichtkonzepte können bereits helfen, sich im Haus oder in der Wohnung leichter und sicherer zu bewegen. Die Volkswohnung beteuerte, dass sie zielgerecht baue und auf Schwellenarmut geachtet werde. Wir von der Arbeitsgemeinschaft (AG) boten unsere Hilfe an, eine Fibel zu erstellen, in dem Vermieter und Mieter sich finden können. Die Fibel wird in 2024 vom Beiratsvorstand den Baugenossenschaften übersandt werden. Um den barrierefreien Ausbau bei der Volkswohnung voranzutreiben wurde auch bei einem gemeinsamen Gespräch mit der Sozial- und Jugendbehörde (Herr Fulda, Frau Noll) und der Volkswohnung (Frau Kulik, Frau Lange) nochmals darauf hingewiesen, dass nur zertifizierte Neubauten Fördermittel erhalten. Mitarbeit in der AG Inklusives Wohnen der Stadt Karlsruhe In diesem Jahr stellten die AG-Mitglieder Ulrike Schneider und Karin Breunig ihren Beitragsteil für die AG Inklusives Wohnen der Stadt Karlsruhe fertig. Die AG wurde 2021 gegründet und das 2022 erarbeitete Konzept wurde im Sozialausschuss 2023 vorgestellt (siehe Ausführungen hier im Bericht aus dem Sozialausschuss). Das Resultat dieser zwei-jährigen Bemühungen ist Spitzenklasse: Die Arbeitsgruppe empfiehlt, das Konzept mitsamt einer Checkliste Bauträgern, Planerinnen und Planern sowie Architektinnen und Architekten für Ihre Planungen zur Verfügung zu stellen und über Veranstaltungen zum Thema Inklusives Wohnen zu informieren. Die im Sozialausschuss erwähnte Checkliste entstand in der AG Barrierefreiheit und Wohnen auf Grundlage der technischen Baubestimmungen und den DIN Normen 18040, 32984 und 32975 sowie einer uns zur Verfügung gestellten Liste der Werkstatt Wohnen des KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg). Durch Befragungen der gesamten Mitglieder des Beirates 2022 wurde eine Checkliste überprüft, eingekürzt und für Architekten/Bauträger grafisch so zusammengestellt, dass die konkreten Anforderungen an die Planung für verschiedene Wohnräume nach folgenden vier Gruppen von Menschen mit Behinderungen betrachtet werden können: mobilitätseingeschränkte Menschen, gehörlose/schwerhörige Menschen, psychisch erkrankte und sehbeeinträchtigte Menschen. Entstanden ist eine zweiseitige, farbenfrohe Tabelle mit einfachsten Umbauvorschlägen für Wohnungen, Bäder/WC, Treppen, Haustechnik bis Wohnumgebung. Hier einige Beispiele der Checkliste: leichte Türschnapper, garantierte Rutschfestigkeit im Treppenhaus, blendfreie Beleuchtungen, tragfähige Innenwände, Amaturen und WC Sitze auch seitlich bedienbar, 10 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Trittschallisolierung - bis hin zu Selbstverständlichkeiten wie Überdachte, ebenerdige Eingangs- und Briefkästen Bereiche oder kontrastreiches Design mit gut erkennbaren Hindernissen/Glasscheiben, barrierefreie Außenanlagen. Warum ist dies ein schöner Erfolg? Hierzu der Hintergrund aus Sicht der AG Barrierefreiheit und Wohnen: Leider sieht es in der Realität immer noch so aus, dass bereits der Bau von Null- Barriere-Wohnungen für Bauherren und Architekten eine Utopie zu sein scheint. Entweder man baut für Rollstuhlfahrer*innen nach DIN, oder man vermeidet zu viele Schwellen in den Wohnungen. Dieses Dogma sitzt fest in den Köpfen der Verantwortlichen: Ein vollständiger barrierefreier Ausbau sei viel zu teuer. Als Begründungen hören wir oft: „Jeder Mensch hat doch ganz individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten, um selbstständig wohnen zu können. Denen kann ein Bauträger ja gar nicht gerecht werden“, „Die Wohnungen werden ja alle hässlich“ und „im Wohnhaus (Alt)Bestand gibt es keinen Platz, um so ausladend zu bauen“. Doch aus Betroffenensicht, und nun auch aus Sicht der Nachhaltigkeit im Wohnungsneubau 2022 gilt eine generationsübergreifende Wohnraumnutzung für alle Menschen. Das bedeutet, auch Mieter wollen und sollen in ihren Wohnungen alt werden können, ohne späteren Umbau, Anbau, Renovierungen für die Begleiterscheinungen des Älterwerdens, bei plötzlicher Behinderung wie Blindheit oder psychischen Problemen. Die Umsetzung dieser Ziele braucht eine kluge, nachhaltige Planung, für Neubauten wie auch für Renovierungen beim Bauen im Altbestand, um Geld, Rohstoffe und Aufwand einzusparen. Unsere Checkliste sagt nun, was in der Planungsphase beachtet werden kann, ohne viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Weitere Events und Treffen zum Wohnungsbau Bei einem Besuch in der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe wurden neue Wohnformen vorgestellt und es wurde in der Zukunftswerkstatt über neue Wohnprojekte in Karlsruhe berichtet, die entstehen sollen. In der Wohnung von Frau Breunig fand ein BNN- Interview statt, wie man mit einer Behinderung im Wohnalltag zurechtkommt. Herr Budnik und Frau Schneider standen ebenfalls Rede und Antwort. Der Besuch und die Begehung vom Mehrgenerationen-Cafe fand im April statt. Gleichzeitig stellte sich auch der „Wundertreff“ vor, deren Leiterin Frau Koch von „Sophia“ ist. Ebenfalls im April fand eine Veranstaltung zum „Tag der Menschen mit Behinderungen“ im Haus des Landtags in Stuttgart statt, an der Karin Breunig, teilnahm. Auch hier wurde betont, dass anpassbare Wohnungen, gefördert werden müssen. Engagement für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum Im Oktober durften Studierende der Stadtplanung abermals unter Anleitung von Frau Breunig ihre Runden mit dem Rollstuhl drehen, in der Hoffnung, dass diese, als zukünftige Straßenplaner auf die Belange der Menschen mit Behinderungen aller Art Rücksicht nehmen. Im gleichen Monat wurden BMB-Vertreterinnen zum Inklusionstisch Grötzingen eingeladen. Es wurde zugesagt, dass die Ortsvorsteherin Frau Eßrich und der gesamte Ortschaftsrat sich für einen Behelfsausstieg der Straßenbahn einsetzen werden. Auch wurde ein Vorschlag zur Deponierung eines Schlüssels für die Rolli-Toilette im Begegnungszentrum gemacht, so dass diese benutzt werden kann, auch wenn das Lokal geschlossen ist. Sozial- und Jugendbehörde | 11 Beteiligung des Beirates in städtischen Ausschüssen und in anderen Gremien Wie wichtig die Einbeziehung des BMB in die verschiedenen Gremien in Karlsruhe ist wird in den nachstehenden Ausführungen wieder einmal deutlich. Von unserer Seite konnte zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Sozial- und Jugendbehörde und der Volkswohnung ein Impuls zum barrierefreien und inklusiven Wohnungsbau in Karlsruhe im Sozialausschuss gesetzt werden. Einige Vertreterinnen des BMB verlassen zum Ende dieser Amtsperiode den Beirat und beenden somit ihre Tätigkeit in den Gremien. Wir danken herzlich Frau Andrea Bröker (Fahrgastbeirat), Frau Manuela Grimm (Jugendhilfeausschuss), Frau Dr. Ulrike Schneider (Planungsausschuss) und Frau Rosemarie Zelch (Runder Tisch Inklusion) für ihr beharrliches Engagement für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen. Ein besonderer Dank gilt Frau Dr. Elke Wagner; sie hat den BMB 20 Jahre lang mit großem Engagement und Kompetenz im Sozialausschuss vertreten. Aus dem Jugendhilfeausschuss Frau Manuela Grimm vertrat den Behindertenbeirat im Jugendhilfeausschuss. Ein wichtiger Punkt für den Beirat für Menschen mit Behinderungen war in diesem Jahr bei der Sitzung am 1. Februar die Vorstellung des Projektes: „Poollösung für Schulbegleitungen an Karlsruher Schulen als Pilotprojekt an den Standorten Beiertheimer Grundschule und SBBZ Albschule“. Eine der grundlegenden Aufgaben der Stadt Karlsruhe ist es, für jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein passendes schulisches Angebot zu ermöglichen, denn Inklusion hat das Ziel, allen Menschen die uneingeschränkte Teilhabe am Lebensalltag möglich zu machen. Die Poollösung für Schulbegleitungen startete im Schuljahr 2023/24 mit jeweils zwei ersten Klassen an den beiden oben genannten Schulstandorten. Die Laufzeit beträgt zwei Schuljahre, sodass die pauschal finanzierten Schulbegleitungen die Klassen in der ersten und zweiten Klasse begleiten. Nach dem ersten Halbjahr erfolgt eine erste Evaluation, die in Form eines Runden Tisches stattfindet. Dieser Runde Tisch trifft sich dann weiterhin halbjährlich. Nach dem ersten Schuljahr findet eine Absprache darüber statt, ob das Projekt fortgeführt und auf die nachfolgenden Klassen ausgedehnt werden soll, und ob eventuell sogar neue Standorte hinzukommen werden. Die Evaluation und die Einberufung des Runden Tisches erfolgt über die Integrierte Sozial- und Jugendhilfeplanung der Stadt Karlsruhe. Wie immer wurden auch viele weitere Themen im Berichtsjahr 2023 umfassend durch den Jugendhilfeausschuss beraten und beschlossen. Diese haben den Beirat für Menschen mit Behinderungen jedoch nicht direkt betroffen. 12 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Aus dem Planungsausschuss Der Planungsausschuss der Stadt Karlsruhe hat 2023 elf Mal getagt. Frau Dr. Ulrike Schneider als Vertreterin vom Beirat konnte aus persönlichen Gründen bei einem großen Teil der Sitzungen leider nicht teilnehmen. Als beschließender Ausschuss ist der Planungsausschuss zuständig für die Aufstellung von Bebauungsplänen, für die Angelegenheiten der Stadtplanung einschließlich Verkehrsplanung und die meisten Themen werden in nicht öffentlichen Sitzungen behandelt. Es werden viele Angelegenheiten diskutiert, die uns Menschen mit Behinderungen betreffen. Vor allem die Neugestaltung des öffentlichen Raums der Stadt ist hier zu nennen. Frau Dr. Schneider sichtete vor jeder Sitzung die Planungsausschuss-Unterlagen und besprach offene Fragen/Tagesordnungspunkte mit der Kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Karlsruhe, Frau Wernert. Die sehr gute Zusammenarbeit klärte oft den Sachverhalt und gemeinsam konnten so die Planungsthemen der Stadt recht gut im Blick behalten werden. Diese Zusammenarbeit ist unerlässlich, da sich Frau Wernert zu vielen Bauvorhaben äußern muss und somit gut Bescheid weiß. Direkte Fragen der Ausschussmitglieder an die Vertreterin des Beirates wurden auch dieses Jahr nicht gestellt. Persönliche Worte: „Meine Arbeit im Beirat war sehr interessant und endet nun nach fünf Jahren. Ich ziehe nach Eggenstein aufs Land. Für die Zukunft wünsche ich dem neuen Beirat viel Glück und Erfolg!“ Aus dem Sozialausschuss Frau Dr. Elke Wagner vertrat den Beirat für Menschen mit Behinderung im Sozialausschuss, ihr Stellvertreter war Herr Arthur Budnik. Die Sitzungen des Sozialausschusses fanden am 15. März 2023, 12. Juli 2023 und 18. Oktober 2023 statt. Folgende Themenpunkte aus den Sitzungen waren für die Arbeit des Beirates relevant. Sozialausschusssitzung vom 15. März 2023 Hitzeaktionsplan Karlsruhe Die Stadt Karlsruhe hat die Förderzusage zur Erstellung eines Hitzeaktionsplans durch ein vom Bund gefördertes Projekt für 2,5 Jahre erhalten. Die Projektstelle für den Hitzeaktionsplan wird zum 1. Februar 2023 besetzt. Das Projekt hat am 1. November 2022 begonnen und wird zusammen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Deutschen Institut für Urbanistik als Projektpartner durchgeführt. Ziel des Hitzeaktionsplans ist es, konkrete Maßnahmen für den Sommer vor und während Hitzeperioden festzuschreiben, Zuständigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung zu definieren und externe Akteure einzubinden. Die Projektaktivitäten mit Workshops und Expertinnen- und Expertengesprächen werden in Karlsruhe ab Februar 2023 starten. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen ist in die Planungen fest eingeplant. Sozial- und Jugendbehörde | 13 Evaluation Beratungsstelle Pflegestützpunkt Die Beratungsstelle Pflegestützpunkt soll gut sichtbar in der Innenstadt verortet sein. Mittlerweile wurde eine Evaluation des Pflegestützpunktes durchgeführt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Beratung fast ausschließlich von hochaltrigen pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen in Anspruch genommen wird. Fazit und Weiterentwicklung des Beratungsangebotes: ▪ Die Bedarfe der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen weisen eine breite Spannweite auf. ▪ Pflegebedürftige Menschen selbst benötigen und wünschen meist Beratung in Form eines Hausbesuches, oder telefonische Beratung. ▪ Pflegende Angehörige stellen die größte Kontaktgruppe im Pflegestützpunkt dar. Sie bevorzugen neben den genannten Kontaktwegen überwiegend telefonische Beratung und Information per E-Mail. Das Beratungsangebot des Pflegestützpunktes ist in seiner Vielfältigkeit bereits jetzt bedarfs- und zielgruppengerecht. Es wird sehr gut angenommen auch durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Im Jahr 2018 gab es rund 5.600 Kontakte, in 2022 kam der Pflegestützpunkt mit gleichbleibender Mitarbeiterinnenzahl auf über 6.100 Kontakte im Jahr. Der Pflegestützpunkt passt sich weiter den Bedarfen der Zielgruppe an und geht mit Angeboten neue Wege. Ab April 2023 werden vierzehntägige Sprechstunden in Durlach und in der Waldstadt erprobt. Der Pflegestützpunkt bietet durch Präsenz im Quartier pflegebedürftigen Menschen und Angehörigen ein Beratungsangebot im direkten Lebensumfeld. Die Resonanz wird begleitend evaluiert. Limitierender Faktor in der Etablierung neuer Beratungsangebote ist die derzeitige Personalausstattung des Pflegestützpunktes mit 4,0 Vollzeitstellen. Diese ist von den Mitteln der Pflegekassen, die den größten Anteil der Personalkosten tragen, abhängig. Neue Angebote ersetzen daher bisherige Leistungen, die sich als weniger attraktiv für die Zielgruppe erwiesen haben. Offene Sprechzeiten für „Laufkundschaft“ werden beispielsweise zugunsten quartiersnaher Angebote, intensiver Pflegeberatung und Hausbesuchen im kommenden Jahr reduziert. Terminvereinbarungen sind jederzeit möglich. Sozialausschusssitzung vom 12. Juli 2023 Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB) Bericht 2021 bis 2022 Die IBB stellte einen sehr ausführlichen und informativen Bericht über die Arbeit in den letzten zwei Jahren vor. Die IBB nahm im September 2000 ihre Tätigkeit auf. Die Beschwerdestelle ist eine unabhängige Anlaufstelle der gemeindenahen Versorgung und Bestandteil der Qualitätssicherung in der Psychiatrie. Ziel ist es, zwischen den Anliegen der Psychiatrieerfahrenen, den Angehörigen und den psychiatrischen Einrichtungen in Karlsruhe zu vermitteln und zu beraten. 14 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Der neue Standort der IBB ist in der Karlstraße 56 im 6. Stock. Mehr als 60 Prozent der Anfragen an die IBB kamen aus den Reihen der Betroffenen und etwa 30 Prozent von Angehörigen. Die Hauptanliegen lagen in der Unzufriedenheit im Umgang mit Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen in der Klinik. Unzureichende Kommunikation und fehlende fachliche Beratung waren die Hauptanliegen. Im April 2023 nahm die IBB deshalb das Gespräch mit der Klinikleitung und Pflegedienstleitung des Klinikums auf. Das Thema Haltung wurde diskutiert und soll verbessert werden. Ein weiterer Punkt zur Unzufriedenheit ist die weggefallene Stelle einer festen Ansprechperson in der Stadt (ehemals Psychiatriekoordinatorin). Diese Stelle wird nun von drei Stellen in Teilzeit übernommen. Es besteht dadurch zwar eine Kontinuität, aber die Umsetzung ist weniger effektiv als zuvor. Zurzeit ist die Besetzung der Stelle durch eine Person aufgrund der personellen Situation in der Stadt mit vielen Teilzeitkräften nicht möglich. Neuwahl der Mitglieder der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle IBB Historie: Auf der Grundlage des Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz, PsychKHG) wurde 2015 das Beschwerdeverfahren im psychiatrischen Bereich neu geregelt. Alle zwei Jahre werden die Mitglieder in der IBB neu gewählt. Die Amtszeit der bisherigen Mitglieder ging zum Jahresende 2022 zu Ende. Neuwahlen sind deshalb notwendig. Folgende Bereiche werden für die Arbeit der IBB Karlsruhe neu gewählt und besetzt: ▪ drei Personen aus dem Bereich der Betroffenen ▪ eine Person aus dem Bereich der Angehörigen ▪ drei Fachkräfte aus dem gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV) ▪ zwei engagierte Bürgerinnen und Bürger ▪ ein beratendes Mitglied der Klinik für Psychiatrie Frau Renate Engler ist seit 2019 Vorsitzende der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle Psychiatrie Karlsruhe. Beschluss: Der Gemeinderat beruft nach Vorberatung im Sozialausschuss die Mitglieder der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle Psychiatrie (IBB) Karlsruhe in ihr Amt. Jahresbericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen Artur Budnik und Ulrike Wernert stellten den Bericht im Sozialausschuss vor. Herr Budnik begann mit der Aussage, dass die fünf Jahre des gewählten Beirates nun fast zu Ende gehen und Neuwahlen anstehen. Er äußerte sich zu den Punkten: U-Bahn, E-Scooter, Wohnen und KSC-Stadion. Diese und viele andere Themen standen im Mittelpunkt der Arbeit des Beirates. Der Wunsch nach mehr Sitzplätzen in den U-Bahn Haltestellen sowie einer Ansage an den Oberflächen-Haltestellen müssen immer noch umgesetzt werden. Sozial- und Jugendbehörde | 15 Frau Wernert sprach unter anderem die Thematik der Einbindung von Menschen mit Behinderungen in kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen an. Es gibt bereits einige positive Beispiele, aber auch dem Auftrag hier noch mehr zu tun. Die Aufgaben und Anfragen der kommunalen Behindertenbeauftragten haben sich extrem erhöht. Hier wurde die Notwendigkeit nach einer weiteren halben Stelle geäußert. Beide bekräftigten die sehr gute konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Beirat und der Kommunalen Behindertenbeauftragten. Der Sozialausschuss nimmt die Berichte zur Kenntnis und bedankt sich für die hervorragende Arbeit. Im Gemeinderat wird dies nochmals vertieft angesprochen. Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe 97 – Dreizehnter Sachstandsbericht. Es wurde ein sehr ausführlicher Bericht über die Arbeit zum Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe vorgestellt. Durch die intensiven Erhebungen für Arbeit der Betreuer kam sehr deutlich heraus, dass die Anzahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen unter den wohnungslosen Menschen stark zugenommen hat. Hier gilt es Anpassungen bei der Unterstützung der wohnungslosen Menschen und der Wohnkonzepte vorzunehmen. Entwicklung der stationären Pflegeplätze in Karlsruhe Die Verwaltung wird beauftragt in regelmäßigen Abständen über die zahlenmäßige Entwicklung von stationären Pflegeplätzen zu informieren. Die Verwaltung berichtet im Arbeitsausschuss: Ältere Generation in regelmäßigen Abständen (einmal im Jahr) über die zahlenmäßige Entwicklung von stationären Pflegeplätzen in der Stadt Karlsruhe. In der Stellungnahme zum Antrag stellt die Stadtverwaltung für Ende 2023 einen Bericht in Aussicht, aus dem eine aktualisierte Prognose über die zukünftige Pflegebedürftigkeit der Karlsruherinnen und Karlsruher hervorgehen soll. Die Prognosedaten des zugesagten Berichtes basieren auf der Bevölkerungsprognose des Amts für Stadtentwicklung. Die Ergebnisse der Bevölkerungsprognose werden voraussichtlich Ende 2023 vorliegen. Mit einem Pflegebedürftigkeit-Prognose-Bericht ist frühestens Mitte 2024 zu rechnen. Sozialausschusssitzung vom 18. Oktober 2023 Zunächst trafen sich die Mitglieder des Sozialausschusses und des Jugendhilfeausschusses zu einer Sozialkonferenz. Es fand ein sehr konstruktiver und fachlicher Austausch zum Doppelhaushalt 2024/2025 statt. Im Anschluss folgte die gemeinsame Sitzung der beiden Ausschüsse. Die für den Beirat relevanten Themen waren: Inklusives Wohnen in Karlsruhe Der Gemeinderat hat die Stadtverwaltung auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion beauftragt, gemeinsam mit der Volkswohnung und dem Beirat für Menschen mit Behinderungen ein Konzept zu erstellen, um das Angebot an inklusivem Wohnraum in Karlsruhe auszuweiten. Das Konzept einer Arbeitsgruppe, bestehend aus der Kommunalen Behindertenbeauftragten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Volkswohnung, des Beirats für Menschen mit Behinderungen und der Verwaltung wurde vorgestellt. 16 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Ziel des Konzepts ist es, für die Bedürfnisse unterschiedlicher Personengruppen an inklusivem Wohnraum zu sensibilisieren. Menschen mit Beeinträchtigungen haben sehr individuelle Bedürfnisse und Anforderungen an Wohnraum. Das Konzept bietet daher eine Checkliste für Architektinnen und Architekten sowie Bauträger, die die konkreten Anforderungen an die Planung für verschiedene Wohnräume, gegliedert nach vier Gruppen von Behinderungen, darlegt. Außerdem dargestellt werden rechtliche und begriffliche Rahmenbedingungen sowie die Perspektiven des Beirats für Menschen mit Behinderungen und der Volkswohnung als kommunalem Wohnungsunternehmen. Das Praxisbeispiel „Gut versorgt daheim“ der Volkswohnung im Rintheimer Feld zeigt, dass neben baulichen Aspekten auch konzeptionelle Ansätze zur quartiersbezogenen Vernetzung und Unterstützung die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen fördern. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, das Konzept Bauträgern, Planerinnen und Planern sowie Architektinnen und Architekten zur Verfügung zu stellen und über Veranstaltungen für das Thema Inklusives Wohnen zu informieren, um eine breitere Sensibilisierung zu erreichen. Das Konzept wurde sehr positiv gesehen und stieß auf großen Anklang. Vernetzung im Gemeindepsychiatrischen Verbund GPV stärken und bedarfsgerechte Versorgung weiterentwickeln Zur Vernetzung der Angebote der psychiatrischen Versorgung und zum Ausbau der bedarfsgerechten Versorgung hat sich das System des Gemeindepsychiatrischen Verbunds der Stadt Karlsruhe bewährt. Die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den im Gemeindepsychiatrischen Verbund Aktiven, wird – wie in der Zeit vor der Pandemie – fortgeführt. Überlegungen von Betroffenen, von in der Psychiatrie Beschäftigten sowie von Verantwortlichen bei den Trägerinnen und Trägern sollen eingebracht werden. In der Koordinierungsgruppe GPV-Leistungen arbeiten Fachpersonal, Verantwortliche bei den Trägern, Betroffenenvertreterinnen, -vertretern und Verwaltung vertrauensvoll zusammen. In der Hilfeplankonferenz finden Fallberatungen unter den Fachleuten statt. Das GPV Forum ergänzt diese Gremien, indem es auch die Politik und die interessierte Öffentlichkeit miteinbezieht. Gemäß der Konzeption des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) soll das jährliche GPV- Forum alle zwei Jahre weiterhin stattfinden. Der Welttag der seelischen Gesundheit soll auch in Karlsruhe weiterhin begangen werden. Allerdings bindet die Organisation des Programms zum Welttag der seelischen Gesundheit und der zentralen Veranstaltung bei der Stadt erhebliche Ressourcen, die man künftig vorrangig in die inhaltlichen Themen investieren möchte. Daher findet eine größere Veranstaltung künftig alle zwei Jahre statt. Dazwischen werden Tagungen im reduzierten Format stattfinden. Das nächste GPV-Forum im Jahr 2024 ist als großes Format geplant, um gemeinsam konkrete Maßnahmen zu einem zuvor festgelegten Thema zu entwickeln. Sozial- und Jugendbehörde | 17 Aus dem Forum Ehrenamt Im Jahr 2023 gab es drei Sitzungen dieses Gremiums. Frau Ute Warnken nahm als BMB- Vertreterin an zwei Sitzungen teil. Dies waren die wichtigsten Themen: Rechtsgrundlage für das Ehrenamt, Kinemathek/Kommunales Kino – Triff deinen Nachbarn doch im Kino, Vorstellung Selbsthilfe Büro. Runder Tisch Kommunale Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit Vertreterinnen des Behindertenbeirates in diesem Gremium waren Frau Ayten Gökduman und Frau Beate von Malottki. Insgesamt gab es 2023 drei Treffen des Runden Tisches (27. Februar, 3. Mai, 15. November). Leider konnten die Vertreterinnen nicht an allen Terminen teilnehmen. Es wurden aber stets die erarbeiteten Ergebnisse gelesen und gegebenenfalls eine Rückmeldung zu relevanten Punkten für Menschen mit Behinderungen an die Organisatorinnen und Organisatoren gegeben. Im Mittelpunkt stand 2023 die konkrete Ausformulierung und Ausgestaltung der acht Wirkungsfelder bezüglich der Maßnahmen zum Abbau von Rassismus und Diskriminierung in Karlsruhe (Öffentlichkeitswirksame Aktionen, Arbeit und Lebensunterhalt, Politik und Verwaltung, Community-Stärkung und Förderung des Dialogs, Kunst und Kultur, Wohnen, Öffentlicher Raum, Bildung und Schule). Als Ergebnis des zweijährigen Prozesses zur Kommunalen Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit entstand ein Positionspapier, das am 24. Oktober im Gemeinderat vorgestellt und beschlossen wurde. Hier der Link zur Gemeinderatsitzung, wo das Positionspapier in der Tagesordnung zu TOP 7 zu finden ist: https://sitzungskalender.karlsruhe.de/db/ratsinformation/termin-9051 Aktivitäten im Bereich ÖPNV Blindenleitlinien am Bahnhofsvorplatz Am 31. Januar 2023 trafen sich Herr Wagensommer (KVV) und Frau Wernert sowie Frau von Malottki und Frau Dr. Wagner zu einer Begehung am Bahnhofsvorplatz. Thema war die jetzige Situation der Blindenleitlinien, die vom Ausgang des Hauptbahnhofes zu den Gleisen der Straßenbahnen führen sowie die Leitlinien, die auf den einzelnen Bahnsteigen der Straßenbahnen angebracht sind. Herr Wagensommer informierte darüber, dass eine langfristige provisorische Lösung angestrebt wird, bis zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die voraussichtlich erst in etwa zehn Jahren umgesetzt wird. Es wird eine sogenannte „große Lösung“ geben, in der der Albtalbahnhof integriert wird. Es handelt sich um eine sehr große intensive Planung, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Gemeinsam mit Herrn Wagensommer wurde die aktuelle Situation evaluiert und eine gute Lösung zur Platzierung der Leitlinien vor allem auch bei den Querungen der jeweiligen Gleise besprochen. Diese wurde, wie vereinbart, im August 2023 umgesetzt. Leider konnte das Blindenleitsystem auf den Bahnsteigen noch nicht erneuert werden, weil es Lieferverzögerungen bei den Rillen- und Noppenplatten gab. 18 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte MockUp VDV Tram-Train – Einladung zur Besichtigung der neuen Straßenbahnen Hierzu gab es am 10. und am 25. Januar Treffen mit Herrn Spitzer, mit Mitarbeitern der Gesamtprojektleitung und des Herstellers. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Beirates für Menschen mit Behinderungen nahmen daran teil und führten intensive Gespräche mit den Projektverantwortlichen. Der Einstiegsbereich ist sowohl in den Straßenbahnen als auch in den S-Bahnen für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer gut geeignet. Die Stellplätze sind in der Tram ausreichend. In der S-Bahn wird es auch eine Behindertentoilette geben. Die Rollstuhlstellplätze sind direkt davor vorgesehen. Dieser Bereich ist eng, sodass eine andere Stellmöglichkeit für Fahrräder geprüft werden soll. Schmale Rollstühle oder Rollatoren könnten den Durchgang nutzen. Angesprochen wurde von Seiten des BMB, dass es in den neuen Bahnen eine visuelle Lösung für aktuelle Informationen für gehörlose Fahrgäste geben muss (zum Beispiel ein Lichtsignal oder Ähnliches bei einer Fahrtunterbrechung). Am 5. April 2023 gab es ein weiteres Treffen mit Herrn Spitzer, Frau Dr. Wagner und weiteren Akteuren der KVV im Rheinhafen. Angesprochen wurden folgende Punkte: ▪ Stangen an den Türen müssen gelb gekennzeichnet werden ▪ Handgriffe an den Sitzen sind in einem kontrastreichen rot abgesetzt ▪ Beleuchtung ist sehr hell hier werden Dimmbarkeit oder andere Alternativen geprüft Dauerbrenner Ansage der einfahrenden Züge auf den Straßenbahnhaltestellen Im Einvernehmen mit dem Vorstand verfasste Frau Dr. Wagner im Januar 2023 eine „erinnernde mahnende“ Mail an Herrn Spitzer zu diesem Punkt. Bei der MockUp-Besichtigung am 5. April sprach sie nochmals diese Thematik an. Herr Spitzer bestätigte, dass der Beirat hier immer noch eingebunden ist. Wann die Ansageerprobungen stattfinden sollten konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekanntgeben. Nachtrag: Mitte Mai wurden die Ansagen in den Tunnelhaltestellen realisiert – eineinhalb Jahre nach Inbetriebnahme der U-Bahn. Leider gibt es von Seiten der VBK weiterhin keine konkreten Pläne zur Einrichtung eines elektronischen Systems, welches die einfahrenden Straßenbahnen auf den oberirdischen Haltestellen für blinde, sehbehinderte und kognitiv eingeschränkte Menschen ansagt. Darauf warten die Betroffenen in Karlsruhe seit vielen Jahren, während es bereits Lösungen zum Beispiel in Mannheim und Freiburg gibt. Sozial- und Jugendbehörde | 19 Handlaufbeschriftung mit Hinweis auf das Behinderten-WC in der U-Bahn-Haltestelle Marktplatz Nachdem Ende 2022 das Blindenleitsystem zum Behinderten-WC in der Haltestelle Marktplatz angebracht worden war, wurde ein nachträglicher Hinweis auf den Handläufen für blinde und sehbehinderte Menschen notwendig. Frau Dr. Wagner sprach Herrn Spitzer bei der MockUP-Besichtigung darauf an. Die Verbesserung der Beschriftung an den Handläufen wurde zugesagt. Im Juni gab es eine Begehung mit Frau Steentjes (KASIG) und Frau von Malottki, um die Wegbeschreibung für die Handlaufbeschriftungen zum Behinderten-WC festzulegen. Die Handlaufschilder sind inzwischen montiert. Gespräch BMB und DB Bahnhofsmanagement am 11. Oktober 2023 Teilnehmer*innen: Herr Vogt (Leiter Bahnhofsmanagement KA), Herr Eidt (Produktionsdurchführung Dienstleistungen Service und Betrieb Bahnhofsmanagement), Arthur Budnik, Meftune Ippolito, Beate von Malottki, Dr. Elke Wagner, Herr Schmolke in Vertretung für Herrn Heidland. Markierung der Treppenstufen Teilweise sind die Markierungen an den Treppenstufen zu den Gleisen nicht mehr erkennbar. Es wurde zugesichert, dass die Markierungen erneuert werden. Blindenleitsystem zum Infopoint und zum Reisezentrum Das Blindenleitsystem wurde bereits einige Mal angemahnt. Es führt weder am Reisezentrum noch am Infopoint direkt zu den Türen beziehungsweise zum Schalter. Das Leitsystem hört einfach unmittelbar vorher auf. Der Infopoint wird voraussichtlich ab Januar in die Halle nahe den Eingangstüren verlegt. Hier soll dann eine Leitlinie, die aufgeklebt wird, direkt zum Infopoint führen. Das Reisezentrum ist zurzeit auf die andere Seite am Bahnhof in der Nähe der Toiletten provisorisch verlegt. Am ursprünglichen Standort werden das Reisezentrum und eine Lounge neugestaltet. Wenn dies erledigt ist, wird auch hier die Leitlinie direkt in das Reisezentrum führen. Auf den Gleisen 5 bis 14 sind neue Leitlinien eingebaut worden. Auf den Gleisen 1 bis 4 sind noch die alten Leitlinien vorhanden. Sie sind in Ordnung, aber es ist gut, wenn diese mit der Zeit auch ausgetauscht werden. Dies wurde zugesagt, wenn die Leitlinien Schäden aufweisen. Zurzeit ist dies nicht der Fall. Ersatz fehlender Handlaufbeschriftungen, An Gleis 9 und Gleis 5 fehlt die Handlaufbeschriftung oben rechts. Dies wird nachgebessert. In diesem Zusammenhang werden alle Treppenhandlaufschilder auf Vollständigkeit überprüft. Die Treppenhandläufe sind sehr stark verschmutzt. Hier wurde eine häufigere Reinigung versprochen. 20 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Funktion des Ansagesystems für die Wartenummern im Reisezentrum Das akustische System für die Wartenummern funktioniert seit einer Weile wieder. Es ist immer ein Problem, wenn der Lautsprecher zu leise gestellt wird. Dies wurde zur Zufriedenheit in der Vergangenheit verändert. Zurzeit gibt es dies in der provisorischen Lösung im Reisezentrum nicht. Es wird aber im umgebauten Reisezentrum wieder installiert. In diesem Zusammenhang schlugen wir für Menschen mit Hörbehinderung ein System vor, dass es im Bürgerbüro in der Kaiserallee gibt. Hier kann das Gesprochene auf einem Monitor gelesen werden. Es besteht großes Interesse und der Wunsch das Verfahren kennenzulernen. Herr Eidt bekam die Kontaktdaten von Ulrike Wernert, um sich bei ihr zu informieren. Lautsprecheransagen auf Bahnsteigen Die Ansagen sind seit der Umstellung auf die elektronische Ansage zwar besser geworden, aber immer noch nicht zufriedenstellend. Es wäre sinnvoll auch Monitore auf den Bahnsteigen zu installieren, die aktuelle Nachrichten gut lesbar darstellen können. Das viel zu kleine Laufband in den jetzigen Anzeigen kann dies nicht leisten. Ersatz der manuellen Hub Lifte durch hydraulische Hub Lifte auf den Bahnsteigen Der Vorschlag hydraulische Hubliftanlagen anzuschaffen ist bereits umgesetzt. Die Hublifte sind bestellt, aber aufgrund von Lieferverzögerungen leider noch nicht vor Ort. Es wurden zunächst nur einige bestellt, damit ausprobiert werden kann, wie sich diese im Alltag bewähren. Sollte dies positiv sein, so werden weitere Lifte bestellt. Zurzeit gibt es drei Hub Lifte pro Gleis. Hier handelt es sich um eine sehr große Investition. Anschaffung von E-Mobilen, da extrem lange Wege, wenn Aufzüge ausfallen Die Anschaffung von E-Mobilen wurde diskutiert, um diese einzusetzen, wenn die Aufzüge ausfallen, da die Wege zu den Gleisen dann extrem lang sind. Es spricht hier Einiges dagegen, so dass man sich entschieden hat, die Wartung der Aufzüge in sehr kurzen Intervallen zu schalten. Dies scheint die sinnvollere Variante. Gebärdensprache für das Reisezentrum Ein Mitarbeiter im Reisezentrum würde gerne mehr zum Thema Gebärdensprache lernen. Er könnte sich vorstellen dies dann auch in Form von „train the trainer“ den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beizubringen. Bisher stieß sein Vorschlag auf taube Ohren. Herr Eidt zeigte Interesse. Mobilitätszentrale der DB Der Service der über die Mobilitätszentrale gebuchten Hilfeleistungen am HBF Karlsruhe wurde von Seiten des BMB gelobt. Herr Eidt bat darum, dass man in den Vereinen und Selbsthilfeorganisationen nochmals über das Prozedere aufmerksam macht, dass das Einhalten des Treffpunktes am Infopoint für die gebuchten Hilfeleistungen ganz wichtig sei. Leider käme es häufiger vor, dass die zu unterstützenden Fahrgäste nicht wie abgesprochen an die DB Information kommen und es dann zu Verzögerungen im Ablauf der Hilfeleistung bis hin zum Verpassen der Zugverbindung kommt, weil man die Fahrgäste erst suchen muss. Sozial- und Jugendbehörde | 21 Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und im KSC-Stadion Reallabor nördliche Karlstraße: Wie geht es weiter? An dieser Veranstaltung für Anwohner*innen und Bürger*innen am 13. Juli nahmen Meftune Ippolito, Beate von Malottki und Ulrike Wernert teil. Hauptanliegen war die Vorstellung der geplanten barrierefreien Haltestelle Europaplatz in der Karlstraße. Auf dem Europaplatz kann aus Platzgründen keine barrierefreie Haltestelle für Doppelzüge gebaut werden. Infolge dieser Baumaßnahme soll die Karlstraße zum Fußgängerbereich umgestaltet werden. Außerdem wurde die Auswertung der Ergebnisse aus der Befragung aus dem Reallabor dargestellt (Übergänge, Parksituation, Behindertenparkplätze). In der Diskussion wurde deutlich, dass unterschiedliche Interessen und Meinungen vorhanden sind. Es ist positiv, dass solche Formate in der Stadt existieren, um die Interessen möglichst vieler Menschen zu hören. Erinnert sei daran, dass der BMB in das Experten-Kolloquium zum IQ-Leitprojekt ÖRMI eingebunden war. Einige Mitglieder hatten auch ein persönliches Statement zu den Reallaboren Kaiserpassage und Karlstraße abgegeben. KSC-Stadion Die Barrierefreiheit des Wildparkstadions hat uns auch in diesem Jahr beschäftigt. Grundsätzlich ist das Stadion barrierefrei und gut zugänglich geworden, jedoch benötigen wir noch weitere Veränderungen, insbesondere bei den Türen der Behindertentoiletten und bei der Toilette für Alle, auch das Thema von Handläufen im Bereich der Sitze von Menschen mit Sehbehinderungen und blinden Menschen bleibt noch offen und muss gelöst werden. Der KSC zeigt sich hierbei jedoch sehr offen und unseren Themen zugänglich. Am 19. Juli wurde die Beauftragte für Belange von Menschen mit Behinderungen und der Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen zum Eröffnungsspiel und zu Eröffnung des Stadions in Wildberg eingeladen. Hier konnten wir uns sehr gut vernetzen und mit vielen Menschen aus der Stadtgesellschaft austauschen. Am Ende des Jahres beschäftigte uns noch das Thema Shuttle-Busse zum Stadion und vom Stadion zurück. Leider gab es bis dahin noch keine Busse, die die Zuschauer – insbesondere die mit Einschränkungen – vom Stadion nach dem Spiel zum Durlacher Tor gebracht haben. Letztendlich haben wir es geschafft, dass der Shuttle Bus bis zum Inklusionstag eingerichtet wurde. Der KSC und die KVV haben zugesagt, dass dieser Shuttle Bus weiterhin erhalten bleibt. Als Beirat sind wir sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Zuletzt soll auch erwähnt werden, dass wir uns dafür eingesetzt haben, dass auch der Bereich rund um den I-Punkt, entlang des Adenauer Rings barrierefrei gestaltet wird und dass ein guter Zugang für Menschen insbesondere im Rollstuhl zugänglich gemacht wird. 22 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Kontaktpflege und Vernetzung 20 Jahre „Die Spinner“ Am 14. Juni 2023 feierte die inklusive Theatergruppe DIE SPINNER ihr 20-jähriges Jubiläum im Theater DAS SANDKORN. Auf Einladung der HWK gGmbH nahmen Ulrike Wernert, Artur Budnik, Meftune Ippolito und Beate von Malottki an der Premiere des Stückes „Dem Fußabdruck auf der Spur“ teil. In kurzweiligen, humorvollen Episoden wurden die Folgen des Klimawandels dargestellt. Anschließend gab es einen Sektempfang und die Möglichkeit, sich mit den Darstellerinnen und Darstellern zu unterhalten. Situation im Fahrgastbeirat Leider war die Entwicklung unserer Beteiligung im Fahrgastbeirat im Jahr 2023 nicht so gut, insbesondere da wir aus dem Fahrgastbeirat als vollwertiges Mitglied ausgeschlossen wurden. Jetzt ist es so, dass wir nur noch auf spezielle Einladung zum Fahrgastbeirat eingeladen werden. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen muss sich daher in einer seiner ersten Sitzung im Jahr 2024 klar werden, ob wir eine Vertretung für den Fall, dass wir eingeladen werden sollten abordnen. Grundsätzlich ist es uns gelegen, mit allen Gremien der Stadt ein gutes Verhältnis zu haben, weshalb wir auch einen weiteren Austausch mit Frau Doktor Kempf und dem FGB fortführen wollen. Schlussworte Dieser Jahresbericht 2023 bildet den Abschluss der vierten Amtsperiode des Beirates für Menschen mit Behinderungen. Wie bereits in den vergangenen Jahren waren auch in diesem Jahr die Mitwirkung und das Engagement vieler Mitglieder das Fundament unserer Arbeit im BMB. Ebenso wichtig war die stets vertrauensvolle und konstante Zusammenarbeit mit Frau Ulrike Wernert. Nicht zuletzt zeigte sich dies bei den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum. Für alle Beteiligten wurde beeindruckend deutlich: Der Beirat für Menschen mit Behinderungen in der Stadt Karlsruhe ist aktiv und relevant und die vielen engagierten Mitglieder haben einiges für Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion erreichen können. Danksagung Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitautorinnen des Jahresberichtes 2023: Karin Breunig, Manuela Grimm, Dr. Ulrike Schneider, Dr. Elke Wagner und Ute Warnken. Sozial- und Jugendbehörde | 23 Tätigkeitsbericht Kommunale Behindertenbeauftragte 2023 Im Wesentlichen haben sich die Aufgabenstruktur und Arbeitsinhalte im Vergleich zu den Vorjahren nicht verändert. Deutlich erkennbar ist, dass die Stelle der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen klar wahrgenommen und auch in Anspruch genommen wird. Im nachfolgenden Bericht beschränke ich mich auf die Darstellung von Schwerpunkten und besondere Themen im Jahr 2023. Beratungen intern und extern Der vorwiegende Teil der Arbeit der Kommunalen Behindertenbeauftragten (KBB) ist die Beratung von Dienststellen der Stadt Karlsruhe, von Organisationen und Einzelpersonen. Diese Beratung nahm 2023 mit täglich zwischen zehn und 25 Anfragen einen überaus großen Teil meiner laufenden Arbeit ein. Der Aufwand zur Bearbeitung von Anfragen gestaltet sich unterschiedlich. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist per E-Mail oder Telefon. Neben kritischen Anmerkungen freuen mich besonders Aussagen wie „gut, dass es Sie gibt“ und Gesten der Dankbarkeit von Ratsuchenden. Nach wie vor kommen Anfragen aus allen Lebensbereichen. In meiner Funktion nehme ich hier eine Querschnittsaufgabe wahr, übermittle Informationen und stelle Kontakte zu Beratungsstellen, Verantwortlichen oder Selbsthilfegruppen her. Schwerpunktthema ist nach wie vor die große Not bei der Suche nach barrierefreiem Wohnraum. Leider muss ich Ratsuchende oft enttäuschen, da ich sie bei der Suche nicht unterstützen kann. Auch Anfragen zur Suche nach Arbeits- oder Praktikumsplätzen bei der Stadt kann ich in den meisten Fällen nur an zuständige Stellen oder andere Anbieter weiter verweisen. Inklusion in Schule und Kita (Kindertagesstätten) gehören dabei ebenso zu den „Dauerbrennern“. Hier bin ich froh über den guten Austausch mit der Sozial- und Jugendhilfeplanung der Sozial- und Jugendbehörde, die mir auch in anderen Fragen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen kollegial und beratend zur Seite steht. Netzwerke Weiterhin sind der Ausbau und die Pflege meines Netzwerks wichtige Ziele meiner Arbeit. Die Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Behindertenbeauftragten im Städtetag spielt dabei eine besondere Rolle. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im Land verschafft einen Überblick über Aktivitäten an anderen Orten und gibt Möglichkeiten für kollegialen Austausch und Beratung. 24 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Runder Tisch Vielfalt Längst sind die „Beauftragten“ miteinander gut vernetzt, tauschen sich über gemeinsame Themen aus und stehen regelmäßig im kollegialen Austausch. Immer wieder gibt es Überschneidungen bei Fällen, Beschwerden oder allgemeinen Themen. Deshalb ist es wichtig, dass die gemeinsamen Schnittpunkte auch nach außen sichtbar sind. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, gemeinsam bei der Hausmesse der Stadt Karlsruhe am 11. Mai 2023 aufzutreten. Ich als Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen habe dort zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten und der Integrationsbeauftragten meine Ausschnitte meiner Arbeit gezeigt. Mit einer Präsentation über Leichte Sprache und einem Beitrag im Vortragsprogramm ergänzte ich den gemeinsamen Auftritt. In der gleichen Konstellation und einer Vertreterin der Antidiskriminierungsstelle fand ein Besuch des Amts für Chancengleichheit in Heidelberg statt. Im Austausch mit den Akteuren und Akteurinnen haben wir einen Einblick in die dortigen Strukturen und Arbeitsweisen bekommen. Öffentlicher Nahverkehr Der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) ist tatsächlich ein sehr beherrschendes und dauerhaftes Thema, auf das ich detaillierter eingehen möchte. Besichtigung und Test der neuen Bahnen (MockUp) Im Januar hat die VBK (Verkehrsbetriebe) zu einem sehr ausführlichen Besichtigungs- und Erläuterungstermin für die neuen Bahnen eingeladen. Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Beirat für Menschen mit Behinderungen standen Hersteller, Techniker und Planung für Fragen zur Verfügung, nahmen Impulse und Anregungen auf. Ich begrüße das sehr aufwendige und groß angelegte Beteiligungsverfahren. So wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ganz unterschiedlicher Art in den Prozess einfließen. Routinemäßig wurden Stellungnahmen für Förderanträge (Bushaltestellen, Anschaffung neuer Bahnen) und Planfeststellungsverfahren/Nachträge erstellt. Informationen und Absprachen zum barrierefreien Ausbau weiterer Haltestellen fanden in der VBK Routine statt. In diesem Zusammenhang waren immer wieder Absprachen zu der Gestaltung für die zukünftig barrierefreien Haltestellen der Linie nach Daxlanden erforderlich. Äußerst beengte Platzverhältnisse bei fast allen Haltestellen erfordern auch Abstimmungen vor Ort. Dabei sind auch die Vertreterinnen der Nutzergruppe aus dem Beirat für Menschen mit Behinderungen eingebunden. Sozial- und Jugendbehörde | 25 Provisorisches Blindenleitsystem auf dem Bahnhofsvorplatz Nord Mittels einer gemeinsamen Initiative der KBB und des Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins ging ein Vorschlag für ein Blindenleitsystem zu den Bahnsteigen auf dem Bahnhofsvorplatz an die Geschäftsführung der VBK. Sehr rasch wurde der Vorschlag befürwortet und im Rahmen eines Vor-Ort-Termins zusammen mit Mitgliedern aus dem Beirat für Menschen mit Behinderungen die Möglichkeiten erörtert. Die Umsetzung erfolgte im Sommer. Es gibt viele sehr positive Rückmeldungen von betroffenen Personen, da nun die Bahnsteige gut auffindbar sind. Eine Verlängerung auf die Seite des Zoos wurde ebenfalls mit dem Tiefbauamt bei einem Termin diskutiert, ist jedoch aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht leider nicht umsetzbar. Darstellung des Betriebsstatus der Aufzüge in der U-Bahn im digitalen Stadtplan Die aktuelle Auskunft über den Betriebsstatus der Fahrstühle könnte vielen Personen helfen, ihre Fahrt besser zu planen und vermeiden, überraschend vor einem Aufzug zu stehen, der außer Betrieb ist. Auch hier reagierte die Geschäftsleitung der VBK prompt auf den Vorschlag der KBB und gab das Thema in die Prüfung intern weiter. Die Umsetzung ist für 2024 zu erwarten. Bauvorhaben und Baumaßnahmen HGW (Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft), Bauträger, Architekten und Planungsbüros kommen nach wie vor auf mich zu und bitten um Einschätzung bei Fragen der Barrierefreiheit. Dabei handelt es sich sowohl um private als auch um öffentliche Träger. Innerhalb der Stadt Karlsruhe waren 2023 von besonderer Relevanz: ▪ Sanierung der Europahalle mit der barrierefreien Gestaltung, unter anderem vom Kassenbereich und der Rollstuhlplätze ▪ „Die Toilette für alle“ im Stadion ist bis Jahresende immer noch nicht vollständig ausgestattet. ▪ Baumaßnahmen im zweiten Bauabschnitt des Badischen Staatstheaters ▪ Renovierung Stadthalle ▪ Gestaltung Bahnhofsplatz Süd Ein noch junger Lehrstuhl für Architektur am KIT befasst sich auch mit dem Thema Barrierefreiheit. Einladungen in Seminare mit Studierenden ermöglichen eine frühe Sensibilisierung der zukünftigen Planerinnen und Planer für Barrierefreiheit. Neuauflage Stadtplan für Menschen mit eingeschränkter Mobilität 2015 wurde von der SJB (Sozial- und Jugendbehörde) ein Stadtplan für Menschen mit Behinderungen herausgegeben. Der Plan war an den Rathauspforten erhältlich, wurde aber auch regelmäßig von Privatpersonen nachgefragt. Spätestens mit der Eröffnung der U-Strab war der Plan überholt. 26 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Anfang 2023 ergriff ich die Initiative und ging mit der Bitte um Unterstützung auf die KTG Karlsruhe Tourismus GmbH und das Liegenschaftsamt der Stadt zu. Beide Stellen signalisierten Bereitschaft, die Neuauflage zu unterstützen. Es folgte Recherche und Prüfung von bestehenden Listen mit den Orten, die aufgenommen werden sollten. Ende des Jahres wurde die Neuauflage des Stadtplans für Menschen mit eingeschränkter Mobilität herausgegeben. Hospitation Eingliederungshilfe Von Ratsuchenden wird immer wieder Kritik über die Abläufe und die Strukturen in der Abteilung Eingliederungshilfe der Sozial- und Jugendbehörde an mich herangetragen. Mir war es deshalb wichtig, zumindest einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise dort zu bekommen. An drei Tagen hatte ich die Gelegenheit, im Teilhabemanagement bei Gesprächen mit Klientinnen und Klienten dabei zu sein. Ergänzt wurde dies durch die Begleitung einer äußerst kompetenten und freundlichen Kollegin, die mir die notwendigen Grundlagen und Rahmenbedingungen erläuterte. Für mich war das eine sehr wertvolle und positive Erfahrung, die nun in meine Arbeit einfließen kann. Geschäftsführung und Beratung Beirat für Menschen mit Behinderungen Jubiläum Der Beirat konnte im Jahr 2023 auf 20 Jahre Bestehen zurückblicken. Neben den üblichen Tätigkeiten im Rahmen der Geschäftsordnung (Sitzungsvorbereitungen, Einladungen, Protokolle, Korrespondenz und Termine) erforderten die geplanten Aktivitäten zum Jubiläum einen hohen zeitlichen Aufwand. Dazu gehörten Planung und Organisation des Festakts in der Karlsburg Durlach im September sowie des Gastspiels der inklusiven Theatergruppe RambaZamba im Oktober im Badischen Staatstheater. Planung, Kommunikation mit den Theatern, die Suche nach Spendern und Recherche von Fördermöglichkeiten, Koordination und Organisation des Besuches der Theatergruppe in Karlsruhe zählten zu den Aufgaben. Neuwahlen Die Amtszeit des Beirats ging Ende 2023 nach der vierten Amtsperiode zu Ende. Über das Jahr liefen die Vorbereitungen zur Durchführung der Neuwahlen am 26. November 2023. In enger Kooperation mit der Sozialplanung der Sozial- und Jugendbehörde konnten die Ausschreibung erstellt, die Bewerbungen gesammelt und ausgewertet, die Wahlversammlung vorbereitet und schließlich die Wahl durchgeführt werden. Ausbau der Webseite des Beirates Im Rahmen der Vorbereitungen der Wahl wurde die Internetseite des Beirates für Menschen mit Behinderungen auf Anregung und mit großer Unterstützung des Presse- und Informationsamtes (Online-Team) mit aktuellen Inhalten gefüllt und weiter ausgebaut. Karlsruhe: Karlsruher Beirat für Menschen mit Behinderungen Sozial- und Jugendbehörde | 27 Wahrnehmung gemeinsamer Termine Auch 2023 führten wir die gute und bewährte Tradition fort, Termine bei der Stadt oder Partnerorganisationen gemeinsam wahrzunehmen. Das unterstreicht unsere enge Zusammenarbeit und ermöglicht, die gemeinsamen Ziele schneller zu erreichen. Fazit Meine Hoffnung, mich intensiver mit neuen Themen befassen zu können, wurde durch die Ablehnung einer zusätzlichen personellen Unterstützung zunichte gemacht. Der Spielraum für Aktivitäten über das Tagesgeschäft hinaus bleibt begrenzt. 28 | Jahresbericht 2023 – Beirat für Menschen mit Behinderungen und Kommunale Behindertenbeauftragte Impressum Copyright Stadt Karlsruhe Beirat für Menschen mit Behinderungen, Kommunale Behindertenbeauftragte Redaktion ▪ Kommunale Behindertenbeauftragte der Stadt Karlsruhe Ulrike Wernert ▪ Vorstand des Beirats für Menschen mit Behinderungen Artur Budnik (Vorsitzender), Beate von Malottki (stellvertretende Vorsitzende), Meftune Ippolito (stellvertretende Vorsitzender) Layout Vorreiter Druck Rathausdruckerei, Recyclingpapier Stand März 2024

  • Protokoll GR 18.06.2024 TOP 11
    Extrahierter Text

    Niederschrift 65. Plenarsitzung des Gemeinderates 18. Juni 2024, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 11 der Tagesordnung: Jahresbericht 2023 des Beirates für Menschen mit Behinde- rungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten Vorlage: 2024/0313 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Sozialausschuss den vorgelegten Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten für das Jahr 2023 zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 11 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Sozialausschuss am 15. Mai 2024: Ich darf auch ganz viele Mitglieder aus dem Beirat AO ganz herzlich willkommen heißen. Stadtrat Riebel (GRÜNE): Ich möchte heute dem Beirat für Menschen mit Behinderung und Frau Wernert für die Berichte danken. Diese Berichte zeigen immer auf, was vorangeht, aber auch, was noch fehlt. Hier lassen Sie mich klarstellen, Gleichstellung und Teilhabe sind kein nice-to-have, keine Almosen oder Nettigkeiten. Nein, die UN-Behindertenrechtskon- vention stellt klar, dass Gleichstellung und Teilhabe das Recht von allen Menschen mit Be- hinderung sind. So gilt, eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ihnen zu er- möglichen. Die Inklusion muss weiter vorangetrieben werden. Rückschritte, wie im Sozial- ausschuss von Frau Wernert teilweise dargestellt, sind nicht hinzunehmen. Der Beirat hatte im letzten Jahr sein Jubiläum mit tollen Feierlichkeiten. Es wurde zu Recht gefeiert, denn in Karlsruhe hat der Beirat in den letzten Jahren doch einiges bewegt. Gerade im Bereich des Wohnungsbaus wurden durch den Beirat wichtige Impulse gesetzt und eine Checkliste erarbeitet. Die Menschen werden heute immer älter, und das Thema der Barrieren in der Wohnung gewinnt für immer mehr Menschen so persönlich an Bedeu- tung. Was bringen uns aber die schönsten Wohnungen in Zukunft, wenn niemand mehr drin wohnt, weil sie zu viele Barrieren haben und/oder zu teuer sind. Aber auch die – 2 – Durchsagen an den oberirdischen Haltestellen möchte ich hier nicht ganz vergessen, aus den vielen Themen herausgreifen und hoffe auf eine baldige Lösung. So danke ich den bis- herigen Mitgliedern des Beirats für Menschen mit Behinderung für ihre Arbeit und wün- sche dem Beirat in seiner neuen Zusammensetzung viel Erfolg. Bleiben sie fordernd und zeigen Sie bitte auch dem neuen Gemeinderat, woran es hakt und was es noch braucht. Zu einer guten Politik gehört das Zuhören und das Eingehen auf die verschiedenen Be- darfe, aber es sind auch sehr schwere Zeiten. Es wird auch gegen Menschen mit Behinde- rung gehetzt, ganz in der Tradition der Nazis. Manche wollen die Uhr zurückdrehen und die Inklusion stoppen. Das dürfen wir nicht zulassen. Das wird auch Aufgabe des neuen Gemeinderates sein. Wie auch queerKAstle ist auch der Beirat für Menschen mit Behinde- rung beim runden Tisch Antirassismus und Antidiskriminierung. Dort wurden viele verschie- dene Perspektiven eingebracht und wichtige Grundlagen für die weitere Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit der Stadt geschaffen. Für uns GRÜNE ist hier ein intersekti- onaler Ansatz wichtig, ohne die einzelnen Perspektiven und Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Auch dem sollte sich der neue Gemeinderat widmen. Daher danke ich dem Beirat auch für dieses wichtige Engagement beim runden Tisch. Dem Beirat möchte ich zum Abschluss es noch so auf den Weg mitgeben, wie wir es bei uns GRÜNEN gerne sagen, bleiben Sie bitte weiter fordernd. Stadtrat Dr. Müller (CDU): Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Bericht, den wir wie- der vorgelegt bekommen haben. Lüppo Cramer, wir werden jetzt auch den Beirat für Men- schen mit Behinderungen loben, weil es notwendig ist und richtig ist, die Arbeit dieses Bei- rates und seines Vorstandes und der kommunalen Behindertenbeauftragten zu würdigen und zu unterstützen. Wir haben im Bericht sehr deutlich gesehen, wie viele Bretter, auch dicke Bretter gebohrt werden müssen. Wir haben letztes Jahr das 20-jährige Jubiläum des Behindertenbeirates gehabt und haben auch gesehen, was in dieser Zeit, wenn man zu- rückdenkt in den 20 Jahren, alles erreicht wurde durch den Behindertenbeitrag, mit ihren Forderungen, mit ihren Anregungen, mit ihrer Fachkompetenz, die sie einbringen können in den Gemeinderat, und vor allem ihre aktive Mitarbeit in den Ausschüssen. Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, dass die Interessen von Menschen mit Handicap beim Bauen, bei der Mobilität, ich denke da dran, was der Behindertenbeirat alles eingebracht hat bei den neuen Straßentrams, wenn es darum ging um die Mock-up-Situation, das sind kon- krete Verbesserungen im Vorfeld, die allen hier in Karlsruhe und der Stadtgesellschaft zu- gutekommen. Ich finde es auch toll, und das ist eine Arbeit, die der Behindertenbeirat erfolgreich geleistet hat, es ist nicht nur so, dass er sich einbringt und einfach sagt, wir müssen, bitte hört auf uns, sondern inzwischen sind wir so weit, dass von Bauträgern, von den öffentlichen Ver- kehrsbetrieben und so weiter der Behindertenbeirat befragt und gebeten wird, sich einzu- bringen, um seine Fachkompetenz für ein gutes Ausgestalten der jeweiligen Situation bei- zutragen, und das finde ich eine tolle Entwicklung. Ich wünsche weiterhin alles Gute, und bleiben Sie standhaft, und nerven Sie uns ruhig etwas im Gemeinderat mit Ihren Forderun- gen. Stadträtin Moser (SPD): Liebe Mitglieder des Behindertenbeirats, wenn man sich mit dem Jahresbericht 2023 des Beirates befasst, ist man beeindruckt über die Vielzahl der Themen. Ich möchte hier nur einige kurz benennen. Von der Teilnahme an den Ausschüssen des – 3 – Gemeinderates und den Berichten darüber, was an sich schon eine Herausforderung dar- stellt, das Stemmen des Jubiläums letztes Jahr, 20 Jahre Beirat, mit dem Gastspiel Ramba- Zamba und der Festschrift, bis hin zu Aktivitäten der AG Barrierefreiheit und Wohnen, Ge- sprächen mit Bauträgern und Mitarbeit in der AG Inklusives Wohnen der Stadt Karlsruhe. Auch Vernetzung ist ein wichtiges Anliegen der Mitglieder, sei es Gremienarbeit im Forum Ehrenamt, die Entwicklung der stationären Pflegeplätze, vor allem auch für Jugendliche und junge Erwachsene geeignete Einrichtungen, inklusives Wohnen, Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit und vieles mehr. Das Engagement ist beeindruckend und vielfäl- tig und die Beiratsmitglieder lassen nicht nach, sich zu engagieren. Ganz, ganz herzlichen Dank dafür, engagieren Sie sich weiter. Alle Betroffenen sind Ihnen dankbar. Das alles geht nicht ohne Frau Wernert, der kommunalen Behindertenbeauftragten. Sie un- terstützt, wo immer es ihr möglich ist, zusätzlich zu ihrer Beratungsarbeit intern und extern und dem Ausbau und Pflege ihres Netzwerkes im Städtetag und im Land. In allen bisher genannten Tätigkeiten des Beirats ist Frau Wernert involviert und eine wesentliche Unter- stützung. Genau dies zeigt die enge Zusammenarbeit. Gemeinsame Ziele können besser erreicht werden, auch wenn die Behindertenbeauftragte aufgrund des Arbeitspensums dadurch an ihre Grenzen stößt. Der Appell einer zusätzlichen personellen Unterstützung wurde bisher nicht gehört. Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen, diese Ableh- nung nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Alle Behinderten werden davon profitieren und es Ihnen danken. Ganz lieben Dank, dass ich viele Jahre Mitglied des Beirats sein durfte. Ich wünsche Ihnen weiterhin Durchhaltevermögen, Beharrlichkeit und viel Freude bei Ihrer Arbeit. Die SPD- Fraktion schätzt Ihr großes Engagement sehr. Stadtrat Haug (KAL/Die PARTEI): Auch von uns vielen Dank für den Beirat für Menschen mit Behinderung für seine engagierte und wertvolle Arbeit. Einige Punkte möchten wir besonders hervorheben, die die KAL auch in den kommenden Monaten verstärkt angehen will. Wir brauchen für junge Menschen mit Behinderung eine bessere Angebotsstruktur in Karlsruhe. Mit Erreichung der Volljährigkeit und der Schul- pflicht stehen viele junge Erwachsene mit Behinderung und deren Familien vor enormen Herausforderungen. Auch der Beirat stellt fest, dass es zu wenig Angebote für diese Gruppe gibt und hier ein Handlungsbedarf entsteht. Dies schließt auch barrierefreies Woh- nen und Angebote unterschiedlicher inklusiver Wohnformen mit ein. Wichtig ist, hier das Augenmerk nicht nur auf die körperlichen, sondern auch auf komplexe Behinderungen zu legen, denn genau dieser Personenkreis wurde leider nicht in der von der AG Inklusives Wohnen erarbeiteten Checkliste explizit als Gruppe benannt. Und so sehr wir uns über die Toilette für alle im Zoo freuen, wie enttäuschend, dass es im Stadion immer noch keine ausreichende Versorgung gibt und sich im weiteren Stadtgebiet, in der Innenstadt oder öf- fentlichen Einrichtungen wie Schwimmbäder und Museen, keine Toilette für alle finden. Ein weiterer Dauerbrenner wird das Thema Kurzzeitpflege sein. Hier stehen wir ganz aktu- ell vor großen Problemen in der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Er- wachsenen mit Behinderung. Im Bereich Inklusion in Schulen und Kitas möchten wir expli- zit auch noch einmal dem Verein Eltern und Freunde für Inklusion EFI bedanken, der in Zu- sammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine wichtige Arbeit im Bereich der Beratung und Umsetzung von Inklusion in Schulen und Kitas leistet. Dank auch an Frau Wernert für ihre – 4 – Arbeit, wir sehen, dass es dringend eine personelle Unterstützung der kommunalen Behin- dertenbeauftragten braucht. Die KAL wird sich deshalb im nächsten Doppelhaushalt für einen Ausbau der Arbeit durch die Schaffung einer Stelle eines/einer Inklusionsbeauftragten einsetzen. Auch wenn sich viele Aspekte des Berichts positiv lesen, sehen wir doch, dass die Stadt Karlsruhe noch ei- nen langen Weg zu gehen hat, bis Menschen mit Behinderung vollumfänglich als selbstver- ständlicher Teil unserer Stadtgesellschaft mitgedacht werden. Stadträtin Böringer (FDP): Liebe Frau Wernert und liebe Mitglieder des Beirates, die zum Teil oben bei den Zuschauern sitzen, wir dürfen erneut Ihr hervorragendes Engagement würdigen. Die Arbeit des Beirats und auch die Aufgabenwahrnehmung der Behindertenbe- auftragten Frau Wernert verdienen unsere ganz besondere und auch dauerhafte Wert- schätzung. Diese engagierte und auch beharrliche Arbeit ist im Rahmen des eindrucksvol- len Festaktes, da haben viele von uns teilgenommen, nämlich die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Beirates im vergangenen September, nochmals ganz deutlich zum Ausdruck gekommen. Sie setzen sich für die gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderungen am städtischen Leben ein, und es braucht auch Sie, ich denke jetzt an Frau Wernert und die Mitglieder des Beirates, und Ihren Einsatz, dass die Menschen ohne Behinderung ganz selbstverständlich an die Menschen mit Behinderung denken. Wir sind auch dankbar, dass Sie immer auf vorhandene Missstände hinweisen. Es geht um Barrie- ren, auf die Sie immer treffen, und dafür gibt es sehr viele Beispiele in dem Bericht. Da ist die Mobilität ein ganz wichtiges Aufgabenfeld. Da geht es um die Anliegen der flächende- ckenden Ansagen der einfahrenden Bahnen, insbesondere für blinde, sehbehinderte und auch kognitiv eingeschränkte Menschen als auch der barrierefreie Einstieg in die Bahn. Das sind Anliegen, denen in Zukunft schneller Rechnung getragen werden sollte. Dies gilt erst recht für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofsvorplatzes inklusive seiner Haltestellen. Dieser sollte umgehend angegangen werden. Dies haben wir als FDP-Fraktion in unserem Antrag gefordert und auch hinreichend begründet. Wir werden also dieses Thema weiter- verfolgen. Meine Fraktion und ich danken Ihnen jedenfalls für Ihren Einsatz und Ihre Expertise sehr. Stadträtin Binder (DIE LINKE): Ganz herzlichen Dank an Frau Wernert, an Herrn Budnik und Frau Ippolito mit der Bitte an Sie, unseren Dank und auch die Würdigung an alle ehrenamt- lichen Mitglieder des Beirats weiterzugeben. Man kann das gar nicht hoch genug schätzen, was hier ehrenamtlich geleistet wird. Gleichzeitig ist klar, auch Frau Wernert stößt an ihre Grenzen. Es kam auch in dem mündlichen Bericht im Sozialausschuss zum Tragen. Es wäre hilfreich, hier personelle Unterstützung noch zu organisieren. Ich denke, da kann ich mich nur der Kollegin Irene Moser anschließen, es wäre schön, wenn wir auch als Gemeinderat diese Notwendigkeit so feststellen und dann entsprechend handeln, weil ich glaube, das Beratungsangebot wird eher stärker nachgefragt werden. In einer Zeit einer älter werden- den Gesellschaft spielen Themen wie Barrierefreiheit und auch Fragen der Mobilität eine immer größere Rolle, und da möchte ich einfach darauf aufmerksam machen. Von der Ar- beit des Behindertenbeirats profitieren wir als Gesamtgesellschaft, gerade vor dem Hinter- grund, wie gesagt, älter werdender Gesellschaft. Was ich mir zumindest aus Frau Wernerts Bericht noch mit notiert hatte, wir haben tat- sächlich mittlerweile das Problem, dass zum Beispiel auch Kitas Kinder mit Handicaps – 5 – ablehnen, weil sie es einfach nicht mehr leisten können. Hier sind ein paar Probleme auch benannt worden, wo ich denke, da besteht Handlungsbedarf für uns, ganz gravierender Handlungsbedarf. Was ich gut finde, dass wir heute tatsächlich auch das im Bericht ange- sprochene Thema der Schülerbeförderung positiv entschieden haben und damit zumindest ein Problem beseitigt haben. Aber was Frau Wernert auch noch angemerkt hat in ihrem Bericht, es würde helfen, wenn wir stärker uns darum bemühen würden, dass die ganzen Beratungsangebote bekannt ge- macht werden. Das wäre, glaube ich, etwas, was sich auch der Gemeinderat und die Ver- waltung überlegen können, wie wir hier unterstützend noch uns beteiligen können. Unter anderem waren auch angesprochen Mängel bei der Karlsruhe.App. Ich denke, das sind Sa- chen, wo wir wahrscheinlich nicht viel Geld aufwenden müssen, um Hilfen zu schaffen. Deshalb, ich kann nur ganz herzlich danken und Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit wünschen. Stadtrat Kalmbach (FW/FÜR): Beim Autofahren kennen wir so etwas wie einen toten Win- kel. Manchmal spricht man in anderen Zusammenhängen auch von einem blinden Fleck, den man haben kann. Dafür möchte ich mich bedanken beim Beirat dafür, dass Sie uns helfen, diesen toten Winkel zu beleuchten. So zum Beispiel dieser Bahnhofsvorplatz, der ist wirklich ein blinder Fleck für uns, wo wirklich etwas verändert werden muss, dass es auch für eingeschränkte Personen möglich ist, sich dort sicher aufzuhalten. So danke ich für diese Blickerweiterung, für diesen guten Blick, und ich bedanke mich auch für die Beharr- lichkeit. Aber gleichzeitig habe ich gespürt im letzten Sozialbeirat, Sozialausschuss, da war die Stimmung so ein bisschen gedrückt, und es ist tatsächlich so auch bei den Dingen, dass die Dinge nicht so vorangehen, wie man es gerne wünscht. Da fand ich ein bisschen Ent- mutigung drin. An der Stelle möchte ich aber sagen, wir loben Sie alle sehr gerne und möchten Sie ermuti- gen, dass Sie weiter dranbleiben, weil es geht auch immer wieder zügiger voran. Es gibt nach Jahren, wo nicht viel geht, auch wieder Jahre, wo mehr geht. Deswegen bleiben Sie dran. Herzlichen Dank für alles Bemühen und dranbleiben. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch die AfD bedankt sich ganz herzlich beim Beirat für Men- schen mit Behinderungen und insbesondere bei Frau Wernert für den vorgelegten Bericht und die darin zum Ausdruck gebrachte mannigfache Arbeit in diesem Jahr, das dann noch zusätzliche Arbeit bedeutet hat durch den Festakt und das Jubiläum 20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderungen. Frau Wernert, Sie sagen es auch ganz deutlich zum Schluss, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen und dass Sie sich eine bessere personelle Unterstützung wünschen. Da sollten wir vielleicht dann für die nächsten Haushaltsberatungen konkret darüber reden, welche Tätigkeiten dann noch zusätzlich geleistet werden können, wenn so eine Unterstützung dann bereitgestellt wird und auf der Basis der tatsächlichen Tätigkeiten dann eine entsprechende Entscheidung treffen. Was für uns als AfD besonders wichtig ist, sind nämlich die konkreten Punkte, die Sie als Beirat für Menschen mit Behinderungen einbringen in unsere Diskussion, wo Sie darauf hinwirken, dass das tägliche Leben für Menschen mit Behinderungen in dieser Stadt ange- nehmer wird. Dabei werden wir Sie auch gerne in Zukunft unterstützen. – 6 – Der Vorsitzende: Ich glaube, es ist jetzt schon viel gelobt worden. Ich möchte ausdrücklich mich auch im Namen der Stadtverwaltung ganz herzlich bedanken beim Beirat, der bei ganz vielen Themen mit dabei ist. Frau Stadträtin Fenrich, wir haben es nicht mitgekriegt. Stadträtin Fenrich (parteilos): Das tut mir auch sehr leid, ich habe mich aber sehr intensiv gemeldet, vorhin auch schon. Ich wurde leider übersehen, aber das ist nicht so tragisch. Liebe Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderungen, liebe Frau Wernert, es ist so vieles und so viel Richtiges hier gesagt worden. Es wurde viel Positives ausgedrückt, viel Lob haben Sie hier erfahren, und deshalb möchte ich nicht in Wiederholungen verfallen, son- dern ich möchte Ihnen vom Beirat und Ihnen, Frau Wernert, einfach ein herzliches Danke- schön sagen. Ich war über eine längere Zeit Mitglied in Ihrem Beirat, und ich muss sagen, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich kann sagen, dass Sie eine sehr wertvolle Arbeit für die Menschen in Karlsruhe und nicht nur für die behinderten Menschen, sondern für alle Menschen in Karlsruhe leisten, und dafür gebührt Ihnen unser Dank. Umso mehr bedauere ich natürlich, was Frau Wernert zum Ausdruck brachte, dass die per- sonelle Verstärkung nicht geklappt hat, um neue Ziele, neue Themen auch aufzugreifen. Da denke ich, das ist sicherlich ein Thema für den neuen Gemeinderat, für die neuen Haus- haltsberatungen, und von daher hoffe ich, dass das positiv ausgeht, denn die Stadt hat Geld. Sie gibt viel Geld aus und ich denke, bei den Behinderten, die das wirklich auch not- wendig haben, ist es sehr angebracht. Vielen herzlichen Dank noch einmal. Der Vorsitzende: Jetzt habe ich niemanden übersehen. Ich bedanke mich auch als Stadtver- waltung ganz herzlich für die Arbeit durch den Beirat, aber auch für die Arbeit von Frau Wernert. Ich glaube, da hat sich eine gute Kooperationsebene und eine große Vertrauens- ebene entwickelt. Ich fand auch das Jubiläum im letzten Jahr, wir sind, glaube ich, der äl- teste Beirat dieser Art in Baden-Württemberg, das kann man an so einer Gelegenheit auch mal sagen, sehr beeindruckend, weil es deutlich geworden ist, hier treffen Menschen mit viel Kompetenz auf Augenhöhe mit uns als Politik bzw. Verwaltung zusammen, und das war von der Atmosphäre vor 20 Jahren sicherlich teilweise noch ein bisschen anders. Also da sehe ich eine große Entwicklung. Ganz besonders möchte ich mich bei denen bedanken, die auch aus dem Beirat heraus, obwohl das schon viel Arbeit ist, sich dennoch auch als Kandidatinnen und Kandidaten bei der Kommunalwahl aufgestellt haben. Ich bin da Artur Budnik und Tanja Schimkus begeg- net. Vielleicht gibt es aber auch noch weitere, die ich vielleicht gar nicht entdeckt hatte, aber ich finde, das ist auch eine sehr schöne Entwicklung in eine Normalität, die im Grunde am Ende nicht die einen in der einen Ecke und die anderen in der anderen Ecke sich ir- gendwie aktiv austauschen lässt, sondern es fließt ineinander, oder es könnte ineinander fließen. Jetzt hat es bei den beiden nicht geklappt, aber es ist trotzdem für das, was ich be- schreiben wollte, ein tolles Zeichen, dass das schon jetzt auch so selbstverständlich wird. Aber ich weiß, wie viel Arbeit auch die Kandidatur für den Gemeinderat ist, zu dem, was man sowieso noch alles zu bewältigen hat mit Familie, Beruf und in dem Fall auch noch dem Beirat. Deswegen auch noch mal denen, die sich für eine Kandidatur bereit erklärt ha- ben, an dieser Stelle auch noch einmal ein ganz besonderes Dankeschön. – 7 – Jetzt haben wir es hier mit einer Informationsvorlage zu tun, die wir nicht abstimmen müs- sen, und damit ist auch dieser Tagesordnungspunkt abgeschlossen. Wir machen jetzt eine Pause, ich würde vorschlagen, bis 17:40 Uhr, und dann setzen wir die Beratung fort. (Unterbrechung der Sitzung von 17:15 bis 17:40 Uhr) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 2. Juli 2024