Intelligentes Strommanagementsystem, Versorgungssicherheit und Blackouts in Karlsruhe
| Vorlage: | 2024/0178 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 21.02.2024 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Neureut |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 19.03.2024
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0178 Eingang: 20.02.2024 Intelligentes Strommanagementsystem, Versorgungssicherheit und Blackouts in Karlsruhe Anfrage: AfD Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 19.03.2024 26 Ö Kenntnisnahme Die Verwaltung wird um Auskunft gebeten: 1. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und einzelne Quartiere betrifft? 2. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und einzelne Stadtteile betrifft? 3. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und die ganze Stadt betrifft? 4. Wie verändert sich dieses Risiko (Fragen 1 – 3) bei unterstellter Umsetzung des geplanten Netzausbaus von 2022 – 2045 (siehe Diagramm der Stadtwerke unten)? 5. Wie groß ist im selben Zeitraum das Risiko eines Stromausfalls in Karlsruhe, der seinen Ursprung außerhalb des Verteilnetzes der Stadtwerke Karlsruhe hat? 6. Netzbetreiber, die mit der Erlaubnis zur Steuerung des Stromverbrauchs ausgestattet sind, sind verpflichtet, Wallboxen und private PV-Anlagen unverzüglich ans Netz anzuschließen; welche Diskrepanzen werden sich dadurch zum geplanten Netzausbau (siehe Diagramm unten) ergeben und welche Risiken bringt dies für die Sicherheit der Stromversorgung im Lauf der nächsten Jahre mit sich? 7. Zu welchem Zeitpunkt ist mit den größten Risiken Versorgungsicherheit betreffend zu rechnen und wie hoch sind diese? Sachverhalt/Begründung: Wir beziehen uns auf die Verwaltungsantwort auf die Anfrage der CDU „Intelligentes Strommanagementsystem für Karlsruhe“ (Vorlage 2023/1358), die in der Hauptausschuss-Sitzung vom 06.02.24 unter TOP 4 behandelt wurde. Darin wird für das Stromverteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH im Regionalszenario 2023 die folgende Entwicklung des Stromleistungsbedarfs prognostiziert: – 2 – Zudem wird dort ausgeführt: „Die SWKN arbeiten bereits an einem Reallabor um Erfahrungen mit intelligenter Messtechnik, der Analyse von Daten neuer Verbrauchsgeräte und der Implementierung eines Digitalen Zwillings zu sammeln. Dazu wurde im Stadtteil Neureut ein Ortsnetz ausgewählt, welches für die Zukunft interessante Strukturparameter aufweist. Die betreffende Ortsnetzstation ist bereits fernwirktechnisch angebunden, so dass hier die Übertragung von Messwerten in Echtzeit möglich ist. Das Ortsnetz weist einen für ein Stadtgebiet typischen Vermaschungsgrad auf, welcher für die Netzzustandsermittlung eine gewisse Herausforderung darstellt. Neben bereits zahlreichen PV-Anlagen sind auf der Verbrauchsseite bereits einige Ladeeinrichtungen, Wärmepumpen, Elektroheizungen und Durchlauferhitzer installiert. Zudem gibt es neben der Nutzungsart Wohnen auch etwas Gewerbe und ein bestehendes Gasnetz, welches im Zusammenspiel mit der Wärmeplanung eine Rolle spielt. Zusammen mit dem KIT wurde neben der SWKN eigenen weitere Messtechnik installiert (auch in Kabelverteilern, was bisher untypisch ist). Das Ortsnetz liegt bereits als rechenfähiger Digitaler Zwilling vor. Durch den zusätzlichen Einbau intelligenter Messsysteme kann die Interaktion und Verschneidung von Messwerten der Smart Meter bei den Kunden und der Netzbetriebstechnik erprobt werden.“ Mit diesen technischen Möglichkeiten und den damit gewonnenen Erkenntnissen sollten die oben genannten Fragen detailliert zu beantworten sein. Unterzeichnet von: Dr. Paul Schmidt Oliver Schnell
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Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0178 Verantwortlich: Dez. 4 Dienststelle: SWK Intelligentes Strommanagementsystem, Versorgungssicherheit und Blackouts in Karlsruhe Anfrage: AfD Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 19.03.2024 26 Ö Kenntnisnahme 1. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls, der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und einzelne Quartiere betrifft? Das Risiko einer Versorgungsunterbrechung im 20-kV-Netz in Karlsruhe ist im Vergleich zu anderen Netzbetreibern in Baden-Württemberg deutlich geringer. Dies lässt sich gut am SAIDI-EnWG (Ausfallminuten Letztverbraucher) erkennen. Bild 1 zeigt die Ausfallminuten für Letztverbraucher in Baden-Württemberg (Quelle BNetzA) sowie den Wert für SWKN. Die SWKN verfolgen über die verschiedenen Betriebsmittelgruppen (z.B. Trafostationen) ihres Stromnetzes die langfristige Entwicklung der Ausfallraten und steuern abhängig hiervon die Erneuerungsinvestitionen. Bild 1: SAIDI-EnWG (gesamt) Quelle BNetzA 2. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls, der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und einzelne Stadtteile betrifft? Das Risiko einer Versorgungsunterbrechung, die ganze Stadtteile betrifft, ist statistisch nicht belastbar zu bewerten, da dieser Fall extrem selten auftritt. Grund hierfür ist, dass die Umspannwerke, die in der Regel ein bis zwei Stadtteile versorgen, komplett redundant aufgebaut sind, so dass ein Ausfall eines Transformators oder einer Schaltanlage keine Versorgungsunterbrechung verursacht. – 2 – 3. Wie groß ist das Risiko eines Stromausfalls, der im Verteilnetz der Stadtwerke Karlsruhe entsteht und die ganze Stadt betrifft? Dieser Fall trat in den letzten 20 Jahren nur ein einziges Mal auf, daher entzieht sich dieser Fall einer statistischen Betrachtung. Grundsätzlich ist das Hochspannungsnetz der SWKN gemäß den anerkannten Regeln der Technik mehrfach redundant ausgeführt. Ein Blackout in Karlsruhe ist aus Sicht der SWKN äußerst unwahrscheinlich. 4. Wie verändert sich dieses Risiko (Fragen 1 – 3) bei unterstellter Umsetzung des geplanten Netzausbaus von 2022 – 2045 (siehe Diagramm der Stadtwerke unten)? Auf der einen Seite erhöht sich die Netzlänge durch den Zubau im Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz. Auf der anderen Seite ersetzen die SWKN einen nennenswerten Anteil ihrer Netzinfrastruktur im Rahmen des Netzausbaus. Hierbei wird vorrangig ältere Netzinfrastruktur ersetzt, da diese bei Ihrer Installation vor mehreren Jahrzehnten nicht für die heutige Anforderungen ausgelegt wurde. Zusätzlich rüsten die SWKN ihre Ortsnetzstationen, im Zuge der Digitalisierung, mit Einrichtungen zur Fernüberwachung und Steuerung aus. Daher wird nicht mit einem Anstieg der Versorgungsunterbrechungen durch den Umbau des Verteilnetzes gerechnet. 5. Wie groß ist im selben Zeitraum das Risiko eines Stromausfalls in Karlsruhe, der seinen Ursprung außerhalb des Verteilnetzes der Stadtwerke Karlsruhe hat? Für die Beantwortung dieser Frage wird auf den Übertragungsnetzbetreiber (TransnetBW) verwiesen. Auf der Homepage der TransnetBW unter https://www.transnetbw.de/de/warum-das-licht-nicht- ausgeht finden Sie hierzu Einschätzungen. Grundsätzlich wird dort das Risiko als unwahrscheinlich eingestuft. (Hinweis: Das Übertragungsnetz unterliegt hinsichtlich Redundanz noch strengeren technischen Richtlinien als das Verteilnetz.) 6. Netzbetreiber, die mit der Erlaubnis zur Steuerung des Stromverbrauchs ausgestattet sind, sind verpflichtet, Wallboxen und private PV-Anlagen unverzüglich ans Netz anzuschließen; welche Diskrepanzen werden sich dadurch zum geplanten Netzausbau (siehe Diagramm unten) ergeben und welche Risiken bringt dies für die Sicherheit der Stromversorgung im Lauf der nächsten Jahre mit sich? Die Netzausbaupläne werden regelmäßig überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. §14a EnWG gibt den Netzbetreibern die Möglichkeit, steuernd in Kundenanlagen einzugreifen. Im Gegenzug wird keine Genehmigung des Netzbetreibers für den Anschluss von privaten Ladeeinrichtungen, Wärmepumpen, Klimageräten und Nachtspeicherheizungen mehr benötigt. Die tatsächliche Entwicklung wird erst mit steigender Anzahl an steuerbaren Verbrauchseinrichtungen absehbar sein. Die SWKN arbeiten jedoch schon seit letztem Jahr an einem Konzept für die Steuerung, welches Netzengpässe temporär verhindern soll. Dabei werden die Vorgaben der BNetzA aus dem Festlegungsverfahren zum §14a EnWG beachtet. Langfristig planen die SWKN ihre Netze engpassfrei, sodass Eingriffe durch SWKN in die Kundenanlagen in der Regel nicht notwendig sein werden. 7. Zu welchem Zeitpunkt ist mit den größten Risiken Versorgungsicherheit betreffend zu rechnen und wie hoch sind diese? Das hängt wiederum von vielen Faktoren ab, die noch nicht vollumfänglich absehbar sind und im Wesentlichen von den tatsächlichen Hochlaufkurven bei PV-Anlagen, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen abhängen. Die SWKN arbeiten im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte und einem Reallabor an der Beantwortung der Fragen, welchen Belastungen die Netze zu welchen Zeiten – 3 – ausgesetzt sein werden, und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Versorgungssicherheit auf dem hohen Niveau zu erhalten. Die SWKN sind zuversichtlich, dieses Ziel auch erreichen zu können.
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Niederschrift 62. Plenarsitzung des Gemeinderates 19. März 2024, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 26 der Tagesordnung: Intelligentes Strommanagementsystem, Versorgungssicher- heit und Blackouts in Karlsruhe Anfrage: AfD Vorlage: 2024/0178 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 26 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 22. März 2024